Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung - Stolpersteine & Bei wem sind diese sauber formuliert!

Landläufig dürfte man durchaus meinen, dass sich die einzelnen Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht großartig unterscheiden. Aber weit gefehlt. Die exakte Fragestellung im Antrag kann durchaus über die Annahme und den exakten Versicherungsschutz entscheiden. Von "Bestehen oder bestanden Krankheiten oder Beschwerden" bis hin zu "Waren Sie in den letzten fünf Jahren in ärztlicher Behandlung wegen..." ist alles dabei. Für viele dürfte es keine Rolle spielen, wenn man die Gesundheitshistorie sauber aufbereitet und eine Risikovoranfrage stellt, aber bei der einen oder anderen Beschwerde sollte man ggf. die Gesundheitsfragen etwas näher betrachten. Zwei Gesellschaften stechen hier besonders positiv hervor mit dem Volkswohl Bund und der AXA Versicherung. 

Grundsätzlich sind die Gesundheitsfragen von den verschiedenen Anbietern in der Berufsunfähigkeitsversicherung schon zu Beginn einer Beratung sehr wichtig. Trotzdem sollte aber nicht ein Schritt vor dem anderen gemacht werden. Über die richtige Vorgehensweise bei der Beantragung der passenden Berufsunfähigkeitsversicherung haben wir einen eigenen Artikel „Ablauf Beratung Berufsunfähigkeitsversicherung“ verfasst. So muss der erste Schritt die intensive Aufbereitung der eigenen Gesundheitshistorie sein, indem man den jeweiligen Gefahrenumstand sauber benennt. Gemeinsam würden wir dann beschließen, ob eine umfangreiche Eigenerklärung oder auch ein aktuelles ärztliches Attest nötig werden würde. 

Der nächste und wohl wichtigste Schritt – intensive Auseinandersetzung mit den Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Liegen die Gesundheitsangaben nun vor, sollte man gemeinsam mit seinem Berater die eigene Gesundheitshistorie penibel durchgehen und vor allem auch auf den Zeitpunkt der Diagnose und die weiteren Behandlungen achten. So wird z.B. eine Psychotherapie von vor sechs Jahren bei einigen Anbietern mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zu einem Ausschluss dieser Erkrankung führen bzw. eventuell gleich zu einer Ablehnung des Antrages. Bei einem anderen Anbieter für die Berufsunfähigkeitsversicherung wird es hingegen zu keinen Problemen kommen. Dies ist auch keine Zauberei, da schlichtweg ein Anbieter bei dem Thema Psyche den Abfragezeitraum auf fünf Jahre beschränkt, eine weitere Gesellschaft aber auf 10 Jahre ausweitet. Genau dieser Unterschied kann über Wohl und Wehe einer der wichtigsten Versicherungen überhaupt entscheiden. Im Extremfall kann dies die Existenz sichern. Darum sollte bei der richtigen Wahl zur Berufsunfähigkeitsversicherung auch der Weg über einen Versicherungsmakler gegangen werden, welcher bei nahezu allen Gesellschaften am Markt ein Angebot unterbreiten kann (es aber nicht machen wird, wenn er versiert ist - ein guter Makler kann es recht gut vorab einschätzen). Suchst Du vereinfachte Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung, so schau Dir bitte den Artikel "Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten & wenigen Gesundheitsfragen" an.

Gesundheitsfragen einzelner Anbieter in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Sehen wir uns gemeinsam einige exakte Gesundheitsfragen an und erforschen die genaue Fragestellung:

1. Neue Gesundheitsfragen (ab 01.01.2020) Alte Leipziger Berufsunfähigkeitsversicherung

Ab dem 01.01.2020 gibt es neue Gesundheitsfragen bei der Alten Leipziger Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Alte Leipziger hat in den Gesundheitsfragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung einen kleinen Meilenstein ab dem 01.01.2020 für einen normalen Antrag gesetzt. Der Abfragezeitraum wurde überschaubarer gestaltet, viele Beschwerden und Arztbesuche werden nur noch drei Jahre abgefragt. Der Marktstandard liegt hierbei definitiv bei fünf Jahren. Für den normalen Verbraucher ist dies sicherlich von Vorteil, denn es gilt natürlich "Je weniger man angeben muss, desto besser ist es". Aber der Crux liegt hier natürlich im Detail. Es ist und bleibt eine offene Fragestellung mit

Bestehen oder bestanden in den letzten 3 Jahren Krankheiten, Unfallfolgen oder Schäden

Besser wäre natürlich gewesen eine Fragestellung mit "Sind oder waren Sie in den letzten 3 Jahren in Beratung, Behandlung etc...von Ärzten oder anderen Heilbehandlern"... Leider sind wir nicht bei "Wünsch Dir was", aber diese Anmerkung musste jetzt sein ;-)-.

