Warum Sie dies jetzt lesen sollten, wenn Sie einen Riesterfondssparplan der Deka, DWS oder Union Investment besitzen.

Riesterrente unsicher mit Riesterfondssparplan

Wie Sie evtl. schon mitbekommen haben, halten wir die Anlage für die Altersvorsorge & den Vermögensaufbau in Investmentfonds für unerlässlich und sehen dies als sehr wichtig an. Wie kommt es aber dann, dass wir (und eigentlich sämtliche weitere Marktteilnehmer, welche 1 und 1 zusammenzählen) einen Riesterfondssparplan der nicht ganz unbekannten Gesellschaften Deka (vor allem über die Sparkasse vermittelt), DWS (Deutsche Bank, DVAG und freie Vermittler) und Union Investment (Volks- und Raiffeisenbank) ablehnen? Wenn Sie diesen Beitrag gelesen haben, werden Sie genauso denken. Haben Sie diese Riesterrente, so können Sie sich glücklich schätzen, die teuerste Form der Riester zu besitzen – das dicke Ende kommt zum Schluss ;-).

Dies sind jeweils Punkte, die nicht wiederlegt werden können, da diese die Schwachstelle des Konstruktes Riesterfondssparplan bei der Deka, DWS und Union Investment gnadenlos aufdecken. Es ist schade, aber wir können es leider nicht ändern. Das Problem an der ganzen Thematik ist die Tatsache, dass ein Riesterfondssparplan keine lebenslange Rente garantieren kann und vor allem darf. Der biometrischen Absicherung (und nichts anderes ist das Langlebigkeitsrisiko) sind Versicherungen vorbehalten. Der Gesetzgeber sagt, dass dies Anbieter über Fondsriester nicht können und vor allem einfach nicht dürfen. Dieser kleine Unterschied wird Ihnen in der Rentenphase mehrere zehntausend Euro kosten.

Keine monatlich garantierten Renten bei der Deka, DWS oder Union Investment!

Wie wir jetzt wissen, muss ein Riesteranbieter eine monatliche Rente ausbezahlen. Bis an das Lebensende. Bei einer Rentengarantiezeit noch etwas länger (aber dies soll nicht der Punkt sein) an die Hinterbliebenen. Ein Fondssparplan in der Riesterrente muss aus gesetzlichen Gründen dafür eine Rentenversicherung ab dem 85. Lebensjahr abschließen, um diese lebenslange Rente garantieren zu können. Dies muss er auch machen, auch wenn Sie es nicht möchten oder ggf. auch schwer krank sind und eine geringere Lebenserwartung haben.
Diese Rentenversicherung ab 85 Jahren wird mit dem Beginn der Rentenphase abgeschlossen, heimlich still und leise. Bei der Einführung der Riesterrente im Jahr 2001 rechnete man damit, dass ca. 10-15 % Einmalbetrag der bis dahin angehäuften Summe (bestehend aus Einzahlungen, Zulagen und ggf. Wertentwicklung) genügten. Rechnen wir also kurz: von angenommen 100.000 Euro in der Riesterrente werden zwischen 10.000 Euro und 15.000 Euro abgezwackt. Nur noch 85.000 Euro kommen in die Rentenphase zu unbekannten Rechnungsgrundlagen. Merke: Dies war im Jahr 2001 so.

Sehen wir uns aktuelle Werte in der Riesterrente des Anbieters DWS an:

Entwicklung Einmalbeiträge DWS für Rentenversicherung

Quelle: ProRiester / Softfin

Mittlerweile sind wir nicht mehr bei den vorher geschätzten 10 – 15 %, sondern 2017 sind wir bei 31 %. Von 100.000 eingezahlten Euro (+Zulage und ggf. Wertsteigerung) werden Ihnen knapp ein Drittel abgezogen. Stand jetzt, 2017. Sehen wir uns aber den graphischen Verlauf an:

