Info

Das Wichtigste zur Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung auf einen Blick

  • Die Gesundheitsfragen der Dialog BU sind grundsätzlich fair gestellt.
  • Bei der technischen Ausgestaltung liegt man weitestgehend im Marktmittelfeld, man traut sich hier auch durchaus was.
  • Für junge Leute gibt es sicherlich bessere Alternativen, aufgrund der nicht idealen Erhöhungsmöglichkeiten.
  • Ein sehr großer negativer Aspekt, der gegen die Dialog spricht, ist für uns das fehlende Vertrauen in den Mutterkonzern, der Generali. 

Wie immer blicken wir aber zuerst auf die Geschichte der Gesellschaft. Diese ist für eine Versicherung sogar relativ jung und ungewöhnlich. Viele Versicherer haben ihre Wurzeln bekanntlich im 19. Jahrhundert, als gefühlt tausende Versicherer wie Pilze aus dem Boden schossen, viele zumeist Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. Über all die Jahrzehnte gab es aber viele Zusammenschlüsse und Kooperationen. Da ist die Dialog Versicherung ein Spätstarter, welche im Jahr 1972 als “Erste Augsburger Leben Versicherungs-Aktiengesellschaft” gegründet wurde. Wie der Name schon sagt, war die Gründung in Augsburg, was durchaus Seltenheitswert besitzt, denn Augsburg war und ist sicherlich kein unbedingt klassischer Versicherungsstandort. Aber genau aus diesem Grund macht eine Gründung in einer mittelgroßen deutschen Stadt vielleicht sogar mehr Sinn als den x-ten Versicherer in Hamburg zu gründen. 

Die Unabhängigkeit hielt aber nicht lange, denn 1974 übernahm schon die deutsche Lloyd Lebensversicherung aus München die “Erste Augsburger Leben Versicherungs-Aktiengesellschaft”. Der damalige Großaktionär der Lloyd Lebensversicherung war wieder ein nicht unbekannter italienischer Versicherer mit der Generali aus Triest. Der Name Dialog kam dann im Jahr 1983 ins Spiel und man spezialisierte sich ein bisschen auf neue Kapital- und Risikotarife im Lebenbereich (darunter würde auch die Berufsunfähigkeitsversicherung fallen, welche es aber in der damaligen Form noch nicht so wie heute gab - die staatliche Absicherung war damals auch eine andere). Hauptschwerpunkt war damals aber sicherlich die Todesfallabsicherung. 

Starke Fokussierung ab 2003 

Anfang der 2000er folgte nun der Fokus mit einer klaren Neupositionierung im Maklermarkt. Man möchte also der Versicherer für Makler (wo also wir einer sind) werden. Man agiert also relativ unabhängig vom großen Mutterkonzern Generali. Den größten Einschnitt gab es sicherlich 2019, als sich der Generali Konzern komplett aus dem Markt für freie Vermittler zurückzog und nur noch “exklusiv” über den Strukturvertrieb der Deutschen Vermögensberatung (kurz DVAG) ihre Produkte anbot. Das bisherige Sachgeschäft der Generali (Privat wie Gewerbe) wurde auf die Dialog-Versicherung übertragen und so wurde aus einem reinen Biometrieversicherer nun auch ein Unternehmen, welches Sachversicherungen anbietet. 

Warum wir der Generali in Bezug auf die Dialog Versicherung nicht unbedingt trauen

Wie ein roter Faden wird Dir in diesem Beitrag eines immer wieder erscheinen = unsere Skepsis gegenüber dem Generali Konzern, welcher gerne mal Aktionen fährt, die vielleicht nicht so gut ankommen. Die Übernahme der Lloyd Lebensversicherung und somit der Dialog war nicht die einzige. Wer kennt noch die Gesellschaften wie Aachen-Münchener oder Central? Beides gute, traditionelle Unternehmen, welche aber geschluckt wurden im Laufe der Zeit. Das an sich passiert einfach, aber man entschloss sich, Millionen Verträge auf eine Abwicklungsplattform mit dem Namen Proxalto zu geben. Gerne einfach mal nach Erfahrungen dazu googeln. Sehr viele versicherte Personen, die eigentlich im Vertrauen eines großen (wie die damalige Aachen Münchener) Konzern einen Lebensvertrag (auch BU) abschlossen, werden nun von einer Run-Off Gesellschaft betreut. Es ist nicht auszuschließen, dass dies auch mal mit einer Dialog passiert, wenn die Dialog nicht mehr ins Geschäft der Generali aus Italien passt. 

Man muss ja auch immer dazu wissen, dass die Dialog Gewinne auf die Generali verschieben kann. Wenn es mal nicht mehr so läuft, dann kann man sich die Verträge der Dialog vielleicht einverleiben oder einfach wieder auf so eine Run-Off Gesellschaft schieben, falls sich das Geschäft mit der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr lohnt - so wie bei alten Verträgen der Generali / Aachen Münchener. Vielleicht nicht jetzt, vielleicht nicht in drei Jahren, aber wer es schon mal gemacht hat, dem trauen wir es auch künftig zu. Da bleibt natürlich die Frage - möchte ich als Kunde mir dieses Risiko ins Haus holen, bzgl. der Pflege und Betreuung meiner Verträge? Wie gesagt - lest Euch einfach mal alles rund um die Proxalto durch. Wir haben in der Berufsunfähigkeitsversicherung teilweise eine Absicherungsdauer von einem halben Jahrhundert, da sollte eine gewisse Beständigkeit an den Tag gelegt werden. Bei der privaten Haftpflichtversicherung kann man auch mal nach zwei Jahren wieder wechseln, aber die passende Berufsunfähigkeitsversicherung läuft länger als die meisten Ehen.

Auch generell sind wir Freunde von Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit, weniger ausländische Versicherer

In all den Jahren mit unseren Erfahrungen im Finanz- und Versicherungsbereich beobachten wir schon eines. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit sind oftmals vom Service und den kurzen Wegen her Investoren getriebenen Versicherern überlegen. Aber was sind schnell wieder die Vorteile?

  • Als versicherter Kunde ist man automatisch Mitglied und somit Träger des Unternehmens. Es gibt keine weiteren externen Kapitalgeber als die eigenen Kunden. 
  • Somit richtet sich die Geschäftspolitik ausschließlich an die eigenen Kunden & versicherten Personen aus.
  • Es fällt somit auch keine Dividenden/Gewinnausschüttung an externe Investoren , Aktionäre oder den Mutterkonzern (in diesem Fall Generali) an. Somit bleibt mehr Geld im Unternehmen und kann wieder in den Service, in Mitarbeiter oder günstigere Prämien investiert werden.
  • Man ist somit unabhängig von Quartalsberichten an der Börse und kein Spielball der Kapitalmärkte. Im optimalen Fall wird also in Jahrzehnten gedacht, nicht in Quartalen. 

Jetzt aber bitte nicht komplett falsch verstehen. Wir sind große Freunde von Investments an den Aktienmärkten, nicht umsonst sind wir von unserem ETF-wissenschaftlichen Weltportfolio mehr als überzeugt - für uns selbst und unsere Kunden. Aber bei langlaufenden Verträgen ziehen wir eher Versicherer mit einer Rechtsform vor, wo man selbst Mitglied des Unternehmens ist. 

Welche Sparten bietet die Dialog-Versicherung an?

  • Der Bereich Lebensversicherung ist hierbei traditionell bedingt ein starker Schwerpunkt. Hier aber mit dem klaren Fokus auf die biometrische Absicherung. Dies schließt die Risikolebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und sogar die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (als einer der wenigen bietet man also noch eine EU an). Ansparprodukte wie eine fondsgebundene Rentenversicherung, Riesterrente oder Basisrente bietet die Dialog nach unserer Kenntnis momentan nicht an, dafür aber eine betriebliche Altersvorsorge.
  • Wie schon angedeutet, kam der Bestand der Generali Sach aus dem Maklermarkt auf die Generali über & man positioniert sich auch im Neugeschäft. Somit kann man seit 2019 nun auch eine KFZ-Versicherung, private Haftpflicht oder auch eine Gewerbeversicherung über die Generali abschließen. Somit ein ganz neuer Geschäftszweig des eigentlich spezialisierten Biometrieversicherers. 
  • Die Sparte Krankenversicherung wird nicht bedient. 

Über wen bietet die Dialog Versicherung ihre Produkte wie die BU-Versicherung an?

Die Dialog-Versicherung war früher schon ein reiner Maklerversicherer für freie Berater und ist es jetzt noch mehr, nachdem die Generali ja generell nur noch über die Deutsche Vermögensberatung abgeschlossen werden kann. Dazu gibt es jetzt auch einen kleinen Fun Fact. Die Generali Berufsunfähigkeitsversicherung ist zwar praktisch im selben Konzern wie die Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung, aber bei weitem schlechter von den Bedingungen, der technischen Ausgestaltung und auch der Prämie. Ein DVAG-Vertreter müsste also sagen “Hey, wenn Du gerne eine BU im Generali Konzern abschließen möchtest, dann wende dich an einen Versicherungsmakler, denn die Dialog Versicherung wird die bessere Absicherung anbieten können als ich”. Schon ein ziemliches Novum. Das ist z.B. bei der Continentale und Europa (auch zwei unterschiedliche Unternehmen, aber die beiden BU-Versicherungen sind faktisch identisch vom Aufbau her) ganz anders. 

Neben dem Versicherungsmakler wirst Du die Produkte der Dialog natürlich auch auf Vergleichsplattformen wie Check24 finden. Das wiederum - wissen viele nicht - sind aber auch Maklerunternehmen. Check24 als Beispiel hat dieselbe Zulassung wie wir und wie jeder Makler vor Ort, nur mit einem anderen Geschäftsmodell. Die Beiträge sind aber völlig identisch - egal ob Du die Berufsunfähigkeitsversicherung der Dialog bei uns, Check24 oder einen anderen Versicherungsmakler abschließen würdest. Ebenso natürlich, wenn es direkt über die Gesellschaft läuft. Folgt der Abschluss über einen spezialisierten Versicherungsmakler, bekommst Du aber das kostenfreie Know-How dazu (ja, das könnten auch wir sein. Ob wir dann aber bei der Dialog landen, steht auf einem anderen Blatt). 

Wie wir jetzt also feststellen durften, hat die Dialog keine Ausschließlichkeit, sondern ist rein auf den Maklermarkt spezialisiert.


1. Die Gesundheitsfragen der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung

Mittlerweile ein wirklich großer Punkt in unserer Beratung = Die Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Für manch andere sind diese irgendwie alle gleich, für uns gibt es in der exakten Fragestellung enorme Unterschiede. Es ist schon ein Unterschied, ob fünf Jahre nach Beschwerden oder nach ärztlichen Untersuchungen gefragt wird. Die exakte Ausgestaltung kann darüber entscheiden, ob eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung vorliegt und ob Du dann eine BU-Rente über mehrere Hunderttausend Euro, ja gar Millionen bekommst, oder nicht. Aus diesem Grund widmen wir den Gesundheitsfragen der Dialog Versicherung einen eigenen Absatz. Immerhin ist die saubere Aufbereitung der Gesundheitshistorie ein enorm wichtiges Unterfangen und sollte nicht unterschätzt werden. Hol Dir bei Unklarheiten Deine Krankenakte der behandelnden Ärzte / Krankenkasse ein und arbeite die Gesundheitshistorie penibel auf. Dein Vertrag - egal ob bei der Dialog oder woanders - muss absolut rechtssicher sein. 

So sind die Gesundheitsfragen der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung:

Ta da - so sind also die Gesundheitsfragen im Antrag der Dialog. Hier müssen wir die Dialog gleich mal loben. Wir finden die Gesundheitsprüfung relativ fair. Es gibt ja immer noch Anbieter, welche fünf Jahren zurückfragen mit:

“Hatten Sie in den letzten fünf Jahren Beschwerden, Missempfindungen, Störungen….”

Da loben wir doch die klare Fragestellung der Dialog mit:

“Sind oder waren Sie in den letzten 5 Jahren wegen Krankheiten oder Beschwerden bei Ärzten, Heilpraktikern, Physio-, Psychotherapeuten oder sonstigen nichtärztlichen Therapeuten in Beratung, Behandlung oder Untersuchung “

Sehr löblich. Es wird rein nach Arztbesuchen gefragt. Wir haben jetzt die Gesundheitsfragen der Dialog sicherlich öfters angesehen und finden diese sehr kundenfreundlich. Eigentlich auf AXA Niveau. Die AXA hat in ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung für uns die fairsten Gesundheitsfragen am Markt, da es keine offene Fragestellung gibt. Weder für fünf Jahre noch für drei bis sechs Monate, wie dies z.B. die LV 1871, HDI oder Baloise hat. Es gibt aber immer zwei Seiten der Medaille und wie sagte ein Kollege: “Alles was gut für den einzelnen ist, wird schlecht für das Kollektiv sein”. Bei uns fragen ja auch nicht wenige Personen an ala “Ich hab seit einiger Zeit immer wieder psychische Beschwerden oder Probleme mit dem Bewegungsapparat (z.B. der Wirbelsäule oder einer Skoliose), war aber deshalb noch nicht beim Arzt, kann ich noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?”. Würde bei den meisten gehen, aber viele Versicherer vergeben dann eine Ausschlussklausel. Das wäre bei der Dialog nicht der Fall, da diese rein nach ärztlichen Beratungen, Untersuchungen und Behandlungen fragt und zudem auch keine offene Frage nach körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen stellt. Das kann also auch ein bisschen ausgenutzt werden, aber wir sehen es jetzt erstmal etwas positiv. Sinnvoll und gut für den Verbraucher. Hätten wir der Dialog jetzt ehrlich gesagt gar nicht zugetraut, aber auch wir lassen uns gerne überraschen. Wie schon angedeutet, sind faire und gute Gesundheitsfragen sehr wichtig bei uns in der Beratung, wir akzeptieren aber auch eine offene Fragestellung über drei oder auch sechs Monate zugunsten des Kollektivs. Immerhin muss ein Tarif sich auch tragen, denn sonst gibt es irgendwann mal Beitragserhöhungen oder die Leistungsfallabwicklung entpuppt sich als schleppender Vorgang. Interessanterweise hat man auch bei der Gesundheitsprüfung eine gewisse Ähnlichkeit mit der Generali BU-Versicherung, welche ebenso eine saubere und faire Fragestellung besitzt. Hat man also doch eine gemeinsame Linie. Wobei es bei der Generali eine etwas offene Gesundheitsfrage nach Beeinträchtigungen gibt. Das entfällt bei der Dialog. Somit müsste sich der Schreiber von diesem Artikel nicht die Frage stellen, ob der Kreuzbandriss aus dem Jahr 2002 angegeben werden müsste oder nicht, da es sich definitiv um eine Beeinträchtigung (= Knie nicht mehr so wie vorher) handelt, auch wenn man aktiv auf dem Tennisplatz steht und den Kilimandscharo bestieg. Aber eigentlich auch schon wieder egal, da der Kreuzbandriss eh bei jeder guten Gesellschaft sauber angenommen werden dürfte, mit einer kurzen Eigenerklärung. Bei der Dialog würde es aber Klarheit geben.  

