1. Gibt es eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen?

Nein, diese gibt es nach unserem Kenntnisstand nicht. Zumindest nicht auf dem normalen Wege. Wir beschäftigen uns wirklich viel mit der Thematik, ein Großteil unserer Zeit geht für die Beratung der passenden Berufsunfähigkeitsversicherung einher. Der Wunsch nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen kommt immer wieder auf, dies müssen wir aber verneinen. Auf dem normalen und gängigen Markt gibt es für den Verbraucher keine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen.


2. Warum gibt es keine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen

Das Versichertenkollektiv würde platzen. Es gibt keine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen genau aus diesem Grunde, warum Du jetzt wahrscheinlich diese Seite gefunden hast.
Ein Versicherungstarif (dies gilt auch für alle anderen Sparten) muss intern immer für einen gewissen Ausgleich der Risiken sorgen. Gäbe es eine Absicherung ohne die Frage nach Vorerkrankungen, so würden ganz viele Personen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, die auf dem normalen Wege keine Möglichkeiten mehr hätten. Die Chance, dass Leistungen von der Versicherung bezogen werden müssten, würden enorm steigen. Eine Versicherungsgesellschaft kann in einem Tarif aber nur so viel ausgeben, wie sie einnimmt. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit normalen Gesundheitsfragen wird hier vorher ausgesiebt. “Schlechte Risiken” kommen gar nicht in die Versichertengemeinschaft. Die Tarife sind somit so kalkuliert, dass zu Beginn überwiegend sehr gesunde Menschen Versicherungsschutz genießen. Man wird aber im Laufe der Jahre älter, die Risiken nehmen zu. Das ist in den Netto- wie Bruttobeiträgen bei der Versicherung eingerechnet. 

Würde eine Versicherung sehr viele Personen mit erheblichen Erkrankungen in einen Tarif lassen, ohne Gesundheitsprüfung, müssten die Beiträge erheblich (!) steigen. Die Risiken nehmen enorm zu, da nun sehr viele Menschen mit Vorerkrankungen in den Tarif kommen. Das müsste zur Folge haben, dass die Beiträge enorm steigen. Eine Bürokauffrau muss dann statt 50 Euro monatlich für 1.200 Euro eher 150 Euro zahlen. Immerhin ist die Wahrscheinlichkeit, dass erhebliche Leistungen aus der Versicherung gezogen werden, sehr groß.

Ein Versicherungskollektiv ohne Gesundheitsfragen wäre eine tickende Zeitbombe in der BU!

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen würde somit vor allem “kranke” Personen suchen. Der Arzt, Ingenieur, Schüler oder Student mit einer relativ sauberen Krankenakte und überschaubaren Wehwehchen würden immer einen Tarif und eine Versicherungsgesellschaft mit relativ normalen Gesundheitsfragen auswählen. Das Kollektiv dürfte in diesen Tarifen viel besser ausgeglichen sein, was für stabile Beiträge sorgt. Wie es auch anders geht, hat man bei diversen starken Beitragserhöhungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung gesehen. Auch, wenn Tarife viel zu günstig angeboten wurden.
Ebenso kann eine zu leichte Annahme (keine oder nur geringe Gesundheitsfragen) auch zu erheblichen Problemen in der Leistungsfallbearbeitung führen. Irgendwo muss das Geld ja gespart werden.


3. Kleine Ausnahme - Kollektivverträge in der Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen

Es gibt aber eine sehr kleine Ausnahme, wie Du evtl. doch von einer BU ohne Gesundheitsfragen profitieren könntest. Stell Dich einfach von einem großen Arbeitgeber mit mehreren tausend, zehntausend oder gar hunderttausenden Mitarbeitern an.
Diese haben für ihre Mitarbeiter oftmals sogenannte Kollektivverträge oder auch Dienstobliegenheitserklärungen ausgehandelt. 

Das Kalkül dahinter ist recht einfach: Es kommen Tausende von neuen Kunden in den Tarif. Sehr gesunde Personen, aber auch Personen mit erheblichen Vorerkrankungen. Durch die Masse gleicht sich das Kollektiv (hoffentlich) wieder aus - so die Hoffnung der Versicherer.

So sieht eine typische Obliegenheitserklärung bzw. ein großer Kollektivvertrag eines nicht gerade kleinen Versicherers am Markt aus. Es werden nicht direkt Gesundheitsfragen gestellt, sondern es gibt Fragen über die aktuelle Dienstfähigkeit. Nüchtern betrachtet ist dies zwar eine Gesundheitsprüfung, aber sehr stark vereinfacht. Diese Fragen kann wohl der überwiegende Teil mit Nein beantworten.
Wie gesagt, das ist aber nur bei sehr großen Betrieben und Firmen möglich.