Entwicklung Abzug Fondssparplan Riester

Quelle: ProRiester / Softfin

Wie alt sind Sie gerade? 25? 30? 35? 40? Wann ist Ihr Eintritt ins Rentenalter geplant? Mit 67 Jahren? Wie viele Jahre haben Sie denn Zeit? Sehen Sie sich die obigen Zahlen genau an. In weniger als 15 Jahren hat sich die Einmalzahlung für die Rentenversicherung ab 85 Jahren fast verdoppelt. Dieses Szenario ist vor allem der (glücklicherweise) steigenden Lebenserwartung geschuldet. Dies ist für uns Bürger zwar natürlich absolut positiv, aber für Riesterfondssparpläne eine einzige Katastrophe. Jeder Monat, welchen Sie statistisch länger leben, wirkt sich direkt auf Ihre Rente aus!
Und was denken Sie? Werden wir aufgrund des medizinischen Fortschrittes, der nicht mehr so stark körperlichen Arbeitsweise und immer gesünderer Ernährung langfristig eher älter oder dreht sich das Pendel wieder um?

Statistik der letzten 10 Jahre in Sachen Lebenserwartung:

Lebenserwartung Sterbetafel im 10 Jahres Vergleich

Quelle: www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/03/PD16_072_12621.html (Bitte beachten: Riesterrenten dürfen seit 2006 nur als Unisex Tarife angeboten werden. D.h., es darf kein Unterschied zwischen Mann & Frau gemacht werden. Somit wird natürlich eher die Lebenserwartung der Frau herangezogen, da diese statistisch länger lebt).

Allein in den letzten 10 Jahren hat sich für Neugeborene die Lebenserwartung um ca. zwei Jahre verlängert. Für angehende Rentner mit 65 Jahren stieg diese zwischen 1,1 und 1,4 Jahre. Man meint, dass dies nicht so viel ist, aber selbst diese Zahlen haben eine imposante Auswirkung auf die Einmalzahlung ab 85 Jahren (welche Ihnen aber schon ab dem Renteneintrittsalter abgezogen werden).
Man muss kein Fachmann sein, um zu erkennen, dass sich dieser positive Trend der Langlebigkeit noch weiter vorsetzen wird.
Jeden Monat, welchen Sie statistisch länger leben, wirkt sich sofort auf Ihre Rentenhöhe eines Riesterfondssparplanes aus. Sie müssen also direkt hoffen, dass die Lebenserwartung in Deutschland zurückgeht. Wir wissen, das klingt makaber. Die Riesteranbieter greifen hierfür auf die Sterbetafel zurück, welche in der Regel dynamisch jedes Jahr wandern kann und auch wird.

Sind Sie Spekulant mit Ihrer Altersvorsorge?

Sind Sie jetzt 30 Jahre alt und zahlen noch 37 Jahre in die Riesterrente ein. Um wieviel Jahre werden wir älter werden? Wissen Sie das? Steigt unsere Lebenserwartung um zwei Jahre an? Oder um fünf Jahre? Jegliche negative Änderung (auch wenn es sonst ja meist positiv ist älter zu werden) in dieser Hinsicht wird sich direkt auf Ihre Rentenhöhe auswirken. Möchten Sie mit Ihrer Altersvorsorge spekulieren? Dann sollten Sie Ihren Riesterfondssparplan bei der Deka, DWS oder Union behalten.

Wenn Sie jedoch langfristige Planungssicherheit möchten, so müssen Sie sich die Rechnungsgrundlagen schon jetzt sichern, im Jahr Ihres Abschlusses.
 Wenn Sie jetzt die Idee hätten mit „statt einer monatlichen Rente lasse ich mir einfach alles auszahlen“, dann ist dies leider auch nicht zielführend. Zu Rentenbeginn können Sie sich 30 % des angesparten Kapitals förderunschädlich auszahlen. Bei den restlichen 70 % wäre es eine förderschädliche Verwendung. D.h., sämtliche erhaltene Zulagen und Steuervorteile müssen Sie zurückzahlen. Dies können mehrere zehntausend Euro sein. Somit sind Sie quasi dazu verpflichtet (was auch der Sinn von Riester sein soll), die monatliche Rente anzunehmen. Nur die Höhe steht eben noch nicht fest ;-).

Selbst die Riesterfondsanbieter haben erkannt – sie sind das teuerste Produkt.

