Berufsunfähigkeit Kombination mit Altersvorsorge?

Tacheles auf den nächsten Seiten statt theoretischen Geschwätz ;-) Nicht nur wir raten von einer Kombination aus Berufsunfähigkeitsversicherung und Altersvorsorge ab, auch Verbraucherschützer warnen davor. Leider vertreiben besonders Drei & Vier Buchstabenvertriebe immer wieder gerne eine solche Kombination. Der Interessent wird hier vor allem mit dem „Steuervorteil“ bei der Basisrente geködert. Wenn es um das Steuersparen geht, schaltet regelmäßig der Kopf von uns Bundesbürgern aus. 
Hast du relativ aktuell & vor wenigen Jahren so eine Kombination abgeschlossen (z.B. wird die Alte Leipziger sehr gerne "vermittelt"), kann man es aber auf relativ einfach "heilen", indem man die Berufsunfähigkeitsversicherung in die "dritte" Schicht stellt - ohne neue Gesundheitsprüfung. Geht aber ein bisschen ins Detail - bitte unten weiterlesen!

Lass uns kurz erklären, was dagegen spricht, aber auch kurz, was dafür spricht.
(Update Juni 2018 unten - Anfragen aus der Praxis)

Leg deine Hauptpriorität erst auf die Absicherung der Arbeitskraft.

Berufsunfähigkeitsversicherung Einzeln oder Kombi?

Platte These: Wenn du kein Geld mehr verdienen, kannst, wirst du auch nicht mehr sparen können! Die Altersvorsorge sowie die Absicherung der Arbeitskraft sind zwei verschiedene Bausteine. An erster Stelle sollte in jungen Jahren definitiv die ausreichende Absicherung der Arbeitskraft stehen. Was hilft denn die schönste Altersvorsorge, wenn du die Beiträge nicht mehr zahlen können? Wir sehen immer wieder Berufsunfähigkeitsversicherungen (mit und ohne Kopplung an eine Altersvorsorge) mit einer Rentenhöhe von ca. 500 Euro monatlich (vor allem bei jungen Azubi´s), aber Altersvorsorgeverträge mit vielleicht 300 Euro monatlichem Beitrag. Nehmen wir an, du wirst berufsunfähig und bekommst somit 500 Euro monatliche Rente. Mit diesem geringen Betrag ist ein normales Leben (denk an die Kosten) schon nicht mehr möglich, wie sollte dann erst eine vernünftige Altersvorsorge funktionieren? Bei jungen Studenten ist die vorgeschlagene Absicherungshöhe oftmals (nicht immer!) schon etwas sinnvoller, aber teilweise auch noch zu gering (manche Versicherer lassen aber auch nur eine gewisse Höhe zu - diese bitte beachten. Manche bieten Pauschal aber 2.000 Euro an - dass ist Bedarfsgerechter. Alte Leipziger ist hier i.d.R. bei 1.500 Euro Finito). Bei der Kombi mit einer Basisrente musst du auf jeden Fall auch die steuerliche Auswirkung beachten. Da werden aus 1.500 Euro Absicherung schnell mal 1-1.200 Euro. 

Darum sollte der erste Plan auf jeden Fall eine vernünftig Absicherung der eigenen Arbeitskraft sein. D.h. 70-80 % des Nettogehaltes absichern (Studenten sollte man gesondert betrachten), eine Renten- wie Leistungsdynamik einbauen und die Laufzeit idealerweise bis zum 67. Lebensjahr vereinbaren. Erst dann solltest du über die flexible (!!!) Altersvorsorge nachdenken. Wenn du kein Geld mehr verdienst, kann auch nichts mehr angespart werden!

Für eine Kombination spricht, dass du nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst und somit quasi auch keine Altersvorsorge aufbaust. Übernimmt das Versicherungsunternehmen nun die Beitragszahlung, so hast du hier wenigstens einen kleinen Baustein.
Wichtiger in vielen Fällen ist aber unbedingt eine AUSREICHENDE Absicherungshöhe, gepaart mit einer garantierten Rentensteigerung von zwei bis (besser) drei Prozent. Kannst du nicht mehr arbeiten, so musst du deine private Altersvorsorge stark erhöhen. Dies klappt nur mit einer passenden monatlichen Berufsunfähigkeitsrente, welche sich jedes Jahr (garaniert) steigert. Sonst bist du später ein Fall für die Grundsicherung (=Sozialhilfe) und das möchte wohl keiner....

