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Das Wichtigste zur Aufteilung der BU auf zwei Versicherer auf einen Blick

  • Gerade junge & angehende Akademiker/Gutverdiener werden ihren Bedarf langfristig nicht mit einem BU-Vertrag decken können.
  • Ab 2.500/3.000 € BU-Rente wird bei den Gesellschaften eine umfangreiche Gesundheitsprüfung notwendig.
  • Außerdem redet bei hohen BU-Renten der Rückversicherer ein Wörtchen mit. 
  • Das kannst du mit einer frühzeitigen 2(oder sogar 3)-Vertrags-Lösung und somit umfangreichen Nachversicherungsmöglichkeiten umgehen. 

1. Dein Bedarf kann mit einer Gesellschaft langfristig nicht gedeckt werden

A: Beispiel als Student bzw. auch die Zeit direkt danach:

Das frühere Problem, dass man als Student nicht direkt 2.000 Euro absichern könnte, ist mittlerweile eigentlich nicht mehr vorhanden. Bei so gut wie allen guten Versicherer am Markt können direkt 2.000 Euro in den meisten Studiengängen abgesichert werden. Das sehen wir jetzt auch an der immer aktuellen Tabelle von uns:

Übersicht maximale BU-Rentenhöhe für Studenten

bis zu bedeutet = Je nach Studiengang
GesellschaftMaximale Höhe
Allianz2.000 Euro
Alte Leipziger 2.000 Euro
AXAbis zu 2.000 Euro
Baloise2.000 Euro
Barmenia1.500 Euro
Bayerische2.000 Euro
Canada Life1.500 Euro
Condorbis zu 2.000 Euro
Continentale1.500 Euro
CosmosDirekt1.000 Euro
Dialog2.000 Euro
Ergo1.500 Euro
Generali1.500 Euro
Gothaerbis zu 2.000 Euro
Hannoversche2.000 Euro
Hanse Merkur 1.000 Euro
Helvetiabis zu 2.000 Euro
HDI2.000 Euro
HUK-Coburg1.500 Euro
Münchener Verein1.000 Euro
Nürnberger 1.500 Euro
Stuttgarter2.000 Euro
Swiss Lifebis zu 2.000 Euro
Universa1.000 Euro
Volkswohl Bund2.000 Euro
Württembergische1.500 Euro
WWK1.250 Euro
Zurichbis zu 1.500 Euro

Hier gab es in den letzten Jahren wirklich eine dynamische Entwicklung, aber halt nicht bei allen. Aber Gesellschaften wie eine Hanse Merkur, Universa, Zurich, WWK oder Münchener Verein spielen gar keine Rolle in der Beratung, aber auch viele, welche nur 1.500 Euro zulassen, sind ferner liefen, trotz großer Namen (HUK-Coburg, Ergo, Württembergische, etc..).

Du hast nun 2.000 Euro (oder 1.500 Euro aufgrund finanziell mangelnder Kapazitäten, als Student ist in der Kasse oftmals Ebbe angesagt) abgesichert, fängst aber direkt mit 60.000 Euro Jahresbrutto in Deinem ersten Beruf an. Keine ungewöhnliche Zahl für Ingenieure, Ärzte, MINTler oder Kammerberufler und viele weitere Berufe mit akademischem Hintergrund. Jetzt möchtest Du direkt im Fall der Berufsunfähigkeit eine angemessene Absicherung durch die Nachversicherungsgarantie erhalten. Die meisten Gesellschaften sehen 60 % des Bruttogehaltes als angemessen an. Das sind bei 60k Brutto also 36.000 Euro im Jahr = 3.000 Euro im Monat.

Die Nachversicherungsgarantien enden recht bald…

Freudestrahlend erinnerst Du Dich, dass Dir Dein Versicherungsmensch etwas von Nachversicherungsgarantien erzählt hatte. Diese möchtest Du nutzen („Beginn einer beruflichen Tätigkeit“). Aber in den Versicherungsbedingungen steht, dass die Obergrenze bei einer Nachversicherungsgarantie bei 2.500 Euro ohne erneute Gesundheits- bzw. Risikoprüfung liegt. Möchtest Du direkt 3.000 Euro absichern, so würde für den übersteigenden Teil eine neue Prüfung fällig. Bist Du weiterhin so gesund wie beim Abschluss? Zudem möchte i.d.R. der Rückversicherer ein Wörtchen mitreden (darauf kommen wir später zurück).