Die Fragestellung 2 mit der Psyche bleibt weiterhin auf 5 Jahre beschränkt mit

Bestehen oder bestanden in den letzten 5 Jahren Krankheiten der Psyche (auch Angststörung, Essstörung, Schlafstörungen (mehr als 5-mal im Monat), Erschöpfungszustände, Aufmerksamdefizitsyndrom, Selbstmordversuch)

Auch dies ist marktüblich. Nur manche vereinfachte Gesundheitsfragen bieten einen begrenzten Abfragezeitraum bei psychischen Störungen an. Nach unserer Meinung wird sich hier auch in Zukunft nicht viel ändern, denn diese ist mittlerweile der häufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit. 

Unbegrenzt gibt es auch zwei Fragen mit

Wurde eine HIV Infektion festgestellt oder steht noch ein Testergebnis aus & wurde eine Krebserkrankung festgestellt (bösartiger Tumor, Leukämie, Lymphome)

Finden wir jetzt aber nicht dramatisch, dass man eh in ärztlicher Behandlung deswegen wäre, wenn vor zig Jahren eine der obigen Erkrankungen festgestellt wurde. 

Durchaus etwas schwierig kann folgende Gesundheitsfrage der Alten Leipziger sein:

Bestehen Behinderungen (auch angeborene) oder haben Erkrankungen oder Unfälle Folgen hinterlassen (auch Belastungsminderung, Bewegungseinschränkung, Schmerzen, Verlust oder Funktionseinschränkung  im Bereich der Inneren Organe, der Wirbelsäule, des Kopfes der Arme oder Beine"

Fassen wir mal die Meinung des versierten Versicherungsmakler zusammen "Wir sind alle darüber nicht gerade amüsiert". Ließ dir die Gesundheitsfrage der Alten Leipziger mal Bitte in Ruhe durch. Schon ein Meiniskussriss von vor 10 Jahren kann eine kleine Belastungsminderung nach sich ziehen. Wir finden die Gesundheitsfragen recht "tricky" - dass trübt schon etwas unsere gemeinsame Freude aufgrund des geringeren Abfragezeitraumes. Damit hebelt die Alte Leipziger das eigentlich positive Gesamtbild massiv nach unten. Dieses Risiko solltest Du dir bewusst sein!

Alt: 1. Gesundheitsfragen Alte Leipziger Berufsunfähigkeitsversicherung

Sehen wir uns besonders sechs Gesundheitsfragen in der BU bei der Alten Leipziger genauer an:

Gesundheitsfrage Frage 3 im Antrag der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Alten Leipziger

Nehmen oder nahmen Sie in den letzten 5 Jahren regelmäßig Medikamente ein (d.h. mehr als 1 Monat lang täglich Medikamente oder an mehr als 20 Tagen im Jahr ein gleichartiges Medikament; auch Schlaf-, Schmerz-, Aufputsch- oder Beruhigungsmittel)?

Die Frage nach der Medikamenteneinnahme ist bei einem Antrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung bei den Gesundheitsfragen völlig normal. Unterschiedlich ist hierbei vor allem die Einnahmedauer. So werden manche Medikamente nur für 14 Tage verschrieben bzw. nach dieser Zeit ist die Dosis aufgebraucht. In dieser obigen Fragestellung müsste es nicht angegeben werden. Andere Gesellschaften fragen nach einer Einnahmedauer von zwei Wochen. Dies kann mit einer normalen Behandlung mit Antibiotika schon schnell erreicht werden, ein Monat eher nicht.

Frage 6 im Antrag der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Alte Leipziger

„Waren Sie in den letzten 5 Jahren mehr als 3 Wochen ununterbrochen arbeitsunfähig?“

Bei anderen Anbietern kann diese Fragestellung nur zwei Wochen betragen oder es wird gar nicht danach gefragt. Natürlich wird es höchstwahrscheinlich bei der Annahme des Vertrages keine Rolle spielen, ob Sie zwei oder drei Wochen krankgeschrieben waren, da Sie durch die Einreichung der Krankenakte dem Versicherer die Diagnose und Behandlung schon offen gelegt haben. Trotzdem lauert hier ein kleiner Schritt zur fahrlässigen Falschangabe. Im Zweifel lassen Sie sich von Ihrer Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitszeiten bestätigten.