Der beste BU-Anbieter ist nicht gleich der beste Altersvorsorgeanbieter!

Ein qualitativ guter und günstiger BU-Anbieter hat nicht automatisch die besten Altersvorsorgeprodukte. Versicherung A glänzt vielleicht durch sehr gute Vertragsbedingungen bei der BU, hat aber Schwächen bei der Altersvorsorge. Such doch jeweils die beste Möglichkeit für dich heraus!

Es gibt quasi schon zwei, drei Anbieter, die sowohl in der Berufsunfähigkeitsversicherung wie auch in der Altersvorsorge in der ersten Liga spielen.
Unsere Praxis in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist aber schlichtweg etwas anders gestrickt. Hast du in den letzten Jahren einige Erkrankungen und somit Arztbesuche gehabt, so solltest du vor deinem Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung unbedingt deine Krankenakte einholen. Mit der anschließenden Risikovoranfrage und dem Votum der einzelnen Versicherer würde sich oft eine Konstellation ergeben, wo das Kombimodell des Versicherungsunternehmens uns „Kopfzerbrechen“ bereiten würde. Bist du jedoch kerngesund (das kommt aber sehr, sehr selten vor....
Frage mich bitte zudem: Warum bieten manche Vertriebe genau IMMER EINE Lösung von jeweils der gleichen Gesellschaft an? Man munkelt, dass sich große Gesellschaften Ihre Vertriebe gerne mal einkaufen kann durch erhöhte Provisionszahlungen....

Bleibe im späteren Berufsleben flexibel - nicht immer einfach mit einem Kombivertrag!

Auch wenn es schwer fällt - denk heute schon mal an später: Du bist Mitte 50 und Ihre Chancen auf einen Leistungsfall in der Berufsunfähigkeit sind glücklicherweise eher gering. Idealerweise hast du schon ein kleines Vermögen aufgebaut, die gröbsten Kosten des Lebens hast du hinter dich gebracht (Erziehung der Kinder, eigene Immobilie) und stehst gut im Leben. Den monatlichen Beitrag für eine BU siehst du als nicht mehr sinnvoll an und möchtest diese kündigen. Bei einem reinen BU-Vertrag ist dies ohne Probleme monatlich (bei dieser Zahlweise) möglich. Bei einem Kombiprodukt aus Altersvorsorge mit Berufsunfähigkeit sind Sie leider nicht immer sooo flexibel. 

Pass deinen Schutz den Lebensumständen an!

Reduziert sich durch die Unwägbarkeiten des Lebens dein monatliches Einkommen (Arbeitslosigkeit, Elternzeit, Jobwechsel, Fortbildung, etc.) und du kannst das Kombiprodukt monatlich nicht mehr bedienen, so verlierst du auch deine Absicherung gegen die Berufsunfähigkeit. Bei einer Teilung der Verträge kannst du ganz einfach den Vertrag zur Altersvorsorge beitragsfrei stellen und wieder aktivieren (bei guten Anbietern bleiben die günstigen Rechnungsgrundlagen vorhanden, wenn sich deine persönliche Situation wieder verbessert hat (wenn du hierbei einen qualitativ guten Anbieter mit optimalen Vertragsbedingungen ausgewählt haben – denn nicht alle Gesellschaften bieten in der Rentenversicherung dann wieder die vereinbarten Rechnungsgrundlagen an).

Vorsicht bei Kopplung von Berufsunfähigkeitsversicherung und Rürup & Basisrente - kritisch hinterfragen!