Seit dem Jahr 2017 gibt es bei jeglicher Riesterrente sogenannte Produktinformationsblätter. Diese sind zwar oftmals nicht wirklich so aussagekräftig, aber eine Zahl ist hier sehr interessant. Nämlich die der „Verwaltungskosten der Investmentfonds

Kostenbelastung Fondsriester 0-100 % Produktinformationsblatt

Quelle: Proriester / Softfin / Produktinformationsblatt DWS

Hier steht, dass es eine Kostenbelastung von bis zu 100 % geben darf.
Ähm. Das sitzt. 100 % von dem eingezahlten Kapital sind wie viel? Genau, richtig geraten. Klar, es ist nur eine theoretische Zahl, aber nochmal die Frage: Möchten Sie mit Ihrer Altersvorsorge spekulieren? Riester ist i.d.R. der erste Baustein für die Sicherung des Wohlstandes im Alter. Damit geht man nicht ins Casino und lässt den Zufall gewinnen oder verlieren. Wobei alle Berechnungen danach aussehen, dass wir älter werden und die Langlebigkeit steigt und somit die Quote für die Rentenversicherung ab 85 Jahren bei einem Riesterfondssparplan höher ausfällt.

Auch in den Bedingungen steht es ganz klar drin. Wir wissen es selber, das Kleingedruckte zu lesen macht keinen Spaß und wird quasi auch nie gemacht. Aber schon interessant, was sich dort alles findet.

Auszahlungsphase Riester Fondssparplan

Quelle: Proriester / Softfin / Produktinformationsblatt

Die genauen Bedingungen der Rentenversicherung werden im Rentenbezugsalter festgelegt. Prost, Mahlzeit.

Dieses Problem gilt übrigens auch für jegliche Riesterbanksparpläne, die zwar in der Einzahlphase sehr kostengünstig erscheinen, aber genauso wie bei einem Fondssparplan das dicke Ende zum Schluss kommt. Bei einem Banksparplan hat man zudem faktisch keinerlei Möglichkeiten auf eine gewisse Rendite (die beim Riesterfondssparplan theoretisch möglich wäre, aber darauf kommen wir gleich zurück).

„Dann wechsle ich kurz vor der Rentenphase zu einer Riesterversicherung“

Ebenfalls eine gute Idee, scheitert aber wieder in der Praxis. So gibt es mittlerweile nicht wenige Anbieter am Markt, welche ein maximales Eintrittsalter von 48, 50 oder 52 Jahren haben. Dies dürfte sich in der Zukunft noch eher verschärfen.

„Aber vielleicht hole ich durch einen Riesterfondssparplan eine höhere Rendite heraus?“

Nächste gute Idee, die aber in der Praxis gnadenlos scheitert. Hierzu sehen wir uns einige Beispiele an. Bei jeglichen Riesterrenten gibt es eine Beitragsgarantie zu Rentenbeginn. Bitte diese Beitragsgarantie nicht verwechseln mit der Höhe der Rente im Bezugszeitraum. Die Beitragsgarantie bei Riester sagt aus, das mind. die eingezahlten Beiträge und die Zulage mit Rentenbeginn durch den Anbieter garantiert sein müssen.

Dies klingt eigentlich erst einmal gut, denn als Laie würde man meinen „Super, dann kann ich in Aktien sparen und habe eine komplette Beitragsgarantie“. Aber das ist der Crux an der ganzen Geschichte – die Anbieter wie die DWS, Deka oder die Union Investment sichern sich hier natürlich ab. Auch wenn Aktien(fonds) langfristig die beste Anlage darstellen mit durchschnittlichen Renditen von 7 % p.a., so wird das leider nicht im Riesterfondssparplan umgesetzt.

Hauptsächlicher Beweggrund sind hier vor allem die niedrigen Zinsen. Bei Einführung der Riesterrente im Jahr 2001 gab es noch deutlich höhere Zinssätze für vermeintlich sichere Anlagen. Mit diesem erhöhten Niveau mochte man die Beitragsgarantie bewerkstelligen. Bekomme ich ca. 6 % p.a. für meine Zinspapiere, so kann ich mit einem geringeren Anteil an Anleihen & Rentenfonds die Garantie bewerkstelligen. Jetzt haben wir für „sichere“ Anlagen ein Renditeniveau von vielleicht 0,0-0,6 % (Stand Juni 2017). Wie soll man hier nach Abzug der Kosten noch eine Garantie darstellen können? Die Riesterfondsanbieter bekommen aber (trotz sämtlicher wissenschaftlicher Ergebnisse) bei einer hohen Aktienquote kalte Füße und setzen vor allem auf festverzinsliche Wertpapiere, die zwar nichts bringen, aber keine (vermeintlichen) Verlustrisiken haben.