Beispiele der maximalen Obergrenze in der Nachversicherungsgarantie

Maximale Erhöhungsgarantie Alte Leipziger Berufsunfähigkeitsversicherung (in vielen alten Verträgen - mittlerweile nen Tick besser):

Maximale Erhöhungsgarantie Volkswohl Bund Berufsunfähigkeitsversicherung:

So ist es bei sehr vielen Gesellschaften geregelt (wobei man die Versorgungsgarantie des Volkswohl Bund nicht aus den Augen lassen darf) – einzig die Bayerische hat sich aus der versicherungstechnischen Abwehrstellung getraut und würde bis 3.000 Euro zulassen:

Bleiben wir aber mal bei den 2.500 Euro im Monat bzw. 30.000 Euro jährlich.
Dies ist nicht möglich ohne erneute Risikoprüfung bzw. Gesundheitsprüfung. Zwischen beiden Punkten gibt es zudem einen sehr großen Unterschied, wie man im Artikel „Der Teufel steckt im Detail – Risikoprüfung vs. Gesundheitsprüfung in der Berufsunfähigkeitsversicherung“ nachlesen kann.

Hättest Du als Student jetzt einfach Deinen Vertrag auf zwei Anbieter aufgeteilt, so wäre eine bedarfsgerechte Erhöhung von 1.000 Euro auf 1.500 Euro (=3.000 Euro insgesamt) ohne Probleme zweimal möglich gewesen bei einem Jahresbruttogehalt von 60.000 Euro.
Auch später hast Du bei weiteren Ereignissen kein Problem, Deine Berufsunfähigkeitsversicherung weiter zu erhöhen. Je Vertrag bis zu 2.500 Euro im Monat (kleine Ausnahme siehe oben). Bei stark steigendem Gehalt kannst Du also ohne Probleme auf bis zu 5.000 Euro Absicherung kommen, ohne dass Du die Tortur der umfangreichen Aufbereitung Deiner Gesundheitshistorie nochmals machen musst.

Diese Zahlen sind jetzt nicht mehr sooo aktuell, der Artikel stammt aus 2020 (wird aber fortlaufend aktualisiert, wie du jetzt siehst - gerade ist März 2024). Hier gab es oftmals noch den Deckel auf 2.500 Euro, dieser wurde nun langsam erhöht auf 3.000 Euro. In Zuge dessen sind aber natürlich die Gehälter in akademischen Berufen teilweise massiv angestiegen, so dass man dieses Spiel natürlich genauso treiben kann mit "baldigen Einstiegsgehalt 70k & Wunsch 3.500 Euro an BU-Absicherung". Uns ist wichtig, dass Du das System verstehst, weshalb man als angehender Akademiker im Studium eine Überlegung mit der Aufteilung auf zwei Gesellschaften in der BU durchaus mal durchdenken sollte. 

B: Beispiel, wenn Du schon im Berufsleben angekommen bist.

Nehmen wir an, Du verdienst jetzt 50.000 Euro brutto im Jahr, die maximale Versicherbarkeit liegt dann bei vielen Gesellschaften bei ca. 2.500 Euro im Monat. Wir machen mit Dir zusammen eine Risikovoranfrage in der Berufsunfähigkeitsversicherung, anschließend die technische Konfiguration und wenig später hältst Du den Versicherungsschein stolz in der Hand.
Da Du aber gut in Deinem Beruf bist, steigt Dein Gehalt stärker als die Beitragsdynamik an. Jetzt möchtest Du gern aufgrund einer Immobilienfinanzierung, Heirat oder dem erhöhten Gehalt eine Nachversicherungsoption ziehen. Kannst aber nicht, da bei 30.000 Euro p.a. Absicherung schlichtweg die Obergrenze erreicht ist. Hättest Du zu Beginn auf 2*1.250 Euro abgesichert, dann könntest Du Deine Absicherung je nach finanzieller Angemessenheit mindestens verdoppeln.

