Irgendwie ist unsere Bewertung zur WWK schade, da wir die Firmengeschichte schon ganz nett finden. Gegründet wurde der Versicherer im Jahr 1884 als “Witwen- und Waisen-Unterstützungscassa des Bayerischen Verkehrsbeamten-Verein”. Wie so viele andere Versicherer in diesen Jahren hat man sich also einer Zielgruppe verschrieben, was in den 1920er Jahren noch untermauert wurde, indem sich 15 Versicherungsvereine auf Sterbekassen der WWK angeschlossen haben. Bis dahin war man auch nur in Bayern unterwegs - also ein lokaler Versicherer. Das dürfte uns Bierls als gestandene Bayern eigentlich gefallen 👍. Ende der 1920er folgte aber die weitere Expansion auf Süddeutschland und Hessen, alsbald haben sich weitere Sterbekassen angeschlossen. 1934 folgte dann die Ausdehnung auf Gesamtdeutschland. Weitere Übernahmen erfolgten, im Jahr 1961 folgte nun auch die Gründung der eigenen Sachsparte mit dem illustren Namen “Witwen- und Waisenkasse Allgemeine Schaden- und Unfallversicherung Aktiengesellschaft”. 

Eigentlich erst recht spät (dafür, dass die WWK hier einen relativ großen Bestand besitzt) wurde die fondsgebundene Rentenversicherung eingeführt im Jahr 1998. Kurz darauf folgte auch die Gründung einer eigenen Kapitalanlagegesellschaft mit Sitz in Luxemburg. Hier wurden relativ bald eigene Dachfonds aufgelegt. In der Firmengeschichte selber liest man sehr viel anschließend über die fondsgebundenen Altersvorsorgeprodukte, wie toll dass man auch sei (“laufend bester Lebensversicherer”), aber über die Biometrische Absicherung wie der Berufsunfähigkeitsversicherung findet man leider keine Informationen. 

Eigentlich ganz cool finden wir, dass die WWK ein sogenannter Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ist. Das ist eine Gesellschaftsform, die wir gut finden und oftmals einem Aktienunternehmen vorziehen. In der Regel geht man sehr viel behutsamer mit den Kundengeldern um. Wobei man sich bei der WWK auch kurz die Frage stellen kann, ob es so ein extremes Sponsoring im Fußballbereich (FC Augsburg, man ist Trikotsponsor sowie Namensgeber des Stadions) benötigt als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Das Geld fehlt dann den Mitgliedern (= versicherten Kunden). Aber das ist jetzt eine komplett andere Diskussion….

Welche Sparten bietet die WWK Versicherung an?

Neben den bekannten Sparten in der Lebensversicherung, bietet man aber auch Versicherungsprodukte in der Sparte Sach & KFZ an. Sprich, beginnend von einer privaten Haftpflichtversicherung über eine Wohngebäudeversicherung bis hin zum Thema Gewerbe. Alle Bereiche sind zumindest im Maklermarkt oder auf Vergleichsportalen nicht wirklich präsent, da man auch schlichtweg mit der Spitze nicht mithalten kann. Die Sachsparte bietet man also eher der eigenen Ausschließlichkeit, sprich den eigenen Versicherungsvertretern an.

Den Bereich Krankenversicherung bedient die WWK Versicherung hingegen nicht.

Über wen bietet die WWK Versicherung Ihre Produkte an?

Eigene Ausschließlichkeit / Versicherungsvertreter

Die WWK setzt stark auf ihre eigene Ausschließlichkeit, was bedeutet, dass ausschließlich Produkte dieser Versicherung vermittelt werden. Das ist an sich nicht verkehrt, denn es kann (!) auch eine qualitativ hochwertige und kundenorientierte Beratung folgen. Allerdings gibt es hier auch gewisse Einschränkungen, insbesondere wenn die WWK in einem bestimmten Bereich keine optimale Lösung bietet (da kommen wir mit dem Thema BU noch darauf zurück…).

Für eine Versicherungsgesellschaft ist eine eigene Ausschließlichkeit jedoch nicht unbedingt eine schlechte Strategie. Die Berater sind loyal, verkaufen ausschließlich die hauseigenen Produkte und dies bietet eine gewisse Planungssicherheit. Es besteht jedoch die Herausforderung, dass möglicherweise nicht für jede Situation die perfekte Lösung gefunden werden kann.

Versicherungsmakler / freie Berater

Hier sind wir in unserem Element – als Versicherungsmakler. Die Leser dieses Textes dürften bereits mit dem Begriff und der Funktionsweise eines Versicherungsmaklers vertraut sein. Doch für Versicherungsunternehmen ist es nicht so einfach, die Bedürfnisse von Maklern zu erfüllen. Als Vertreter der Kunden sind wir nicht an eine bestimmte Versicherungsgesellschaft gebunden. Daher müssen die von uns empfohlenen Produkte wirklich überzeugen, da wir sonst keine Empfehlung aussprechen würden.

Es ist wichtig zu betonen, dass es nicht darum geht, dass andere Versicherer keine hochwertige Zahnzusatzversicherung anbieten. Aus diesem Grund müssen wir uns als Makler stets gut präsentieren, einen erstklassigen Service und eine effiziente Abwicklung im Leistungsfall bieten sowie ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis sicherstellen. Im Grunde genommen ist ein effektiv arbeitender (obwohl es natürlich auch Ausnahmen gibt) Versicherungsmakler eine Form von aktivem Verbraucherschutz. Wir gehen ja auch mal sehr kritisch mit Versicherern um, wie man in diesem Artikel wohl erkennen dürfte.

Große (Struktur) Vertriebe

Die WWK arbeitet auch recht intensiv mit sehr großen Vertrieben zusammen, insbesondere im Bereich der fondsgebundenen Altersvorsorge (sehr stark war man im Riesterbereich unterwegs). Bekanntlich sind wir keine so großen Freunde von großen Vertrieben, da die “Premiumpartner” oftmals die Versicherer sind, welche sich Umsatz teuer erkaufen (hohe Provisionen etc.). Aber nun gut, lassen wir das.

Nicht vergessen sollte man auch, dass die WWK ebenfalls so eigene Vertriebe besitzt wie z.B. die Askuma.

Vergleichsportale wie Check24 und Co. 

Viele Versicherer sind ja sehr stark im Bereich der Vergleichsportale unterwegs. Bei der WWK ist dies (fast) nicht der Fall. Weder in der BU-Versicherung noch in der Sachversicherung haben wir in unserer Suche die Produkte des Versicherers bei Check24 gefunden. Bei der Riesterrente wurden wir aber fündig, hier ist die WWK gelistet.
Grundsätzlich finden wir es gar nicht schlimm, wenn ein Versicherer entscheidet, dass dieser nicht gelistet sein möchte. Kann viele Gründe haben. Ein durchaus bedenklicher ist aber sicherlich, wenn man erkennt, dass die eigenen Produkte eigentlich im Vergleich eher schlecht abschneiden und man daher auch gar keine wirkliche Chance hat, dass es zu einem Abschluss kommt. Das Gefühl hat man irgendwie beim Münchener Versicherer.


1. Die Gesundheitsfragen der WWK Berufsunfähigkeitsversicherung

Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung - ein richtiges Reizthema, das bei uns in der Beratung eine sehr große Rolle spielt. Gesundheitsfragen sind ja nicht immer alle gleich, sondern unterscheiden sich im Detail doch sehr. Im schlimmsten Fall entscheiden diese, ob Du eine Leistung aus der BU-Versicherung bekommst oder nicht. Deshalb blicken wir mal die Gesundheitsprüfung der WWK in der BU etwas genauer an.

So sind die Gesundheitsfragen der WWK Berufsunfähigkeitsversicherung

Also der Bogen zur Gesundheitsprüfung ist schon recht umfangreich, hat aber auf jeden Fall schon mal einen positiven Aspekt der WWK zu bieten. Es gibt keine offene Fragestellung mit 

“Hatten Sie in den letzten fünf Jahren Beschwerden, Missempfindungen, etc., weswegen Sie auch nicht beim Arzt waren”?

Das ist auf jeden Fall sehr positiv. Da sind nicht alle Versicherer so. 

Natürlich taucht auch die Frage nach dem Heilpraktiker auf, wodurch Behandlungen angegeben werden müssen, selbst wenn man zuvor beispielsweise aufgrund eines Rezepts nicht direkt zum Arzt gegangen ist. Diese Frage wird immer häufiger gestellt. 