Frage 7 im Antrag der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Alten Leipziger

„Sind Sie in den letzten 5 Jahren von Ärzten, Psychologen, Krankengymnasten oder Heilpraktikern untersucht, beraten oder behandelt worden (auch Operationen, Strahlen-, Chemotherapie)?“

Die Frage nach einer Behandlung durch Ärzte, Krankengymnasten und Heilpraktikern ist normal und angemessen. Hier sehen Sie aber schon selbst, wenn Sie die Frage genau durchlesen: Selbst bei einer Erkältung und deren Behandlung muss dieser Arztbesuch angegeben werden. Sie wurden ja behandelt.

Interessanter ist hierbei aber die Erwähnung eines Psychologen. Viele Anbieter fragen hier nämlich nach zehn Jahren und nicht nach fünf Jahren. Großer Pluspunkt also, wenn Sie zwischen Jahr Fünf und Zehn in Psychologischer Behandlung gewesen sind.

Frage 8 im Antrag der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Alten Leipziger

„Wurden Sie in den letzten 10 Jahren stationär behandelt (auch Kuren, Reha-, Entzugsbehandlungen, Operationen, Strahlen-, Chemotherapie) bzw. ist eine solche Behandlung ärztlicherseits in den nächsten 2 Jahren vorgesehen oder empfohlen?“

In dieser Fragestellung lauern zwei Fallen, die bei anderen Anbietern besser geregelt sind. So fragen (wenige) Gesellschaften in der Berufsunfähigkeitsversicherung nur fünf Jahre nach stationären Aufenthalten. Hier bei der AL müsste somit der Kreuzbandriss von vor sieben Jahren minutiös angegeben werden – auch wenn Sie seit mind. fünf Jahren beschwerdefrei sind. Ein Ausschluss des Knies wird somit höchstwahrscheinlich die Folge sein.
 Zudem wird nach angeratenen Behandlungen der nächsten zwei Jahren gefragt und nicht ein Jahr wie bei anderen Anbietern.

Frage 9.2. im Antrag der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Alten Leipziger

„Wurde eine Krebserkrankung festgestellt (bösartiger Tumor, Leukämie, Lymphome)?“

Diese ist zeitlich unbefristet. Somit muss auch eine Krebserkrankung vor über 10 Jahren angegeben werden. Auch wenn Sie seit diesem Zeitraum nicht mehr behandelt worden sind. Bei anderen Anbietern wird zeitlich befristet oder gar nicht nach einer direkten Krebsbehandlung gefragt (wobei sich diese Erkrankung dann in weiteren Gesundheitsfragen im Antrag wiederspiegelt).

Angemerkt sei natürlich, dass dies keine pauschale Kritik an der Alten Leipziger ist. Wir vermitteln die Gesellschaft sehr gerne. Das A und O im Versicherungsvertrag (neben der Aufbereitung der eigenen Krankenakte) sind die Vertragsbedingungen. Diese sind bei der AL sehr gut. Wir möchten aber, dass Sie ein bisschen ein Gefühl für die exakten Gesundheitsfragen bekommen und dass sich hier schon noch Unterschiede ergeben. Klar, jeden Fall muss man individuell sehen. Waren Sie in den letzten Zehn Jahren kein einziges Mal beim Arzt, so tangiert Sie dies natürlich weniger ;-).


2. Gesundheitsfragen der Volkswohlbund zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Das für uns beste Paket am Markt bzgl. Gesundheitsfrage & Individuelle anonyme Risikoprüfung in der Berufsunfähigkeitsversicherung hat der Volkswohl Bund

Im Juni 2020 wurden die eh schon sehr sauber und fair gestellten Gesundheitsfragen beim Volkswohl Bund nochmals überarbeitet und einige Abfragezeiträume beschränken sich auch auf drei Jahre. Dies ist schon bei der Alten Leipziger so. Der kleine, aber feine Unterschied liegt im Detail. 

Wurden Sie in den nachfolgend genannten Zeiträumen wegen Erkrankungen oder Beschwerden ärztliche oder therapeutisch beraten, untersucht oder behandelt? 

