Berufsunfähigkeit

Der Volkswohl Bund mit seinem Tarifupdate 2022 in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Nichts ist so alt wie die Bedingungen und Annahmerichtlinien von gestern. Es gibt Gesellschaften, die verbessern gefühlt alle drei Monate etwas an ihren Produkten zur Arbeitskraftabsicherung. Und es gibt Versicherer, wo vielleicht alle zwei bis drei Jahre mal ein größeres Update kommt. Das mag per se nicht negativ sein, denn es spricht dafür, dass man erst den Markt und Trends beobachtet, anstatt „die nächste Sau durchs Dorf zu jagen“. Der Volkswohl Bund gehört definitiv dazu.

Vorab sei gesagt, dass wir und viele Versicherungsvermittlerkollegen den Volkswohl Bund sehr schätzen. Es gibt nicht viele Versicherer, die so einen tollen Service & Erreichbarkeit bieten, kurze Wege zu Entscheidern und einfach menschlich agieren. Kein Call-Center oder ausgelagerte Prozesse, sondern noch Menschen, die sich um den Vorgang kümmern. Ebenso hören wir von der Leistungsfallabteilung seit Jahrzehnten nur Gutes.
Summa summarum profitieren natürlich wir, aber vor allem Du. Wir kennen auch die andere Seite der Medaille, von daher schätzen wir das Engagement sehr. Vor allem möchte man sich auch nicht als Billigheimer profilieren, sondern wirklich als Serviceversicherer, der die ureigensten Aufgaben eines Versicherers wahrnimmt – die Absicherung von Risiken, die ein Einzelner nicht tragen kann. 

Diese ganze Beobachtung fließt natürlich in die Bewertung der Versicherer ein, welche wir in der Berufsunfähigkeitsversicherung für marktfähig halten. Daneben spielen aber natürlich auch die Risikoprüfung bzgl. der anonymen Risikovoranfrage eine herausragende Rolle. Hier dürften unsere versierten Kollegen ebenfalls Recht haben – der Volkswohl Bund hat eine der besten Risikoprüfungen am Markt. Zu guter Letzt sind aber natürlich die Vertragsbedingungen sowie die technische Ausgestaltung / Annahmerichtlinien von sehr wichtiger Bedeutung. Hier war der Volkswohl Bund vor einigen Jahren mit an der Spitze in vielen Konstellationen, hat sich aber ein bisschen zu sehr ausgeruht. Manche Schwachpunkte besaß man aber auch schon mehrere Jahrzehnte entgegen dem Markt. Es sei aber nochmals gesagt, dass viele Punkte von uns Kritik auf sehr hohem Niveau sind. Ebenso sei angemerkt, dass dem Volkswohl Bund ein sauberes Kollektiv sehr wichtig ist – ein BU-Vertrag läuft ja über mehrere Jahrzehnte und hier agiert man eher vorsichtiger, was nichts schlechtes heißen muss. Das sieht man auch recht stark an der gedämpften Beitragsdynamik, wie wir unter „Warum eine gedeckelte BU-Beitragsdynamik sinnvoll sein kann!“ berichteten. Immerhin gab es in der Geschichte der Gesellschaft auch noch nie eine Beitragserhöhung in der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Auch wir hatten Einfluss auf das aktuelle BU-Update des Volkswohl Bundes

Schlaue Versicherer machen eines = sie hören auf die Versicherungsmakler, die auf die biometrische Absicherung spezialisiert sind. Diese sind nah am Kunden, an der Praxis und fernab von „Sales-Abteilungen“ oder „Mathematiker“ im eigenen Hause, die zwar tolle Ideen, aber keine Ahnung haben, ob diese wirklich relevant sind für den Endverbraucher. Dass wir als die Bierl's durchaus eine Expertise im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung besitzen, dürfte sich herumgesprochen haben. Zumindest klopft man uns auf die Schultern, es schlägt sich in positiven Kundenbewertungen nieder und man nimmt uns als Sprachrohr wahr. So hat der Volkswohl Bund die tolle Idee gehabt, Tobias nach Dortmund (Sitz des Versicherers) einzuladen, um die von uns kritisierten Punkte mal live anzuhören. Also ein Austausch auf Augenhöhe. Mehr dazu gibt es im eigenen Artikel „Consulting beim Volkswohl Bund + Besuch Fachkongress Biomexkon“. 