Ausnahme sind evtl. Kollektivverträge / Deckungskonzepte eines versierten Versicherungsmaklers mit Schwerpunkt Berufsunfähigkeitsversicherung. Wir können obige Gesundheitsfragen übrigens auch anbieten, aber nur für Ärzte. Werben dürfen wir damit nicht, wir bieten dies auch nur unseren Vollmandaten an. Sprich, wir betreuen sämtliche Finanz- und Versicherungsverträge. Warum dies notwendig ist, kann man unter “Wir fokussieren uns auf Bestands- & kommende Vollmandate*!” nachlesen. 

Bist Du bei einem großen Arbeitgeber angestellt und wünschst eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer sehr geringen Gesundheitsprüfung, so kann sich hier eine Nachfrage lohnen. Beachte aber bitte ggf. die Fallstricke, welche Dir Dein Arbeitgeber auflegt. Oftmals ist es so, dass Du den Vertrag nicht privat weiterführen kannst, wenn Du das Unternehmen verlässt. Dann bist Du praktisch genauso weit wie vorher.
Ebenso sollten auch die i.d.R. größerenAbzüge im Leistungsfallbetrachtet werden, ebenso die oftmals unzureichende technische Ausgestaltung. Es kann durchaus Einschränkungen bzgl. der Beitragsdynamik,garantierten Rentensteigerung im Leistungsfall oder der Nachversicherung geben. Aber einen Tod muss man wohl sterben 😉


4. Stark vereinfachte Gesundheitsfragen können eine Lösung darstellen in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Es gibt zwar auf dem freien Markt keinen Anbieter gänzlich ohne Gesundheitsfragen, aber es gibt immer wieder zeitlich begrenzte wie unbegrenzte Aktionen mit wenigen / vereinfachten Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung.
Davon sind wiederum einige sehr intelligent gemacht und diese können wir für gutheißen, bei anderen Versicherungsgesellschaften haben wir merklich Sorge um das Kollektiv. 

Eine Auswahl an vereinfachten Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung

A: Der HDI bietet für viele stark vereinfachte Gesundheitsfragen an bei der Berufsunfähigkeit

Die Gesundheitsprüfung entfällt zwar nicht bei der HDI Berufsunfähigkeitsversicherung, aber diese ist stark vereinfacht. Diese gelten aber nur für bestimmte Berufe und Studiengänge. 

  • Wirtschaftsingenieure
  • Wirtschaftsinformatiker
  • Technische Betriebswirte
  • Ingenieure mit einem Kauf. Aufbaustudium
  • Oder Ingenieure, die auch Diplom-Kaufmann/ Diplom-Volkswirt/ Diplom-Ökonom (o.ä.) sind (Doppelstudium!!) 
  • Biotechnologie
  • Biomedizin
  • Industriebiologie 
  • Chemische Ökologie 
  • Mikrobiologie 
  • Biochemie 
  • Molekulare Medizin 
  • Humanmedizin
  • Chemiewissenschaften 
  • Biowissenschaften 
  • Chemieingenieurwissenschaften 
  • Umweltbiologie 
  • Pharmazie 
  • Verfahrenstechnik (Schwerpunkt Biologie) 
  • Chemiewissenschaften 
  • Mediziner
  • Zahnärzte
  • Studenten der Humanmedizin
  • Rechtsanwälte
  • Steuerberater

Die Liste ist also sehr umfangreich. Im Zweifel bitte bei uns anfragen - “schwierige” Fälle bei der beruflichen Einstufung dürften auch gehen. Wichtig ist aber immer, dass ein Studium dahinter steht. Auch fürSchüler, deren Eltern so einen Beruf begleiten, gibt es diese sehr stark vereinfachte Gesundheitsprüfung.

Eine Absicherung beim HDI in diesen Aktionen ist teilweise bis zu 2.500 Euro direkt ohne Umwege möglich. Die Gesundheitsfragen sind stark vereinfacht und somit auch ein gewisses Risiko für das Kollektiv. Hier ist der Wunsch der HDI Versicherung, dass einfach so eine Masse zusammenkommt, damit sich das wieder ausgleicht.