Der geneigte Kenner wird es gleich merken - diese eine Gesundheitsfrage ist doch eindeutig besser, da nicht nach Behandlungen und Beschwerden gefragt wird, weswegen man NICHT beim Arzt gewesen ist. Eine wirklich sehr saubere Fragestellung, welcher der Interessent durchaus zu schätzen weiß, wie man immer wieder als Feedback bekommt ala "Herr Bierl, ich würde gerne zum Volkswohl Bund tendieren. Neben dem attraktiven Preis / Leistungsniveau schätze ich die angenehme Fragestellung, die nicht viel Interpretationsspielraum zulässt". 
Das sehen wir definitiv genauso und deshalb bietet für uns der Volkswohl Bund in der Berufsunfähigkeitsversicherung das eigentlich beste Gesamtpaket. Zudem besitzt man am Markt auch eine der Top 3 Risikoprüfungen. Möchten andere Gesellschaften immer mehr Automatisieren in der Gesundheitsprüfung (wo eine Individualität somit auf der Strecke bleibt), geht der Dortmunder Versicherer einen ganz anderen Weg und schiebt die Menschlichkeit bei der anonymen (!) Prüfung in den Vordergrund. Etwas, was wir durchaus für Lobhaft halten und somit unterstützen möchten. 

Kleines Manko bleibt aber noch mit

Sind Sie dauerhaft körperlich oder geistig beeinträchtigt ohne diesbezüglich ärztlich oder therapeutisch behandelt zu werden (z.b. angeborene Behinderungen, Folgen von Operationen oder Unfällen, Amputationen,, Schwerhörigkeit?

Klingt auf den ersten Blick etwas derb, finden wir aber eigentlich normal.
Praxisbeispiel: Du hast vor Zehn Jahren aufgrund eines Unfalles einen Arm verloren, warst aber deswegen in den letzten fünf Jahren nicht mehr beim Arzt. Das muss hier natürlich angegeben werden. Der Volkswohl Bund dient mit dieser Gesundheitsfrage also eher auf angeborene Beeinträchtigungen. Im Sinne des Versichertenkollektiv ist dies natürlich sinnvoll. 

 

Die zweite Gesundheitsfrage im Antrag des Volkswohlbund ist aber etwas umfangreicher, was zeitgleich ein kleiner Negativpunkt ist.

„Wurden Sie in den letzten 10 Jahren operiert oder psychotherapeutisch oder stationär behandelt (auch Kuren, Reha-, Entzugsbehandlungen, Strahlen-, Chemotherapie)? (Falls „ja“, machen Sie bitte bei Frage 6 weitergehende Angaben.)“

Mit dieser Fragestellung nach den Gesundheitsfragen wird also nach stationären Aufenthalten und nach einer Behandlung bei der Psychotherapie nach 10 Jahren gefragt. Hattest Du vor 7 Jahren eine längere Behandlung zwecks der Thematik Psyche, muss diese angegeben werden. Bei den allermeisten nennenswerten Gesellschaften würde dies rausfallen. Der Volkswohl Bund beteuert zwar, dass man natürlich trotzdem individuell die Angaben in der Voranfrage prüfen würde, aber besser wäre es natürlich, wenn Diese gar nicht Angabepflichtig wären. Schade, so entgeht der Gesellschaft nach unserer Einschätzung durchaus etwas Geschäft. Auf der anderen Seite können wir den Volkswohl Bund aber auch verstehen. Das Thema Psyche & Psychotherapie spielt eine immer größere Rolle als Leistungsfall in der Arbeitskraftabsicherung. 


3. Gesundheitsfragen Die Bayerische Berufsunfähigkeitsversicherung

Merkst Du gleich etwas den Unterschied von der Bayerischen zum Volkswohl Bund in den Gesundheitsfragen?

Gesundheitsfrage 1. im Antrag der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Bayerischen

"Bestehen oder bestanden in den letzten 5 Jahren bei Ihnen Krankheiten, Störungen oder Beschwerden....."

Hier sehen wir einen kleinen, aber feinen Unterschied bei der Bayerischen zum Volkswohl Bund. Selbige frägt ja bei der ersten, allgemeinen Frage nach „Erkrankungen und Beschwerden, weswegen Du beim Arzt gewesen bist“. Die Bayerische hierbei mit „Krankheiten, Störungen oder Beschwerden“, welche auch ohne einen Arztbesuch angegeben werden müssen. Wie definiert man genau gesagt „Beschwerden“? Kann dies nicht vielschichtig sein? Kann ich dem Arzt eine Beschwerde erläutert haben, aber war deshalb nicht in Behandlung? Leider keine exakte Fragestellung und deshalb muss ein gewisser Personenkreis bei diesen Fragen sehr genau aufpassen. Bist du "pumperl" Gesund ist dies natürlich kein größeres Problem. Grundsätzlich sollte man aber Vorsicht walten lassen. 

Gesundheitsfrage 3 im Antrag der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Bayerischen

Nehmen oder nahmen Sie innerhalb der letzten 5 Jahre über einen zusammenhängenden Zeitraum von mehr als 14 Tagen Medikamente ein? Welche, in welchen Abständen und in welcher Dosierung?

