Ärztliche Untersuchung / Zeugnis Berufsunfähigkeitsversicherung

Ab einer gewissen Absicherungshöhe möchte der Versicherer in der Berufsunfähigkeitsversicherung eine ärztliche Untersuchung, Hausarztbericht oder ein ärztliches Zeugnis. Bei sehr großen BU-Renten auch alles auf einmal. Wir sehen das hingegen kritisch und raten i. d. R. davon ab. Da wir in unserem Alltag sehr häufig hohe BU Renten von 3.000, 4.000, 5.000 Euro oder sogar mehr absichern, kommen wir mit der Thematik sehr häufig in Berührung, kennen aber auch den idealen und sauberen Weg zum passenden Ergebnis - gerne bei uns anfragen 😉.



1. Übersicht Grenzen über die Anbieter für eine ärztliche Untersuchung

In folgender Übersicht siehst Du die wichtigsten Anbieter in der Berufsunfähigkeitsversicherung mit deren Höhen für eine ärztliche Untersuchung. Ab einem gewissen Alter kommen bei manchen Versicherern weitere Hindernisse / Reduzierungen dazu.

Gesellschaft Untersuchungsgrenze* Anmerkung
Allianz 3.000 € -
Alte Leipziger 2.500 € Ab 51 Jahren schon ab 1.000 €
Basler 2.500 € Ab 45 Jahren schon ab 2.000 €
Canada Life 2.500 € Ab 45 Jahren schon ab 2.000 €
Ab 55 Jahren schon ab 1.500 €
Condor 2.500 € -
Continentale 2.500 € Ab 51 Jahren NT-proBNP nötig
Die Bayerische 3.000 € Ab 51 Jahren schon ab 2.500 €
HDI 3.000 € -
LV 1871 2.500 € -
Nürnberger 2.500 € -
Swiss Life 2.500 € -
Volkswohl Bund 2.500 € Ab 50 Jahren Befundbericht
*Ärztliche Untersuchungen bzw. Arztberichte werden ab folgendem Grenzwert angefordert

Wie man an dieser Grafik sieht, fällt vor allem eine Grenze auf - die 2.500 Euro. Seit gefühlt 20 Jahren bewegen wir uns bei fast allen Anbietern bei 2.500 Euro. Bis dahin sind somit nur die normalen Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung zu beantworten und es ist keine ärztliche Untersuchung bzw. ein ärztliches Zeugnis notwendig. Trotz Inflation und dem damit verbundenen Kaufkraftverlust hält sich diese Grenze immer noch hartnäckig. Das ist umso erstaunlicher, dass Studenten mittlerweile bei vielen Gesellschaften bis zu 2.000 Euro direkt absichern können (früher war der Deckel bei 1.000 Euro). Befindet man sich als Akademiker aber dann direkt im Berufsleben mit gutem Gehalt, sind nur noch 2.500 Euro möglich.
Erst die HDI-Versicherung hat Anfang 2022 den Markt etwas ins Rollen gebracht und bietet nun eine direkte Absicherung von 3.000 Euro mit den normalen Gesundheitsfragen an - mehr dazu im Artikel “Verbesserungen im Markt Berufsunfähigkeitsversicherung 2022”. Bei der Bayerischen ist dies schon seit Frühjahr 2021 der Fall, dann aber mit der Einschränkung, dass bei einer Absicherungshöhe zwischen 2.501 Euro und 3.000 Euro der Rückversicherer ein Wort mitsprechen kann. Seit März 2022 fiel aber nun dieses Mitspracherecht und die Bayerische ist somit der zweite Versicherer, wo direkt 3.000 Euro abgesichert werden können. Für uns  war die Rücksprache des Rückversicherers auch nicht ideal, da somit die anonyme Risikovoranfrage in der Berufsunfähigkeitsversicherung ausgehebelt werden könnte (diese ist rechtlich zwar nicht bindend, in den letzten fünf, sechs Jahren stimmte aber jeder spätere Antrag mit dem Ergebnis der Risikovoranfrage überein, was aber sicherlich auch an unseren kurzem Wege zu Entscheidern lag). Als Neuling in diesem Kreis mit 3.000 Euro können wir seit 07 / 2022 die Allianz Berufsunfähigkeitsversicherung begrüßen. 
Wir würden uns aber sehr freuen, wenn hier endlich Bewegung in die ärztlichen Untersuchungsgrenzen kommen würde. Es kann ja nicht sein, dass links und rechts des Weges alles teurer wird und somit (hoffentlich) auch die Gehälter steigen, die Untersuchungsgrenzen aber weiterhin auf einem Niveau wie vor 15 Jahren verweilen. Die optimale Absicherungshöhe in der Berufsunfähigkeitsversicherung nimmt ja praktisch somit auch jedes Jahr zu - ausgehend von den 60 Prozent des Bruttogehaltes.