Jetzt aber nun Butter bei die Fische – was hat sich verbessert und wo gibt es Nachholbedarf laut den Bierl's.

1. Die finanzielle Angemessenheit wurde von Netto auf Brutto umgestellt

Unser Wunsch und der, vieler spezialisierter BU-Makler wurde erhört. Es wurde endlich (wir machen drei Kreuze) auf die Bruttomethode umgestellt.
Aber wovon sprechen wir jetzt eigentlich genau? Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung darfst Du nicht einfach einen Betrag XY absichern, sondern dieser muss immer finanziell angemessen sein (gewisse Pauschale für Schüler, Azubis und Studenten ausgenommen). Verdienst Du 5.000 Euro Brutto, kannst Du nicht einfach 5.000 Euro an BU-Rente absichern, sondern es gibt auch eine gewisse maximale Absicherungshöhe in der BU.
Beim Volkswohl Bund gab es bisher die Methode nach der Nettoberechnung. Bis 25.000 Euro konnten 95 Prozent abgesichert werden, darüber hinaus 70 Prozent.

Neben dem Aspekt, dass man hier stark Kopfrechnen müsste, ist vor allem eine eigentliche Zielgruppe stark benachteiligt = Akademiker, Gutverdiener und Studenten, welche zu den ersten beiden Gruppen gehören wollen. Dies hatte dann folgende, wirklich krasse Auswirkungen am Beispiel eines Leitenden Angestellten, welcher 90.000 Euro Brutto & 44.670 Euro Netto p.a. (Steuerklasse 1) verdient.

Vorher konnte man beim Volkswohl Bund mickrige 3.126 Euro absichern, nun sind wir bei 4.750 Euro angekommen. Das ist schon wirklich eine extreme Differenz und man kann es hoffentlich verstehen, warum wir diese finanzielle Annahmerichtlinie immer wieder kritisiert haben. Jetzt hat sich aber alles zum Guten gewendet. So müssen wir auch nicht mehr Trick 17 anwenden bei der sehr beliebten Aufteilung auf zwei Versicherer. Zuerst den Abschluss beim Volkswohl Bund, Policierung abwarten und danach die zweite Gesellschaft, welche eine erheblich größere Rente zulässt. Besser so für alle Beteiligten.

Diese klare Besserstellung gilt übrigens ebenfalls für die Grundfähigkeitsversicherung des Volkswohl Bundes sowie auch für die Grundfähigkeitsversicherung (Plan D) der Dortmunder (Tochter des Volkswohl Bundes).

Die Angemessenheit der Nachversicherung wurde nun auch vertraglich vereinbart

Besonders für junge Menschen ist die Nachversicherung eines der wichtigsten Werkzeuge, um eine bedarfsgerechte Absicherungshöhe zu erreichen. Hier wurde diese Grenze nun klar in den Vertragsbedingungen verankert - 60 Prozent sind hier jetzt immer angemessen.

Aus dieser Erhöhung ergibt sich nun für (künftige) Gutverdiener eine massive Verbesserung. Es gibt beim Volkswohl Bund ja eine sogenannte Versorgungsgarantie, wo über der üblichen Grenze der Nachversicherungsgarantie von 2.500 Euro erhöht werden kann, bei steigendem Gehalt. Diese sinnvolle Regelung gibt es schon seit Jahren, aber leider konnte bisher nur 80 Prozent des Nettogehaltes abgesichert werden, wie folgender Auszug zeigt:

80 Prozent vom Netto sind natürlich sinnfrei. Jetzt wurde diese Grenze auf 60 Prozent erhöht, was eine erhebliche Verbesserung darstellt. Somit haben sich in unseren Augen die Nachversicherungsgarantien nochmals verbessert, ähnlich wie bei der Karrieregarantie der LV 1871. Aber mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass diese auch für Selbstständige sowie Angestellte mit einem befristeten Angestelltenverhältnis gilt. Für einige dürfte damit der Volkswohl Bund eine, wenn nicht die beste Lösung sein, wenn man seine BU-Rente dem steigenden Gehalt anpassen möchte – insbesondere in der Selbstständigkeit.