Der aktuelle Trend, Abfragezeiträume von drei Jahren zu verwenden, wie sie beispielsweise bei einigen Anbietern wie der Gothaer (ambulante Behandlungen pauschal drei Jahre) und der Alten Leipziger zu sehen sind, wird von der Dialog respektive Generali derzeit nicht verfolgt. 

Die Frage nach stationären Aufenthalten bleibt bei zehn Jahren, ist aber freundlich formuliert vonseiten der Dialog

Die Antragsfrage mit 

“Wurden Sie in den letzten 10 Jahren in einem Krankenhaus, in Rehabilitations- oder Kureinrichtungen stationär untersucht, behandelt oder operiert (ambulant oder stationär) oder ist dies für die nächsten 12 Monate beabsichtigt oder von einem Arzt oder sonstigen nichtärztlichen Therapeuten empfohlen worden?”

finden wir auch fair, da sich der Begriff “stationär” einschlich. Stationär = mindestens eine Nacht. Bei nicht wenigen Gesundheitsprüfungen fehlt dieses Wort und so müsste jeder Besuch im Krankenhaus angegeben werden. Also auch der kurze Besuch bei der Notfallaufnahme, da der Hausarzt im wohlverdienten Wochenende war. Oder auch, wenn der Arzt seine Sprechstunde ins Krankenhaus verlegt. Bei der Dialog müssen also nur stationäre Krankenhausaufenthalte angegeben werden, sowie künftige. Ambulante Operationen müssen hingegen schon noch zehn Jahre angegeben werden.
Hier hat man sich also noch nicht von den Updates der Baloise Gesundheitsfragen oder generell den Gothaer Neuerungen inspirieren lassen, welche pauschal nur noch fünf Jahre zurückfragen. 

Eine Hinweisliste, welche Erkrankungen nicht angegeben werden müssen bei der Dialog 

Durchaus nützlich ist die Hinweisliste der Dialog, welche eine Aufzählung von manchen Erkrankungen angibt, die man nicht angeben muss:

Folgende Erkrankungen und Diagnosen müssen nicht im BU-Antrag der Dialog angegeben werden:

  • Ausschabung 
  • Blinddarmentfernung (bereits durchgeführt) 
  • Blinddarmentzündung (ausgeheilt) 
  • Bronchitis (akut und kurzzeitig) 
  • Entbindung 
  • Erkältungskrankheiten 
  • Fehlgeburt 
  • Grippale Infekte 
  • Harnblaseninfekt (akut) 
  • Heiserkeit (akut und kurzzeitig) 
  • Impfungen 
  • Infektbedingte Kehlkopf- und Luftröhrenentzündung (akut und ausgeheilt) 
  • Magen-Darm-Infektion (akut) 
  • Magenverstimmung (akut) 
  • Mandelentfernung 
  • Mandelentzündung 
  • Muttermal/Nävus ohne Verdacht auf Bösartigkeit/ Malignität 
  • Nasennebenhöhlenentzündung/Sinusitis (akut und ausgeheilt) 
  • Einzelner Nierenstein (einmalig vor mehr als zwei Jahren aufgetreten) 
  • Schnupfen 
  • Vorsorgeuntersuchung zur Krebsfrüherkennung ohne krankhaften Befund und ohne Medikamentenverschreibung 
  • Zahnarztbesuch/Zahnbehandlung

Wie fragt die Dialog Auslandsaufenthalte, gefährliche Hobbys oder abgelehnte Anträge ab?

Gesundheitsfragen sind das eine, es gibt aber noch weitere Antragsfragen, welche Du zum gewünschten Versicherungsschutz ausfüllen musst.

Selbstverständlich fragt die Dialog auch gefährliche Hobbys mit folgendem Wortlaut im BU-Antrag ab:

Üben Sie in Beruf oder Freizeit Aktivitäten mit einer erhöhten Unfallgefahr oder einem erhöhten Verletzungsrisiko aus? Im Beruf sind dies z.B. Flugrisiko, Chemikalien, Strahlen, Sprengstoff, Militär/Sondereinheiten. In der Freizeit sind dies z.B. Motorsport, Tauchsport, Bergsport, Kampfsport, Flugsport oder andere Extremsportarten, wie z.B. Downhill. Wenn ja, nähere Angaben:

Eingeschlossen ist auch automatisch die Frage nach gefährlichen Aktivitäten im Beruf. Kann man machen, im Prinzip auch egal. Bei den Hobbys gibt es eine offene Aufzählung, von daher die angefragten Freizeitaktivitäten nicht zu wörtlich nehmen und lieber auf eine spätere Eigenerklärung mit eigenen Worten setzen.

Eine grobe Orientierung findet man auch im Portal der Dialog mit einer Tendenzliste zu manchen Hobbys. Diese möchten wir Dir kurz in folgender Tabelle vorstellen:

HobbyTendenz Annahme
Bergwandern, TrekkingNormale Annahme
Klettersteiggehen Schwierigkeitsgrad A-CNormale Annahme
Klettersteiggehen Schwierigkeitsgrad D25 % Zuschlag
Klettersteiggehen Schwierigkeitsgrad E50 % Zuschlag
Klettern Halle, Klettergarten bis SG 7 UIAA, BouldernNormale Annahme
Klettern Halle, Klettergarten ab Schwierigkeitsgrad 8 UIAA50 % Zuschlag
Klettern Alpin bis Schwierigkeitsgrad 6 UIAANormale Annahme
Klettern Alpin ab Schwierigkeitsgrad 7 UIAA75 % Zuschlag
Klettern Eisklettern, HöhlenkletternAblehnung
Klettern Free Solo Climbing, Alleingänge, SolokletternAblehnung
Gleitschirmfliegen, Drachenfliegen100 % Zuschlag
CanyoningAusschlussklausel
Skitourengehen, SkibergsteigenNormale Annahme
Ski-/Snowboard auf der Piste ohne WettbewerbeNormale Annahme
Extremskifahren/ ExtremsnowboardenAblehnung
Mountainbiken Ohne Wettbewerb - Geschicklichkeitsfahrten und TrialNormale Annahme
Mountainbiken Ohne Wettbewerb - Downhill Trails, Freeride25 % Zuschlag
Mountainbiken Mit Wettbewerb50 % Zuschlag
Freizeittauchen bis 20 m TiefeNormale Annahme
Freizeittauchen 21 – 40 m Tiefe ohne BesonderheitNormale Annahme
Strömungstauchen, Nachttauchen, Eistauchen50 % Zuschlag

Ebenso findet man auch Informationen, wie die Dialog eine Freizeitaktivität genauer definiert. Beim Bergwandern findet man z.B. folgende Definition:

Wandern in Gebirgsgegenden, auf Wegen, Steigen und Trittspuren, sowie im weglosen Gelände, überwiegend ohne Zuhilfenahme der Hände.

Klettern ist hierbei schon etwas umfangreicher mit:

“In steilem Gelände werden nicht nur die Beine, sondern auch die Hände bei der Fortbewegung eingesetzt. Unter Freiklettern versteht man das Klettern an Felsen oder Kunstwänden, bei dem nur Hände und Füße zur Fortbewegung verwendet werden. Künstliche Hilfsmittel sind zur Fortbewegung nicht erlaubt. Mit Ausnahme des selten praktizierten Free-Solokletterns dürfen bei allen anderen Formen des Freikletterns Hilfsmittel wie Seil und Haken verwendet werden, allerdings nur zur Gewährleistung der Sicherheit und nicht als Kletterhilfe. Das “frei” des Wortes Freiklettern bedeutet frei von technischen Hilfsmitteln zur Fortbewegung und nicht, wie dies oft fälschlicherweise angenommen wird, frei von Sicherungsmitteln. Bei exaktem Sprachgebrauch bezieht sich der Begriff “Freiklettern” nur auf die Begehungsart, unabhängig von der Art der Route. Die typische Art des Freikletterns wird aber in Sportkletterrouten ausgeübt, deshalb wird Freiklettern oft als Synonym für Sportklettern benutzt. Der Begriff Felsklettern oder Klettern ist dagegen ein Oberbegriff, der sowohl das Freiklettern wie das technische Klettern beinhaltet.”

Wie schon erwähnt, setzen wir hierbei auf eine Eigenerklärung und weniger auf die Fragebögen einer Gesellschaft. Diese sehen wir bekanntlich immer kritisch. Solche sind viel zu einfach in das Schema “Ja / Nein” eingebaut, wie man am folgenden Auszug sieht:

Aber das ist kein generelles Problem der Dialog, sondern marktüblich. Wie die Dialog generell mit gefährlichen Hobbys in der Praxis umgeht, entzieht sich unserer Kenntnis, für sachdienliche Hinweise sind wir aber jederzeit gerne empfangsbereit.

Geplante Auslandsaufenthalte müssen angegeben werden

Nicht verwunderlich und somit marktüblich. Geplante Auslandsaufenthalte müssen bei der Dialog im Antrag zur BU selbstverständlich angegeben werden. Reist Du also die nächsten 12 Monate außerhalb von Europa und das Ziel für länger als drei Monate ist nicht die USA oder Kanada, so musst Du dies angeben. Das kann in einer normalen Annahme enden, einem (temporären) Risikozuschlag oder auch einer Zurückstellung, bis Du wieder zurückkommst. Die Fragestellung an sich ist aber positiv, da Europa gemeint wird und nicht nur die Europäische Union. Dies wird den meisten egal sein, aber wir stolpern immer wieder über unsaubere Formulierungen. 

Abgelehnte oder mit Erschwernis angenommene Anträge werden eigentlich nicht abgefragt, aber….

….möchte man eine Dread-Disease (= Schwere Krankheiten) in den BU-Tarif als Zusatzbaustein einbauen, so muss man die Frage nach abgelehnten oder nur mit Erschwernis angenommenen Anträgen angeben. Sagen wir es mal so: Für 99 Prozent der Interessenten an der Dialog BU-Versicherung dürfte die Frage nach abgelehnten Anträgen somit keine Rolle spielen. Die Thematik Dread Disease ist zwar interessant, aber dies sehen wir jetzt eher separat und nicht innerhalb einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Von daher gehen wir jetzt auf die Thematik nicht weiter ein und kommen gleich zum nächsten Punkt mit dem Rauchverhalten.

Die Raucherfrage bei der Dialog BU-Versicherung

Im Antragsprozess für die Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Dialog wird nun auch nach dem Rauchverhalten gefragt und es gibt entsprechende Unterschiede im Beitragssatz.

Haben Sie in den letzten 12 Monaten (E-)Zigaretten, (E-)Zigarillos, (E-)Zigarren, (E-)Pfeifen geraucht?

Dies ist eine gängige Praxis in der Branche. Bei unseren Beispielberechnungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung mit der Vergleichssoftware Morgen & Morgen stellen wir fest, dass der Zuschlag für Raucher signifikant ausfällt mit um die 20 Prozent Prozent. Diese Erkenntnis ist ermutigend für Raucher, zum Nichtraucher zu werden. Mit 20 Prozent Zuschlag für Rauchen ist die Dialog schon recht weit vorne dabei, ob man sich hier jetzt auf Erfahrungen vom Rückversicherer oder der großen Mutter Generali bezieht, entzieht sich unserer Kenntnis. Lustigerweise gibt es bei der Generali Berufsunfähigkeitsversicherung “nur” einen Risikozuschlag von ca. fünf bis sieben Prozent für das Rauchen. Wie man jetzt so unterschiedlich sein kann, entzieht sich unserer Kenntnis. Aber an sich ist der Markt interessant zu beobachten - manche Versicherer verzichten noch auf Raucherzuschläge in der Berufsunfähigkeitsversicherung, andere verteuern die Prämie um über 30 Prozent (Baloise z.B.). 

Muss ein Drogenkonsum beim Dialog Antrag angegeben werden?

Die Frage nach dem Drogenkonsum in der Berufsunfähigkeitsversicherung  wird spätestens nach der Cannabis Legalisierung im April 2024 zunehmen. Bei der Dialog müsstest Du im BU-Antrag dies mit Ja-Beantworten, da es folgende Frage gibt:

Nehmen Sie oder nahmen Sie in den letzten 5 Jahren Betäubungsmittel, Drogen oder wurden Sie in diesem Zeitraum wegen Alkoholkonsums beraten oder behandelt

Hier teilt sich das Feld der Gesellschaften etwas auf. Manche fragen nur nach Behandlungen / Beratungen im Zusammenhang mit Drogenkonsum, andere Versicherer fragen direkt nach der Einnahme von Drogen. Wir sind gespannt, wie die Dialog mit dem Thema Cannabis umgehen wird.

Gibt es bei der Dialog verkürzte Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Ja, bei der Dialog gibt es seit dem Update im Februar 2024 (vorher wohl keine, nach unserer Kenntnis) verkürzte Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese gelten jetzt nicht für eine besondere Zielgruppe an Berufen oder ein bestimmtes Ereignis wie eine Immobilienfinanzierung, sondern allgemein für junge Leute. Somit geht die Dialog in eine Richtung wie die Baloise (früher auch schon über die Basler), Nürnberger oder die LV 1871, welche allesamt eine verkürzte Gesundheitsprüfung für junge Leute anbieten. Als jung gilt bei der Dialog übrigens jeder bis 35 Jahre. Maximal können in dieser Aktion 2.000 Euro abgesichert werden und ein normaler BMI zwischen 18-27 ist Grundvoraussetzung. Eigentlich gute Daten.

Wie sind die Gesundheitsfragen der verkürzten Dialog-Antragsprüfung:

Die Fragen sind logischerweise etwas verkürzt, die Abfragezeiträume bleiben aber i.d.R. bei fünf Jahren (die Frage nach stationären Aufenthalten wurde auch verkürzt). 

Etwas merkwürdig finden wir aber, dass es entgegen des normalen Antrags nun eine offene Fragestellung bei der Psyche gibt mit:

“Bestehen oder bestanden bei Ihnen in den letzten 5 Jahren psychische Beschwerden, Störungen oder Erkrankungen?”

Somit kann die eigentlich verkürzte Gesundheitsprüfung bei psychischen Beschwerden zum Bumerang werden & es wäre besser gewesen, wenn man die normalen Gesundheitsfragen beantworten würde. Das erleben wir auch selten. Die Frage nach dem Drogenkonsum ist nun auch konkretisiert, einige weitere Punkte würden entfallen. So müssen keine Fragen zu Hauterkrankungen angegeben werden. Leidet man z.B. an Neurodermitis (ohne Medikamenteneinnahme) oder Tinnitus (aber ohne psychische Beschwerden), dann könnte die Dialog in Frage kommen. Für eine gewisse Personengruppe können die Fragen der Dialog in der Sonderaktion für junge Leute daher sehr positiv sein.

