Erfahrung & Test Swiss Life Schüler Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Swiss Life Versicherung aus der Schweiz bietet als eine der ersten Versicherer eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler an (die Sparte BU wird sogar seit dem Jahr 1894 angeboten!). Dies ist schon mal ein sehr positiver Aspekt. Leider sind wir mit unserer Bewertung am Ende nicht ganz so positiv – es gibt für viele Interessenten von uns sicherlich bessere Anbieter als die Swiss Life. Aber vielleicht nimmt man unsere Kritikpunkte zur Kenntnis und optimiert die wichtige künftige Arbeitskraftabsicherung für Schüler.

1. Weshalb man schon als Schüler eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen sollte!

Vorher stellen wir uns aber kurz die Frage = wieso sollte man in so jungen Jahren eigentlich schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen? Die Antwort ist aber relativ eindeutig – in unseren Augen gibt es keine bessere Absicherung ab dem zehnten Lebensjahr. Das beste Geschenk, was Eltern ihrem Kind machen können. Bei der Swiss Life. Oder auch anderen Gesellschaften. Kurz aber die Gründe, weshalb schon in jungen Jahren eine Absicherung wichtig ist.

  • Der Gesundheitszustand lässt sich einfrieren!
    Kennst Du die Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung? Diese sind happig und die Annahmequote wird auch immer härter. Ein falscher Arztbesuch, eine falsche Diagnose – schon klappt der gewünschte Schutz nicht mehr. Als Schüler hat man i.d.R. wenig Zipperlein und Vorerkrankungen, so dass eine Absicherung schon möglich ist. Einmal drin und man kommt „nicht mehr raus“ (im positiven Sinne).
  • Die Prämien sind aufgrund des Eintrittsalters günstiger & es gibt sofortigen Schutz
    Kein offenes Geheimnis = je jünger das Eintrittsalter, desto geringer die Prämien. Zudem hat man auch sofortigen Schutz (bei sehr guten Anbietern sogar, wenn man aus gesundheitlichen Gründen die Schulform nicht mehr besuchen kann).
  • Für angehende körperliche & handwerkliche Berufe bleiben die Prämien konstant
    Hat Dein Kind vor einen handwerklichen Beruf zu erlernen, so werden die Zahlbeiträge in der Berufsunfähigkeitsversicherung exorbitant hoch sein. Für manche handwerklichen Ausbildungsberufe wie Maurer, Dachdecker, Schreiner und viele weitere sicherlich unbezahlbar.
    Schließt man die Berufsunfähigkeitsversicherung schon während der Schulzeit ab, so kommt man in eine relativ gute Berufsgruppe, in welcher man nie mehr schlechter gestellt werden kann. Auch nicht bei der Swiss Life. Die Beiträge für Schüler in der Haupt- bzw. Realschule sind zwar schon höher als am Gymnasium, dürfte aber immer noch im Bereich des Möglichen sein.

In diesem Artikel gehen wir rein auf die Swiss Life ein und stellen ggf. in manchen Punkten eine bessere Lösung vor. Möchtest Du einen umfangreichen Überblick über sämtliche Anbieter, so lese Dir bitte folgenden Beitrag in Ruhe durch mit „Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler“. Dort gehen wir auf folgende Anbieter ein:

  • Allianz
  • Basler
  • Die Bayerische
  • LV 1871
  • Volkswohl Bund
  • HDI
  • Swiss Life
  • Condor

Ebenso verraten wir Dir Tricks und Tipps, worauf Du bei der Wahl achten solltest. Natürlich kannst Du uns auch direkt anfragen – immerhin ist unser Job als Versicherungsmakler die Anbahnung und Betreuung von Versicherungsverträgen.

Die Swiss Life besitzt schon seit längerem eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler. Vor etlichen Jahren waren die Schweizer bei uns auch noch relativ weit vorne in der Auswahl, mittlerweile müssen wir aber betonen, dass die Swiss Life links und rechts des Weges überholt wurde.
Warum das so ist, erklären wir Dir auf den nächsten Zeilen.