Es sind zwar bei der staatlich geförderten Altersvorsorge die BU Beiträge ganz oder teilweise steuerabzugsfähig, die BU-Rente muss dann aber versteuert werden. Du musst deshalb eine deutlich höhere BU-Rente absichern, um im schlimmsten Fall den gleichen Beitrag zur Verfügung zu haben. Die Basisrente (=Rürup) sehen wir insgesamt eher kritisch. Sie mag in sehr wenigen Fällen passen - erklären wir aber den Interessenten die Vor- und Nachteile dieses Altersvorsorgebereiches, so wird sich in 90 % der Fälle dagegen entschieden. Leider bekommen viele Interessenten von diversen Vertrieben nicht einen neutralen Überblick über diese Thematik gestellt, der Steuersparantrieb ist einfach viel zu groß. 

Die staatliche Rüruprente ist oft mit vielen Einschränkungen verbunden, sehr unflexibel und passt sich selten deiner persönlichen Lebenssituation an (z.B. keine Kapitalentnahme für eine spätere Immobilie, nicht vererbbar an nicht eheliche Lebenspartner = häufig weniger sinnvoll für Unverheiratete, etc.). Uns persönlich ist es einfach viel zu unflexibel. Man kommt NIE (!!!) mehr an das eingezahlte Geld heran. Wer weiß, was in 20 Jahren ist? Vielleicht erleben wir einen Immobiliencrash und man könnte mit dem Geld der Versicherung & Angesparten Vermögen ein Schnäppchen machen? Vielleicht gründe ich mal eine eigene Firma und benötige Startkapital? Ich hab evtl. eine geringe Lebenserwartung und möchte es meinen Kindern direkt weitervererben? Das alles sind Beweggründe, die man beachten soll, wenn man die Altersvorsorge kombiniert mit der Berufsunfähigkeitsversicherung im Mantel einer Basis & Rüruprente. Wir können nur für uns sprechen - wir lieben die Flexibilität und möchten auf die Unwägbarkeiten des Lebens reagieren können. 

Besonders bei Mitgliedern von Versorgungswerken (Rechtsanwälte, Ärzte, etc.) spricht gegen eine Kombination von Altersvorsorge mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung die Konzentration der Altersvorsorge in eine EINZIGE Altersvorsorgeschicht (die Altersvorsorge ist in drei Schichten aufgeteilt). Schicht Eins zeichnet sich vor allem durch Unflexibilität aus, wie oben besprochen. Diese Renten sind auch später i.d.R. komplett zu versteuern. Der Königsweg ist eigentlich, wenn man die Altersvorsorge über die drei Schichten verteilt um somit eine sinnvolle Streuung der verschiedenen Altersvorsorgeschichten zu bekommen.

Kommen wir kurz zu den Vorteilen der Kombi aus der Basisrente mit BU:

  • Steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge (im Leistungsfall wird natürlich Ihre Berufsunfähigkeitsrente dann aber auch besteuert!)
  • Bei wenigen Anbietern ist der reine BU-Beitrag infolge höherer Überschussverrechnung minimal günstiger
  • Bei einer Berufsunfähigkeit werden die Beiträge für die Altersvorsorge beitragsfrei vom Versicherungsunternehmen weitergezahlt. Hast du noch eine garantierte Leistungsdynamik im Leistungsfall für den Altersvorsorgevertrag eingeschlossen, so wächst deine Altersvorsorge automatisch mit (im Fall der BU musst du ja mehr für deinen persönlichen Aufbau der Altersvorsorge investieren, da du nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst). 

Da jeder Fall individuell ist, können wir hier eigentlich keine pauschale Empfehlung abgeben. Die Lebensumstände und künftige Planungen müssen hierbei exakt betrachtet werden. Die Erfahrung zeigt aber, dass die wenigstens versicherten Kunden über einen Kombivertrag von z.B. der Alten Leipziger glücklich sind. 

Bleibe also kritisch, wenn dir bei einem Kombivertrag aus Berufsunfähigkeitsversicherung und einer Altersvorsorge nur die Vorteile erklärt werden! Wie immer sollte man zwei Seiten einer Medaille beachten. 