Wir möchten Dir auch nochmals den Werbeflyer der Dialog BU-Versicherung für junge Leute zeigen:

Eine Einschränkung hinsichtlich der Beitragsdynamik, garantierten Rentensteigerung, Arbeitsunfähigkeitsklausel oder der Nachversicherung ist uns somit nicht bekannt. Das ist leider bei anderen Aktionen immer wieder ein kleiner Hemmschuh. Sollte die Dialog somit die einzige Möglichkeit einer normalen Annahme sein, dann kann man diese durchaus mal in Betracht ziehen, solange man mit dem Konstrukt der Dialog klarkommt. Achte aber unbedingt auf die offene Fragestellung nach psychischen Beschwerden, welche im normalen Antrag klar kundenfreundlicher gelöst wurde. Schon komisch. Ob das Absicht ist oder einfach keiner bemerkt hat? Entzieht sich unserer Kenntnis.

Somit bekommt unsere große Übersichtsseite der BU-Sonderaktionen mit verkürzten Gesundheitsfragen wieder Zuwachs und wird weiter aktualisiert. Es soll uns ja nicht langweilig werden. Ohne Gesundheitsfragen bietet die Dialog keine Berufsunfähigkeitsversicherung an. Hier lernte man vielleicht auch aus dem Fehlern der Muttergesellschaft, wo die Generali bis 2017 doch quasi eine Aktion ohne wirklicher Gesundheitsfrage anbot, aber dann wieder einstellte.

Kann man bei der Dialog eine anonyme Risikovoranfrage für die Berufsunfähigkeitsversicherung stellen?

Ja, bei der Dialog kann man für die Berufsunfähigkeitsversicherung eine anonyme Risikovoranfrage machen. Das ist jetzt aber wirklich keine Besonderheit, denn man ist ja DER Maklerversicherer innerhalb des großen Generali Konzerns und bekanntlich leben wir Makler (ok, wir noch ein bisschen mehr) wie die Luft zum Atmen von der Möglichkeit einer anonymen Voranfrage. 

Solltest Du Dich für die Berufsunfähigkeitsversicherung der Dialog interessieren, so musst Du eigentlich unbedingt vorher eine Anfrage stellen, sollten bei Dir Vorerkrankungen oder Arztbesuche, welche über den üblichen Vorsorgeuntersuchungen liegen, vorhanden sein.  Jetzt würde Dich natürlich interessieren, wie unsere Erfahrungen bei der Dialog mit der Risikoprüfung wären?

Wie sehen wir die Risikoprüfung der Dialog in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Hier sind wir ganz ehrlich - wir können die Qualität des Underwriting der Dialog nicht einschätzen, da wir die Dialog noch nie in der BU-Versicherung vermittelt haben. Gründe sind bekannt. Es kann natürlich sein, dass jetzt ein Interessent & Kunden unbedingt bei der Dialog eine BU-Versicherung abschließen möchten und dann soll der Abschluss lieber über uns als wo anders erfolgen, aber direkte Erfahrungsberichte haben wir nicht. Dies sieht vielleicht in zwei Jahren anders aus, aber im Moment können wir keine wirklichen Erfahrungsberichte abgeben. Wir können Dir aber sagen, worauf Du unbedingt achten solltest, wenn Du bei der Dialog eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit vorheriger Risikovoranfrage abschließen möchtest.

Update = Ende April 2024 haben wir eine Risikovoranfrage bei der Dialog gemacht, um diese mal zu testen. Insgesamt 18 Seiten, davon aber nur sechs Seiten ärztliche Befundberichte - also sehr überschaubar. Unser Risikovoranfragebogen hat ja schon fünf Seiten. In unseren Augen alles sehr gut aufbereitet, um ein Votum zu erstellen. Nicht so bei der Dialog - man prüft die anonyme Risikovoranfrage nicht und verweist auf einen Probeantrag:

Das sind genau die Zeilen, welcher ein spezialisierter Versicherungsmakler nicht lesen möchte.... Die Anfrage war echt gut aufbereitet, aber wenn man kein Votum abgeben möchte. Test also misslungen. 

Möchtest Du trotzdem eine Risikovoranfrage bei der Dialog stellen, so beachte bitte folgende Vorgehensweise:

  • Wenn Du mit Risikoprüfern aus dem Underwriting sprichst, betonen diese immer wieder die Bedeutung ärztlicher Atteste und Stellungnahmen, die den aktuellen Zustand belegen, nicht einen alten Arztbericht von vor vier Jahren. Ein solches Attest sollte immer nach dem Schema "WAS war WANN, WARUM, WIE wurde behandelt, WANN war WIEDER GUT" strukturiert sein. Die Qualität eines Attests kann darüber entscheiden, wie Du von der Versicherung bewertet wirst. Deshalb ist Dein behandelnder Arzt Dein wichtigster Verbündeter auf dem Weg zur passenden Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch wenn er nicht immer kooperativ ist, bleib freundlich, aber beharrlich.
  • Unser Gesundheitsdaten-Beiblatt bzw. die Eigenerklärungen sind ebenfalls äußerst wichtig. Hier schilderst Du Deine Vorerkrankungen, Arztbesuche und Beschwerden mit eigenen Worten. Es geht also nicht nur um "vor drei Jahren kurzzeitig Probleme mit dem Rücken", sondern um eine ausführliche Beschreibung der Thematik. Dafür brauchst Du keine medizinische Ausbildung, sondern kannst einfach mit Deinen eigenen Worten berichten. Schließlich spricht der Gesetzgeber auch vom "durchschnittlichen Versicherungsnehmer", also dem Laien.
  • Versicherer setzen oft auf Fragebögen, was meistens auf schlecht aufbereitete Unterlagen zur Risikovoranfrage zurückzuführen ist. Wir sind keine Befürworter von Fragebögen in der Berufsunfähigkeitsversicherung, da sie oft zu stark auf das Ja/Nein-Schema ausgerichtet sind und die Abfragezeiträume manchmal zu umfangreich sind. Mit den ersten beiden genannten Punkten benötigt man in der Regel keine Fragebögen für die Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung. Setzt die Dialog trotzdem weiterhin auf Fragebögen, so wäre es ein Zeichen der Schwäche in unseren Augen.

Keine umfassende Ausschreibung über zehn oder mehr Gesellschaften.

Nur unerfahrene Versicherungsmakler oder Vermittler führen eine umfassende Ausschreibung über zahlreiche Gesellschaften durch. Warum wir davon Abstand nehmen und welche Gründe dafür sprechen, erläutern wir ausführlich in unserem Beitrag "Warum fragt Ihr für meine BU-Voranfrage nicht bei 10 Gesellschaften an?". Diese Vorgehensweise führt in der Regel zu unzureichenden Rückmeldungen oder Angeboten (=bitte Antrag einreichen, wir brauchen noch sieben Fragebögen oder pauschal schlechtes Votum mit schnellen Ausschluss / Risikozuschlag). Im Gegensatz dazu verfassen wir jede Risikoprüfung individuell und persönlich, indem wir uns direkt an die jeweilige Versicherung wenden. Dabei legen wir großen Wert auf eine intensive und maßgeschneiderte Kommunikation, indem wir beispielsweise mit "Hallo liebe LV 1871 Risikoprüfung bzw. auch Hallo lieber Vorname" ansprechen, anstatt einer unpersönlichen Anrede wie "Sehr geehrte Damen und Herren" mit 20 Versicherern im CC. Auf diese Weise gewährleisten wir eine effektive und engagierte Bearbeitung unserer Anfragen. Das würden wir übrigens auch vor einer Voranfrage bei der Dialog machen. Kein unpersönliches “Sehr geehrte Damen und Herren”, sondern ein “Liebe Risikoprüfung der Dialog”. Also falls wir wirklich mal eine Anfrage machen würden 🙂.

Wir haben uns bewusst auf die biometrische Absicherung spezialisiert und beschäftigen dafür ein Team von sechs Personen, das sich ausschließlich mit Risikovoranfragen, der späteren Antragsstellung und der Betreuung befasst - ohne Ablenkung durch andere Versicherungsbereiche wie KFZ, Hausrat oder Altersvorsorge. Aufgrund dieser fokussierten Herangehensweise erzielen wir qualitativ hochwertige Ergebnisse, auch wenn es immer wieder auch mal eine Falschabrechnung in der Krankenakte gibt. 

Weitere detaillierte Informationen findest Du in unserem Artikel "Die größten Fehler in der Risikovoranfrage", aber auch natürlich im Beitrag “Unsere Vorgehensweise in der Berufsunfähigkeitsversicherung”. Aus der Praxis, für die Praxis.

K.O. Erkrankungen bei der Dialog BU-Versicherung

Im umfangreichen Kompendium (so etwas wie die Bibel zur Biometrischen Absicherung der Dialog, besitzt 75 Seiten!) findet man auch einen Hinweis, welche Krankheitsbilder leider nicht versicherbar sind von der Dialog.

  • Alkoholabhängigkeit  
  • Aneurysma  
  • HIV-Infektion/AIDS  
  • Chorea Huntington (Veitstanz)  
  • Drogenkonsum  
  • chronische Hepatitis oder sonstige schwere Lebererkrankungen  
  • chronische bzw. schwere Nierenerkrankungen, z.B. Zystenniere, Dialyse  
  • schwere Herzerkrankungen, z.B. Herzinfarkt, Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Herzklappenoperation, angeborene Herzfehler, Herzschrittmacher  
  • Leukämie  
  • Lupus erythematodes disseminatus (Autoimmunerkrankung)  
  • Multiple Sklerose  
  • Suizidversuch  
  • Rheuma, Polyarthritis  
  • Schlaganfall  
  • Morbus Bechterew (Rheumatische Erkrankung)  
  • Morbus Crohn (Darmerkrankung)  

Bei letzterem sind wir aber fast etwas erstaunt, da wir selbst schon einige Personen mit Morbus Crohn in der Berufsunfähigkeitsversicherung versichert haben.

Tipp

So kommst Du zur passenden BU-Versicherung bei uns

Folgende Schritte kannst bereits vor dem ersten Kontakt mit uns schon selbständig durchführen:

  1. Risikovoranfragebogen 📑 - Bitte herunterladen und ausfüllen.
  2. Gesundheitsdatenbeiblatt 📑 - Bitte herunterladen und ausfüllen. 
  3. Vorab Datenschutzerklärung 📑 - Bitte herunterladen und unterzeichnen.
  4. Neukundenregistrierung - Registriere Dich in unserem Kundenportal simplr und lade die drei Dokumente aus 1.-3. (& ggf. weitere ärztliche Unterlagen) als PDF hoch. Mehr zur simplr-Registrierung. Bitte keine einzelnen Seiten hochladen und pro Vorgang/Dokument ein PDF mit der korrekten Bezeichnung. Mehr zum Dokumentenupload.
  5. Schick uns bitte eine kurze Info per Mail oder über unser Kontaktformular, wenn Du Schritt 4. erledigt hast. Wir prüfen Deine Unterlagen (i.d.R. innerhalb von 48 h) und melden uns bei Dir.

Wichtige Hinweise:

  • Bitte schicke uns keine Unterlagen per Mail, sondern nur über unser Kundenportal simplr. Hier sind Deine sensiblen Daten zu 100% geschützt.
  • Falls Du größere Zweifel an Deiner "Versicherbarkeit" aufgrund von Vorerkrankungen hast, schreib uns bitte vorher eine kurze Mail oder ruf uns an. Wir können inzwischen sehr gut abschätzen, ob sich die Mühen lohnen.
  • Wir sind auf Deine aktive Mitarbeit angewiesen und erwarten auch ein gewisses Maß an Menschlichkeit. Lies Dir bitte Unsere Spielregeln zur Beratung in der Berufsunfähigkeitsversicherung durch🙏.
  • Eine ausführlichere Beschreibung der Schritte findest Du unter Unser Ansatzweg & Vorgehensweise zur passenden BU-Versicherung.

2. Technische Ausgestaltung der Dialog Berufsunfähigkeit (Dynamik / Nachversicherung und Co.)

Man mag es kaum glauben, aber wir sind recht angetan von den bisherigen Gesundheitsfragen der Dialog in der Berufsunfähigkeitsversicherung (gilt für alle Tarifvarianten mit Professional, go-Professional und Solution). Diese sind sehr, ja fast schon zu kundenfreundlich gestellt. Die Antragsfragen sind das eine, kommen wir nun zur technischen Ausgestaltung, auch im Hinblick auf den Marktvergleich. Man möchte ja Maklerversicherer sein und muss sich somit mit den besten messen. Nicht so wie der Mutterkonzern Generali, wo die Vertreter der DVAG (Deutsche Vermögensberatung, welche ja nur die Generali vermitteln dürfen) ausschließlich die Generali Berufsunfähigkeitsversicherung vermittelt (und diese im Marktvergleich bedeutend schlechter abschneidet). 

Die technische Ausgestaltung in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist für uns und unsere Kunden extrem wichtig. Je jünger, desto bedeutsamer. Diese entscheidet nämlich darüber, wie flexibel langfristig Dein Vertrag sein wird und ob Du im Leistungsfall auch eine bedarfsgerechte Absicherung besitzt. Wir erleben es nahezu täglich (ok, mehrmals wöchentlich), dass uns Interessenten kontaktieren, da sie gerne ihre BU-Versicherung erhöhen möchten, aber in ihrem damaligen Vertrag an die maximale Grenze gekommen sind. Zudem vergessen viele auf ein, zwei Jahrzehnte die großen Zahlen bzgl. Inflation. Jetzt sind 2.500 Euro vielleicht ganz angemessen, aber wie sieht dies in 20 Jahren aus? Dann kann man sich in München vielleicht noch eine bessere Hundehütte leisten, aber kein normales Leben? Mal schauen. Von daher - jetzt werden die passenden Weichen dafür gestellt. Später wird es schwieriger aufgrund von Vorerkrankungen, neuen Hobbys, Übergewicht oder sonstigem. Deshalb sollte die Beratung der Berufsunfähigkeitsversicherung auf eine spätere und hohe Flexibilität aus sein.

2. A.: Die Beitragsdynamik der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein entscheidender Aspekt für eine langfristig solide Absicherung ist die Beitragsdynamik in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Die momentan abgesicherte BU-Rente von 2.000 Euro mag auf den ersten Blick viel erscheinen (obwohl im Leistungsfall nach Abzügen weniger übrig bleibt), aber wie viel Wert haben diese 2.000 Euro in fünf, zehn oder 15 Jahren? Hier spielt die Inflation eine entscheidende Rolle und der damit verbundene Kaufkraftverlust. Mit einer Beitragsdynamik von beispielsweise fünf Prozent steigt Deine BU-Rente im nächsten Jahr auf 2.100 Euro, wodurch Deine Kaufkraft erhalten bleibt. Die Preise sind in den letzten Jahren, insbesondere 2022 und 2023, deutlich gestiegen – sei es für Miete, Lebensmittel, Freizeitaktivitäten oder Energie. Wenn Du in zehn Jahren berufsunfähig wirst, aber keine oder eine zu niedrige Beitragsdynamik integriert hast, kann dies zu finanziellen Schwierigkeiten führen. Eine hohe Beitragsdynamik in Deine Berufsunfähigkeitsversicherung einzubauen, ist daher von entscheidender Bedeutung. Aus unseren bisherigen Erfahrungen mit 2.300 vermittelten BU-Verträgen hat bisher nur eine Person keine Beitragsdynamik gewünscht – und das war ein Lehrer. Dies hat uns sogar überrascht, aber sei nicht wie dieser Lehrer und integriere unbedingt eine Beitragsdynamik in Deinen Vertrag bei der Dialog (sollte die Dialog für Dich die beste Wahl sein). 

Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass eine Beitragsdynamik niemals bedeutende Gehaltssprünge (sei es intern oder extern) ausgleichen kann. Die Hauptfunktion der Dynamik besteht vielmehr darin, die Auswirkungen der Inflation und der normalen Gehaltssteigerungen auszugleichen, jedoch nicht Karrieresprünge. Dafür werden später in Punkt D mögliche Erhöhungsmöglichkeiten erläutert. Während die Beitragsdynamik automatisch läuft, ohne dass Du Dich aktiv darum kümmern musst, erfordern Gehaltssprünge eine proaktive Herangehensweise.

Wie sind die Eckdaten der Beitragsdynamik der Dialog BU-Versicherung?

  • Die Beitragsdynamik kann maximal zweimal in Folge widerrufen werden, das dritte Mal entfällt diese dann
  • Die Dynamik der Beiträge endet mit 5.000 Euro monatlicher BU-Rente aber spätestens fünf Jahre vor Vertragsende
  • Schüler, Studenten und Azubis können maximal eine Beitragsdynamik von drei Prozent vereinbaren, ohne Erhöhungsmöglichkeit bei Berufseinstieg

Leider sind wir von den Dynamikoptionen der Dialog in der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht sehr angetan. Wir finden es schon sehr schade, dass die Dynamik der Beiträge nicht über 5.000 Euro monatlicher BU-Rente geht. Jetzt ist das eine große Zahl, aber für unsere Hauptinteressenten wie (künftige) Ärzte, Ingenieure, MINTler und Kammerberufler sind diese bald erreicht. Da kommen wir recht bald an die Grenzen, wie man auch an folgender Musterberechnung für 2.500 Euro bis 67 Jahre sieht (25-jähriger Controller):

Nach 16 Jahren (also mit 41 Jahren!!!) würde die Dynamik der Dialog schon nicht mehr weitergehen. Das ist schon heftig und nicht gut. Ok, es gibt immer noch Versicherer wie die Debeka, welche maximal zwei Prozent Beitragsdynamik zulässt, aber diese sollten doch nicht wirklich der Maßstab sein? Da loben wir uns doch die Dynamikregelung der LV 1871, welche kein Ende kennt. 

Ebenso ist es sehr schade, dass Schüler, Studenten und Azubis die drei Prozent maximale Beitragsdynamik bei Berufseinstieg nicht erhöhen können auf fünf Prozent. Drei Prozent sind für uns langfristig zu wenig. Noch komischer wirkt, dass ein sogenannter Maklerversicherer den Dynamikwiderspruch nur maximal zweimal in Folge zulässt. 

Schade, hier gibt es in unseren Augen erheblichen Nachholbedarf vonseiten der Dialog bzgl. Beitragsdynamik. 

2.B.: Leistungsdynamik der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung

Anders als die Beitragsdynamik erhöht die Leistungsdynamik / garantierte Rentensteigerung Deine Rente IM Leistungsfall und nicht davor. Das ist doch ein kleiner, aber feiner Unterschied. Sicherst Du jetzt 2.000 Euro ab und in zwei Monaten erleidest Du eine schwere Erkrankung oder einen Unfall, dann würden die 2.000 Euro eigentlich nicht mehr steigen (nicht garantierte Überschüsse lassen wir in diesem Gedankenspiel mal außen vor). Jetzt genügen Dir - trotz der Abzüge - die 2.000 Euro vielleicht noch, aber die Inflation verringert diese jedes Jahr. Mit einer Leistungsdynamik kannst Du dem entgegentreten. Bei anvisierten drei Prozent würde sich Deine BU-Rente um drei Prozent erhöhen. Von 2.000 Euro auf ca. 2.060 Euro, ein Jahr darauf auf ca. 2.121 Euro und so weiter. Mag auf den ersten Blick also absolut sinnig sein. Anders als die Beitragsdynamik ist die Leistungsdynamik aber kostenpflichtig und kostet einen Mehrbeitrag. 

Bei den meisten Gesellschaften am Markt kann eine Leistungsdynamik von bis zu drei Prozent vereinbart werden. Nicht so bei der Dialog. Nein, es ist nicht so wie bei manch anderen, wo keine (Debeka) oder nur maximal zwei Prozent gehen (z.B. Hanse Merkur), sondern bei der Dialog kann eine garantierte Rentensteigerung von bis zu fünf Prozent vereinbart werden. Das ist nach unserem Kenntnisstand ein Novum, nachdem die Condor Berufsunfähigkeitsversicherung in ihrem letzten großen Update auch auf die drei Prozent (vorher fünf) gedeckelt hat.

Schon sehr außergewöhnlich.
Ob fünf Prozent nötig sein müssen, steht auf einem anderen Blatt. Aber wie immer muss der Wurm dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. 

Im Marktvergleich eher geringe Überschüsse bei der Dialog Versicherung

Bei der Dialog ist in der Berufsunfähigkeitsversicherung vielleicht der Einbau einer Leistungsdynamik noch wichtiger als bei anderen Versicherern. Der Grund ist so banal wie einfach - die nicht garantierten Überschüsse sind im Marktvergleich eher unterdurchschnittlich. Im Jahr 2022 und 2023 lagen diese bei 1,35 Prozent, 2024 bei 1,65 Prozent. Die Marktspitze liegt eher mittlerweile bei fast 2,8 Prozent. Über ein Prozent, also mehr an Abstand. Zwar nicht garantiert, aber wir merken in unseren Beobachtungen schon, dass manche Versicherer in der Berufsunfähigkeitsversicherung einfach konstant gute Zahlen abliefern und andere eher gemächlicher unterwegs sind. Die Überschussbeteiligung im Leistungsfall ist ja auch einer der kleinen Drehschrauben, die so gut wie niemand auf dem Schirm hat. Für uns ist dies aber schon ein Zeichen von Finanzstärke und vielleicht auch Kundenorientierung.
Sei es drum - es schadet sicherlich nicht, bei der Dialog BU eine Leistungsdynamik einzubauen. Ob diese dann fünf Prozent betragen muss, steht auf einem anderen Blatt. Aber interessant ist es allemal für uns, dass es diese Möglichkeit noch gibt.

2.C.: Die Arbeitsunfähigkeitsklausel bei der Dialog BU-Versicherung

Einen durchaus großen Durchbruch schaffte die Arbeitsunfähigkeitsklausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Eingeführt von der Condor im Jahr 2009 (wenn uns nicht alles täuscht), danach über all die Jahre stiefmütterlich behandelt und von Versicherern gesagt “Braucht man nicht”. Mittlerweile bietet fast jeder Versicherer (Ausnahme wäre z.B. die WWK oder die Debeka) die AU-Klausel oder auch sogenannte Gelbe-Schein Regelung an. Diese ist ein vereinfachter Leistungsauslöser, wenn man mehr als sechs Monate arbeitsunfähig, aber noch nicht berufsunfähig ist. Es gibt ja oftmals so einen schmalen Grat im Leistungsfall. Ziehst Du den Joker der AU-Klausel, gibt es auch keine aufwändige Prüfung mit der Frage “Bist Du jetzt zu 50 Prozent berufsunfähig oder erst zu 40 Prozent”. Es fließt die monatliche Rente, egal, wie hoch Deine Berufsunfähigkeit nun wäre. Dies zeigt auch der Ausschnitt des Endkundenprospekts:

Bei der Dialog wird diese für maximal 24 Monate gewährt, wo man sich im gesunden Mittelfeld befindet, neben z.B. einer Alte Leipziger, Continentale, DEVK,Hannoverschen, HUK-Coburg, LV 1871 oder der Württembergischen. Somit mehr als die Versicherer mit 18 Monaten wie einer Barmenia, Ergo oder der Mutter Generali.

Legt man Wert auf die maximale Absicherung von 36 Monaten in der Arbeitsunfähigkeitsklausel, dann wird man bei der Allianz (aber erst seit dem Update 01 / 2024 des größten deutschen Versicherers), Baloise, der angesprochenen Condor, Gothaer, Interrisk, HDI (wenn auch die schlechte Form), Universa oder dem Volkswohl Bund fündig. 

Wir haben gerade immer mal von der guten und nicht von der schlechten Form gesprochen. Was meinen wir aber? Bei der schlechten Form der AU-Klausel musst Du erst einen Leistungsantrag auf BU-Leistung stellen. Dann wird geprüft, ob Du arbeitsunfähig oder berufsunfähig bist. Die Möglichkeit und somit der Vorteil der einfachen Beantragung entfällt also. Hier sollte man also eher Vorsicht walten lassen.

Auch noch gut gelöst von der Dialog = es genügt erst einmal die Krankschreibung von vier Monaten und eine weitere, voraussichtliche Dauer für die restlichen zwei.

Berufsunfähigkeit aufgrund von Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn eine ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit bereits mindestens 4 Monate ununterbrochen bestanden hat und ein auf die zugrunde liegende Erkrankung spezialisierter Facharzt bescheinigt, dass die versicherte Person voraussichtlich mindestens 2 weitere Monate ununterbrochen arbeitsunfähig sein wird.

Auch durchaus positiv, da nicht unbedingt marktüblich. Es kann weiterhin die Nachversicherung in Anspruch genommen werden, wenn es eine Leistung aus der Arbeitsunfähigkeitsklausel gab. Hätte es Leistungen wg. einer Berufsunfähigkeit gegeben, würde man dieses Recht verlieren, wie man wieder den Vertragsbedingungen der Dialog entnehmen kann: 

“vor Ausübung des Nachversicherungsrechts bereits Leistungen wegen Dread Disease, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit der versicherten Person aus diesem Vertrag oder anderen Verträgen bei unserer Gesellschaft beantragt oder ein Anspruch auf Leistungen entstanden ist.”

Alles in allem ist die Thematik der Arbeitsunfähigkeitsklausel gut gelöst vonseiten der Dialog, wenngleich es bei anderen Marktteilnehmern 36 statt 24 Monate Leistungen geben würde.

Angemerkt sei noch, dass die Mehrprämie der Dialog Arbeitsunfähigkeitsklausel eigentlich sooo gering ist, dass man diese dazu nehmen sollte. Wo andere teilweise 11,12,13 Prozent verlangen, liegt der Mehrbeitrag bei der Dialog bei vielleicht drei Prozent. Das ist schon wirklich sehr gering im Vergleich..

2.D.: Die Erhöhungsmöglichkeiten / Nachversicherung bei der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung

Je jünger oder je aufstrebender man ist, desto wichtiger wird die Thematik der Nachversicherung in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wie wir schon kennengelernt haben, federt die Beitragsdynamik eigentlich nur die üblichen Gehaltssteigerungen ab, aber nicht einen Einstieg ins Berufsleben nach dem Studium oder einen Karrieresprung. Dafür hat man dann die verschiedenen Erhöhungsmöglichkeiten. Aber Nachversicherung ist nicht gleich Nachversicherung. Diese unterscheiden sich teilweise erheblich. Der eine versichert bis 2.500 Euro nach, der andere bis 10.000 Euro. Bei manchen Versicherern muss man den aktuellen Beruf nachmelden. Bei anderen wieder nicht. Schauen wir uns diese interessante Thematik also mal bei der Dialog Versicherung an und blicken tief in die Versicherungsbedingungen. 

Einer der wichtigsten Punkte in Bezug auf die Erhöhungsmöglichkeiten ist für uns die Frage, ob die Dialog nur auf eine erneute Gesundheitsprüfung oder auch auf eine erneute Risikoprüfung verzichtet. Dieser kleine, aber feine Unterschied sagt viel darüber aus, ob die Dialog bei einer Erhöhung folgendes nachfragen kann:

  • Vermeintliche neue, gefährliche Hobbys
  • Das aktuelle Rauchverhalten
  • Geplante und künftige Auslandsaufenthalte
  • Körpergröße und Gewicht - somit den BMI
  • die aktuelle berufliche Tätigkeit

Die Dialog Versicherung verzichtet in der Nachversicherung auf eine erneute Risikoprüfung, das ist also das gewünschte Ergebnis.

Gut ist ebenso geregelt, dass man sich pro Ereignis zwölf Monate Zeit lassen kann, um eine Erhöhung zu beantragen. Wir möchten jetzt nicht sagen, dass sechs Monate noch Marktstandard sind. Das waren die mal. Aber es gibt immer noch genügend Versicherer, welche nur ein halbes Jahr gewähren, um die BU-Rente zu erhöhen. Das ist schade, denn hier werden Erhöhungsmöglichkeiten gerne vergessen. Wir schicken z.B. jedes Jahr einmal einen Jahrescheck raus, andere Kollegen führen ein Jahresgespräch durch. Bei beiden Ereignissen wäre es blöd, wenn es vor neun Monaten eine Gehaltserhöhung gab und man nun eine Deckungslücke in seiner Berufsunfähigkeitsversicherung besitzt. 

Gut ist ebenso, dass man bei der Dialog ein Ereignis zur Nachversicherung bis zum 50. Lebensjahr nutzen kann. Hier gibt es immer noch Versicherer mit 45 Jahren. 

Bei welchen Gründen kann bei der Dialog die BU-Rente erhöht werden?

  • Eheschließung
  • Ehescheidung oder Aufhebung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
  • Geburt eines Kindes
  • Adoption eines Kindes
  • Tod des Lebenspartners
  • Erreichen der Volljährigkeit
  • Aufnahme eines Immobilienkredits
  • Kauf oder Baubeginn einer eigengenutzten Wohn- oder Gewerbeimmobilie
  • erfolgreichem Schulabschluss und Beginn einer Ausbildung oder Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit
  • erfolgreicher Beendigung eines Studiums an einer staatlich anerkannten Hoch-/Fachhochschule oder einer Berufsausbildung mit Lehrbrief und Aufnahme der entsprechenden beruflichen Tätigkeit
  • Gehaltssteigerung bei Nichtselbständigen, wenn aus nichtselbständiger Tätigkeit für mindestens sechs Monate eine Erhöhung des monatlichen Bruttogrundgehalts um mindestens 10 % gegenüber dem Durchschnittsbruttogrundgehalt der letzten 12 Monate erreicht wird
  • erstmalige Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit (als Hauptberuf)
  • Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Ablegen der Meisterprüfung
  • Ausscheiden als selbständiger Handwerker aus der gesetzlichen Rentenversicherung
  • nachhaltige Steigerung des durchschnittlichen Gewinns vor Steuern der letzten drei Jahre vor Optionsausübung im Vergleich zum Gewinn bei Antragstellung um mindestens 30 % für selbständige Versicherte

Das sind jetzt so die üblichen Gründe. Es gibt sicherlich Versicherer, die ein, zwei mehr Möglichkeiten anbieten. Seien wir aber ehrlich - normalerweise spielt in der Praxis vor allem eine Gehaltserhöhung, Geburt eines Kindes, Heirat, Berufseinstieg oder die Immobilienfinanzierung. Gut wäre es vielleicht noch, wenn die Elternzeit als Ereignis zählen würde, ebenso vielleicht der Wechsel von einer Teil- auf eine Vollzeittätigkeit. 