Seit Oktober 2022 gibt es nun auch eine veränderte, aber nun unbefristete Aktionen für alle mit einer reduzierten Gesundheitsprüfung. Diese gilt für alle Berufe

Gegenüber der obigen Aktion vom HDI gab es zwei Änderungen. Zum einen wird nun nach Körpergröße & Gewicht gefragt, zum anderen beträgt der Abfragezeitraum nun fünf Jahren statt wie bisher drei Jahre bei den Gesundheitsfragen. 

Wie schon angesprochen können sämtliche Berufsgruppen davon profitieren, der Nachteil ist nur, dass dies in Kombination mit einem Altersvorsorgevertrag stattfindet. Dies ist aber auch positiv zu sehen, immerhin kann man die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung sowie der Altersvorsorge komplett von der Steuer absetzen & es gibt dadurch auch einen Hebeleffekt. Dafür ist man aber etwas unflexibler und im Leistungsfall folgt fast eine komplette Versteuerung. Sollte dies der letzte mögliche Strohhalm sein, dann kann man mit den Nachteilen sicherlich wohl leben. Immerhin gibt es auch keine Fragen nach gefährlichen Hobbys, weswegen diese Aktion für den einen oder anderen durchaus interessant sein dürfte.

B. In Zuge einer Immobilienfinanzierung bietet die Allianz reduzierte Gesundheitsfragen an

Auch die große Allianz Berufsunfähigkeitsversicherung bietet immer wieder eine reduzierte Gesundheitsprüfung an. Teilweise zeitlich beschränkt, teilweise unbegrenzt. So wie z.B. in Verbindung mit einer Immobilienfinanzierung. Es können bis zu 1.500 Euro abgesichert werden, darüber hinaus geht eine fünfprozentige Beitragsdynamik sowie die üblichen Nachversicherungsmöglichkeiten (Ereignisunabhängig kann aber nicht erhöht werden).

 

Eine Ja-Antwort ist in dieser Aktion mit wenigen Gesundheitsfragen der Allianz nicht erlaubt. Anders als bei den HDI Aktionen. 

Ebenso dürfen sich bei der Allianz Ärzte (auch Zahnärzte sowie Tierärzte), Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte freuen. Diese bekommen nämlich folgende stark vereinfachte Antragsfragen in der BU

Die BU der Allianz kommt hier zwar nicht ohne Gesundheitsfragen aus, aber immerhin mit einer stark reduzierten Gesundheitsprüfung. 

Mehr zu diesen drei Aktionen findest Du auch unter:

C: Junge Personen profitieren auch immer wieder von einer reduzierten Gesundheitsprüfung

Junge Personen ab 10 Jahren kommen immer mehr ins Blickfeld der verschiedenen BU-Versicherer. So bieten mittlerweile eine Handvoll an Gesellschaften ohne zeitliche Begrenzung vereinfachte Gesundheitsfragen an.

Zu nennen ist hierbei mal die Nürnberger Versicherungbis 1.500 Euro bis 30 Jahre.

Diese gelten natürlich auch für die Schüler BU der Nürnberger

Ebenso die Baloise (ehemals Basler) bis 2.000 Euro und Eintrittsalter 30 Jahre

Ebenso gelten diese selbstverständlich auch für die Schüler BU der Baloise.
Generell sei aber gesagt, dass eine Schüler BU ohne Gesundheitsfragen noch unrealistischer ist als für Erwachsene. Der Grund ist so banal wie einfach = das Risiko für den Versicherer ist noch größer, da der Beruf der versicherten Person noch nicht feststeht. Die Pollenallergie ist bei einem späteren Bürojob undramatisch, aber wenn der Berufswunsch mal Richtung Bäcker, Schreiner, Floristin oder Landschaftsgärtner geht, dann kann eine Allergie ein sehr großes Problem sein. Bis hin zur Aufgabe des Berufes, da man einfach allergisch auf gewisse Blüten oder einfach Holz ist.
Die sauberste Lösung ist daher einfach = je früher die Absicherung erfolgt, desto besser. Immerhin gibt es mittlerweile tolle BU-Optionen für Kinder, direkt ab der Geburt (z.B. die Nürnberger Kindervorsorge). Einmal Gesundheitsfragen beantworten, für immer im Tarif & nie mehr eine Gesundheitsprüfung erleben in der Berufsunfähigkeitsversicherung.