2. Gesundheitsfragen der Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler von der Swiss Life

Der Wunsch nach der passenden Absicherung ab dem zehnten Lebensjahr ist schon mal ein sehr guter Anfang. Es gibt nämlich eigentlich kein besseres und sinnvolleres Geschenk in jungen Jahren. Es gibt aber ein kleines Problem…

Es werden umfangreiche Gesundheitsfragen gestellt, welche natürlich ehrlich und korrekt beantwortet werden müssen. Leider nehmen viele Eltern dies noch zu sehr auf die leichte Schulter. Das ist besonders bei der Swiss Life fatal, da die Annahmequote nach unserer Erfahrung bei den Schweizern extrem hart ist. Die anonyme Risikovoranfrage ist bekanntlich unser Paradestück. Hier arbeiten wir sehr vertrauensvoll mit vielen guten Unternehmen zusammen – bei der Swiss Life ist es etwas kompliziert, da uns derzeit komplett der fachliche Tiefgang fehlt. Wenn Du mal was ein bisschen aus der Praxis lesen möchtest, dann empfehlen wir Dir den Artikel „Warum derzeit manche Gesellschaften in der Berufsunfähigkeitsversicherung keine Anfragen & Geschäft von uns bekommen!“.
Nach unserer Erfahrung dürfen bei der Swiss Life faktisch keine Arztbesuche oder Vorerkrankungen vorhanden sein. Zudem hantiert man sehr gerne mit Fragebögen, welche wir bekanntermaßen ablehnen (=Fragebögen Berufsunfähigkeitsversicherung - bitte nicht verwenden!)

Nun gut – so sind die Gesundheitsfragen der Swiss Life Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler

Hier jetzt aber ein Lob an die Swiss Life, die keine offene Fragestellung über die letzten 5 Jahre anbietet ala „Hatten Sie Krankheiten, Beschwerden…in den letzten 5 Jahren“. Dies finden wir bei den Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung immer sehr unglücklich formuliert.

Huch – für Schüler unter 15 Jahren gibt es aber noch erweiterte Gesundheitsfragen bei der Swiss Life

Nicht sehr schön und diese exakte Fragestellung findet man leider bei anderen Gesellschaften nicht so. Auch die Frage nach einer Fehlsichtigkeit von 4 (!) Dioptrien ist schon etwas gering angesetzt.

Etwas ernüchternd finden wir bei den normalen Antragsfragen jeweils in Rot den Hinweis „Fragebogen XX notwendig“. Für uns sind Fragebögen ja eher etwas von nicht versierten und teilweise faulen Vermittlern, welche die Gesundheitshistorie vorher schon nicht sauber aufbereitet hatten. Bei uns ist die Rückfrage nach Fragebögen quasi null, dafür fordern wir natürlich relativ viel mit unseren Eigenerklärungen & Ärztlichen Attesten. Wir finden Fragebögen oftmals viel zu stumpf mit „Ja / Nein“ Antworten.

Die Kombination aus der Aufforderung nach Fragebögen, einer sehr harten und nicht individuellen Risikoprüfung und erweiterten Fragen für Schüler, lässt uns den Daumen eher nicht nach oben drehen. Das geht besser.

Wie man den Vogel im positiven Sinne abschießt, sieht man bei der HDI mit folgender Fragestellung:

Das ist doch mal ein Unterschied zu den zu machenden Gesundheitsangaben gegenüber der Swiss Life Fragestellung. Leider kommen aber nur die Kinder von manchen Eltern in diesen Genuss. Die Eltern müssen u.a. einen der folgenden Berufe haben:

  • Mediziner
  • Fast so gut wie sämtliche Ingenieursarten
  • Rechtsanwalt
  • Apotheker
  • Wirtschaftsinformatiker
  • Viele Berufe im Bio & Chemie Bereich

Voraussetzung ist jeweils ein abgeschlossenes Studium, die berufliche Weiterbildung genügt leider nicht. Mehr Informationen gibt es auch im Artikel „Stark vereinfachte Gesundheitsfragen für die Schüler BU, wenn der Beruf / Studiengang der Eltern passt!“.

Die LV 1871 bietet für Schüler am Gymnasium folgende Gesundheitsfragen an:

Schon ein kleiner, aber feiner Unterschied des Anbieters, welchen wir für Schüler sehr weit vorne sehen. Eine Ja-Antwort (außer die obige) ist aber leider nicht erlaubt. Weitergehende Informationen gibt es unter „Neue vereinfachte Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung von der LV 1871 bis 1.500 Euro mtl. Absicherung“.

Auch die Basler bietet für junge Leute vereinfachte Antragsfragen an:

Die Abfragezeiträume sind hier straffer, teilweise gibt es aber eine offene Fragestellung (wobei diese 04 / 2021 etwas verbessert wurde). Das kann die Basler aber mit einer der besten Risikoprüfungen am Markt ausgleichen.
Die Basler war bis 01 / 2021 nicht in unserem Fokus für Schüler, dies hat sich nach dem Update aber stark geändert. Warum dies so ist, kannst Du im Artikel „Erfahrung & Test Basler Schüler Berufsunfähigkeitsversicherung“ nachlesen.


