Angabe Auslandsaufenthalt Berufsunfähigkeitsversicherung?

Muss ich meinen Auslandsaufenthalt angeben im Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung? Diese Frage wird uns sehr häufig gestellt in der täglichen Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Vermehrt von Studenten, welche ein (längeres) Auslandssemester planen, aber auch von sogenannten Expat´s, welche von ihrem Unternehmen in eine Zweigniederlassung versendet werden.

Grundsätzlich solltest Du Dir erst einmal die exakte Fragestellung eines jeden Antrages zur Berufsunfähigkeitsversicherung ansehen. Diese unterscheidet sich im Detail teilweise eklatant. Ob vom räumlichen Faktor her oder auch von der Länge des Aufenthaltes. Es kann durchaus sein, dass Du Deinen längeren Auslandsaufenthalt in Schweden, Spanien oder Österreich gar nicht angeben musst. In England oder der Schweiz wiederum schon, da beide nicht (mehr) zur Europäischen Union gehören.

Was wird im Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung jetzt aber direkt zu geplanten Auslandsaufenthalten?

Schauen wir uns die vernünftigsten und besten BU-Versicherer mal im Detail an:

Antragsfrage Auslandsaufenthalte von der LV 1871 Berufsunfähigkeitsversicherung

Hier kommt die oben genannte Konstellation schon zur Geltung. Studierst Du in den nächsten 12 Monaten in Wien (Österreich), Stockholm (Schweden) oder Sofia (Bulgarien), so ist diese Angabe bei der LV 1871 nicht erforderlich bzgl. geplanter Aufenthalte im Ausland.

Ist ein Studienplatz aber nicht innerhalb der EU oder Dein Arbeitgeber versetzt Dich in ein Land, welches ebenfalls nicht der Europäischen Union angehört, so musst Du dies im Antrag erwähnen.

Interessant ist aber zudem, dass z.B. Dein Lebenstraum wie z.B. eine achtwöchige Tour durch Südostasien oder auch Südamerika angegeben werden müsste. Sechs Wochen ist dann also relativ gering in unseren Augen. Trotz dieser nicht soooo optimalen Formulierung bleiben die Münchener für uns eine der besten Versicherer am Markt. Die Gründe kannst Du im Artikel „Die LV 1871 überarbeitet / erweitert ihre Golden Berufsunfähigkeitsversicherung“ nachlesen.

Antragsfrage Auslandsaufenthalte von der HDI Berufsunfähigkeitsversicherung

Interessanter ist die Frage beim HDI – diese unterscheidet sich gegenüber der LV 1871 in zwei wesentlichen Punkten

  • Der Abfragezeitraum wg. möglicher Auslandsaufenthalte verkürzt sich von 12 auf 3 Monate
  • Dafür wird aber nur nach Aufenthalte außerhalb von Europa gefragt, nicht nur der EU

Besonders die letzte Feststellung ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. Studierst oder arbeitest Du künftig für längere Zeit innerhalb Europas, so ist dies bei der HDI Berufsunfähigkeitsversicherung nicht angabepflichtig. 

Antragsfrage Auslandsaufenthalte von der Basler Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Fragestellung der Basler geht in eine ähnliche Richtung wie bei der LV 1871, nur dass aus „sechs Wochen“ einfach „sechs Monate“ gemacht wurden. Der Trainee für acht Wochen in den USA, China oder einem sonstigen Land wäre also bei der Basler im Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung nicht angabepflichtig.

Antragsfrage Auslandsaufenthalte von der Bayerischen Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Fragestellung der Bayerischen ist mit

Üben Sie eine berufliche Tätigkeit außerhalb Europas aus oder ist in den nächsten 12 Monaten die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit außerhalb Europas geplant oder beabsichtigen Sie innerhalb der nächsten 12 Monate länger als 3 Monate in ein außereuropäisches Land zu reisen? Bitte ggf. Zusatzerklärung Auslandsaufenthalt einreichen.“

spürbar am längsten. Grundsätzlich aber sauber und fair gelöst, da nicht zwischen EU und Europa unterschieden wird. Sollte jetzt aber kein Hindernisgrund für oder gegen die Bayerische sein – seit 10 / 2020 und dem Update der Bedingungen spielen die Bayern nämlich ganz oben mit, wie wir im Artikel „Die Bayerische hört auf Versicherungsmakler und verbessert mächtig ihre Berufsunfähigkeitsversicherung!“ beschrieben haben.