5. Bei Beitragsbefreiungen gibt es eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen

Eines möchten wir nicht unterschlagen. Mittlerweile gibt es sehr viele Anbieter am Markt, welche eine Befreiung der Beiträge ihrer Altersvorsorgebeiträge anbieten, falls eine Berufsunfähigkeit vorliegt. Sprich, Du wirst berufsunfähig, dann zahlt die Versicherung Dir die Beiträge weiter. Das ganze oftmals bis zu 250 Euro an monatlichen Beiträgen. Die Idee dahinter ist eigentlich sehr gut, denn wenn Du nicht mehr arbeiten kannst, zahlst Du keinen Cent mehr in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Altersarmut folgt mal. Mit einer Beitragsbefreiung im Leistungsfall entgeht man dieser Thematik zumindest zum Teil.

Die Befreiung der Beiträge der Altersvorsorgeverträge findet ohne Gesundheitsfragen statt.

Das coole daran. Es wird auf Gesundheitsfragen verzichtet oder selbige sind wirklich sehr stark vereinfacht. Im Moment gibt es eigentlich zwei Modelle am Markt. 

A: Eine sogenannte Dienstobliegenheitserklärung ersetzt die Gesundheitsfragen 

Es gibt eine stark vereinfachte Antragserklärung, dafür gibt es aber auch sofortigen Schutz. Die Antragsfragen sehen am Beispiel der Continentale so aus:

  1. Sind Sie derzeit arbeitsunfähig?
  2. Sind Sie in den letzten 2 Jahren vor Antragstellung mehr als 14 Kalendertage ununterbrochen arbeitsunfähig gewesen?
  3. Besteht oder bestand bei Ihnen eine Erwerbsminderung, eine Wehrdienstbeschädigung (WdB), ein Grad der Behinderung (GdB), ein Grad der Schädigung (GdS), eine Berufsunfähigkeit – oder wurde ein entsprechender Antrag gestellt? 

Das ist die häufigste Form der Anbieter, welche eine Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen anbieten - die sogenannte Dienstobliegenheitserklärung. So und so ähnlich verfahre Anbieter wie die Allianz, die oben genannten Continentale, Ergo, Volkswohl Bund, Stuttgarter, Württembergische oder auch die Baloise. 

B: Es gibt keinerlei Gesundheitsfragen, dafür eine Wartezeit von drei Jahren

Das ist die Möglichkeit, welche die LV 1871 anbietet mit ihrem Golden BU Vorsorgeschutz. Absicherung von 250 Euro an laufenden Verträgen. Sogar anbieterunabhängig. Es wird auf Gesundheitsfragen verzichtet, dafür gibt es eine Wartezeit von drei Jahren. Bei der LV 1871 können nicht nur Rentenverträge abgesichert werden, sondern auch:

  • Beiträge zur Privaten Krankenversicherung
  • Fondssparpläne
  • Riesterverträge
  • Basisrente

Eigentlich ganz cool gemacht. 

Eine aktuelle Übersicht findest Du unter “Beitragsbefreiung Altersvorsorge bei Berufsunfähigkeit ohne Gesundheitsfragen

Gut zu wissen:Diese Form der BU ohne Gesundheitsfragen wird nicht auf vorhandene Verträge angerechnet und tangiert daher nicht die finanzielle Angemessenheit Deiner bisherigen BU-Versicherung. Normalerweise können ja nur ca. 60 Prozent des Bruttogehaltes abgesichert werden, was nach Abzügen tendenziell fast zu wenig ist. Mit einer Befreiung der Beiträge Deiner Altersvorsorgeverträge ohne Gesundheitsfragen kann man diese Thematik verbessern. Für den Lebensabend sollte und muss eh was gemacht werden - warum nicht in Kombination mit einer Befreiung mit quasi keiner Gesundheitsprüfung?


6. Wer sucht eigentlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen?

Im Laufe unserer jahrelangen Beratung können wir mittlerweile sehr gut eingrenzen, wer vor allem eine BU ohne Gesundheitsfragen sucht. Hier sind meistens erhebliche Vorerkrankungen im Spiel. Oftmals kann zwar eine anonyme Risikovoranfrage und die Aufbereitung mithilfe der Krankenakte helfen, aber es gibt immer wieder Diagnosen, welche eine direkte Ablehnung zur Folge haben.