3. Die Nachversicherungsgarantien der Swiss Life Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler

Zu Beginn wird gleich mal getadelt. Möchte ein Realschüler mehr als 1.000 Euro absichern, so ist dies leider nicht möglich, wie folgende Meldung offenbart.

Das ist sehr schade, immerhin bieten viele Anbieter wie die Allianz, HDI, Alte Leipziger, Basler oder der Volkswohl Bund schon zu Beginn 1.500 Euro an. Die LV 1871 zumindest 1.100 bei einem Realschüler.

Ab der Oberstufe / 11. Klasse sind zumindest 1.300 Euro pro Monat an Absicherung möglich. Immerhin etwas.

Selbst die etwas vorsichtige LV 1871 würde dann aber schon 1.500 Euro anbieten. Hier sticht die Swiss Life für Schüler leider nicht positiv hervor.

Zudem die Beitragsdynamik bei der Swiss Life auf drei Prozent für Schüler begrenzt. Dies ist z.B. auch bei der LV 1871 so, diese kann aber nach Einstieg ins Berufsleben wieder angepasst werden. Viele andere Anbieter bieten ganz normal fünf Prozent an. Warum dies auch immer unsere Empfehlung ist, findest Du im Artikel „Berufsunfähigkeitsversicherung Konfiguration – welche Parameter sind für mich wichtig?“.

Eine garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall kann nur mit einem Prozent vereinbart werden

Oh je. Besonders in jungen Jahren halten wir eine Leistungsdynamik für sehr, sehr wichtig. So kann man den Worst-Case gut absichern. Warum dies sehr wichtig ist, haben wir unter „Fallende Überschüsse im Leistungsfall Berufsunfähigkeitsversicherung 2021“ beschrieben. Sehr schade, dass die Swiss Life nur ein Prozent anbietet. Viele Eltern wollen oft das Beste für ihr Kind und nehmen gleich die vollen drei Prozent, so wie sie viele andere Gesellschaften anbieten.
Zudem endet die Beitragsdynamik mit 55 Jahren. Auch dies kann man besser lösen.

Man merkt irgendwie, dass die Swiss Life vor allem für handwerkliche Berufe eine Lösung sein könnte. Hier werden mal nicht die riesengroßen Gehaltssprünge (wohl) kommen. Für Interessenten mit abgeschlossenem Studium spielt derzeit die Swiss Life zumindest bei uns und vielen Kollegen keine Rolle in der täglichen Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Keine guten Voraussetzungen bei der Swiss Life für Schüler – können aber die Nachversicherungsgarantien glänzen?

Nein, leider nicht. Die 2.500 Euro sind marktüblich, werden aber langsam aufgeweicht, wie man an folgenden Beiträgen nachlesen kann:

Auf dem Papier sieht die Allianz auch gut aus, in der Praxis sieht´s aber leider anders aus, siehe „Die Nachversicherungsgarantie der Allianz Berufsunfähigkeitsversicherung“.

 

Ich möchte unbedingt zur Swiss Life – gibt es keinen Trick, um später höher zu kommen?

Doch, den gibt es. Dieser nennt sich „Zwei-Vertragslösung“ welche wir im Artikel „Aufteilung auf zwei Gesellschaften in der Berufsunfähigkeitsversicherung?sauber beschrieben haben. Bei der Swiss Life hast Du im Moment Nachversicherungsgarantien bis 2.500 Euro (Beitragsdynamiken werden übrigens angerechnet). Teilst Du Deine BU auf mit zwei Anbietern, so hast Du also 2*2.500 Euro (falls jemand auch „nur“ 2.500 Euro anbietet) zur Verfügung. Insgesamt also 5.000 Euro.

Achte dann aber bitte penibel darauf, in welchen Sprüngen die Nachversicherungsgarantie gezogen werden kann. Hier gibt es – trotz geringer Höhe zu Beginn – sehr gute Lösungen, aber auch wiederum keine Guten.

Welche Nachversicherungsgarantien gibt es bei der Swiss Life für Schüler?

