Versicherungen

Vereinfachte Gesundheitsfragen in der Risikolebensversicherung von der Basler Versicherung

Umfangreiches Update 2020:

Erfreulich – auch im Bereich der Risikolebensversicherung bewegt sich langsam aber stetig der Trend, dass es unter gewissen Voraussetzungen vereinfachte Gesundheitsfragen gibt, welche eine Antragsstellung erleichtern KÖNNEN. Die Basler ist hierbei in der biometrischen Absicherung so etwas wie ein Wiederholungstäter, hat sie doch auch für ihre durchaus vernünftige Berufsunfähigkeitsversicherung eine vereinfachte Gesundheitsprüfung mit begrenzten Abfragezeiträumen.

Risikolebensversicherung Basler vereinfachte Gesundheitsfragen

Die Basler Versicherung möchte nun also ernst machen – sie legt ihren Risikolebensversicherungstarif neu auf und spielt preislich in einer sehr günstigen Liga – mit dem Service eines großen Versicherers, welcher seinen Ursprung in der Schweiz hat. Neben einem attraktiven Nettobeitrag dürften aber vor allem die vereinfachten Gesundheitsfragen bis zu einer Absicherung von 300.000 Euro für den einen oder anderen Interessenten durchaus schmackhaft sein. Begrenzt ist aber das Eintrittsalter bei dieser Sonderaktion mit vereinfachten Gesundheitsfragen – dieses liegt nämlich bei 39 Jahren. Viele Interessenten und Kunden von uns schätzen mittlerweile die sehr saubere Fragestellung der Basler. Die Fragestellung ist sehr sauber und somit entfällt die komplett umfangreiche Aufbereitung der Gesundheitshistorie.

Tacheles – so sehen die vereinfachten Gesundheitsfragen in der Risikolebensversicherung bis 300k & Eintrittsalter 39 Jahre aus.

Abfragezeitraum 12 Monate:


4.1 Nehmen oder nahmen Sie in den letzten 12 Monaten häufig oder regelmäßig (z.B. einmal am Tag oder über mindestens einen Monat hinweg) apothekenpflichtige Medikamente (z.B. Salben, Sprays, Tabletten außer der Pille, Spritzen) oder wurden Ihnen solche verordnet?  


Abfragezeitraum 5 Jahre:  

Bitte geben Sie an, ob Sie in den letzten 5 Jahren Erkrankungen oder Beschwerden der folgenden Punkte haben/hatten und/oder sich deswegen in ärztlicher Behandlung, Beratung oder Untersuchung befinden/befunden haben.



5.1.1 Störungen der psychischen Leistungsfähigkeit und der Psyche (z.B. ADHS, Essstörung, psychosomatische Störung, Angststörung, Suizidversuch, Depression)

5.1.2 Erkrankungen des Immunsystems (z.B. wiederkehrende Gelenkentzündungen, Rheuma, Morbus Bechterew, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Multiple Sklerose, Lupus erythematodes, Morbus Still) 

5.1.3 schwere Infektionen (z.B. Hepatitis B, Hepatitis C, HIV) 

5.1.4 gutartige und/oder bösartige Neubildungen (Tumorerkrankungen) (z.B. Leukämie, auffälliger/kontrollpflichtiger Befund beim Haut- oder Frauenarzt)

5.2 Konsumieren oder konsumierten Sie Drogen, drogenähnliche Substanzen oder Betäubungsmittel? 

5.3 Wurden Sie in den letzten 5 Jahren in einem Krankenhaus, einer Rehabilitationsklinik, einer Entzugsklinik oder einer anderen stationären Einrichtung der medizinischen Versorgung beraten, behandelt oder untersucht? (Es müssen keine Angaben zu Schwangerschaften und Geburten gemacht werden) 

Nun ja, wie Du siehst, ist diese Aktion nichts für Personen mit erheblichen Vorerkrankungen (was auch natürlich wiederum gut ist für das Kollektiv). 
Diese Sonderaktion richtet sich somit eher an Personen, welche immer wieder kleine „Zipperlein“ haben, aber eigentlich nichts dramatisches vorliegt. Mit einem überschaubaren Aufwand kann man sich die wichtige Todesfallabsicherung besorgen. 

