Vorher kommen wir aber zu der Geschichte des Generali Konzern in Deutschland. Diese ist durchaus sehr bewegend und kann nicht mit wenigen Worten zusammengefasst werden. Leider findet man auf der Seite der Generali in Deutschland relativ wenig über die Geschichte. Andere Versicherer haben hier gefühlt ganze Romane geschrieben und sind sehr stolz auf ihre Vergangenheit, bei der Generali findet der Schreiber dieses Artikels aber relativ wenig. Mag nicht negativ sein, ist halt so.

Nimmt man es genau, lag aber der Ursprung der Generali Deutschland im Jahr 1824 in Aachen, als dort die “Aachener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft” gegründet wurde, wenige Jahre später folgte die Umbenennung in “Aachen-Münchener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft”. Zu Beginn / Mitte des 19. Jahrhunderts gründeten sich ja im gesamten Deutschland etliche Versicherungsgesellschaften, zumeist aber regional beschränkt. Aus manchen wurde ein Weltkonzern, viele wurden fusioniert, manche kleine gibt es immer noch. Das war damals auf jeden Fall eine sehr interessante Zeit. Aber erst fast ein Jahrhundert später, hat die Aachen-Münchener den Vertrieb von Haftpflicht, Unfall, KFZ und Transportversicherung mit ins Boot aufgenommen. Die Aachen-Münchener war über all die Jahre auch sehr umtriebig und hat auch die Thuringia, Oldenburger Versicherungsgesellschaft sowie die Cosmos Versicherung übernommen. Während man die ersten beiden nicht mehr kennt und vollständig integriert wurden, wurde aus der Cosmos-Versicherung der Direktvertrieb der Generali. Soweit sind wir aber noch nicht. 

1998 erwarb die Generali aus Italien eine 65 prozentige Mehrheitsbeteiligung an der Aachen-Münchener. So erfolgte über all die Jahre ein immer weiteres “Absterben” der Marke Aachen Münchener. Der Konzernsitz wurde von Aachen nach Köln verlegt und letztendlich wurde beschlossen, die komplette Marke Aachen-Münchener aufzugeben und diese in die Generali Gruppe zu integrieren.

Die Geschichte der Generali Versicherung

Die Generali selber hatte ein ähnliches Gründungsjahr wie die Aachen-Münchener, nämlich im Jahr 1831. Interessanterweise wurde diese damals gar nicht in Italien gegründet, sondern in Österreich. Triest (so der Ort der Gründung) gehörte damals zu Österreich und erst ab Ende des 19. Jahrhunderts zu Italien. Der Weltkonzern Generali stammt somit praktisch aus Österreich. Auch ganz interessant. Schon früh nahm die Generali die Position am Meer (Triest liegt am Meer) als Chance wahr und expandierte und versicherte damals schon auf der gesamten Welt. Auch europaweit kaufte man sich bei vielen Versicherern ein. Man wuchs also nicht durch die eigene Stärke, sondern zumeist durch Zukäufe, wie in der Schweiz mit der Schweizer Union, Familia, Fortuna oder Secura. Das zieht sich wirklich wie ein Roter Faden durch die Geschichte des Unternehmens - so wurde 2023 einer der größten spanischen Versicherer übernommen mit Liberty Seguros (somit der viertgrößte spanische Sachversicherer und der zweitgrößte Portugiesische). Insgesamt ist man in über 50 Ländern präsent und besitzt ein Netzwerk von über 400 Gesellschaften. 

Eine etwas andere Geschichte, als viele andere Versicherer in Deutschland.

Aufmerksame Leser auf unserer Homepage werden es bemerkt haben, dass wir sehr gerne Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit schätzen - insbesondere bei langlaufenden Verträgen (wobei die Berufsunfähigkeitsversicherung zweifellos dazugehört). Die Vorteile von einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit:

  • Kunden sind Mitglieder und somit Träger des Unternehmens. Es gibt keine weiteren Kapitaleigner, als die eigenen Kunden. 
  • Die Geschäftspolitik richtet sich ausschließlich an die Kunden der Gesellschaft und damit den versicherten Personen aus.
  • Eine Dividende / Ausschüttungen an Investoren und Aktionäre fällt nicht an und schmälert daher auch nicht die Gewinnzuteilung an die versicherten Kunden (= günstigere Prämien können z.B. die Folge sein).
  • Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ist man somit unabhängig von der Entwicklung der Börsen und kein Spielball der Kapitalmärkte = der nächste Quartalsbericht ist nicht so von Bedeutung, es wird eher auf Jahrzehnte gedacht (im Idealfall..).

Nicht falsch verstehen, wir sind große Freunde von Investmentfonds / ETFs, was man spätestens ja bei unserem wissenschaftlichen Weltportfolio nachlesen kann, aber für langlaufende Verträge ziehen wir oftmals Versicherer, welche auf Gegenseitigkeit agieren, vor. Versicherer an der Börse haben aber natürlich auch Vorteile - die Aufnahme von neuem Fremdkapital ist sehr viel einfacher, falls man z.B. stark expandieren oder natürlich auch ein anderes Unternehmen aufkaufen möchte. 

Welche Sparten bietet die Generali Versicherung an?

Die Generali ist ein sogenannter Vollsortimenter, welcher eigentlich alle Sparten anbietet. Aber im Einzelnen:

  • Selbstverständlich bietet man normale Sach- wie KFZ-Versicherungen an. Hier ist ja auch der Ursprung des Unternehmens gewesen - Stichwort Aachener-Feuer-Versicherung. Zur Sachversicherung gehört natürlich auch die Absicherung von Gewerbe. Vom kleinen Mittelständler bis hin zum großen Industrieunternehmen. Hier bietet die Generali aufgrund ihrer Größe sicherlich brauchbare Lösungen an. 
  • Die Sparte Lebensversicherung, wozu auch die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört, ist natürlich auch ein großes Steckenpferd des Generali Konzerns. Im Bereich der BU-Versicherung ist man übrigens auch der zweitgrößte Versicherer in Deutschland, Mitte Mai 2023 hat man knapp 1,35 Millionen Menschen Schutz geboten. Schon eine ordentliche Zahl.
  • So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Sparte der privaten Krankenversicherung ebenfalls einen großen Bereich für die Generali darstellt. Auch hier gab es eine bewegte Vergangenheit. Grundstein in Deutschland war hier die Central Krankenversicherung, welche 1913 gegründet wurde. 1971 folgte die Übernahme durch die Aachen-Münchener und im Zuge der Markenbildung verschwand im Jahr 2020 die Central und wurde der Generali einverleibt. 
  • Als einer der wenigen Versicherer bietet man auch eine eigene Bausparkasse an, welche auf den Namen Badenia lautet. Für die Vermittler der Deutschen Vermögensberatung natürlich eine gute Geschichte, da diese nun alle aus einer Hand anbieten können.
  • Ebenso bietet man eine eigene Rechtsschutzversicherung an, welche immer noch auf den Namen Advocard (die mit dem Werbespruch “Anwalts Liebling”) lautet. Eine der wenigen Marken, welche noch nicht auf die Generali verschmolzen wurde.
  • Noch aber nicht genug - ebenso besitzt die Generali eine 100%ige Beteiligung an der Envivas - eine gesetzliche Krankenversicherung mit Sitz in Köln. Somit noch mehr aus einer Hand. 
  • Zudem gehört auch ein Reiseversicherer zur Generali mit der Europ Assistance.
  • Wie es sich für einen weltweiten Versicherer natürlich auch gehört - es gibt noch eine eigene Investmentsparte, sprich, es können auch direkt Investmentfonds der Generali erworben werden.

Es gibt eine Fülle von Optionen und für diejenigen, die von der Generali überzeugt sind, besteht die Möglichkeit, fast alle ihre Versicherungs- und Finanzangelegenheiten über diesen einen Anbieter abzuwickeln (welche dann aber über einen Vermittler der Deutschen Vermögensberatung bezogen werden muss). Allerdings vertreten wir nicht immer die Ansicht, dass ein Versicherer glauben sollte, alles anbieten zu müssen. Als freier Versicherungsmakler bevorzugen wir es, die besten Produkte aus verschiedenen Bereichen verschiedener Versicherer auszuwählen. Wir ziehen es vor, Versicherer zu haben, die in wenigen spezifischen Bereichen besonders gut sind, anstatt alles abdecken zu müssen. So kann das in der privaten Haftpflicht vielleicht eine Haftpflichtkasse sein, bei der KFZ-Versicherung die Itzehoer, in der Wohngebäudeversicherung die Konzept & Marketing oder in der BU-Versicherung die LV 1871. Überall das Beste, meistens von Versicherern, die nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Wer aber alles aus einer Hand haben möchte, findet bei der Generali diese Möglichkeit.

Drei-Kanalvertrieb der Generali

Dass die Generali quasi ausschließlich nur noch über die Deutsche Vermögensberatung erhältlich ist, wissen wir mittlerweile. Aber der große Generali Konzern hat auch zwei weitere Vertriebswege erkannt und stellt hier Lösungen bereit.

Dialog Versicherung

Mittlerweile ist die Dialog Versicherung, welche 1972 als “Erste Augsburger Leben Versicherungs-Aktiengesellschaft” gegründet wurde, DER Maklerversicherer innerhalb des Generali Konzerns. Das wäre also der Anbieter, welchen Du von uns bekommen würdest, wenn Du unbedingt eine Berufsunfähigkeitsversicherung innerhalb des Generali Konzern haben möchtest. Große Artikel gibt es dazu bisher von uns nicht, da wir die Dialog nicht wirklich in unserer BU-Beratung benötigen, aber es gibt definitiv schlechtere Anbieter. Wie der Name zu Beginn auch vermuten lässt, war man früher auf die Lebensversicherung spezialisiert, mittlerweile bekommt man fast alles von der Dialog - von der KFZ-Versicherung über die Unfall bis hin zur bekannten BU. 

Sooooo die Wahrnehmung im (spezialisierten) BU-Maklermarkt hat man bisher aber noch nicht, man sucht aber verstärkt den Anschluss (auch an uns trat man schon heran…). Abseits der Bedingungen gefällt uns das gesamte Firmenkonstrukt im Moment nicht so wirklich, insbesondere das Verhalten der Muttergesellschaften bei einigen Vorgängen. Die Produkte im Biometriebereich sind sicherlich aber teilweise konkurrenzfähig. Mittlerweile gibt es zu der BU der Dialog aber auch einen eigenen Artikel, welchen Du unter

"Die Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung im großen Test 2024" 

findest. 

Cosmos Direkt

Dieser Versicherer wird den meisten von Euch wahrscheinlich auch etwas sagen. Die Cosmos Direkt ist der schlanke Direktversicherer der Generali, welche ihre Produkte vorzugsweise über die eigene Website und per Telefon direkt an den Endkunden verkauft. Es gibt also keine eigene Ausschließlichkeit, aber auch keinen Vertrieb über freie Berater. Gegründet im Jahr 1950 im Saarland, 1971 kam es zur strategischen Partnerschaft mit der Aachen-Münchener und somit indirekt zur Generali (welche 1998 die komplette Cosmos übernahm). Mittlerweile ist die Cosmos immerhin der größte Direktversicherer in Deutschland, der Wachstumsplan ging also auf. 

Über wen können die Produkte der Generali erworben werden?

Dies ist aus dem bisherigen Kontext nicht schwer zu erkennen - man ist der Exklusiv-Partner der DVAG, also der Deutschen Vermögensberatung (man hat sich auch zu 40 Prozent an der DVAG beteiligt -. also schon eine wirklich intensive Partnerschaft - siehe auch folgenden Artikel mit  “So gut hat die DVAG mit der Generali verhandelt”). Möchtest Du eine Beratung zu Produkten der Generali, muss der Weg über die DVAG erfolgen. Es gibt auch keinen direkten Online Abschluss auf der Seite der Generali - egal ob private Haftpflicht- oder Mofa-Versicherung. Überall erfolgt der Hinweis, dass man direkt einen Berater finden soll.
Wie die Deutsche Vermögensberatung im Schnitt gesehen wird, kannst Du sicherlich über die Suchfunktion bei Google oder Youtube finden. Hier kannst Du Dir eine umfangreiche, eigene Meinung bilden. Wir sind hier neutral und geben nur den Hinweis.

Grundsätzlich ist es aber schade, dass die Produkte der Generali nicht auch vom Versicherungsmakler vertrieben werden können. Ebenso findet man die Generali auch nicht auf Vergleichsportalen wie Check24 und Co. Ausnahme ist hierbei die Rechtsschutzversicherung mit der Marke Advocard. Diese können Vergleichsportale (welche ja praktisch nichts anderes sind als Versicherungsmakler) sowie auch direkt der Makler selbst anbieten. 

Was wir bedenklich finden - Verkauf von Versicherungsverträgen an Abwicklungsplattformen

Einen Punkt müssen wir aber leider kritisieren, auch schon im Kundeninteresse. Die Generali ist einer der bekanntesten Teilnehmer, um seinen Ballast an Versicherungen an Investoren zu verkaufen. Die Generali hat über vier Millionen Verträge aus ihrem Bestand an Abwicklungsplattformen übergeben. Diese Abwicklungsplattformen wurden von Investoren (teilweise aus China) extra gegründet, um die Verträge abzuwickeln. Neugeschäft wird nicht mehr angenommen - es ist eine einfache “Kosten-Nutzen” Rechnung. 

Hierbei möchten wir einfach mal auf einen interessanten Artikel hinweisen:

Anders als bei manch anderen großen Versicherern, hat die Generali auch eigenständige Verträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung auf den Run-Off einer Abwicklungsplattform geschickt. BU-Verträge werden somit von der “Proxalto” betreut. Auch hier der Hinweis - gerne mal nach Erfahrungen im Internet mit “Proxalto Erfahrungen” googeln. 

Wir finden dies leider ein sehr bedenkliches Zeichen. Viele Kunden schlossen bei der Generali (oder Aachen Münchener) einen Vertrag über mehrere Jahrzehnte ab, welcher nun nicht mehr von der Gesellschaft betreut wird, sondern von einer Run-Off Gesellschaft. Für die Generali war dies sicherlich ein guter Deal, um sich von Altlasten zu befreien. Ob das aber auch im Kundensinne der beste Deal war?
Bei einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit wäre der Vertrag beim Versicherer geblieben. Zumindest ist uns noch kein Fall bekannt, wo Verträge auf eine Run-Off Gesellschaft verschoben wurden.
Das Problem ist  - deshalb tun wir uns auch mit der Dialog ein bisschen schwer - kann man das in der Zukunft ausschließen? Wir betreuen mittlerweile auch einige Verträge von Proxalto und der Service ist hier mehr als ausbaufähig, wenn man einigen zugänglichen Informationen glauben möchte. Das schafft leider kein Vertrauen, aber genau das soll ja in der Berufsunfähigkeitsversicherung vor allem wichtig sein.

