Cash+(3) Helvetia BU – Einmalzahlung im Leistungsfall
Der bekannte Cash+-Baustein der früheren Baloise Berufsunfähigkeitsversicherung unter neuem Namen Helvetia.
Neue Innovationen gibt es nicht mehr so viele in der großen weiten Welt der Berufsunfähigkeitsversicherung. Die frühere Baloise, vielen vielleicht noch als Basler bekannt, wagte sich mit dem BU-Update 01 / 2023 an eine neue Sache: eine zusätzliche Einmalzahlung im BU-Leistungsfall von bis zu drei Jahresrenten.
Nun hat sich der Name geändert. Aus Baloise wurde im Marktauftritt Helvetia. Inhaltlich bleibt der Cash+-Baustein aber gleich: Es geht weiterhin um eine zusätzliche Kapitalleistung im Leistungsfall der Berufsunfähigkeitsversicherung. Also etwas in Richtung Dread-Disease-Versicherung, aber mit dem Leistungsauslöser Berufsunfähigkeit.
Wenn sich fachlich nichts Grundsätzliches ändert, müssen wir auch nicht so tun, als wäre Cash+ unter Helvetia plötzlich ein komplett neues Produkt. In diesem Artikel möchten wir daher den Sinn oder Unsinn dieses Zusatzbausteins beleuchten. Inzwischen gibt es ja auch schon Nachahmer am Markt.
Kurz eingeordnet: Was ändert sich durch Helvetia?
Cash+ ist kein neuer Baustein, der plötzlich komplett anders funktioniert. Vielmehr handelt es sich um die bekannte Cash+-Lösung aus der früheren Baloise Berufsunfähigkeitsversicherung, die nun nach der Fusion unter dem Namen Helvetia eingeordnet wird. Die Grundlogik, die Grenzen und unsere fachliche Bewertung bleiben deshalb weitgehend gleich.
Neu ist vor allem der Markenname und damit auch die Frage, wie Interessenten den bisherigen Baloise-Baustein künftig unter Helvetia einordnen sollen.
1. Die grundsätzlich Idee hinter Cash+
Die grundsätzliche Idee dahinter finden wir erst einmal gar nicht so schlecht. Wird man ein Leistungsfall in der Berufsunfähigkeitsversicherung, hat man zu Beginn vielleicht hohe Kosten durch Medikamente, einen laufenden Immobilienkredit oder vielleicht muss der Lebenspartner etwas kürzertreten, um auf die Kinder aufzupassen. Gründe gibt es viele und über zu viel finanzielle Mittel hat sich noch niemand beklagt.
Insbesondere kommt zudem zum Tragen, dass die allermeisten versicherten Personen, welche berufsunfähig geworden sind, bald wieder arbeiten möchten. Vielleicht aber sogar zu schnell und man neigt zum Raubbau an seinem Körper. Oder das Kapital kann einfach angelegt werden für die eigene private Altersvorsorge, in unsere Bierl Invest-Strategie oder um das eigene Immobiliendarlehen zu tilgen.
Cash+ stammt ursprünglich aus der Baloise Berufsunfähigkeitsversicherung und wird nun unter dem Namen Helvetia eingeordnet. Inhaltlich ändert sich am Grundprinzip nach aktuellem Stand nichts: Es gibt im BU-Leistungsfall zusätzlich zur monatlichen Rente eine einmalige Kapitalzahlung.
Die Helvetia nennt in ihrer Vertriebsinfo auch folgende Kostengründe, warum Cash+ sinnvoll ist:

2. Gibt es aber nicht schon Einmalzahlungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Ja, teilweise haben diese schon Einzug erhalten bei manchen Gesellschaften bzw. Tarifvarianten. Aber in der Regel sind diese recht stark gedeckelt. Anbei ein kleiner Einblick in den Markt:
- Bei der Bayerischen gibt es im Tarif Prestige, welcher eher selten ausgewählt wird, drei Monatsrenten einmalig im erstmaligen Leistungsfall, aber maximal 6.000 Euro.
- Bei der Hannoverschen gibt es drei zusätzliche Monatsrenten, wenn der Leistungsfall aufgrund eines Unfalls (!) eingetreten ist.
- Die Condor Versicherung bietet im Premiumtarif, der aber schon erheblich preisintensiver ist als die normale Comfortvariante, eine ganze Jahresrente (!) an. Das orientiert sich somit schon etwas an der Cash+ Variante, welche ursprünglich von der Baloise eingeführt wurde.