2. Was wird in einer ärztlichen Untersuchung abgefragt?

Stell Dir dies als eine Erweiterung der normalen Antragsfragen vor. Im Großen und Ganzen wird Folgendes abgefragt bei einer ärztlichen Untersuchung:

  • Größe
  • Gewicht
  • Herz
  • Kreislauf
  • Blutdruck
  • Lunge
  • Skelett
  • Haut 
  • etc

Klingt erst einmal weniger dramatisch, kann es aber in sich haben. Folgende Werte sind typisch bei einer ärztlichen Untersuchung:

  • Kleines Blutbild
  • Differentialblutbild
  • Cholesterin, HDL, LDL
  • Tryglceride
  • Gamma-GT, GPT, GOT
  • Billirubin
  • Harnsäure
  • Kreatinin
  • Nüchternblutzucker

Bei der Nürnberger Versicherung sieht dies in den internen Unterlagen so aus:

Das Problem bei einer ärztlichen Untersuchung in unseren Augen

Die Problematik bei einer ärztlichen Untersuchung in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist so banal wie einfach - kennst Du z. B. Deine genauen Blutwerte? Es könnte schlichtweg etwas ans Tageslicht kommen, was die gewünschte Absicherung zu Nichte macht. Im schlimmsten Fall tritt eine neue, aber noch nicht bekannte Vorerkrankung auf und Dein gewünschter Plan, 4.000 Euro bei der gewünschten Pfefferminzia Versicherung abzusichern, scheitert. 

Solltest Du eine ärztliche Untersuchung wirklich in Betracht ziehen, so halte Dich bitte aber an folgende Spielregeln:

  • Die Tage zuvor bitte nicht fettreich und ungesund essen (Stichwort Cholesterinwerte)
  • Mit dem Alkoholkonsum die Tage zuvor bitte zurückhalten (Leberwerte..)
  • Die Untersuchung sollte am Morgen stattfinden, da man hier noch “nüchtern” (aufgrund des Zuckerwertes) ist
  • Viel trinken (Wasser) kann ebenso helfen

Wir sehen weniger in der allgemeinen ärztlichen Untersuchung ein Problem (wo Dich der Arzt kurz abtastet, Dich befragt), als in ungewissen Laborwerten, welchen man dann ausgeliefert wäre. Bei noch höheren BU-Renten kommt noch ein EKG sowie ein HIV-Test dazu. 

Welche Kosten hat eine ärztliche Untersuchung für mich?

Diese ist für Dich als Antragsteller kostenfrei und wird von der Versicherung übernommen. Der Arzt bekommt also direkt vom Versicherer ein Honorar, welches aber nicht gerade fürstlich ist. Meistens liegt dies zwischen 60-80 Euro.


3. Was wird in einem ärztlichen Zeugnis zur Berufsunfähigkeitsversicherung abgefragt?

Es handelt sich hier um erweiterte Gesundheitsfragen, die teilweise auch zeitlich unbegrenzt gestellt sind. Das ist jetzt auch schon das große Problem. Schauen wir uns direkt die Fragen eines ärztlichen Zeugnisses zur Absicherung von hohen BU-Renten an.

Hier ein Teilausschnitt von der Alten Leipziger Berufsunfähigkeitsversicherung:

Wie man schon erkennt, sind die Fragen zeitlich unbefristet. Wir sind nicht unbedingt Freunde von der Fragestellung mit:

“Bestehen oder bestanden Krankheiten oder Beschwerden”

Sind diese zeitlich unbefristet, dann noch weniger. 

Schauen wir uns also alleine die Frage nach der Psyche an mit:

“der Psyche, auch Psychosen, Depressionen, Angst-, Schlaf- oder Essstörungen, Erschöpfungszustände psychosomatische Erkrankungen, Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)?  nein  ja Erfolgt/erfolgte eine psychotherapeutische Behandlung?”