Das sind erst einmal die üblichen Klassiker wie:

  • Heirat
  • Geburt / Adoption eines Kindes
  • Wiederaufnahme der Berufstätigkeit innerhalb von 18 Monaten nach der Geburt eines Kindes
  • Scheidung
  • Abschluss einer Beruflichen Weiterbildung wie Meister, Studium, Approbation, etc.
  • Beginn einer Selbstständigkeit
  • Erhöhung des Bruttogehaltes um bis zu 10 %
  • Gehaltssteigerung mit Sprung über die Beitragsbemessungsgrenze
  • Aufnahme eines Darlehens zu einer selbstgenutzten Immobilie
  • Noch einige weitere Fallbeispiele

Interessant finden wir aber den Punkt, dass in den ersten fünf Jahren ereignisunabhängig erhöht werden kann.

Das kann evtl. für ältere Schüler von Betracht sein. Schließt man mit 10 Jahren ab, wird man mit 14 Jahren noch keine Möglichkeit haben aufgrund des aktuellen Umstandes (immer noch Schüler). Eher eine Regelung, wenn man schon im Beruf steht.

Leider gibt es auch keine besonderen Optionen zum Einstieg ins Berufsleben (z.B. nach einem Studium). Das haben andere Gesellschaften weitaus besser gelöst.
Zumindest hat man aber bei der Swiss Life 12 Monate Zeit eine Nachversicherungsgarantie in der Berufsunfähigkeitsversicherung zu ziehen.

Alles in allem sind die Gestaltungsmöglichkeiten aber eher sehr beschränkt und sogar unter dem Marktschnitt für Schüler beim Schweizer Versicherer.


4. Gilt der Verzicht auf eine erneute Gesundheitsprüfung oder eine Risikoprüfung bei der Swiss Life?

Unter den versierten Versicherungsmaklern ist die Frage „Verzichtet der Versicherer in der Nachversicherungsgarantie nur auf eine Gesundheitsprüfung oder auf eine Risikoprüfung“ eines der wichtigsten Punkte bei der Auswahl nach der passenden Gesellschaft für Schüler.

Kleine Info: Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Formen? Verzichtet der Versicherer in seinen Bedingungen „Nur“ auf erneute Gesundheitsprüfung, können folgende Punkte abgefragt werden:

  • Gefährliche Hobbys / Freizeitverhalten
  • Aktuelle Berufliche Tätigkeit
  • Körpergröße & Gewicht
  • Rauchverhalten
  • Geplante Auslandsaufenthalte

Das kann durchaus nach hinten losgehen.
Der Schüler erlernt eine handwerkliche Tätigkeit und möchte später mal eine Nachversicherungsgarantie ziehen. Dann erfolgt für diesen Teil des Vertrags die deutlich teurere Einstufung. Auch wenn man eher Richtung Bürotätigkeit tendiert – vielleicht wird genau dieser Beruf vom Versicherer dann eher als teuer eingestuft? Denken wir auch an einen Studenten der Humanmedizin. Diese Phase (= Studium) wird relativ günstig eingestuft, aber was ist, wenn auf einmal eine chirurgische Laufbahn eingeschlagen wird? Dann wird´s teuer, da das Risiko für den Versicherer stark steigt.
Oder es entwickelt sich in der Freizeit ein Hobby, was durchaus zu Problemen führen kann? So erlebten wir es 2018 bei einem Interessenten, welcher bei einem namenhaften Versicherer die Nachversicherungsgarantie ziehen wollte und nun einen fetten Zuschlag von 50 % bekam aufgrund seiner Kletteraktivitäten.
Ein geplanter Auslandsaufenthalt kann ebenfalls kritisch werden – bis hin zur Nachricht „Sorry, wir möchten Dich nicht versichern, da wo Dich Dein Arbeitgeber verschickt“.

Lange Rede, kurzer Sinn:

Wie löst die Swiss Life in der Schüler BU die Thematik Gesundheits- vs. Risikoprüfung?

Kurz und knapp: Sehr bescheiden. Auch hier drängt sich die Swiss Life für Schulgänger somit leider nicht auf. All die negativen Aspekte, welche beim Verzicht auf eine erneute Risikoprüfung zum Tragen kommen, werden bei der Swiss Life abgefragt. Für Schüler wie auch für weitere Lebensphasen.

Die Swiss Life setzt sogar noch einen Punkt darauf und schreibt explizit, dass es kein Recht auf eine Nachversicherungsgarantie gibt, wenn die versicherte Person einen Beruf ausübt, welchen die Swiss Life momentan nicht versichern möchte. Irgendwie blöd gelaufen…

Es gibt mittlerweile viele Versicherer, welche dies sauber gelöst haben wie die LV 1871, Allianz, Basler oder die Bayerische. Die HDI und der Volkswohl Bund fragen zumindest „nur“ nach dem neuesten Beruf – die weiteren Punkte werden explizit ausgeschlossen. Bei der Swiss Life gibt es leider noch eine der älteren Regelungen am Markt.