- Die im BU-Bereich eher nicht so bedeutende Barmenia Versicherung zahlt, wenn vereinbart, eine Überbrückungshilfe von sechs Monatsrenten.
- Ebenso die Continentale. Diese leistet ebenfalls sechs Monatsrenten, wenn der Baustein „Sofortkapital“ ausgewählt wurde.
- Die Gothaer bietet drei Monatsrenten, aber maximal 3.000 Euro an, wenn die Berufsunfähigkeit durch einen Unfall eintritt. Das Ganze noch im Premium Tarif. Herzlich gelacht, der Mehrwert somit sehr gering.
- Beim Volkswohl Bund gibt es seit dem neuesten Update Anfang 2025 einen ähnlichen Baustein wie Cash+1 bei der früheren Baloise, mit einer Einmalzahlung in Höhe einer Jahresrente. Mehr dazu im eigenen Artikel „Wie sinnvoll ist die Einmalleistung der Volkswohl Bund BU-Versicherung?“.
Es gibt bzw. gab also schon Bestrebungen und inzwischen auch erste Nachahmer in dieser Hinsicht. Die Baloise ging Anfang 2023 aber offensiv einen neuen Weg. Unter dem Namen Helvetia bleibt dieser Baustein nach aktuellem Stand inhaltlich gleich: Es können bis zu drei Jahresrenten (!) als Einmalzahlung vereinbart werden.
Es gibt hierbei aber eine Grenze. Bei Cash+1 maximal eine Jahresrente oder 90.000 Euro. Sprich, es darf maximal eine BU-Rente von 7.500 Euro monatlich abgesichert werden. Bei Cash+3 sind es drei Jahresrenten, aber maximal 72.000 Euro, was eine monatliche BU-Rente von 2.000 Euro ergibt.
Die gesamte Auszahlung wäre übrigens steuerfrei.
Wie verhält es sich mit der Beitragsdynamik bei Cash+ der Helvetia?
Durch die Dynamik der Beiträge steigt nicht nur deine Höhe der BU-Rente, sondern auch die abgesicherte Summe bei Cash+. Bis zum jeweiligen Deckel von 90.000 Euro respektive 72.000 Euro bei Cash+3. Danach steigt natürlich auch nicht mehr der Beitrag von Cash+ bei der Versicherung an.
Bei Cash+3 gibt es aber nur bis zum 50. Lebensjahr das Dreifache an BU-Rente. Bist du ein halbes Jahrhundert alt, verringert sich die Auszahlung auf eine einmalige Jahresrente.
Bei einer monatlichen BU-Rentenhöhe von 1.000 Euro und Cash+3 kann der Ablauf also folgendermaßen aussehen:
Zudem fällt noch die rückwirkende Rentenzahlung für die versicherte Person an. Der Leistungsfall in der Berufsunfähigkeitsversicherung zieht sich ja immer etwas hin und der Prognosezeitraum von sechs Monaten muss auch erfüllt sein. Nach Anerkenntnis durch den Versicherer gibt es rückwirkend auf einen Schlag die Rente für die Zeit, seitdem die Person berufsunfähig ist.
In Kombination mit Cash+ kann man sich somit etwas mehr in Ruhe auf die Genesung konzentrieren.
Es gibt übrigens keine Einschränkung wegen diversen Krankheiten. Cash+ leistet also bei jeglichen Krankheitsbildern, durch welche der Leistungsfall eingetreten ist. Also nicht nur bei Unfällen wie bei manchen Mitbewerbern, sondern bei jeglichen Erkrankungen, einschließlich der Psyche.
Der Baustein Cash+ leistet also, wenn eine 50-prozentige Berufsunfähigkeit attestiert wurde und nicht wie bei einer Dread Disease Versicherung, bei welcher es auch eine Einmalzahlung statt einer monatlichen Rente gibt, bei einer schweren Krankheit. Es kann derselbe Leistungsauslöser sein, muss aber nicht.
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3. Wer kann Cash+ bei der Helvetia vereinbaren?
Jeder, es gibt keine Einschränkungen. Somit können auch Schüler, Studenten, Azubis, Berufsanfänger oder Routiniers den Baustein einbauen.
Dieser eignet sich vor allem auch dafür, wenn die maximale Rentenhöhe in der Berufsunfähigkeitsversicherung schon erreicht wurde und man eigentlich noch etwas mehr absichern möchte. Oder auch für Eltern, die frühzeitig an die Schüler Berufsunfähigkeitsversicherung gedacht haben.
