Direkt aus der Praxis: Ärztliche Atteste und Stellungnahmen in der Berufsunfähigkeitsversicherung!

Ärztliche Stellungnahme Berufsunfähigkeitsversicherung

Bei der intensiven Aufarbeitung der eigenen Gesundheitshistorie kommen Dir evtl. ab und zu manche Diagnosen sprichwörtlich „spanisch“ vor. Diese würden zu größeren Komplikationen bei der Antragsstellung führen. Oder es gibt einfach einige Vorerkrankungen, welche klargestellt werden sollten. Das typische Beispiel sind hier einmalige Wirbelsäulenbeschwerden vor einigen Jahren. Reicht man diese Diagnose ganz normal in der Antragsstellung ein, gibt es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eine Ausschlussklausel für die Wirbelsäule in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Deshalb sollte man einen anderen Weg gehen, den wir Dir jetzt gerne erklären.

Wir wissen selber, dass die folgende Vorgehensweise durchaus zeitintensiv ist, aber hey – es geht um nichts anderes als um die wohl wichtigste Versicherung in Deinem Leben. Immerhin ist Deine Arbeitskraft gerne mal mehrere Millionen Euro auf Dauer wert. Da sollte somit bei der Antragsstellung unbedingt Sorgfalt vor Schnelligkeit gehen.

Aktuelle ärztliche Stellungnahmen & ärztliche Atteste in der Berufsunfähigkeitsversicherung sind für uns in der Praxis extrem wichtig. Bei ca. jedem zweiten Antrag schicken wir nach Durchsicht der Unterlagen unsere Interessenten nochmals zum Arzt. Erst dann kann oftmals eine qualitativ hochwertige Risikovoranfrage in der Berufsunfähigkeitsversicherung erfolgen. Auch deshalb bekommen wir Annahmequoten in der BU, welche über dem Marktdurchschnitt liegen. Wobei wir Personen, welche den Arm unter dem Kopf tragen, leider trotzdem nicht mehr versichern können. Wir können unser Bestes geben, aber Zauberer sind wir auch nicht...

Wie sehen ärztliche Stellungnahmen für die Berufsunfähigkeitsversicherung in der Praxis aus?

Unsere Interessenten schätzen es, dass wir nicht um den heißen Brei herum reden, sondern direkt aus der Praxis berichten. Von daher ein kurzer Einblick, wie ärztliche Atteste aussehen können – es sind alles echte Praxisfälle gewesen, welche anschließend mit einer normalen Annahme endeten. Nimm Dir das bitte als ungefähres Beispiel, wenn Du mit dem Arzt redest. Wichtig: Solche ärztlichen Atteste müssen oft aus eigener Tasche gezahlt werden. Diese 10-30 Euro sollten Dir aber auf jeden Fall wert sein!

Wichtig wäre immer, dass Du den Arzt auf folgenden Inhalt hinweist:

  • Wann war die Diagnose und die Behandlung?
  • Warum gab es die Erkrankung?
  • Wie wurde behandelt?
  • Wann war die Erkrankung / Diagnose wieder ausgeheilt und alles in Ordnung?

Nach diesem Schema solltest Du den Arzt bitten, dass er die Stellungnahme verfasst.

1. Ärztliches Attest bei Knicksenkfuß, Lumbalgie usw.

Hier hatte unsere Anfragestellerin zur Berufsunfähigkeitsversicherung mehrere Arztbesuche zwecks der unten genannten Diagnosen. Mit diesem Attest erhöht sich die Chance auf eine normale Annahme in der Berufsunfähigkeitsversicherung natürlich enorm.

1.1 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Knicksenkfuß

2. Diagnose Chronisches Rückenleiden 2016 in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Auch das taucht wieder gerne in den ärztlichen Untersuchungsberichten auf. Chronisches Rückenleiden, obwohl man nur einmal beim Arzt gewesen ist. Hier hat es ein anderer Arzt (da der Interessent mittlerweile von Hamburg nach München gezogen ist) wieder richtig gestellt.

1.2 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Rückenleiden

Das Ergebnis war eine normale Annahme in der Berufsunfähigkeitsversicherung trotz attestierten Chronischen Rückenbeschwerden. Hätte man den Antrag (oder auch die Risikovoranfrage) einfach so eingereicht, dann wäre uns das sicherlich um die Ohren geflogen (= Ablehnung). Natürlich braucht man dann aber auch eine Risikoprüfung bei den Gesellschaften, welche individuell und sauber prüft. Das sind nicht mehr viele am Markt….