Du bist jetzt mitten im Berufsleben, warst aber im Kindes- / Jugendalter sehr aktiv und Dir wurde ein “Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom” diagnostiziert. Dies müsste der untersuchende Arzt also angeben und der Versicherer bekommt Kenntnis darüber. 

Oder auch die Frage nach Aufenthalten in einem Krankenhaus mit:

Wurde stationär in Krankenhäusern oder sonstigen ärztlich geleiteten Einrichtungen untersucht oder behandelt (auch Kuren, Entzugsbehandlungen)?

Zeitlich unbegrenzt. Nicht schick. 

Bei der sehr beliebten LV 1871 Berufsunfähigkeitsversicherung geht's in die selbe Schiene beim ärztlichen Zeugnis für einen BU-Antrag.

Auch hier wieder zeitlich unbegrenzt. Wir betonen nochmals, dass wir keine wirklichen Freunde von zeitlich unbefristeten und offenen Fragen sind.

Zudem fragen manche Gesellschaften (wie hier die HDI-Versicherung) auch nach gewissen Erkrankungen bei Deinen Verwandten. Das finden wir auch nicht wirklich gut, auch aus moralischer Sicht (wenngleich natürlich die Versicherung entscheiden kann, wonach sie fragt).

Solltest Du Dich zudem für eine Private Krankenversicherung interessieren, kann eine ärztliche Untersuchung beim BU-Antrag ebenfalls zum Bumerang werden. Die nicht gedachten Ergebnisse müssen nämlich beim Antrag zur PKV angegeben werden. Somit bitte erst um die PKV kümmern, Policierung abwarten und anschließend die ärztliche Untersuchung der BU auf sich nehmen - falls dieser Weg gewünscht wird.

Analoges Verfahren auch in der Risikolebensversicherung

Viele unserer Interessenten möchten auch eine Risikolebensversicherung bei uns abschließen, vor allem bei Geburt eines Kindes oder einer (anstehenden Immobilienfinanzierung). Die Grenze in der Risikolebensversicherung für eine ärztliche Untersuchung liegt zumeist bei 400.000, mittlerweile auch oftmals 500.000 Euro. Möchte man mehr absichern, teilt man auch hier wieder einfach auf. Finanzierungen an die Millionen in Ballungsgebieten sind keine Seltenheit. Besonders bei Risikolebensversicherungen mit stark vereinfachten Gesundheitsfragen aufgrund eines Ereignisses wäre eine Aufteilung auf zwei Gesellschaften die 1A Lösung. Sehr gerne wird aufgrund der sehr sauberen Fragestellung hierbei die LV 1871 sowie die Dortmunder in der Risikolebensversicherung genommen - zusammen sind hier 900.000 Euro mit sehr sauberen Gesundheitsfragen möglich in einer konstanten Absicherungsvariante. 


4. Positive Seiten einer ärztlichen Untersuchung zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Trotz allem in unseren Augen eher negativen Punkten sollten auch die positiven Punkte Erwähnung finden. Hierfür musst Du abwägen, ob diese Punkte die negativen Aspekte übersteigen.

Was sind in unseren Augen die Vorteile einer ärztlichen Untersuchung & ärztlichen Zeugnis im BU-Antrag?

  • Du hast einen Vertrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung und nicht zwei oder drei bei verschiedenen Anbietern (Stichwort Aufteilung auf zwei Gesellschaften, darauf kommen wir aber gleich nochmals zu sprechen)
  • Es wird für den Versicherer schwieriger, eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung (=Falschangaben) zu unterstellen. Immerhin hast Du doch die Hosen sprichwörtlich runtergelassen und aktuelle Befunde & Werte liegen vor. 
  • Im Leistungsfall gibt es nur mit einem Versicherer eine Korrespondenz. Thematik halten wir aber für nicht so bedeutend, da wir im Leistungsfall immer einen Experten aus unserem Netzwerk empfehlen, welcher sich auf die Thematik spezialisiert hat. 
  • Du bekommst eine kostenfreie ärztliche Untersuchung, wo ggf. kritische und lebensbedrohliche Werte ans Tageslicht kommen. Dafür hast Du dann ggf. keine Berufsunfähigkeitsversicherung, aber zumindest wurde eine womöglich schwere Krankheit frühzeitig erkannt. 

Ob diese Punkte die Nachteile einer Untersuchung überwiegen, musst Du wissen.