Info

Das Wichtigste zur Generali BU auf einen Blick

  • Bei den Gesundheitsfragen bewegt man sich im Marktmittelfeld. Nicht herausragend, aber auch nicht schlecht.
  • Technische Ausgestaltung: Auch hier Licht und Schatten, aber mehr Licht. Beitragsdynamik bis 6% möglich, Leistungsdynamik bis zu 3%. Überschüsse, AU-Klausel & generelle Erhöhungsmöglichkeiten sind marktunterdurschnittlich.
  • Beim Vertragswerk liegt man ebenfalls im neutralen Bereich ohne zu glänzen. Für jüngere Personen allerdings nicht gerade gute Bedingungen.
  • Die Beiträge liegen im Marktvergleich im höheren Bereich.
  • Da die Generali nicht (mehr) mit freien Versicherungsmaklern zusammenarbeitet, können wir ihre BU nicht anbieten. 

1. Die Gesundheitsfragen der Generali Berufsunfähigkeitsversicherung

Nicht von allen als so bedeutsam angesehen wie für uns - die Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung spielen in unserer täglichen Beratung eine enorm wichtige Rolle. Diese können ja darüber entscheiden, ob Du mal Leistungen aus Deinem Vertrag bekommst oder nicht. Da wir bekanntlich sehr viele Versicherer vergleichen, haben wir hier einen umfangreichen Überblick über kundenfreundliche, aber auch eher nicht so optimale Gesundheitsfragen im BU-Antragsprozess. Der Teufel steckt bekanntlich oftmals im Detail, bei der Gesundheitsprüfung ist es nochmals wichtiger - im schlimmsten Fall geht es um Hunderttausende von Euro im Streitfall. Gesundheitsfragen im Antrag entscheiden auch darüber, ob Du diverse Vorerkrankungen überhaupt angeben musst und ob Dir diese womöglich vor die Füße fallen. Nichts wäre schlimmer, als eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung und mit dem Versicherer streiten zu müssen. Insbesondere dann, wenn man eh schon gesundheitlich angeschlagen ist. Von daher gilt bei jedem Antrag zur Generali, aber auch jeder anderen BU-Versicherung: Arbeite bitte Deine persönliche Gesundheitshistorie penibel auf und hol Dir bei Unklarheiten auch die Krankenakte der behandelnden Ärzte oder einen Auszug von der Krankenkasse ein. Dein Vertrag muss sauber und rechtssicher sein - das sollte das Ziel eines jeden gut arbeitenden Vermittlers sein - egal ob Vermögensberater bei der Generali oder Versicherungsmakler. 

So sind die Gesundheitsfragen der Generali Berufsunfähigkeitsversicherung

Manche Kollegen werden gleich mal mit der Stirn runzeln, aber hier müssen wir die Generali in ihrem BU-Antrag gleich mal loben. Denn die Fragestellung mit 

Sind Sie in den letzten 5 Jahren untersucht, beraten oder behandelt worden hinsichtlich:

ist sehr gut und kundenfreundlich gestellt. Bei nicht wenigen anderen Versicherern heißt es ja immer noch (z.B. bei der DEVK oder untenstehend nun bei der Ergo BU-Versicherung):

Gibt es – oder gab es in den letzten 5 Jahren – Krankheiten, Funktionsstörungen oder Behandlungen in folgenden Bereichen:

Man merkt doch auch als Laie einen enormen Unterschied. Die Generali fragt die letzten fünf Jahre nur Untersuchungen, Beratungen und Behandlungen bei Heilbehandler ab, die Ergo (Stand 03 / 2024) sämtliche Krankheiten und Funktionsstörungen, weshalb man auch nicht beim Arzt gewesen ist. Kannst Du Dir die Frage stellen, ob Du die letzten fünf Jahre keine Beschwerden hattest, wo Du keinen Arzt aufgesucht hast? Wie sagte es ein geschätzter Kollege mal “Ich hab mich mal vor drei Jahren am Sack gekratzt, gab es dann schon eine Funktionsstörung?”.
Was wir aber ein bisschen komisch finden: Es wird nicht genauer erwähnt, bei wem die Untersuchung, Beratung oder Behandlung erfolgt sein musste. Muss auch die Beratung beim Heilpraktiker angegeben werden? Beim Physiotherapeuten? Da fehlt uns ein bisschen die Klarheit. 

Insidern fällt auf, dass die Generali in ihren Gesundheitsfragen keine explizite Frage zu Beschwerden in den letzten Monaten stellt. Dies ist in der Branche eher ungewöhnlich und wird von vielen Interessenten und Kunden als großer Vorteil angesehen. Viele Versicherer haben noch Fragen zu Beschwerden in den letzten drei bis sechs Monaten in ihren Gesundheitsprüfungen, um das Kollektiv der Versicherten zu schützen. Wir erhalten auch Anfragen von Personen, die bereits psychische Beschwerden (selbst diagnostiziert) haben, aber noch keinen Arzt aufgesucht haben oder von Personen mit langfristigen Problemen und Beschwerden an der Wirbelsäule, ebenfalls ohne Arztbesuch. Bei anderen Versicherern wie der LV 1871, Baloise oder HDI müsste dies beispielsweise angegeben werden und die Annahme des Antrags wäre wahrscheinlich schwierig (natürlich nach vorheriger anonymer Risikovoranfrage). Die Generali geht hier einen direkteren Weg. Hierbei passt wieder der kluge Spruch: "Alles, was für den Einzelnen gut ist, kann für das Kollektiv schlecht sein." Das hat durchaus seine Berechtigung. Es dürften jedoch nicht allzu viele dieses Schlupfloch nutzen, da die Generali Berufsunfähigkeitsversicherung ja exklusiv über die DVAG vertrieben wird und die Internet Nerds (so nennen wir sehr gut informierte Kunden aus dem Internet gerne) landen eher weniger bei der Deutschen Vermögensberatung und somit der Generali.

Den Trend in Richtung Abfragezeiträume von drei Jahren, wie man diese bei manchen wie der Gothaer (ambulante Behandlungen pauschal drei Jahre) sowie der Alten Leipziger sehen, gibt es derzeit nicht bei der Generali. Dafür gibt es aber wiederum keinen Abfragezeitraum, welcher länger als fünf Jahre stattfindet - die einzig halboffene Gesundheitsfrage lassen wir mal außen vor, auf welche wir aber gleich kommen. Somit muss z.B. auch eine Psychotherapie von vor sieben Jahren nicht angegeben werden - das wäre wiederum bei vielen anderen Versicherern der Fall gewesen. Auf der anderen Seite schützt dies das Kollektiv wieder.

Indirekt gibt es eine offene Frage nach Beschwerden und Beeinträchtigungen

Ein offenes Schlupfloch wurde vonseiten der Generali aber noch gelassen. Geistige wie körperliche Beeinträchtigungen müssen angegeben werden, wie man an folgender Fragestellung nachlesen kann:

“Bestehen geistige oder körperliche Beeinträchtigungen (z. B. Amputationen, Lähmungen, Fehlsichtigkeit (nur ab 8 Dioptrien), Schwerhörigkeit)?”

Da bleibt natürlich die Frage, was sind jetzt körperliche Beeinträchtigungen. Es gibt zwar einige Beispiele, aber das sind halt nur Beispiele und keine abschließende Aufzählung.

Hier ist ein Beispiel des Autors: Im Jahr 2002 hat er sich das Kreuzband gerissen, was als degenerative Veränderung betrachtet wird. Das Knie ist daher nicht mehr in seinem ursprünglichen Zustand, obwohl Tobias weiterhin aktiv Tennis spielt und 2022 den Kilimandscharo bestiegen hat. Gemäß der Fragestellung muss dies angegeben werden, da das Knie nicht mehr so funktioniert wie zuvor - es besteht eine körperliche Beeinträchtigung aufgrund einer degenerativen Veränderung. Im Zweifelsfall ist es also besser, ein wenig mehr anzugeben als zu wenig. Obwohl diese Fragestellung eher auf Situationen wie "Verlust eines Arms in jungen Jahren nach einem Unfall, in den letzten fünf Jahren keine Behandlung mehr" abzielt, muss dennoch angegeben werden, dass man nur noch einen Arm hat, selbst wenn derzeit keine Beschwerden vorliegen. Du verstehst sicherlich, wie wir es meinen und wir betrachten die Haltung von Generali zu diesem Thema nun als neutral und diese dürfte auch etwas das Kollektiv schützen. 

Die Frage nach stationären Aufenthalten entfällt - fast ein Novum im Marktvergleich

Eigentlich gar nicht so dumm. Wir finden zur Gesundheitsprüfung im Antrag keine Fragestellung nach stationären Aufenthalten oder Operationen. Ist das jetzt gut oder schlecht? Wir finden das clever, denn die Frage nach stationären Aufenthalten zieht ja eigentlich immer einen Arztbesuch nach sich, also müsste es eh angegeben werden. Im Zuge der Klarheit der Antragsfragen ist das ein guter Deal der Generali. Somit werden Aufenthalte im Krankenhaus und Operationen auch nur fünf Jahre gefragt, bei den meisten am Markt sind wir noch bei zehn Jahren. Es gibt aber einen leichten Trend bei den normalen Antragsfragen in Richtung fünf Jahre Abfragezeitraum. Bei der Nürnberger schon seit ewig langer Zeit, die Gothaer zog im Update 2023 nach, die Baloise ebenso im Update der Gesundheitsfragen 10 / 2023

Die Frage nach der Medikamenteneinnahme der Generali sehen wir als normal an

“Wurden Ihnen in den letzten 2 Jahren von Ärzten oder Heilpraktikern Medikamente verordnet (bitte Medikamente unter Erläuterungen angeben)? .”

Hier taucht nun zum ersten Mal auch eine genauere Beschreibung auf von Heilbehandlern - bei der Frage nach Medikamenten wird ein Arzt oder Heilpraktiker gemeint. Gefragt wird die letzten zwei Jahre. Das ist ok. Was nicht sooo gut ist: Es wird generell nach Medikamenten gefragt, bei vielen anderen Anträgen gibt es noch ein “länger als 2, 3 oder 4 Wochen”. Im Zuge der Klarheit wäre dies wünschenswerter. 

Das ist aber auch die andere Seite der Medaille: Wenn man ein Medikament einnimmt, wurde man höchstwahrscheinlich vorher auch untersucht, beraten oder behandelt. Aus diesem Grund betrachten wir generell die Frage nach der Medikamenteneinnahme nicht als besonders kritisch, da sie ohnehin bei einer gründlichen Aufarbeitung der Krankengeschichte zur Sprache kommt.

Wie fragt die Generali Auslandsaufenthalte, gefährliche Hobbys, abgelehnte Anträge und Co. in der BU ab?

Eine Frage nach den vermeintlich gefährlichen Freizeitaktivitäten gibt es natürlich weiterhin vonseiten der Generali mit:

“Haben Sie in den letzten 2 Jahren Sportarten und Hobbys mit erhöhtem Risiko ausgeübt (z. B. Flugsport, Motorsport, Tauchsport, Reitsport, Kampfsport)?”

Hier sehen wir auch wieder ein bisschen ein Novum. Uns ist eigentlich kein Anbieter bekannt, der nach den letzten zwei Jahren fragt. Normal ist eher, dass man sich nach aktuell gefährlichen Hobbys erkundigen möchte, denn ein Hobby ist in der gängigen Definition ja etwas, was man in einer gewissen Regelmäßigkeit ausübt. Der Fallschirmsprung von vor 1,5 Jahren oder die Bergbesteigung des Kilimandscharo von vor zwölf Monaten müsste also angegeben werden. Irgendwie merkwürdig. 

Grundsätzlich sind wir der Ansicht, dass es bei als gefährlich eingestuften Hobbys besser ist, einmal zu viel als einmal zu wenig anzugeben. Im besten Fall wird dies vom Versicherer zur Kenntnis genommen und erledigt. Wenn man jedoch fest davon ausgeht, dass es zu einem Risikoaufschlag, Ausschluss oder einer Ablehnung kommt, bieten verschiedene Maßnahmen auf dem Markt möglicherweise eine Lösung. Die HDI Berufsunfähigkeitsversicherung ist dafür bekannt, hier oft eine Option anzubieten und auch die Gothaer hat nach ihrem Update 2023 erklärt: "Alles, was vorher mit einem Risikoaufschlag von weniger als 100 Prozent belegt war, wird nun normal akzeptiert." Da wir als Makler keine Zusammenarbeit mit der Generali in der Berufsunfähigkeitsversicherung haben, haben wir keine Erfahrungen damit, wie die Annahmequote bei gefährlichen Hobbys wie Bergsport, Tauchen, Klettern, Eishockey, Motorsport, Kampfsport oder Flugsport aussieht. Wir sind jedoch dankbar für sachdienliche Hinweise, freuen uns aber natürlich auch, wenn man bei uns generell eine Anfrage zur Beratung in der Berufsunfähigkeitsversicherung stellt 🙂. 

Die Raucherfrage bei der Generali BU

Im Antrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Generali wird nun auch nach dem Rauchverhalten gefragt und es gibt entsprechende Unterschiede im Beitragssatz.

Haben Sie in den letzten 12 Monaten Zigaretten, Zigarren, Zigarillos oder Pfeife geraucht bzw. elektrische Zigaretten, elektrische Zigarren, elektrische Zigarillos oder elektrische Pfeifen benutzt?

Dies ist branchenüblich. In unseren Beispielberechnungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Vergleichssoftware Morgen & Morgen stellen wir fest, dass der Zuschlag für Raucher moderat ist, so zwischen fünf und sieben Prozent. Dies ist ermutigend für Raucher, da die Beitragserhöhungen in der BU-Versicherung für Raucher manchmal bis zu 30 Prozent betragen können. Ob diese niedrigen Zuschläge langfristig bestehen bleiben, wird sich zeigen, wobei auch die Kennzahlen des Rückversicherers eine Rolle spielen werden. Das wird die Zukunft zeigen. 

Die Generali fragt im Antragsformular für die Berufsunfähigkeitsversicherung nach geplanten Auslandsaufenthalten

In der Regel müssen solche geplanten Auslandsaufenthalte im Antrag angegeben werden, es sei denn, es handelt sich um spezielle Sonderaktionen, die dies nicht erfordern. Bei der Generali ist es so formuliert:

Werden Sie sich innerhalb der nächsten 12 Monate für einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten im außereuropäischen Ausland aufhalten? Falls ja, bitte das Land unter Erläuterungen angeben.

Wir betrachten diese Abfrage als angemessen und die Standardfrage nach geplanten Auslandsaufenthalten vonseiten der Generali ist sogar recht umfassend, da sie auch Auslandsaufenthalte außerhalb Europas erfasst. Viele andere Versicherer beschränken sich hingegen auf die Länder der Europäischen Union. Das stellt an sich kein Problem dar, es bedeutet lediglich etwas mehr Aufwand im Antragsprozess oder bei einer vorherigen anonymen Risikovoranfrage. Von daher - auch hier alles ok. 