Lag die Rente zu Beginn beim Volkswohl Bund bei 2.501 Euro oder mehr, wäre sogar eine Erhöhung bei steigendem Gehalt von bis zu 6.000 Euro möglich. Nachteil wäre zu Beginn aber, es muss eine ärztliche Untersuchung erfolgen, aber darauf kommen wir gleich.
Unbewusst nimmt die Versorgungsgarantie jetzt aber Fahrt auf aufgrund der Bruttoanrechnung. Löblich.


2. Neue medizinische Untersuchungsgrenzen bei der Absicherungshöhe

Es gibt seit Jahrzehnten leider eine eingefahrene Grenze, bis wohin ein Interessent eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit den normalen Antragsfragen beantworten kann. Trotz Inflation und dem damit verbundenen Kaufkraftverlust liegt die Grenze seit Jahren bei 2.500 Euro – Land auf, Land ab. Die ersten Versicherer trauen sich aber und brechen die Kruste auf – die HDI sowie die Bayerische bieten bis 3.000 Euro den ganz normalen Antragsfragebogen an ohne eine ärztlichen Untersuchung / Zeugnis.
Beim Volkswohl Bund lag die Grenze bisher auch bei 2.500 Euro, welche aber schon ab dem 35. Lebensjahr auf 2.000 Euro sank – ab diesem Zeitpunkt wurde ein Befundbericht (aber ohne Untersuchung) gefordert. Im Marktvergleich völlig unverhältnismäßig.

Zudem zerschoss man sich die sehr wichtige individuelle Nachversicherungsgarantie bei Akademikern (wo ohne Grund in den ersten 5 Jahren auf maximal 2.500 Euro erhöht werden konnte, falls das Eintrittsalter über 35 Jahre lag). 

Es gibt nun eine gute und eine neutrale Nachricht mit dem Update. Zuerst die gute. Die sehr frühe Begrenzung mit 35 Jahren wurde erhöht auf 50 Jahre. Mittlerweile ein gängiger Weg. Die neutrale = es bleibt dabei, dass ab einer Absicherung von über 2.500 Euro im Hause des Volkswohl Bundes ein ärztliches Zeugnis benötigt wird. Schade, dass nicht auf die derzeitige Inflation eingegangen wurde. Nach unserem Kenntnisstand werden weitere Versicherer bald die Grenze auf 3.000 Euro erhöhen. Liegt aber vielleicht am Rückversicherer.


3. Die Arbeitsunfähigkeitsklausel hat nun die gute Lösung am Markt

Eine der großen Trends am Markt war die Arbeitsunfähigkeitsklausel / Gelbe Schein Regelung. Man erhält also schon Leistung vom Versicherer, wenn man „nur“ für mindestens sechs Monate krankgeschrieben, aber noch nicht berufsunfähig ist.
Der Volkswohl Bund hatte hier eine ziemliche Mist-Lösung, da zeitgleich beim AU-Antrag auch immer laut den Bedingungen ein Antrag auf Berufsunfähigkeit gestellt werden musste. Ein No-Go. Leider hält sich dies auch noch bei anderen Gesellschaften wie bei der HDI oder auch der Allianz (da ist die Regelung aber kostenfrei dabei). Dies wurde endlich korrigiert.

Zudem leistet der Volkswohl Bund auch weiterhin 36 Monate, was einen Spitzenwert am Markt darstellt neben der Basler (gute Regelung), Condor, Universa sowie dem HDI. 