Nach der Medikamenteneinnahme wird hier nach durchgängig 14 Tage gefragt. Nicht nach einem Monat oder über einen wiederkehrenden Zeitraum, sondern schon einmalig 14 Tage. Dies könnte evtl. problematisch werden.

Ergänzende Gesundheitsfragen Fragen im Antrag der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Bayerischen

„Werden Sie gegenwärtig oder wurden Sie in den letzten 5 Jahren durch Ärzte, Psychologen, Psychotherapeuten oder Angehörige sonstiger Gesundheitsberufe (z. B. Heilpraktiker, Krankengymnast, Physiotherapeut) beraten, untersucht oder behandelt?“

und

„Wurden Sie in den letzten 10 Jahren in einem Krankenhaus, in Rehabilitations- oder Kureinrichtungen untersucht, beraten oder behandelt oder sind solche innerhalb des nächsten Jahres ärztlich empfohlen oder beabsichtigt?“

Gut gelöst wurde hier wieder das Thema Psyche mit einem Abfragezeitraum von fünf Jahren. Nach einem stationären Aufenthalt wird aber wieder nach zehn Jahren gefragt. Auf die Frage nach einer ärztlich angeratenen OP beschränkt man sich auf das nächste Jahr.

Bereitest Du deine Gesundheitshistorie sauber auf, musst Du auch vor der Bayerischen keine Bedenken haben. Das Bedingungswerk ist schon sehr passabel und auch die Beiträge in vielen Berufsgruppen könnten attraktiv sein. Einziges Problem (ohne besonderen Zugang) könnte die Risikoprüfung sein, die noch etwas Luft nach oben hat. Wir wüssten aber hier einen Versicherungsmakler, welcher sehr kurze Wege in die Risikoprüfung besitzt & wo Du ein sehr individuelles Votum erhalten kannst. Unsere Jahrelange Erfahrung macht sich hier mehr als bezahlt und wir werden sehr geschätzt bei der Bayerischen mit unserer sehr detailverliebten Aufbereitung zur anonymen Risikovoranfrage. 


4. Gesundheitsfragen der Stuttgarter Berufsunfähigkeitsversicherung

Die erste Frage (7) im Antrag der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Stuttgarter Versicherung

Sind Sie in den letzten 5 Jahren von Ärzten oder Behandlern beraten oder untersucht worden oder haben während dieser Zeit stationäre oder ambulante Krankenhaus-, Rehabilitations-/Kuraufenthalte oder Operationen (z. B. Laserung der Augen, Arthroskopie) stattgefunden oder sind solche für die nächsten 2 Jahre ärztlich empfohlen oder beabsichtigt?

Die erste, sehr lange und allgemeine Frage, hat es gleich in sich. Es wird in einem Zug nach einer ambulanten wie nach einer stationären Behandlung gefragt. Sehen wir uns diese aber genauer an und durchforsten die weitere Gesundheitsfragen, so fällt folgendes auf: Der Abfragezeitraum für eine stationäre Behandlung beschränkt sich auf 5 Jahre und nicht wie üblich auf 10 Jahre. Dies kann für wenige Interessenten der ausschlaggebende Punkt sein, wieso die Stuttgarter evtl. besser passt als ein anderer Anbieter in der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Gesundheitsfrage 7.5. im Antrag der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Stuttgarter Versicherung

„……der Psyche, des Gehirns, des Nervensystems (z. B. Depressionen, psychische Erkrankungen (z. B. Angst oder Zwangsstörung, psychosomatische oder somatische Störung), Gefühlsstörungen, Bulimie, Selbstmordversuch, Epilepsie, Multiple Sklerose, Lähmungen, Migräne, Burn out, Alzheimer, Parkinson, Demenz, Entwicklungsstörungen)?“

Wieder das Augenmerk auf die psychischen Erkrankungen gelegt. Abfragezeitraum beträgt hier max. 5 Jahre und nicht wie bei einigen anderen Anbieter 10 Jahre. Sehr löblich.

Somit ist die Stuttgarter Versicherung eine der wenigen Anbieter einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die in ihrem BU Antrag bei stationären Aufenthalten als auch bei Psychischen Erkrankungen max. nach 5 Jahre frägt. Angemerkt sei aber, dass die Annahmequote derzeit (August 2016) bei der Stuttgarter sehr streng ist. Selbst eigentliche „Lappalien“ werden ausgeschlossen. Für einen Interessenten mit etwaigen Vorerkrankungen etwas schade, für sehr gesunde Antragssteller sowie schon versicherte Personen aber durchaus in ihrem Sinne. Der Bestand in der Berufsunfähigkeitsversicherung wird somit „sauber“ gehalten.