Kenner der Branche werden feststellen, dass die WWK keine direkte offene Frage zu Beschwerden stellt. Das ist wiederum ungewöhnlich und ein großer Vorteil für viele Interessenten und Kunden. Viele Versicherer haben immer noch offene Fragen zu Beschwerden in den letzten drei bis sechs Monaten. Der Hintergrund dabei ist vor allem der Schutz des Versichertenkollektivs. Wir erhalten regelmäßig Anfragen von Personen, die derzeit bereits (selbst diagnostizierte) psychische Beschwerden haben, aber noch keinen Arzt aufgesucht haben. Oder Menschen, die seit geraumer Zeit Probleme mit der Wirbelsäule haben, ebenfalls ohne Arztbesuch. Bei den üblichen Gesundheitsfragen der LV 1871 oder HDI müsste dies beispielsweise angegeben werden, und eine normale Annahme des Antrags (unter der Voraussetzung, dass zuvor eine anonyme Risikovoranfrage gestellt wurde) dürfte unwahrscheinlich sein. Die WWK geht hier also direkt einen mutigen Schritt. Dazu passt auch der kluge Spruch: "Alles, was für den Einzelnen gut ist, kann für das Kollektiv nachteilig sein." Da ist sicherlich etwas dran. Allerdings dürften nicht viele dieses Schlupfloch nutzen, denn die WWK ist nicht unbedingt der typische Anbieter auf dem Markt für Berufsunfähigkeitsversicherungen, wie Du gleich noch erfahren wirst.

Die Frage nach psychischen Erkrankungen hingegen ist sehr weit ausgeholt, mit

Wurden Sie in den letzten 10 Jahren von Ärzten, Heilpraktikern oder anderen Therapeuten beraten, untersucht oder behandelt oder sind solche Maßnahmen derzeit vorgesehen wegen Erkrankungen oder Störungen der Psyche (z.B. depressive Stimmungen, Angstzustände, Suizidversuch, Belastungsreaktion, Essstörung, ADS/ADHS)?

Normalerweise wird die Psyche nur noch fünf Jahre in üblichen Abfragebögen abgefragt. Die Gothaer geht seit ihrem Update 07 /2023 sogar noch weiter und fragt psychische Erkrankungen sogar nur noch drei Jahre ab. Hier handelt die WWK also nicht recht kundenfreundlich, für das Kollektiv mag es aber durchaus sinnig sein. Aber der Trend ist derzeit ein anderer.

Positiv ist wiederum, dass Operationen und Krankenhausaufenthalte nur fünf Jahre abgefragt werden.

“Haben Sie sich in den letzten 5 Jahren einer oder mehrerer Operationen unterzogen, sich aus gesundheitlichen Gründen in einem Krankenhaus, in einer Heil- oder Kuranstalt, einer Rehabilitationsklinik oder einem Sanatorium aufgehalten oder sind Operationen oder solche Aufenthalte derzeit angeraten?”

Hier liegt der Markt noch eindeutig bei zehn Jahren, auch wenn es eine minimale Verschiebung in Richtung fünf Jahre gibt, wie man auch im Update der Gesundheitsfragen 10 / 2023 bei der Baloise sieht. Leicht negativ ist aber, dass generell von einem Krankenhausaufenthalt besprochen wird. Das kann ja auch die Notaufnahme am Wochenende sein oder der Arzttermin beim Doktor, welcher seine Sprechstunde im Krankenhaus abhält. Das müsste wiederum bei der WWK im Gesundheitsfragebogen angegeben werden. 

Es gibt aber eine offene Frage nach Beeinträchtigungen

Wie eigentlich schon erwartet, ist die Gesundheitsprüfung nochmals etwas verschärft worden. Es gibt die relativ offene Frage nach Beeinträchtigungen. 

Bestehen bei Ihnen körperliche, psychische oder geistige Beeinträchtigungen (z.B. Missbildungen, Folgen von Operationen, Unfällen oder Infektionskrankheiten, Bandscheiben - vorfall, Wirbelsäulenschaden, Versteifungen, Amputationen, Hirnleistungsstörungen, Gedächtnisverlust), wurde bereits eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE), ein Grad der Schädigungsfolgen (GDS), eine Behinderung (GdB) oder eine Wehrdienstbeschädigung (WDB) anerkannt oder in den letzten 12 Monaten beantragt?

Diese muss sauber und intensiv angegangen werden. Finden wir aber auch so teilweise in anderen Anträgen zur BU-Versicherung. 

Drogenkonsum muss nur als Behandlung angegeben werden

Die Frage nach dem Drogenkonsum in der Berufsunfähigkeitsversicherung und deren Auswirkung kommt immer öfter - scheint wohl jeder mal einen Joint geraucht zu haben. Bei der WWK muss der Drogenkonsum nur angegeben werden, wenn man deswegen ärztlich beraten wurde. Das ist kundenfreundlich, für das Kollektiv vielleicht aber nicht so gut. Wie immer gilt - alles, was gut für den einzelnen ist, kann schlecht für die Versichertengemeinschaft sein. 

Die Frage nach abgelehnten Anträgen bleibt bestehen

Hier nimmt die WWK leider keinen Trend auf. Immer mehr Versicherer verzichten nämlich auf die Antragsfrage, ob schon mal ein Lebensversicherungsantrag zu erschwerten Bedingungen angenommen oder gar abgelehnt wurde.

Das ist bedauerlich und kann für manche Interessenten, die bereits versucht haben, eigenständig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen (trotz Studieren von Finanztest, Check24 oder bei einem Direktversicherer), zu einem kleinen Hindernis werden. Diese Erfahrung muss also im Antragsprozess angegeben werden. Doch keine Panik, wie wir bereits im Artikel "Abgelehnter Antrag / Risikozuschlag Berufsunfähigkeitsversicherung ein Problem?" erklärt haben. Dieser Artikel betrifft jedoch nur wenige Versicherer, die darauf beharren: "Es interessiert uns nicht, wie andere Versicherer entscheiden. Wir orientieren uns ausschließlich an unseren eigenen Einschätzungen und der hausinternen Risikoprüfung." Leider liegt uns keine Information darüber vor, wie die WWK in der Praxis mit abgelehnten Anträgen bei Mitbewerbern umgeht.

Kann man positiv oder negativ sehen - es gibt keine Frage nach dem Rauchverhalten im BU-Antrag. Mittlerweile unterscheiden so gut wie alle Versicherer nach dem Rauchverhalten. Nichtraucher profitieren, Raucher zahlen bis zu 35 Prozent mehr an Beitrag.

Die Frage nach gefährlichen Hobbys ist relativ normal und wird bei jedem normalen BU-Antrag gefragt. Wichtiger ist somit die Frage, wie die jeweilige Versicherung mit dem potentiellen Gefahrenumstand umgeht.
Auch gibt es eine Frage nach geplanten Auslandsaufenthalten von Seiten der versicherten Person. Leider gibt es aber keinen Unterschied zwischen der Europäischen Union / Europa an sich, sondern es wird pauschal nach Ausland gefragt. Somit müsste das Auslandssemester in Wien angegeben werden. Schade, dies schafft wieder unnötigen Mehraufwand und ggf. Erklärungsbedarf.

Gibt es bei WWK besondere Aktionen oder erleichterte Gesundheitsfragen für die Berufsunfähigkeitsversicherung? 

Nein, uns ist keine Aktion von WWK bekannt, die vereinfachte Gesundheitsfragen beinhaltet. Möglicherweise gibt es spezielle Aktionen für diverse Vertriebe, aber eineallgemein zugängliche Aktion mit verkürzten Gesundheitsfragen ist uns nicht bekannt. Andere Anbieter wie die Allianz oder besonders die HDI Berufsunfähigkeitsversicherung haben hier eine Vorreiterrolle. Das sehen wir jedoch nicht als besonders dramatisch an, da eine verkürzte Gesundheitsprüfung für das Kollektiv nicht immer von Vorteil ist. Es ist wichtig, sich stets daran zu erinnern, dass "Alles, was gut für den Einzelnen ist, sich negativ auf das gesamte Kollektiv auswirken kann", wie wir oben schon erwähnt haben. Selbstverständlich bietet die WWK daher keine Berufsunfähigkeitsversicherung ganz ohne Gesundheitsfragen an.

Kann bei der WWK eine anonyme Risikovoranfrage in der Berufsunfähigkeitsversicherung gemacht werden? 

Ja, es ist möglich, bei der WWK eine anonyme Risikovoranfrage zu stellen und nicht direkt einen Antrag mit all seinen (theoretisch) negativen Konsequenzen zu stellen. Solltest Du direkt von einem Vertreter der WWK beraten werden, dann sorge bitte dafür, dass bei bestimmten Ja-Antworten (z.B. bei gewissen Vorerkrankungen oder gefährlichen Hobbys) der Antrag nicht direkt eingereicht wird, sondern dies explizit erstmal ohne Namen bei Dir passiert - sprich, eine anonymisierte Vorabanfrage. 