Ein bisschen Einblick aus dem Alltagsgeschäft findet man auch in unserem Artikel “Die BU-Nachversicherung in der Praxis bei den Bierls”.Hier werten wir mal acht Monate Nachversicherung aus der Praxis bei uns im Hause aus. 

Nicht vergessen möchten wir auch die Option, dass man in den ersten fünf Jahren ohne Ereignis seine BU-Rente erhöhen kann. Das ist bei immer mehr Versicherern der Fall. Finden wir gut, ist aber halt auch nur die ersten fünf Jahre.

Wie hoch darf jede Erhöhung bei der Dialog BU maximal ausfallen?

Hier gibt es große Besonderheiten, wie man den Vertragsbedingungen entnehmen kann:

“Die jährliche Berufsunfähigkeitsrente darf insgesamt um maximal 100 % der anfänglich versicherten Berufsunfähigkeitsrente, höchstens jedoch auf maximal 42.000 Euro jährliche Berufsunfähigkeitsrente angehoben werden.”

Eine maximale Absicherung der Nachversicherung von 42.000 Euro (was 3.500 Euro im Monat) darstellen, ist auf den ersten Blick im Marktvergleich ganz ok, aber es gibt einen großen Nachteil. Es kann um maximal 100 Prozent während der Vertragslaufzeit erhöht werden. Beginnt man z.B. mit 1.000 Euro als Student, so kann die spätere Erhöhung maximal 2.000 Euro betragen. Maximal 100 Prozent. Jeden, der zu Beginn 1.750 Euro oder mehr absichert, betrifft diese Thematik nicht, aber für jeden darunter schon. Das ist wirklich sehr blöd und nicht kundenfreundlich gelöst. Auf dem Papier wirbt man mit den 42.000 Euro im Jahr, in der Praxis kann dies für die jungen Leute oftmals unüberwindbar sein. Wer hat sich das eigentlich ausgedacht?
Möchte man ein Ereignis wie eine Gehaltserhöhung, Geburt, Immobilienfinanzierung oder sonstiges nutzen, kann man diese BU-Rente um 100 Prozent erhöhen, wenn wir es richtig interpretieren. Nicht so wie bei anderen mit 500 Euro pro Ereignis.

Langsam bewegen wir uns in einem Markt, wo der Deckel der Nachversicherung von 2.500-3.000 Euro sehr aufgeweicht wurde. Die 3.500 Euro der Dialog klingen auf den ersten Blick ganz gut, aber man muss wissen, dass die Karrieregarantie immer mehr Einzug nimmt in die Vertragsbedingungen. Die Karrieregarantie sagt nämlich aus, dass man die Nachversicherung nochmals verdoppeln kann bei einem steigenden Gehalt. Die LV 1871 war mit ihrer Karrieregarantie bekanntlich der Erfinder, nachgemacht haben es die Nürnberger, Gothaer, Hannoversche und neuerdings auch die Stuttgarter mit ihrem Update. Hier sind nun Absicherungen von bis zu 6.000 Euro möglich, bei der LV 1871 kann diese sogar bis zu 7.400 Euro bei einem passenden Beruf betragen. Das relativiert die “tollen” 42.000 Euro im Jahr bei der Dialog, ebenso natürlich der Deckel von den 100 Prozent, insbesondere bei jungen Personen.

Der Markt ist also sehr in Bewegung. Die Dialog hat aber noch die Handbremse angezogen. Aber immerhin noch viel besser als die Generali, welche ja völlig unterdurchschnittliche Nachversicherungsmöglichkeiten anbietet. So unterschiedlich wird also im Konzern die Thematik gesehen. Da schätzen wir dann doch irgendwie lieber eine Allianz (Ok, die Nachversicherung der Allianz ist in Ordnung, geht aber um eine andere Thematik). Hier haben alle Vertriebswege (egal ob Makler, eigene Ausschließlichkeit, Strukturvertriebe) denselben Tarif, denselben Beitrag. Bei der Generali ist es im Konzern selber sehr unterschiedlich. Klarheit ist das irgendwie nicht, aber das ist jetzt eine ganz andere Thematik.

2.E.: Bei der Dialog gibt es auch einen Startertarif in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Nicht sooo verwunderlich, dass es einen Einsteiger / Startertarif in der BU-Versicherung der Dialog gibt. Wir sehen die Thematik eher neutral, da Startertarife langfristig teurer sind als die normale Variante. Wenn aber zu Beginn (z.B. während des Studium) der Geldbeutel eng bestückt ist, kann es sinnig sein, eine Einsteigervariante zu wählen, anstatt eine zu Beginn falsche technische Ausgestaltung (zu geringes Endalter, fehlende Leistungsdynamik, zu kleine Anfangsrente). Hier würden wir einen Starttarif für gut finden, in der Praxis kommt dies bei uns aber sehr selten bis nie vor. Bei der Dialog geht man sehr offen damit um - das gefällt uns:

Bei der Dialog nennt sich der Startertarif Stufenmodell bzw. es gibt eine eigene Tarifbezeichnung mit “SBU-go-professional”. Anders als bei eigentlich allen anderen Startertarifen findet in der ersten Phase auch die Beitragsdynamik Anwendung. Der große Sprung beginnt dann im sechsten Jahr, wie man sieht:

Die Tarifvariante SBU-go-professional ist also keine Mogelpackung wie bei anderen Einsteigermodellen. Das ist also positiv zu bewerten, falls man sich für diesen Tarif entscheiden möchte.
Später lernen wir noch eine weitere Tarifvariante innerhalb der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung kennen mit "SBU-Solution". Prinzipiell kann man dies auch als Einsteigertarif sehen, hier muss dann aber selbst eine aktive Umstellung erfolgen. Aber lies bitte den eigenen Absatz dazu. 

2.F.: Gibt es eine berufliche Besserstellung bei der Dialog Versicherung?

Ja, es gibt eine berufliche Besserstellung bei der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung, welche auch ihren Namen verdient (ist bei der Generali nicht der Fall..). Eine Besserstellung ist ja eine durchaus wichtige Sache für junge Personen. Der Realschüler bleibt nicht ewig Realschüler. Der Medizinstudent bleibt nicht ewig Medizinstudent. Es wäre also schade, wenn man einige Jahre später eine berufliche Tätigkeit ausüben würde, welche bedeutend günstiger als die damalige Einstufung wäre. Auch für den Versicherer ist dies ein lohnendes Geschäft, denn was passiert, wenn jemand gesund ist und bei einem anderen Versicherer erheblich günstigere Beiträge zahlen würde? Es würde eine Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung folgen. Das in einer Zeit, wo ein BU-Vertrag für die Gesellschaft erst nach geschätzt acht bis zehn Jahren im positiven Bereich wäre.

Bei der Dialog kann man in den ersten zehn Jahren eine Reduzierung bei Berufswechsel verlangen - ohne erneute Risikoprüfung.

Dies muss auch vor dem 36. Lebensjahr passieren.
Die berufliche Besserstellung ist generell eine Regelung, welche nicht schlecht gelöst worden ist, vonseiten der Dialog. Da gibt es erheblich kundenunfreundlichere Regelungen, aber natürlich auch wieder bessere. Für den 11-jährigen Schüler ist diese Regelung nicht 1A, wenn man mit 27 Jahren das Studium beendet. Ups, die Dialog versichert ja gar keine Schüler mit 11 Jahren, aber das wirst Du später noch lesen. 

2.G.: Gibt es eine Absicherung für schwere Krankheiten bei der Dialog?

Nein, nicht direkt, aber…..
Mittlerweile ist es fast schon normal, dass es eine Art “Sofortleistung / Krebshilfe / Soforthilfe” in der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt. Dies ganze getarnt als vereinfachter Leistungsauslöser, ohne Überprüfung einer vorhandenen Berufsunfähigkeit. Sprich, muss eine Chemotherapie vonstattengehen, wird die Leistung innerhalb von wenigen Tagen für z.B. 15-18 Monate bewilligt. In eigentlich fast allen denkbaren Fällen würde man in so einer Konstellation aber auch berufsunfähig sein. Aber es gibt ja noch den sehr umfangreichen Leistungsantrag zu erledigen.

Bei der Dialog findet man in den Vertragsbedingungen so eine Regelung nicht, aber es kann dafür ein separater Baustein angewählt werden zur Schweren Krankheitenversicherung / Dread Disease.

Hier können bis zu 150.000 Euro extra ausgewählt werden (würden zu Beginn 100.000 Euro abgesichert werden, dann steigt auch diese Absicherung durch die Beitragsdynamik - bei 150.000 Euro wäre dann aber Schluss). Sprich, erleidest Du eine schwere Krankheit, kann es neben der normalen BU-Rente noch eine Einmalzahlung geben. Im Angebot wird dieser Baustein auch extra ausgewiesen.

Geleistet werden würde bei der Dialog von folgenden, schweren Erkrankungen:

  • Krebs (mit Ausnahme von Frühstadien) 
  • Bypass-Operation der Herzkranzgefäße (zur Behandlung einer koronaren Mehrgefäßerkrankung) 
  • Myokardinfarkt (Herzinfarkt) 
  • Chronisches Nierenversagen beider Nieren (mit regelmäßiger Blutwäsche oder Nierentransplantation) 
  • Schlaganfall (mit bleibenden neurologischen Ausfallerscheinungen) 
  • Multiple Sklerose 

Finden wir eigentlich recht charmant, wenn jemand nochmals eine bessere Absicherung haben möchte, als nur die monatliche BU-Rente. Wobei…wenn man wirklich eine Absicherung von schweren Krankheiten haben möchte, dann sollte lieber eine separate Dread Disease abgeschlossen werden, da der Leistungsumfang einfach viel höher ist - bei manchen Versicherern sind teilweise über 50 Krankheiten abgesichert - bei der Dialog sind es momentan unter zehn. Aber dies muss jeder immer ein bisschen für sich selbst entscheiden. Die Dialog bietet die Möglichkeit an und wer es haben möchte, kann den Dread-Disease-Baustein kostenpflichtig einbauen. 

2.H.: Baustein “Zusatzzahlung” - 12 Monate BU-Monatsrente auf einen Schlag

Es gibt zudem noch einen weiteren Zusatzbaustein in der doch recht umfangreichen BU-Welt der Dialog. Dieser nennt sich “Zuzahlung” und leistet, wenn zum ersten Mal die BU-Rente unbefristet anerkannt wurde, mit einer Einmalzahlung von zwölf Monatsrenten, was quasi eine Jahresrente darstellt.

Sicherst Du also 2.000 Euro bei der Dialog ab und wirst berufsunfähig, bekommst Du neben der monatlichen BU-Rente 24.000 Euro auf einen Schlag als Einmalzahlung. Finden wir eigentlich auch ganz charmant, orientiert sich ein bisschen am Baustein Cash+ der Baloise Berufsunfähigkeitsversicherung. Bei dieser hat man aber die Auswahlmöglichkeit zwischen einer und drei Jahresrenten. Bei einer festgestellten Berufsunfähigkeit haben manche ja durchaus auch erhöhte finanzielle Aufwände. Vielleicht für die Umschulung, eine besondere Behandlung, den Umbau des Hauses (bei einem schweren Unfall - aus diesem Grund kann eine Unfallversicherung neben der Berufsunfähigkeitsversicherung auch sinnig sein).
Der Mehrbeitrag für die Zusatzzahlung von 12 Monatsrenten macht nach unseren ersten Berechnungen ca. zehn Prozent vom Beitrag aus. 

Bitte beachten: Die Zusatzzahlung bei der Dialog kann aber nicht in der Tarifvariante solution ausgewählt werden, sondern nur bei SBU-professional.

Über 1.900 Bewertungen zufriedener Kunden, überzeuge Dich selbst!

Genug gelesen über die BU-Versicherung der Dialog? Dann frage bei uns an für ein Angebot!

Jetzt kostenlos beraten lassen

3. Die wichtigsten Klauseln der Berufsunfähigkeitsversicherung der Dialog

Nun haben wir uns die Gesundheitsfragen (sehr positiv) sowie die technische Ausgestaltung (Naja, geht besser) der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung angesehen. Kommen wir aber zu dem, was ebenso wichtig ist - die Vertragsbedingungen, das Kleingedruckte. Also das ganze Bündel an Seiten, welches Du bei einem Vertragsabschluss bekommst und man sich nicht wirklich gerne damit beschäftigt, auch wenn es eigentlich sinnvoll ist. Denn Paragrafen, Ausführungen und Formulierungen schwarz auf weiß entscheiden ja auch mal darüber, ob Du Leistung aus Deinem Vertrag bekommst oder nicht. So ist es nicht verwunderlich, dass die Dialog von uns eine eigene Rubrik für ihre Klauseln in der BU bekommt. 

Ganz wichtig ist aber für Dich zu wissen: Es gibt mittlerweile Vertragspunkte, mit denen man sich nicht mehr rühmen muss, da diese einfach jedes Standardbedingungswerk sauber gelöst hat. Das ist z.B. der Verzicht auf abstrakte Verweisung. Quasi jeder Versicherer wirbt noch damit, aber jeder Versicherer hat dies eigentlich auch sauber gelöst. Der Verzicht der abstrakten Verweisung ist also nichts, womit sich die Dialog und jede andere Gesellschaft rühmen sollte. Trotzdem ist dies ein Punkt, der immer wieder bei unseren Interessenten nachgefragt wird. Wir als Makler leben ja in unserer BU-Blase und sehen den Verzicht auf die abstrakte Verweisung nicht mehr als besonders an. Aber unseren Interessenten und den Verbrauchern dort draußen ist es einfach wichtig. Von daher - hier hast Du es schwarz auf weiß, dass die Dialog auf die abstrakte Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung verzichtet (Du kannst also nicht auf eine andere Tätigkeit verwiesen werden).

