Berufsunfähigkeit

Geschichten aus unserem Alltag & zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Die kleine, aber oftmals geschätzte Reihe „Die wundersame Welt der Berufsunfähigkeitsversicherung“ möchten wir weiterführen. In unserem Alltag passieren oft viele kuriose Sachen, welche zwar keinen eigenen Blogartikel wert sind, in eine gesamte Übersicht aber relativ gut passen.

Bierl's wunderbare Welt der Berufsunfähigkeitsversicherung

Jeden Tag passieren kleine Kuriositäten. Mittlerweile bearbeiten alleine drei Personen bei uns im kleinen Familienunternehmen den Biometriebereich mit der "Speerspitze" Berufsunfähigkeitsversicherung. Hier ereignet sich allerhand Kurioses, wo wir fast schon Bücher damit füllen könnten (wobei die Frage natürlich angemerkt sei, ob unsere sehr umfangreiche Homepage mittlerweile nicht so so etwas wie ein kleiner Roman ist?). Wir lassen Werbesprüche wie sie 98 % der übrigen Internetseiten und Portale haben, sondern blicken lieber direkt in den Alltag. Wir bringen aber auch immer wieder kleine Neuigkeiten, welche eventuell interessant sein könnten. Rein informativ. 

1. Ein Vertreter der Allianz kennt die LV 1871 nicht

Vor kurzem berieten wir eine Apothekerin, welche sich seit wenigen Monaten in Elternzeit befand. Ihre bisherigen Versicherungsverträge werden von einem Allianz Vertreter vor Ort betreut, was für uns jetzt kein Problem darstellte. Es gibt sicherlich auch gute und vernünftige Ausschließlichkeitsvermittler und so jemand ist uns tausendmal auch lieber als ein sogenannter „Strukki“, welcher wahllos alle Verträge kündigt und generell sehr teure Anbieter auswählt.

Nun aber zu unserem Fall. Folgende Mail schrieb uns die Kundin:

Huch, das ist natürlich schon interessant. Zum einen war der Versicherungsvermittler ganz erstaunt, warum wir eine Normale Annahme erreichen konnten aufgrund der Gesundheitshistorie. Aber mit viel Fleißarbeit, Eigenerklärungen in unserem Gesundheitsdaten Beiblatt und aktuellen (!) Ärztlichen Attesten konnten wir eine normale Annahme bei der LV 1871 erreichen. Das Votum der anonymen Risikovoranfrage für die Berufsunfähigkeitsversicherung stammte übrigens von ganz oben (= Gesellschaftsarzt).
Ja, man kann durchaus mal staunen, welche Voten wir bekommen. Aber deswegen eine andere Gesellschaft in Frage zu stellen ist nicht die feine Art und Weise.
Wie man dann als gute BU-Versicherer die Gothaer und vor allem die LVM nennen konnte, entzieht sich eher unserer Kenntnis.

Vielleicht sollte man die Sachversicherungen auch mal einer Überprüfung unterziehen. Aber wenn wir dann mit so in Maklerkreisen hochgeschätzten Anbietern wie der Haftpflichtkasse, Itzehoer, Konzept & Marketing oder Auxilia kommen, verliert man komplett den Glauben an die Versicherungsbranche ;).
Warum wir die LV 1871 besonders schätzen, kann man im Artikel „Die LV 1871 überarbeitet / erweitert ihre Golden Berufsunfähigkeitsversicherung“ nachlesen.

2. So wichtig wurde innerhalb von kurzer Zeit der Verzicht auf Risikoprüfung bei der Nachversicherungsgarantie

Im Jahr 2018 schloss eine Kundin bei uns eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Basler über 1.900 Euro monatlicher Rente ab. Durch die Beitragsdynamik sind wir mittlerweile bei knapp 2.100 Euro angekommen. Nun wurde sie aber zur Geschäftsführerin des Unternehmens erkoren und möchte gerne eine etwas höhere Absicherung. Im Zuge der Nachversicherungsgarantie wäre dies bis zu 2.500 Euro möglich.
Der bisherige Beruf war „Projektleiterin“. Jetzt stieg sie zur Geschäftsführerin auf. Der Verzicht auf eine erneute Gesundheitsprüfung dürfte Dir mittlerweile bekannt sein bei einer Nachversicherungsgarantie. Das ist mittlerweile Grundvoraussetzung. Es kann aber folgende Frage offen bleiben:

  • Gefährliche Hobby / Freizeitaktivitäten
  • Geplante Auslandsaufenthalte
  • Körpergröße & Gewicht
  • Rauchverhalten
  • Aktueller Beruf

Letzteres stellte in unserer Nachversicherung aber ein Problem dar, wenngleich ein kleines. Geben wir den aktuellen Beruf der Geschäftsführerin ein, beträgt der monatliche Beitrag 18,91 Euro in der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Nehmen wir den alten Beruf als Projektleiterin würde die Dame nur 16,21 Euro an Zahlbeitrag entrichten müssen.