Antragsfrage Auslandsaufenthalte vom Volkswohl Bund Berufsunfähigkeitsversicherung

Der sehr geschätzte Volkswohl Bund (siehe unser Artikel „Die neue Berufsunfähigkeitsversicherung Modern des Volkswohl Bund – was hat sich verbessert & wo gibt´s noch Potential?“) ist wiederum nochmals etwas anders wie die anderen Versicherungsgesellschaften. Zum einen gibt es einen Abfragezeitraum von zwei Jahren statt i.d.R. 12 Monaten nach geplanten Auslandsaufenthalte. Zum anderen bleibt zwar die Definition des Ortes bei der Europäischen Union, diese wird aber ergänzt um Island, Norwegen, der Schweiz, USA und Kanada. Das Versicherer nicht immer schnell malen, sieht man an der Tatsache, dass Großbritannien nach dem Brexit hier noch fehlt (wir sind uns sehr sicher, dass es eine Erweiterung bzgl. der Auslandsaufenthalte gibt).
Vom gesunden Menschenverstand her ist dies aber logisch – warum sollte man die Schweiz angeben müssen aber Österreich nicht?

Antragsfrage Auslandsaufenthalte von der Alten Leipziger Berufsunfähigkeitsversicherung

Die vor allem bei Studenten & Akademiker oftmals gesehene (dank dem „starken Vertrieb mancher Strukturvertriebe“) Alte Leipziger schlägt hier den Standardweg ein. Es müssen geplante Auslandsaufenthalte von über drei Monaten in den nächsten 12 Monaten genannt werden.

Was gar keinen Sinn macht, wenn Du ins Ausland gehst = eine Basisrente, vor allem mit Kopplung einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Selbst in Deutschland machst eine Kopplung wenig Sinn, wie wir im Artikel „Mein "Berater" (an der Uni...) empfiehlt mir die Kombination aus Berufsunfähigkeit mit der Altersvorsorge?! näher beschrieben haben. Als Spitzenverdiener mit Wohnsitz in Deutschland mag wiederum eine Basisrente durchaus Sinn ergeben, wenn dann aber beim richtigen Anbieter. Wer das ist, haben wir im Artikel „Was ist die beste Basisrente & welche empfehlen wir? näher beschrieben.

Antragsfrage Auslandsaufenthalte von der Nürnberger Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Nürnberger geht in ihrer BU-Versicherung den Weg der alten Schule und frägt einfach pauschal nach geplanten Auslandsaufenthalten in den nächsten 12 Monaten. Unabhängig vom Ort. Ob EU, Europa oder andere, eher „sicherer“ Länder.

Antragsfrage Auslandsaufenthalte von der großen Allianz Berufsunfähigkeitsversicherung

Sehr sauber hat es in unseren Augen die große Allianz Versicherung in dem Zusammenhang mit geplanten Auslandsaufenthalten geregelt. Der Zeitraum mit über sechs Monaten ist sauber geregelt und der Ort ist schlichtweg alles außerhalb von Europa. Die EU wird nicht explizit erwähnt, also alles gut. Saubere und faire Fragestellung.

Antragsfrage Auslandsaufenthalte von der AXA Berufsunfähigkeitsversicherung

Man könnte meinen, dass die AXA den ähnlichen Weg geht wie die Allianz dem ist aber nicht so. Sind die Gesundheitsfragen der AXA Berufsunfähigkeitsversicherung extrem sauber und fair gestellt, so ist die Antragsfrage nach geplanten Auslandsaufenthalte normal. Es gibt wieder einen Unterschied zwischen EU und Europa.

Antragsfrage Auslandsaufenthalte von der Swiss Life Berufsunfähigkeitsversicherung

Bei der Swiss Life sticht eines direkt ins Auge – man möchte direkt einen Fragebogen haben. Wer uns kennt, der weiß, dass wir relativ skeptisch sind, wie man unserem Artikel „Fragebögen Berufsunfähigkeitsversicherung - bitte nicht verwenden!“ entnehmen kann. Auch bei der geplanten Frage nach Auslandsaufenthalte bevorzugen wir klar wieder ein Beiblatt & umfangreiche Eigenerklärungen, aber darauf kommen wir gleich nochmals zurück.


Warum haben eigentlich Versicherer so Angst vor Auslandsaufenthalten?