Anbei auch ein aktueller Marktvergleich:

Gesellschaft Leistungsdauer Mehrpreis ca. Gute/Schlechte
AU-Form
Allianz 24 Monate inklusive 😕
Alte Leipziger 24 Monate 3,3 % 😃
AXA 24 Monate 4,4 % 😕
Barmenia 18 Monate 5,7 % 😃
Basler 36 Monate 6,2 % 😃
Bayerische 18 Monate 11 % 😃
Canada Life 24 Monate inklusive 😕
Condor 36 Monate 6,4 % 😕
Continentale 24 Monate 13 %* 😃
Dialog 24 Monate 3,2 % 😃
Gothaer 18 Monate 10,6 %* 😕
Hannoversche 18 Monate 8-12 % 😃
HDI 36 Monate 5-12 % 😕
LV 1871 24 Monate 8,5 % 😃
Nürnberger 24 Monate 7 % 😃
Stuttgarter 18 Monate 9,3 % 😃
Swiss Life 24 Monate 5,8 % 😃
Universa 36 Monate 13,3 %* 😃
Volkswohl Bund 36 Monate 6,4 % 😃
Württemberigsche 24 Monate 6,7 % 😃
Zurich 24 Monate 2,8 % 😃

Falls nun also eine gelbe Schein Regelung gewünscht wird – den Volkswohl Bund kann man nun guten Gewissens empfehlen.

Prämiensenkung der AU-Klausel

Ebenso gab es eine leichte Senkung des Aufpreises für die AU-Klausel. Jetzt keine Riesenbeträge, aber man soll sich auch über die kleinen Dinge des Lebens freuen. Am folgenden Beispiel sieht man die Differenz.

Diese Ersparnis kann man gleich dafür verwenden, dass man die Leistungsdynamik / garantierte Rentensteigerung um ein Prozent erhöht 😉 (es sollten natürlich die übrigen Parameter wie das passende Endalter & maximale Absicherungshöhe sauber gesetzt worden sein).

Der AU Baustein kann auch nachträglich eingebaut werden

Ein kleiner Trend, der sich weiter fortsetzt. Die gelbe Schein Regelung muss noch nicht zu Beginn Teil des Versicherungsvertrages sein, sondern dieser kann später eingebaut werden – einzig eine minimale Gesundheitsfrage muss beantwortet werden. Für Schüler bis 20 Jahre ist zudem der AU-Baustein weiterhin kostenfrei dabei.

Folgende Voraussetzungen gibt es:

  • Innerhalb von zwölf Monaten nach dem Ereignis
  • Bis zum 50. Lebensjahr
  • Nur eine Abfrage nach längeren AU Zeiten (vier Wochen) innerhalb der letzten 24 Monate

Die Frage nach den Krankheitstagen finden wir legitim und zum Schutze des Versichertenkollektives für sehr wichtig. Prinzipiell wird man durch den späteren Einfluss zwar flexibel, aber zu 99 Prozent dürften die versicherten Kunden dies wieder vergessen. So zumindest unsere Erfahrung und von daher werden wir in der Beratung zur BU hier auch nicht näher darauf eingehen. Genau aus diesen Gründen haben wir jetzt aber einen Jahrescheck eingeführt für unsere Kunden. Erfreulicherweise lässt einem der Volkswohl Bund auch zwölf Monate Zeit nach einem der vorliegenden Ereignisse.


4. Abfrage des Studienganges als Student statt des Zielberufes

Eine Sache, welche uns aber auch unsere Interessenten massiv gestört hat und immer wieder zu Fragen führte. Bisher musste bei einem Studenten der angestrebte Beruf genannt werden:

Nun, viele wissen es noch gar nicht, welcher Beruf genau angestrebt wird. Zudem sind Studiengänge wie VWL, BWL oder viele ähnliche sehr allgemein gehalten und man hat später am Arbeitsmarkt viele Möglichkeiten. Da kam dann oft die Frage auf „Was ist, wenn ich dann doch nicht in dem Beruf beginne, welchen ich jetzt angebe?“. Führte immer wieder zu berechtigten Rückfragen, auch wenn es kein Problem darstellte, wenn später eine andere berufliche Tätigkeit ausgeübt wird. Diese Thematik hat man jetzt aber sauber gelöst und jetzt wird schlichtweg und marktüblich einfach der Studiengang abgefragt.

Macht uns das Leben einfacher und sorgt für Klarheit in der Beratung – danke an dieser Stelle!


