Berufsunfähigkeitsversicherung Konfiguration – welche Parameter sind für mich wichtig?

Herzlichen Glückwunsch an Dich! Wenn Du diese Zeilen liest, dann wirst Du von einer Berufsunfähigkeitsversicherung angenommen (es sei denn, Du bist direkt auf unsere Seite gekommen, ohne dass wir Dir diesen Link gegeben haben). Jetzt gilt es die richtigen Parameter zu setzen, denn auch hier kann man sehr vieles richtig aber auch natürlich falsch machen. Wir erklären Dir jetzt, auf was Du genau achten solltest und erklären die Vor- und Nachteile. Immerhin ist dies eine Entscheidung für das weitere Leben und sichert Deine Existenz ab. Da kann man schon mal ein bisschen in sich gehen :-).

1. Absicherungshöhe in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Dieser Punkt ist grundsätzlich sehr leicht fassbar und verständlich. Versichere ich 1.000 Euro als BU-Rente sind 1.000 Euro absicherbar. Bei 1.500 Euro sind es...ach, lassen wir das :-). Wie hoch solltest Du aber Deine passende BU-Versicherung gestalten?

Bitte vergesse den Quatsch von Finanztest & Co. mit 75 % des Nettogehaltes!

Noch immer hält sich das Gerücht, dass 75 % BU Rente an Absicherung ausreichend sind. Das ist aber quasi großer Quatsch. Eigentlich sind 100 % Deines Nettogehaltes schon zu wenig an Absicherung. Aber das wirst Du bald selber erfahren. 

Unser Credo ist hier selbstverständlich: so viel wie maximal möglich! Hier haben die einzelnen Unternehmen aber unterschiedliche finanzielle Angemessenheitsgrenzen. Der Trend geht aber dazu über, dass 60 % desBruttogehaltes (bei wenigen Anbietern mittlerweile sogar 70 %) abgesichert werden können. Dies ist i.d.R. mehr, als die früheren 75-80 % des Nettogehaltes (die Abgabelast im Lande ist ja nicht gerade gering).  
Wichtig zu wissen: Die BU Versicherungen werden aneinander aufgerechnet bei der finanziellen Angemessenheit. Dies gilt auch, wenn Du schon eine ältere BU-Versicherung besitzt und diese behalten möchtest.

Sehen wir uns kurz zwei Passagen aus den BU-Bedingungswerken an:

1. Alte Leipziger versichert max. 2/3 des Bruttogehaltes der letzten drei Jahre:

Eine Frage kommt recht häufig mit "Ich bin gerade mit dem Studium fertig geworden und hatte in den letzten Jahren natürlich kein (erhöhtes) Einkommen, kann ich trotzdem schon in diesem Beispiel die 2/3 Drittel absichern"?
Antwort ist sehr einfach: geht natürlich - Versicherer kennen natürlich diesen Umstand. Hier wird Dein aktuelles Gehalt dann zu Rate gezogen, ggf. musst Du es mit einem aktuellen Gehaltsnachweis hinterlegen. Idealerweise schließt Du aber schon als Student eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Hier bieten die meisten Anbieter mittlerweile eine Absicherung von 1.500 Euro an, der Trend geht aber auch schon in Richtung 2.000 Euro (z.B. beim Volkswohl Bund oder seit 01 / 2019 bei der Allianz). Nach Ende des Studium kannst Du dann auch schon Deine erste Nachversicherungsgarantie nutzen um wirklich eine bedarfsgerechte Absicherung zu besitzen. Als Student mit einem gewissen "Karriereplan" macht eine Aufteilung auf zwei Gesellschaften durchaus Sinn, dies wird aber ganz unten als Punkt 7 von uns nochmals genauer erörtert. 