Vorab - die Versicherungsunternehmen haben jetzt nicht pauschal Befürchtungen vor Auslandsaufenthalten, sondern nur vor etwaigen Orten. Studiert man in Caracas (Venezuela), Daressalam (Tansania) oder Hanoi (Vietnam), haben die Gesellschaften Befürchtungen, dass Du heil nicht mehr aus der ganzen Sache kommst (übertrieben gesagt) bzw. besser gesagt, dass dies ein größeres Risiko darstellst, als würdest Du jetzt in München studieren oder arbeiten. Teilweise können die (Erst) Versicherer gar nichts dafür, denn die Regeln stellt der Rückversicherer auf und sagt „Land XY ist für uns ein Risikogebiet, deswegen können wir derzeit nicht annehmen oder nur mit einem Zuschlag versehen“.

Ich muss meinen Auslandsaufenthalt angeben, werde ich jetzt abgelehnt in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Nein, in den allermeisten Fällen musst Du keinerlei Bedenken haben. Dein jeweiliger Auslandsaufenthalt (besonders zu Studienzeiten) ist zwar vielleicht angabepflichtig, aber die meisten Versicherer winken das Szenario sauber durch. Wichtig wäre vielleicht aber schon ein kurzer Weg zu Entscheidern in der Risikoprüfung (die hätten wir…).

Wenn Du Deinen Auslandsaufenthalt angeben musst, bitten wir Dich um eine Eigenerklärung, so dass sich der Versicherer etwas darunter vorstellen kann. So sehen einige echte Angaben aus:

Ein Studiengang wird in Antwerpen (Belgien) absolviert

Der Job bleibt derselbe – es folgt aber eine Entsendung in die Schweiz (Zürich)

Für die Basler war dies kein Problem und diese versicherte Normal (neben natürlich den Gesundheitsangaben).

Als Trainee nach Rabat (Marokko) – nicht immer ganz einfach

Schön und sauber erklärt - manche Gesellschaften hatten damit aber ein Problem. Die Basler versicherte unsere Kundin nach Rücksprache normal, die LV 1871 möchte einen 50%tigen Risikozuschlag während der Zeit in Marokko.

Das ist in unseren Augen auch eine faire und saubere Lösung. Ein Risikozuschlag aufgrund eines Auslandsaufenthaltes ist bei manchen Ländern durchaus üblich. Je exotischer, desto eher trifft man darauf. Gut, wenn vorher vereinbart wurde, dass dieser dann entfällt bei der Rückkehr nach Deutschland.

Studium in Schottland – auch das musste jetzt erwähnt und beschrieben werden.

Trainee Programm in den USA – manche haben damit durchaus ein Problem

In diesem Fall war die Risikovoranfrage nicht so einfach, was auch ein bisschen am Gesundheitszustand lag. Manche Gesellschaften haben auch gesagt „Wir stellen den Vertrag zurück, bis die Dame wieder aus den USA zurückkommt“. Das ist natürlich keine befriedigende Lösung für uns und so schätzen wir natürlich die kurzen Wege zu Entscheidern, wo wir die Thematik normal versichern konnten.

Wie Du siehst, ist eine Ja-Angabe teilweise gar kein Problem. Man muss auch nicht direkt einen Antrag stellen, sondern kann erst einmal den potentiellen Gefahrenumstand sauber benennen und aufbereiten und mit unserer Hilfe eine anonyme Risikovoranfrage in der Berufsunfähigkeitsversicherungstellen. Das ist unser tägliches Brot. Wichtig ist einfach auch immer, dass Du mit offenen Karten spielst. Beschreib es einfach so, wie es ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Versuch dich in die Lage des Risikoprüfers zu versetzten, dieser entscheidet, wie du angenommen wirst.  I.d.R. ist man als Student, oder auch als Ingenieur, welcher von seiner Firma aus mal im Ausland schnuppert, normal versicherbar ohne besondere Zuschläge oder Hindernisse.


Was aber sein kann = Die Versicherung möchte nicht Dich als Versicherungsnehmer

Es kommt sehr häufig vor (besonders außerhalb der EU), dass die Versicherungsgesellschaft einen Versicherungsnehmer möchte, welcher in Deutschland sitzt. Dies hat vor allem regulatorische Gründe. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass vielleicht ein Elternteil von Dir erstmals Versicherungsnehmer wird in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Mit Rückkehr nach Deutschland kannst Du die Police dann ganz einfach umschreiben mit einem kleinen Formular. Grundsätzlich sind eh immer zwei Sachen wichtig:

  • Meldeanschrift in Deutschland
  • Bankverbindung in Deutschland (sprich, Beginn mit "DE")

Folgte der Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung aber noch in Deutschland, so muss diese Extrahürde nicht gegangen werden. Es kommt aber sehr häufig vor, dass Studenten im Ausland eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchten. 