5. Risikoprüfung vs. Gesundheitsprüfung wurde teilweise gelöst

Ein großer Verbesserungspunkt in unseren Augen war die Thematik Gesundheits- vs. Risikoprüfung bei den Nachversicherungsgarantien. Schon seit Jahren ist es marktüblich, dass beim Ziehen einer Nachversicherungsoption wie der Geburt eines Kindes, Hochzeit, Immobilienerwerb, Gehaltssprung, Eintritt ins Berufsleben oder vielen weiteren Punkten keine Gesundheitsfragen fällig werden.
Es kam aber der starke Trend auf, dass nicht wenige Versicherer sogar auf eine Risikoprüfung verzichten. Dies bedeutet, dass Du beim Nachversicherungsantrag folgendes nicht angeben musst:

Der Volkswohl Bund hatte bisher so eine Art Zwitterlösung:

Somit blieb nur noch die Frage nach der neuen beruflichen Tätigkeit. Bist du schon im Berufsleben, verzichtet der Volkswohl Bund darauf, siehe:

Warst Du bei Vertragsbeginn also Schüler oder noch im Studium, musstest Du beim Ziehen der Nachversicherungsgarantie Angaben zum neuen Beruf machen. Für Dich negativ, für das gesamte Versichertenkollektiv positiv. Was nämlich für den einen immer gut ist, kann schädlich für die Versichertengemeinschaft sein. Der Volkswohl Bund hat hier panische Angst, dass später ein Beruf mit “größerem” Gefahrenpotential für einen potentiellen Leistungsfall angetreten wird. Sprich, der Realschüler wird Maurer oder Heizungsbauer. Nüchtern gesehen unbezahlbar, ist man aber schon im Tarif drin und dieser verzichtet auf eine erneute Risikoprüfung, fällt man nie tiefer für die Nachversicherung als die aktuelle Einstufung.

Der Volkswohl Bund verbesserte diese Regel leicht und verzichtet nun für Studenten auf die Abfrage nach der aktuellen Tätigkeit.

Die Chance ist natürlich sehr groß, dass man nach dem Studium im beruflichen Umfeld bleibt, was man auch studiert hat. Es ist eher selten, dass der Humanmedizinstudent plötzlich Bäcker wird. Bei Schülern wird weiterhin nach dem Beruf gefragt, wenn die Nachversicherungsgarantie gezogen wird.
Wir können beide Seiten verstehen. Uns als Versicherungsmakler, wo nun der Volkswohl Bund nicht erste Wahl wäre bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler, aber auch die Gesellschaft, welche die Versichertengemeinschaft schützen möchte und welcher die Beitragsstabilität weiterhin über alles geht. Bist Du Student oder schon im Berufsleben, so würden wir die Regelung gut finden, da das Kollektiv einen Tick sauberer ist.
Trotzdem müssen wir den Finger in die Wunde legen, wenn Eltern zu uns kommen und gerne ihre Kinder absichern möchten. Ist halt ein Teil des Mosaiks.

Zudem wurden die Nachversicherungsmöglichkeiten erhöht. Der Wechsel von Teil- auf eine Vollzeitstelle ist auch ein Ereignis. Dies war u. a. auch ein Vorschlag von unserer Seite, welchen Tobias in Dortmund ansprach – hier der Nachweis 😉.

Ob man auch so darauf gekommen wäre, entzieht sich unserer Kenntnis – man kannte dieses Ereignis in der Produktschmiede aber noch nicht.


6. Konkretisierung im Leistungsfall bei Schüler & Studenten

Bei Schüler wurde aus:

(3) Bei Schülern gilt als zuletzt ausgeübter Beruf die Schulausbildung ohne sonderpädagogische Förderung an einer weiterführenden Schule. Sonderpädagogisch gefördert sind Schüler, wenn die Förderung auf Grund einer Lernbehinderung, geistigen oder körperlichen Behinderung erfolgt

ein

“(3) Bei Schülern gilt als zuletzt ausgeübter Beruf die zuletzt betriebene Schulausbildung, so wie sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war. Dabei berücksichtigen wir den konkreten Schulalltag wie zum Beispiel die Ausgestaltung des Unterrichts, die Bewältigung der Hausaufgaben, die Ausstattung des Schulgebäudes und den Schulweg.

Wir verzichten auf die Möglichkeit einer abstrakten oder konkreten Verweisung auf eine andere Schulform.

