1. BU Antrag für junge Leute bis 25 Jahre mit verkürzten Abfragezeiträumen

Die größte Meldung ist sicherlich die Tatsache, dass der Volkswohl Bund nun eine (wohl) dauerhafte Aktion für junge Leute eingeführt hat. Damit ist man nun in einer Tradition wie die Baloise (oder seit Mai 2026 = Helvetia), NürnbergerHDISignal IdunaLV 1871Hannoversche, Canada Life und die Ergo

Das sind die Verbesserungen bei den Gesundheitsfragen im Vergleich zu einem normalen Antrag:

Thema“normaler Antrag”junge Leute Antrag
Stationär / OPzehn Jahrefünf Jahre
Ambulant (außer Psyche)fünf Jahredrei Jahre
Medikamente / Drogenfünf Jahredrei Jahre

In der Praxis gibt es somit folgende Antragsfragen beim Volkswohl Bund für junge Leute:

An diesen Gesundheitsfragen merkt man eindeutig die Handschrift des eigentlichen Antrags des Volkswohl Bund. Es wurden einfach die Abfragezeiträume verkürzt. Finden wir eigentlich ganz gut. Die sehr faire Formulierung der Fragestellung bleibt mit:

Wurden Sie in den nachfolgend genannten Zeiträumen wegen Erkrankungen oder Beschwerden ärztlich oder therapeutisch beraten, untersucht oder behandelt?

Sprich, es gibt keine offene Fragestellung nach Beschwerden, Missempfindungen oder Störungen in den letzten drei bis fünf Jahren. Klar, untenstehend kommt noch die Frage nach der dauerhaften körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung, ohne ärztlich therapeutisch behandelt worden zu sein, aber das finden wir normal. Ein typisches Beispiel wäre hier, wenn im Kindesalter aufgrund eines Unfalls der linke Arm verloren wurde. Das wurde nicht in den letzten drei bis fünf Jahren behandelt, müsste hier aber angegeben werden. Irgendwie logisch. 

Die Frage nach psychischen Behandlungen bleibt bei fünf Jahren

Eine einzige Ausnahme bei der Reduzierung auf fünf Jahre spielen psychische Erkrankungen. Hier möchte der Volkswohl Bund weiterhin über die letzten fünf Jahre Bescheid wissen (z.B. über Depressionen, Ängste, Essstörungen, Schlafstörungen), Lernschwierigkeiten oder Entwicklungsstörungen). Finden wir zwar etwas schade, dass dies nicht auf drei Jahre reduziert wurde, aber können wir nachvollziehen aus Sicht des Versicherers. Psychische Erkrankungen sind der häufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit, das erleben wir auch bei uns im Bestand. Eine Ja-Antwort wäre zudem keine Tragik, denn es kann eine anonyme Risikovoranfrage gestellt werden. Kenner der Szene wissen ja, dass der Volkswohl Bund eine der besten und individuellsten Risikoprüfungen am Markt besitzt. 

Ebenso gab es eine Verkürzung des Abfragezeitraums beim Drogenkonsum von fünf auf drei Jahre. Der (auch einmalige) Konsum von Cannabis wird weiterhin drei Jahre abgefragt. Hier finden wir die Lösung der LV 1871 etwas besser, die es auf drei Monate für junge Leute beschränkt. Natürlich wird auch das Rauchverhalten weiterhin abgefragt im BU-Antrag. 

  • Grundsätzlich ein guter und solider junge Leute-Antrag, ohne das Kollektiv aus dem Auge zu verlieren. Dies ist dem Volkswohl Bund bekanntlich sehr wichtig, da spielt evtl. auch die Rolle als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit eine kleine Rolle. 

Welche technische Ausgestaltung gibt es in dieser BU-Aktion des Volkswohl Bunds?

Folgende Parameter gelten in dieser Aktion!

Somit gibt es praktisch keine Einschränkungen gegenüber dem normalen Antrag, zumindest nicht bei der technischen Ausgestaltung

Wir freuen uns also, dass die Liste der verkürzten Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung wieder einen Zuwachs bekommen hat.

Den Originalantrag findest du folgendermaßen:

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2. Verbesserte finanzielle Angemessenheit

Vor einigen Jahren stellte der Volkswohl Bund seine Prüfung der finanziellen Angemessenheit (= wie viel kann eigentlich jemand in der Berufsunfähigkeitsversicherung absichern) vom Netto- auf die Bruttoberechnung um. Dies war ein Meilenstein und damals vor einiger Zeit auch recht hoch im Marktvergleich. Bis 85.000 Euro ließ der Volkswohl Bund 65 Prozent zu, danach aber nur noch 35 Prozent. Diese Werte wurden nun nach oben gezogen, natürlich auch etwas der Inflation und dem damit verbundenen Kaufkraftverlust geschuldet. Nun können bis 100.000 Euro 65 Prozent angerechnet werden, darüber hinaus bleibt es bei 35 Prozent. 

Damit man sich hier auch direkt etwas bildlich vorstellen kann, bauen wir mal einen Vorher-nachher Vergleich:

Bruttogehalt im JahrBisherige AbsicherungshöheNeue Absicherungshöhe  
85.000 Euro4.604 Euro mtl. BU-Rente4.604 Euro mtl. BU-Rente  
100.000 Euro5.041 Euro mtl. BU-Rente5.416 Euro mtl. BU-Rente  
150.000 Euro6.499 Euro mtl. BU-Rente6.874 Euro mtl. BU-Rente  

Nicht die Welt, aber es wurde schlichtweg nach oben gezogen. Möchte man später mal eine Erhöhungsmöglichkeit / Nachversicherung ziehen, gelten diese Grenzen übrigens nicht mehr, denn dann kommen pauschal 60 Prozent des Bruttogehaltes ohne Abstufung zur Geltung. 