Dies war jetzt nur ein kleiner Auszug von vier sehr guten Gesellschaften bei der Absicherung Ihrer Arbeitskraft. Aber selber hier sehen Sie schon die enorme Vielfalt an den verschiedenen Gesundheitsfragen und evtl. Fettnäpfchen, in welche Sie hineintreten könnten. Dieser Artikel soll Sie auf keinen Fall beim Weg zur passenden Berufsunfähigkeitsversicherung abschrecken, sondern nur etwas noch mehr sensibilisieren für die einzelne Fragestellung.

5. Die neuen Gesundheitsfragen (2018er) der HDI Berufsunfähigkeitsversicherung

Es tut sich auch etwas am Markt, wie wir aktuell bei der HDI Versicherung feststellen durften. Hatte man bis Anfang 2018 eine offene Fragestellung, wird nun nur nach ärztlichen Untersuchungen und Behandlungen der letzten 5 Jahre gefragt mit

Fanden in den letzten 5 Jahren Behandlungen, Beratungen, Untersuchungen bei Ärzten, sonstigen Behandlern* oder im Krankenhaus statt wegen Krankheiten oder Unfallfolgen:

und kein „Bestanden Beschwerden…“. Ein Weg in die richtige Richtung, den gerne weitere Versicherungsgesellschaften übernehmen dürfen. Es kommen zwar noch zwei weitere Fragen dazu (darunter eine offene), aber diese sind sauber und fair gestellt. Trotzdem wagen wir einen kleinen Einblick.

Diese Fragestellung ist somit ein gewisses Mittelmaß zwischen der sehr sauberen Fragestellung zum Gesundheitszustand des Volkswohl Bund & AXA und vielen weiteren Versicherungsgesellschaften. Der nur dreimonatige Abfragezeitraum von Beschwerden ohne Behandlungen ist schon recht nenneswert. Es bleibt aber Luft nach oben, aber auch die HDI hat eine sehr gute Risikoprüfung. Aber auch hier gilt - es gibt verschiedene Zugangswege und ein  anonyme Risikovoranfrage eines normalen Interessenten kann andere Ergebnisse verursachen, als wenn ein guter Vesicherungsmakler anfragen würde. Vitamin B sind halt immer und überall wichtig...

Mehr Informationen gibt es auch auf unserem Blogartikel „Die neuen Gesundheitsfragen der HDI Berufsunfähigkeitsversicherung – durchaus eine Verbesserung für den Verbraucher!“, wo wir detailliert auf die Verbesserungen eingehen, positives hervorheben aber auch mal tadeln.

Es wäre für uns nur mehr als wünschenswert, wenn es solche Gesundheitsfragen wie für Wirtschaftsingenieure, Ärzte, Apotheker und ähnliche Berufe geben würde – aber das bleibt wohl ein Traum ;). Insgesamt sind die neuen Gesundheitsfragen des Versicherer aber auf jeden Fall ein Mehrwert und es geht in die richtige Richtung. Klarer, strukturierter und Verbraucherfreundlicher. 


6. Auch die LV 1871 überarbeitet in ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung die Gesundheitsfragen

So sahen die Gesundheitsfragen früher aus bei der LV 1871:

Wie man sieht, ist die Fragestellung mit „Bestehen oder Bestanden bei Ihnen in den letzten 5 Jahren Störungen, Krankheiten oder Beschwerden …..“ nicht wirklich ideal.

2018 hat die LV 1871 nun auch ihre Gesundheitsfragen überarbeitet, jetzt sieht die Fragestellung so aus:

Die derzeitige Anfangsfrage mit

Haben in den letzten 5 Jahren bei Ärzten, Heilpraktikern, Physio-, Psychotherapeuten oder sonstigen nichtärztlichen Therapeuten Beratungen, Behandlungen oder Untersuchungen stattgefunden, wegen Krankheiten oder Beschwerden

ist auf jeden Fall schon mal viel verbraucherfreundlicher.