3. Diagnose „Bösartiges Leiden der Haut – Schwierig in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Derselbe Interessent hatte eine weitere Diagnose in der Patientenakte stehen, die nicht ganz sauber ist. „Bösartiger Befund der Haut“. Dies war aber niemals der Fall und somit musste es kurz klar gestellt werden, wie man an folgendem Schreiben sieht:

1.3 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Bösartiges Leiden der Haut

4. Panikstörung in der Berufsunfähigkeitsversicherung & ärztliche Stellungnahme

Ein BU-Interessent hatte kurz vor dem Abschluss die Diagnose „Panikstörung“. Reicht man es so ein, gibt es mit nahezu 100 %tiger Wahrscheinlich eine Ausschlussklausel für die Psyche. Deshalb bat er den Arzt, dies etwas zu konkretisieren:

1.4 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Panikstörung

Es handelte sich hierbei schlichtweg um eine Spritzenphobie (wer mag die schon gerne…), wurde aber als Panikstörung abgerechnet. Im Leistungsfall in der Berufsunfähigkeitsversicherung wäre ihm das sicherlich vor die Füße gefallen. Klar, es war wieder etwas aufwendig, dass man hier diese ärztliche Stellungnahme bekam, aber dafür passt der Deckel jetzt zu 100 % auf den Topf!

5. Bluterkrankheit & Knieschmerzen

Und auch hier wieder ein Beispiel. In den ärztlichen Unterlagen steht, dass eine Bluterkrankheit vorliegt. Zudem hat sich der Interessent kurz vor der Risikovoranfrage eine neue Bandage für den Meniskusriss von vor 3 Jahren verschreiben lassen. Das ist alles nicht gut und musste klar gestellt werden. Glücklicherweise hat der Arzt ordentlich mitgearbeitet und ein sehr gutes Attest herausgeschrieben:

1.5 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Knieschmerzen

Ohne diese Stellungnahme wäre der Schuss nach hinten losgegangen, Ablehnung wäre im Bereich des Möglichen gewesen, mit etwas Glück maximal Ausschluss. So konnte und wurde er aber normal versichert.

6. Mittelhandbruch – Bestätigung über die Ausheilung

Nach einem kleinen Unfall gab es 2013 einen kurzen stationären Aufenthalt zwecks einer gebrochenen Hand. Der Arzt stellte in seinem Attest fest, dass der Bruch folgenlos ausgeheilt ist. Auch ansonsten hilft so eine Stellungnahme immer sehr, sehr gut wie z. B. mit „Es bestehen keine relevanten Vorerkrankungen“.

1.6 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Mittelhandbruch

7. Allgemeines Attest vom Hausarzt für die Berufsunfähigkeitsversicherung

Ab und zu sind Hausärzte oftmals sehr direkt und schreiben für die Versicherung nur folgendes kurzes Statement heraus:

1.7 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Allgemeines Attest

Dies ist oft sinnvoll, wenn es viele einzelne & kleine Diagnosen in der Abrechnung gibt. Bevor man also jede einzelne Abrechnung zerlegt, kann man es auch so formulieren. Nicht der Idealzustand, aber wenn keine erheblichen Vorerkrankungen vorliegen, kann dies evtl. genügen. Besonders bei einem theoretischen Leistungsfall wäre dies sehr sinnvoll – immerhin hat ja der Arzt festgestellt, dass es keine chronischen Erkrankungen gibt & man auch nicht regelmäßig in ärztlicher Behandlung ist. Das geht aber natürlich nur, wenn man nicht neben dem Hausarzt noch zu gefühlt 17 anderen Ärzten rennt, sondern sich vor allem nur beim Hausarzt in den letzten Jahren behandeln ließ ;).

8. Ärztliche Stellungnahmen bei Augendiagnosen für die Berufsunfähigkeitsversicherung

2014 gab es die Diagnose „Verdacht auf Bindehauttumor und gesichertem Fremdkörpergranulom“. Hätte man dies jetzt einfach so in der Risikovoranfrage angegeben, so wäre ein Ausschluss für die Augen gewiss gewesen. Mit etwas Arbeit (=nochmaligem Arztbesuch) gab es aber eine supernette Stellungnahme, was anschließend den Berufsunfähigkeitsversicherer veranlasste, eine normale Annahme durchzuführen.

