1. Seltene Zielgruppe, die aber durchaus sinnig ist

Normalerweise kennen wir von den Anbietern ja eher Aktionen für junge Leute. Hier ist die Helvetia bzw. frühere Baloise ja sogar die Mutter aller Junge-Leute Aktionen, seit 2016 dürfte es verkürzte Gesundheitsfragen für diese Zielgruppe geben, die über all die Jahre aber immer weiter verfeinert wurde von der Fragestellung her. Sprich: kundenfreundlicher. Man munkelt, auch unsere Verbesserungsvorschläge wurden im Hause gerne gesehen ;). Über all die Jahre gab und gibt es immer mehr Anbieter, die Ähnliches anbieten. Seit vielen Jahren die NürnbergerSignal IdunaLV 1871Hannoversche und seit wenigen Wochen die Canada Life (aber bis Ende 2026 befristet) sowie der Volkswohl Bund

Was sind die Ziele der verkürzten Gesundheitsfragen?

Natürlich indirekt mehr Anträge und somit mehr Geschäft, insbesondere in der sehr interessanten Zielgruppe von jungen Menschen, die ja schlichtweg dann noch eine sehr lange Vertragslaufzeit haben werden. Es ist für den Versicherer immer ein Spiel mit zwei Seiten der Medaille. Zum einen möchte man seinen Kundenstamm erweitern, auf der anderen Seite sollte das Versichertenkollektiv nicht aus dem Auge gelassen werden. Die Beiträge in der BU-Versicherung sollten und müssen langfristig stabil bleiben, ebenso eine saubere Leistungsfallabwicklung. 
Oftmals gibt es verkürzte Abfragezeiträume, von fünf auf drei Jahre für Interessenten ab dem zehnten Lebensjahr (sprich, der Schüler Berufsunfähigkeitsversicherung). Hier ist der Tenor der Argumentation der BU-Versicherer dann einfach häufig = Wenn eine Vorerkrankung wirklich problematisch ist, dann trat diese auch in den letzten drei Jahren auf, da hilft uns die Information von fünf Jahren gar nicht mal mehr so viel. Vornehmlich auch in der Phase des Wachstums, da ist der Körper oftmals noch nicht ausgereift.

Die Besonderheit der Helvetia Aktion in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Nachdem man rein vom Alter her für die verkürzten Gesundheitsfragen irgendwann nicht mehr infrage kommt (beim Volkswohl Bund sogar ab 25 Jahre, Signal Iduna erst ab 40 Jahren), kommen die normalen Antragsfragen zur Geltung. In diese Kerbe schlägt jetzt die Helvetia (also frühere Baloise), bis zum 40. Lebensjahr für bestimmte (gute) Berufsgruppen weiterhin eine verkürzte Antragsprüfung anzubieten. Man schlägt also in die Kerbe zwischen einer Jungen-Leute-Aktion und dem regulären Antrag, somit wächst auch wieder unsere Übersichtsseite der Sonderaktionen in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Das schauen wir uns jetzt alles etwas genauer an. 

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2. So sind die Gesundheitsfragen des neuen Zielgruppenantrags der Helvetia

Bevor wir noch lang quatschen – so ist der neue Zielgruppenantrag der Helvetia für bestimmte Berufsgruppen zwischen 30 und 40 Jahren.

Kenner der Szene merken gleich, dass dies eigentlich eine Fortführung des Junge Leute-Antrags von der Fragestellung bei der Helvetia ist. Es sind quasi alle Fragen identisch, die Abfragezeiträume für ambulante Behandlungen sind (fast) komplett bei drei Jahren. Bis auf eine Ausnahme. Natürlich ist eine Ja-Antwort keine Tragik, es kann weiterhin eine anonyme Risikovoranfrage gestellt werden.

Die Frage nach psychischen Behandlungen liegt bei fünf Jahren

Wie im regulären Antrag liegt die Frage nach psychischen Erkrankungen, Störungen der Psyche oder Entwicklungsstörungen bei fünf Jahren. Diese Frage ist sogar offen gestellt und nicht nach dem Schema „beraten, untersucht oder behandelt“. Aus Kunden- und Maklersicht finden wir dies jetzt nicht optimal, da dies doch ein offenes Einfallstor bildet, aber wir können auch den Versicherer verstehen. Psychische Erkrankungen sind der häufigste Grund für die Berufsunfähigkeit und da möchte man natürlich genauer hinsehen. Zudem entwickeln sich psychische Erkrankungen selten von heute auf morgen, sondern schleichend über Monate und Jahre. Ok, bei maximal sechs Monaten gibt es die reguläre Frage nach Gesundheitsstörungen sowie Beschwerden, aber die Helvetia baut sich den Sicherheits-Joker mit fünf Jahren ein. Hier pochen ja zwei Herzen in meiner Brust. Aus Kundensicht ungünstig, denken wir aber an das Versichertenkollektiv, können wir es nachvollziehen.