Für uns als spezialisierter Versicherungsmakler mit Schwerpunkt Berufsunfähigkeitsversicherung ist dies unser täglich Brot, immerhin dürften wir mittlerweile weit über 5.000 Voranfragen über die Jahre verschickt haben. Wir sind aber ehrlich mit Dir. Wir können die Qualität der Risikoprüfung / des Underwriting des Versicherers nicht einschätzen, da wir so gut wie keine Voranfragen stellen aus Gründen, die später noch kommen und teilweise schon kamen. Normalerweise folgen in diesem Absatz umfangreiche Erfahrungsberichte von uns zur individuellen (oder nicht individuellen) Risikoprüfung der Gesellschaft. Bei der WWK fehlen uns ehrlich gesagt die Erfahrungsberichte. Es geht aber nicht nur uns so, sondern sicherlich auch den Kollegen, die Gesellschaft spielt halt nicht sooo die Rolle. Kann in ein paar Jahren sicherlich anders aussehen, aber das ist der aktuelle und ehrliche Stand. Es ist eher sogar so, dass nicht wenige Risikoprüfer die WWK in den letzten Jahren verlassen haben - es gibt ja in München doch einige gute Versicherer wie die Bayerische, LV 1871 und natürlich eine Allianz, welche einen Schwerpunkt in der biometrischen Absicherung setzen und natürlich immer gutes Personal finden. Da wurden sie teilweise bei der WWK fündig, da das Geschäft mit den Risikovoranfragen massiv eingebrochen ist. Es gibt also irgendwie keinen Grund, eine Voranfrage bei der WWK zu stellen.

Wenn Du unbedingt eine BU bei der WWK abschließen möchtest, dann können wir Dir nur folgende Tipps damit auf den Weg geben.

  • In der Berufsunfähigkeitsversicherung setzen wir bevorzugt auf ärztliche Stellungnahmen und Atteste. Diese sollten dem Schema "WAS war WANN, WARUM, WIE wurde behandelt, wann war WIEDER GUT" folgen. Hierbei ist zu bedenken, dass der behandelnde Arzt Dein wichtigster Unterstützer auf dem Weg zur passenden BU ist. 
  • Bei einer positiven Rückmeldung sollte eine detaillierte Eigenerklärung bzw. Erläuterungen in unserem Gesundheitsdaten-Beiblatt folgen. Du musst den "Türsteher" (Antragsprüfer) der WWK überzeugen, dass Du auf die coole Party gehörst (= Du kommst in die Versichertengemeinschaft).
  • In diesem Zusammenhang sind wir keine Befürworter von Fragebögen in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese sind uns zu stark nach dem Schema "Ja / Nein" aufgebaut und bieten oft wenig Raum für persönliche Erklärungen zu den jeweiligen Gefahrenumständen. Unsere Risikovoranfragen sind in der Regel so umfassend, dass keine offenen Fragen bleiben, die nur mit einem Fragebogen beantwortet werden können. Gelegentlich ist dies jedoch die Reaktion überforderter Risikoprüfer (oder es wird gleich darauf hingewiesen, dass ein Antrag gestellt werden soll). Wie es bei der WWK aussieht, entzieht sich jetzt unserer Kenntnis.

Generell hilft Dir unser Artikel mit dem größten Fehler in der Risikovoranfrage vielleicht etwas. Das dürfte auch für die WWK gelten.

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2. Technische Ausgestaltung der WWK Berufsunfähigkeit (Dynamik / Nachversicherung und Co.)

Die technische Ausgestaltung spielt heutzutage eine äußerst wichtige Rolle in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Sie hat einen maßgeblichen Einfluss darauf, ob Du langfristig eine Absicherung erhältst, die Deinen Bedürfnissen entspricht und flexibel ist. Schließlich soll Dein Versicherungsvertrag über viele Jahrzehnte hinweg Bestand haben, und ein Wechsel in der BU-Versicherung macht oft keinen Sinn mehr – sei es aufgrund eines höheren Eintrittsalters oder bestehender Vorerkrankungen wie Skoliose, Probleme der Wirbelsäule, absolvierte Psychotherapie oder auch schlichtweg Übergewicht. Daher müssen die Parameter bereits zu Beginn des Vertrags sorgfältig festgelegt werden. Wir werfen einen genaueren Blick darauf, wie flexibel die WWK in dieser Hinsicht ist.

2.A.: Beitragsdynamik bei der WWK

Die Beitragsdynamik gilt in der Berufsunfähigkeitsversicherung als eines der entscheidendsten Mittel für eine kontinuierliche Anpassung der Absicherung. Im Laufe der Zeit wirst Du höchstwahrscheinlich Gehaltssteigerungen verzeichnen und dementsprechend sollte auch die Absicherungshöhe steigen – und das ohne erneute Gesundheitsfragen. Diese Erhöhung wird durch die Beitragsdynamik ermöglicht. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass dies nicht mit möglichen Erhöhungsoptionen bei einem beruflichen Aufstieg verwechselt werden sollte. Die Beitragsdynamik gleicht hauptsächlich Gehaltssteigerungen und die Inflation aus, nicht jedoch größere Sprünge in der Karriere. Dies sollte stets im Bewusstsein behalten werden.

Wie sind die Eckdaten der Dynamik bei der WWK BioRisk?

  • Der Beitragsdynamik kann nur zweimal in Folge widersprochen werden, sonst entfällt diese
  • Die Dynamik geht bis 65 Jahre durch
  • Aber die Beitragsdynamik der WWK endet bei 5.000 Euro (auch somit vor 65 Jahren)
  • Bei einer Absicherung von über 1.500 Euro können maximal drei Prozent Dynamik gewählt werden - generell sind aber bis zu sechs Prozent möglich

Das sind leider Eckdaten, die nicht so toll sind. Fast kein Versicherer bietet nur noch die Flexibilität des maximalen zweifachen Widerspruchs an. Ebenso gefällt uns nicht, dass es einen Deckel von 5.000 Euro bei der Beitragsdynamik gibt. Das ist viel zu wenig, insbesondere für angehende Akademiker. Wir vergessen ja oft die Zahlen der Inflation und den damit verbundenen Kaufkraftverlust. Immerhin sind aber drei Prozent sogar mehr als die maximalen zwei Prozent der HUK-Coburg, aber ob das tröstet...

Nehmen wir mal einen Informatiker mit 20 Jahren und fünf Prozent Beitragsdynamik. Mit 52 Jahren würde die Dynamik dann schon stoppen.

Das ist ein viel zu niedriger Wert. Würde zu Beginn schon eine viel höhere BU-Rente abgesichert werden, dann kämen wir noch näher an die 5.000 Euro an maximaler Absicherung (wobei über 1.500 Euro bekanntlich nur drei Prozent möglich sind).
Festzuhalten gilt also, dass die WWK eine der schlechtesten Dynamikformen am Markt anbietet.

2.B.: Leistungsdynamik bei der WWK

Die Leistungsdynamik oder die garantierte Rentensteigerung kann bei der WWK Versicherung branchenübliche drei Prozent betragen. Im Tarif Solo gibt es hier keine besonderen Merkmale. Die Integration einer garantierten Rentensteigerung oder Leistungsfalldynamik wird als durchaus sinnvoll von uns erachtet, insbesondere wenn die finanzielle Angemessenheit bereits vollständig ausgeschöpft ist. Obwohl die WWK im Leistungsfall auch nicht garantierte Überschüsse anbietet, sind diese im Vergleich zum Markt eher begrenzt, nämlich bei 1,85 Prozent (Stand 2024). Andere Versicherer bieten in dieser oft übersehenen Kennzahl bis zu 2,7 Prozent an (z.B. die Bayerische, Allianz oder HDI). Die WWK befindet sich hier eher im Mittelfeld.

Dennoch sollte die Hauptaufmerksamkeit zunächst auf die maximale Absicherungshöhe Deiner gewünschten BU-Versicherung gerichtet sein. Anschließend spielt die Leistungsfalldynamik eine Rolle.

2.C.: Die Regelung zur Arbeitsunfähigkeit bei der WWK

Die Regelung zur Arbeitsunfähigkeit ist eine der neuesten Innovationen in der Berufsunfähigkeitsversicherung (wobei die Condor diese bereits im Jahr 2009 eingeführt hatte). Hier wird bereits bei einer ausgedehnten Krankschreibung eine Leistung gewährt, ohne dass eine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit vorliegen muss.