Wichtig bleibt aber: Cash+ ist ein Zusatzbaustein. Die ausreichend hohe monatliche BU-Rente sollte immer zuerst sauber geplant werden.
4. Wie hoch sind die Kosten von Cash+ bei der Helvetia?
Diese Tarifvariante ist ein separater Punkt, welcher angewählt werden muss. Selbstverständlich finden hier die üblichen Parameter zur Berechnung des Beitrages in der BU statt, wie z.B.:
- Beruf
- höchste Weiterbildung / Qualifikation
- Endalter
- Rauchverhalten
- Votum nach erfolgter Risikovoranfrage, also Zuschlag, Ausschluss etc.
Gab es 25 Prozent Risikozuschlag aufgrund eines z.B. gefährlichen Hobbys, dann erfolgte dieser Zuschlag auch für Cash+.
Es gibt somit keinen Unterschied zum normalen Antrag bei der Helvetia in der BU. Die Laufzeit bei Cash+ ist immer identisch mit der Laufzeit im normalen Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
Am Beispiel eines Ingenieurs mit 33 Jahren sieht man nun die Leistung. Es gibt eine monatliche BU-Rente von 2.000 Euro, zusätzlich einmalig bis zum 50. Lebensjahr eine Auszahlung von 72.000 Euro. Wobei durch die Beitragsdynamik und hoffentlich auch der Nachversicherung die BU-Rente weitaus höher liegt. Ggf. gab es ja auch eine Aufteilung auf zwei Versicherer.
Man sieht in der aktuellen Police der Helvetia, ist noch von der Baloise die Rede ;).
Der Beitrag der Prämie bei Cash+:
- Cash+1 hat einen prozentualen Aufschlag beim Eintrittsalter von 20 bis 40 Jahren: 11-14 Prozent (bei 30 Jahren z.B. 12 Prozent)
- Cash+3 hat einen Aufschlag beim Eintrittsalter 20 bis 40 Jahre von: 18-19 Prozent (bei 30 Jahren: 18 Prozent)
Cash+ bleibt bis zum Ende der Laufzeit gedeckelt, es fehlt somit eine mögliche Kaufkraftanpassung
Wie bereits angemerkt, Cash+3 entfällt mit 50 Jahren (aus diesem Grund sind die Beiträge für Cash+3 auch nicht dreifach so hoch wie bei Cash+1). Die Kapitalabfindung bei Cash+1 besitzt hingegen keine zeitliche Begrenzung und würde bis zum Laufzeitende gelten. Dies führt beim Cash+3 zu dem praktischen Problem, dass der Mehrbeitrag bis zum Ende der Laufzeit trotzdem prozentual auf die reguläre Prämie entfällt. Auch sind die max. 72.000 € Einmalzahlung aus Cash+3 bei einer Durchschnittsinflation von 2,4% in 20 Jahren nur noch ca. 45.000€ wert. Cash+ bleibt quasi über die ganze Laufzeit gedeckelt, während die BU-Rente und der Beitrag durch die Beitragsdynamik, die du hoffentlich eingebaut hast, ansteigen.
Du kannst gerne auch selber direkt den Tarifrechner der Helvetia benutzen und verschiedene Varianten durchspielen. Diesen findest Du unter:
Tarifrechner Helvetia Berufsunfähigkeitsversicherung
Anbei noch ein paar Berechnungsbeispiele.
Nettobeitrag 25-jähriger Softwareentwickler nur mit Zusatzbaustein Cash+:
| ohne Cash+ | mit Cash+ | mit Cash+3 | |
| 1000€ BU-Rente | 24,19€ | 27,20€ | 28,90€ |
| 2000€ BU-Rente | 46,93€ | 52,96€ | 56,35€ |
Nettobeitrag 18-jähriger Student Humanmedizin nur mit Zusatzbaustein Cash+:
| ohne Cash+ | mit Cash+ | mit Cash+3 | |
| 1000€ BU-Rente | 23,26€ | 26,02€ | 27,74€ |
| 2000€ BU-Rente | 45,07€ | 50,59€ | 54,04€ |
Nettobeitrag 35-jähriger Erzieher nur mit Zusatzbaustein Cash+:
| ohne Cash+ | mit Cash+ | mit Cash+3 | |
| 1000€ BU-Rente | 88,39€ | 101,26€ | 106,77€ |
| 2000€ BU-Rente | 175,32€ | 201,09€ | 212,10€ |
5. Wichtige Fragen zu Cash+
Cash+ ist ein optionaler Baustein, der im Leistungsfall zusätzlich zur monatlichen BU-Rente eine einmalige Kapitalzahlung gewährt – in zwei Varianten:
- Cash+1: Auszahlung in Höhe einer Jahresrente
- Cash+3: Auszahlung in Höhe dreier Jahresrenten
Nein, das ist nicht möglich. Wurde zwar bei der früheren Baloise diskutiert, aber der Beitrag müsste deutlich höher liegen, wenn es diese Option gegeben hätte.