Update Juli 2018 – Tipps aus der Praxis zur BU mit Kombination der Altersvorsorge

Über den Live Chat und auch per Email & Telefon erreichen uns immer wieder dieselben Anfragen, welche wir jetzt etwas zusammenfassen möchten.

I.d.R. ist oder war man Student und wurde von einem Drei oder Vier Buchstabenvertrieb beraten. Zuerst wurde man gelockt mit einigen Annehmlichkeiten wie kostenlosem Girokonto, kostenfreien Seminaren über Steuer oder Unternehmensführung und einigen anderen Vorteilen (zumindest auf den ersten Blick - kann auch mal ne Currywurst oder ein kühles Bier sein - letzteres haben wir sicherlich ein besseres im Büro ;-)). Je näher das Studienende rückt, desto eher wird man von einem dieser Berater kontaktiert, doch bitte jetzt schnell eine BU zusammen mit einer Altersvorsorge abzuschließen, da man sehr bald viel Geld verdient und man abgesichert sein muss. Oftmals endet das dann in „Schicht 1“, einer Basisrente mit einem gekoppelten BU Vertrag. Nicht selten landet man hierbei auch bei der Alten Leipziger. Oftmals zu 90 %, als gebe es kein anderes Unternehmen am Markt ;-) (Nichts gegen die AL, die sind jetzt nicht schlecht). 

Diese Anfragen erhalten wir eigentlich mehrmals wöchentlich.

Unsere erste (praxisorientierte) Frage geht aber in eine komplett andere Richtung. Dies MUSS für dich aber die erste Frage sein, alles andere kommt später.

Nehmen wir einfach mal ein Beispiel einer Anfrage von Ende Mai 2017 über den Chat. 

Berufsunfähigkeitsversicherung Kombination Altersvorsorge Livechat

Nach vorherigem Austausch kam ich dann zur Frage, wie es mit den Gesundheitsdaten aussieht. Hier stellen wir immer (!!!) wieder (!!!) fest, dass manche bis viele Mitarbeiter der Strukturvertriebe hier sehr unsauber (um es dezent auszudrücken) arbeiten.
Im obigen Beispiel hättest du den BU-Schutz in den ersten 10 Vertragsjahren sprichwörtlich in die Tonne treten können, denn im Leistungsfall wäre der Versicherer zurückgetreten aufgrund falscher Angaben im Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Ob Altersvorsorge in Kombination mit Berufsunfähigkeitsversicherung – diese Frage stellt sich erst später.

Deshalb muss deine erste Aufgabe sein: Kläre zuerst mit einem versierten Berater ab, welcher BU Versicherer dich zu welchen Konditionen annimmt. Hol dir deine Patientenakte von allen behandelnden Ärzten in den letzten fünf (ambulant) bzw. zehn Jahren (stationär und ggf. Psyche) ein. Auch, wenn dein Berater davon abrät. Klar, es ist keine schöne Arbeit und der vermeintlich gute Berater verdient auch kein Geld mit dir im schlimmsten Fall. Aber nur so ist es der absolut passende Weg! Sollte dir dein Berater (egal ob Versicherungsmakler, gebundener Vertreter eines drei oder vier Buchstabenvertriebes oder Versicherungsvertreter) weismachen, dass nur chronische Krankheiten anzugeben sind, so schmeiße ihn bitte hochkant aus der Tür und breche den Kontakt ab. Mit Ihrer Zukunft spielt man nicht! Bitte schreib uns zudem eine Mail oder ruf uns an - wir brauchen immer wieder neue Geschichten für unseren Blog ;)

In ca. 75 % aller Fälle erleben wir dies aber. Der Fokus wurde nicht auf die Gesundheitsfragen gelegt, sondern auf die Präsentation von tollen Unterlagen, wie viel Steuern man eigentlich sparen kann mit dieser Kombination. Klar, das bringt auch Geld und Provision, sogar leicht verdient mit wenig Aufwand (bei einigen Unternehmen mehr als bei anderen...Oh Wunder). Beim Thema Steuersparen tickt der durchschnittliche Bundesbürger dann oftmals leicht aus und der sonst kühle Kopf wird ausgeschaltet.