5. Ab 2.500 Euro Absicherung (wenige ab 3.000 Euro) spricht der Rückversicherer ein Wörtchen mit

Ein “Erstversicherer” wie z. B. die LV 1871, Alte Leipziger, Basler oder der Volkswohl Bund muss sich auch “versichern”. Das beste Beispiel findet man hier aber in der privaten Haftpflichtversicherung, welche ja in guten Tarifen eine Absicherung von bis zu 50-70 Millionen Euro anbieten- selbst auch kleinere Anbieter werben damit. Was ist aber wenn (theoretisch) vier Kunden einen Schaden von jeweils 50 Millionen Euro haben? Die Versicherungsgesellschaft wäre pleite. So sichert diese ihre Schadenzahlungen wiederum bei einem sehr großen Rückversicherer ab (evtl. hast Du schon mal die Münchener Rück, Hannover Rück oder Swiss Re gehört). Diese sichern die hohen Summen ab.

In der Berufsunfähigkeitsversicherung ist es ebenso. Bis zu einem gewissen Teil übernimmt die normale Versicherungsgesellschaft (z. B. 2.000 Euro) die Absicherung, darüber hinaus übernimmt der Rückversicherer die weiteren Kosten. Deshalb ist von Deinem monatlichen Beitrag von 78,37 Euro auch ein kleiner Teil für den Rückversicherer eingeplant. 

Um jetzt aber wieder auf das eigentliche Thema zu kommen: Bei hohen BU-Renten möchten die Rückversicherer ein Wörtchen mitreden, immerhin sitzen sie ja mit im Boot und müssen im Leistungsfall ja auch leisten. Wenn Du unsere Homepage intensiver studierst hast, merkst Du, dass wir fantastische Kontakte zu den Risikoprüfern / Underwriting haben. Ob Abteilungsleiter, Gesellschaftsarzt oder erfahrene Risikoprüfer. Man kennt und schätzt uns. Aus diesem Grund bekommen wir auch Ergebnisse auf unsere anonymen Voranfragen, die weitaus besser sind als der Marktschnitt. Davon profitieren unsere Interessenten und Kunden sehr stark.
Würden wir aber eine Summe absichern, wo der Rückversicherer mit ins Boot geholt wird (zumeist 2.500 Euro, in wenigen Fällen auch mittlerweile 3.000 Euro), kommt eine neue Partei mit ins Spiel und entscheidet über die etwaige Annahme der versicherten Person. Wenn die Gesundheitshistorie blütenweiß ist, sicherlich kein Problem, wenn es aber größere Zipperlein, Beschwerden und ggf. sogar Falschabrechnungen in der Krankenakte gab (ein Rückversicherer entscheidet weniger aus dem Bauch heraus, sondern rein nach Fakten), kann dies zu einem großen Problem führen. Dann ist auch das Votum der anonymen Risikovoranfrage eigentlich nicht mehr wirklich gültig. Nicht umsonst schreibt der sehr gute Volkswohl Bund in seinem Votum immer folgendes mit rein:

Da wären sogar uns die Hände gebunden, wenn der Rückversicherer zu einem anderen Ergebnis kommt als unser Risikoprüfer. Da helfen selbst die besten Kontakte nicht mehr und dies ist für uns somit ein weiterer Stolperstein neben der ärztlichen Untersuchung mit ihren Unwägbarkeiten und dem unbegrenzten Abfragezeitraum eines ärztlichen Zeugnisses beim Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung. 


6. Optimale Weg zur Absicherung von hohen BU-Renten

Jetzt sprechen wir mal direkt aus der Praxis. Im Artikel “Fälle aus der Praxis – so sichern wir hohe Renten in der Berufsunfähigkeitsversicherung ab!” Sprechen wir schon tiefergehend aus unserem täglichen Alltag. Es gibt für uns zwei passende Wege, welche zwar zu einem unterschiedlichen Ergebnis führen, aber trotzdem angestrebt werden sollen.

  • Aufteilung auf zwei Versicherer, da die ärztlichen Untersuchungsgrenzen nur bei einem Anbieter gelten
  • Möchtest Du bei einer Versicherungsgesellschaft bleiben, dann mache erst einen Antrag mit den normalen Gesundheitsfragen und erhöhe anschließend.