Eine Differenz von ca. 14 Prozent. Diese hört sich jetzt dramatischer an als dass sie es ist, aber uns geht´s jetzt eher ums Prinzip. Zudem könnte der Beruf auch viel schlechter eingestuft werden bei der Basler. Geschäftsführerin geht noch, aber was ist, wenn plötzlich Krankenschwester als Beruf zum nachversichern wäre? Dieser wichtige Beruf wird leider relativ teuer eingestuft…

Unserer Kundin kam das Update der Basler sehr zu Gute, welche Anfang 2021 ihre Bedingungen nochmals stark verbessert haben, was Du unter „Update der Basler Berufsunfähigkeitsversicherung zum 01 / 2021“ nachlesen kannst.  Anbei die alte wie neue Regelung der Basler:

I.d.R. gelten Leistungsverbesserungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung leider nur für Neukunden. Hat die versicherte Person einen älteren Vertrag, schaut man in die Röhre. Die Basler agierte hier aber mehr als kundenfreundlich und bietet diese tariflichen Verbesserungen rückwirkend ab der Tarifgeneration 2018 an. Sehr löblich.

Mehr Infos zu dieser Thematik findest Du auch unter „Risikoprüfung vs. Gesundheitsprüfung in der Berufsunfähigkeitsversicherung“.

3. Erhöhung auf 500.000 Euro bei der DLVAG

Frohe Kunde für alle Personen, welche in den letzten sechs Monaten eine Immobilie finanziert haben (es spielt bei der DLVAG übrigens keine Rolle, ob man die Immobilie selbstbenutzt oder vermietet). Die maximale Absicherungssumme mit stark vereinfachten Gesundheitsfragen erhöht sich um 25 % auf 500.000 Euro von zuvor 400.000 Euro.
Die Gesundheitsprüfung bleibt identisch mit:

Somit geht die DLVAG zwei Trends mit:

  • Zum einen steigt die Höhe der Finanzierungen. Bekommt man in München für 500.000 Euro eigentlich überhaupt noch eine Wohnung ;)?
  • Zum anderen haben andere Gesellschaften diese Summen schon nach oben gesetzt wie die Hannoversche

Unser Topanbieter in der Risikolebenversicherung bleibt zwar die Delta Direkt (siehe unser Artikel „Warum wir die Delta Direkt in der Risikolebensversicherung sehr schätzen!“), aber wie auch in der Berufsunfähigkeitsversicherung kann eine Zwei-Vertragslösung sinnvoll sein. Finanziert man in München, Hamburg, Stuttgart oder generell einer teuren Gegend eine Immobilie, so kommt man selbst mit 500.000 Euro oftmals leider nicht weit. So konnte man einfach die 400k bei der DLVAG und 400k bei der Delta Direkt kombinieren um auf 800.000 Euro zu kommen. Jetzt sind wir schon bei 900.000 Euro zusammen.

Eine aktuelle Übersicht über alle Anbieter mit einer vereinfachten Gesundheitsprüfung findest Du unter „Vereinfachte & wenige Gesundheitsfragen Risikolebensversicherung“.

4. Die große Allianz bietet seit 01 / 2021 auch eine eigenständige Dienstunfähigkeitsklausel an

Der Marktführer aus München hat jahrelang eine offene Scharte gelassen – man hatte keine Dienstunfähigkeitsklausel im Angebot. Dies öffnete Tür und Tor für Mitbewerber am Markt, welche der Allianz somit auch Kunden abnahmen. Diese Lücke wurde jetzt geschlossen. Nicht aber irgendwie, sondern richtig gut.

Die Allianz bietet eine echte Dienstunfähigkeitsklausel an

Im Bereich der DU-Klausel gibt es mehrere Arten. Mal gut gelöst, mal schlecht. Die Allianz steigt gleich ins Boot der Anbieter mit ein, welche eine gute und saubere Lösung anbieten.

Anbei eine kurze Zusammenfassung:

Wir müssen echt sagen, dass es hier nun wenig zum Meckern gibt. Auch für Schüler kann die neu eingeführte DU-Klausel interessant sein. Besitzt man doch die Umwandlungsoption ohne erneute Risikoprüfung innerhalb von 12 Monaten nach der Verbeamtung. Somit gibt es schon ab dem zehnten Lebensjahr die Möglichkeit, eine „drohende“ Beamtenlaufbahn abzusichern.

Mehr Infos gibt´s im relativ neuen Artikel „Erfahrung & Test Allianz Schüler Berufsunfähigkeitsversicherung“.

5. Die LV 1871 betreibt im Frühjahr 2021 ein kleines Facelifting in ihrer BU

Hach, viel besser geht´s fast schon nimmer, dürfte man meinen beim Münchener Versicherer aus dem 19. Jahrhundert. Wir blicken auf die wichtigsten Feineinstellungen zurück.