2. Etwas anders formuliert es die Basler Versicherung, die entweder die Brutto- oder auch die Nettohöhe annimmt:

In der Praxis ist es aber eigentlich gar nicht so schwer, einen genauen Wert zu definieren. Es kommt zwar auf Deine Lebensumstände, das Alter, das vorhandene Vermögen, evtl. Verpflichtungen (Immobilienfinanzierung, Familie) und weitere Umstände an, aber eigentlich gilt die Faustregel "so viel wie möglich", außer man besitzt ein millionenschweres Konto oder spekuliert auf ein Erbe in der selbigen Höhe. Hier sind zu Beginn natürlich erst einmal Grenzen gesetzt, aber durch die Mitnahme der Beitragsdynamik (idealerweise fünf Prozent) erhöhst Du Deine Absicherung recht bald auch über Dein Nettogehalt. Eine "Übersicherung" gibt es im Leistungsfall nicht, da die Berufsunfähigkeitsversicherung eine sogenannte "Summenversicherung"(ich bekomme das Geld, was ich abgesichert habe) darstellt und keine "Schadensversicherung" (welcher finanzielle Schaden ist mir eigentlich entstanden?). 

Warum genügen aber keine 80 Prozent meines letzten Nettogehaltes?

Im BU Fall kommen Kosten auf Dich zu, welche Du vielleicht gar nicht auf dem Schirm hast

Der wichtigste Punkt für eine höhere Absicherung als 80 % vom Netto: Wenn Du nicht mehr arbeiten kannst, zahlst Du als normaler Angestellter auch nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung ein (das sind derzeit nicht unerhebliche (knappe) 19 % von Deinem Bruttogehalt  – womit Du Jahr für Jahr sogenannte Entgeltpunkte sammelst). Vielleicht hast Du bis 67 die passende BU-Absicherung, aber was passiert danach? Fällst Du dann in ein Loch der berühmt berüchtigten Altersarmut? Im BU-Fall musst Du Deine private Altersvorsorge massiv erhöhen. Mit einer monatlichen Altersvorsorge von 200-300 Euro kommst Du dann nicht weit. Diese müsste mind. verdoppelt, eher verdreifacht werden. Mit 800 oder 1.000 Euro an monatlicher BU-Rente ist dies eher nicht möglich. Vielleicht Stand jetzt, da Du gerade in der Ausbildung bist. Aber wie ist es in drei, fünf oder zehn Jahren? Der Fernsehsender N-TV hat dazu mal einen interessanten Beitrag verfasst mit „Mini-Renten bringen nichts“. Gut zusammengefasst – denn bei Mini Renten freut sich nur einer und das ist der Staat. Das möchten wir doch alle nicht…

Schauen wir uns direkt ein Beispiel für jemanden an, der 4.000 Euro Brutto im Monat verdient. Auf seiner eigenen Abrechnung sieht man "nur" den Abzug von 372 Euro für die gesetzliche Rentenversicherung.

Quelle: Rechner auf https://www.brutto-netto-rechner.info/gehalt/gehaltsrechner-arbeitgeber.php

Wie Du hier siehst, zahlt Dir Dein Arbeitgeber auch nochmal den selben Beitrag in die Rentenversicherung ein. Wir merken dies übrigens hautnah für unsere Angestellten ;-). 
Somit müsste ein Verdiener mit 4.000 Euro mtl. Bruttogehalt im Leistungsfall knapp 750 Euro monatlich NUR zum Ausgleich für seine Rentenlücke auf die Seite legen. Salopp gesagt. Wie wäre das möglich, wenn man sich "nur" gegen 1.500 Euro mtl. absichert? Quasi nicht möglich.
Wir kennen es aus bisherigen BU-Fällen: Die größte Sorge gilt dann auch dem Geld, dass man seinen Lebensstandard beibehalten kann, nicht kürzer treten muss etc. Hat man schon gesundheitliche Probleme, sind finanzielle Ängste und Sorgen sicherlich nicht förderlich zur Genesung. 