Die Frage mit

Bestanden in den letzten 6 Monaten vor Antragsstellung Beschwerden in einem der oben erfragten Bereich zu 2.2.a bis 2.2.j. ohne einen Arzt ….aufzusuchen

relativiert es natürlich etwas, aber dies ist sicherlich im Sinne der Versichertengemeinschaft. Wenn jemand vor kurzem einen Bandscheibenvorfall bekam oder extrem starke Rückenschmerzen, aber noch nicht deswegen beim Arzt war, muss es trotzdem angeben werden. Dies ist sicherlich im Sinne der anderen versicherten Personen, sonst wäre es wahrscheinlich dahin mit der Beitragsstabilität. Die Frage sehen wir somit auch mehr als normal an, auch wenn es sich der eine oder andere sicherlich etwas anders wünschen würde. Aber das Leben ist bekanntlich kein Wunschkonzert ;).
Da wir auch bei der LV 1871 sehr kurze Drähte haben, wissen wir, dass auch dort noch am Rad der Gesundheitsfragen gearbeitet wird. Man sieht sich auch jedes Jahr die Leistungsfälle an und sieht, woran es hackt und was kann man einfacher machen und verdeutlichen. Generell ist die LV 1871 eine Gesellschaft, die viel Input von uns unabhängigen Versicherungsmaklern aufnimmt. Erst im Mai 2020 hat man die Vertragsbedingungen nochmals stark überarbeitet. Dies kannst Du im Artikel "Die LV 1871 überarbeitet / erweitert ihre Golden Berufsunfähigkeitsversicherung"

Noch positiver bzw. vereinfacht sind übrigens die Gesundheitsfragen in der Sonderaktion bis 1.500 Euro bei der LV 1871. Eintrittsalter maximal 35 Jahre. Hier haben wir schon etliche Personen versichert und von daher geht der Daumen eindeutig nach oben für diese sehr saubere Fragestellung.

Weitere Infos dazu gibt es wie so oft auf unserem Blog unter „Neue vereinfachte Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung von der LV 1871 bis 1.500 Euro mtl. Absicherung“ oder natürlich direkt bei uns – am Telefon kommt aber wahrscheinlich unser bayerischer Dialekt durch. Deshalb gerne erst einmal den Blogartikel durchlesen ;-).


7. Die AXA hat wohl einen der besten Gesundheitsfragenkataloge am Markt!

Die nicht gerade unbekannte AXA Versicherung möchte seit 2019 noch mehr vom Kuchen der Berufsunfähigkeitsversicherung abbekommen und hat auch in einigen Berufsgruppen die Tarife teilweise stark gesenkt. Von den Versicherungsbedingungen ist man aber leider noch nicht ganz an der Marktspitze angekommen, aber den guten Durchschnitt muss bekanntlich auch jemand verkörpern. Was wir bei der AXA aber sehr gut heißen können in der BU sind die Gesundheitsfragen.

Kein „Bestehen oder Bestanden bei Ihnen in den letzten 5 Jahren Krankheiten, Unfallfolgen oder Körperliche Schäden…“, sondern ein sauberer Fragenkatalog, der rein nach ärztlichen Untersuchungen frägt.

Die Gesundheitsfragen der AXA Berufsunfähigkeitsversicherung:

Eine sehr saubere Fragestellung,

Sind oder waren Sie in den letzten 5 Jahren in Beratung, Behandlung oder Untersuchung bei Ärzten, Heilpraktikern, Physio-,Psycho- oder sonstigen nichtärztlichen Therapeuten wegen Krankheiten oder Unfallfolgen...

die für den einen oder anderen Interessenten durchaus in Betracht gezogen werden kann, wenn man partout nur möchte, dass nach ärztlichen Behandlungen und nicht nach Beschwerden gefragt wird. Neben dem Volkswohl Bund ist dies praktisch die beste Lösung am Markt bezüglich normaler Gesundheitsfragen. 

Es gibt beim Antrag der AXA Berufsunfähigkeitsversicherung auch keine versteckte Frage wie bei der LV 1871 oder HDI (wir erinnern uns „Bestanden in den letzten 6 Monaten vor Antragsstellung Beschwerden….“. Für einen sehr kleinen Teil unserer Interessenten könnte dies also durchaus in Frage kommen. Die Erfahrung zeigt aber, dass eine sauber aufbereitete Risikovoranfrage und eine individuelle Risikoprüfung aber auch bei Anbietern mit etwas „schwierigeren“ Gesundheitsfragen durchaus eine sehr realistische Chance auf eine (normale) Annahme besitzt.

Stationärer Abfragezeitraum der Gesundheitsfragen bleibt bei 10 Jahren von der AXA Versicherung

Als kleines Manko bleibt noch, dass ebenfalls 10 Jahre (wie bei fast allen Anbietern) nach stationären Behandlungen gefragt wird. Hier gibt es bei den qualifizierten BU-Anbietern, welche wir mit gutem Gewissen empfehlen können, derzeit nur eine Gesellschaft mit der Nürnberger Versicherung, welche den Abfragezeitraum auf fünf Jahre beschränkt. Dafür gibt es wiederum eine offene Fragestellung mit „Bestehen oder bestanden in den letzten 5 Jahren Krankheiten, Beschwerden oder Funktionsstörungen…“. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es leider nicht am breiten Markt für Berufsunfähigkeitsversicherungen……auch nicht bei der AXA Versicherung.