Die Frage nach dem Drogenkonsum im BU-Antrag

Die Frage zum Drogenkonsum im Antrag der Generali für die Berufsunfähigkeitsversicherung ist kundenfreundlich formuliert. Oft wenden sich Interessenten vertrauensvoll an uns und fragen: "Ich habe auf einer Studentenparty einmal Cannabis konsumiert. Muss ich das jetzt angeben?" Im Fall des BU-Antrags bei der Generali wäre dies nicht relevant gewesen, da die Gesellschaft nur nach Beratungen / Behandlungen im Zuge eines Drogenkonsums fragt, nicht nach dem reinen Konsum. Gut für den einzelnen, für das Kollektiv vielleicht nicht die ideale Lösung. Aber wird hoffentlich schon niemand ausnutzen…

Positiv im Generali Antrag - keine Abfrage nach abgelehnten Anträgen

Es gibt keine explizite Frage nach abgelehnten Anträgen in der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Generali, was als kundenfreundlich betrachtet werden kann. Stattdessen wird lediglich nach bestehenden oder beantragten Absicherungen für den Schutz der Arbeitskraft gefragt. Diese Frage berücksichtigt die finanzielle Angemessenheit und ist üblich in Versicherungsanträgen.

Die Abwesenheit einer Frage zu abgelehnten Anträgen ist zwar kundenorientiert, aber es lohnt sich, den Praxisbezug zu betrachten. Oft kommen Interessenten zu uns, nachdem ihr eigenständiger Versuch, einen BU-Antrag zu stellen, gescheitert ist. Dies kann auf verschiedene Gründe zurückzuführen sein, wie beispielsweise eine unzureichende Vorbereitung oder fehlende Fachkenntnisse des Vermittlers. In solchen Fällen kann der abgelehnte Antrag dazu führen, dass andere Versicherer genauer prüfen oder den Antrag ablehnen, selbst wenn dies nicht explizit angegeben wird. Aus diesem Grund ist es vorteilhaft, wenn solche Fragen im Antragsprozess vermieden werden.

Aus praktischer Erfahrung zeigt sich jedoch, dass ein abgelehnter Antrag nicht unbedingt ein Hindernis darstellt. Dies wird auch in unserem Artikel "Abgelehnter Antrag / Risikozuschlag Berufsunfähigkeitsversicherung - ein Problem?" näher erläutert. Daher ist es beruhigend zu wissen, dass die Generali in ihrem Antragsverfahren keine Informationen über abgelehnte Anträge einholt.

Gibt es bei der Generali verkürzte Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Leider haben wir keine ausreichenden Informationen dazu vorliegen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Generali verkürzte Gesundheitsfragen oder sogar Aktionen ohne Gesundheitsfragen anbietet. Falls jemand in dieser Hinsicht sachdienliche Hinweise hat, sind wir dankbar für entsprechende Rückmeldungen, um den Artikel entsprechend zu aktualisieren. Die Generali hatte aber über all die Jahre eine extrem gute Aktion, welche sehr geringe Gesundheitsfragen aufweisen konnte, dafür mit fünf Jahre Wartezeit (wobei es sich hier um eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung und keine Berufsunfähigkeitsversicherung handelte). Ein paar Verträge haben wir sogar dahin vermittelt. Wenn Du lesen möchtest, wie früher unser Schreibstil war, dem empfehlen wir den Beitrag “Die Generali Erwerbsunfähigkeitsversicherung mit einer Gesundheitsfrage”. Diese Aktion wurde aber schon 2018 eingestellt. Bis 2016 gab es praktisch gar keine Gesundheitsfrage. Man braucht hier kein Träumer sein, um zu sehen, dass das Kollektiv hier nicht besonders gut gewesen ist. Gesunde Kunden sind hier eher nicht gelandet. 

Hast Du mehr Informationen über aktuelle Aktionen der Generali mit einer verkürzten Gesundheitsprüfung, so würden wir uns über sachdienliche Hinweise sehr freuen. 

Wenn Du generell einen Überblick über verschiedene Aktionen erhalten möchtest, empfehlen wir unsere Übersichtsseite zu vereinfachten Gesundheitsfragen in der BU-Versicherung. Dort gibt es eine Auswahl von um die 20 verschiedenen Aktionen - mal mit schwierigeren, mal mit einfacheren Antragsfragen.

Kann man bei der Generali eine anonyme Risikovoranfrage für die Berufsunfähigkeitsversicherung stellen?

Wir sind ehrlich gesagt etwas unsicher, ob bei der Generali eine anonyme Risikovoranfrage möglich ist. Hierzu müsstest Du Deinen Betreuer bei der Deutschen Vermögensberatung fragen, ob Du eine anonyme Risikovoranfrage für Deinen Antrag stellen kannst. Ob dies möglich ist, wissen wir leider nicht. 

Wenn Du von einem Vertreter der Generali und somit DVAG beraten wirst, solltest Du darauf bestehen, dass nicht sofort ein Antrag gestellt wird. Stattdessen sollten Deine Gesundheitsangaben zunächst geprüft werden, ohne rechtliche Verpflichtungen. So können potenzielle Vorerkrankungen wie Skoliose, Wirbelsäulenprobleme, Hashimoto oder Morbus Crohn nicht zu einem Hindernis oder gar einer Ablehnung führen. Bitte weise den Vermittler von der DVAG nachdrücklich darauf hin, dass nicht sofort ein scharfer Antrag gestellt werden soll, damit es später kein böses Erwachen gibt. 

Der optimale Weg zur Generali Berufsunfähigkeitsversicherung

Sollte für Dich nach ausgewogener Recherche feststehen, dass Du eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Generali abschließen möchtest, so geben wir Dir kurz unsere Erfahrungen aus über 5.000 anonymen Risikovoranfragen und somit deren Aufbereitung. Dies kann Dir wirklich sogar den Allerwertesten retten, denn unkorrekte Angaben im Antrag zu gesundheitlichen Themen können nach hinten losgehen. Sollte keine anonyme Risikovoranfrage bei der Generali möglich sein, dann beherzige bitte unsere Praxiserfahrungen wenigstens in der Antragsstellung. 

  • Ein Schwerpunkt bei der optimalen Aufbereitung für einen rechtssicheren Vertrag sind bei uns die ärztlichen Stellungnahmen & Atteste. Dein Arzt ist der wichtigste Verbündete auf dem Weg zur passenden Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine Stellungnahme sollte idealerweise nach dem Schema “WAS war WANN, WARUM, WIE wurde behandelt, wann war WIEDER GUT” aufgebaut werden. So erreichen wir immer wieder fantastische Ergebnisse, welche wir so gar nicht für möglich gehalten hätten. 
  • Zudem schätzen gute Versicherer sowie Risikoprüfer immer wieder Eigenerklärungen und unser Gesundheitsdaten Beiblatt. Hier beschreibt der Interessent immer mit eigenen Worten die einzelne Thematik des Arztbesuches oder die Beschwerde. Einfach aus dem Bauch raus. Wichtig ist immer, dass sich die Gegenseite ein umfangreiches Bild machen kann. Da sind wir jetzt schon beim nächsten Punkt.
  • Denn Fragebögen sind uns zu sehr nach dem “Ja / Nein” Schema aufgebaut. Deshalb verzichten wir i.d.R. immer auf Fragebögen in der Berufsunfähigkeitsversicherung und sehen diese teilweise sogar als sehr gefährlich an. Inwiefern die Generali auf einen Fragebogen bei etwaigen Rückfragen in der BU-Versicherung pocht, entzieht sich aus den bekannten Gründen unserer Kenntnis. Für sachdienliche Hinweise sind wir aber immer sehr gerne zu haben. 

Eine recht umfangreiche Zusammenfassung findest Du auch in unserem Artikel “Vorgehensweise Berufsunfähigkeitsversicherung”. Hier stehen viele Informationen drin, welche sonst nur unsere Kunden in der Beratung bekommen (diese bekommen einen PDF Leitfaden per Mail, welche eigentlich unsere Homepage & Tipps und Tricks nochmals zusammenfasst). Auf die sonst übliche Verlinkung nach diesem Absatz zu dem größten Fehler in der Risikovoranfrage verzichten wir diesmal, da wir schlichtweg gar nicht wissen, ob über die Generali eine Risikovoranfrage in der Berufsunfähigkeitsversicherung möglich ist. Trotzdem kann Dir auch dieser Artikel vielleicht helfen, denn nach jeder Risikovoranfrage kommt ja dann der Antrag und der eine Tipp oder Praxiswissen kann Dir dann vielleicht auch bei der Generali helfen, um einen rechtssicheren Vertrag ohne Fallstricke zu bekommen. 

Wobei. Wenn wir jetzt wieder ein bisschen tiefer denken, wäre die Möglichkeit einer anonymen Risikovoranfrage schon ganz charmant. Immerhin hat gefühlt jeder dritte Interessent bei uns massive Falschabrechnungen in der Krankenakte stehen. Diese klarzustellen ist nicht immer ganz einfach und die Risikoprüfer und somit Versicherer unterscheiden sich sehr stark bei der Bewertung von vermeintlichen Falschabrechnungen von Diagnosen. Diese Stolperfallen sollte man idealerweise nicht erst klären, wenn es einen scharfen Antrag an die Gesellschaft gab, sondern im Optimalfall schon vorher, damit es später bei der Antragstellung keine Probleme gibt. Würde uns jetzt wirklich interessieren, wie die Generali mit Falschabrechnungen in der Krankenakte umgeht. Genügt eine Eigenerklärung? Wird ein Fragebogen verschickt? Kann ein Attest Abhilfe schaffen oder wird sogar der behandelnde Arzt direkt angefragt (somit wird dieser dann auch von der Schweigepflicht entbunden). Fragen über Fragen.

Tipp

So kommst Du zur passenden BU-Versicherung bei uns

Folgende Schritte kannst bereits vor dem ersten Kontakt mit uns schon selbständig durchführen:

  1. Risikovoranfragebogen 📑 - Bitte herunterladen und ausfüllen.
  2. Gesundheitsdatenbeiblatt 📑 - Bitte herunterladen und ausfüllen. 
  3. Vorab Datenschutzerklärung 📑 - Bitte herunterladen und unterzeichnen.
  4. Neukundenregistrierung - Registriere Dich in unserem Kundenportal simplr und lade die drei Dokumente aus 1.-3. (& ggf. weitere ärztliche Unterlagen) als PDF hoch. Mehr zur simplr-Registrierung. Bitte keine einzelnen Seiten hochladen und pro Vorgang/Dokument ein PDF mit der korrekten Bezeichnung. Mehr zum Dokumentenupload.
  5. Schick uns bitte eine kurze Info per Mail oder über unser Kontaktformular, wenn Du Schritt 4. erledigt hast. Wir prüfen Deine Unterlagen (i.d.R. innerhalb von 48 h) und melden uns bei Dir.

Wichtige Hinweise:

  • Bitte schicke uns keine Unterlagen per Mail, sondern nur über unser Kundenportal simplr. Hier sind Deine sensiblen Daten zu 100% geschützt.
  • Falls Du größere Zweifel an Deiner "Versicherbarkeit" aufgrund von Vorerkrankungen hast, schreib uns bitte vorher eine kurze Mail oder ruf uns an. Wir können inzwischen sehr gut abschätzen, ob sich die Mühen lohnen.
  • Wir sind auf Deine aktive Mitarbeit angewiesen und erwarten auch ein gewisses Maß an Menschlichkeit. Lies Dir bitte Unsere Spielregeln zur Beratung in der Berufsunfähigkeitsversicherung durch🙏.
  • Eine ausführlichere Beschreibung der Schritte findest Du unter Unser Ansatzweg & Vorgehensweise zur passenden BU-Versicherung.

2. Technische Ausgestaltung der Generali Berufsunfähigkeitsversicherung (Dynamik / Nachversicherung und Co.)

Die Hürde der verbraucherfreundlichen Gesundheitsfragen konnte die Generali jetzt positiv überspringen. Hier gab es jetzt wenig zu meckern, das geht massiv schlechter am Markt. Ob eine Risikovoranfrage möglich wäre oder direkt nur ein scharfer Antrag, konnte nicht endgültig geklärt werden. Somit kommen wir zum nächsten Punkt, nämlich der technischen Ausgestaltung Deines persönlichen Vertrages. Diese entscheidet nämlich, wie flexibel Du langfristig mit Deiner eigenen BU-Versicherung bist. Kommst Du mit dieser nach dem ersten Gehaltssprung an die Grenze oder ist Dein Vertrag auch noch in zwei, drei Jahrzehnten wirklich auf Deine Bedürfnisse angepasst? Für uns ist die persönliche Konfiguration mittlerweile einer der allerwichtigsten Punkte und deshalb bekommt dieser Absatz extrem große Aufmerksamkeit. Wir merken es immer wieder, wenn sich Mitte 30er / 40er bei uns melden und sie gerne ihre bisherige BU aufstocken würden, dies aber nicht geht. Eine typische Anfrage ist also:

"Ich habe zwar eine Berufsunfähigkeitsversicherung, aber sie konnte in keiner Weise mit meinem beruflichen Werdegang Schritt halten. Obwohl ich nicht unbedingt als Karrieretyp gelte - ich mache einfach meine Arbeit und habe studiert - wäre meine aktuelle Berufsunfähigkeitsversicherung nicht ausreichend, um mich und meine Familie abzusichern, falls etwas passieren sollte."

Wenn wir das jetzt noch etwas weiterspinnen und es wird vielleicht Karriere gemacht - dann ist es umso wichtiger, einen (oder zwei, darauf kommen wir noch) Verträge zu haben, welche wirklich flexibel sind. Denn ein Neuabschluss ist mit vielleicht 40, 45 Jahren nicht mehr so einfach. Zum einen hat man natürlich ein neues Eintrittsalter (teuer), aber vor allem kamen kleinere und größere Zipperlein dazu und sei es nur ein bisschen Übergewicht. Das ist somit unser Job als Versicherungsmakler mit Experte zur Berufsunfähigkeitsversicherung - schon jetzt die Weichen stellen, damit man später einen sauberen und flexiblen Vertrag besitzt. Einmal Gesundheitsfragen beantworten und gut ist. Denn eine Nachmeldepflicht in der BU von neuen Erkrankungen gibt es nicht. Genug der vielen Worte auf ans Eingemachte.

2. A.: Die Beitragsdynamik der Generali Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein extrem wichtiger Punkt für eine langfristig gute Absicherung stellt die Beitragsdynamik in der Berufsunfähigkeitsversicherung dar. Jetzt sind die 2.000 Euro an abgesicherter BU-Rente vielleicht viel Geld (auch wenn nach den Abzügen im Leistungsfall erheblich weniger übrig bleibt), aber wie viel Wert sind die 2.000 Euro in fünf, zehn oder 15 Jahren? Stichwort Inflation und der damit verbundene Kaufkraftverlust. Bei einer Beitragsdynamik von z.B. fünf Prozent erhöht sich Deine BU-Rente auf 2.100 Euro im nächsten Jahr und somit bleibt Deine Kaufkraft gleich. Wir müssen Dich wohl nicht aufklären, wie die Preise - insbesondere in 2022 und 2023 - gestiegen sind. Ob Miete, Lebensmittel, Freizeitverhalten, Energiepreise. Fast alles wurde teurer. Wenn Du in zehn Jahren berufsunfähig wirst, aber keine Dynamik der Beiträge eingebaut hast, dann kann dies ein böses Ende nehmen. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Es ist daher unbedingt notwendig, eine möglichst hohe Beitragsdynamik in Deine Berufsunfähigkeitsversicherung einzubauen. In bisher 2.300 vermittelten BU-Verträgen hat nur eine Person keine Beitragsdynamik einbauen wollen und das war ein Lehrer. Da fehlten uns sogar die Worte, aber naja. Wiederhole also diesen Fehler nicht und baue unbedingt bei der Generali eine Dynamik der Beiträge in Deinen Vertrag ein. 