Wir Menschen haben zudem ein Problem, dass wir den Kaufkraftverlust nicht richtig interpretieren können. Klar, eine Absicherung von 2.500 Euro ist DERZEIT eine Menge Schotter. Aber uns fehlt es an Vorstellungskraft, was die Inflation langfristig für uns bedeutet - im Jahr 2022 & 2023 haben wir darauf aber einen ordentlichen Einblick bekommen. Kann man natürlich teilweise durch die (hoffentlich hoch) vereinbarte Beitragsdynamik abmildern, aber besonders in gefragten Berufen ist eine hohe Steigerung des Gehaltes sehr wahrscheinlich und die Inflation in 2022 & 2023 hebelte die Dynamik der Beiträge & Absicherung extrem aus. Das ganze Leben wurde teurer - was ist, wenn Du plötzlich erkrankst und Deine BU-Rente offenbart Dir künftig einen weitaus niedrigeren Lebensstandard?

Dies gilt natürlich auch für Personen mit einem Bruttojahresgehalt von 70.000 Euro und mehr – statt 2*1.250 Euro kannst Du natürlich auch einfach 2*1.750 Euro vereinbaren, so dass Du je Anbieter immer noch mind. 750 Euro an Luft besitzt.

Beachte Bitte den Abzug im Leistungsfall - knapp 20 Prozent gehen für die gesetzliche Krankenversicherung drauf:

Bei einem Absicherungswunsch von z.B. 3.000 Euro werden Dir noch ca. 18-19 Prozent (aktueller Stand) abgezogen und somit bleiben Netto 2.400-2.500 Euro übrig auf deinem Konto (Steuerliche Betrachtung lassen wir außen vor, diese fällt gar nicht bzw. nur sehr gering zur Geltung). Im Leistungsfall bei der Berufsunfähigkeitsversicherung musst Du die Krankenkassenbeiträge komplett selber entrichten, aus diesem Grund ist auch der Artikel "Warum Du knapp 20 Prozent mehr absichern musst als gedacht in der Berufsunfähigkeitsversicherung". Bist Du privat (PKV) abgesichert, dann gilt dies ebenso (Als Selbstständiger ist dies schon so - bei einem gut verdienenden Angestellten entfällt künftig der Arbeitgeberzuschuss von den 50 Prozent) bzw. es muss der volle PKV-Beitrag entrichtet werden. Da liegen wir schnell im vierstelligen Bereich. 

 3.000 Euro klingen jetzt viel, aber in einigen Jahren wirst Du Dir damit definitiv weniger kaufen können. Mehr dazu erfährst Du unter "Abzüge im Leistungsfall in der Berufsunfähigkeitsversicherung" bzw. im Artikel "Welche Höhe sollte eigentlich die Berufsunfähigkeitsversicherung haben"?

Tipp

Keine Angst vor große Zahlen!

Unterschätze die "Magie" der Inflation & Kaufkraftverlust nicht, so erscheinen dann hohe Absicherungssummen später in einem kleineren Fenster. 

  • 2.500 Euro sind in 20 Jahren bei drei Prozent Inflation 4.515 Euro. 

2. Möchtest Du jetzt schon mehr als 2.500-3.000 Euro absichern? Dann wird eine umfangreichere Gesundheitsprüfung fällig!

In der Berufsunfähigkeitsversicherung erfolgt eine umfangreiche Gesundheitsprüfung (für die exakt genauen = natürlich eine Risikoprüfung). Dies ist auch gut so, denn sonst würde der kollektive Versicherungsschutz unbezahlbar werden und massive BU-Beitragserhöhungen wären die Folge. Die üblichen Antragsfragen sind Dir sicherlich bekannt, evtl. hast Du mit unserer Hilfe schon Deine Gesundheitshistorie aufbereitet.
Mehr als die Antragsfragen musst Du nicht beantworten. Außer…. Du möchtest mehr als 2.500 Euro monatlich absichern. Wobei diese Grenze mittlerweile immer mehr aufgeweicht wurde ab 2021. Nicht wenige Anbieter bieten die normalen Gesundheitsfragen im Antrag jetzt schon bis 3.000 Euro an. Aber auch hier gilt - die Thematik wurde nur etwas verschoben. Höheres Gehalt + höherer Absicherungsbedarf = Im Verhältnis bleibt die Thematik kritisch. Die aktuellen Absicherungshöhen je Versicherer teilen wir Dir in einem der nächsten Punkte mit. 