Sehen wir uns noch zwei spezielle Arten der Gesundheitsfragen in der BU an.

Vereinfachte Gesundheitsfragen sind bei verschiedenen Sonderaktionen in der Berufsunfähigkeitsversicherung möglich.

Wenn Sie nach einer abgespeckten Version der Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung suchen, so passt für Sie evtl. eine BU-Sonderaktion. Hier liegt der Abfragezeitraum oftmals bei max. drei Jahren oder es wird nach bestimmten Krankheitsbildern gar nicht gefragt. Die Sonderaktionen mit vereinfachen Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung sind aber oftmals häufig befristet (z.B. bis zum 31.12.2016) und auf eine bestimmte Absicherungssumme begrenzt (z.B. 1.000 Euro monatlich). Wenn wir Sie auf dem Laufenden halten sollen bei den Sonderaktionen in der BU, so teilen Sie uns es einfach kurz per Mail mit. Wir plädieren aber trotzdem dazu, die eigene Gesundheitshistorie sauber aufzubereiten. Oftmals unterschätzt man einen Eintrag in der persönlichen Patientenakte. Sorgfalt geht auf jeden Fall vor Schnelligkeit. Vereinfachte Gesundheitsfragen sind nicht der heilige Gral, können aber in diversen Szenarien unglaublich sinnvoll sein. 

Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen?

Ganz ohne Gesundheitsfragen wäre natürlich das einfachste, aber so etwas gibt es nicht. Zumindest in einer reinen Berufsunfähigkeitsversicherung. Mittlerweile gibt es einige Anbieter am Markt, welche im Fall der Berufsunfähigkeitsversicherung die monatliche Altersvorsorge, das Immobilienfinanzierungsdarlehen, die PKV Beiträge, den Fondssparplan, Riester, etc. weiterzahlen würden. Dies teilweise bis zu einem Monatsbeitrag von 250 Euro. Unser Artikel „Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen“ gibt nähere Informationen darüber.
Wenn jemand damit rechnet, dass es in den nächsten Jahren eine BU Aktion komplett ohne Gesundheitsfragen geben wird, dem müssen wir enttäuschen. Wir rechnen auf keinen Fall damit. 


Fazit zu den Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die exakte Fragestellung in einem Antrag sollte nur ein kleiner Prozess in der Entscheidungsfindung sein. Wie schon mehrmals betont, sollte die Aufarbeitung der eigenen Gesundheitshistorie absolut Vorrang haben. Anschließend ist es die Aufgabe des Kunden und auch des Maklers, dass beide gemeinsam den Krankheitsverlauf auswerten und je nach Diagnose verschiedene Risikovoranfragen stellen.

Es macht zwar sicherlich weniger Arbeit, wenn wir eine Risikovoranfrage in der Berufsunfähigkeitsversicherung gleichzeitig an 20 verschiedene Unternehmen versenden, aber damit weckt man auch schlafende Hunde. Frägt eine Gesellschaft nur fünf Jahre nach einer psychischen Erkrankung, so wär es durchaus ungeschickt, dem Unternehmen Informationen zu einer Behandlung von vor über Sieben Jahren mitzuteilen. Klaro, für den Versicherungsmakler (und somit für uns) ist es etwas mehr Arbeit, aber nur so läuft eine absolut saubere und hochwertige Beratung in der Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Sie müssen nur die Fragen nach den Diagnosen und Behandlungszeiträumen angeben, welche auch gestellt werden! Geben Sie nicht mehr von sich preis.

Bei Unsicherheiten gilt grundsätzlich aber: Klären Sie Unklarheiten mit dem Arzt ab und geben Sie im allergrößten Zweifel lieber eine Antwort zu viel ab als zu wenig. Vielleicht haben Sie dadurch einen geringen Risikozuschlag im Zahlbeitrag, aber so sind Sie im Leistungsfall auf der sicheren Seite. Und ruhig schlafen wollen Sie ja wohl, wenn es Knall auf Fall kommt?

Nehmen Sie die Thematik „Arbeitskraftabsicherung“ im besten Fall mit einem versierten Versicherungsmakler in Angriff. Ja, das könnten auch wir sein ;-).