Wir würden gerne über die Arbeitsunfähigkeitsklausel der WWK berichten, aber das können wir nicht. Der Grund ist so einfach wie banal - der Versicherer aus München bietet diese Option nicht an. Jetzt nicht falsch verstehen. Für uns ist die AU-Klausel nicht der heilige Gral und keine MUSS-Auswahl in der BU, aber es wäre sinnvoll, den Kunden die Wahl zu lassen, ob sie diese einbauen möchten oder nicht. Es dürfte mittlerweile kaum noch BU-Versicherer am Markt geben, die ihren Kunden keine Arbeitsunfähigkeitsklausel anbieten. Die WWK ist leider einer davon, dazu gesellt sich ebenso die Debeka

Daher können positive Fälle, wie wir sie in unserem Blogartikel unter "Erstmals über 13.000 Euro Auszahlung - die AU-Klausel der Nürnberger BU greift!" beschrieben haben, bei der WWK nicht auftreten. Bei der WWK müsste ein sehr langwieriger Leistungsantrag gestellt werden.

2.D.: Die Optionen zur Nachversicherung bei der WWK

Nachdem wir nun nicht allzu viel Lob ausgesprochen haben, möchten wir nun deutliche Kritik äußern.

Besonders in Bezug auf die technische Gestaltung gewinnt die Nachversicherung zunehmend an Bedeutung, und der Markt entwickelt sich hier sehr dynamisch. Vor allem für junge Menschen werden Erhöhungsoptionen immer relevanter. Gleich mal weiterhin eine schlechte Nachricht:

Einen gravierenden Nachteil erhält die WWK BioRisk dafür, dass sie lediglich auf eine erneute Gesundheitsprüfung verzichtet, jedoch eine erneute Risikoprüfung nicht ausschließt.

Dies bedeutet, dass die WWK bei der Beantragung einer Nachversicherung folgende Informationen von Dir verlangen kann:

  • Aktuelle berufliche Tätigkeit (kann extrem teuer werden)
  • Neue Hobbys / Freizeitaktivitäten seit Vertragsbeginn
  • Rauchverhalten
  • Künftige Auslandsaufenthalte
  • Körpergröße & Gewicht (evtl. fällt dies jedoch in die Kategorie Gesundheitsprüfung, Klarstellung wäre erwünscht)

Insbesondere bei sehr jungen Personen achten wir normalerweise sorgfältig darauf, dass bei der Beantragung einer Nachversicherung keine erneute Risikoprüfung erforderlich wird. Dies könnte unser Ansehen jedoch leicht beeinträchtigen.

Zwei weitere, negative Punkte runden das Bild der WWK zur Nachversicherung ab:

Zum einen steht Dir lediglich ein Zeitraum von sechs Monaten zur Verfügung, um eine Nachversicherung vorzunehmen. Dies erscheint uns als unzureichend, auch aus eigenem, selbstsüchtigen Blickwinkel. Jährlich versenden wir an unsere Mandanten und Kunden einen Jahrescheck. Wenn wir also erst vor acht Monaten erfahren haben, dass eine Immobilie finanziert wurde, ist dieser Grund nicht mehr geeignet, um eine Erhöhung vorzunehmen. Der Marktstandard beträgt mittlerweile allgemein 12 Monate, zumindest bei den erstklassigen Tarifen auf dem Markt.

Ebenso veraltet erscheint die Regelung, dass eine Erhöhung nur bis zum 45. Lebensjahr möglich ist. Der allgemeine Standard liegt auch hier bei 50 Jahren. Dies ist nicht besonders gut durchdacht vonseiten des Versicherers.

Wann könnte man sich für eine Nachversicherung bei der WWK entscheiden?

Hier sind die üblichen Gründe, nachfolgend die Aufzählung:

  • Erreichen der Volljährigkeit,
  • Heirat oder Begründung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft,
  • Scheidung oder Aufhebung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft,
  • Geburt eines Kindes oder Adoption eines Kindes,
  • Tod des Ehepartners oder eingetragenen Lebenspartners,
  • Schaffen der beruflichen Selbstständigkeit,
  • Erreichen eines akademischen Grades,
  • Aufnahme der beruflichen Tätigkeit nach erfolgreicher Ausbildung (Lehre, Studium),
  • Erstmaliges Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung,
  • Nachhaltige Erhöhung des regelmäßigen Bruttojahresgehalts – bei nichtselbstständiger Tätigkeit – um mindestens 10 %,
  • Ausscheiden aus der gesetzlichen Rentenversicherung (zum Beispiel bei selbstständigen Handwerkern nach Erfüllung der Mindestversicherungszeit),
  • Wegfall oder Kürzung einer berufsbedingten, insbesondere berufsständischen oder betrieblichen Altersversorgung,
  • Wegfall der Versicherungspflicht in einem Versorgungswerk,
  • Erwerb und Finanzierung einer selbstgenutzten Immobilie bei einem Finanzierungswert von mindestens 100.000 EUR,
  • Finanzierung im gewerblichen Bereich bei einem Finanzierungswert von mindestens 100.000 EUR,
  • Senkung des Leistungsbonus während der Versicherungsdauer.

Im Allgemeinen handelt es sich um die geläufigen Klassiker. In der Regel kommen ohnehin nur die drei bis vier üblichen in Betracht, wobei es mittlerweile doch viel mehr Gründe für eine Erhöhung geben kann. Denken wir z.B. nur beim Wechsel von der Elternzeit zurück ins Berufsleben.

Was in den Vertragsbedingungen bedauerlicherweise fehlt, ist die Option (besonders in den ersten fünf Jahren), die BU-Rente ohne bestimmtes Ereignis zu erhöhen. Dies ist mittlerweile weitgehend üblich, aber eben nicht überall vorhanden.

Welche Grenze gibt es bei der WWK BU-Versicherung in der Nachversicherung?

Hier sind wir jetzt ganz ehrlich zu Dir. So ganz blicken wir noch nicht durch, aber die Möglichkeiten erscheinen mehr als bescheiden. Schauen wir also mal in die Vertragsbedingungen rein:

Wir mussten das erst dreimal lesen. Aber wir interpretieren es so, dass eine Nachversicherung maximal 300 Euro im Monat betragen darf. Ansonsten darf die maximale Erhöhung bei 600 Euro liegen, diese muss aber in den ersten fünf Jahren geschehen. Was passiert nach den fünf Jahren? Entfällt die komplette Möglichkeit der Erhöhung. Wie schlecht ist das denn? Dürfte die wohl schlechteste “Erhöhungsmöglichkeit” am Markt sein. Ei, Ei, Ei…..

Ein klitzekleiner Pluspunkt: Die Beitragsdynamiken werden nicht angerechnet, zumindest etwas. Das ist jetzt aber nur der Tropfen auf den heißen Stein. Ein absolutes No-Go für junge Personen. Geht gar nicht. Sorry.

Viel bedenklicher ist jedoch, dass über die gesamte Vertragslaufzeit eine Erhöhung von nicht mehr als 600 Euro möglich ist (wir müssen uns also wiederholen). Was bedeuten schon 600 Euro für junge Menschen, die möglicherweise zu Beginn als Studenten oder Auszubildende etwas geringer abgesichert waren? Auch die Beitragsdynamik setzt hier nicht wirklich Druck, da maximal drei Prozent möglich sind bei über 1.500 Euro Absicherung zu Beginn. In einer Zeit, in der die Berufsunfähigkeitsversicherung Karrieregarantien ermöglicht und Renten von bis zu 7.400 Euro (zum Beispiel bei der LV 1871) zulässt, beschränkt sich die WWK auf eine Erhöhung von lediglich 600 Euro über die gesamte Laufzeit. Daher ist die WWK sicherlich keine empfehlenswerte Option für junge Akademiker wie Ärzte, MINT-Fachleute, Angehörige von Kammerberufen, Ingenieure oder wissenschaftliche Mitarbeiter.

Die Gestaltung der Nachversicherung bei der WWK BioRisk ist bedauerlicherweise, um es deutlich auszudrücken, recht unzureichend gelungen. Wir können daran nichts ändern, es ist jedoch Fakt.

2.E.: Die WWK hat keinen Einsteigertarif in der Berufsunfähigkeitsversicherung im Angebot.

Nein, das betrachten wir nicht als problematisch, da wir generell keine Verfechter von Einsteiger- oder Startertarifen in der Berufsunfähigkeitsversicherung sind. Solche Einsteigertarife sind nur in Ausnahmefällen sinnvoll, beispielsweise wenn man sich eine umfassende BU-Versicherung im Moment nicht leisten kann (Ausbildung, Schüler, Student) und keine Abstriche bei der Gestaltung eingehen möchte. Dies kommt jedoch bei uns vielleicht alle zwei Jahre einmal vor.

Bei einigen Versicherern erweist sich der Startertarif zudem als eine Art Täuschung. Wenn man den Tarif nicht selbst aktiv umstellt, verwandelt sich die Berufsunfähigkeitsversicherung in eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Hier kann es dann zu unangenehmen Überraschungen kommen… Wir würden an dieser Stelle auch bei der WWK keinen Einsteigertarif empfehlen, da es genügend andere Aspekte bei der technischen Ausgestaltung der WWK BioRisk gibt, die berücksichtigt werden sollten und warum die Gesellschaft nicht empfehlenswert ist. 