Hier erfolgen dann zwei Schritte, die wir als absolut negativ ansehen:

A: Es erfolgt eine ärztliche Untersuchung im BU-Antrag

Hier wird Dir Blut abgenommen ( Blutbild), aktuelle Tests gemacht usw. Auch wenn Du Dich gesund und munter fühlst: Vielleicht kommt etwas an´s Tageslicht, was Du gar nicht auf dem Schirm hattest? Ein hoher Cholesterinwert? Bluthochdruck? Gar eine HIV-Infektion? Dies könnte dann die schönste Absicherung zu Nichte machen, wenn plötzlich ein Wert nicht passt. Möchtest Du dieses Risiko eingehen? Wir würden es nicht machen!

Sehen wir uns mal die Anforderungen der Alten Leipziger an bei einer ärztlichen Untersuchung: 

Das ist doch schon eine andere Hausnummer, als die normale Beantwortung der Gesundheitsfragen im normalen Antrag zur BU-Versicherung. 

B: Die Antragsfragen des ärztlichen Zeugnisses ändern sich & werden umfangreicher

Bei einer Absicherung von über 2.500-3.000 Euro werden nicht nur die normalen Risikovoranfragen fällig im BU-Antrag, sondern auch die Fragen des ärztlichen Zeugnisses. Ein Beispiel von der Nürnberger Versicherung:

Lies Dir bitte die Frage zu Beginn genau durch:

"Bestanden jemals oder bestehen bei Ihnen Krankheiten Störungen oder Beschwerden“.

Bitte lass dir das Wort „jemals“ auf der Zunge zergehen. Wir denken, es gibt keinen Menschen auf diesem Planeten, der diese Frage ernsthaft korrekt beantworten kann. Wie sagte mal ein geschätzter Versicherungsmaklerkollege "Ich hab mir mal am Sack gekratzt, da es juckte. Ist dies schon eine Störung gewesen?" Wieso solltest Du Dich aufs Glatteis begeben und solche offene Fragen beantworten? Man möchte mit diesen Fragebögen somit auch den Zeitraum der normalen Antragsfragen aufweichen, welche i.d.R. nur fünf oder mittlerweile drei Jahre nachfragen. 

Teilweise wird nach Erkrankungen von Verwandten gefragt!

Mancher Versicherer (in diesem Fall die HDI Versicherung) fragen sogar bestimmte Erkrankungen bei Verwandten (Großeltern, Eltern, Geschwister) nach. Wir denken, es versteht sich von selbst, dass wir davon alles andere als begeistert sind - alleine schon aus moralischen Gründen. 

Mit den beiden Punkten A+B gehst Du völlig unnötige Risiken ein, die absolut nicht sein müssen.

Möchtest Du aber trotzdem eine hohe Absicherung bei EINEM Anbieter, dann empfehlen wir Dir folgenden Weg (gerne über uns … 😉). Schließe bei Deiner anvisierten Gesellschaft erst einen BU-Vertrag über 2.500 Euro ab (natürlich erst nach gemachter anonymer Risikovoranfrage). Warte auf die Policierung und stelle anschließend einen neuen Antrag bzw. bitte um Erhöhung. Das wäre aus unserer Sicht die einzig saubere Lösung. Grundsätzlich raten wir aber davon ab, was auch an Punkt 3 liegt…

Tiefergehende Praxisinformationen bekommst Du von uns auch im Artikel "Ärztliche Untersuchung / Zeugnis Berufsunfähigkeitsversicherung". 