5. Gibt es eine berufliche Besserstellungsklausel bei der Swiss Life für Schüler?

Das man beim Abschluss als Schüler nie mehr schlechter gestellt wird bei dem guten Anbieter (es gibt leider immer noch Gesellschaften, wo eine Nachprüfung erfolgen muss nach Eintritt ins Berufsleben...), dürfte hinlänglich bekannt sein. Aber immer mehr setzt sich die Option durch, dass man seinen Beruf überprüfen lassen kann. Besonders für aktuelle Schulgänger ist es sehr wichtig, da die Querschnittsberechnung immer etwas teurer ist, als i.d.R. im Studium oder wenn man z.B. Ingenieur wird. 
Es fängt ja eigentlich schon damit an, wenn man von der Hauptschule auf die Realschule oder das Gymnasium wechselt. Prinzipiell wäre dies immer eine berufliche Besserstellung, was günstigere Beiträge nach sich ziehen lassen müsste.

Bei der Swiss Life ist es interessant geregelt, denn man findet in den allgemeinen Vertragsbedingungen zu diesem Punkt keine Infos. Im Werbetext steht aber folgendes drin:

Wir haben jetzt die Versicherungsvertragsbedingungen dreimal angesehen und haben deswegen auch direkt bei der Swiss Life angefragt. Folgende Antwort gab es:

Die Besserstufungsprüfung ist jederzeit möglich, sobald es einen Berufswechsel gibt.

Dabei gilt grundsätzlich „besser immer, schlechter nimmer"

Praxis-Beispiel:

VP schließt BU ab.

VP= Schüler wechselt ins Wirtschafts-Studium = es erfolgt eine Besserstufung

Bereits nach dem ersten Semester stellt die VP fest, „nö ich möchte doch lieber ins Handwerk"

Wird nun Zimmermann, bleibt aber mit der Absicherung in der alten Berufseinstufung.

Wenn nachversichert würde, würde man den Erhöhungsteil zu den dann aktuellen Berechnungsgrundlagen versichern.

Somit hat es die Swiss Life grundsätzlich relativ sauber geregelt:

  • Es kann immer und jederzeit der Beruf geprüft werden
  • Man fällt nie schlechter, nur besser
  • Der Verzicht gilt aber nur ohne erneute Gesundheitsprüfung, nicht Risikoprüfung

Sehr erfreulich ist zumindest, dass jederzeit die aktuelle Berufsgruppeneinstufung überprüft werden kann und dies nicht an gewissen Fristen hängt. Hier geht die Swiss Life mit positivem Beispiel voran.

Ein anderer Marktteilnehmer beschreibt es so:

So hat es die LV 1871 in Ihren Bedingungen sehr sauber beschrieben

Dies ist die 1A Lösung. Man verzichtet komplett auf eine erneute Risikoprüfung. Es ist aber nicht jederzeit eine Prüfung möglich. Eine Mischung aus beiden Bedingungswerken wäre somit das Ideale ;).


6. So sind die Beiträge für Schüler bei der Swiss Life Berufsunfähigkeitsversicherung

Aufgrund der Vergleichbarkeit und der maximalen Absicherungshöhe bei der Swiss Life nehmen wir jetzt jeweils 1.000 Euro bis 67 Jahre an. Auf eine Leistungsdynamik wird verzichtet, da der Versicherer für Schüler leider nur eine sehr dezente Ausführung einer garantierten Rentensteigerung im Leistungsfall zulässt.

Zahlbeitrag für eine 15-jährige Person am Gymnasium (10.Klasse) bei der Swiss Life:

Der monatliche Beitrag würde in dieser Konstellation bei der Swiss Life Versicherung 45,67 Euro betragen.

Würde der Schüler schon in der Oberstufe gastieren, sieht die Berechnung noch etwas freundlicher aus.

Interessanterweise ist der Unterschied nicht so eklatant wie bei anderen Anbietern. Hier unterscheidet sich die 10. Klasse am Gymnasium von der 11. Klasse teilweise um 20 Prozent und mehr an Zahlbeitrag. Bei der Swiss Life gibt es diesen enormen Sprung nicht bei Schülern.