In diesem Abschnitt wird aber ebenso von derkonkreten Verweisung gesprochen und, dass die Dialog konkret verweisen kann. Das bedeutet, dass die Dialog die Leistung einstellen kann, wenn Du eine andere Tätigkeit ausübst, welche Deiner bisherigen Lebensstellung und dem ungefähren Einkommen entspricht. Kannst Du als Chirurg nicht mehr das Skalpell bedienen, referierst aber als Manager im Pharmaunternehmen, wird die BU-Leistung eingestellt. Bei wenigen Versicherern wie der Nürnberger, Baloise oder der Ergo gibt es für bestimmte Berufe schon den Verzicht auf die konkrete Verweisung bei manchen Berufsgruppen. Den Vogel (im positiven) Sinne schoss aber die HDI mit ihrem Update Anfang 2024 ab, welche komplett auf die konkrete Verweisung verzichtet. Wenn der Maurer nun den Bauzeichner macht, bekommt er weiterhin Leistung, falls er als Maurer berufsunfähig geworden ist. Eine ziemlich krasse Regelung, welche man bisher nur bei der HDI Berufsunfähigkeitsversicherung findet. Diese Einführung kann den BU-Markt nochmals merklich ändern und es gibt auch schon erste Nachahmer. Im Sommerupdate 2024 der Bayerischen kann nun auch der Verzicht auf die konkrete Verweisung eingebaut werden, wenngleich extra mit dem Tarifbaustein Prestige

Bei der Dialog ist man hier aber noch sehr vorsichtig und der Augsburger Versicherer kann konkret verweisen. 

Prognosezeitraum von sechs Monaten ist Standard bei der Dialog

Auch keine wirkliche Besonderheit. Es gibt bei der Dialog BU-Versicherung einen Prognosezeitraum von sechs Monaten, wie man auch in dem obigen Ausschnitt sieht. Bei sehr schlechten, anderen Tarifen sind es auch noch 24-36 Monate (komischerweise beim Schwesterunternehmen CosmosDirekt im normalen Tarif noch vorhanden), aber das ist mittlerweile wirklich die absolute Seltenheit am Markt. Die Dialog ist mit dem Prognosezeitraum von sechs Monaten also absolut im Soll, feiern muss man sich dafür aber nicht. 

Ziemlich unterschiedliche Meinungen gibt es zur Thematik des zeitlich befristeten Anerkenntnis. Hier scheiden sich ein bisschen die Geister - manche legen den Verzicht auf die Goldwaage, andere sehen eine vorübergehende Leistung als Vorteil an. Die Dialog verzichtet in ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung komplett auf die Befristung des Anerkenntnisses.

Verlängerungsmöglichkeit bei Erhöhung der Regelaltersgrenze

Nur kühne Optimisten meinen noch, dass sich das Renteneintrittsalter von 67 Jahren langfristig halten wird. Das ist dann für die BU-Versicherung durchaus ein Problem, wenn sie nur bis 67 Jahre läuft, das Arbeitsleben aber erst z.B. dem 70. Lebensjahr endet. Bei der Dialog kann die Versicherungsdauer verlängert werden. Es gibt aber einige Voraussetzungen mit (wir zitieren):

  • Sie verlangen die Verlängerung der Versicherungsdauer ihrer Versicherung innerhalb von zwölf Monaten nach Inkrafttreten der gesetzlichen Änderung zur Erhöhung der Regelaltersgrenze in der Deutschen Rentenversicherung, in der beamtenrechtlichen Altersversorgung oder einem berufsständischen Versorgungswerk. 
  • Die versicherte Person darf bei der Verlängerung der Versicherungsdauer höchstens 50 Jahre alt sein. 
  • Bei ihrer Versicherung ist die Versicherungsdauer mindestens bis zum Endalter von 63 Jahren vereinbart. 
  • Ihre Versicherung ist nicht nach § 25 dieser Bedingungen beitragsfrei gestellt.
  • Zum Zeitpunkt der Beantragung darf nicht bereits eine Berufsunfähigkeit der versicherten Person eingetreten sein bzw. es dürfen während der Vertragslaufzeit keine Leistungen aus dem Vertrag bezogen worden sein.
  • Ab dem Zeitpunkt der Verlängerung legen wir den Beitrag bezogen auf die neue Versicherungsdauer nach versicherungsmathematischen Grundsätzen neu fest. Dabei können wir auch andere als bei Vertragsabschluss verwendete Rechnungsgrundlagen zugrunde legen. 

Insbesondere der letzte Punkt ist leider nicht so positiv. Es darf noch keine (vorübergehende) Berufsunfähigkeit eingetreten sein. Ok, das haben mehrere Versicherer bedauerlicherweise so geregelt. Aber auch sonstige Leistungen dürften nicht aus dem Vertrag geflossen sein, darunter zählt in unseren Augen ja auch Leistung aus der AU-Klausel. Das ist nicht so schön.
Ebenso darf die versicherte Person das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Marktstandard, es gibt aber erste Tendenzen für eine höhere Grenze. Bei der HDI und der Stuttgarter Versicherung hat man mittlerweile bis zum 55. Lebensjahr Zeit. Wird niemandem weh tun, könnte aber die Dialog für ihre Kunden auch einführen. 

Zudem werden leider dann neue Rechnungsgrundlagen genommen, welche auch sehr viel negativer sein könnten.

  • Kleines Fazit: Gut, dass die Dialog die Verlängerungsmöglichkeit anbietet, es gibt aber kundenfreundlichere Lösungen. 

Vorsatz im Straßenverkehr ist nicht mitversichert bei der Dialog Versicherung

Personen, die regelmäßig Auto fahren, könnten von einer Versicherung profitieren, die den Vorsatz im Straßenverkehr abdeckt. Jedoch bietet die Dialog nur Schutz für Ordnungswidrigkeiten sowie fahrlässige und grob fahrlässige Vergehen im Straßenverkehr an.

Es gibt unterschiedliche Ansichten zur Behandlung von Vorsatz im Straßenverkehr. Einige Versicherer argumentieren: "Wir möchten vorsätzliches Handeln nicht unterstützen und schließen es daher aus." Andere wiederum stellen die Frage: "Wo beginnt Vorsatz, wo endet er?" Nehmen wir an, Du hattest Dein Smartphone am Steuer – wird dies als vorsätzliches Handeln betrachtet, insbesondere wenn Du bereits vor einiger Zeit einen Punkt in Flensburg dafür erhalten hast? Lange Zeit waren nur drei Versicherer – LV 1871, Alte Leipziger und Stuttgarter – die allein in der Absicherung von Vorsatz im Straßenverkehr standen. Inzwischen haben jedoch mehrere Anbieter dies eingeführt. Die Dialog Versicherung gehört jedoch nicht dazu und hat generell ein schwaches Leistungsbild in Bezug auf Vergehen im Straßenverkehr.

In den Dialog Vertragsbedingungen ist eine Infektionsklausel enthalten. 

Ob diese tatsächlich einen signifikanten Mehrwert bietet, bleibt jedoch abzuwarten. Wir betrachten die Infektionsklausel eher skeptisch, nicht speziell im Zusammenhang mit Dialog, sondern generell. Der genaue Wortlaut lautet wie folgt.

Durch die Infektionsklausel wird die volle Berufsunfähigkeitsleistung gewährt, wenn Du aufgrund einer Infektion zwar noch arbeitsfähig bist, aber gemäß Paragraph 31 des Bundesinfektionsschutzgesetzes für mindestens sechs Monate arbeiten verboten ist. Die Leistung wird gewährt, auch wenn das Tätigkeitsverbot mindestens 50 Prozent Deiner beruflichen Tätigkeit betrifft.

Die Teilzeitklausel ist vorhanden bei der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung

Teilzeitklausel wäre bei der Dialog vorhanden, aber Teilzeitklausel ist halt nicht Teilzeitklausel. In unseren Augen ist der Mehrwert der Klausel bei der Dialog überschaubar. Lies dies aber bitte selber durch.

Causa Nachmeldung für Nichtraucher

Einen etwas seltsamen und durchaus merkwürdigen Passus finden wir auch noch in den Vertragsbedingungen mit:

Vorab solltest Du wissen, dass es quasi in der Berufsunfähigkeitsversicherung normalerweise keine Nachmeldepflicht gibt. Weder, wenn Du einen neuen Beruf ausübst, noch bei neuen Vorerkrankungen oder Hobbys gibt es eine Meldepflicht. Einmal abgeschlossen und gut ist.
Nun dreht die Dialog das Blatt um und möchte, dass Du dem Versicherer aktiv mitteilst, wenn Du nun zum Raucher geworden bist. Theoretisch musst Du auch nur die eine Party Zigarette nach drei Bier und zwei Cocktails dem Versicherer mitteilen und dieser kann dann einen Mehrbeitrag verlangen.
Ok, das kann man überleben. Aber noch schlimmer wäre es, wenn es zum Leistungsfall kommen sollte - z.B. aufgrund eines Lungenkrebs. Dann kann die Dialog auch die BU-Rente kürzen. Ein sehr grobes, fast schon hinterlistiges Foul, an welche sich die meisten Kunden etliche Jahre nach dem Vertragsabschluss nicht mehr erinnern dürften. Dieser Raucherpassus sollte also dringend überarbeitet werden, denn eine kundenfreundliche Regelung sieht anders aus. Liebe Dialog, passt Euch doch bitte einfach dem Marktschnitt an. 

Gibt es bei der Dialog einen weltweiten Versicherungsschutz?

Ja, wobei man natürlich sagen muss, dass ein weltweiter Versicherungsschutz in der BU-Versicherung Standard ist und keine Besonderheit mehr darstellt. Das haben alle guten Versicherer mittlerweile so geregelt (bitte nicht verwechseln mit der Frage, ob eine deutsche Berufsunfähigkeitsversicherung auch aus dem Ausland möglich wäre). Anbei aber nochmals der Auszug für die weltweite Absicherung. Kurz und knackig, würden wir sagen.

Interessant erscheint uns die Frage, wie ein Leistungsfall in der Berufsunfähigkeitsversicherung festgestellt wird, wenn Du Dich im Ausland befindest. Hier finden wir die Regelung der Dialog ganz gut, evtl. hat hier auch der große Mutterkonzern Generali seine Finger im Spiel - ist ja mittlerweile ein internationaler Konzern geworden.

Befindest Du Dich im Ausland, so beharrt die Dialog Versicherung nicht darauf, dass Du wieder zurückkehrst nach Deutschland, falls man vor Ort einen ähnlichen Standard vorfindet wie bei einer deutschen Untersuchung. Gut wäre es noch gewesen, wenn es eine Klarstellung geben würde, dass die ärztlichen Unterlagen auch in englischer Sprache verfasst sein dürften. So geht z.B. die Alte Leipziger vor. 

Die finanzielle Angemessenheit der Berufsunfähigkeitsversicherung von Dialog

Die finanzielle Passgenauigkeit und die Frage, wie man die optimale Absicherungshöhe erreicht, sind inzwischen zu einem unserer Lieblingsthemen geworden. Es gibt erhebliche Unterschiede. Durch eine unzureichende Auswahl des Versicherers, insbesondere bei Gutverdienern, können schnell 1.500-2.000 Euro weniger abgesichert werden als gewünscht.

So ist die finanzielle Versicherbarkeit der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung

Hier hat man sich dem Markt angepasst und lässt generell 60 Prozent des Bruttogehaltes zu. Eine große Besonderheit besteht aber bei Ärzten - diese versichert man im hauseigenen Tarif sogar bis zu 70 Prozent. Das ist ein Novum, welches wir so auch noch nicht erlebt haben. Für unsere Ärzte würde es uns freuen, aber irgendwie fehlt uns der Sinn darin, warum ein Arzt mehr absichern kann bei der Dialog als ein Softwareingenieur, Krankenschwester, Rechtsanwalt oder wissenschaftlicher Mitarbeiter. Für sachdienliche Hinweise sind wir gerne zu haben.

60 Prozent des Bruttogehaltes sollten aber generell das absolute Minimum sein, denn immer wieder werden die Abzüge im Leistungsfall vergessen. Zum einen müssen die Krankenversicherungsbeiträge selber entrichtet werden (hierzu gerne unseren Artikel “Warum Du 20 Prozent mehr absichern solltest in der BU” lesen), zum anderen wird kein Cent mehr in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Somit muss massiv vorgesorgt werden. Ob das mit Aktien, ETF's, unserem wissenschaftlichen Weltportfolio, Kapitalanlageimmobilien, Bitcoins, dem Sparbuch oder Roulette passiert, spielt erstmal keine Rolle, aber ohne Moos in allen Punkten nichts los. 

Eine pauschal miserable Lösung ist aber die Anrechnung des Versorgungswerk. Hier wird ab dem ersten Euro die komplette, aber sehr löchrige BU-Rente angerechnet. Es gibt unserer Kenntnis nach keinen vernünftigen Anbieter, der dies ähnlich regelt. Standard sind eher eine Anrechnung ab 42.000-50.000 Euro p.a., dann aber auch nur zu 50 Prozent. Für Kammerberufler dürfte die Dialog (Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten, Notare) somit nicht ansatzweise in Betracht kommen. 

Ab wann wird bei Dialog eine ärztliche Untersuchung in der Berufsunfähigkeitsversicherung durchgeführt?

Dies ist auch für uns äußerst interessant - ab wann wird tatsächlich eine ärztliche Untersuchung erforderlich? Wie viel kann ein Kunde bei der Dialog mit den üblichen Gesundheitsfragen absichern? Logischerweise lässt sich diese Grenze durch den Deckel der Nachversicherung feststellen. Hier sind die Details:

Die Dialog ist hierbei im Mittelfeld unterwegs. Ab einer monatlichen BU-Rente von über 2.500 Euro wird eine ärztliche Untersuchung fällig. Klar, es ist besser als die 2.000 Euro wie vom Münchener Verein, Generali (also der Mutter), Hanse Merkur oder Universa, aber natürlich unter den 3.000 Euro wie bei einer Allianz, Baloise, Gothaer, Signal Iduna, Bayerische, HDI, LV 1871 oder gar einer Helvetia. Ab 51 Jahren wären bei der Dialog sogar nur noch eine Absicherung mit den normalen Gesundheitsfragen von 2.000 Euro monatlicher Rente möglich.
Gefühlt sind die 2.500 Euro seit zwei Jahrzehnten schon so fix und werden erst langsam aber sicher aufgeweicht, ab dem Jahr 2022 kam ein bisschen Neuwind in die ganze Thematik. 

Ich möchte aber 4.000 Euro bei der Dialog absichern - wie gehe ich am besten vor im BU-Antrag?

Sollte der wirklich unwahrscheinliche Fall eintreten, dass Du zum einen bei der Dialog eine Berufsunfähigkeitsversicherung absichern möchtest und dann auch noch in einer hohen Höhe, so hätten wir Tipps aus unserem Alltag für Dich. 

  • Die eine Möglichkeit wäre einfach die Aufteilung auf zwei Versicherer. Dies machen wir extrem häufig, um zum einen die ärztliche Untersuchung zu umgehen, zum anderen um mögliche Erhöhungsmöglichkeiten auch in der Zukunft nutzen zu können. Sicherst Du 2.000 Euro bei der Dialog und 2.000 Euro bei einem Versicherer von A wie Allianz wie Z wie Zurich ab, dann genügen die normalen Antragsfragen.
  • Möchtest Du hingegen die komplette BU-Rente bei der Dialog absichern, so schließe erstmal einen Vertrag über 2.500 Euro mit der üblichen Gesundheitsprüfung ab. Warte die Policierung ab. Anschließend erhöhst Du den Antrag bzw. schließt einen zweiten Vertrag ab, um auf die 4.000 Euro ab. Die 2.500 Euro hast Du schon mal fix, egal was passiert. Kommen jetzt unliebsame Ergebnisse aus einem Labortest hervor, ist zumindest ein Teil der BU-Rente schon mal eingetütet. Beachte aber bitte, dass bei einer hohen BU-Rente die Dynamik bei der Dialog bald an ihre Grenzen kommt. 