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3. Ab einer Absicherung von 2.500-3.000 Euro redet der Rückversicherer ein Wörtchen mit…

Bis auf die Allianz Berufsunfähigkeitsversicherung (nach unserem Wissen) sichert jede Versicherungsgesellschaft Großschäden über einen sogenannten Rückversicherer ab. Kann man auch ganz gut erklären: Denk Dir einfach mal, dass eine kleine Versicherungsgesellschaft innerhalb kurzer Zeit sehr viele Private Haftpflichtschäden von über 50 Millionen Euro hat. So etwas könnte diese niemals stemmen, deshalb sichert man Großschäden über einen Rückversicherer ab (Bekanne Namen sind z.B. die Munich Re, Swiss Re, Hannover Rück, Berkshire Hathaway, Scor oder Lloyd´s). Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist dies ebenso - theoretisch könnten innerhalb von sehr kurzer Zeit viele versicherte Kunden berufsunfähig werden. Damit die Gesellschaft nicht hops geht, sichert man diese kollektiven Großrisiken ab (vorher gibt es aber selbstverständlich die Möglichkeit, dass die Gesellschaft Nettobeitrag in der BU-Versicherung anhebt). 

Der Rückversicherer prüft strenger als die jeweilige Versicherungsgesellschaft

Soweit, so gut. Aber was hat das mit dem BU-Antrag zu tun? Ganz einfach, ab einer Absicherungshöhe von 2.500-3.000 Euro möchte der Rückversicherer bei den Risikoangaben (einschließlich Gesundheitsangaben) ein Wörtchen mitreden (Ausnahme Nürnberger, hier spricht diese erst ab 4.000 Euro mit aufgrund des großen BU-Bestandes). Bis zu dieser Summe entscheidet allein die Risikoprüfung der Versicherungsgesellschaft, mit denen wir z.B. über Jahre ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis aufgebaut haben. Der Prüfer des Rückversicherers votet i.d.R. IMMER härter. Da machen die einmaligen Wirbelsäulenbeschwerden von vor drei Jahren plötzlich ungeahnt Ärger. Oder auch, wenn Du einmal im Jahr im Urlaub auf einen 4.000er in den Bergen steigst. Ebenso, wenn Du einen ambitionierten Tauchschein in Thailand gemacht hast.

Auch hier fragen wir uns: Wieso sollten wir unseren Interessenten ins offene Messer laufen lassen, wenn man es ganz locker und fröhlich anders beheben kann? 

Fall aus der Praxis Mitte 2020: Ein Manager eines Großkonzern versicherte bei uns insgesamt 7.500 Euro an mtl. BU-Rente. Diese haben wir locker, flockig auf drei Anbieter aufgeteilt und bei jeder Gesellschaft wurde direkt nach der Antragsstellung die Police erstellt (natürlich mit dem vorherigen Votum der anonymen Risikovoranfrage). Hätten wir die Summe bei einer Gesellschaft abgesichert, dann wäre unser Kunde einem großen Risiko ausgesetzt gewesen.

Tipp

Wie viele BUs darf man haben?

Prinzipiell gibt es keine festgelegte Anzahl an Berufsunfähigkeitsversicherungen, die Du haben darfst. Ob Du eine, zwei oder sogar drei BUs abschließt, bliebt also Dir überlassen. Grundsätzlich bietet eine Aufteilung auf mehrere BU-Verträge für Gutverdiener und Akademiker zahlreiche Vorteile. Die finanzielle Angemessenheit muss aber natürlich berücksichtigt werden.


4. Bis zu welcher Absicherungshöhe genügen die Angaben im Antrag?

Wie wir schon festgestellt haben, gibt es ab einer gewissen Grenze ein Mitspracherecht des Rückversicherer, erweiterte Gesundheitsfragen sowie eine ärztliche Untersuchung. Diese Grenzen sind etwas unterschiedlich, insbesondere auch im “höheren” Alter bei manchen Gesellschaften. Glücklicherweise gibt es hier derzeit eine gewisse Dynamik an den maximalen Grenzen. Manche Versicherer sind zwar immer noch bei 2.000 Euro, der Groß bei 2.500 Euro aber mittlerweile gibt es den verstärkten Trend, dass 3.000 Euro in der BU-Versicherung rein mit den normalen Gesundheitsfragen im Antrag abgesichert werden können. Aufgrund der Inflation und den steigenden Gehältern war dieser Schritt aber natürlich auch mal bitter notwendig. 