2.F.: Besteht die Möglichkeit einer beruflichen Besserstellung bei der WWK?

Nein, bei der WWK bleibt man dauerhaft in der Berufsgruppe, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgelegt wurde. Um dies zu verdeutlichen, erklären wir kurz: Grundsätzlich besteht in der BU-Versicherung keine Verpflichtung zur Nachmeldung eines neuen Berufs. Selbst wenn man beispielsweise vom Arzt zum Taxifahrer wechselt, muss dies dem Versicherer nicht mitgeteilt werden. Das gilt natürlich auch für die WWK. Allerdings bietet dieser Versicherer aus München keine Option an, um eine bessere Einstufung zu erhalten. Diese Klausel wird mit zunehmendem Alter immer bedeutsamer. Nicht jeder bleibt sein Leben lang im gleichen Beruf, insbesondere nicht nach der Ausbildung oder dem Studium. Es wäre daher sinnvoll, zu bestimmten Zeitpunkten (z. B. beim Einstieg ins Berufsleben nach dem Studium) oder regelmäßig die Möglichkeit zu haben, die Berufseinstufung zu überprüfen. Dies könnte über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg zu erheblichen Einsparungen von mehreren (Zehn) Tausend Euro führen

Leider behandelt die WWK diese Thematik nicht in den Vertragsbedingungen des Tarif BioRisk, was bedeutet: Es gibt keine Option für eine berufliche Besserstellung. Somit schaut man als Kunde also in die Röhre. 

2.G.: Besteht eine Absicherung gegen schwere Krankheiten bei der WWK

Nein, dies ist direkt nicht der Fall. Eine wachsende Anzahl von Anbietern gewährt bereits eine Berufsunfähigkeitsleistung, wenn eine Krebserkrankung ab einem bestimmten Stadium diagnostiziert wird. Bei der WWK ist dies jedoch nicht vorgesehen. Obwohl dies aktuell weniger dramatisch ist, wollten wir es dennoch erwähnen. Sollte es in Zukunft zu einer umfassenderen Aktualisierung der Vertragsbedingungen kommen, gehen wir davon aus, dass dies möglicherweise integriert wird, da der Trend in diese Richtung deutet. Kann aber natürlich noch ein langer Schritt bei der WWK sein, denn ein Update gab es schon lange nicht mehr und man macht auch nicht wirklich Anstalten, jetzt mal wieder aktiver zu werden. 

2.H.: Es ist eine lebenslange BU-Rente bei der WWK möglich

Man mag es kaum glauben, aber bei der WWK kann ein durchaus interessanter Baustein ausgewählt werden mit der lebenslangen Rente im BU-Leistungsfall.

Wird man also mind. zehn Jahre vor Vertragsablauf berufsunfähig und bleibt dies auch bis zum Vertragsende, gibt es die vereinbarte BU-Rente ein gesamtes Leben (bis man stirbt).

Diese Regelung ähnelt sehr der lebenslangen BU-Rente der LV 1871, welche immer wieder mal bei uns eingeschlossen wird. Stichpunktartiger Mehrbeitrag der lebenslangen Rente liegt bei der WWK beim ca. Doppelten des regulären Nettobeitrages. Nun gut, so kann man auch eine Abwehrhaltung aufbauen - bei der LV 1871 liegt der Mehrbeitrag für dieses Feature eher bei 30 bis maximal 40 Prozent.


3. Die wichtigsten Klauseln der Berufsunfähigkeitsversicherung der WWK

Die Gestaltung der technischen Aspekte und somit die Möglichkeiten zur Anpassung für die Zukunft waren bislang nicht unbedingt die herausragenden Merkmale der WWK Versicherung, um es sehr dezent auszudrücken. Doch wie sieht es nun konkret in den Vertragsbedingungen aus? Im berühmten Kleingedruckten, schwarz auf weiß – wo gibt es Schwächen, und wo liegen die Stärken? Kann hier die BioRisk BU Variante überzeugen? Wichtig zu wissen ist die Tatsache, dass wir jetzt von der BioRisk Komfort bei der WWK sprechen, also dem besten Tarif. Es gibt noch die Variante “Basis”, aber dieser Tarif ist so grottenschlecht, dass es auf keine Kuhhaut passt. Wir sind also fair und schauen uns die beste Variante der WWK namens Komfort an, blicken aber mit einem Auge auch noch auf die Basis-Variante. 

Es ist für Dich sicherlich von Interesse zu erfahren, dass sich Versicherer aufgrund einiger Klauseln in den Vertragsbedingungen nicht mehr hervorheben können. Ein Beispiel hierfür ist der Verzicht auf abstrakte Verweisung. Das bedeutet, dass Du nicht auf einen anderen Beruf verwiesen werden kannst als auf Deinen aktuellen. Kurz gesagt: vom Ingenieur zum Pförtner. Diesen Verzicht haben mittlerweile eigentlich alle Versicherer eingeführt, außer in einigen "Smart-Tarifen" bestimmter Unternehmen (dazu gehört auch die Basisvariante der WWK). Die WWK wirbt auf ihrer Homepage stark damit, dass auf die abstrakte Verweisung verzichtet wird, siehe auch Auszug aus den Vertragsbedingungen:

Gleichzeitig hat sich der Standard für den Prognosezeitraum auf sechs Monate eingependelt. Das bedeutet, der Gutachter oder Arzt muss Dir eine Berufsunfähigkeit von voraussichtlich sechs Monaten bescheinigen. In einigen älteren Vertragswerken finden wir noch Zeiträume von 24 bis 36 Monaten. Das ist natürlich nicht optimal. Die WWK hat jedoch beide Punkte in ihren Vertragsbedingungen beim Tarif Komfort normal geregelt. Im Basistarif findet man wirklich noch den Prognosezeitraum von 36 Monaten. Dass es das noch gibt…

Man sieht es relativ gut im Vergleich des Ratingtools Morgen & Morgen (welches uns jetzt noch ein bisschen begleiten dürfte):

(Damit wir nicht abgemahnt werden (= Logo der WWK verwendet), haben wir die WWK schriftlich ergänzt und das Logo ausgetauscht.). Auch sieht man, wie schlecht der Basistarif der WWK eigentlich ist - es gibt keine Leistung von Beginn an. 

Sollte es also - weshalb auch immer - unbedingt die WWK BU werden, dann wähle zumindest den Tarif “SBU-Komfort” an

Einige betrachten die zeitlich befristete Anerkennung der WWK möglicherweise als nicht optimal gelöst, da der Versicherer eine solche für einen Zeitraum von zwölf Monaten aussprechen könnte.

Also, Dein Leistungsfall wird von WWK zunächst für zwölf Monate anerkannt, aber danach erfolgt eine erneute Entscheidung. Viele Versicherer setzen mittlerweile eine Befristung, während ihr Votum zunächst unbeschränkt ist. Aus unserer Sicht gibt es jedoch durchaus Gründe, warum eine zeitliche Begrenzung und eine erste Rentenzahlung sinnvoll sein können (beispielsweise wenn ein Gutachten lange dauert oder die Terminfindung dafür schwierig ist). Wir bleiben hier neutral, während dies für einige Mitbewerber von großer Bedeutung ist.

Einmal anerkannt bedeutet jedoch nicht, dass Deine Berufsunfähigkeit nie mehr geprüft wird. Die Gesellschaft kann jederzeit bei Dir anfragen, siehe Ausschnitt aus den Vertragsbedingungen:

“Zum Zwecke der Prüfung/Nachprüfung, ob Berufsunfähigkeit (noch) vorliegt, können wir verlangen, dass die versicherte Person sich in der Bundesrepublik Deutschland untersuchen lässt.”

Gibt es eine Möglichkeit zur Anpassung im Falle einer Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters bei der WWK?

Dies ist mittlerweile auch für uns und unsere jungen Kunden ein bedeutender Aspekt. Wir gehen nicht davon aus, dass die Rente bis zum Alter von 67 Jahren langfristig beibehalten wird. Umso vorteilhafter ist es, wenn man in diesem Fall auch die Berufsunfähigkeitsversicherung entsprechend anpassen kann.

Leider können wir in den Versicherungsbedingungen nicht die Option finden, dass die Laufzeit der BU-Rente angepasst werden könnte, sollte der Gesetzgeber die Regelaltersgrenze von 67 auf z.B. 70 Jahre erhöhen. Folglich sollte man dann auch die Berufsunfähigkeitsversicherung um drei Jahre verlängern können. Das ist bei der WWK nicht der Fall, und somit fällt der Versicherer insbesondere für junge Kunden immer mehr hinten runter = keine sinnvolle Absicherung möglich. Schade, schade und somit sehr ausbaufähig. 