Kein Ersatz für künftige Gehaltssprünge

Was Dir aber unbedingt auch bewusst sein sollte: Eine Beitragsdynamik kann niemals (erhebliche) Gehaltssprünge (sei es Firmenintern oder extern) ausgleichen. Die Dynamik dient eher zum Ausgleich der Inflation und den normalen Steigerungen im Gehalt, aber nicht für Karrieresprünge. Dafür kommen wir dann später zu Punkt D, der möglichen Erhöhungsmöglichkeiten. Hier musst Du proaktiv am Ball bleiben, bei der Beitragsdynamik läuft der Prozess einfach durch ohne sich damit groß zu beschäftigen. 

Wie sind die Eckdaten der Beitragsdynamik der Generali BU-Versicherung?

  • Die Beitragsdynamik kann wohl bis zu sechs Prozent betragen
  • Die Beitragsdynamik kann zweimal in Folge bei der Generali widersprochen werden, das dritte Mal muss diese angenommen werden
  • Bis zu zwei Jahre vor Vertragsende läuft die Dynamik der Beiträge
  • Ab 2.500 Euro Versicherungssumme wird die Dynamik höchstwahrscheinlich auf Angemessenheit geprüft

Licht und Schatten, aber mehr Licht. Eine Beitragsdynamik von bis zu sechs Prozent ist sehr selten, bei einer selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung sind maximal fünf Prozent marktüblich, bei vielen Versicherern sogar nur drei Prozent. So etwas Schwaches wie bei der HUK-Coburg mit maximal zwei Prozent lassen wir mal komplett außen vor mit Kopfschütteln. Woher wir die Information mit den sechs Prozent haben? Bei einem Kunden, mit bestehender Police bei der Generali, haben wir mal in sein Angebot geschaut und dort die sechs Prozent entdeckt. Abschluss war im Jahr 2022, dürfte also relativ aktuell sein.

Wie immer gilt - für sachdienliche Hinweise sind wir dankbar. Leider besitzt die Generali ja keinen öffentlichen Tarifrechner, wo wir einfach mal ein Musterangebot herauslassen und den Verlauf simulieren könnten. Schade. Ob es Einschränkungen für Schüler, Auszubildende, Studenten oder bestimmte Berufsgruppen gibt, entzieht sich auch unserem Wissen. Im obigen Fall mit den sechs Prozent war dies nämlich ein Assistenzarzt.
Gut ist auch, dass die Beitragsdynamik bis zwei Jahre vor Vertragsende läuft. Sprich, wurde das Endalter mit 67 angegeben, läuft die Dynamik bei der Generali bis 65 Jahre. Das ist gut, andere beenden die Dynamik schon mit 55 Jahren. 

Mittlerweile werden die Flexibilität und das mögliche & theoretisch unbegrenzte Aussetzen der Beitragsdynamik geschätzt von unseren Interessenten. Bei der Generali ist dies leider nur zweimal in Folge möglich, also nicht sehr flexibel, hier ist man noch etwas in der alten Welt. 

Etwas unentschlossen sind wir bei der Passage, dass ab einer monatlichen BU-Rente von 3.000 Euro (also 36.000 Euro im Jahr) eine Überprüfung der Angemessenheit erfolgen kann.

Dies an sich jetzt kein Problem, auch die Alte Leipziger oder der Volkswohl Bund haben solche Grenzen definiert, wie man im Artikel “Warum eine gedeckelte BU-Beitragsdynamik sinnvoll sein kann!” nachlesen kann. Die Frage, welche wir uns eher stellen, ist die Definition der wirtschaftlichen Angemessenheitsprüfung. Diese entscheidet dann in unseren Augen darüber, ob die Dynamik der Generali eine gute ist oder nicht. Sechs Prozent und bis 65 Jahre sind auf dem Papier her top, aber wenn nur 75 Prozent des Nettogehaltes angemessen wären, dann wären wir wieder in der Flop Region, da dies ein zu geringer Wert für den Erhalt des Statuses in Krankheitstagen darstellt. Eine BU-Versicherung ist in unseren Augen ja immer eine Statusabsicherung mit “Mir soll es in kranken Tagen finanziell annähernd genauso gut gehen, wie in gesunden Tagen”. 

Auch hier gilt - sachdienliche Hinweise zur wirtschaftlichen Angemessenheitsberechnung der Generali Dynamik erfreuen uns sehr💪.

2.B.: Die Leistungsdynamik der Generali BU

Gerade haben wir die Beitragsdynamik kennengelernt. Nun sprechen wir über die Leistungsdynamik. Dies ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. Erhöht die Beitragsdynamik die BU-Rente VOR dem Leistungsfall und hat nach der Anerkenntnis einer Leistung keine Rolle mehr inne, so würde eine Leistungsdynamik / garantierte Rentensteigerung die BU-Rente erhöhen. Sprich, Du beginnst mit den 2.000 Euro und zwei Monate später erleidest Du eine schwere Erkrankung / Unfall. 2.000 Euro sind momentan (+ noch Abzüge beachten) ganz nett, aber das Leben wird teurer und somit sind 2.000 Euro langfristig zu wenig. Würdest Du eine Leistungsdynamik von drei Prozent einbauen, dann würde sich im nächsten Jahr die BU-Rente auf 2.060 Euro erhöhen. Ein Jahr darauf wieder um diesen Wert. Vor allem für jüngere Personen ist dies durchaus eine sinnvolle Sache. Die Wichtigkeit stellt sich sicherlich auch erst heraus, wenn man berufsunfähig geworden ist - hier gilt dann wieder das Motto “Lieber Haben und nicht Brauchen als Brauchen und nicht Haben”. 

Nach unserem Kenntnisstand wäre eine Leistungsdynamik von maximal drei Prozent bei der Generali möglich. Dies ist im Moment auch die maximale Absicherung am Markt und mittlerweile auch Standard. Ok, bei einer Debeka kann gar keine Rentensteigerung eingebaut werden, bei einer DEVK ist diese auf ein Prozent begrenzt. Aber drei Prozent sind derzeit marktüblich. 

Gibt es nicht auch noch nicht garantierte Überschüsse im Leistungsfall bei der Generali?

Korrekt gesehen und gut aufgepasst. Neben einer garantierten Rentensteigerung, gibt es praktisch noch eine “Ungarantierte” aufgrund der Überschüsse. Diese Steigerung ist aber nicht garantiert und kann theoretisch auch auf null fallen und somit sollte man daher auch nicht damit planen. Im Marktvergleich ist die Generali zudem sehr hinten dran & ziemlich niedrig. Wir zeigen Dir jetzt einfach mal die Überschüsse im Leistungsfall der Generali aus dem Jahr 2020 bis 2024 mit anderen von fünf gängigen und bekannten Versicherern - ob vom Namen her oder der Expertise.

GesellschaftÜberschüsse 2020Überschüsse 2021Überschüsse 2022Überschüsse 2023Überschüsse 2024
Allianz1,0 Prozent1,7 Prozent2,35 Prozent2,5 Prozent2,7 Prozent
Bayerische1,6 Prozent1,6 Prozent2,25 Prozent2,45 Prozent2,75 Prozent
Generali0,6 Prozent0,4 Prozent0,65 Prozent0,65 Prozent1,5 Prozent
HDI1,7 Prozent1,7 Prozent2,15 Prozent2,15 Prozent2,85 Prozent
LV 18711,9 Prozent1,9 Prozent2,55 Prozent2,55 Prozent2,6 Prozent
Nürnberger1,45 Prozent1,45 Prozent2,1 Prozent2,1 Prozent2,6 Prozent

Wie man sieht, schlägt man sich im Marktvergleich fast schon verheerend. Für uns ist das immer kein positives Zeichen, denn die Überschüsse im Leistungsfall sind einer der einfachsten Parameter, an denen man sparen kann. Taucht in keinem Vergleich auf, kommt selten zur Sprache. Aber einige geben sich einfach etwas mehr Mühe als andere. Bei der Generali ist hier noch Luft nach oben. 

Ein “Verlassen” auf die Überschussverwendung der Generali ist somit kein guter Ratgeber, somit sollte unbedingt eine relativ hohe Leistungsdynamik ausgewählt werden.

2.C.: Die Arbeitsunfähigkeitsklausel der Generali Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Arbeitsunfähigkeitsklausel nahm erst in den letzten Jahren so richtig Fahrt auf, auch wenn diese schon im Jahr 2009 von der Condor eingeführt wurde. Lange Zeit war die Condor aber allein auf weiter Flur, nun wurde aber mittlerweile von so gut wie allen Versicherern nachgezogen. Nur wenige Anbieter wie die WWK oder die Debeka verzichten auf die Möglichkeit eines Angebotes zum Einschluss einer AU-Klausel.
In solchen Szenarien wird die Leistung bereits erbracht, wenn eine längere Krankheitsbescheinigung vorliegt, ohne dass zwingend eine Berufsunfähigkeit gemäß den Bedingungen nachgewiesen werden muss. Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass der Berufsunfähigkeitsgrad nicht unbedingt über 50 Prozent liegen muss, was oft zu Auseinandersetzungen zwischen den Versicherern und ihren Kunden führt.

Die Arbeitsunfähigkeitsklausel ist leider alles andere als gut gelöst, was vor allem an zwei Faktoren liegt:

  • Zum einen liegt die maximale Leistungsdauer bei 18 Monaten. Das ist der Mindestwert am Markt, welche nur noch die Barmenia, Hanse Merkur und der Münchener Verein anbietet. Standard sind 24 Monate (wie bei der Alten Leipziger, AXA, Canada Life, Hannoversche, LV 1871, Nürnberger, Swiss Life, Württembergische, Zurich und noch einige andere). Es gibt sogar auch Anbieter wie die Allianz, Baloise, Condor, Gothaer, Universa oder der Volkswohl Bund, welche gar 36 Monate anbieten - eine Verdopplung gegenüber der Generali. 
  • Das ist das eine Negative - das andere ist fast noch schlimmer, da der große Vorteil der AU-Klausel zunichte gemacht wird. Möchte man die AU-Klausel ziehen, muss man auch immer einen BU-Leistungsantrag stellen. Der große Mehrwert der vereinfachten Beantragung ist dahin. Da ist man nun auf einem Niveau wie die Continentale, Canada Life oder der HDI

Anbei hier auch nochmals der Auszug aus den Vertragsbedingungen zur AU-Klausel der Generali zu diesen beiden - im Marktvergleich - negativen Punkten.

 

Beides also nicht wirklich optimal gelöst und man kann sich wirklich die Frage stellen, ob man die Arbeitsunfähigkeitsklausel bei der Generali wirklich einbauen sollte. 

Die ist übrigens kostenpflichtig (was normal ist), man muss dafür dann aber den Tarif “Berufsunfähigkeits-Police plus extra” auswählen. 

2.D.: Die Erhöhungsmöglichkeiten / Nachversicherung bei der Generali Berufsunfähigkeitsversicherung

Die bisherige technische Ausgestaltung bei der Generali war OK, Mittelfeld. Man spielt weder um den Aufstieg, noch um den Abstieg mit, um es in die Fußballersprache zu bringen (immerhin unterstützt die DVAG ja einige prominente Personen im Fußballbereich wie Jürgen Klopp). Wie verhalten sich bei der Generali aber die Erhöhungsmöglichkeiten, sprich die Nachversicherung in der BU-Versicherung?

Die potentiellen Erhöhungsmöglichkeiten werden nicht nur in unseren Augen immer wichtiger, sondern auch andere Versicherungsvermittler sehen die Notwendigkeit, letztendlich kommen auch immer mehr Interessenten, Verbraucher und Kunden auf den Nenner, dass es doch sinnvoll ist, wenn man einmal eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit umfangreichen Gesundheitsfragen abschließt, aber später noch weitere Erhöhungsmöglichkeiten besitzt, da die Beitragsdynamik langfristig den Bedarf nicht wecken kann. 

Die erste, große Ernüchterung folgt aber gleich zu Beginn. Die Generali verzichtet beim Ziehen der Nachversicherung “nur” auf eine erneute Gesundheitsprüfung und nicht auf eine Risikoprüfung.

Was macht dieser kleine, aber feine Unterschied eigentlich aus? Es soll doch darum gehen, ob man keine neuen Gesundheitsfragen bei der Erhöhung ausfüllen soll? Ja, das stimmt, ist aber zu kurz gedacht.

Da die Generali nur auf eine neue Gesundheitsprüfung verzichtet, kann sie folgendes nachfragen:

  • Neue, gefährliche Hobbys & Freizeitverhalten, welche seit Vertragsbeginn dazu kamen
  • Die aktuelle berufliche Tätigkeit. Als Medizinstudent bist Du vielleicht noch relativ günstig eingestuft worden, aber der Beruf als Chirurg wird z.B. viel teurer bewertet. Somit müsste ein erheblich höherer Beitrag entrichtet werden. Aber auch, wenn dann evtl. noch eine Beamtenlaufbahn folgt
  • Das Rauchverhalten kann ebenso abgefragt werden
  • Zu guter Letzt - auch geplante Auslandsaufenthalte können einem dann vor die Füße fallen

Für uns ist der Verzicht auf eine erneute Gesundheitsprüfung eigentlich ein No-Go und man würde als Versicherer mit dieser Regelung schon aus unserer Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung herausfallen. Klar, für den 43-jährigen Diplom-Ingenieur spielt diese Regelung nicht mehr die große Rolle, aber für jede junge Person wie Schüler, Student und Berufseinsteiger mit Ambitionen sehen wir den Verzicht auf Gesundheitsprüfung für schwierig an, da es viel bessere Lösungen am Markt gibt. 

Hinweis

Die BU-Versicherung der Generali ist keine Alternative für junge Leute!

Eine Meldung beim Ziehen der Nachversicherung wegen

  • der aktuellen beruflichen Tätigkeit
  • neuen Hobbys
  • Geplanten Auslandsaufenthalte

sind ein No-Go und deshalb ist der Versicherer für junge Personen nicht geeignet. 

Bei welchen Gründen kann die BU-Rente bei der Generali erhöht werden?