Das renommierte Fachmagazin „Wirtschaftswoche“ hat dieses Problem in einem Kommentar treffend beschrieben:

Kommentar Riesterfondssparplan

Quelle: Wirtschaftswoche, erworbenes Printmagazin.

Wir zitieren die wichtigste Passage:

„Die Sparpläne halten Ihr Versprechen nicht. Wenig Sparer profitieren von den Renditen am Aktienmarkt, das Geld fließt meistens in niedrig verzinste Anleihen“.

Dem ist wirklich so, was wir Ihnen gleich auch präsentieren können. Auch in unserem Bestand befinden sich noch einige Riesterfondssparpläne (aus den verschiedensten Gründen), deshalb können wir direkt auf Live-Daten zurückgreifen.

Beispiel eines 1989 geborenen Riesterfondssparer. Dieser hat also noch knapp 40 Jahre Zeit bis zu Rentenbeginn (Stand 07.06.2017):

1989 geboren Verteilung Fondssparplan Riester

Quelle: DWS Partner Portal Interner Bereich

Insgesamt sind 4.405 Euro in dem Riestervertrag. Davon 4.322 Euro in festverzinslichen Wertpapieren, welche keine nennenswerte Rendite bringen. Nur knapp 83 Euro befinden sich in reinen Aktienfonds. Das sind ca. zwei Prozent für eine 28-jährige Person. Woher soll hier die Rendite kommen? Klar, man kann hoffen, dass die Zinsen wieder stark steigen können. Dies wird nach unserem Ermessen aber noch sehr lange auf sich warten lassen. Zudem stellen wir Ihnen wieder die Frage: Möchten Sie bei Ihrer Altersvorsorge hoffen und beten, das Zinsen wieder steigen werden oder gehen Sie bei Ihrer Altersabsicherung mit kühlem Kopf vor?

Aber das obige Beispiel ist keine Ausnahme, wie wir jetzt sehen bei einem 1983 geborenen Sparer (Stand 07.06.2017):

1983 geboren Verteilung Fondssparplan Riester

Quelle: DWS Partner Portal Interner Bereich

Dieser hat derzeit knapp 10.000 Euro in seinem Riestervertrag. Davon sind derzeit 193 Euro in Aktienfonds investiert und über 9.600 Euro in renditeschwachen Anlagen. Und das, obwohl er monatlich 162,17 Euro einzahlt und bis Rentenbeginn noch über 30 Jahre Zeit hat. Wir haben seit dem Jahr 2009 einen fabelhaften Kursverlauf der weltweiten Aktienmärkte. Es kommen sicherlich wieder turbulentere Zeiten. Aber wenn man mit den Riesterrenten in den letzten Jahren schon nicht an den weltweiten Kurssteigerungen teilnahm, wann dann?

Steigende Zinsen bereiten Riesterfondssparplänen große Probleme!

Zudem gibt es ein Risiko an massiven Kursverlusten bei steigenden Zinsen. Hört sich komisch an, aber das zeigen wir Ihnen jetzt auf. In den oben genannten Beispielen liegt der größte Teil des Riestersparvertrages in dem Investmentfonds „DWS Vorsorge Rentenfonds XL Duration“. Dieser legt ausschließlich in festverzinsliche Wertpapiere an, die bester Bonität sind. Klingt gut, ist es nicht. Diese bringen dafür auch so gut wie keinerlei Rendite. Schauen wir uns die Top 10 an:

Größte Gewichtung Rentenfonds in Riesterfondssparplan

Quelle: Factsheet DWS api.fundinfo.com/document/24f1c06eabaf49511ba0021c539f348a_322325/MR_DE_de_LU0414505502_YES_2017-04-28.pdf

Zu knapp 50 % findet hier die Anlage in Deutsche Anleihen statt. Wissen Sie, was Deutsche Anleihen derzeit bringen? Ja, genau. Nämlich wenig bis nix. Das Amüsante daran ist, dass die Papiere teilweise 25 oder 30 Jahre laufen.