Nehmen wir zum Vergleich einen 12-Jährigen Schüler an der Hauptschule:

Trotz eines drei Jahre jüngeren Eintrittsalter liegt der Beitrag für einen Hauptschüler deutlich über den obigen Berechnungen.
Man kann es der Swiss Life aber nicht negativ anrechnen – der gesamte Markt ist so aufgestellt. Es gibt schlichtweg die panische Angst, falls der Sprössling mal einen Beruf ausüben wird, der ein sehr hohes Risiko beherbergt, mal berufsunfähig zu werden.

Nehmen wir als Beispiel einen 17-Jährigen Dachdecker mit ebenso einem Absicherungswunsch mit 1.000 Euro bis 67 Jahre:
Vorab = bis 67 Jahre ist eine Absicherung schon mal nicht möglich, dass maximale Endalter liegt bei 65 Jahren.

Trotz der Kürzung um zwei Jahre liegt der Beitrag noch bei 126 Euro. Im Marktvergleich ist dies zudem eine noch relativ günstige Prüfung. Kannst Du Dir nun vorstellen, weshalb die Versicherer selbst bei der Schulform solche krassen Unterschiede in die Tarifkalkulation einfließen lassen?

Wie liegen die Beiträge der Swiss Life im Marktvergleich für Schüler?

Dies nur als kleine Info, damit Du ein Gefühl dafür bekommst. Mach Deine Entscheidung bitte nicht auf den Euro davon abhängig, sondern das Gesamtpaket muss definitiv passen (saubere Annahmequote & Vertragsbedingungen und deren technische Ausgestaltung)

Schüler, 16 Jahre, Oberstufe (11. Klasse Gymnasium) mit 1.000 Euro bis 67 Jahre ohne Leistungsdynamik

GesellschaftNettobeitragBruttobeitrag
LV 187137,74 Euro57,18 Euro
Bayerische42,02 Euro68,32 Euro
Swiss Life46,28 Euro72,31 Euro
Basler47,51 Euro63,35 Euro
Alte Leipziger47,76 Euro61,24 Euro
Volkswohl Bund47,99 Euro71,63 Euro
HDI48,22 Euro64,29 Euro
Condor51,41 Euro78,49 Euro
Allianz55,64 Euro68,69 Euro

Schüler, 13 Jahre mit 1.000 Euro an der Realschule mit Endalter 67 Jahre und ebenfalls ohne garantierter Rentensteigerung im Leistungsfall

GesellschaftNettobeitragBruttobeitrag
LV 187143,05 Euro65,02 Euro
HDI45,07 Euro60,09 Euro
Alte Leipziger46,93 Euro60,17 Euro
Swiss Life50,27 Euro78,54 Euro
Volkswohl Bund50,48 Euro75,35 Euro
Allianz51,86 Euro64,02 Euro
Basler60,10 Euro80,13 Euro
Condor79,19 Euro120,90 Euro

7. Wie lange gilt man bei der Swiss Life als Schüler beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Dies hat die Swiss Life für Schüler kundenfreundlich geregelt, wie man folgendem Statement entnehmen kann:

Der Versicherungsbeginn muss vor dem Beginn einer Berufsausbildung oder eines Studiums liegen. Als Schüler kann man auch noch nach Übergabe des Schulzeugnisses eingestuft werden, wenn das Antragsdatum vor dem Beginn der Schulferien des jeweiligen Bundeslandes liegt, und der Antrag spätestens eine Woche nach Beginn der Schulferien des jeweiligen Bundeslandes in der Niederlassung von Swiss Life vorliegt

Es ist somit nicht bedeutend, wann Du z.B. einen Arbeitsvertrag unterschrieben hast, sondern Du musst offiziell noch nicht in den Ferien sein. Saubere und kundenfreundliche Lösung.


8. Kann ich eine anonyme Risikovoranfrage für eine Schüler BU bei der Swiss Life stellen?

Ja, dies ist möglich. Du kannst eine anonyme wie auch eine normale (= Mit Namen) Risikovoranfrage bei der Swiss Life stellen. Es ist somit keine direkte Antragsstellung nötig, wo Du bei einem nicht gewünschten Ergebnis (Risikozuschlag, Ausschlussklausel oder gar einer Ablehnung) auf dieser „komischen“ HIS Datei landest (ähnlich wie die Schufa – sehr salopp gesagt).