Anbei wäre eine aktuelle Übersicht über die verschiedenen Grenzen bei hohen Renten in der BU:

GesellschaftUntersuchungsgrenze*Anmerkung
Allianz3.000 €Ab 50 Jahren schon ab. 2.500 Euro (Hausarztbericht)
Alte Leipziger3.000 €Ab 51 Jahren schon ab 1.000 €
AXA2.500 €-
Baloise (früher Basler)3.000 €Ab 45 Jahren schon ab 2.500 €
Barmenia2.500 €-
Canada Life3.000 €Ab 49 Jahren ab 2.500 €
Ab 55 Jahren schon ab 1.500 €
Condor2.500 €-
Continentale3.000 €Ab 51 Jahren NT-proBNP nötig
CosmosDirekt3.000 €angeblich laut telefonischer Auskunft
Debekaunbekannt 
DEVK3.000 €wohl keine Grenze / unbekannt
Dialog2.500 €Ab 51 Jahren schon ab 2.000 €
Die Bayerische3.000 €Ab 51 Jahren schon ab 2.500 €
Ergo3.000 €Ab 50 Jahren & 2.000 Euro € mit Hausarztbericht
Generali2.000 € 
Gothaer3.000 €-
Hannoversche3.000€-
Hanse Merkur2.000 €-
Helvetia3.000 €-
HDI3.000 €-
HUK-Coburg2.000 €-
LV 18713.000 €-
Münchener Verein2.000 € 
Nürnberger2.500 €-
Signal Iduna3.000 €Ab 50 Jahren schon ab 1.500 Euro
Stuttgarter3.000 €Ab 51 Jahren schon ab 2.500 €
Swiss Life2.500 €-
Universa2.000 €Ab 50 Jahren generell mit Hausarztanfrage
Volkswohl Bund2.500 €Ab 50 Jahren Befundbericht
WWK2.500 € 
Württembergische2.000 €Ab 50 Jahren schon ab 1.000 €
Zurich2.500 €Ab 51 Jahren & 1.001 Euro =  ärztliches Zeugnis und einiges weiteres

*Ärztliche Untersuchungen bzw. / oder Arztberichte werden ab folgendem Grenzwert angefordert


5. Gibt es Situationen, wo wir für Akademiker die Aufteilung NICHT IMMER empfehlen?

Ja, die gibt es auch.

A: Es gibt nur einen BU Versicherer mit passablem Ergebnis nach einer Risikovoranfrage

Es kommt nicht oft vor, aber bei schweren Fällen und umfangreichen Anfragen kann dies schon mal sein. Hier müssen wir, aber vor allem Du dann abwägen. Ist mir die Flexibilität wichtiger oder z.B. eine normale Annahme? Klar, muss man auch drauf schauen, um welche erschwerten Annahmen es sich genau handelt. Den Ausschluss des linken kleinen Zehs wird man verzeihen können, die Psyche (z.b. aufgrund einer Psychotherapie) oder die Wirbelsäule wäre sehr schade.

Ein Beispiel konnten wir im März 2019 für einen Interessenten sehen:

Hier entschieden wir uns anschließend für einen BU-Vertrag beim Volkswohl Bund, welcher als einziger eine normale Annahme in Aussicht stellte & auch den Versicherungsschein gleichlautend versandte.

Dies wäre also ein Grund, weshalb wir die 1-Vertragslösung bevorzugen. Dies ist aber natürlich auch nur bis zu einer Absicherung von 2.500 Euro ein gangbarer Weg. Darüber hinaus müsste man in diesem Fall eine nicht normale Annahme in Kauf nehmen.