A: Die Absicherungsgrenzen wurden erhöht für Studenten sowie für Auszubildende

Besonders für Studenten mit Interesse an einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist dies eine tolle Sache. Konnten doch bisher nur 1.500 Euro abgesichert werden, was im Marktvergleich ein bisschen wenig war.
Da wir bekanntlich sehr große Freunde einer Aufteilung auf zwei Versicherer sind, können nun in vielen Konstellationen 2*1.000 statt 2*750 Euro abgesichert werden und somit werden das Eintrittsalter und die günstigen Beiträge schon gesichert. Besonders in Konstellationen mit den vereinfachten Gesundheitsfragen bei der LV 1871 wie auch bei der HDI Versicherung (siehe unser Artikel „LV 1871 und / oder HDI Berufsunfähigkeitsversicherung Sonderaktion“) ergeben sich tolle Möglichkeiten mit rechtssicheren Antragsfragen.

B: Man geht auf die Teilzeitkräfte zu bzgl. der Erhöhungsmöglichkeit

Nach einer Elternzeit ist eine Teilzeitbeschäftigung nicht selten. Aber auch so gibt es viele Gründe, weshalb derzeit eine Teilzeittätigkeit vorhanden ist. Nach einer gewissen Zeit wechselt man aber wieder in eine Vollzeitstelle und bisher gab es keine Anpassungsmöglichkeit des Versicherungsschutzes. Mehr Gehalt aufgrund der Aufstockung der wöchentlichen Arbeitsstunden waren kein Grund für eine Erhöhung.

C: Verbesserung bei einem Schulwechsel oder die Versetzung in die gymnasiale Oberstufe 

Für uns hatte die LV 1871 jetzt schon eine der besten Formen der beruflichen Besserstellungsoptionen. Man verzichtete ausdrücklich auf eine erneute Risikoprüfung (u.a. werden keine neuen Gesundheitsfragen gestellt). Jetzt wurden die Ereignisse insbesondere für Schüler nochmals stark verbessert. Schon durch einen Schulwechsel oder die Versetzung in eine Oberstufe kann der Beitrag sinken.

D: Die Arbeitsunfähigkeitsklausel kann nun später eingebaut werden

Dürfte bisher einmalig sein am Markt. Die Leistung schon bei sechsmonatiger Krankschreibung ist für Studenten & Schüler nicht immer ein großer Mehrwert, im Berufsleben anschließend vielleicht schon eher. Bei Vertragsabschluss musste man sich aber schon darauf festlegen, ob man den Mehrpreis von ca. 10 Prozent entrichtet.
Jetzt kann man sich diese Frage auch erst nach dem Abschluss des Studiums / Ausbildung und der Aufnahme einer entsprechenden Tätigkeit stellen. Sehr kundenfreundlich geregelt.

E: Gewisse Ausschlussklauseln können bei Berufseintritt überprüft werden

Auch dies dürfte einmalig am Markt sein. Studenten und Schüler haben insbesondere das Problem, dass die medizinische Annahmequote härter ausfällt, als wenn man schon im Berufsleben wäre. Der Grund ist so banal wie einfach = es steht noch nicht fest, welcher berufliche Werdegang mal erfolgen wird. Aus diesem Grunde sind insbesondere bei Schülern die Annahmequoten härter und es wird gerne mal eine Ausschlussklausel vergeben. Mit etwas Geschick und Glück kann diese später aber überprüft werden. Aber nicht immer.
Jetzt steht es aber schwarz auf weiß, dass es eine Überprüfungsmöglichkeit nach Berufseintritt gibt.

Die Regelung könnte durchaus mal Nachahmer finden…

Zudem gab es noch einige weitere leichte Verbesserungen, auf welche wir jetzt aber nicht näher eingehen werden. Die LV 1871 bleibt für uns somit weiterhin eine der besten Anbieter am Markt.

Leider gab es aber auch eine Verschlechterung, welche insbesondere Frauen betreffen dürfte, welche nach Ihrer Elternzeit nicht mehr in Ihren Beruf zurückkehren werden (auch nicht Teilzeit).

Die LV 1871 hat hier wohl panische Angst, dass man „Hausfrau / Hausmann“ bleibt und würde im Leistungsfall dann auch die Tätigkeit des Hausfrau / Hausmann prüfen.
Die Thematik dürfte unsere Interessenten aber teilweise weniger tangieren, denn nach einem jahrelangen Studium wird man nach der verdienten Elternzeit i.d.R. zumindest teilweise wieder in den Beruf einsteigen. Wenn dies aber nicht auf der Agenda steht, dürften andere Anbieter am Markt die Nase derzeit vorne haben in dieser expliziten Situation.
Für Schüler bleibt die LV 1871 aber weiterhin die beste Variante in unseren Augen (Ausnahmen bestätigen aber die Regel).