  • Erreichen der Volljährigkeit  
  • Erstmalige Aufnahme einer Berufstätigkeit (einschließlich Beginn einer Berufsausbildung)  
  • Abschluss der Berufsausbildung (einschließlich abgelegtem Hochschulexamen oder abgelegter Meisterprüfung)  
  • Aufnahme einer selbstständigen hauptberuflichen Tätigkeit  
  • Reduzierung oder Wegfall einer betrieblichen Altersversorgung zu Gunsten der versicherten Person  
  • Gehaltssteigerung um mindestens 10 % gegenüber dem Vorjahr  
  • Heirat oder Begründung einer Lebenspartnerschaft nach dem Gesetz über die eingetragene Lebenspartnerschaft  
  • Ehescheidung oder Aufhebung einer Lebenspartnerschaft nach dem Gesetz über die eingetragene Lebenspartnerschaft 
  • Tod des Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners  
  • Geburt eines Kindes  
  • Adoption eines Kindes  
  • Baubeginn oder Kauf einer Wohnimmobilie durch die versicherte Person oder ihren Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartner  
  • Abschluss einer akademischen Weiterqualifikation (zum Beispiel Facharztausbildung, Master, Staatsexamen); dies gilt für Akademiker, die eine berufliche Tätigkeit ausüben, die ihrer Ausbildung entspricht

Insgesamt gibt es also 13 Gründe, bei denen die BU-Rente von der Generali erhöht werden kann. Das ist nicht unbedingt viel, bei anderen Versicherern sind es teilweise über 20, wo auch zeitgemäßere Erhöhungsmöglichkeiten drin sind wie der Wechsel von der Elternzeitzurück ins Berufsleben oder Teilzeit auf Vollzeit. Die üblichen Klassiker wie Heirat, Geburt eines Kindes, Einstieg ins Berufsleben, Gehaltssteigerung und Immobilienfinanzierung sind aber natürlich dabei vonseiten des italienischen Versicherers. 

Ereignisunabhängige Nachversicherung - sehr gut gelöst vonseiten der Generali

Jetzt mal ein extremes Lob. Bei der Generali kann man ohne Grund alle fünf Jahre erhöhen. Es muss also kein Ereignis vorliegen. Hier steht's schwarz auf weiß:

Viele Versicherer bieten zwar eine ereignisunabhängige Erhöhungsmöglichkeit an, diese ist aber auf die ersten fünf Jahre beschränkt. Bei der Generali kann generell immer erhöht werden, das maximale Alter der Nachversicherung muss aber beachtet werden.

Wo wir dann auch gleich beim nächsten Thema sind. Erhöhungsmöglichkeiten sind bis 50 Jahre möglich, was ebenso mittlerweile dem Marktstandard entspricht. Weniger Versicherer sind noch bei 45 Jahre, die meisten in der BU-Sparte lassen eine Erhöhung aber bis 50 Jahre zu. Bei der Generali kann somit zwischen Jahr 45 und 50 auch mind. noch einmal ohne Ereignis erhöht werden. Das ist gut.

Weniger gut ist jedoch die Tatsache, dass man für die Nachversicherung nur sechs Monate Zeit hat. Das ist eindeutig zu wenig in der heutigen Zeit. Zum einen gehen sechs Monate sehr schnell rum, zum anderen machen viele Versicherungsvermittler (sicherlich auch bei der DVAG) einmal im Jahr ein Kundengespräch. War die Geburt des Kindes vor sieben Monaten, dann hatte man Pech. Auch für uns wäre dies durchaus negativ, da wir bekanntlich einmal im Jahr unseren Jahrescheck versenden und dort die wichtigsten Änderungen abfragen. 

Ein sehr böses Foul vonseiten der Generali in der Nachversicherung

Ein böses Foul von hinten (um in der Fußballersprache zu bleiben) gibt es noch in den Vertragsbedingungen zur Nachversicherung. Beim Ziehen einer Erhöhungsmöglichkeit gibt es immer einen neuen Vertrag. Soweit, so gut. Aber wenn die Generali den Tarif nicht mehr anbietet für neu abzuschließende Verträge, dann wird Dir die Anpassungsgarantie verwehrt. Du kannst also nicht erhöhen.

Bitte nochmals den Umstand auf der Zunge zergehen lassen und für Dich nochmals korrekt bewerten. Wir finden diese Regelung mehr als bedenklich. 

Welche Grenze gibt es bei der Generali BU-Versicherung in der Nachversicherung?

Jetzt gibt es leider einen großen Tadel. Wobei, uns als rasenden Reporter freut's doch irgendwie immer, wenn es Geschichten gibt, die einfach sehr erwähnenswert sind. Das ist die Nachversicherungshöhe bei der Generali. Diese darf maximal 30.000 Euro im Jahr betragen, was bekanntlich eine monatliche Rente von 2.500 Euro darstellt.

In der heutigen Zeit reichen solche Beträge leider nicht aus, insbesondere angesichts der Inflation und des damit verbundenen Kaufkraftverlustes. Mit einer maximalen Absicherung von 2.500 Euro  kann die Generali nicht mehr überzeugen, insbesondere nicht junge Akademiker wie Ärzte, Ingenieure, Kammerberufler, MINTler oder wissenschaftliche Mitarbeiter. Auch für Schüler oder Studenten ist diese Summe zu gering. Bedauerlicherweise hat die Generali seit 15 Jahren keine Anpassungen vorgenommen und befindet sich daher im Stillstand.

Damit Du ein Gefühl bekommst, wie die Generali im Marktvergleich dasteht, zeigen wir Dir, wie es andere, gute BU-Versicherer gelöst haben:

Die Nachversicherungsmöglichkeiten der BU-Mitbewerber

  • Bei der Allianz Berufsunfähigkeitsversicherung besteht die Möglichkeit, die Absicherung während der gesamten Vertragslaufzeit um bis zu 1.500 Euro zu erhöhen. Dabei werden keine Beitragsdynamiken angerechnet, und bei Berufseinstieg entfällt sogar die Grenze von 1.500 Euro, sodass eine schrittweise Erhöhung um 500 Euro möglich ist, selbst wenn zu Beginn bereits eine höhere Absicherung gewählt wurde. Mehr dazu auch im Artikel “Allianz Nachversicherungsgarantie.
  • Die LV 1871 hat die sogenannte Karrieregarantie eingeführt, die die maximale Erhöhung nochmals verdoppelt. Dies bedeutet, dass die maximale Absicherung von bis zu 3.700 Euro auf 7.400 Euro verdoppelt werden kann. Schon sehr gut gelöst von der LV 1871 BU
  • Die Nürnberger hat sich von der Karrieregarantie der LV 1871 inspirieren lassen und bietet ebenfalls eine Verdopplung der maximalen Absicherung von 3.000 Euro auf 6.000 Euro an.
  • Ähnlich verhält es sich bei der Gothaer BU, wo der reguläre Deckel bei 3.000 Euro liegt, aber durch die Karrieregarantie eine Verdopplung auf 6.000 Euro möglich ist. Zusätzlich bietet die Gothaer auch Beitragsdynamiken über diesen Deckel an, im Gegensatz zur Nürnberger.
  • Bei der Hannoverschen können die normalen Erhöhungsmöglichkeiten bis zu 4.000 Euro betragen, die jedoch durch die Karrieregarantie auf bis zu 6.000 Euro erhöht werden können.
  • Die Baloise BU (frühere Basler) bietet bereits seit 2022 generell eine Absicherung von 4.000 Euro und wird sie voraussichtlich bald wieder erhöhen.
  • Auch ein großer Versicherer wie die AXA hat mit dem Update vom Januar 2024 die monatliche Absicherung auf 3.000 Euro erhöht.
  • Die Canada Life bietet sogar Erhöhungsmöglichkeiten von bis zu 10.000 Euro im Monat an, was eine bemerkenswert hohe Absicherung darstellt und schießt somit den Vogel ab.
  • Beim Volkswohl Bund sind Absicherungen von 2.500 Euro wie bei der Generali möglich, jedoch gibt es hier zusätzlich eine Beitragsdynamik von fünf Prozent sowie die Möglichkeit, die Absicherung bei steigendem Gehalt auf 4.000 Euro zu erhöhen.

Wir hoffen, dass Du nun ein Gefühl bekommen hast, wie die Generali im Marktvergleich - mit großen Versicherern, aber auch mit spezialisierten Mittelständlern, so steht. 

Aber die Hiobsbotschaften reißen nicht ab.

Nochmal bitte lesen. Du kannst Deine BU-Rente um maximal 300 Euro im Monat erhöhen. War diese vorher bei 1.500 Euro, kann die Erhöhung maximal auf 1.800 Euro betragen. Das ist leider unterdurchschnittlich am Markt. Normal sind 500 Euro, der Trend geht eher in Pauschal 50 Prozent (bei 1.500 Euro wäre das also eine Erhöhung auf 2.250 Euro) oder sogar 100 Prozent (Verdopplung) bei z.B. einem Berufseinstieg.
Aber 300 Euro sind ja gefühlt ein Witz, ebenso kann in den ersten fünf Jahren um maximal 12.000 Euro, also 1.000 Euro monatlich, erhöht werden. Das in Zeiten, wo man bei manchen Versicherer von 500 Euro nach Studienende direkt auf 2.500 Euro erhöhen kann. 

Verstehst Du nun, warum die Generali nicht wirklich eine Rolle spielen dürfte?

2.E.: Es gibt einen Startertarif bei der Generali Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Generali bietet ihren "Start-Police" als Einstiegs- oder Starter Option in der BU-Versicherung an. Die Beiträge sind zu Beginn etwas niedriger, steigen jedoch im Verlauf des Vertrags an. 

Leider finden wir aber gar keine Informationen über den Startertarif der Generali. Wir wissen nicht, ob es Fallstricke gibt oder ob es sehr gut gelöst wurde. In alten Facebook-Beiträgen finden wir immer wieder den Hinweis, dass es ein beliebter “Trick” ist, die Beiträge künstlich niedrig zu halten mithilfe eines Startertarifs. Nach fünf Jahren würde sich die Absicherung erhöhen, bei manchen gelesenen Beiträgen sah es aber so aus, als wenn die BU-Rente einfach halbiert wird, damit der Beitrag konstant bleibt. Ob das immer noch so ist entzieht sich unserer Kenntnis. Vielleicht kann uns mal jemand im Vertrauen einen Startertarif der Generali und deren Berechnung zukommen lassen. So praktisch als Whistleblower…Bei manchen Versicherern mit einer Einsteigervariante gibt es ja auch noch die Regelung, dass die BU automatisch ausläuft, wenn man die Startphase nicht proaktiv beendet und den aktuellen Beruf nachmeldet. So mal gesehen beim HDI. Gerne uns Infos zukommen lassen, damit wir dies bei der Generali sauber erklären und beschreiben können. 

Unsere generelle Meinung zu Startertarifen in der BU-Versicherung:

Vorausgesetzt, es ist die gute Art (=keine Nachmeldung des Berufes, jederzeit Wechsel in die normale Phase), kann es Sinn machen, einen Startertarif zu nehmen, falls die finanziellen Möglichkeiten der (oftmals) Eltern es nicht anders zulässt (z.B. bei drei Kindern und alle drei Kinder sollen eine BU-Absicherung haben). Hier ist eine Startervariante sinnvoller, als das Roulette mit der Frage “Hoffentlich erkrankt mein Kind die nächsten Jahre nicht / geht zu keinem falschen Arzt) zu betreiben. Es geht ja immer darum, sich so frühzeitig wie möglich den Gesundheitszustand zu sichern.
Langfristig gesehen ist ein Startertarif aber immer teurer, als wenn schon zu Beginn die normale Tarifvariante gewählt wurde. 

Aber wie gesagt - wenn jemand mehr Informationen zur Generali Starter Police besitzt - gerne im Vertrauen an uns. Wir werden diesen Abschnitt dann ergänzen. Positiv, aber auch negativ. Eben faktenbasiert. 

2.F.: Gibt es eine berufliche Besserstellung bei der Generali?

Ja, schon. Klingt auf den ersten Blick auch gut. Jetzt kommt aber das aber. Eine berufliche Besserstellungsgarantie gibt es nur, wenn der Abschluss als Schüler erfolgte, wie man wunderbar den Vertragsbedingungen entnehmen kann.

Da die wenigsten Neuanträge als Schüler erfolgen, ist der Nutzen dieser Prüfung des Berufes bei der Generali Berufsunfähigkeitsversicherung nicht gut gelöst. Das ist schade. Nicht in wenigen Fällen kommt eine berufliche Besserstellung beim Eintritt ins Berufsleben nach einem Studium zu tragen - das wird sehr gerne genutzt bei unseren Interessenten.
Für Schüler ist dies zwar positiv, aber wenn Du Dich intensiv mit der Schüler Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigst, wirst Du aber auch merken, dass hier die Generali keine Rolle spielt. Wen wir da gut finden, kannst Du unter “Was ist die beste Schüler Berufsunfähigkeitsversicherung” nachlesen. 

Auf dem Papier gut gelöst, in der Praxis kommen aber nur sehr wenige in den Genuss einer beruflichen Besserstellungsmöglichkeit. Man muss Schüler zu Vertragsabschluss gewesen sein.

2.G.: Gibt es eine Absicherung für schwere Krankheiten bei der Generali?

Nein, das ist nicht direkt der Fall. Einige Anbieter gewähren bereits eine Berufsunfähigkeitsleistung, wenn eine Krebserkrankung oder eine andere schwere Krankheit in einem bestimmten Stadium diagnostiziert wird. Dies ist jedoch bei der Generali nicht vorgesehen. Obwohl dies derzeit weniger bedeutend ist, möchten wir es dennoch erwähnen. Möglicherweise wird dies in Zukunft in umfassendere Aktualisierungen der Vertragsbedingungen integriert, da der Trend in diese Richtung zeigt. Es könnte jedoch noch ein langer Weg für die Generali sein.

Was die Generali aber anbietet - eine Art Grundfähigkeitsversicherung innerhalb der Berufsunfähigkeitsversicherung

Das ist wiederum vielleicht keine so dumme Idee und dürfte evtl. auch Nachahmer finden bzw. hat es schon gefunden. Wählst Du bei der Generali den Tarif “Berufsunfähigkeitspolice plus” aus, ist nicht nur automatisch die oben erwähnte Arbeitsunfähigkeitsklausel dabei, sondern auch eine Absicherung bei Verlust von acht Fähigkeiten mit 

  • Sehen
  • Hören
  • Sprechen
  • Gehen
  • Gebrauch einer Hand
  • Gebrauch eines Arms
  • Knien / Bücken
  • Heben / Tragen

Der Softwareentwickler, der zwar nicht mehr hören oder gehen, aber trotzdem weiter normal (= den Umständen entsprechend) arbeiten kann, würde bei der Generali trotzdem die monatlich vereinbarte Rente bekommen, da man eine Fähigkeit verloren hat.

Wichtig ist aber unbedingt zu wissen, dass es eine genaue Formulierung der Fähigkeit gibt. Drei möchten wir Dir kurz vorstellen:

Hören:

Ein Verlust liegt vor, wenn bei der versicherten Person auch unter Nutzung von Hilfsgeräten (z.B. Hörgeräte) auf beiden Ohren jeweils ein Resthörvermögen von höchstens 20 % besteht.  

Gehen

Ein Verlust liegt vor, wenn die versicherte Person auch bei Verwendung geeigneter Hilfsmittel (z.B. Rollator) nicht mehr selbstständig in der Lage ist, innerhalb von 20 Minuten eine Strecke von 400 Metern über einen ebenen Boden gehend zurückzulegen.  

Heben / Tragen

Ein Verlust liegt vor, wenn die versicherte Person weder mit dem rechten noch mit dem linken Arm einen 2 Kilogramm schweren Gegenstand von einem Tisch heben und 5 Meter weit tragen kann.