Berufsunfähigkeit liegt allerdings nicht mehr vor, wenn die versicherte Person
- eine Ausbildung,
- ein Studium oder
- eine berufliche Tätigkeit konkret aufnimmt.

Hierzu zählen keine Tätigkeiten von Menschen mit einer Behinderung außerhalb des allgemeinen Arbeitsmarktes (z. B. in Werkstätten für Menschen mit Behinderung) oder geringfügige Beschäftigungen. “

Bei Studenten aus:

“(5) Bei Studierenden gilt als zuletzt ausgeübter Beruf das zuletzt betriebene Studium.
Berufsunfähigkeit liegt ebenfalls vor, wenn der bei Antragstellung angegebene angestrebte Beruf im Sinne des Absatzes 1 nicht mehr ausgeübt werden kann. Die versicherte Person muss an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Universität oder Fachhochschule studieren.”

ein

“(5) Bei Studierenden gilt als zuletzt ausgeübter Beruf das zuletzt betriebene Studium, so wie dieses ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war. Dabei berücksichtigen wir den konkreten Studienalltag. Berufsunfähigkeit liegt ebenfalls vor, wenn eine berufliche Tätigkeit, die sich in der Regel aus dem Studium der versicherten Person ergibt, im Sinne des Absatzes 1 nicht mehr ausgeübt werden kann.

Die versicherte Person muss an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Universität oder Fachhochschule studieren.

Wir verzichten auf die Möglichkeit einer abstrakten Verweisung auf einen anderen Studiengang.

Berufsunfähigkeit liegt allerdings nicht mehr vor, wenn die versicherte Person
- ein anderes Studium,
- eine Ausbildung oder
- eine berufliche Tätigkeit konkret aufnimmt und das Studium, die Ausbildung oder die berufliche Tätigkeit der Lebensstellung der versicherten Person entspricht.
Bei Studierenden, die sich in der zweiten Hälfte der Regelstudienzeit bzw. der im Durchschnitt üblichen Studienzeit befinden und dies mit den planmäßigen Prüfungs- und Leistungsbescheinigungen nachweisen können, ergibt sich die Lebensstellung aus der Vergütung und sozialen Wertschätzung, die regelmäßig mit dem erfolgreichen Abschluss des Studiums und der damit verbundenen beruflichen Tätigkeit im ersten Berufsjahr erreicht wird.
Andernfalls bemessen wir die Lebensstellung an derjenigen, die die versicherte Person mit dem zuletzt erfolgreich abgeschlossenen Ausbildungsabschnitt”.

Die Definition hat sich also durchaus verbessert, im vorher / nachher Vergleich!
Inwiefern aber im Leistungsfall eh recht kundenfreundlich agiert worden wäre, steht auf einem anderen Blatt. Jegliche Konkretisierung ist aber erst einmal sehr löblich.


7. Feintuning bei den Prämien

Wie es sich fast mittlerweile bei jedem Update der Versicherer gehört, nimmt eine Tendenz auch beim Volkswohl Bund jetzt nochmals stärker zu. Die schönen Risiken werden günstiger, die nicht so schönen verharren auf dem Niveau oder werden gar teurer – Stichwort Berufsgruppeneinstufung.
Es gab aber keine erheblichen Prämiensenkungen vonseiten der Dortmunder, sondern eher ein Feintuning. Das finden wir an sich aber ganz gesund, immerhin müssen die Beiträge langfristig kalkuliert sein. In den diversen Vergleichsrechnern wird der Volkswohl Bund somit i. d. R. nicht unter den Top-Dreien auftauchen, aber da wir nicht über den Preis, sondern über Qualität vermitteln, ist dies für uns kein Problem. Du kannst nicht immer die besten Leistungen zur günstigsten Prämie haben, welche auch beitragsstabil sind. Immerhin ist eine Erhöhung des Nettobeitrages (korrekt gesagt = Reduzierung der Überschüsse) jederzeit möglich, wie man an manchen Pappenheimern wie der WWK Versicherung 2018 gesehen hat (Erhöhung um fast 40 Prozent). Betrachte bitte also den Nettobeitrag nur immer als Momentaufnahme bei manchen günstigen Anbietern.