Im Artikel “Fälle aus der Praxis – so sichern wir hohe Renten in der Berufsunfähigkeitsversicherung ab!” geben wir ein bisschen Praxiseinblick, wie wir generell mit hohen BU-Renten umgehen. Das würde für die Dialog Versicherung wie auch für jeden anderen gelten. Frag bitte bei uns aber einfach an, immerhin sind wir ja Versicherungsmakler mit Schwerpunkt Berufsunfähigkeitsversicherung🙂.

Wie sieht eigentlich ein ärztliches Zeugnis von der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung aus?

Wir geben Dir mal gerne einen kurzen Einblick, warum wir niemals eine hohe BU-Rente bei der Dialog und vielen weiteren Versicherern machen würden. Der Grund ist so banal wie einfach. Statt den wirklich kundenfreundlichen Gesundheitsfragen von der Dialog, müssen völlig offene Antragsfragen beantwortet werden.

Hier haben wir wieder eine völlig offene “Bestanden oder Bestehen” Frage - ohne zeitliche Abfragefrist. Sehr gefährlich. Wir hoffen, Du verstehst, weshalb wir keine großen Freunde von ärztlichen Untersuchungen / Zeugnis sind - weder bei der Dialog, noch bei anderen BU-Versicherern. 

Eignet sich die Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler?

In unseren Augen: Nein! Als Dialog macht man aber auch keine großen Bestrebungen, dies im Moment ändern zu wollen. Der Grund ist so banal wie einfach. Die Schüler Berufsunfähigkeitsversicherung kann bei der Dialog erst ab dem 15. Lebensjahr abgeschlossen werden. Der absolute Marktstandard liegt bei zehn Jahren, zwei Anbieter, mit der LV 1871 (sechs Jahre, mind. aber Einschulung) und AXA (acht Jahre) sind sogar noch darunter. Auch gibt es nur zwei Auswahlformen im Tarifrechner mit

  • Schüler
  • Schüler gymnasiale Oberstufe / Sekundarstufe 2

Andere Gesellschaften bieten teilweise bis zu 15, ja 20 verschiedene Einstufungen an.
Fernab dieser Thematik muss man sich natürlich auch fragen, ob für eine junge Person die Einschränkungen der Beitragsdynamik sowie der Nachversicherung nicht zu viel des Guten vonseiten der Dialog sind. Selbst, wenn es eine BU-Versicherung ab zehn Jahre geben sollte, wäre die Dialog aufgrund mangelnder Ausgestaltung in unseren Augen bei weitem nicht bei den besten Schüler BU-Anbietern dabei. Apropos Nachversicherung. Schüler können maximal 1.000 Euro absichern. Da man die Nachversicherung maximal verdoppeln kann, würde man sich ein ziemlich faules Ei ins Nest legen.
Pluspunkt wäre aber sicherlich, dass die Dienstunfähigkeitsklausel automatisch in die Vertragsbedingungen integriert wäre. 

Dialog Versicherung für Studenten?

Was für Schüler gilt, kann auch für Studenten  (welche wenigstens bis zu 2.000 Euro - je nach Studiengang) gelten. Uns geht die massive Beschränkung der Dynamik und den Erhöhungsmöglichkeiten durchaus auf den Senkel. Für uns keine Lösung. 

Kann die Dialog für Beamte eine Lösung darstellen?

Mit dem großen Update im Februar 2024 führt die Dialog eine eigenständige und echte Dienstunfähigkeitsklausel in das Vertragswerk ein. Das ist schon eine durchaus interessante Meldung, denn diese DU-Klausel ist echt und vollständig und somit keine Mogelpackung. 

Uns gefällt die Definition schon recht gut mit:

(25) Berufsunfähigkeit aufgrund Dienstunfähigkeit liegt vor, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

a) Die versicherte Person wird als Beamter/-in wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt und scheidet somit aus dem aktiven Beamtenverhältnis aus.

 b) Die versicherte Person erhält fortlaufend Ruhegehalt wegen Dienstunfähigkeit nach dem Beamtenversorgungsgesetz. Dabei ist es unerheblich, ob die versicherte Person eine andere Tätigkeit ausübt.

(26) Berufsunfähigkeit aufgrund Dienstunfähigkeit liegt auch vor, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind: 

a) Die versicherte Person wird als Beamter/-in wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit entlassen, das Beamtenverhältnis wird also beendet. 

b) Die zur Entlassung wegen Dienstunfähigkeit führenden Erkrankungen der versicherten Person bestehen unverändert fort oder schreiten weiter fort. 

c) Die versicherte Person übt keine andere Tätigkeit aus, die ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht. Wir dürfen somit konkret verweisen gemäß Absatz 1 

(27) Die Regelungen zur Berufsunfähigkeit wegen Dienstunfähigkeit gelten entsprechend für Richter und Kirchenbeamte.

Bei Beamten fällt die Thematik mit der unzureichenden Nachversicherung und der begrenzten Dynamik auch nicht mehr so ins Gewicht, wie es für Angestellte und Selbstständige der Fall wäre. Offene Fragen gibt es noch für Beamtenanwärter und Beamte auf Widerruf / Probe, denn hier fehlt die genaue Definition.
Grundsätzlich aber schon ok, (angehende) Beamte haben aber sicherlich auch eine Auswahl an weiteren vernünftigen Versicherern wie die DBV, Bayerische, Allianz, Condor oder Signal Iduna. Der erste Aufschlag ist aber nicht schlecht gelungen vonseiten der Dialog, da gibt es doch erheblich schlechtere Regelungen.
Grundsätzlich loben müssen wir die Dialog aber für die Tatsache, dass die Dienstunfähigkeitsklausel automatisch in die Vertragsbedingungen integriert ist und nicht extra ausgewählt werden muss. Das kann für junge Personen durchaus wichtig sein, die noch nicht wissen, welcher berufliche Lebensweg mal vor ihnen steht. Deshalb schätzen wir ja z.B. auch Versicherer wie die Bayerische, Signal Iduna oder Condor, welche automatisch die DU-Klausel im normalen Bedingungswerk der Berufsunfähigkeitsversicherung hinterlegt haben.

Tipp

Wann zahlt die BU nicht mehr?

Generell leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung Zahlungen, solange wie die betroffene Person nicht in der Lage ist, ihren Beruf auszuüben, oder bis zum Erreichen des vertraglich festgelegten Leistungsendes. Hier empfehlen wir immer das aktuelle gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren zu wählen.


4. So sind die Beiträge der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung

Mit dem Update im Februar 2024 hat die Dialog in vielen Berufen nochmals die Beiträge massiv gesenkt. So spielt man alleine vom Preis in manchen Berufen durchaus vorne mit und man findet die Tochter des Generali Konzern durchaus sehr weit vorne in den diversen Vergleichsrechnern - also durchaus anders als bei der BU-Versicherung der Generali. Wir möchten Dir in der folgenden Liste einfach mal ein paar einfache Beispiele nennen, wie denn die Beiträge der Dialog SBU-professional so wären, damit Du ein ungefähres Gefühl dafür bekommst. Hierbei verzichten wir auf die AU-Klausel, den Baustein Dread Disease, oder eine Leistungsdynamik.

20-jähriger Student mit 1.500 € Absicherung bis 67 Jahre bei der Dialog

StudienrichtungNettobeitragBruttobeitrag
Bauingenieurswesen58,87 Euro87,86 Euro
Humanmedizinwesen58,87 Euro87,86 Euro
Sozialpädagoge77,89 Euro116,26 Euro
Wirtschaftsinformatik45,71 Euro68,22 Euro
Jura45,71 Euro68,22 Euro
Psychologie58,87 Euro87,86 Euro

30-jähriger Angestellter mit 2.000 € Absicherung bis 67 Jahre bei der Dialog

Beruf / EingruppierungBürotätigkeitNettobeitragBruttobeitrag
Schreiner10 %204,54 Euro305,28 Euro
Entwicklungsingenieur (Bachelor)80 %57,77 Euro86,22 Euro
Industriemechaniker30 %139,47 Euro208,16 Euro
Friseur0 %204,54 Euro305,28 Euro
Bürokaufmann100 %70,29 Euro104,91 Euro
Bankkaufmann (Abitur)100 %70,29 Euro104,91 Euro
Krankenschwester20 %185,09 Euro276,26 Euro

35-jähriger Beamter mit 1.000 € Absicherung bis 67 Jahre bei der Dialog

Beruf / EingruppierungNettobeitragBruttobeitrag
Gymnasiallehrer51,78 Euro77,29 Euro
Finanzbeamter67,90 Euro101,34 Euro
Verwaltungsbeamte58,30 Euro87,02 Euro
Richter31,93 Euro47,65 Euro

41-jähriger Selbstständiger mit 2.500 € Absicherung bis 67 Jahre bei der Dialog

Beruf / EingruppierungBürotätigkeitNettobeitragBruttobeitrag
Allgemeinarzt60 %87,82 Euro131,07 Euro
Rechtsanwalt100 %87,82 Euro131,07 Euro
Steuerberater100 %87,82 Euro131,07 Euro
Architekt90 %106,98 Euro159,67 Euro

Wie man auch an den Berechnungen sieht, gibt es durchaus eine Differenz zwischen dem Netto- und dem Bruttobeitrag. Einigen Kollegen, Verbraucherschützern oder selbsternannten Fachmagazinen mag diese Thematik sogar extrem wichtig erscheinen (eine geringe Differenz), jedoch bleiben wir hier neutral an der Seitenlinie, wie im oben verlinkten Artikel zu sehen ist. Wenn Du eher keine klassische Netto- vs. Bruttobetrachtung möchtest, könnte die Gothaer Invest BU eine Option sein - hier hängt der Beitrag von der Rendite der hinterlegten Investmentfonds ab. Das könnte insbesondere für junge Menschen eine interessante Option darstellen. Auch auf Fondsbasis ist die Canada Life kalkuliert, welche zudem über die gesamte Laufzeit einen festen Netto- wie Bruttobeitrag besitzt. Hat aber dann auch andere Nachteile, weshalb wir die Canada Life nicht in die engere Auswahl bei uns nehmen. 

Nach unserem Kenntnisstand gab es vonseiten der Dialog bisher keine Beitragserhöhung in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Was aber bisher passierte - die große Mutter mit der Generali hat ihren Nettobeitrag in der BU-Versicherung schon mal erhöht. Vorsichtige Zeitgenossen können jetzt sicherlich denken, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fallen dürfte. Ob das so ist, wird sich zeigen. Im Konzern gab es aber schon mal eine Erhöhung und von daher durchaus Vorsicht walten lassen. Wenn es einmal passiert ist, kann es auch ein zweites Mal passieren. Immerhin gibt es ja auch Versicherer, die seit den 1950er noch nie den Nettobeitrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung erhöht haben. 

Mehr Infos zur Kalkulationsgrundlage findest Du auch im Artikel “Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung”.

Bei der Dialog kann man sich den Verzicht auf den Paragraph 163 einkaufen

Vorab sei kurz erwähnt, was denn der Paragraph 163 eigentlich ist? Wir haben gerade festgestellt, dass sich der Nettobeitrag jederzeit ändern kann. Aber was ist, wenn man beim Bruttobeitrag angekommen ist? Bei den meisten Versicherern kann dann darüber hinaus erhöht werden, bevor die Bude auseinander fliegt. Dies natürlich mit enger Rücksprache mit der BAFIN (Bundesanstalt für Finanzdienstleistung…wobei das mit Wirecard auch nicht so ganz funktionierte). Es gibt immer noch eine Handvoll Versicherer wie die Swiss Life, Zurich oder die Universa, welche pauschal auf den Paragraph 163 verzichten. Bei der Dialog hast Du die sehr interessante Möglichkeit, dass Du Dir dies schlichtweg einkaufst:

Das haben wir so in dieser Hinsicht ehrlich gesagt auch noch nicht gesehen. Sehr interessant. Der Mehrbeitrag für diesen Tarifbaustein beträgt ungefähr vier Prozent. Finden wir irgendwie gut gelöst. Wer möchte, kann diesen Baustein und die maximale Kappung kaufen, wer nicht, der lässt es. Nicht schlecht. So stehts dann auch in den Vertragsbedingungen:

Annahme-, Leistungs-, sowie Prozessquote bei der Dialog BU-Versicherung

Die Annahmequote in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist für uns sicherlich eine der sinnlosesten Kennzahlen, die es eigentlich gibt. Kann man noch verstehen, wenn diese bei der Generali nicht bei 100 Prozent liegt, müsste diese bei der Dialog bei 100 Prozent liegen. Die Annahmequote sagt nämlich aus, wie viele Anträge angenommen werden. Da vor jedem Antrag, der nicht blütenweiß wäre (sprich, ein bisschen etwas vorliegt in der Gesundheitshistorie, Hobbys, Gefahren im Beruf) eine anonyme Risikovoranfrage erfolgt, weiß man ja eigentlich schon, wie das Ergebnis des Antrags wäre. Bei der Dialog kann ja jederzeit eine Voranfrage gemacht werden, anders als bei der Generali (deshalb auch der Vergleich - hier kann der DVAG-Vertreter ja keine wirkliche Voranfrage machen, sondern oftmals folgt der scharfe Antrag). Die Annahmequote der Dialog ist also wirklich völlig irrelevant in der Berufsunfähigkeitsversicherung. 

Die Betrachtung der Prozess- und Leistungsquote mag im aktuellen Kontext möglicherweise praxisnäher erscheinen, jedoch liefert sie lediglich eine Momentaufnahme. Ihre Relevanz ist stark abhängig von Faktoren wie der Vertragsstruktur, dem generierten Neugeschäft und den Vertriebskanälen für Neuverträge. Daher betrachten wir diese Quote mit einer gewissen Skepsis. Es wäre wenig sinnvoll, sich im Jahr 2043 auf die Prozessquote von 2024 zu berufen, da ein Richter hier wohl nur ein müdes Lächeln erwidern würde. Stattdessen ist es ratsamer, auf solide Annahmen (vorzugsweise ohne Ausschlussklauseln), gute Vertragsbedingungen und eine anpassbare Konfiguration des Vertrags zu achten. Die anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern kann hierbei hilfreich sein. Für uns ist die Prozess- wie Leistungsquote ungefähr auf Platz 109 der wichtigsten Kriterien für eine angemessene Berufsunfähigkeitsversicherung. Ziemlich überbewertet, aber Verbraucher suchen natürlich irgendwie Halt in der großen, weiten Welt der BU und möchten gerne Zahlen und Fakten haben, an denen man sich orientieren kann. 