1.8 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Augenärztliche Untersuchung

9. Schultergelenksverletzung – Wie sollte man in der Berufsunfähigkeitsversicherung damit umgehen?

Derselbe Interessent hatte im Jahr 2014 auch noch eine erhebliche Schultergelenksverletzung. Der BU-Versicherer rätselt dann natürlich, ob diese noch besteht. Klar, man kann durch eine Eigenerklärung angeben, dass einem nichts mehr fehlt und alles verheilt ist. Diese eigene Stellungnahme genügt aber nicht jeder Gesellschaft & besser wäre natürlich ein ärztliches Attest in dieser Sache.

So stellte sich der BU-Interessent wieder beim Arzt vor, welcher ihm attestierte, dass er behandlungs- und beschwerdefrei sei. Optimal, sagen wir mal dazu ;-)

1.8 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Schultergelenk

10. BWS & LWS Syndrom und Fußfehlstellung in der Berufsunfähigkeitsversicherung – Klar stellen mit Risikovoranfrage

Auch hier wieder – vor ca. 3-4 Jahren gab es einige Arztbesuche unserer Interessentin zwecks der oben genannten Beschwerden. Diese fallen uns sprichwörtlich vor die Füße, wenn wir das nicht näher erläutern würden. Der zuständige Arzt hat hier eine tolle Stellungnahme fabriziert. Zwei Gesellschaften (Volkswohl Bund und LV 1871) wollten daraufhin noch einen eigenen Fragebogen, aber danach wurde eine normale Annahme attestiert. So soll es sein ;-).

1.10 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung LWS Syndrom

11. Und wieder ein Klassiker – Schulterverletzung in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Hatten wir oben schon mal, aber diese Anfragen kommen immer wieder. Unglücklicherweise hatte dieser Interessent ca. 2 Monate vor der Risikovoranfrage eine nicht unerhebliche Schulterverletzung. Würden wir dies ohne nähere Infos weitergeben, wird mit 100%tiger Wahrscheinlich eine Ausschlussklausel folgen.

Somit musste er nochmals zum Arzt gehen, welcher ihm eine „restitutio ad integrum“ attestierte. Da mussten wir jetzt auch erst einmal googeln, was dies denn genau heißt ;). Übersetzt aus dem lateinischen heißt dies aber „Abheilung einer Erkrankung ohne bleibende Schäden“. Somit alles im grünen Bereich und es erfolgte eine normale Annahme. Bei einem weiteren angefragten Unternehmen gab es aber dennoch die Ausschlussklausel für die Schulter. Hier sah unser Interessent wieder, wie wichtig Risikovoranfragen schlichtweg in der Berufsunfähigkeitsversicherung sind.

1.11 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Schulterverletzung ausgeheilt

12. Viele strittige einzelne Punkte – u.a. ein hoher Blutdruck

Vor einer längeren Reise wurde wohl wegen der Aufregung ein hoher Blutdruck gemessen. Zudem gab es viele weitere einzelne Diagnosen, welche eine normale Annahme in der Berufsunfähigkeitsversicherung auf den ersten und auf den zweiten Blick für sehr schwierig machen würden. Nachfolgendes ärztliches Attest wäre natürlich der absolute ideale Zustand – wenn Du also auch die eine oder andere unklare Vorerkrankung hast, dann lass Dir so etwas ausstellen. Dann sieht es mit der Berufsunfähigkeitsversicherung, Risikolebensversicherung oder Privaten Krankenversicherung gleich rosiger aus. Klar, der Arzt muss etwas mitspielen, aber mit Bitten und Betteln und Deinem Charme dürfte das schon im Bereich des Möglichen sein ;-).

1.12 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Bluthochdruck

13. Hals- und Nackenverspannung im letzten Jahr – ein Problem in der BU

Würde man die „Hals- und Nackenverspannung“ von vor einem Jahr einfach so einreichen im Antrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung, könnte es zu durchaus größeren Problemen kommen. Auch eine Risikovoranfrage kann wahrscheinlich noch kein endgültiges Votum geben, tendenziell wird eher eine Ausschlussklausel kommen als eine normale Annahme. Von daher heißt es wieder – sauber aufbereiten und kurz ein ärztliches Statement einholen.