Vorsatz im Straßenverkehr ist auch nicht in der Police enthalten

Insbesondere für Personen, die häufig mit dem Auto unterwegs sind, sollte Vorsatz im Straßenverkehr idealerweise durch die Versicherung abgedeckt sein. Die Vorreiter waren hierbei die Stuttgarter, LV 1871 sowie die Alte Leipziger. Die WWK ließ sich davon aber nicht inspirieren, und Vorsatz ist nicht versichert. Was genau unter Vorsatz fällt, muss im Endeffekt dann auch mal von Gerichten geklärt werden. Sind zwei Radler und der kurze Blick auf das Smartphone schon Vorsatz? Ja oder Nein? Leistet die Versicherung, wenn ich daraufhin einen Unfall baue? Wenn man Wert auf eine klare Definition legt, sollte man die WWK nicht bei der Arbeitskraftabsicherung wählen.

Auch die WWK wirbt mit der Infektionsklausel

In Bezug darauf gibt es unterschiedliche Meinungen – einige betrachten sie als positiven Zusatznutzen, während andere sie lediglich als Marketingtrick ansehen. Wir nehmen hier eine neutrale Position ein. Die WWK hat jedoch die Infektionsklausel in ihre Berufsunfähigkeitsversicherung aufgenommen (Im Tarif Komfort). Ob die Klausel immer einen zusätzlichen Nutzen bietet, ist eine andere Frage. Doch es ist besser, sie zu haben und nicht zu benötigen, als sie zu benötigen und nicht zu haben.

Die WWK bietet keine Teilzeitklausel an

Hier zeigt sich, dass seit geraumer Zeit kein Update durchgeführt wurde und man auch generell nicht auf der Höhe der Zeit ist. Mittlerweile ist die Teilzeitklausel ein fester Bestandteil moderner Vertragsbedingungen und kann in bestimmten Situationen bereits zu einem Vorteil führen. In der Praxis betrachten wir dies eher neutral, dennoch registrieren wir eine verstärkte Nachfrage, ob und wie eine Teilzeittätigkeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung abgedeckt ist und ob eine Teilzeitklausel nicht auch von Vorteil sein könnte. Insbesondere junge Personen fragen immer häufiger nach.

In unserem Vergleich, welche unsere Interessenten bei der Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen - wird die Teilzeitklausel mittlerweile auch umfangreich bewertet.

Werde ich automatisch als berufsunfähig eingestuft, wenn eine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit gesetzlich festgestellt wird?

In immer mehr Tarifen entfällt die Notwendigkeit einer separaten Prüfung, wenn es einen unbefristeten Rentenbescheid eines Sozialversicherungsträgers gibt. Das bedeutet, es gibt einen vereinfachten Leistungsauslöser, wie zum Beispiel im Tarif Condor C80 basic oder in der Gothaer Premium Variante, wie im M&M Vergleich dargestellt.

Die WWK gewährt keine automatische Umwandlung in eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund einer anerkannten, unbefristeten Erwerbsminderung. Der Schritt dahin ist möglicherweise nah, aber diese Vereinfachung ist gegenwärtig nicht vorhanden.

Mitwirkungspflicht im Leistungsfall der Berufsunfähigkeitsversicherung - ein kritischer Aspekt

Ein Punkt, den wir normalerweise in unseren Testreihen kaum mehr betonen, da eigentlich jeder gute Versicherer diese wesentliche Anforderung erfüllt. Welche Pflichten hast Du eigentlich im Leistungsfall? Bei der WWK ist dies jedoch eher unzureichend geregelt mit dem nicht vorhandenen Meldepflichtverzicht.

Du bist dazu verpflichtet, der WWK umgehend mitzuteilen, falls sich die Einschränkung Deiner Berufsunfähigkeit verringert, beispielsweise wenn Du anstatt drei Schmerztabletten nur noch zwei pro Tag benötigst. Dadurch könnte sich Dein Grad der Berufsunfähigkeit von vielleicht 65 Prozent auf 63 Prozent reduzieren. Diese feinen Abstufungen sind für einen Laien kaum vernünftig einzuschätzen und praktisch kaum möglich zu beurteilen.

Die finanzielle Angemessenheit der WWK BU-Versicherung

Die Angemessenheit bei der WWK ist ein wesentlicher Aspekt, insbesondere für Gutverdiener und Akademiker. Die Frage, "Wie viel kann und sollte ich eigentlich in der Berufsunfähigkeitsversicherung absichern?", gewinnt an Bedeutung, da die Abzüge im Leistungsfall auf keinen Fall vernachlässigt werden können. Daher ist es wichtig zu prüfen, ob eine angemessene finanzielle Absicherung bei der WWK gewährleistet ist. Nach relativ langer Suche wurden wir fündig und hier ist die Angemessenheitsberechnung:

“Als allgemeine Faustformel gilt: Die eingeschlossene monatliche Berufsunfähigkeits-/Erwerbsunfähigkeits- beziehungsweise Grundfähigkeitsrente einschließlich sonstiger Versorgungsanwartschaften darf nicht höher als 60 % (Berufsunfähigkeitsrente) beziehungsweise 75 % (Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsrente) für Angestellte des durchschnittlichen Monats-Bruttoeinkommens und für Selbstständige des Bruttogewinns der letzten 3 Jahre sein. Die Höchstgrenze der WWK Lebensversicherung a. G. liegt bei einer monatlichen Barrente von 5.000 EUR. Dabei sind die Vorversicherungen auch bei anderen Versicherern zu berücksichtigen. Wird eine höhere Rente gewünscht, ist dies vorher mit einer Privatkundengruppe abzuklären. “

Eigentlich banal und einfach. Es werden schlichtweg 60 Prozent des Bruttogehaltes genommen. Das ist im Marktschnitt ganz ok, da man auch ab einer gewissen Höhe nicht runterfällt (z.B. ab 50.000 Euro Bruttojahresgehalt nur noch 50 Prozent anrechnet). 

Die Anrechnung des Versorgungswerks ist jedoch nicht optimal gelöst. Schon ab einer monatlichen privaten BU-Rente von 2.500 Euro (also 30.000 Euro im Jahr) wird das Versorgungswerk zu 50 Prozent angerechnet, was weniger vorteilhaft ist. Hier gibt es Verbesserungspotenzial! Einige renommierte Versicherer rechnen das Versorgungswerk erst ab einer Jahresrente von 48.000-50.000 Euro an. Diese Praxis beeinträchtigt den Gesamteindruck der angemessenen Absicherungshöhe bei der WWK etwas. Wie bereits festgestellt, scheint sich die WWK in Bezug auf die technische Ausgestaltung nur bedingt für Gutverdiener und Akademiker zu eignen. 

Ab welcher Höhe erfolgt bei der WWK eine ärztliche Untersuchung in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die WWK positioniert sich hier im mittleren Bereich unter den Versicherern. Eine ausführliche ärztliche Untersuchung / Zeugnis ist erforderlich, wenn eine monatliche BU-Rente von 2.500 Euro beantragt wird. Obwohl dies noch im Durchschnittsbereich liegt, weist der aktuelle Trend darauf hin, dass die Grenze mittlerweile oft in Richtung 3.000 Euro angehoben wird. Dies ist beispielsweise bei der Allianz, HDI, Canada Life, Bayerische, LV 1871 oder Baloise der Fall. Auch wenn einige dieser Versicherer nicht zu den größten am Markt gehören, sind die Gehälter in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Daher wäre eine flächendeckende Anpassung dieser Grenze sinnvoll. Wobei es immer noch Versicherer mit einer Grenze von 2.000 Euro gibt, wie die Hanse Merkur, Universa oder Württembergische

Ich plane, eine hohe Berufsunfähigkeitsrente abzusichern – welche Vorgehensweise ist am besten bei der WWK?

Es kommt recht häufig vor, dass Interessenten, die über Google-Recherchen zu uns gelangen, Wünsche von 4.000 bis 5.000 Euro und mehr absichern möchten. Oft handelt es sich um Ärzte, gut verdienende Angestellte oder Berufsgruppen mit höherem Einkommen.

Wir empfehlen generell, in solchen Fällen die Absicherung auf zwei Versicherer aufzuteilen. Wenn Du beispielsweise 5.000 Euro absichern möchtest (unter der Voraussetzung der finanziellen Angemessenheit), teile die Rentenhöhe einfach auf zwei Versicherer auf: 2.500 Euro bei der WWK und 2.500 Euro bei einem anderen Versicherer. Hierbei erfolgt keine ärztliche Untersuchung, sondern lediglich die Prüfung der wirtschaftlichen Angemessenheit. Falls der andere genannte Versicherer sogar 3.000 Euro anbietet, kannst Du dieses Vorgehen auch bei einer gewünschten Absicherung von 6.000 Euro anwenden. Hohe Absicherungssummen sind übrigens keine Seltenheit, wie wir in unserem Beitrag "Fälle aus der Praxis – so sichern wir hohe Renten in der Berufsunfähigkeitsversicherung" beschrieben haben.