Selbstverständlich kannst Du natürlich über uns die anonyme Risikovoranfrage für die Schüler BU stellen. Wenn Du Dich auch nur ein bisschen mit unserer Homepage auseinandergesetzt hast, merkst Du, dass die Aufbereitung der Gesundheitshistorie und die anschließende anonyme Risikovoranfrage zu unserem Steckenpferd im Unternehmen gehört. Immerhin arbeiten bei uns im kleinen Familienunternehmen alleine drei Personen im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung / Biometrischen Absicherung.

Wie sind Eure Erfahrungen mit der Swiss Life in der Risikovoranfrage?

Vorab – dies ist jetzt nur ein aktueller Erfahrungsschatz von uns und dieser kann sich ggf. auch mal zum Positiven ändern. Im Moment halten wir die Swiss Life für eine Gesellschaft, welche sehr hart votiert. Selbst vermeintliche Kleinigkeiten führen zu (unnötigen) Fragebogen und gleich einer Ausschlussklausel. Hier „trauen“ sich andere Unternehmen und speziell eine Handvoll Risikoprüfer etwas mehr. Der Swiss Life muss man es dann zu gute halten, dass zumindest das Versichertenkollektiv relativ sauber sein dürfte.

Die Annahmequote ist bei Schülern generell viel schwieriger – besonders bei der Swiss Life

Generell gibt es bei Schülern aber das Problem, dass über den gesamten Versicherungsmarkt die Annahmequote in der Berufsunfähigkeitsversicherung erheblich schwieriger ist, als wenn man schon im Studium / beruflichen Alltag angekommen ist.
Der Grund ist so banal wie einfach: Es steht noch nicht fest, welche berufliche Laufbahn der junge Erwachsene mal einschlagen wird. Die Pollenallergie macht im Bürojob mal weniger aus (= normale Annahme), entscheidet man sich aber für den Beruf des Bäckers oder eines Landschaftsgärtners, so kann eine Allergie wiederum entscheidend für einen Leistungsfall sein.

Wie mache ich eine anonyme Risikovoranfrage bei der Swiss Life?

Der beste Ansatzpunkt wäre erst einmal die Lektüre von unserem Artikel „Unser Ansatzweg & Vorgehensweise zur passenden Berufsunfähigkeit!“. In diesem findest Du eigentlich eine „Schritt für Schritt Anleitung“ auf dem Weg zur gewünschten Absicherung. Vorweg sei auf jeden Fall schon mal gesagt, dass wir viel von Dir fordern werden. Fleißarbeit ist somit ausdrücklich erwünscht – aber dafür passt es dann zu 100 Prozent.
Im Artikel „Was kostet eigentlich eine BU – Beratung bei uns & beratet Ihr auch, wenn ich nicht aus Eurer Region bin? beschreiben wir ebenfalls, was wir von Dir fordern, dass wir zur idealen Lösung kommen. Kann dann bei der Swiss Life liegen (wobei…) oder natürlich auch einer anderen Gesellschaft. Wir sind hier frei wie ein Vogel und bekanntlich an niemanden gebunden – als Versicherungsmakler sind wir Sachwalter des Kunden und somit auch rechtlich an Deiner Seite.

Der Service über uns (falls wir Deine Anfrage annehmen) kostet Dich übrigens keinen Cent extra. Ob Du direkt bei der Swiss Life, über Check24 oder einen anderen Vermittler abschließt – die Beiträge sind auf den Cent identisch. Du kaufst Dir aber unser jahrzehntelanges Knowhow mit...;)


9. Bietet die Swiss Life auch einen Starter Tarif an? Wenn ja, was haltet Ihr davon?

Ja, die Swiss Life bietet so etwas wie einen Einsteigertarif an, siehe auch folgende Meldung:

Der Tenor ist wie bei vielen anderen Gesellschaften und deren Tarife ähnlich. Zahle zu Beginn etwas weniger bei vollem Schutz, dafür steigt später der Beitrag stärker an. Mathematisch gesehen ist das leider Nonsens – Starter / Einsteigertarife sind immer teurer als normale Tarife zu Beginn. Anbei ein Beispiel, wie dies in der Praxis aussieht mit 1.000 Euro bis 67 Jahre

Es gibt einen größeren Übergang nach einigen Jahren.

Die Thematik haben wir aber auch im Artikel „Ist eine Starter / Einsteiger Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?näher beschrieben.  Klingt alles auf dem Papier sehr gut, in der Praxis überwiegen aber eher die Nachteile als die Vorteile.