Laufende Verzinsung Rentenfonds Riesterfondssparplan

Quelle: Factsheet DWS api.fundinfo.com/document/24f1c06eabaf49511ba0021c539f348a_322325/MR_DE_de_LU0414505502_YES_2017-04-28.pdf

Die laufende Verzinsung der Wertpapiere beläuft sich aufgrund der gestiegenen Anleihenkurse bei grandiosen 0,3 %. Jetzt hatten wir in den letzten 6 Monaten die Situation, dass die Zinsen weltweit leicht (die Betonung liegt auf leicht) gestiegen sind. Somit haben die Anleihen Kursverluste verkraften müssen.

Schauen wir uns den Chartverlauf des Fonds der letzten 12 Monaten an:

Chartverlauf Rentenfonds DWS Riesterfondssparplan

Quelle: www.finanzen.net/fonds/dws_vorsorge_rentenfonds_xl_duration

Ein Minus von 11,1 %. Vom Hoch vom Juli 2016 ergibt sich sogar ein Minus von knapp 25 %. Dies in einer vermeintlich sicheren Anlage. Es geht um nichts anderes als um Ihre Alterssicherung. Stark steigende Zinsen hätten somit massive Verluste in den befindlichen Anleihenfonds.

Derzeit fließen selbst bei den jüngsten Sparern in einem Riesterfondssparplan nur wenige bis gar keine (!!) Beiträge in Aktienfonds, obwohl diese über einen Zeitraum von 15 Jahren in der Geschichte noch nie einen Verlust erlitten haben (siehe unser Artikel „Plädoyer für Aktien & Investmentfonds“). Es ist schon makaber. Wir in Deutschland müssen eine deutlich höhere Aktienquote fahren, dies weiß mittlerweile faktisch jeder Fachmann. Der Riestersparer meint es nun gut und es wird trotzdem nicht gemacht.

Wie schon öfters betont, halten wir Investmentfonds & Aktien für enorm wichtig im Vermögensaufbau & der Altersvorsorge. Diese sollten dann aber ohne eine Beitragsgarantie ausgestattet sein. Wie Sie am Riesterbeispiel sehen, sind Beitragsgarantien enorm teuer und somit praktisch unnütz. Je jünger Sie sind, desto höher kann Ihre Aktienquote sein. Eine gewisse Laufzeit ist an jeglichem Punkt in der Geschichte eine automatische Beitragsgarantie.

Dies können Sie am Beispiel des Renditedreiecks des Deutschen Aktieninstituts wunderbar sehen:

Renditedreieck Aktien Dax seit 1967

Quelle: Deutsches Aktieninstitut, www.dai.de

Überzeugt, dass ein Riesterfondssparplan über Deka, DWS oder Union Investment keine passende Lösung ist?

Riesterfondssparpläne sind für Sie eine absolute Blackbox. Selbst eine geringe Erhöhung der Lebenserwartung schlägt direkt auf Ihre monatliche Rente (welche Sie erst zu Rentenbeginn erfahren!!) durch. Sie sind dem Anbieter komplett ausgeliefert. Zudem greift das Argument „Ok, ich nehme diese Blackbox in Kauf aufgrund höherer Renditen“ nicht mehr, da es so gut wie keine Aktienquote mehr gibt. Hochrechnungen von 6 % und mehr sind somit der Phantasie der Anbieter geschuldet und nicht mehr der nackten Wahrheit. Sollte ein Riesterfondsparplan Ihr erster Baustein für die Absicherung der Altersrente sein, so gibt es viel bessere Alternativen am Markt.

Was soll ich tun, wenn ich einen Riesterfondssparplan über Deka, DWS oder Union Investment habe?