Nein, die Entscheidung ist fix und kann nicht verändert werden.
Ja, seit dem neuesten BU-Update der früheren Baloise im Januar 2025 kannst du den Cash+ Baustein auch nachträglich in deinen BU-Vertrag einbauen.
Allerdings wird dann eine erneute Gesundheits- und Risikoprüfung notwendig sein. Dies sehen wir aus Sicht des Kollektivs aber nicht unbedingt negativ.
Hast du deinen Vertrag vor 2025 abgeschlossen und damit ältere Bedingungen, ist ein nachträglicher Einbau nicht möglich.
Durch die Ausübung der Nachversicherung erhöht sich die Kapitalleistung nicht.
Der Vollständigkeit halber: Durch die Dynamik von 3 Prozent bzw. 5 Prozent steigt die BU-Rente und somit auch die Kapitalleistung bis zum maximalen Deckel.
Jeder Versicherungsnehmer kann ihn wählen – unabhängig vom Alter oder Status. Also Schüler, Student, Berufseinsteiger oder Berufstätiger.
Für alle, die sofortige finanzielle Unterstützung brauchen, z.B. für Kredittilgung, Therapien, Reha oder Umschulung. Ebenso für Personen, die eine kleine Privatreserve für den Übergang ins Berufsleben oder finanzielle Engpässe wünschen.
Cash+ schafft Entscheidungsfreiheit im Leistungsfall und kann unabhängig genutzt werden – auch für Beratung oder berufliche Wiedereingliederung.
Es ist ein durchdachtes Produkt, das nicht nur einmalig für finanzielle Entlastung sorgt, sondern auch psychisch stabilisierend wirken kann. Bei Bedarf ist die Kapitalzahlung schnell verfügbar.
Ob es sinnvoll ist, hängt von deiner individuellen Planung ab. Es ergänzt Strategien wie zwei Verträge oder Leistungsdynamik, kann aber auch deine Absicherung gezielter machen.
6. Fazit zu Cash+ der Helvetia Berufsunfähigkeitsversicherung
Interessanter Ansatzpunkt, wo man gespannt sein darf, wie sich dieser durchsetzt. Es gibt ja inzwischen schon die ersten Nachahmer. Wir stellen diese Innovation seit Anfang 2023 unseren Interessenten im Rahmen unserer BU-Beratung vor.
Zum aktuellen Zeitpunkt können wir sagen, dass bisher ca. 10 Prozent unserer Kunden, die bei der Helvetia und früheren Baloise einen BU-Vertrag abschließen, den Cash+ Baustein einbauen.
Die noch etwas geringe Durchdringung bei uns ist sicherlich ein wenig damit begründet, dass wir sehr häufig 2-Vertrags-Lösungen in der BU vermitteln und andere Bausteine wie Beitragsdynamik, Leistungsdynamik und AU-Klausel als noch wichtiger sehen.
Aber im Rahmen der finanziellen Angemessenheit ist Cash+ sicherlich eine sehr gute Möglichkeit, die maximale BU-Rente weiter zu erhöhen, neben der Option eines BU-Airbags z.B.
Unter der Helvetia bleibt Cash+ nach aktuellem Stand inhaltlich der bekannte Baustein aus der bisherigen Baloise Berufsunfähigkeitsversicherung. Es ändert sich also vor allem der Name und der Aufhänger, nicht aber unsere grundsätzliche fachliche Einschätzung.
Auch für die Zukunft bleibt eines gewiss: Der Markt in der Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt spannend und dynamisch. Wenn wir dir helfen sollen bei der Suche nach der passenden Arbeitskraftabsicherung, dann melde dich. Wie man in diversen Artikeln durchaus nachlesen kann, haben wir eine gewisse Expertise darin.
Über 2.000 Bewertungen zufriedener Kunden, überzeuge Dich selbst!
Lass uns gemeinsam die beste Berufsunfähigkeitsversicherung für Deine berufliche Zukunft finden.