Wir haben in der Berufsunfähigkeitsversicherung ja generell die Thematik, dass die Vertragsbedingungen sich in den letzten Jahren massiv verbessert haben, ebenso die kundenfreundliche technische Ausgestaltung wie Nachversicherung & Beitragsdynamik (was für den Versicherer ein langfristiges Risiko darstellt), ebenso kann die Cash+ Regelung jeweils eingebaut werden. Für die guten Berufsgruppen wurden zudem die Beiträge massiv günstiger und zu guter Letzt verringerten sich die Abfragezeiträume, der Versicherer bekommt weniger mit. Immer höher, schneller, weiter - bei der Helvetia wird aber mit dieser etwas anderen Frage nach psychischen Beschwerden der Spieß ganz langsam umgedreht. Können wir nachvollziehen.

Info

Keine Veränderungen bei weiteren Angaben zu Risiken

Auch keine Änderungen gab es bei:

Alles bleibt somit identisch. 


3. Wer kann diese Zielgruppenaktion abschließen & bis zu welcher Höhe?

Die Helvetia konzentriert sich hier auf 30- bis 40-jährige angehende Kunden in vermeintlich attraktiven Berufsfeldern wie dem MINTLern sowie den Kammerberufen. Das können u.a. folgende Berufe sein:

KammerberufeIT-BerufeIngenieureSonstige MINT-Berufe
Arzt/inSoftwareentwicklerMaschinenbauingenieurWissenschaftliche Mitarbeiter
RechtsanwaltIT-SystemadministratorBauingenieurArchitekt
SteuerberaterSoftware EngineerEntwicklungsingenieurPsychologe
ApothekerWirtschaftsinformatikerWirtschaftsingenieurChemiker
WirtschaftsprüferDiplom-InformatikerProjektingenieurAugenoptiker
  IngenieurAktuar
  Diplom-IngenieurMathematiker
  ElektroingenieurBiologe

Eine weitere Voraussetzung sind mindestens 70 Prozent Bürotätigkeit und zudem muss ein akademischer Abschluss vorliegen. Daran dürfte es aber meistens nicht scheitern. Wobei - das Interessante ist ja bei Ärzten, diese haben selten 70 Prozent Bürotätigkeit, lustigerweise spielt die Angabe der Bürotätigkeit für die Prämie aber keine Rolle bei der Helvetia. Das ist etwas undeutlich ausgedrückt. 

Die Aktion gilt sowohl für Angestellte wie auch für Selbstständige, es gibt also keinen Unterschied. 

Tipp

Wie finde ich raus, ob ich zu dieser Zielgruppe gehöre?

Ganz einfach - frage bei uns an. 

  • In unserem Tarifrechner kommen automatisch die verkürzten Gesundheitsfragen & somit können wir dir mitteilen, ob deine berufliche Tätigkeit in Frage kommt. 

Wie hoch darf die mtl. BU-Rente bei dieser Aktion sein?

Es können bis zu 3.000 Euro mtl. BU-Rente abgesichert werden.

Das ist analog derselbe Wert, wie wenn man einen normalen Antrag bei der Helvetia stellen würde. Über 3.000 Euro beginnt ja der Bereich mit ärztlicher Untersuchung & Befundbericht. Es gibt zudem keine Einschränkungen bei der BeitragsdynamikNachversicherung einschließlich der beliebten Karrieregarantie (für Kammerberufe wie ÄrzteRechtsanwälteApothekerSteuerberaterArchitekten, etc. sogar bis 7.500 Euro). 

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4. Fazit zum Zielgruppenantrag der Helvetia Berufsunfähigkeitsversicherung

Interessant, wie man in die Kerbe zwischen einer Junge-Leute-Aktion und einem regulären Antrag schlägt. Man möchte für die attraktive Zielgruppe eine schlankere Lösung bieten, ohne sich aber zu sehr aus dem Fenster zu lehnen. Wir sehen, der Markt ist und bleibt sehr dynamisch und die Helvetia bzw. die Baloise versucht weiterhin, eine tragende und aktive Rolle zu spielen. Da wir in unserer Kundenberatung fast ausschließlich Akademiker haben (Schüler & Studenten mal ausgenommen), dürfte diese Zielgruppenaktion mit verkürzten Gesundheitsfragen durchaus eine Rolle für uns spielen.