Im Marktvergleich mit anderen Anbietern in der Grundfähigkeitsversicherung ist die Definition nicht so toll geregelt. Die Idee an sich, mit dem Einbau einer Art Grundfähigkeitsversicherung in die BU-Absicherung hat aber durchaus seinen Charme.

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3. Die wichtigsten Klauseln der Berufsunfähigkeitsversicherung der Generali

Die Gesundheitsfragen waren gut, die technische Ausgestaltung vor allem die künftigen Anpassungsmöglichkeiten sind - dezent gesagt - ausbaufähig vonseiten der Generali. Jetzt wechseln wir zu einem Bereich, den viele Interessenten einer Berufsunfähigkeitsversicherung eher ungern durchlesen - das Kleingedruckte. Also die zig Seiten schwarz auf weiß, welche Du zu jedem Vertrag dazu bekommst. Meistens herrscht hier die Hoffnung ala “Das wird schon seine Richtigkeit haben”, aber eigentlich sollte man durchaus doch einen genaueren Blick darauf werfen. Für uns sind die Vertragsbedingungen der Generali Versicherung jetzt ein eigener Absatz, was die Wichtigkeit der allgemeinen Vertragsbedingungen widerspiegelt. 

Eine wichtige Information für Dich ist, dass ein Versicherer nicht allein aufgrund bestimmter Formulierungen in den Vertragsbedingungen übermäßig gelobt werden sollte. Ein Beispiel dafür ist der Verzicht auf abstrakte Verweisung. Dies bedeutet, dass du nicht auf einen anderen Beruf verwiesen werden kannst, als auf Deinen aktuellen. Vereinfacht gesagt: vom Ingenieur zum Pförtner (wobei die Lebensstellung außer Betracht bleibt). Dieser Verzicht ist mittlerweile bei nahezu jedem Versicherer zu finden, außer bei einigen "Smart-Tarifen" bestimmter Unternehmen. Das ist bei der Generali nicht der Fall, im einfachen Tarif der Debeka wäre es z.B. so. Man findet auf der Seite der Generali so gut wie keine tiefergehenden Infos zur BU-Versicherung, außer ein bisschen Bla Bla, einem Arbeitskraftrechner (“So viel ist deine Arbeitskraft wert”) sowie Statistiken, wie man das Risiko Berufsunfähigkeit unterschätzt. Andere Gesellschaften gehen viel mehr auf ihren eigenen Tarif ein, “vermeintliche” Highlights ein, hier zeigt man sich vonseiten der Gesellschaft sehr zugeknöpft. Alle Informationen soll es nur über den Vermögensberater geben, nicht öffentlich zugänglich. Irgendwie schade, aber es ist halt eine eigene Geschäftsphilosophie und können wir an dieser Stelle nicht ändern. 

Nun aber schwarz auf weiß - die Generali verzichtet auf die abstrakte Verweisung

Kurz angeschnitten wird in diesem Ausschnitt aber auch schon die Thematik der konkreten Verweisung. Einen Verzicht auf die konkrete Verweisung gibt es vonseiten der Generali nicht, auch wenn diese jetzt langsam immer mehr in Mode kommt. Konkrete Verweisung bedeutet = Du bekommst weiterhin eine BU-Rente und somit Leistung, auch wenn Du konkret noch eine andere Tätigkeit ausübst. Einige Gesellschaften haben dies bisher insbesondere bei Kammerberufen (Ärzte, Rechtsanwälte, Notare) so geregelt, wie z.B. die Baloise, Nürnberger, Ergo oder auch Deutsche Ärzteversicherung. Den Vogel schießt aber die HDI-Versicherung mit ihrem Update 01 /2024  mit dem kompletten Verzicht auf die konkrete Verweisung ab. Das bedeutet: Hast Du einen Leistungsantrag gestellt und dieser wurde bewilligt, kannst Du in jedem anderen Beruf künftig arbeiten. Du musst nur im bisherigen weiterhin berufsunfähig sein, die Rente fließt bis zum Ablaufalter. Wenn der Schreiner also eine Holzstauballergie bekommt und künftig technischer Zeichner wird, bekommt er zum einen das normale Gehalt als technische Zeichner, zum anderen die BU-Rente bis z.B. 67 Jahre. Das ist schon ein kolossaler Einschlag. Wir sind gespannt, wie der Markt jetzt damit umgehen wird. Bei der Generali sucht man aber den kompletten Verzicht der konkreten, wie auch für manche Berufe die eingeschränkte konkrete Verweisung vergeblich. 

Mittlerweile ist zudem auch ein Prognosezeitraum von sechs Monaten Standard - selbst in den einfachen Tarifen der Gesellschaft. Ok, die HUK-Classic Variante nehmen wir mal aus, hier musst Du weiterhin eine Prognose vom Arzt über eine womöglich andauernde Berufsunfähigkeit von 36 Monaten haben. Bei der Generali liegt der Prognosezeitraum also bei sechs Monaten, wie man an der obigen Graphik zur abstrakten Verweisung auch herauslesen kann. Es würde bei der Gesellschaft aber auch rückwirkend geleistet, wenn Du der Generali nachweisen kannst, dass Du für über sechs Monate berufsunfähig warst. Leistung gibt es also nicht erst ab dem Zeitpunkt der Meldung.

Zeitlich befristetes Anerkenntnis bis 18 Monate

Kontrovers diskutiert wird die Thematik des zeitlich befristeten Anerkenntnis in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Es gibt Vor- aber auch Nachteile. Wird nicht auf ein zeitlich befristetes Anerkenntnis verzichtet, so gibt es mittlerweile eine Art Benchmark von 12 Monaten. Bei der Generali kann aber ein zeitlich befristetes Anerkenntnis bis zu 18 Monate erfolgen.

Die Generali erkennt zunächst Deinen Leistungsfall für einen Zeitraum von 18 Monaten an, doch danach erfolgt eine erneute Bewertung. Unter bestimmten Umständen kann die Anerkennung bei einem eindeutigen Leistungsfall sofort und unbefristet erfolgen. Während viele Versicherer mittlerweile keine Befristung mehr vorsehen, bleibt das Urteil der Generali zunächst begrenzt. Obwohl es Argumente dafür gibt, warum eine zeitliche Begrenzung und eine erste Rentenzahlung sinnvoll sein können (zum Beispiel aufgrund langer Gutachtenverfahren oder schwieriger Terminfindungen), bleiben wir in diesem Punkt neutral, obwohl dies für einige Wettbewerber von großer Bedeutung ist.

Die erstmalige Anerkennung bedeutet jedoch nicht, dass Deine Berufsunfähigkeit nie wieder überprüft wird. Die Versicherung kann jederzeit nachfragen, ob sich Dein Gesundheitszustand verändert hat und ob Du noch immer berufsunfähig bist. In diesem Fall liegt die Beweislast jedoch bei der Versicherung, um zu zeigen, dass Du nicht mehr berufsunfähig bist. Im Gegensatz dazu musst Du beim ursprünglichen Leistungsantrag der Generali nachweisen, dass Du berufsunfähig bist. Das ist also der kleine, aber feine Unterschied. 

Kann die BU-Rente bei der Generali bei Verlängerung der Regelaltersgrenze verlängert werden?

Für uns und unsere jüngeren Kunden ist dies mittlerweile ebenfalls relevant. Wir nehmen an, dass die Rentenleistungen bis zum Alter von 67 Jahren langfristig nicht aufrechterhalten werden. Daher ist es besonders vorteilhaft, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung in einem solchen Szenario entsprechend flexibel angepasst werden kann. Dies ist bei der Generali möglich - erfreulicherweise auch für Mitglieder des Versorgungswerkes.

Weitere Eckdaten zur Verlängerungsoption:

  • Die Verlängerung muss innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten der gesetzlichen Änderung stattfinden. Hier wären zwölf Monate besser. Dasselbe gilt auch für Mitglieder im berufsständischen Versorgungswerk
  • Die versicherte Person darf bei der Verlängerung der Versicherungsdauer höchstens 50 Jahre sein
  • Die Versicherungsdauer ist mindestens bis zum Endalter 60 vereinbart
  • Wichtig = es darf noch keine Leistung wegen Pflegebedürftigkeit, Invalidität, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, einer schweren Krankheit oder Beeinträchtigung einer körperlichen Fähigkeit der versicherten Person beantragt oder erbracht worden sein

Bei der Neuberechnung kommen dann die neuen Rechnungsgrundlagen zur Geltung. Diese können bei weitem negativer sein, als die Rechnungsgrundlagen zu Vertragsbeginn. Kundenorientierter wäre es, wenn die Generali auf die Rechnungsgrundlagen zu Vertragsbeginn hinweist. 

Vorsatz ist im Straßenverkehr bei der Generali nicht versichert

Eine Absicherung von Vorsatz im Straßenverkehr durch die Versicherung könnte für Vielfahrer von Nutzen sein. Allerdings beschränkt sich die Deckung der Generali lediglich auf Ordnungswidrigkeiten sowie fahrlässiges und grob fahrlässiges Vergehen im Straßenverkehr. Dies lässt sich auch recht deutlich im Vergleich des guten Vergleichstools Morgen & Morgen erkennen.

Die Behandlung von Vorsatz im Straßenverkehr führt zu unterschiedlichen Standpunkten. Einige Versicherer argumentieren: "Wir möchten vorsätzliches Handeln nicht unterstützen und schließen es daher aus." Andere neigen dazu zu fragen: "Wo beginnt Vorsatz, wo endet er?" Hattest Du beispielsweise das Smartphone am Steuer? Wird dies als vorsätzlich betrachtet, wenn Du bereits vor einiger Zeit einen Punkt in Flensburg dafür bekommen hast? Lange Zeit boten nur drei Versicherer – LV 1871, Alte Leipziger und Stuttgarter – eine Deckung für Vorsatz im Straßenverkehr. Inzwischen haben jedoch mehrere Anbieter dies eingeführt (wie man oben auch an der Baloise erkennt). Die Generali Versicherung gehört jedoch nicht dazu bzw. hat allgemein ein sehr schwaches Bild in Bezug auf die Leistung bei Vergehen im Straßenverkehr.

Die Generali bietet für Heilberufe eine Infektionsklausel an

Hier sind wir ehrlich gesagt etwas überfragt, ob man diesen Punkt zu Beginn schon anwählen muss oder nicht. Es gibt nämlich vonseiten der Generali eine Sondervereinbarung für Heilberufe aufgrund der Infektionsklausel.

Wir wissen jetzt nicht, ob z.B. ein Schüler, welcher später Arzt oder Krankenschwester wird, diese Infektionsklausel automatisch dabei hat. Da uns hier etwas der Durchblick fehlt, gehen wir deshalb nicht tiefer. Für viele ist die Infektionsklausel in der BU-Versicherung aber vor allem eh nur Marketing. 

Die Generali bietet eine Teilzeitklausel an

So schwimmt man jetzt auf dem Trend wie mit vielen anderen Versicherern - die Teilzeitklausel nahm Einzug bei der Generali BU-Versicherung.

 

Wenn Du Deine Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Generali hast und von Vollzeit auf Teilzeit wechselst, erhältst Du weiterhin Deine BU-Rente, selbst wenn Du Deine konkrete Teilzeittätigkeit nur noch bis zu maximal 3 Stunden pro Tag ausüben kannst. Im Marktvergleich ist dies eine überschaubare Klausel. Wem also die Teilzeitklausel wichtig ist, der findet fernab der Generali eine bessere Lösung für seine persönliche Arbeitskraftabsicherung (auch wenn diese “nur” in Teilzeit stattfindet). 

Bietet die Generali weltweiten Schutz in der Berufsunfähigkeitsversicherung an?

Ja, wie die meisten führenden Versicherungsgesellschaften am Markt bietet auch die Generali weltweiten Schutz in der BU-Versicherung. Diese Leistung ist mittlerweile branchenüblich und sollte dennoch kurz erwähnt werden.

Sehr merkwürdig und eigentlich noch gar nicht so gesehen ist die Tatsache, dass man bei einem längeren Aufenthalt im Ausland eine im Inland ansässige Person benennen sollte, welche bevollmächtigt ist, die Mitteilungen entgegenzunehmen. Hier merkt man irgendwie, dass die Generali vielleicht nicht sooo häufig mit Akademikern und Gutverdienern zu tun hat, welche vielleicht mal für eine längere Zeit ins Ausland gehen oder gar dort leben. Kommt bei uns immer häufiger vor. Komische Regelung.

Die Frage bezüglich des Leistungsfalls und dessen Abwicklung im Ausland ist jedoch besonders interessant.

Muss man unbedingt nach Deutschland zurückkehren, um den Leistungsfall zu melden oder kann dies auch aus dem Ausland geschehen? Die Vorgehensweise der Generali dazu lautet wie folgt:

Diese Regelung ist OK, ohne jedoch zu glänzen. Ärztliche Untersuchungen können in Deutschland stattfinden, außer man befindet sich innerhalb der EU oder der Schweiz - hier müssen die ärztlichen Unterlagen dann aber auf Deutsch sein. Bei immer mehr Gesellschaften können die Unterlagen auch auf Englisch sein, auch ein Auslandsaufenthalt in den USA ist dann kein Problem im Leistungsfall. Eine recht gute Regelung hat hierbei die Alte Leipziger - dies sollte nach unserem Empfinden auch der Marktstandard sein.

“Wenn sich der Versicherte im Ausland befindet, akzeptieren wir auch die Berichte eines dort tätigen Arztes. Die Berichte müssen nicht in deutscher Sprache geschrieben sein. Sie müssen folgende Punkte beinhalten…..”

Hast Du also vor, mal für längere Zeit ins Ausland zu gehen, gibt es besser geregelte Lösungen bzgl. eines Leistungsfalles als die von der Generali. 

Merkwürdig - die Raucherklausel bei der Generali

Ganz selten bis noch nie gesehen haben wir die Regelung der Generali, dass eine Änderung des Raucherstatus vom Nichtraucher auf den Raucher innerhalb der ersten fünf Jahre angezeigt werden müsste.

Wurde also nach (!) Vertragsabschluss mal auf einer Party nach drei Bier eine Zigarette geraucht, musst Du dies der Generali nachmelden und der Beitrag erhöht sich. Wenn Du dies nicht machst und Du wirst berufsunfähig und die Gesellschaft kommt Dir auf die Schliche, kann diese Dir die BU-Rente um ein Drittel kürzen. Das ist wirklich eine Regelung, welche wir so in den Vertragsbedingungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung noch nicht gesehen haben. In der BU-Versicherung gibt es nämlich eigentlich keine Nachmeldung - weder für neue Erkrankungen / neuem Hobby noch bei einem Berufswechsel. Bei der Generali musst Du aber die Zigarette, Zigarre oder den Besuch in der Shisha Bar & Konsum nachmelden, ansonsten wird die BU-Rente um ein Drittel gekürzt. Komische Regelung.