Frage dich: Wer würde dich überhaupt zu normalen Bedingungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung nehmen?

Klären zuerst also einmal ab, wer dich zu welchen Konditionen versichern würde! Der tollste Anbieter (oftmals wird wie erwähnt die Alte Leipziger empfohlen, welcher durchaus seine Vorzüge hat in bestimmten Situationen - aber nicht immer. Besonders die Annahmequote hat sich hier in den letzten Monaten etwas verschlechtert) hilft dir nichts, wenn du wegen einer vor 4 Jahren verschriebenen Krankengymnastik wg. Wirbelsäulenbeschwerden einen Ausschluss für selbige (Wirbelsäule) bekommst. Immerhin sind Wirbelsäulenerkrankungen mit ca. 25 % einer der häufigsten Gründe für eine Berufsunfähigkeit. Dann nehmen wir doch lieber einen Anbieter, der dieses subjektive Risiko ganz normal versichern würde. Deshalb fordere deine Patientenakte an, mache eine Risikovoranfrage und warte auf das Ergebnis von den Versicherern!
Wie allgemein eine ordentliche BU-Beratung abläuft, haben wir in unserem Artikel "Ablauf Beratung Berufsunfähigkeitsversicherung" beschrieben. 

Sollte überall eine normale Annahme erfolgen, dann hast du die freie Auswahl. Die Praxis sieht aber oftmals anders aus, da selbst schon kleine „Lappalien“ wie „Kopfschmerz“, „Schwindel“ oder „Lernstress“ zu Ausschlüssen, Risikozuschlägen oder gar Ablehnungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung führen. Hier kann man aber vobeugen, indem man aktuelle ärztliches Atteste bei den damals behandelnden Ärzten anfordert. Die saubere Vorgehensweise kannst du unter "Direkt aus der Praxis: Ärztliche Atteste und Stellungnahmen in der Berufsunfähigkeitsversicherung!"nachlesen.
Danach stellt sich die Frage, welche Möglichkeit für dich am besten ist. Die beste Annahme eines BU-Versicherers ist vielleicht nicht die erste Wahl des passenden Altesvorsorgeanbieters.

Sich nicht vom Steuervorteil hinreißen lassen in der Kombivariante – kühlen Kopf bewahren!

Generell raten wir in nahezu allen Fällen von der Kombination einer Basisrente (Rürup) mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Den Steuervorteil sehen wir bei der BU nicht als wirklichen Vorteil, da man es im Leistungsfall komplett versteuern muss und somit muss die BU Rente viel höher angesetzt werden. Zudem läuft ein (Berufs) Leben selten geradlinig ab vom Einstieg mit 25 Jahren in einem gut dotierten Job und dem dann wohlverdienten Ruhestand mit 67 (oder bei Ihnen dann eher 70 + X ;-)). Beachte bitte zudem (kommt in jungen Jahren durchaus vor): längere Auslandsreisen & Semester in den (i.d.R.) nächsten 12 Monaten sind angabepflichtig und können ggf. auch zu einer erschwerten Annahme führen. 

Wir erleben in unserer Praxis und bei unseren Interessenten & Kunden eines immer wieder: Altersvorsorgepolicen werden oft nach 5, 10 oder 15 Jahren beitragsfrei gestellt, reduziert oder gar gekündigt. Oftmals haben sich die Lebensumstände geändert. Sei es (geplanter oder ungeplanter) Familiennachwuchs, eine (kurzfristige) Arbeitslosigkeit, längere Auszeit & Umzug in das Ausland (ob beruflich oder einfach nur eine Rucksackreise, um die Welt zu erleben) oder eine anstehende Immobilienfinanzierung, welche dir das Wasser bis zum Hals stehen lässt. Dies kommt eigentlich sogar recht häufig vor. Heutige Verträge oder Sparanlagen erfordern eher eine flexible Anpassung an die aktuellen Lebensumstände. Besonders bei einer Immobilienfinanzierung ist es eminent wichtig, dass der wichtige Schutz zur Arbeitskraftabsicherung weiterhin besteht, die Altersvorsorge kann evtl. aber durchaus mal reduziert werden (ein Immobilienerwerb ist ja quasi auch so etwas wie eine Altersvorsorge)