B: Du rechnest jetzt schon nicht mit stark steigendem Gehalt / einer unterbrochenen Erwerbstätigkeit

Bei vielen jungen Menschen steht früher oder später auch die Familienplanung auf dem Plan. I.d.R. (aber es wandelt sich natürlich auch etwas) bleibt ein Elternteil vielleicht auch mal länger dem Berufsleben fern (Kindererziehung) bzw. steigt danach nur wieder Teilzeit in den Beruf ein. Hier wird es wahrscheinlich keine großen Gehaltssprünge mehr geben, weshalb eine ordentliche Absicherung + gute Beitragsdynamik (welche man ja auch immer wieder aussetzen kann) in der Berufsunfähigkeitsversicherung genügt. Mittlerweile gibt es aber auch bei einzelnen Versicherer interessante Optionen einer erhöhten Nachversicherungsgarantie, welche doppelt verdoppelt werden kann. Hier sollte insbesondere die Karrieregarantie der LV 1871 betrachtet werden, welche die Nürnberger mit Ihrem großen Update der BU4Future im Juli 2021 auch aufgegriffen hat. Vorreiter am Markt war hierbei aber die Golden BU der LV 1871. Mittlerweile hat die Gothaer diese ebenso eingeführt. Damit man nicht den Durchblick verliert, haben wir gleich mal einen Übersichtsartikel über die verschiedenen Karrieregarantien am Markt geschrieben. Auch hier sieht man derzeit die sehr dynamische Entwicklung im Markt der BU-Erhöhungen. 

Wenn es aber etwas unklar ist, wie sich Deine berufliche Laufbahn entwickelt, dann entscheide Dich im Zweifel für die Aufteilung auf zwei Gesellschaften.

Was spricht sonst noch gegen die Aufteilung auf zwei oder mehr Berufsunfähigkeitsversicherungen?

Ein Punkt muss noch angesprochen werden – die Arbeit im Leistungsfall wird etwas umfangreicher:

Im Leistungsfall musst Du Dich mit zwei Versicherungsgesellschaften auseinandersetzen. Jeder hat bekanntlich seine eigenen Vertragsbedingungen, seine eigene Leistungsfallprüfung und ggf. Unterschiede in der Wahrnehmung von manchen Punkten. Diese Arbeit verdoppelt sich.
Sollte es aber zu einer Berufsunfähigkeit von Dir kommen, dann empfehlen wir eh jemanden, der sich darauf spezialisiert hat. Das sind i.d.R. keine Anwälte, sondern Versicherungsberater mit dem Schwerpunkt auf die Leistungsfallregulierung in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese übernehmen auch für Dich die Korrespondenz mit der Gesellschaft. Da für den Versicherungsberater aber auch der zeitliche Aufwand etwas steigt, werden die Kosten etwas höher liegen im Leistungsfall, als wenn Du die Beauftragung im Leistungsfall nur bei einer Gesellschaft in Auftrag gibst.

Wir arbeiten hierbei mit dem BU-Expertenservice zusammen. Einen Einblick in unsere Kooperation findest Du unter "Unsere Vorgehensweise im Leistungsfall Berufsunfähigkeitsversicherung".

Sonst noch Punkte?

Jein…Du bekommst eben etwas mehr Post, zwei Abbuchungen und mehr Papierkram. Wobei… Dank Deines Digitalen Versicherungsordners simplr bekommst Du sämtliche Dokumente eh in Echtzeit reingespielt in Deinen persönlichen Zugang & simplr App. Das spricht in der heutigen Zeit also nicht mehr dagegen 😉.


6. Wie hoch sind die Mehrkosten, wenn ich zwei statt einer Gesellschaft auswähle in der BU?

Eine häufig gestellte Frage, weswegen wir diese jetzt mitaufnehmen möchten im Artikel.

Der Mehrkosten für eine Zwei-Vertragslösung in der Berufsunfähigkeitsversicherung sind verschwindend gering und dürften i.d.R. bei ein bis zwei Prozent liegen.
Der Grund ist folgender: Die sogenannten "Stückkosten" bzw. Verwaltungskosten sind identisch für einen Vertrag. Egal ob die Absicherung bei 500 oder 2.500 Euro liegt. Bei einer höheren Absicherung sinken diese Kosten dementsprechend. Nüchtern gesehen sind die Mehrkosten aber für Deine Entscheidung zum Vernachlässigen, insbesondere, wenn es sich nicht um extrem geringe Absicherungssummen handelt. Die 250 Euro monatliche BU-Police macht sich prozentual gegenüber des 2.000 Euro Vertrages durchaus bemerkbar. Aber da unsere Interessenten solche Spaßrenten nicht auswählen, fällt das nicht wirklich ins Gewicht. 