Hier gibt es eigentlich zwei Möglichkeiten, welche je nach individueller Situation beherzigt werden sollten:

Riestersparer mit erheblicher Differenz zwischen Vertragsguthaben & eingezahltem Guthaben:

Hohe Differenz Riester Einzahlung und Vertragsstand

Quelle: Interner Bereich DWS Partner Portal

Dieser hat derzeit eine Beitragsgarantie (Eingezahlt & Zulagen) von 12.981 Euro. Als aktuelles Vertragsguthaben befinden sich 9.801 Euro im Topf. Würde er den Vertrag jetzt kündigen, kämen nur die 9.801 Euro minus den gezahlten Zulagen und abzüglich der Steuervorteile zur Geltung. Kein gutes Geschäft und nicht ratsam, denn der Vertrag wird förderschädlich aufgelöst.

Übertrag zu einem neuen Riester Anbieter ist jederzeit möglich…

Eine Möglichkeit ist es, das aktuelle Vertragsguthaben auf einen neuen Riesteranbieter zu übertragen. Dies geschieht dann förderunschädlich (sprich, die Zulagen und die Steuervorteile müssen NICHT zurückgezahlt werden).
Der (erheblich) größere Nachteil ist aber, dass im obigen Beispiel die Differenz zwischen Einzahlung und Auszahlung „verloren“ ist. Zu einem neuen Anbieter wird nur das aktuelle Vertragsguthaben übertragen, nicht die Beitragsgarantie.
Somit hätte man im obigen Beispiel knapp 3.000 Euro an Verlust realisiert. Evtl. kann hier das Rechnen beginnen. Wechselt man nämlich zu einer vernünftigen Riesteralternative, so kann die dann stattfindende Wertentwicklung das Minus über all die Jahre evtl. auffangen. Kann, muss aber nicht. Dies wird sich wahrscheinlich erst in etlichen Jahrzehnten zeigen.

…aber nicht immer die beste Variante.

Die wahrscheinlich sinnvollste Alternative ist jedoch, wenn man diesen oben genannten Vertrag beitragsfrei stellt. Dies hat den Vorteil, dass zu Rentenbeginn mind. das Eingezahlte & das Guthaben sichergestellt werden muss. In diesem Fall die knapp 13.000 Euro. Somit ist ein Verlust ausgeschlossen. Nachteil: Sie bekommen jedes Jahr ein Schreiben des Riesterfondsanbieters, das läppert sich über die Jahre ;-).
Sollte es in etlichen Jahren wider Erwarten eine Rendite geben (= Sie sind nahe am eingezahlten Guthaben), so können Sie es später immer noch übertragen. Die Option haben Sie eigentlich immer (Höchsteintrittsalter aber beachten). 

Schon gewusst? Kleinstrenten werden auf einmal ausbezahlt.

Kleinstrenten / Guthaben bei Riester haben zudem den „Vorteil“, dass diese aufgrund des geringen Guthabens auf einmal ausbezahlt werden können (förderunschädlich). Die Grenze liegt hier derzeit (Stand 2017) bei rund 29,75 Euro. Man könnte sich also anstatt von Kleinstrenten den kompletten Betrag auszahlen lassen. Dies ist im Riestergesetz auch so vorgegeben, da sehr kleine monatliche Renten einen größeren Verwaltungsaufwand nach sich ziehen würden und das in keinem sinnvollen Kosten / Nutzenverhältnis steht. Wenn Sie also im Jahr 2016 eine Rente von weniger als 29,05 Euro erwarten würden, können Sie es sich auf einmal auszahlen lassen. Dieser Wert steigt i.d.R. Jahr für Jahr an. 2014 lag dieser Wert nämlich noch bei 27,65 Euro. In einigen Jahrzehnten dürfte dieser somit erheblich höher sein. Somit werden wohl Riesterguthaben von grob geschätzt 12-15.000 Euro förderunschädlich aufgelöst werden können. 

Nicht immer ist Riester die erste Wahl – für investmentaffine Personen gibt es durchaus bessere Lösungen.

Zudem gibt es natürlich noch eine Möglichkeit, welche auch für eine gewisse Klientel in Betracht gezogen werden sollte: einfach nicht mehr Riestern. Die aktuelle Beitragsgarantie in sämtlichen Riesterprodukten ist für manche ein Hindernis. Kann man mit sehr stark schwankenden Märkten und auch mal mit einem kurzzeitigen Minus von 30 oder 40 % leben, so ist eine Anlage (auch der Altersvorsorge) direkt in Investmentfonds (ob mit oder ohne Versicherungsmantel - müsste man eruieren) langfristig die wohl attraktivere Anlageform.