Rechtsschutzversicherung in Verbindung mit BU-Versicherung?

Ein häufig diskutiertes Thema. Einige, darunter auch Check24 (die zumindest in den ersten zehn Jahren eine kostenfreie Rechtsschutzversicherung anbieten, die ausschließlich für die BU gilt), argumentieren, dass eine Rechtsschutzversicherung in Verbindung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung unerlässlich ist. Unsere Sichtweise dazu ist jedoch etwas anders. Versteh uns nicht falsch - wir erkennen die Bedeutung einer Rechtsschutzversicherung an, da diese es Dir ermöglicht, auf Augenhöhe mit der Gegenseite zu agieren. Doch im reinen (!) Kontext einer BU-Versicherung betrachten wir sie eher kritisch. Eine ganz banale Frage lautet: Wann greift eine Rechtsschutzversicherung denn ein?

Erst wenn bereits eine Ablehnung des Leistungsfalls vorliegt - wenn das Kind sozusagen bereits in den Brunnen gefallen ist. Das sollte jedoch eigentlich gar nicht erst geschehen und oft wurden zuvor bereits gravierende Fehler gemacht. Deshalb empfehlen wir die Beratung durch einen Versicherungsberater von Anfang an, der Dich bei der Vorbereitung und Durchsetzung Deiner Ansprüche unterstützt. Ein praktisches Problem ist auch, dass der Versicherer, wenn Du zu Beginn des Leistungsfalls einen Anwalt einschaltest, den Fall schnell an die eigene Rechtsabteilung weiterleitet, was zu einem rechtlichen Schlagabtausch auf hohem Niveau führt, bei dem keiner nachgeben möchte.

Angemerkt sei zudem noch: Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung besitzt & möchtest, macht es durchaus Sinn, dass diese nicht im selben Hause geführt wird, wie Dein BU-Vertrag. Sonst klagt die Advocard Rechtsschutzversicherung gegen die Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung - beides 100 % Töchter des Generali Konzerns. Hat irgendwie einen Beigeschmack. Wen wir in der Rechtsschutzversicherung empfehlen, kannst Du unter “Empfehlung der Bierl's in der Rechtsschutzversicherung nachlesen.

Wenn Du mehr über uns und unsere Herangehensweise erfahren möchtest, empfehlen wir Dir den Artikel "Unsere Vorgehensweise im Leistungsfall Berufsunfähigkeitsversicherung".

Info

Hast Du bereits eine BU? Lasse jetzt Deinen bestehenden Vertrag kostenlos & unverbindlich überprüfen!

  • Nachteilige Klauseln im Vertrag?
  • Falsche Gesundheitsangaben beim Abschluss?
  • Zu wenig BU-Rente abgesichert bzw. zu kurze Laufzeit?
  • Zu teure Beiträge als Akademiker?
  • Der BU-Markt hat sich in den letzten Jahren stark verändert und vor allem verbessert. In vielen Fällen können wir für Dich eine bessere Alternative finden! Oder eine 2-Vertrags-Lösung empfehlen, falls Dein bestehender Vertrag zu geringe Erhöhungsmöglichkeiten bietet.
  • Nur 60% der von uns geprüften Verträge bestehen unseren gründlichen BU-Check.

Zum kostenlosen & unverbindlichen BU-Check


5. Die etwas andere Tarifvariante - Dialog Solution mit risikoadäquater Kalkulation

“Risikoadäquate Kalkulation” ist sicherlich ein recht sperriger Begriff, den wir kurz aufklären. Normalerweise wird die Berufsunfähigkeitsversicherung ja über die komplette Laufzeit kalkuliert. Zu Beginn zahlt man etwas mehr, da statistisch gesehen in jungen Jahren weniger Leistungsfälle auftreten. Über all die Jahre steigt aber das Risiko. Die Dialog bietet hier genau so einen Tarif für ihre Kunden an. Das folgende Schaubild zeigt die Tarifvarianten wohl am besten:

  • Die konstante Kalkulation des SBU-professional ist die gängige Variante, welche Du von allen Versicherern kennst.
  • Hinter dem Stufenmodell der SBU-go-professional  verbirgt sich der Einsteiger / Startertarif der Dialog, welchen wir oben schon kennengelernt haben. Nach dem sechsten Jahr geht die “Go” Variante über zu der konstanten Kalkulation.
  • Mit der SBU-solution gibt es die nun angesprochene risikoadäquate Kalkulation. Zu Beginn ist der Beitrag niedriger, welcher aber dann mächtig ansteigt. 

Wie sieht das aber in der Praxis aus? Nehmen wir das Beispiel eines 25-jährigen Controllers, welcher 2.000 Euro mit keiner Beitragsdynamik (dient rein zum besseren Verständnis - natürlich sollte immer eine Dynamik eingeschlossen werden) abschließen möchte. Zusatzbausteine lassen wir außen vor, das Endalter liegt bei 67 Jahren. In diesem Beispiel würde der monatliche Nettobeitrag bei 64,92 Euro im Monat liegen, der Bruttobeitrag bei 96,89 Euro.

So sind die Beiträge der Dialog SBU-solution:

VersicherungsjahrJahresrenteKonstanter BeitragRisikobeitrag
124.000 Euro64,92 Euro42,20 Euro
224.000 Euro64,92 Euro41,26 Euro
324.000 Euro64,92 Euro40,56 Euro
424.000 Euro64,92 Euro40,11 Euro
524.000 Euro64,92 Euro39,99 Euro
624.000 Euro64,92 Euro40,25 Euro
724.000 Euro64,92 Euro41,10 Euro
824.000 Euro64,92 Euro42,26 Euro
924.000 Euro64,92 Euro44,68 Euro
1024.000 Euro64,92 Euro47,58 Euro
1124.000 Euro64,92 Euro50,88 Euro
1224.000 Euro64,92 Euro54,23 Euro
1324.000 Euro64,92 Euro57,33 Euro
1424.000 Euro64,92 Euro60,07 Euro
1524.000 Euro64,92 Euro62,59 Euro
1624.000 Euro64,92 Euro65,15 Euro
1724.000 Euro64,92 Euro68,02 Euro
1824.000 Euro64,92 Euro71,36 Euro
1924.000 Euro64,92 Euro75,17 Euro
2024.000 Euro64,92 Euro79,27 Euro
2124.000 Euro64,92 Euro83,49 Euro
2224.000 Euro64,92 Euro87,65 Euro
2324.000 Euro64,92 Euro91,74 Euro
2424.000 Euro64,92 Euro95,96 Euro
2524.000 Euro64,92 Euro100,71 Euro
2624.000 Euro64,92 Euro106,52 Euro
2724.000 Euro64,92 Euro113,65 Euro
2824.000 Euro64,92 Euro121,81 Euro
2924.000 Euro64,92 Euro130,25 Euro
3024.000 Euro64,92 Euro138,15 Euro
3124.000 Euro64,92 Euro144,99 Euro
3224.000 Euro64,92 Euro150,35 Euro
3324.000 Euro64,92 Euro153,93 Euro
3424.000 Euro64,92 Euro155,41 Euro
3524.000 Euro64,92 Euro154,41 Euro
3624.000 Euro64,92 Euro150,68 Euro
3724.000 Euro64,92 Euro143,82 Euro
3824.000 Euro64,92 Euro133,15 Euro
3924.000 Euro64,92 Euro117,69 Euro
4024.000 Euro64,92 Euro96,16 Euro
4124.000 Euro64,92 Euro67,04 Euro
4224.000 Euro64,92 Euro28,71 Euro

Wie man sieht, beginnt der monatliche Zahlbeitrag bei 42,20 Euro statt 64,92 Euro. Dafür gibt es aber auch Phasen, wo um die 150 Euro im Monat bezahlt werden müssen. Es sei angemerkt, dass die Beitragsdynamik (idealerweise fünf Prozent) die Beiträge nochmals extrem nach oben treiben / verzerren wird. Ebenso natürlich, wenn man zu einem späteren und dann teureren Zeitpunkt die verschiedenen Erhöhungsmöglichkeiten in Angriff nimmt.
Die Grundidee an sich ist vielleicht gar nicht so dumm. Jetzt schließt man die Risikovariante ab und spart das eingesparte Geld vielleicht vernünftig in Aktienfonds an, wo quasi ja dann der Zins es Zinseffekt greift. Sehr wichtig ist aber, dass man sich über diese Variante und den Nachteilen klar ist und nicht dann jedes Jahr sagt: “Jetzt wurde die Berufsunfähigkeitsversicherung schon wieder teurer, das kann es doch nicht sein” (durch den Anstieg des Risikobeitrages & Beitragsdynamik). Beschäftigt sich jemand intensiver mit seinen Finanzen und hat sich selber definitiv unter Kontrolle, mag es gar nicht so eine dumme Idee sein. Blöd wäre es halt, wenn man sich mit 50 Jahren scheiden lässt, jeden Cent umdrehen muss und in der statistischen Hochrisikophase seine Berufsunfähigkeitsversicherung so einfach kündigt, aufgrund mangelnder Rücklagen. 

Ein Wechsel des Dialog Tarif solution in professional wäre möglich

Was kundenfreundlich gelöst wurde = wählt man zu Beginn den Tarif Dialog solution aus, kann man während der gesamten Vertragslaufzeit ohne erneute Risikoprüfung (wie wir kennengelernt haben, müssen nicht nur keine neuen Gesundheitsfragen, sondern auch keine Angaben zu neuen Hobbys, der beruflichen Tätigkeiten oder Auslandsaufenthalte gemacht werden) in die konstante Tarifvariante der Dialog wechseln.

Natürlich steigst Du dann aber auch nicht zu dem Beitrag ein, welcher zu Beginn fällig geworden wäre. Die Möglichkeit des Wechsel von solution in professional wäre aber jederzeit möglich. Prinzipiell kann man bei der Dialog solution vielleicht sogar auch von einem Einsteigertarif sprechen, wo man aber schlichtweg selber aktiv werden muss, um in die normale Tarifvariante zu kommen - anders als bei einem üblichen Startertarif.

Über 1.900 Bewertungen zufriedener Kunden, überzeuge Dich selbst!

Genug gelesen über die BU-Versicherung der Dialog? Dann frage bei uns an für ein Angebot!

Jetzt kostenlos beraten lassen

6. Update & Downloads & Bewertungen zur Dialog BU-Versicherung

Updates der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung 

Seit Veröffentlichung dieses Artikels (05 / 2024) gab es keine uns bekannten Updates der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung (prägnante Veränderungen werden im Artikel eingebaut)-

Testergebnisse & Bewertungen über die Dialog

Die üblichen Verdächtigen sehen die Dialog so in ihren Tests:

HerausgeberBewertungStand/ Ausgabe
Franke & BornbergFFF | Note sehr gut 0,601/2021
Morgen & Morgen5 Sterne | ★★★★★ | Ausgezeichnet05/2022
Check 24Tarifnote: derzeit nicht vorhanden)02/2024
Stiftung Warentest/ Finanztestgut (Note 1,2)05/2021
Ascore4 Kompasse10/2019

Um ehrlich zu sein, messen wir solchen Ratings und Bewertungen keinen großen Wert bei. In unserem Artikel "Testsieger in der Berufsunfähigkeitsversicherung" gehen wir näher auf dieses Thema ein und betrachten es mit einer gewissen Ironie. Es ist durchaus verständlich, dass Verbraucher im umfangreichen BU-Markt irgendwie nach Orientierung suchen. Doch leider gestaltet sich die Situation meist nicht so einfach, als dass man einfach anhand einer Rating-Tabelle die passende Gesellschaft findet. 


7. Fazit & Erfahrungen zur Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung

Vorab sei kurz eines gesagt: Die Informationsbeschaffung der Unterlagen war bei der Dialog sehr vorbildlich - man findet alle wichtigen Unterlagen entweder öffentlich oder im internen Partnerportal der Dialog. Da zeigte sich die Generali viel mehr zugeknöpft. Transparenz sah hier anders aus, deswegen Daumen hoch. Bis auf einige Nerds sowie Kenner der Szene dürfte diese Feststellung aber nicht interessieren, also kommen wir zum eigentlichen Fazit.

Kurz und schmerzlos: Für uns kommt es faktisch nicht in Frage, die Dialog in der Berufsunfähigkeitsversicherung zu empfehlen. Es gibt zwar einige positive Veränderungen wie z.B. die sehr fairen Gesundheitsfragen, durchaus interessante Tarifbausteine und grundsätzlich soliden Vertragsbedingung & DU Klausel, aber zwei, drei Punkte wiegen das gesamte Positive für uns wieder auf:

  • Ein sehr großer Aspekt ist sicherlich das fehlende Vertrauen in den Generali Konzern. Die Dialog kann ein Spielball des Mutterkonzerns sein, so wie die Aachen Münchener und die Central. Mehr als 4 Millionen Lebenverträge (darunter viele in der Berufsunfähigkeitsversicherung landeten auf einer Run-Off Abwicklungsplattform namens Proxalto. Wie das derzeit abläuft, liest man im Internet. Wenn die Generali mal keinen Bock mehr auf das Maklergeschäft hat, kann es auch Dialog Verträge treffen. Eine BU-Versicherung läuft mehrere Jahrzehnte, teilweise ein halbes Jahrhundert. Wir möchten unsere Kunden eigentlich nicht bei einem Versicherer mit dieser Vergangenheit des Mutterkonzern versichern. Dafür gibt es viel zu viele gute Alternativen.
  • Betrachten wir es aber aus der reinen Leistungsseite: Insbesondere für junge Personen und (angehende) Akademiker dürfte die Dialog ebenso nicht in Frage kommen. Die Deckelung der Beitragsdynamik gefällt uns ganz und gar nicht, ebenso die unzureichenden Erhöhungsmöglichkeiten und auch hier mit der Deckelung.
  • Die Nachmeldung für Nichtraucher beim einmaligen Rauchen einer Zigarette sehen wir auch als sehr kundenunfreundlich an.

Bei uns spielt natürlich auch ein bisschen das Bauchgefühl eine Rolle, aber wir wüssten wirklich nicht (außer die Gesundheitsfragen, evtl. auch in der Sonderaktion sowie der absolute Wunsch einer risikoadäquaten Kalkulation), warum ein Abschluss bei der Dialog in tiefere Erwägung gezogen werden sollte. Der Markt an wirklich sehr guten Lösungen ist mehr als vorhanden, da muss man keine Experimente und unzureichenden technischen Ausgestaltungen über sich ergehen lassen. Das Fazit wird zwar nicht jedem gefallen, aber generell hat unser Bauchgefühl uns in den letzten 15 Jahren nicht wirklich getäuscht. Insbesondere dann, wenn es wirklich gute Alternativen gibt. Diese sind vielleicht mal zehn Prozent teurer, aber der Nettobeitrag ist eh nur eine Momentaufnahme und künftig rechnen wir mit massiven Erhöhungen am Markt (bei der Generali passierte dies ja schon mal).