  • Etwas schade finden wir in diesem Zusammenhang, dass die Anrechnung des Versorgungswerkes (relevant für z.B. Ärzte, RechtsanwälteSteuerberater, Architekten, Apotheker und Co.) weiterhin ab einer privaten BU-Rente von 50.000 Euro p.a. stattfindet. Da gefällt uns die Lösung der Helvetia / Baloise bzw. BarmeniaGothaer doch besser, die gänzlich auf diese unsinnige Anrechnung verzichten. 

3. Messlatte für Gehaltsnachweise sowie für Existenzgründer wurde nach oben gezogen

Auch das ist etwas der Inflation geschuldet, und somit ist es folgerichtig, dass dies nachgezogen wurde. 

  • Einkommensnachweise werden statt bei einer mtl. BU-Rente von über 2.500 Euro erst ab mehr als 3.000 Euro benötigt. Bis dahin gelten die Angaben im Antrag. Sind diese plausibel mit der obigen Berechnung, müssen dem Antrag keine Gehaltsnachweise mehr beigelegt werden. 
  • Existenzgründer bestimmter Kammerberufe können nun pauschal 2.500 Euro absichern, ohne Einkommensangaben. Hier gab es bisher aber noch nie so große Probleme, um eine individuelle Lösung zu finden. Dies wurde nun einfach etwas verschriftlicht. 

Somit etwas weniger Arbeit & Nachweise für alle. Für den Kunden, für uns, für den Versicherer. Win-Win-Situation, würden wir mal sagen.


4. Juhu, endlich kann der Risikozuschlag von uns gerechnet werden!

Ein großes Ärgernis fiel nun weg, was so gut wie kein (guter) BU-Versicherer mehr so hatte. Vorher aber ein bisschen die Vorgeschichte.

Nicht immer bekommt man bei einer anonymen Risikovoranfrage das Wunschergebnis einer normalen Annahme. Eine der beiden großen Möglichkeiten ist zum einen die Ausschlussklausel. Sprich, diese und jene Erkrankung oder Hobbys sind nicht versichert. Etwas charmanter ist oftmals ein Risikozuschlag. Es gibt kompletten Versicherungsschutz, aber zu einem etwas erhöhten Beitrag. Dieser kann mal 10,25 oder auch 50 Prozent Zuschlag sein. Kommt vor. Bisher konnten wir dafür keine direkte Berechnung durchführen, sondern mussten diese Berechnung immer beim Volkswohl Bund anfordern, was regelmäßig in einem E-Mail-Pingpong endete. 

Nun gibt es im Tarifrechner des Volkswohl Bunds endlich das Eingabefeld eines möglichen Risikozuschlags:

Wir freuen uns als spezialisierter Versicherungsmakler mit Schwerpunkt Berufsunfähigkeitsversicherung sehr darüber, wenngleich es eigentlich schon seit Jahren hätte kommen müssen. Aber nun gut, freuen wir uns über die kleinen Dinge des Lebens über die minimale Prozessoptimierung und weniger (sinnfreien) Arbeitsaufwand. Somit können wir unseren Interessenten und Kunden direkt sagen, was der Risikozuschlag in der Berufsunfähigkeitsversicherung auf Euro und Cent ausmacht, denn eine lineare Hochrechnung von exakt 25 Prozent kann leider nicht gemacht werden. 

  • Wir freuen uns also auch über die kleinen Verbesserungen in der großen, weiten Biometriewelt.

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5. Fazit zum Sommerupdate des Volkswohl Bunds

Wobei, ein Update ist das ja eigentlich gar nicht. An den Vertragsbedingungen gab es keinerlei Veränderungen, man schaffte eher eine kleine Erleichterung für den Makler, verbesserte Annahmerichtlinien für Neuanträge und schuf eine neue Aktion für junge Leute. Letzteres dürfte sicherlich die größte Aufmerksamkeit bekommen, man reiht sich nun also bei den Gesellschaften an, die verkürzte Gesundheitsfragen für junge Personen anbieten. Wir rechnen durchaus mit Praxisrelevanz und haben vorsichtshalber gleich mal einen Fragebogen für diese Aktion entworfen ;), wenngleich der eine negative Passus für Schüler weiterhin Bestand hat und somit der Volkswohl Bund für Schüler alles andere als die erste Wahl bleibt (war man zum Vertragsabschluss Schüler, wird bei einer Nachversicherung der aktuelle Beruf für die Erhöhung geprüft, die weiteren Spitzenanbieter haben dies am Markt kundenfreundlicher gelöst).  Beim nächsten Update hoffen wir mal, dass das Thema Nachversicherung wieder angegriffen wird - mit 3.000 Euro normaler Nachversicherung sowie (bis zu) 6.000 Euro Karrieregarantie bewegt sich andere Anbieter immer weiter weg. Standard sind fast schon 4.000 Euro im gehobenen BU-Markt 😉.

  • PS: Kleiner Schwenk zur Risikolebensversicherung des Volkswohl Bund bzw. deren Tochter “Die Dortmunder”: Die vorgezogene Todesfallleistung ist ab sofort auch im Starter-Paket und somit in allen drei möglichen Paketen inklusive.