Wenn Du unbedingt eine hohe Rente bei der WWK absichern möchtest, empfehlen wir folgende Schritte:

  • Sichere zunächst das Maximum bei der WWK ohne ärztliche Untersuchung ab, was derzeit 2.500 Euro entspricht.
  • Warte die Policierung ab, um sicherzustellen, dass alles in trockenen Tüchern ist.
  • Stelle dann einen erneuten Antrag für die gewünschte Gesamtsumme. Falls bei der ärztlichen Untersuchung etwas herauskommt, das nicht optimal ist, hast Du zumindest die 2.500 Euro bereits gesichert

Das wäre also der Plan B, wenn Du wirklich hohe Renten bei der WWK absichern möchtest. Nicht unser Favorit, aber der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler 🙂. Aber Du wirst bemerkt haben, dass es wirklich keinerlei Sinn macht, im Moment eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei der WWK abzuschließen. 

Eignet sich die WWK für Schüler, Auszubildende, Studenten, Angestellte oder Selbstständige?

Unsere Beurteilung ist äußerst kritisch. In unseren Augen ist die WWK Berufsunfähigkeitsversicherung weder für Schüler (wobei wir sogar prüfen müssten, ob eine BU-Versicherung für Schüler überhaupt möglich wäre), Auszubildende, Studenten (diese können z.B. auch nur maximal 1.250 Euro absichern), Angestellte noch für Selbstständige geeignet. Natürlich ist es besser, eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei der WWK zu haben als gar keine, das steht außer Frage. Jedoch gibt es am freien Markt weit überlegene Lösungen, die zudem erheblich kostengünstiger sind (darauf kommen wir gleich noch zu sprechen). Für uns erscheint es kaum vorstellbar, dass die WWK sich gegenüber Anbietern wie der Alten Leipziger, Baloise, LV 1871, Volkswohl Bund oder sogar der Allianz durchsetzen könnte. Es mangelt an Innovationskraft. Nun ja, es gibt ein Szenario, in dem die WWK punkten könnte: wenn sie Personen mit erheblichen Vorerkrankungen akzeptiert, bei denen andere Versicherer normalerweise Ablehnungen aussprechen würden. Das wird in einer anderen Sparte bereits praktiziert, aber darauf möchten wir jetzt nicht weiter eingehen.

Für Beamte ist die WWK somit auch keine gute Wahl, auch wenn sie auf den ersten Blick eine Dienstunfähigkeitsklausel anbietet. Diese ist aber unvollständig und unecht, wie man am folgenden Bedingungstext erkennt:

“„Bei Beamten auf Lebenszeit liegt Berufsunfähigkeit auch vor, wenn sie vor Erreichen der gesetzlich vorgesehenen Altersgrenze infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechenden Kräfteverfalls zur Erfüllung ihrer Dienstpflichten auf Dauer unfähig (dienstunfähig) sind und wegen der Dienstunfähigkeit aufgrund eines amtsärztlichen Zeugnisses infolge ihres Gesundheitszustandes in den Ruhestand versetzt werden. Als Berufsunfähigkeit gilt nicht eine Dienstunfähigkeit, die wegen besonderer gesundheitlicher Anforderungen an spezielle Beamtengruppen (z. B. Polizei, Feuerwehr) eintritt.“”

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4. Die Beitragserhöhungen der WWK

Schreibt man einen Artikel über die Berufsunfähigkeitsversicherung der WWK, dürfen auf jeden Fall die massiven Beitragssteigerungen (im Fachjargon auch Reduzierung der Überschüsse) im Jahr 2016 sowie 2018 nicht unerwähnt bleiben. Diese waren jetzt direkt oder indirekt der Grund, warum die Gesellschaft wohl keine wirklichen Anstrengungen mehr unternimmt, zumindest auch nur ansatzweise interessant zu sein für potenzielle Kunden. Aber was ist passiert?

Bis zum Jahr 2016 warb die WWK recht intensiv um die freien Vermittler und Makler. Die Zahlbeiträge waren recht günstig, insbesondere bei akademischen Berufen. Jetzt nicht außerordentlich, aber nicht wenige Vermittler haben intensiv die WWK erworben. 2016 kam dann die erste Welle an Reduzierung der Überschüsse, was quasi einer Beitragserhöhung gleichzusetzen ist. In unserem damals einzigen Vertrag im Bestand wurde der Nettobeitrag von 88 auf 106 Euro angehoben.

Hier sieht man aber auch ganz gut, dass sich der Nettobeitrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung theoretisch jedes Jahr ändern kann. Bei manchen Versicherern ist dieser aber seit den 1950er fest und noch nie angehoben worden. So aber nicht bei der WWK, welche 2018 die nächste Runde an massiven Erhöhungen vollführte. So wurden die Beiträge in einem von uns betreuten Vertrag von 113 auf 139 Euro erhöht.

Teilweise - je nach Vertragsgestaltung - wurden die Beiträge auch um bis zu 35-40 Prozent erhöht. Mit der Erhöhung von 2016 lag somit die Anhebung der Nettoprämien bei bis zu 60 Prozent.

Das vielleicht die Kalkulation aus dem Ruder lief, ist das eine unangenehme. Das andere war die völlig mangelnde und nicht wirklich einfühlsame Kommunikation. Die jeweiligen Schreiben wurden kurz vor Weihnachten versendet, so dass die Leute ein recht unangenehmes Gefühl hatten an diesen eigentlich entspannten Feiertagen rund um das Fest. Erreichbar war die nächsten Tage dann eh fast niemand, da ja geschlossen. Die Maklerbetreuer (= persönliche Ansprechpartner für Versicherungsmakler) waren über diesen Schritt der Konzernzentrale ebenso erstaunt und verwundert und hatten nach eigenen Angaben vorher keine Infos darüber bekommen. Da der Schreiber von diesem Artikel an einem Freitag um 11.00 Uhr die Info erhielt und um 14.30 Uhr der damalige Blogartikel erschien, stürzten sich alle Medien auf uns - auch über Google waren und sind wir gut auffindbar über die Erhöhung. Zum einen haben sich Fachmedien gemeldet, zum anderen aber auch die ARD mit der Fernsehsendung Plusminus und wollten mit Betroffenen ein Interview führen. Konnten wir damals dann auch vermitteln. Aber nicht nur Medien haben sich gemeldet, sondern auch Personen, welche direkt betroffen waren. Es wurden viele Gespräche geführt, oftmals konnte man nicht mehr helfen, da der Gesundheitszustand einen Wechsel nicht zuließ. In aber auch nicht wenigen Fällen konnten wir zu einem neuen Anbieter wechseln, der bis zum heutigen Tage (2024) keine Erhöhung vornahm. Auch andere Versicherungsunternehmen nahmen die Erhöhung der WWK zum Anlass und boten teilweise verkürzte Gesundheitsfragen für WWK Geschädigte an - oftmals aber, wenn mindestens 10, 20 oder 30 Personen in einen Rutsch wechseln würden (initiiert vom Makler). Das hatte nun also die Folge, dass die versicherten Kunden mit erheblichen Vorerkrankungen bei der BU-Versicherung der WWK bleiben mussten, (meistens junge und) gesunde Kunden haben aber links und rechts des Weges geschaut, um eine verbesserte Absicherung zu finden. Für das Versichertenkollektiv ist dies natürlich ein ungemein kritischer Mix. 

Aus dieser Geschichte hat sich anschließend unser Artikel “Beitragserhöhungen Berufsunfähigkeitsversicherung” entwickelt, wo die WWK als Mutter aller Beitragserhöhungen in unsere Geschichte einging. 

Verstehst Du jetzt vielleicht noch ein bisschen mehr, warum wir die WWK in der BU-Versicherung etwas kritisch sehen?  Selbst, wenn die Gesellschaft in einigen Jahren sagt “Hach, wir greifen wir in diesem Bereich an, wir haben gelernt”, würden wir dies nur von der Seitenlinie beobachten. Dafür gibt es einfach viel zu viele Versicherer, die seit Jahrzehnten (!) eine saubere, ehrliche und anständige Arbeit für die Makler sowie natürlich vor allem für die Kunden betreiben.