Wann sich der Einsteigertarif SBU 4U bei der Swiss Life aber lohnt:

Ja, wir wissen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht günstig und vielleicht für die Eltern zu teuer – vor allem, wenn mehrere Kinder vorhanden sind. Bevor man aber Harakiri Aktionen wie die Kürzung des Endalters oder die Absicherungshöhe nach unten schraubt, sollte man lieber einen Einsteigertarif wie den SBU 4U wählen. Bitte keine Starter Kompromisse bei der technischen Ausgestaltung. In diesem Fall halten wir solche Tarifvarianten für sinnvoll. Kann man sich den Beitrag jetzt aber schon ohne Schwierigkeiten leisten, sollte man die normale Variante abschließen. Bei der Swiss Life wie auch bei anderen Gesellschaften.


10. Weitere Vor- und Nachteile der Schüler BU von der Swiss Life Versicherung

Positiv:

  • Aufgrund der sehr harten Annahme dürfte das Kollektiv sehr sauber sein & es gab noch nie eine Erhöhung des Nettobeitrages
  • Nachversicherungsgarantie kann innerhalb 12 Monaten gezogen werden
  • Geschlossene Gesundheitsfragen (zumindest für den Großteil)
  • Jederzeit berufliche Besserstellung ohne neue Gesundheitsfragen
  • Gute Form der AU-Klausel (Es muss nicht zeitgleich ein BU Leistungsantrag gestellt werden, es genügt die AU-Bescheinigung).

Negativ:

  • Beitragsdynamik endet mit 55 Jahren
  • Nur Verzicht auf erneute Gesundheitsprüfung in der Nachversicherungsgarantie
  • Keine Teilzeitklausel
  • Grob fahrlässige Verkehrsverstöße sind nicht versichert
  • Geringe Nachversicherungsgarantien bis 2.500 Euro

Die riesengroßen Fallstricke gibt es bei der Swiss Life aber nicht. Es gibt bessere Vertragsbedingungen, aber wenn die Schweizer in einer Konstellation die passende Variante wäre, spricht nichts dagegen. Für Schüler & Studenten sehen wir aber klar andere Marktteilnehmer als besser an. Die Swiss Life spielt vor allem in handwerklichen, sozialen und Industrieberufen ihre Stärken aus. Hier kann die Swiss Life eine Alternative sein (wobei dies als Schüler noch keine Rolle spielt).

Keine Dienstunfähigkeitsklausel vorhanden

Steht auch später eine Verbeamtung auf Lebenszeit an, so ist die Swiss Life keine Alternative. Möchte man die eine Dienstunfähigkeitsversicherung jetzt schon für sein Kind abschließen, so gibt es momentan drei Möglichkeiten am Markt

Wir finden es aber nicht schlimm, dass es bei der Swiss Life keine Dienstunfähigkeitsklausel gibt. Weder für Schüler, noch im normalen Vertragswerk. Ist eben eine geschäftspolitische Entscheidung und auf allen Hochzeiten sollte man auch nicht tanzen. Generell wird die Dienstunfähigkeitsklausel evtl. eh etwas überschätzt – ein sauberes BUV Bedingungswerk sollte man einer schwachen Dienstunfähigkeitsversicherung immer vorziehen. Idealerweise schlagen wir dabei zwei Fliegen mit einer Klappe.



12. Fazit & Erfahrungen zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler von der Swiss Life

Man wird es aus unseren Erzählungen schon rausgehört haben. Wir halten die Swiss Life durchaus für einen kompetenten Versicherer, aber beim Thema Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler ziehen wir im Moment andere Versicherer mit einem weitaus besseren Vertragswerk -besonders bei der technischen Ausgestaltung- vor. Die Gründe wurden hinreichend benannt.

Eine durchwegs extrem harte und nicht immer individuelle Risikoprüfung rundet die Thematik leider ab. Als Schüler muss man schon extrem gesund sein, um eine normale Annahme zu bekommen.
Grundsätzlich halten wir also die LV 1871, den Volkswohl Bund, die HDI, Basler und teilweise auch die Allianz sowie die Condor für die passendere Möglichkeit.  Wenn wir jetzt die Swiss Life wären, würden wir den Artikel "Erfahrung & Test LV 1871 Schüler Berufsunfähigkeitsversicherung" sauber durchlesen und die vielen Positiven Punkte in den AVB´s einbauen ;-). 
Gerne erstellen wir Dir aber auch einen individuellen Vergleich und machen auch für Dich die anonyme Risikovoranfrage bei den Gesellschaften - wir setzen aber Fleißarbeit von deiner Seite voraus (saubere Aufbereitung der Gesundheitshistorie).