Was könnte weiterhin verbessert werden beim Volkswohl Bund:

Unsere Wunschliste wurde nun erheblich kleiner. Auf der anderen Seite muss man jetzt nochmals die positiven Dinge beim Namen nennen.

Die Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung sind mitunter die fairsten am gesamten Markt. Keine offene Fragestellung nach Beschwerden, sondern geschlossen nach ärztlichen (+Behandler) Untersuchungen. Einige Erkrankungen werden maximal 10 Jahre gefragt. Manche monieren (auch wir zu Beginn) die 10-Jahresfrage nach psychotherapeutischen Behandlungen, aber irgendwie finden wir diese schon fair. Bitte nicht zu verwechseln mit der Frage nach der Psyche (Depression, Ängste, Essstörungen, Schlafstörungen, welche weiterhin nur fünf Jahre gefragt wird).
Eine Psychotherapie ist keine einmalige Sache, sondern oftmals ein mehrmonatiger Prozess. So musst Du auch keine Angst vor einer Falschabrechnung in der Krankenakte haben, wenn Du definitiv nicht in einer Psychotherapie warst. Psyche ist also nicht gleich Psyche.
Studien zeigen, dass die Leistungsfälle erheblich ansteigen, wenn die Person zwischen dem 6. und 10. Jahr in Behandlung waren. Der Volkswohl Bund möchte somit auch wiederum die Versichertengemeinschaft schützen. Bitte beachte ja auch zudem, dass eine Ja-Antwort weiterhin erlaubt wäre.
So kommen wir auch zum nächsten positiven Punkt = eine der Top-Drei Risikoprüfungen am Markt. Immer sehr individuell.

Hier noch kleine Verbesserungsvorschläge:

  • Thematik Risikoprüfung vs. Gesundheitsprüfung haben wir schon angesprochen. Können wir sogar Verständnis aufbringen, immerhin kommt die Thematik ja auch nur noch bei Schülern zur Geltung
  • An der Teilzeitklausel wurde leider nicht gearbeitet
  • Nachversicherungsoptionen könnten nach oben geschraubt werden
  • Keine Besserstellungsoption bei z. B. Eintritt ins Berufsleben (nach Studium) ohne Gesundheitsprüfung, falls der Vertrag z. B. schon als Schüler abgeschlossen wurde
  • Nicht immer kann normal angenommen werden, sondern nur mit einem Risikozuschlag. Lasst uns diesen doch selber berechnen, bisher mussten wir immer diesen anfordern … sehr umständlich. Betrifft jetzt nicht den Kunden, nervt uns aber … Macht jeder anderer Versicherer anders – man kann Zuschläge im Onlinerechner eingeben.

Wie sagte Pumuckl aber schon früher: „Es muss immer etwas zum Wünschen übrig bleiben“. Wir müssen es nochmals betonen = so gut wie keine andere Gesellschaft bietet seit Jahrzehnten so einen guten Service wie der Volkswohl Bund an. Man ist vielleicht ein bisschen konservativ und macht nicht jeden Trend mit, dafür gibt es in unseren Augen eine ziemliche Verlässlichkeit. Du kennst es ja sicherlich auch bei anderen Produkten dieser Welt. Das eine kostet vielleicht etwas mehr, aber dafür funktioniert es und wird nicht nach einem Jahr kaputt. Oder wenn die Technik mal nicht funktioniert. Woanders bist in einem Call-Center und wirst auf die FAQs verwiesen. Bei jemand anderes bekommst Du innerhalb von drei Minuten kompetente Abhilfe, auch wenn die vielleicht im Monat 3,40 Euro teurer sind. Wir sind auch schon seit langer, langer Zeit an dem Punkt angekommen, wo wir Geld gegen Zeit eintauschen, wenn es im normalen Rahmen bleibt. So sehen wir auch den Volkswohl Bund und deshalb ist dieser in unserer eigenen Favoritenliste relativ weit oben bzw. im Pool der fähigen fünf bis sieben Versicherer, welche wir gerne empfehlen je nach individueller Kundensituation.

Die neuen Vertragsbedingungen findest Du unter