Noch weitere Regelungen, welche schlechter von der Generali im Marktvergleich gelöst werden:

Damit es jetzt kein weiterer Roman wird - noch ein paar Regelungen, welche vonseiten der Generali schlechter als von der Spitze des Marktes gelöst wurden:

  • Bei der Generali ist leider nur der mehr als altersentsprechende Kräfteverfall versichert, nicht der einfache Kräfteverfall
  • Die Generali verzichtet nicht auf ihr eigenes Kündigungsrecht nach Paragraph 19 des Versicherungsvertragsgesetzes
  • Unbefriedigende Lösung bei Hausfrauen und Hausmännern
  • Bei Zahlungsschwierigkeiten ist die Stundung auf maximal 24 Monate begrenzt, die Beitragsstundung ist aber auf die Summe des Rückkaufswertes begrenzt 
  • Scheidet der Versicherte aus dem Berufsleben aus, so prüft die Generali nicht den zuletzt ausgeübten Beruf, sondern alles, was aufgrund von Ausbildung und Fähigkeiten möglich wäre. Ein Ausscheiden liegt nicht vor, wenn der Zeitraum nur 5 Jahre beträgt

Die finanzielle Angemessenheit der Generali BU-Versicherung
Wir würden Dir jetzt liebend gerne Informationen über die finanzielle Angemessenheit der Generali beschreiben, aber leider finden wir keine Informationen dazu. Weder auf der Homepage der Generali, noch bei diversen Kollegen oder in Vergleichsportalen. Die maximale Absicherung der Generali BU würde uns sehr stark interessieren, denn diese entscheidet darüber, wie viel Du eigentlich absichern kannst in der BU-Versicherung. Moderne Versicherer gehen vom Bruttogehalt aus, üblicherweise so 60-65 Prozent. “Unmoderne” Tarife / Annahmerichtlinien sehen eher 75-80 Prozent vor, was aber wiederum Quatsch ist, da man immer die Abzüge im Leistungsfall beachten sollte. Zum einen müssen die Krankenversicherungsbeiträge selber entrichtet werden (hier der Hinweis zu unserem Artikel, dass man generell immer 20 % mehr als gedacht absichern sollte in der BU), zum anderen zahlt man keinen Cent mehr in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Dies vergessen viele, dass man später in die Altersarmut fällt, da man schlichtweg keine sogenannten Entgeltpunkte ansammeln konnte. 

Leichte Hinweise auf die maximale Höhe gibt es oftmals in der Regelung der Nachversicherung. Aber auch hier werden wir bei der Generali nicht wirklich fündig. Es wird erklärt, was denn alles angerechnet wird.

Und Schluss ist ja bei 2.500 Euro, wie wir festgestellt haben. Vielleicht ist es so: Jede Berufsgruppe hat eine gewisse Obergrenze. Bei Schülern liegt diese z.B. bei 1.000 Euro, Studenten 1.500 Euro und Berufstätige 2.000 Euro. Ohne Nachweise. Erhöht werden kann immer, da 2.500 Euro eh das Ende ist, somit erfolgt keine Prüfung der finanziellen Angemessenheit, da der Deckel so weit unten ist im Marktvergleich, dass man sich diesen Aufwand gar nicht antut vonseiten des Versicherers.

Ist vielleicht nur eine wirre Vermutung von uns, aus diesem Grund sind wir um handfeste Fakten der maximalen Versicherbarkeit bezogen auf die Angemessenheit vonseiten der Generali sehr froh. Lasst uns bitte nicht dumm sterben! Somit finden wir übrigens auch keinerlei Informationen darüber, wie denn die Anrechnung des Versorgungswerkes genau geregelt ist. Auch hier freuen wir uns über neue Erkenntnisse. 

Im Kleinen finden wir vielleicht in den Vertragsbedingungen zur Dynamik eine Lösung. Zitieren wir nochmals die Bedingungen:

“Wenn die jeweilige monatliche Berufsunfähigkeitsrente aller bei unserer Gesellschaft bestehenden Verträge den Betrag von 3.000 € erstmals erreicht oder überschritten hat, behalten wir uns vor, weitere Erhöhungen der Berufsunfähigkeitsrente vom Ergebnis einer wirtschaftlichen Angemessenheitsprüfung abhängig zu machen. Berufsunfähigkeits-, Grundfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsrenten werden hierbei addiert.“

Wie Du Leser sicherlich noch genau weißt - die Dynamik ab 3.000 Euro unterläuft einer wirtschaftlichen Angemessenheitsprüfung. Das Problem - wir finden nirgendwo den Wert, wie man denn eine finanzielle Angemessenheit definiert. 

Festzuhalten gilt auf jeden Fall = eine Aufteilung auf zwei Versicherer macht bei der Generali definitiv Sinn. Der Grund ist so banal wie einfach - mit den Grenzen der Generali BU wird man langfristig in Bezug auf eine bedarfsgerechte Absicherung nicht glücklich, da man viel zu früh an die Grenzen des Machbaren kommt. Die Frage bleibt natürlich - auf welchen zweiten Versicherer weicht ein Versicherungsvermittler der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) aus, wenn man wirklich diese mehr als sinnvolle Leistung dem Kunden anbieten möchte? Diese Frage kann jemand anders sicherlich besser beantworten als der Schreiber des Artikels. 

Ab wann erfolgt bei der Generali eine ärztliche Untersuchung in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Auch hier dasselbe Spiel - es ist nicht so einfach, handfeste Infos darüber zu finden. Auch eine lose Anfrage in einer Facebookgruppe mit Versicherungsmaklern & Vermögensberatern gibt keine Auskunft, niemand möchte hier Infos liefern. Bei der Ratingagentur Morgen & Morgen findet man über jede Gesellschaft unterschiedliche Informationen über die Grenzen der ärztlichen Untersuchung. Bei der Generali sind diese von 2018. Da es bei anderen Versicherern aktiver gepflegt wird, nehmen wir also mal diese Informationen an.

Sollten diese Werte stimmen, dann ist es leider ein sehr geringer Wert. Ab einer Absicherung von 2.001 Euro werden eine ärztliche Untersuchung sowie ein HIV-Test fällig. Damit wäre man auf einem Niveau mit dem Münchener Verein, der Universa, der Württembergischen oder der Hanse Merkur.
Dies in einer Zeit, wo immer mehr Versicherern die Antragsfragen bis 3.000 Euro mtl. BU-Rente genügen (z.B. bei der LV 1871, Baloise, Allianz, Gothaer, Hannoversche, Bayerische und Co.).

Solltest Du aus irgendeinem Grund eine hohe BU-Rente bei der Generali absichern wollen, so empfehlen wir folgende Vorgehensweise:

  • Sichere zu Beginn das maximale ohne ärztliche Untersuchung bei der Generali Berufsunfähigkeitsversicherung ab
  • Warte solange, bis Du den Versicherungsschein in der Hand hältst
  • Danach stelle einen erneuten Antrag bzw. Bitte um Erhöhung, bis zur gewünschten Summe. Sollte da etwas schief gehen (Blutwerte, welche Dir nicht bekannt waren, ein hohes Cholesterin, etc). hast Du zumindest die Summe zu Beginn bei der Generali versichert

Nicht unsere favorisierte Lösung, aber wenn Du unbedingt einen Vertrag über eine hohe BU-Rente bei der Generali abschließen möchtest, dann wäre dies der Weg, den wir machen würden. Zwar ein bisschen komplizierter und umfangreicher, dafür aber mit weniger Risiko. Aber wenn Du Dich näher mit dem Thema hohe BU-Rente auseinandersetzt, dann landest Du mit großer Wahrscheinlichkeit nicht bei der Generali. Zu empfehlen ist hierbei für das erste Einlesen sicherlich folgender Artikel mit “Fälle aus der Praxis – so sichern wir hohe Renten in der Berufsunfähigkeitsversicherung ab!”.

Eignet sich die Generali für Beamte?

Zuerst sollte gesagt werden, dass die Generali eine Dienstunfähigkeitsklausel anbietet. Dieser Tarif muss aber (wohl) automatisch angewählt werden und somit ist die DU-Klausel nicht automatisch in den Vertragsbedingungen hinterlegt, so wie es z.B. bei einer Bayerischen oder der Condor Versicherung wäre. Früher hatte die Generali nach unserer Kenntnis keine Dienstunfähigkeitsklausel, aber da die Vermittler der Deutschen Vermögensberatung ja nur eine Gesellschaft anbieten können, ist der Schachzug sicherlich clever gewesen, dass man dieses Feld nicht anderen Vermittlern überlässt und auf dem Papier eine Dienstunfähigkeitsversicherung anbietet. 

Folgende Regelung gibt es bei der Generali für Beamte:

Einen sehr großen Nachteil erkennt man direkt. Die Dienstunfähigkeit muss vor dem 60. Lebensjahr eingetreten sein. Üblicherweise gibt es hier bei anderen Versicherern bei den üblichen Beamtenberufen keine pauschale Einschränkung. 

Erste Berechnungen zeigen zudem, dass die Dienstunfähigkeitsversicherung der Generali im Marktvergleich (DBV, Bayerische, Allianz, Condor, Signal Iduna) mit anderen, typischen Beamtenversicherern im gehobenen Preissegment vorhanden ist. Es gibt halt Anbieter, die sich darauf direkt etwas spezialisieren. Die Generali bietet eine DU-Klausel an, aber der Schwerpunkt liegt nicht darin. 

Eine beinahe authentische, jedoch unvollständige Dienstunfähigkeitsklausel, die nur bis zum Endalter 60 gilt. Die allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) sind teilweise sehr vage formuliert, was den Eindruck erweckt, dass die Generali möglicherweise versucht, Interpretationsspielraum zu nutzen, der gemäß §305c Absatz 2 BGB dem Kunden zustünde. Das ist jedoch lediglich Spekulation. Möglicherweise bevorzugt die Generali einfach eine komplizierte und verwirrende Formulierung.

Ist die Generali eine gute Option für Schüler und Studenten?

Aus unserer Sicht nicht wirklich. Besonders die Nachversicherungsregelungen machen sie für diese Zielgruppen im Vergleich zu anderen Versicherern weniger attraktiv. Die Generali nimmt daher eine eher geringfügige Position auf dem Markt ein. Immerhin würde man Schüler in der BU-Versicherung ab zehn Jahren versichern. Hier gibt es aber mittlerweile Anbieter wie die LV 1871 ab sechs Jahren sowie die Schüler-BU Absicherung der AXA, welche ab acht Jahren gehen würde. Also schon vor dem zehnten Lebensjahr, wie bei der Generali.

Bei Schülern ist leider auch die Definition einer möglichen Berufsunfähigkeit nicht wirklich toll, mit (also ein Satz):

Bei Schülern gilt als zuletzt ausgeübter Beruf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Schüler.  

Muss aus gesundheitlichen Gründen der Wechsel vom Gymnasium an die Förderschule erfolgen, so ist dies keine Berufsunfähigkeit. Das hat z.B. die LV 1871 Schüler BU in unseren Augen mit folgender Definition weitaus besser gelöst:

3.  Berufsunfähigkeit bei Schülern  

a) Schüler im Sinne dieser Bedingungen ist, wer bei Eintritt des Versicherungsfalls 
- in Schulausbildung ist, 
- noch keine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium hat und 
- kein Auszubildender oder Student im Sinne von Absatz 4 a) beziehungsweise 5 a) ist. 

b) Berufsunfähigkeit bei Schülern liegt vor, wenn die →versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder (auch altersentsprechenden) Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen zu mindestens 50 Prozent außerstande ist beziehungsweise sechs Monate außerstande war, am regulären Schulunterricht, so wie er zuletzt ohne gesundheitliche Beeinträchtigung stattgefunden hat, teilzunehmen. 

Die Berufsunfähigkeit gilt ab Beginn dieses sechsmonatigen Zeitraums als eingetreten.  Bei der Beurteilung, ob der Schüler außerstande ist, am regulären Schulunterricht teilzunehmen, stellen wir auf den konkreten Schulalltag des jeweils betroffenen Schülers ab. 

Wir berücksichtigen dabei insbesondere, ob der Schüler 

- den Schulweg bewältigen sowie die erforderlichen Verkehrsmittel nutzen kann, 
- dem Unterricht folgen kann (Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit), 
- zur mündlichen und schriftlichen Kommunikation fähig ist, 
- am Unterricht in bestimmten Fächern (zum Beispiel Sport, Musik) teilnehmen kann, soweit diesen in der besuchten Schulform ein besonderer Stellenwert zukommt, 
- die Hausaufgaben bewältigen kann.  

Ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt, hängt von der Schulform und der konkret vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigung ab. Dabei berücksichtigen wir auch, wie das Schulgebäude ausgestattet ist. 

Schon ein bisschen detaillierter. 

Auch bei Studenten finden wir leider im Marktvergleich eine schlechtere Regelung bei der Generali. Bei der Generali wird bei Studenten das Studium angenommen, bei vielen anderen Versicherern - vor allem in der zweiten Hälfte des Studiums - der schon angestrebte Beruf. Auszug von den Vertragsbedingungen der Alten Leipziger:

“Für Studenten, die sich in der zweiten Hälfte der gesetzlich vorgesehenen oder im Durchschnitt üblichen Studienzeit befinden, gilt: Wir berücksichtigen zu Gunsten des Studenten die Lebensstellung, die normalerweise mit erfolgreichem Abschluss des Studiums erreicht wird. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Vergütung als auch der sozialen Wertschätzung.”

Kritiker werden jetzt sagen “Berufsunfähig ist bei Schülern / Studenten sehr selten, man sollte auf andere Sachen achten”. Stimmt so weit, da die Schul- wie Studienphase natürlich nur einen geringen Teil des beruflichen Lebensweg darstellt. Aber dann sind wir ja schon wieder bei den möglichen Erhöhungsmöglichkeiten und da bietet die Generali im Marktvergleich wieder nicht die besten Lösungen.


4. So sind die Beiträge der Generali im Marktvergleich

Weder die Vertragsbedingungen noch die technische Ausgestaltung konnten uns vollständig überzeugen. Möglicherweise sind jedoch die Prämien, also die Kosten für den Versicherungsschutz, außergewöhnlich günstig, sodass das Preis-Leistungs-Verhältnis zumindest nicht schlecht ist. Da die Generali keinen eigenen Tarifrechner auf ihrer Website hat, haben wir die Beiträge von Morgen & Morgen bezogen, einem Vergleichsportal. Diese besitzt wohl eine Schnittstelle zum Rechenkern der Generali - vielen Dank für Eure Arbeit. Wir haben jetzt mal versucht, einen Querschnitt über viele verschiedene Berufe zu bekommen. Hier sieht man relativ gut, wie sinnvoll es eigentlich ist, auf eine Vielzahl an verschiedenen Gesellschaften zurückgreifen zu können. Es gibt kein bestimmtes Muster, dass immer Gesellschaft XY ganz vorne steht. Angemerkt sei zudem, dass wir nicht alle Versicherer berücksichtigt haben. Billigheimer und schwache Vertragsbedingungen & technische Ausgestaltung haben wir außen vor gelassen. Der Beitragsvergleich mit der Generali findet also auf höchstem Niveau statt.