Wie wir mittlerweile wissen, gehen wir bei der Aufbereitung zur Gesundheitshistorie sehr stark nach dem Gesetzgeber vor. Diese sagt im Paragraph 19 ja folgendes aus: 

Du musst also die Dir bekannten Gefahrenumstände sauber angeben. Dies fällt durch die vereinfachten Gesundheitsfragen der Basler sicherlich nicht so schwierig, aufgrund einer sauberen Fragestellung. Solltest Du aber Zweifel haben, so arbeiten wir sehr gerne mit ärztlichen Atteste. Bei der Basler sind dies oftmals Diagnosen / Behandlungen rund um Hauterkrankungen. Eine Vielzahl an Beispielen von aktuellen Attesten findest Du unter "Direkt aus der Praxis: Ärztliche Atteste und Stellungnahmen in der Berufsunfähigkeitsversicherung!" Auch in der Risikolebensversicherung sind aktuelle Atteste oft der Königsweg zur sauberen Police. 

Weitere Faktoren & Risikofragen zur Risikolebensversicherung der Basler:

Die Frage nach dem BMI bleibt selbstverständlich. Es wird hier unserer Meinung nach auch keine besonderen Grenzen geben, welche sich von anderen RLV unterscheiden. Hast Du einen erhöhten (oder auch zu geringen) BMI, so endet dies mit einem Risikozuschlag. Kleiner Verbesserungsvorschlag an die Basler: Im internen Vergleichsrechner der Basler wird der Zuschlag leider nicht automatisch berechnet und somit müsste eine anonyme Risikovoranfrage folgen, wenn Du z.B. zu klein für Dein Gewicht bist. 

Für gefahrerhöhende Hobbys gibt es keine Vereinfachung in dieser Aktion!

Ebenfalls bleibt die Fragestellung nach Gefährdungen im Beruf bestehen, wie auch die Angabe von gefahrerhöhenden Freizeitaktivitäten. Hier kann es durchaus sein, dass die Basler sich bei manchen Aktivitäten vielleicht nicht so kulant zeigt, wie bei einem normalen Antrag. Aber dies ist eher eine Vermutung von unserer Seite – Klärung erfolgt wie immer über eine Risikovoranfrage! Wichtig wäre uns immer, dass Du keinen Fragebogen der Gesellschaft ausfüllt, sondern Dein Hobby einfach sauber und umfangreich mit eigenen Worten beschreibst. Viele Beispiele findest Du hier unter "Vermeintlich gefährliche Hobbys & Freizeitrisiken in der Berufsunfähigkeitsversicherung"

Neu seit 2019 - es gibt einen

 Unterschied beim Nichtraucherverhalten

Für Raucher gibt es auch keine Entwarnung – Sie müssen weiterhin einen stark erhöhten Beitrag zahlen, der es in sich hat. Nach unseren ersten Berechnungen liegt der Beitrag für einen Raucher zwischen 100-130 % über dem Nettobeitrag für einen Nichtraucher. Dies ist ein Wert, der bei den verschiedenen Unternehmen durchaus normal ist. Wenn wir es nüchtern sehen, dann verstehen wir diese Kalkulation sogar auch. Aber über allem steht natürlich wieder „wer würde Dich zu welchen Konditionen versichern“.
Neu ist aber seit einiger Zeit folgendes: Die Basler geht jetzt den Weg wie andere Gesellschaften und unterscheidet das Nichtraucherverhalten mit "Sind Sie länger als 12 Monate oder sogar 10 Jahre Nichtraucher"? Hast Du also quasi noch nie geraucht, so gibt es nochmals stark vergünstigte Beiträge. 
Dies treibt zwar das Kollektiv immer weiter auseinander, aber grundsätzlich können wir den Versicherer hier verstehen. Der Markt schreit zudem ja danach und somit passt man sich nur an, damit man in den Ranglisten für langjährige Nichtraucher auch gut dasteht. 

Ebenso wird seit 2019 der Beruf für die Prämienberechnung herangezogen. Hier sind die Unterscheide teilweise gravierend. Berufsbilder mit einem akademischen Hintergrund & Bürotätigkeit sind teilweise sehr attraktiv bewertet. Wie in der Berufsunfähigkeitsversicherung haben körperliche Berufe den Zonk gezogen und deshalb ist hier teilweise eine erhebliche Mehrprämie zu entrichten. Ob dies so extrem vonstatten gehen muss in der Risikolebensversicherung sei mal dahingestellt. Keine unbedingt erfreuliche Entwicklung. 