A: Aufteilung auf zwei (oder drei Versicherer) in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Möchtest Du z. B. als Ingenieur, Arzt oder sonstiger Gutverdiener 4.000 Euro mtl. BU-Rente absichern, so teile die BU-Rentenhöhe einfach auf.
Der Clou daran = Die Grenzen (zumeist 2.500 Euro) gelten nur bei der einen Gesellschaft, nicht für BU-Renten, welche Du wo anders absicherst. Wichtig ist hierbei nur, dass die finanzielle Angemessenheit vorhanden ist, welche zumeist bei 60 Prozent des Bruttogehaltes liegt (je höher die gesamte Absicherung, desto niedriger fällt oftmals dieser Wert aber aus. Auch die Beitragsdynamik wird ggf. etwas gekürzt).
Bei einer gewünschten Absicherungshöhe von 4.000 Euro kannst Du also zwei ganz normale Anträge mit den üblichen Antragsfragen für jeweils 2*2.000 Euro beantworten. Es genügen Deine Angaben im Antrag, welche untermalt werden sollen durch unser Gesundheitsdaten Beiblatt / Eigenerklärungen sowie ärztlichen Attesten. Mehr Angaben zum Gesundheitszustand musst Du nicht machen. Maximal die finanzielle Risikoprüfung fällt etwas härter aus, ggf. muss über die letzten drei Jahre der Einkommensteuerbescheid beigelegt werden. Je nach Gehaltsentwicklung (Elternzeit, Auszeit, Gehaltssprung, etc) kann auch hier eine kurze Eigenerklärung sinnvoll sein. 

Diese Thematik wird von uns sehr häufig benutzt und geschätzt, wie man auch beim Einblick in unser internes Verwaltungsprogramm sieht.

Zwei-Vertragslösung für einen Elektronikingenieur

Ein Manager eines großen Unternehmens sicherte bei uns insgesamt 7.500 Euro ab, aufgeteilt auf zwei Versicherer.

Bei einem niedergelassenen Arzt mit dem Absicherungswunsch von insgesamt 5.000 Euro haben wir ebenso aufgeteilt mit den normalen Gesundheitsfragen.

In jedem dieser Fälle mussten nur die normalen Gesundheitsfragen im Antrag beantwortet werden. Keine ärztliche Untersuchung, kein ärztliches Zeugnis, keine Rücksprache mit dem Rückversicherer. 

Eine Aufteilung auf zwei Versicherer ist auch in jungen Jahren ein Vorteil - Stichwort Nachversicherungsgarantie

Kurzer Schwenk, warum eine Aufteilung auf zwei Versicherer auch schon in jungen Jahren sinnvoll sein kann. Vor allem als Student, ggf. auch als Schüler schon (wenn die Eltern evtl. eine ambitionierte Karriere ihres Kindes annehmen).
Sicherst Du zu Beginn 1.500 Euro während des Studiums ab und startest danach im Berufsleben durch, hast Du aufgrund der maximalen Nachversicherungsgarantie einen natürlichen Deckel auf Deine BU-Rente. Nehmen wir mal an, Du hast immer Deine Beitragsdynamik angenommen und bist bei 2.000 Euro. Bietet Dir der Versicherer nur eine Nachversicherung von 2.500 Euro an, hast Du ein Problem, falls Du gut verdienst. Die eigentlich erforderliche BU-Rentenhöhe ist nicht mehr möglich, immerhin sollten auch immer die Abzüge im Leistungsfall beachtet werden.
Du verdienst dann eventuell in Deinem Job 60.000 Euro im Jahr und solltest 3.000 Euro mtl. absichern, aber durch die begrenzte Absicherungshöhe sind wir beschränkt bei 2.500 Euro. Möchtest Du darüber erhöhen, erfolgt eine komplett erneute Gesundheitsprüfung. Und auch die obigen Punkte wie ärztliche Untersuchung / Hausarztbericht / Rücksprache des Rückversicherers kommen zur Geltung. 

Hättest Du eine Aufteilung auf zwei Versicherer vorgenommen, dann hättest Du zweimal 2.500 Euro (also insgesamt 5.000 Euro als Spielraum) zur Verfügung.
Vor allem als junge Person solltest Du in der Berufsunfähigkeitsversicherung schon an später denken. Sicherst Du Dir (oder Deinem Kind) zwei BU-Versicherungen, so hat man praktisch den Gesundheitszustand “eingeloggt” und muss bei guten Versicherern nie mehr weitere Risikofragen beantworten. (Stichwort “Risikoprüfung vs. Gesundheitsprüfung Berufsunfähigkeitsversicherung”). Viel flexibler geht´s also nicht.