Mit 25 oder 30 Jahren kannst du dies noch gar nicht überblicken, wie kurvenreich oftmals das Leben verläuft. Deshalb solltest du großen Wert auf Flexibilität setzen. Deine BU sollte deshalb nicht in Schicht 1 in Kombination mit einer Basisrente für Ihre Altersvorsorge abgeschlossen werden. Über Schicht 3 kann man merklich streiten, hier ist ein zweiter Blick schon eher interessant. Auch wenn wir nur zwei bis drei Anbieter dafür fähig halten, die dies auch können.

Möchte du trotzdem schon investieren & Geld ansparen?

Schließe eine Berufsunfähigkeitsversicherung aber auch schon während des Studiums ab – die Altersvorsorge sollte erst einmal hintenanstehen (du sicherst dir deinen derzeitigen Gesundheitszustand – das ist enorm wichtig!). Möchtest du wirklich schon etwas auf die Seite legen und mittel- bis langfristig anlegen, so empfehlen wir dir ein kostengünstiges Investmentdepot (idealerweise angereichert mit Small und Mid Caps – zum Artikel „Small und Mid Caps schlagen Large Caps „(auch ETF´s sehen hier alt aus!). Hier hast du jederzeit Flexibilität bei sich verändernden Lebensumständen. Von 100 Euro werden dann auch 100 Euro angelegt und es werden nicht erst die Abschlusskosten getilgt. Benötigst du in 5,10 oder 15 Jahren anschließend etwas Geld für die langersehnte Weltreise, den Nachwuchs oder für eine Immobilienfinanzierung, so nimm einfach einige Euros aus deinem Depot oder legen den Sparplan von heute auf morgen auf Eis. Das ist zwar für den Berater nicht toll, da er an einem Investmentdepot zu Beginn wenig bis nichts verdient, aber hey – sollten wir nicht alle im Kundeninteresse handeln ;-)?

Solltest du nach deinem Studium und den ersten Berufsjahren wirklich zu den absoluten Gutverdienern gehören, dann kannst du natürlich jederzeit aus steuerlichen Gesichtspunkten eine eigene Basis & Rürup Rente abschließen (aber bitte beachten: gibt auch nur 2-3 gute Anbieter). Aber leg dich nicht schon mit 25 Jahren darauf fest, sondern wachse erst einmal in das Berufsleben und den Alltag hinein. Beachte aber: An das Geld, welche du die Basisrente einzahlst, kommst du NIE mehr ran. Es MUSS eine monatliche Rente folgen. Der eine mag es eher, der andere nicht.
Verschließe dich dann aber bitte auch nicht aus steuerlichen oder auch familiären Gründen einer Riesterrente, diese KANN einen Sinn ergeben, MUSS aber nicht. 

Hier empfehlen wir den Artikel von uns: "Teil 2 Riester in der Praxis - der Gutverdiener" (aber auch hier beachten - für uns gibt es auch nur nur zwei, drei nennenswerte Anbieter, wo wir einen Vertrag für das Leben abschließen würden - nix anderes ist aber Riester aufgrund der Einzahlphase und anschließender lebenslanger Rentenzahlung).Sollte dir ein Riesterfondssparplan angeboten werden, so lese bitte erst folgenden Artikel durch: "Warum Sie dies jetzt lesen sollten, wenn Sie einen Riesterfondssparplan der Deka, DWS oder Union Investment besitzen."

So sieht jetzt also unsere praxisorientierte Antwort aus, welche wir auch selber vorleben bei uns im Unternehmen ;-). Was wir für uns selber haben, kann wohl nicht sooo schlecht sein :-). Nach diesen Antworten nehmen viele Anfragesteller dann wieder etwas Abstand von dieser Idee. In manchen Fällen wird auch gleich der „Berater“ mitentsorgt. Dies ist oft die beste Lösung, wenn man sich an die Herangehensweise des Themas „Aufbereitung der eigenen Gesundheitshistorie“ heranwagt.