Ich habe schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung und studiere jetzt im Ausland. Muss ich das Nachmelden?

Nein, dass musst Du nicht. Das Schöne an der Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Tatsache, dass es keine Nachmeldepflicht gibt. Weder für neue kleine wie größere Zipperlein, noch für neu erlernte & vermeintlich gefährliche Hobbys sowie natürlich auch nicht für Auslandsaufenthalte.

Was aber bei einigen Unternehmen passieren kann = im Zuge einer Nachversicherungsgarantie ploppt die Frage wieder auf zwecks geplanter Aufenthalte im Ausland. Wie man die Thematik bei der Wahl der richtigen Gesellschaft vorher aber schon umgeht, kannst Du im Artikel „Risikoprüfung vs. Gesundheitsprüfung in der Berufsunfähigkeitsversicherung“ nachlesen.  So frei nach dem Motto „Darum Prüfe, wer sich ewig bindet“.

In unserem Schwesterartikel „Berufsunfähigkeitsversicherung weltweit im Ausland? gehen wir zudem auf die Frage ein, ob Du immer weltweiten Versicherungsschutz besitzt und was genau im Leistungsfall passiert, wenn Du gerade im Ausland bist.

Ich möchte keinen Auslandsaufenthalt angeben im Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung - wäre dies möglich?

Jein. Bei einem normalen Antrag mit den üblichen Antragsfragen ist dies nicht möglich. Hierzu müssten wir die Thematik „Vereinfachte & wenige Gesundheitsfragen Berufsunfähigkeitsversicherung“ näher ansehen.

Es gibt für uns derzeit zwei starke Anbieter am Markt, welche in ihrer Sonderaktion auf die Antragsfrage nach potentiellen Auslandsaufenthalten verzichtet.
Leider ist dies nur gewissen Berufsgruppen vorbehalten, die da wären:

  • Mediziner & Ärzte (auch Zahnärzte)
  • Sämtliche Technische Berufe mit Akademischen Hintergrund
  • Sämtliche Ingenieursberufe mit einem Akademischen Abschluss
  • Alles rund um Biotechnologie / Chemie / Biowissenschaft etc.
  • Pharmazie / Apotheker

Die LV 1871 bietet hierbei eine Absicherung von bis zu 1.500 Euro, mehr Informationen gibt es unter „Top-Vereinfachte Gesundheitsfragen der LV 1871 für Ingenieure / Technische Berufe / Absolventen / Ärzte und Co.“.
Bei der HDI sind sogar bis zu 2.000 Euro möglich, wie folgender Artikel zeigt „Neue vereinfachte Gesundheitsfragen der HDI für diverse Zielgruppen in der Berufsunfähigkeitsversicherung!.

Beide Gesellschaften haben zudem gemein, dass es umfangreiche Nachversicherungsgarantien gibt. Bei der LV 1871 je nach Berufsgruppe bis zu 3.000 Euro mtl., mithilfe der Karrieregarantie kann diese Absicherungshöhe sogar verdoppelt werden. Bei der HDI gibt es seit dem Update 01 / 2021 (siehe „Facelifting von der HDI Berufsunfähigkeitsversicherung 01 / 2021) bei der ereignisunabhängigen Nachversicherungsgarantie nun auch die Möglichkeit bis zu 36.000 Euro p.a. abzusichern.


Fazit zur Antragsfrage nach geplanten Auslandsaufenthalten:

Ja, die Antragsfrage gibt es und diese muss sauber beantwortet werden. Aber hab bitte dafür keine Angst. Die üblichen und normalen Auslandsaufenthalte können sauber versichert werden, wie Du an unserem obigen Beispiel sauber gesehen hast. Gerne helfen wir Dir, einen rechtssicheren Vertrag zu bekommen. Der erste Schritt wäre hierbei, dass Du Dir unsere Seite „Unser Ansatzweg & Vorgehensweise zur passenden Berufsunfähigkeit! sauber durchliest.