Seit 2019 gibt es eine Basis und eine Premium Version bei der Basler Risikolebensversicherung:

Anfang / Mitte 2019 hat die Basler nun auch reagiert und zwei Varianten zur Todesfallabsicherung entworfen. Leider nicht soooo flexibel wie bei der Delta Direkt (siehe unser Blogbeitrag "Warum wir die Delta Direkt in der Risikolebensversicherung sehr schätzen!"), welche ja sieben verschiedene Bausteine anbieten, aber der Trend geht in die richtige Richtung. In der Basisvariante kann man salopp sagen "Tod ist Tod" - in der Premiumvariante gibt es obenstehende Leckerli´s, wobei wir vor allem die vorgezogene Todesfallleistung sehr schätzen. Für junge Interessenten kann auch die Verlängerungsoption sowie die erweiterte Nachversicherungsgarantie sinnvoll sein (bei beiden aber beachten, dass dann das aktuelle Eintrittsalter zur Berechnung herangezogen wird - dies ist aber faktisch bei jeder Gesellschaft so). 

Der Mehrpreis für die Premiumvariante liegt i.d.R. bei 15-20 Prozent auf den Beitrag. Seit kurzen gibt es speziell für den Premiumbausteine auch einen eigenen Artikel auf unserer Homepage mit "Tarifvariante Premium bei der Basler Risikolebensversicherung".

Die Grenze für diese vereinfachten Gesundheitsfragen liegt weiterhin bei 300.000 Euro. Das dürfte in nicht wenigen Fällen ausreichend sein, wurde aber leider in den letzten Jahren nicht angepasst. Bei einer gewünschten Absicherung von über 300.000 Euro folgt eine umfassende ärztliche Untersuchung. Möchtest Du diese umgehen, da Du einen Bedarf von z.B. 600.000 Euro hast, so kannst Du Deine Risikolebensversicherung einfach auf zwei Anbieter mit jeweils 300.000 Euro aufteilen. Machen wir relativ häufig in der Praxis ;-). 

Es gibt insgesamt zwei Varianten, für welche sich der Antragssteller entscheiden kann. Zum einen für eine konstante Versicherungssumme, zum anderen für eine fallende.

Letztere eignet sich relativ gut für die Absicherung eines Immobiliendarlehens. Grundsätzlich sind wir aber keine großen Freunde davon. Wir sind eher für Flexibilität und für eine konstante Versicherungssumme. Du kannst die Versicherungssumme jederzeit absenken & anpassen, wenn Du keinen erhöhten Bedarf mehr hast. Sollte aber das Leben etwas anders spielen als gedacht (die Tilgung geht nicht so wie gewünscht, familiäre Veränderungen oder eine schwere Krankheit), so wärst Du froh, wenn die konstante Summe derzeit vorhanden wäre.

Seit Mitte 2019 gibt es auch vereinfachte Gesundheitsfragen bei einer Immobilienversicherung & mit einem Spezial

Auch hier gibt es mittlerweile einen umfangreichen Trend: Vereinfachte Gesundheitsfragen bei einer zeitgleich stattfindenden Immobilienfinanzierung. Sämtliche Aktionen am Markt findest Du bei uns bekanntlich unter "Risikolebensversicherung mit vereinfachten & wenigen Gesundheitsfragen". Die Basler hat sich Mitte 2019 auch entschieden, diesen Weg mitzugehen und bietet hierbei folgende Konditionen an:

  • Ereignis muss eine Immobilienfinanzierung (auch Arztpraxis ist erlaubt) sein
  • Unterschrift des Darlehensvertrag darf acht Monate zurückliegen (üblich sind sechs Monate)
  • 600.000 Euro als maximale Absicherungssumme möglich (!!), Maximal aber die Höhe des Darlehens
  • Nur als linear fallender Tarif möglich, die ersten 10 Jahre dürften aber konstant sein
  • Keine Beitragsdynamik möglich
  • Maximales Eintrittsalter von 49 Jahre
  • Laufzeitkopplung an die Zinsbindung des Darlehens / Ende des Darlehensvertrag
  • Frage nach BMI und gefährlichen Hobbys bleibt bestehen
  • Vereinfachter Abfragezeitraum von zwei Jahren
  • Leider keine geschlossene Fragestellung, es wird auch nach Beschwerden gefragt

Und hier sind die vereinfachten Gesundheitsfragen von dieser Aktion:

Die Gesundheitsfragen sind zwar auf zwei Jahre beschränkt, aber leider offen gestellt. Hier hätten wir uns eine geschlossene Fragestellung wie bei der Delta Direkt (wenngleich diese natürlich fünf Jahre nachfragen) gewünscht. Für den einen oder anderen könnte dies aber passen.