1.13 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Nackenverspannung

Gut ist hier natürlich auch das Statement, dass es keine sonstigen chronischen Vorerkrankungen gibt.

14. Wirbelsäulenbeschwerden über Jahre abgerechnet in der Krankenakte

Ganz krasse Fälle gibt es auch wieder. Dies war uns damals sogar einen eigenen Blogartikel wert mit „Abrechnungsfehler des Arztes in der Patientenakte? Zufall oder Absicht?“, welcher auch medial wahrgenommen worden ist. Hier handelte es sich um eine Diagnose aus dem Jahre 2002 (!!), welche immer wieder abgerechnet wurde. Bei jedem Arztbesuch. Denk Dir Deinen Teil darüber bitte selber… Dies musste jetzt klargestellt werden, sonst wäre die Ausschlussklausel für die Wirbelsäule so sicher gewesen wie das Amen in der Kirche. Selbiges kommt definitiv immer ;-).

1.14 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Fehlerhafte Skoliose

Wenigstens war der Arzt hier etwas einsichtig und bat um Entschuldigung für die fehlerhafte Übermittlung der Daten. Ein weiteres Fass haben wir und der Interessent jetzt nicht aufgemacht (Stichwort: Meldung bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung).

16. Einmalige Rückenschmerzen vor wenigen Monaten – Auswirkung auf die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Möchte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen und war vor wenigen Monaten beim Arzt wegen Rückenbeschwerden, so kann dies zu großen Problemen führen. Ohne nähere Angaben (Eigenangaben werden hier nicht genügen) wird es leider den Ausschluss für die Wirbelsäule geben. Dies wäre mehr als ärgerlich, war unser Interessent ansonsten doch sehr gesund und es war sein einziger Arztbesuch in den letzten fünf Jahren aufgrund der Rückenbeschwerden.
Mit einer kurzen Stellungnahme wurde dies aber aus der Welt geschafft.

1.15 Ärztliches Attest Berufsunfähigkeitsversicherung Wirbelsäulenleiden

Fazit zu ärztlichen Stellungnahmen in der Berufsunfähigkeitsversicherung:

Bei manchen Diagnosen kommst Du nicht daran vorbei, dass Du Dir eine ärztliche Stellungnahme anforderst. Denke immer daran: Die Risikoprüfung der Gesellschaft muss sich ein exaktes Bild von Deiner Vorerkrankung machen. Gibst Du denen nur eine einzelne Diagnose ohne weiteren Hintergrund, wird die Annahmequote auf jeden Fall erheblich schlechter sein als wenn Du etwas Input gibst, idealerweise in Verbindung mit einem Arzt.
Einzelne vermeintliche Vorerkrankungen schauen auf den ersten Blick relativ schwierig aus, mit einem ärztlichen Attest können viele beschwerliche Steine auf dem Weg zur passenden Berufsunfähigkeitsversicherung sehr einfach aus dem Weg geräumt werden.

Klar ist aber auch, dass hierbei immer zwei Seiten mitspielen müssen. Unser Interessent muss das Engagement zeigen und Zeit investieren und der Arzt muss dies auch herausschreiben wollen. Ab und zu hilft es aber auch, zu einem anderen Arzt zu gehen, wenn man ein vielleicht nicht sooo gutes Gefühl hat oder auch räumlich mittlerweile (nach dem Studium / Arbeitsplatzwechsel) entfernt ist. Es kann aber gut sein, dass der Arzt hier eine kleine Rechnung stellt in Höhe von 10-30 Euro (so unsere Erfahrungen) – dies ist normal und bitte nimm dies auch an für diese kleine Gefälligkeit.

Wie Du sicherlich merkst, sind unsere Ansätze zur passenden Berufsunfähigkeitsversicherung sehr praxisorientiert. Die ordentliche Beantwortung der Gesundheitsfragen ist viel wichtiger als die 73. Auszeichnung in einem vermeintlichen Fachmagazin. Gefühlt wird eh jede Berufsunfähigkeitsversicherung dort mit „sehr gut“ bewertet – von daher legen wir lieber unseren Fokus auf die Realität. Was hilft Dir der schönste Briefkopf, wenn Du die Ausschlussklausel Wirbelsäule bekommst?