Weitere Fragen zur Aufteilung auf zwei Versicherer:

Soll ich die beiden Versicherungen 50 / 50 aufteilen oder empfehlen wir eine andere Aufteilung?

I. d. R. spricht nichts gegen eine Aufteilung auf 50 / 50 (also 2.000 Euro dort und 2.000 Euro). Gründe dagegen wären:

  • Es gibt nur bei einem Versicherer eine normale Annahme - die weiteren Versicherer geben eine Ausschlussklausel
  • Die Zahlbeiträge sind extrem unterschiedlich (wir sprechen aber nicht davon, dass jemand im Monat drei Euro günstiger ist)
  • Taktieren aufgrund möglicher Nachversicherungen
  • Die Beitragsdynamik ist bei einer Gesellschaft begrenzt

Tiefergehende Infos bekommst Du unter “Aufteilung BU-Rente immer 50/50 bei Auswahl von zwei Anbieter?”. 

Ist eine Absicherung über zwei Anbieter nicht erheblich teurer als über einen?

Nein, zumindest nicht erheblich. Die Mehrkosten liegen vielleicht geschätzt bei ein bis zwei Prozent, da die Grundkosten pro Vertrag erstmals identisch sind und je höher man absichert, desto mehr verringern sich diese prozentual somit etwas. Es liegt aber im völlig überschaubaren Bereich und sollte kein Grund gegen eine Aufteilung für zwei Versicherer sein.
Der Verdienst eines Versicherungsmaklers (also auch wir😉) ist auch völlig identisch - dieser ist nicht höher bei zwei Anbietern als bei einem Anbieter. Falls Du Dir diese theoretische Frage stellst…

B: Ich möchte eine hohe BU-Rente trotzdem nur bei einem Versicherer abschließen

Kein Problem, es ist Deine Entscheidung. Wir versuchen nur Dir die Seiten einer Medaille aufzuzeigen. Möchtest Du z. B. 4.000 Euro bei einer Gesellschaft abschließen, empfehlen wir Dir unbedingt folgenden Weg: 

  1. Anonyme Risikovoranfrage stellen (gerne über uns - unser Steckenpferd)
  2. Bei positivem / gewünschtem Ergebnis anschließend einen Antrag stellen bis zur maximalen Grenze ohne ärztliche Untersuchung (zumeist 2.500 Euro)
  3. Policierung abwarten
  4. Danach Erhöhung beantragen auf 4.000 Euro (sprich die weiteren 1.500 Euro)

Sollten Probleme auftauchen aufgrund der ärztlichen Untersuchung, den erweiterten Antragsfragen oder dem Mitspracherecht des Rückversicherers hast Du zumindest die 2.500 Euro in trockenen Tüchern - eine Mindestabsicherung.

Wir empfehlen diesen Weg nicht unbedingt, aber wenn der Absicherungswunsch bei einer Gesellschaft liegt, ist dies der in unseren Augen passende Weg.


7. Fazit zur ärztlichen Untersuchung, Zeugnis sowie dem Mitspracherecht des Rückversicherers

Wir denken, Du verstehst, warum wir keine großen Freunde von ärztlichen Untersuchungen, dem ärztlichen Zeugnis und dem Mitspracherecht des Rückversicherers sind. Es sind für uns einfach zu viele Unwägbarkeiten dabei, welche man selber nicht beeinflussen kann. In unseren Augen gibt es aber einen Königsweg, um hohe BU-Renten zu versichern. Dieser wird im besten Fall wöchentlich, aber mindestens mehrmals monatlich bei uns gemacht und hat keinerlei Fallstricke.
Egal ob ärztliche Untersuchung oder keine - einen Punkt finden wir vor einer Antragstellung zur BU generell sehr wichtig = Nicht unbedingt notwendige Arztbesuche bitte vermeiden!
Bei Fragen kannst Du Dich gerne melden - es dürfte nicht viele Versicherungsmakler geben, die so praxisorientiert die Thematik der Beantragung niederschreiben wie wir. Dies spiegelt sich dann auch wieder in unserer Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Kein langes Geschwafel, sondern direkt aus der Praxis.