7. Soll ich immer eine 50 / 50 Aufteilung anstreben anstreben in der BU bei einer Zwei-Vertragslösung?

Es ist die Regel, aber wie immer gibt es Ausnahmen. Für uns wären dies Vier Punkte, wo ggf. keine 50 / 50 (also z.b. 1.500 Euro bei Gesellschaft A und 1.500 Euro bei Gesellschaft B). Der Jurist würde also im Zweifel sagen "Es kommt drauf an". Insbesondere durch die sehr unterschiedliche Möglichkeiten der Nachversicherung kann es durchaus sinnig sein, taktisch einen Versicherer Über- und einen anderen Untergewichten. 

Die Beweggründe haben wir im eigenen Artikel "Aufteilung BU-Rente immer 50/50 bei Auswahl von zwei Anbieter?" niedergeschrieben. 

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8. Fazit zur Aufteilung auf zwei BU-Verträge, statt auf eine Gesellschaft zu setzen!

Es gibt nüchtern gesehen wenig Gründe, die bei (angehenden) Akademikern & Gutverdiener dagegensprechen. Von daher – bitte beherzigt unseren Rat. Aus der Praxis können wir sagen, dass es viele Interessenten ab 40 Jahre gibt, die mit ihrer alten BU-Versicherung am Limit angekommen sind und wo sich der Absicherungsbedarf sehr stark erhöht hat. Glaubt uns, es ist nicht wirklich immer sehr einfach, mit 40 Jahren oder später eine sehr saubere Gesundheitshistorie zu haben. Mal zwickt es hier, mal zwickt es da. Hier kannst Du schon frühzeitig saubere Parameter setzen, damit Du auch später ohne Probleme Deine BU-Versicherung bei bestimmten Ereignissen erhöhen kannst (angemerkt sei natürlich, dass viele Nachversicherungsoptionen mit 50 Jahren enden). Ein versierter Versicherungsmakler mit Schwerpunkt Berufsunfähigkeitsversicherung zeigt Dir die Möglichkeiten auf. Sollte nicht die große Karriere geplant werden, so kann mittlerweile aber auch eine Ein-Vertragslösung gewählt werden, soweit es eine sehr gute Karrieregarantie gibt. 

Zudem unterschätzen wir sehr gerne die "Kraft" der Inflation & Kaufkraftverlust. Jetzt klingen 2.500 Euro nach einer verdammt hohen Summe. Dies waren 2.500 DM damals aber auch. Der Kaufkraftverlust kommt schleichend und unbemerkt....
Aber klar – jede Lebenssituation ist unterschiedlich und grundsätzlich kann natürlich nicht pauschalisiert werden. 


Pressenachklang

05.06.2020 / Das Fachmagazin Pfefferminzia nahm unseren praxisorientierten Blogartikel "Fälle aus der Praxis – so sichern wir hohe Renten in der Berufsunfähigkeitsversicherung ab!" auf und berichte darüber im Artikel "Wie BU-Makler eine 4.500-Euro-Rente versichert bekommen". Im wesentlichen wenden wir hier einfach die oben angesprochenen Punkte an. Nicht mehr und nicht weniger. Trotzdem fallen manche Versicherungsvermittler immer noch mit eklatanten Schwächen auf und lassen ihre Kunden ins offene Messer laufen. Nicht schön....


24.06.2019 / Das Fachmagazin Pfefferminzia nahm unseren Blogartikel "Fortsetzung: Die große und kleine Welt der Berufsunfähigkeitsversicherung. Anekdoten aus unserem Hause." zum Anlass, ebenfalls über unsere "Zwei Vertragslösung" zu sprechen. Den Bericht findest Du unter "Die Vorteile einer Zwei-Vertragslösung". Vielen Dank für die Erwähnung ;-).