Riester darf aber auch nicht unbedingt aus Renditegesichtspunkten gesehen werden, sondern vor allem aus Absicherung des Langlebigkeitsrisikos. Das gesamte Thema der Altersvorsorge und dem Vermögensaufbau muss eigentlich gesamtheitlich betrachtet werden.

Riestersparer mit geringer Differenz oder mit positiven Guthaben:

Geringe Differenz Riester Einzahlung und Vertragsstand

Quelle: Internes DWS Partner Portal

In diesem Fall eines DWS Riestervertrages ist die Differenz sehr gering. Natürlich hat man hier auch die Möglichkeit der Beitragsfreistellung und dem Abwarten des Rentenbeginns, dies ist aber unserer Meinung nach nicht zielführend. Hier kann der Übertrag zu einem vernünftigen Anbieter erfolgen mit garantiertem Rentenfaktor und besten Bedingungen.

Ein Übertrag ist i.d.R. ohne Probleme möglich. Die maximale Gebühr (staatlich gedeckelt) darf bei 150 Euro Wechselkosten liegen (gilt selbstverständlich auch für Riestertarife der Deka, DWS und Union Investment). Dies bekommt man eigentlich aber gar nicht mit, da schlichtweg weniger übertragen wird. Bei einer geringen Differenz oder auch der freudigen Tatsache, dass das aktuelle Vertragsguthaben höher ist als die Beitragsgarantie, so empfiehlt sich hier ein Übertrag. Ein sehr guter Riesterrentenversicherungsanbieter schließt hierbei nur folgende Fälle aus:

Übertrag Riesterrente Voraussetzung Anbieter 1


Dieser Anbieter ist für uns derzeit auch die erste Wahl. Sollte schon eine vorherige Kapitalübertragung erfolgt sein, kommt ein weiterer Anbieter in die nähere Auswahl, welcher bei einem Übertrag folgende Ausschlusskriterien besitzt:

Übertrag Riesterrente Voraussetzung Anbieter 2

Bei diesem Anbieter können somit auch Verträge übernommen werden, wenn eine vorherige Kapitalübertragung stattgefunden hat.

Ok, überzeugt. Ich habe mich entschieden, Fondsriester ist nix. Zu welchem Riesteranbieter soll ich jetzt wechseln bzw. einen Neuvertrag machen?

Fondsriester, Banksparplanriester und Bausparriester fallen heraus, bleibt also „nur“ noch die Möglichkeit über eine normale Riesterrentenversicherung. Bei sehr guten Anbietern (das sind wirklich nur sehr wenige) bleiben die Rechnungsgrundlagen im Jahr des Abschlusses schon fest und passen sich (im unwahrscheinlichen Fall) positiv an – Stichwort „Besserungsoption“. Bitte beachten: Wir reden hier auch nicht von klassischen Riesterrentenversicherungen, sondern von fondsgebundenen Riesterrentenversicherungen. Dies bitte nicht verwechseln mit Riesterfondssparplänen ;-).

Bei der Frage nach dem passenden Anbieter & Tarif greifen wir gerne auf die Sechs Riesterfragen des spezialisierten Versicherungsmakler Joachim Haid zurück, welcher sich mit seiner Firma Softfin auf die Auswertung von Riestertarifen spezialisiert hat:

Sechs Riesterfragen

Quelle: Softfin 6 Riesterfragen

Möchten Sie weiterhin mit Ihrer Altersvorsorge spekulieren, dann beachten Sie diese Sechs Riesterfragen nicht weiter. Möchten Sie aber Planungssicherheit haben und keine bösen Überraschungen erleben, so legen wir Ihnen diese Fragen sehr ans Herz. Im Moment (Juni 2017) gibt es nur zwei Anbieter am Markt (beides übrigens Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit), welche unser Anforderungsprofil erfüllen.
Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung – die Wege sind bekanntlich kurz bei uns ;-).