5. Die BU Beiträge der WWK im Vergleich

Weder die Vertragsbedingungen noch die technische Ausgestaltung haben unsere Zufriedenheit gefunden. Aber möglicherweise sind die Prämien (also die Kosten für den Versicherungsschutz) so überaus günstig, dass das Preis-Leistungsverhältnis zumindest nicht allzu schlecht ist? Da die WWK keinen eigenen Tarifrechner auf der Website hat, haben wir die Beiträge aus dem Vergleichsportal von Morgen & Morgen entnommen. Bisher haben wir die WWK etwas vernachlässigt, da wir diese nicht vermitteln können. Nun verstehen wir jedoch, warum sie uns nie aufgefallen ist – in nahezu allen Konstellationen in unseren regelmäßigen Berechnungen zur BU-Versicherung erscheint die WWK immer auf den hinteren Plätzen oder teilweise sogar direkt auf dem letzten Rang. Die Beiträge sind wirklich erstaunlich hoch, selbst wenn man die beste Berufsunfähigkeitsversicherung am Markt hätte.

Denkt man an die Mitte der 2015 war die WWK insbesondere für Akademiker doch recht attraktiv, die Bedingungen waren zu dieser Zeit auch ok (haben sich aber nicht wirklich weiterentwickelt). Man blieb faktisch stehen. 

In unserer Prämientabelle zeigen wir normalerweise nur die Beiträge der jeweiligen Gesellschaft an, die wir gerade testen. Jetzt gehen wir etwas anders vor und zeigen Dir auch die Beiträge von drei unserer Top 10-Versicherer am Markt, damit Du ein Gefühl dafür bekommst, wie teuer die WWK im Vergleich zum Markt ist.

Beiträge Berufsunfähigkeitsversicherung WWK

 

Apothekerin 26 Jahre mit 2.000 Euro Absicherung bis 67 Jahre

GesellschaftTarifNettobeitragBruttobeitrag
Bayerische Komfort59,99 Euro85,43 Euro
Baloise 61,72 Euro82,29 Euro
LV 1871Golden BU68,49 Euro103,77 Euro
WWKBasis191,97 Euro237,00 Euro
WWKKomfort213,37 Euro248,10 Euro

Fachinformatiker (kein Studium), 22 Jahre, mit 1.700 Euro Absicherung bis 67 Jahre

GesellschaftTarifNettobeitragBruttobeitrag
AXAALVSBVS49,23 Euro72,39 Euro
HDIEgo Top 52,24 Euro69,65 Euro
Gothaer Premium54,20 Euro74,29 Euro
WWKBasis147,95 Euro182,66 Euro
WWKKomfort164,40 Euro191,16 Euro

Projektingenieur, 28 Jahre, mit 2.000 Euro Absicherung bis 67 Jahre

GesellschaftTarifNettobeitragBruttobeitrag
Gothaer Premium57,30 Euro78,50 Euro
NürnbergerBU4Future Komfort59,20 Euro92,38 Euro
Condorbasis59,89 Euro85,55 Euro
WWKBasis95,01 Euro148,45 Euro
WWKKomfort99,35 Euro155,24 Euro

36-Selbstständige Psychotherapeutin mit 2.000 Euro bis 67 Jahre 

GesellschaftTarifNettobeitragBruttobeitrag
HannoverschePremium66,79 Euro89,05 Euro
BayerischeKomfort71,06 Euro115,54 Euro
LV 1871Golden BU83,71 Euro126,83 Euro
WWKBasis229,47 Euro283,80 Euro
WWKKomfort255,12 Euro296,65 Euro

33-jähriger Assistenzarzt mit 2.500 Euro bis 67 Jahre

*Berechnungen 01 / 2024. Auf Zusatzbausteine wurde verzichtet (Leistungsdynamik, etc.).
GesellschaftTarifNettobeitragBruttobeitrag
Baloise 83,62 Euro111,49 Euro
Volkswohl Bund 84,84 Euro130,53 Euro
NürnbergerBU4Future Komfort88,42 Euro138,05 Euro
WWKBasis273,04 Euro337,09 Euro
WWKKomfort303,56 Euro352,98 Euro

Lass Dir bitte diese Unterschiede auf der Zunge zergehen. Ehrlich gesagt, fällt uns dazu nichts mehr ein.

Auch bei der WWK gibt es eine gewisse Differenz zwischen dem sogenannten Zahl- und dem Maximalbetrag, auch wenn diese im ersten Vergleich etwas geringer ist (Spötter würden behaupten - die Anpassungen erfolgten ja schon). Grundsätzlich sehen wir eine hohe Differenz erstmal nicht als besonders schlimm oder dramatisch an, da eine genaue Betrachtung eigentlich einen Blick in den Maschinenraum der Gesellschaft erfordert. Im Marktvergleich ist dieser aber eher gering, theoretisch könnte die WWK aber auch über den Bruttobeitrag erhöhen, es wird nämlich nicht auf den Paragraph 163 verzichtet. Ob hohe oder niedrige Differenz dürfte sich jetzt aber gar nicht als Frage stellen - weder von den normalen Beiträgen noch den Bedingungen / Ausgestaltung kann die WWK mit den guten am Markt derzeit mithalten. 

Wenn jemand mit Leistungs- oder Prozessquoten von der WWK kommt, dann empfehlen wir, den verlinkten Beitrag genauer zu lesen. Wir sind nämlich keine Befürworter dieser Quoten, da sie in unseren Augen wenig aussagekräftig sind. Ebenso wenig schätzen wir einen Vergleich der Annahmequoten in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Das ist für uns auch eine Kennzahl ohne Mehrwert.

Ebenso sehen wir die Frage, ob es wirklich notwendig ist, im Zusammenhang mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, kritisch. Grundsätzlich schadet eine Rechtsschutzversicherung unserer Meinung nach nie, aber ob dies ausschließlich im Kontext einer Berufsunfähigkeit erfolgen sollte, lassen wir offen. Wir bevorzugen die Unterstützung durch spezialisierte Versicherungsberater, die sich auf die Abwicklung von Leistungsfällen konzentrieren. Wenn Du Dich bei der Meldung eines Leistungsfalls mit einem Rechtsanwalt meldest, tritt die Versicherung mit ihrer Rechtsabteilung und nicht mehr mit dem normalen Sachbearbeiter in Erscheinung, der eigentlich den medizinischen Hintergrund betrachten sollte. Zudem kommt eine Rechtsschutzversicherung erst zum Einsatz, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist – das heißt, der Leistungsfall wurde abgelehnt. Dies wird von vielen übersehen. Wenn ein Leistungsfall abgelehnt wird, ist bereits einiges schiefgegangen. Es sollte niemals so weit kommen. Daher unser Rat: Lass Dich im Leistungsfall von Anfang an begleiten, hab aber trotzdem unabhängig davon eine Rechtsschutzversicherung in Deinem persönlichen Absicherungsportfolio.

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6. Fazit und Erfahrung zur WWK Berufsunfähigkeitsversicherung

Oh, was sollen wir jetzt direkt zum Fazit sagen? Ok, sind wir einfach ehrlich. Es gibt wirklich so gut wie gar keine Gründe, warum man eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei der WWK abschließen sollte. Nicht nur, dass man das Vertrauen komplett verloren hat, aufgrund der Beitragserhöhung und der Kommunikation. Noch entscheidender sind sicherlich die im Marktvergleich mangelnde technische Ausgestaltung sowie die Vertragsbedingungen. Es gibt nicht nur eine Handvoll an Anbietern am freien BU-Markt, sondern fast so gut wie alle (ok, einige Ausschließlichkeitsversicherer sind noch etwas schlechter, aber die müssen nicht höher als das Stöckchen springen) Anbieter und deren Tarife wären besser als die WWK Basic und auch die Komfort Tariflinie. Vielleicht sollte man als Gesellschaft einfach nur ehrlich sein und sagen “Sorry, Biometrie & Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht mehr unser Steckenpferd, wir machen die Sparte zu”. Das wäre ehrlicher, als so einen schlechten Tarif zu pflegen. Wie man zudem ständig darauf kommt, sich mit Ratings und Aussagen mit “Höchste Ertragskraft, Rating Bester Bester Lebensversicherer der Zukunft usw.” zu rühmen, wissen wir selber nicht. Da können wir eigentlich nur noch den Kopf schütteln.

Irgendwie sind wir auch gespannt, wie es weitergeht mit den bisherigen Kunden, welche eine BU-Versicherung haben. Stichwort Leistungsfall & Service. Neue Bestandskunden dürften nicht wirklich die BioRisk abschließen, so unattraktiv man derzeit ist und so hoch wie die Prämien derzeit ausfallen. 

Jetzt hoffen wir, dass wir niemanden vor den Kopf gestoßen haben. Unser Fokus lag lediglich auf der Analyse der technischen Ausgestaltung und den Vertragsbedingungen. Es spiegelt einfach nur den aktuellen Stand der Dinge wider.