Zwei Besonderheiten gibt es bei der Basler Risikolebensversicherung zur Absicherung eines Immobiliendarlehens:

Zum einen darf die Darlehensunterschrift zur Finanzierung ganze 8 Monate zurückliegen. Sonst ist es immer ein halbes Jahr. Hier hebt man sich etwas positiv ab. Zum anderen sind hier auch 600.000 Euro Absicherung erlaubt, welche aber linear fallend sein muss. Bis auf die ersten 10 Jahre, hier wäre eine konstante Absicherungssumme erlaubt. Etwas verzwickt geregelt, aber kann man schon gelten lassen. Es erfolgt aber eine Kopplung an das Darlehen. Bei anderen Gesellschaften kann man auch über die Darlehenslaufzeit absichern.
Wir schätzen zwar die Basler in der Risikolebensversicherung durchaus, sehen hier jetzt aber nicht den großen Grund, weshalb sich unsere Kunden explizit bei einer Immobilienfinanzierung für die Basler entscheiden sollten. 

Großes Plus für die Basler Risikolebensversicherung

Für uns ist die saubere Aufbereitung der Gesundheitshistorie und die anschließende Risikovoranfrage das wichtigste Vehikel in der Biometrischen Absicherung. Leider zeigen sich einige Gesellschaften nicht immer wirklich erfreut, wenn man für eine "popelige" Risikolebensversicherung eine anonyme Risikovoranfrage machen möchte. Hier geht die Basler einen anderen Weg und bietet einen umfassenden Support für diese Sparte an und auch diesen Sonderantrag an. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass eine "Ja-Antwort" erlaubt ist und man daraufhin noch eine Voranfrage machen kann. Oftmals hat eine Ja-Antwort bei vereinfachten Gesundheitsfragen die Konsequenz, dass ein noch viel umfangreicherer Fragebogen ausgefüllt werden muss. 
Läuft die RLV-Anfrage bei der Basler über uns (bitte aber beachten - wir nehmen nicht alle Anfragen an zur Risikolebensversicherung, siehe "Sorry, wir können im Moment leider keine Beratung leisten, wenn Du nur eine normale Risikolebensversicherung möchtest".), gibt es nochmals bessere Zugangswege in die Risikoprüfung ;-). Zaubern jedoch können und wollen wir aber auch nicht. Sollte Dein Gesundheitszustand sehr schlecht sein, dann bleibt fast nur noch die Möglichkeit einer Todesfallabsicherung ohne Gesundheitsfragen übrig. 
Die Basler prüft gut und votet vernünftig, aber glücklicherweise ist die Annahmequote jetzt auch nicht sehr vereinfacht. Das Kollektiv sollte doch sehr sauber bleiben und geschützt werden, ansonsten gibt es stark steigende Zahlbeiträge. Apropos Zahlbeiträge. Die Differenz zwischen dem Nettobeitrag und dem Bruttobeitrag liegt bei der Basler Risikolebensversicherung erfrischend niedrig (wenngleich aber das Ventil des Paragraph 163 bleibt, dass man auch über den Bruttobeitrag erhöhen kann - dann reißen aber wohl alle Stricke). Bei vermeintlichen Billigversicherer wären wir jetzt nicht so euphorisch, dass die Kalkulation sauber aufgeht über die Laufzeit. 


Fazit zur vereinfachten Gesundheitsprüfung in der Risikolebensversicherung von der Basler Versicherung:

Da wir den Sonderantrag für "Junge Leute " (hach, mit 39 Jahren noch als jung bezeichnet werden) selber sehr gerne nutzen und somit vermitteln, fällt es uns relativ schwer, ein Haar in der Suppe zu finden. Klar, es könnten mehr als 300.000 Euro an Absicherung möglich sein, aber sind wir doch um diese schon froh. Trotz einer Ja-Antwort kann eine Risikovoranfrage gemacht werden & man bekommt sogar ein vernünftiges Votum. Somit Daumen nach oben - vor allem, wenn Du derzeit keine Immobilie finanzierst und somit nicht in den Genuss vereinfachter Gesundheitsfragen (bei anderen Gesellschaften) kommst.