Interessenten mit folgenden Vorerkrankungen suchen eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen:

  • Alzheimer
  • Angina Pectoris
  • ADS / ADHS bestehend
  • Atemwegsprobleme (berufsbedingte)
  • Behinderung (Schwer-) (z. B. wg. Bewegungsapparat)
  • BMI über 40
  • Borreliose (bestehend)
  • Bulimie (bestehend)
  • Burn-out-Syndrom (bestehend)
  • Demenz
  • Diabetes
  • geistige Behinderung
  • Herzinfarkt
  • Hepatitis C
  • Herzkranzgefäße verkalkt
  • HIV positiv
  • Herzmuskelschaden
  • Leberzirrhose
  • Malaria (chronisch)
  • Multiple Sklerose
  • Nierenzysten (familiäre polyzystische Nierenerkrankung)
  • Osteoporose
  • Parkinson
  • periphere Verschlusskrankheit (arterielle)
  • Posttraumatische Belastungsstörung (bestehend)
  • bestehende Psychose
  • Schlaganfall
  • Zystenniere

Diese Anfragen von Personen mit den obigen Vorerkrankungen erreichen uns immer wieder. Leider müssen wir diese aber vertrösten, dass es dafür keine normale Lösung gibt. Denn wie wir schon festgestellt haben, gibt es auf dem üblichen Wege keine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen. Maximal über einen großen Arbeitgeber & Kollektivvertrag.
Auch mit einer sauberen Aufbereitung der Gesundheitshistorie sind die obigen Diagnosen in unseren Augen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit “Knock-Out Diagnosen” und somit nicht versicherbar. Das ist auch der Fall, wenn Du sehr sauber mitarbeiten würdest. Sprich, es werden ärztliche Atteste eingeholt, umfangreiche Eigenerklärungen beschrieben und auf nicht sinnige Fragebögen verzichtet.


7. Wie lange müssen Vorerkrankungen eigentlich angegeben werden im BU-Antrag?

Das ist sehr unterschiedlich und es kommt auch auf die Fragestellung an. Es muss zudem sehr stark geachtet werden, ob nicht eine degenerative Veränderung vorliegt.
Beispiel: Du hattest vor 4,5 Jahren einen Kreuzbandriss und möchtest nun die fünf Jahre Abfragezeitraum abwarten, damit Du dieses Ereignis nicht mehr angeben musst. Das ist in unseren Augen aber ein schlechter Ratgeber, da ein Kreuzbandriss eine sogenannte degenerative Veränderung darstellt. Sprich, Dein Knie ist nicht mehr so wie vorher und entgegen dem Durchschnitt auch angeschlagen. Bitte versuche nicht auf “Teufel komm raus” Ja-Antworten zu vermeiden. Eine Ja-Antwort bei einem Kreuzbandriss ist nichts dramatisches, wenn dies sauber erklärt wird und Du aktuell seit längerem beschwerdefrei bist. 

Grundsätzlich gibt es aber folgende Abfragezeiträume im Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung:

  • Ambulante Behandlungen (zum Arzt hin und wieder zurück) werden i.d.R fünf Jahresabfragezeiträume betrachtet. Bei wenigen Anbietern wie die Allianz oder die Alte Leipziger drei Jahre
  • Stationäre Behandlungen / Untersuchungen im Krankenhaus sowie Operationen gibt es zumeist einen Abfragezeitraum von zehn Jahren. Bei nur sehr wenigen Anbietern wie die Nürnberger beschränkt sich dies ebenso auf fünf Jahre
  • Erkrankungen der Psyche wie z.B. Angststörung oder einer Depression sind i.d.R. fünf Jahre anzugeben, bei manchen Gesellschaften aber auch zehn Jahre

Unterscheide aber bitte auch die genaue Fragestellung - offene Fragen vs. geschlossene Fragen:

  • Eine geschlossene Frage ist viel kundenfreundlicher. Diese sieht am Beispiel des Volkswohl Bundes so aus: “Wurden Sie in den nachfolgend genannten Zeiträumen wegen Erkrankungen oder Beschwerden ärztlich oder therapeutisch beraten, untersucht oder behandelt?
  • Eine offene Frage ist hingegen in unseren Augen nicht so kundenfreundlich - am aktuellen Beispiel der Nürnberger “Bestehen oder bestanden in den letzten 5 Jahren Krankheiten, Beschwerden oder Funktionsstörungen oder sind Sie durch Ärzte oder andere Behandler untersucht, beraten oder behandelt worden, die folgende Aufzählungen betreffen:” 

Letzteres ist für uns eine offene Fragestellung, wo auch Beschwerden und Funktionsstörungen angegeben werden müssen, weswegen Du nicht beim Arzt warst. Das Ganze über fünf Jahre. Manche Versicherer wie der Volkswohl Bund oder die AXA verzichten komplett darauf, andere haben die Frage nach Beschwerden stark eingegrenzt auf drei bis sechs Monate, wie der HDI oder die LV 1871.