Maschinenbauingenieur, 31 Jahre, mit 2.000 Euro Absicherung bis 67 Jahre

GesellschaftTarifNettobeitragBruttobeitrag
BayerischeKomfort57,58 Euro104,69  Euro
Baloise 60,47 Euro80,62 Euro
HannoverschePremium61,95 Euro82,60 Euro
LV 1871Golden BU63,31 Euro95,93 Euro
GeneraliBU-Police73,28 Euro118,18 Euro

Assistenzarzt, 33 Jahre, mit 2.500 Euro Absicherung bis 67 Jahre

GesellschaftTarifNettobeitragBruttobeitrag
GothaerPremium78,30 Euro107,30 Euro
Baloise 84,64 Euro112,85 Euro
Volkswohl BundSBU86,27 Euro132,73 Euro
NürnbergerKomfort90,83 Euro141,81 Euro
GeneraliBU Police142,39 Euro245,50 Euro

Projektleiterin, 40 Jahre, mit 2.500 Euro Absicherung bis 67 Jahre

GesellschaftTarifNettobeitragBruttobeitrag
Condorbasic92,18 Euro131,69 Euro
AXAALVSBV95,33 Euro141,75 Euro
NürnbergerKomfort98,30 Euro153,48 Euro
LV 1871Golden BU111,52 Euro168,97 Euro
GeneraliBU-Police172,42 Euro 297,27 Euro

24 jährige Bürokauffrau mit 1.800 Euro bis 67 Jahre 

GesellschaftTarifNettobeitragBruttobeitrag
BayerischeKomfort62,36 Euro101,40 Euro
Volkswohl BundSBU75,21 Euro115,70 Euro
AllianzKomfort81,70 Euro106,11 Euro
Alte LeipzigerSecurAL BV1082,00 Euro105,14 Euro
GeneraliBU-Police88,34 Euro142,48 Euro

36 jährige Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit 2.000 Euro bis 67 Jahre 

GesellschaftTarifNettobeitragBruttobeitrag
HannoverschePremium64,07 Euro85,43 Euro
BayerischeKomfort71,06 Euro115,54 Euro
Baloise 71,66 Euro95,55 Euro
GeneraliBU-Police75,74 Euro130,58 Euro
Condorbasic77,04 Euro110,06 Euro

22- jährige Studentin Medizintechnik mit 1.000 Euro bis 67 Jahre 

GesellschaftTarifNettobeitragBruttobeitrag
NürnbergerKomfort27,77 Euro43,28 Euro
LV 1871Golden BU30,60 Euro46,36 Euro
AllianzKomfort34,50 Euro44,80 Euro
Alte LeipzigerSecurAL BV 1035,88 Euro46,00 Euro
GeneraliBU-Police55,12 Euro88,90 Euro

36-jähriger Schreiner mit 1.500 Euro bis 67 Jahre

*Berechnungen 02 / 2024. Auf Zusatzbausteine wurde verzichtet (Leistungsdynamik, etc.).
GesellschaftTarifNettobeitragBruttobeitrag
AXAALVSBV146,31 Euro212,82 Euro
NürnbergerKomfort146,98 Euro229,54 Euro
Signal IdunaExklusiv Plus157,30 Euro242,00 Euro
HannoverschePremium159,57 Euro212,76 Euro
GeneraliBU-Police208,64 Euro359,72 Euro

Die Berechnungen der Generali Berufsunfähigkeitsversicherung weisen eine Differenz zwischen dem Netto- und dem Bruttobeitrag auf. Während dies für einige Verbraucherschützer von Interesse sein mag, betrachten wir dies als weniger relevant. Die ausführlichen Gründe hierfür sind in unserem verlinkten Beitrag detailliert erläutert. 

Ähnlich wie die meisten anderen Versicherer am Markt behält sich die Generali jedoch das Recht vor, theoretisch auch den Bruttobeitrag zu erhöhen. Sie verzichtet nicht auf den Paragraphen 163, wie es beispielsweise der Tarif Prestige der Bayerischen, die Universa, Swiss Life oder auch die Zurich tut. Es gibt nicht mehr viele Versicherer, die auf eine theoretische Erhöhung des Bruttobeitrags verzichten.
Ob es auch weitere Formen der Überschussverwendung gibt, entzieht sich unserer Kenntnis. Mindestens zwei Regelungen sind am Markt ja auch noch gängig:

  • Bonusrente (man zahlt den Bruttobeitrag, bekommt dafür aber eine erhöhte BU-Rente)
  • Die Differenz aus Netto vs. Bruttobeitrag wird in Investmentfonds angelegt

Komplett eine andere Kalkulation gibt es bei der Gothaer Invest BU, hier sind die Beiträge vom Verlauf der Investmentfonds abhängig. Ähnlich ist auch die BU der Canada Life kalkuliert, nur hier kann man die Fonds nicht selber auswählen - anders als bei der Gothaer. Die Helvetia bietet auch noch eine eigene Auswahl an. 

Falls Du generell Interesse an der Kalkulation eines Tarifs hast, empfehlen wir Dir den Artikel "Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung". Hier gehen wir tiefer auf das Thema ein.

Nachtrag zu den Beiträgen der Generali:

Als eine der wenigen Gesellschaften konnten diese in den letzten zehn Jahren übrigens auch eine Beitragserhöhung in der Berufsunfähigkeitsversicherung verzeichnen. Ok, im Fachjargon spricht man von einer Reduzierung der Überschüsse, im Volksmund dürfte der Begriff einer Beitragserhöhung eher geläufiger sein. 

Im Jahr 2018 wurden die Überschüsse reduziert, als Grund gab die Generali hier die Niedrigzinsphase an. Diese hält ja noch Jahre länger (die Zinswende kam erst 2022), nach 2018 gab es nach unserer Kenntnis nach aber keine weitere Beitragserhöhung / Reduzierung der Überschüsse mehr (zumindest bis Anfang 2024).

Hier das Schreiben der Generali zur Reduzierung der Überschüsse in der BU-Versicherung:

Anders wie bei den massiven Beitragserhöhungen der WWK 2018 (und auch 2016), wurden bei der Generali die Überschüsse um nur ca. acht Prozent gesenkt. Relativ überschaubar, aber halt trotzdem keine Glanzleistung. Immerhin gibt es Versicherer, welche seit den 1950er Jahren noch nie den Beitrag erhöht haben. Wer einmal diesen Weg gegangen ist, geht diesen Weg vielleicht noch öfter. Immerhin ist es mittlerweile ja ein Aushängeschild, wenn man sagen kann “Wir haben in unserem Bestand noch nie die Nettoprämien anheben müssen”. Bei der Generali ist dies leider nicht der Fall, diese positive Werbung fällt leider aus. 

Sollte jemand sachdienliche Hinweise haben, wie es sich mit dem Bestand der Proxalto entwickelt, gerne mit Infos an uns.

Annahme-, Leistungs-, sowie Prozessquote bei der Generali BU-Versicherung

Eine der sinnlosesten Kennzahlen ist die Annahmequote in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Sagt diese doch aus, wie viele Neuanträge angenommen wurden. Normalerweise müsste diese Zahl bei 100 Prozent liegen. Das ist sie zumindest bei uns. Denn vor jedem Antrag folgt ja eine anonyme Risikovoranfrage und wenn es hier eine Ablehnung gibt, reicht man logischerweise den Antrag nicht ein. Wie die Annahmequote der Generali also ist, entzieht sich unserer Kenntnis, spielt aber auch gar keine Rolle. Wenn eine Gesellschaft aber damit wirbt, dann nimm diese Zahl nicht für ernst, da diese nichtssagend ist. 

Die Prozess- und Leistungsquote mag im aktuellen Kontext möglicherweise praxisnäher erscheinen, doch sie bietet lediglich eine Momentaufnahme. Ihre Relevanz hängt stark davon ab, wie der Vertrag strukturiert ist, wie viel Neugeschäft generiert wurde und aus welchen Vertriebskanälen die Neuverträge stammen. Wir betrachten diese Quote daher mit einer gewissen Skepsis. Es wäre wenig sinnvoll, sich im Jahr 2041 auf die Prozessquote von 2024 zu berufen. Ein Richter würde hier wohl nur ein müdes Lächeln erwidern. Stattdessen ist es ratsamer, auf eine solide Annahme (vorzugsweise ohne Ausschlussklauseln), gute Vertragsbedingungen und eine anpassbare Konfiguration des Vertrags zu achten. In diesem Zusammenhang kann wiederum die anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern helfen. Man kann die Prozessquote der Generali sicherlich beachten, aber wäre für uns ungefähr auf Platz 114 der wichtigsten Kriterien für eine ordentliche Berufsunfähigkeitsversicherung. 

Rechtsschutzversicherung zur BU-Versicherung?

Ein häufig diskutiertes Thema. Einige, darunter auch Check24 (die zumindest in den ersten zehn Jahren eine kostenfreie Rechtsschutzversicherung anbieten, die ausschließlich für die BU gilt), argumentieren, dass eine Rechtsschutzversicherung in Verbindung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung unerlässlich ist. Unsere Sichtweise dazu ist jedoch etwas anders. Versteh uns nicht falsch - wir erkennen die Bedeutung einer Rechtsschutzversicherung an, da sie es Dir ermöglicht, auf Augenhöhe mit der Gegenseite zu agieren. Doch im Kontext einer BU-Versicherung betrachten wir sie eher kritisch. Eine ganz banale Frage lautet: Wann greift eine Rechtsschutzversicherung denn ein?

Erst wenn bereits eine Ablehnung des Leistungsfalls vorliegt - wenn das Kind sozusagen bereits in den Brunnen gefallen ist. Das sollte jedoch eigentlich gar nicht erst geschehen und oft wurden zuvor bereits gravierende Fehler gemacht. Deshalb empfehlen wir die Beratung durch einen Versicherungsberater von Anfang an, der Dich bei der Vorbereitung und Durchsetzung Deiner Ansprüche unterstützt. Ein praktisches Problem ist auch, dass der Versicherer, wenn Du zu Beginn des Leistungsfalls einen Anwalt einschaltest, den Fall schnell an die eigene Rechtsabteilung weiterleitet, was zu einem rechtlichen Schlagabtausch auf hohem Niveau führt, bei dem keiner nachgeben möchte.
Angemerkt sei zudem noch: Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung besitzt & möchtest, macht es durchaus Sinn, dass diese nicht im selben Hause geführt wird, wie Dein BU-Vertrag. Sonst klagt die Advocard Rechtsschutzversicherung gegen die Generali Berufsunfähigkeitsversicherung - beides 100 % Töchter des Generali Konzern. Hat irgendwie einen Beigeschmack. Wen wir in der Rechtsschutzversicherung empfehlen, kannst Du unter “Empfehlung der Bierl's in der Rechtsschutzversicherung” nachlesen.

Wenn Du mehr über uns und unsere Herangehensweise erfahren möchtest, empfehlen wir dir den Artikel "Unsere Vorgehensweise im Leistungsfall Berufsunfähigkeitsversicherung".

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5. Update & Downloads & Bewertungen zur Generali BU-Versicherung

Updates der Generali Berufsunfähigkeitsversicherung

Seit der Veröffentlichung dieses Artikels im März 2024 sind uns keine bekannten Updates zur Generali Berufsunfähigkeitsversicherung bekannt. Sollten in der Zwischenzeit signifikante Änderungen eingetreten sein, bitten wir um Deine Mithilfe, da die Generali ja nicht wirklich mit freien Maklern praktiziert und deshalb erhalten wir darüber auch keine Informationen. Wenn Du also auf Aktualisierungen gestoßen bist, würden wir diese gerne in unseren Artikel einpflegen. Vielleicht kann uns ja ein Vermögensberater der DVAG einen Hinweis geben.

Testergebnisse & Bewertungen über die Generali

Die üblichen Verdächtigen sehen die Generali so in ihren Tests:

HerausgeberBewertungStand/ Ausgabe
Franke & BornbergFFF | Note sehr gut 0,606/2023
Morgen & Morgen5 Sterne | ★★★★★ | Ausgezeichnet05/2023
Check 24Tarifnote: derzeit nicht vorhanden)02/2024
Stiftung Warentest/ FinanztestSehr gut (Note 0,9)05/2021
Ascore5 Kompasse10/2021

6. Fazit & Erfahrung zur Generali BU-Versicherung

Erst einmal Gratulation, wenn Du Dir wirklich den gesamten Text durchgelesen hast. Es sind ja doch über 13.000 Wörter. Aber bei der Berufsunfähigkeitsversicherung handelt es sich um eine der wichtigsten, aber auch teuersten Versicherungen, welche Du in Deinem Leben abschließen wirst. Hier sollte natürlich zum einen sehr gut verglichen werden, denn Dein Vertrag läuft mehrere Jahrzehnte, auf der anderen Seite sollte auch unbedingt die Gesundheitshistorie intensiv und lückenlos aufbereitet werden, damit es zu keinem Problem im Leistungsfall kommt. Jetzt haben wir die BU der Generali intensiv auf Herz und Nieren geprüft, auch wenn es nicht immer einfach war, an die passenden Unterlagen zu kommen. Leider zeigt man sich sehr zugeknöpft und stellt Annahmerichtlinien, Vertragsbedingungen oder die Gesundheitsfragen nicht öffentlich zur Verfügung - hier gehen andere Versicherer in Transparenz vorbildlicher um. 

Können wir jetzt die Generali Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlen? Wenn man die Bedingungen, den Preis und die Ausgestaltung für die Zukunft ansieht, so gibt es im Markt erhebliche bessere Versicherer und Tarife. 

Tipp

Mit der Marktspitze kann die Generali BU-Versicherung nicht mithalten

Uns würden eigentlich so gut wie keine Szenarien einfallen, wo denn eine Generali besser abschneiden könnte, als z.B. die Spitzenklasse am Markt wie eine LV 1871, Alte Leipziger, Baloise, Volkswohl Bund, Gothaer, Hannoversche oder selbst einer großen Allianz.
Unverständlich ist es ebenso, weshalb man schwächere Vertragsbedingungen & teurer ist, als das Tochterunternehmen mit der Dialog Berufsunfähigkeitsversicherung. 

Das ist jetzt nicht einfach so dahergesagt, die Gründe haben wir Dir auf über 70 Seiten geliefert. Es sind halt Fakten, dass die Generali Berufsunfähigkeitsversicherung leider im Marktvergleich keine große Rolle spielen dürfte. Insbesondere bei (angehenden) Akademikern sind die Ausgestaltungsmöglichkeiten mehr als dürftig. 

Falls Du schon einen Vertrag bei der Generali besitzt - als Erstes bitte Ruhe bewahren. Nicht überstürzt kündigen, sondern erstmals die Gesundheitshistorie sauber und gewissenhaft aufarbeiten. Am besten mit einem Sparringspartner an Deiner Seite. Das könnten wir sein, aber auch andere geschätzte Kollegen. 

Es soll jetzt wirklich kein Bashing gegen die Generali oder die DVAG sein, aber am Markt gibt es einfach erhebliche verbesserte Lösungen. Vielleicht mag die Generali in manchen Versicherungssparten wirklich tolle Lösungen anbieten (wir glauben, dass die irgendwo eine tolle Klausel bei Schäden rund ums Smartphone in der privaten Haftpflichtversicherung anbieten), aber in der Berufsunfähigkeitsversicherung spielt man nicht ansatzweise in der Spitzenklasse mit und ein Vertragsabschluss sollte also gut überlegt sein, falls Dir ein Angebot vorliegt.