Kleine Ausnahme bleibt von staatlicher Seite: Wenn Du voll erwerbsgemindert wirst, dann sammelt Vater Staat Entgeltpunkte für Dich zusammen. Aber für eine volle Erwerbsminderung muss man quasi den Kopf unter dem Arm tragen, wie auch folgender echter Auszug zeigt:

Ebenso musst Du weiterhin Krankenversicherungsbeiträge bezahlen. Bist Du mit einer Privaten Krankenversicherung abgesichert, dann sogar den vollen Beitrag. In der GKV zwar weniger und ggf. nur den Mindestbeitrag, aber dieser ist auch im dreistelligen Bereich. Mehr Informationen gibt es auch hier. Grob gesagt, kommen nochmal so 15-18 % Beitrag für die Krankenversicherung von deiner BU Rente abhanden. 

Sei dir bewusst, dass die BU-Versicherung vor allem eine Statusabsicherung für Dich ist!

Klar, je höher die Absicherungssumme, desto stärker steigt der Beitrag. Aber Du sicherst immerhin DAS wichtigste Anlageprodukt in Deinem Leben ab – Deine Arbeitskraft. Lieber in der KFZ-Versicherung von Vollkasko auf Teilkasko umstellen. Ein Totalschaden bei Deinem neun Jahre alten PKW wäre natürlich ärgerlich, aber nicht existenzbedrohend. Eine zu geringe BU-Rente aber schon! Somit hier bitte nicht am falschen Ende sparen. Neben der Privaten Haftpflichtversicherung ist die BU-Versicherung die mit Abstand wichtigste. Hast Du keine BU und wirst berufsunfähig, dann kommst Du nicht an die Armutsgrenze. Wenn jedoch Deine BU-Absicherung einfach zu gering abgeschlossen wurde, verschiebt sich die Armut nur ins Rentenalter bzw. man ist ein Fall für die Grundsicherung. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Daraus resultiert allerdings auch, dass es tatsächlich Menschen gibt, die absolut keine BU brauchen. Nämlich alle, die keinen Status haben odre diesen behalten möchten. Keine vernünftige Ausbildung / Studium, kein vernünftiges Einkommen. 

Was Du in der Regel nicht machen sollst:

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Kombination mit einer Rürup/Basisrente (sogenannte Schicht 1). Diese muss im Leistungsfall zu 100 % versteuert werden. Näheres haben wir auch in unserem Artikel „Solo BU oder Kombivertrag“ erläutert. Ebenso, wenn Dein BU-Vertrag über den Arbeitgeber läuft in Schicht 2– hier kann es auch zu einer anderen Besteuerung kommen. Unsere obigen Annahmen basieren rein auf eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung. Hier ist die Versteuerung im Leistungsfall quasi nicht vorhanden bis extrem gering. 

Kurz gefragt: Ich kann meine Lücke aufgrund der Annahmerichtlinien (ca. 60 % des Bruttogehaltes) gar nicht auffangen?

Ja, das stimmt teilweise, besonders zu Beginn, wenn die Fünf Prozent Beitragsdynamik noch nicht komplett Ihre Wirkung entfaltet haben. Da du im BU-Fall deine private Altersvorsorge massiv erhöhen müsstest, eignen sich vor allem eine Vertragsform, welche bei einer Berufsunfähigkeit die Beiträge übernimmt. Hier empfehlen wir gerne unseren Interessenten das Produkt "Mein Plan" der LV 1871. Hier kann bis zu einem Mtl. Anlagebetrag von 250 Euro eine BU-Beitragsbefreiung eingebaut werden- Zudem ist Mein Plan der LV 1871 für uns derzeit das wohl günstigste unf flexibelste Produkt am Markt. Mehr Infos unter: "Transparant, verständlich, kostengünstig – die wohl beste Lösung für die Altersvorsorge, als Depot und Kindersparplan!". Hier würden die maximal absicherbaren 250 Euro NICHT auf die finanzielle Angemessenheit angerechnet werden. 


2. Beitragsdynamik in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Auch diese kann man sich noch recht einfach vorstellen. Im Volksmund sagt man „Nimm drei Prozent Beitragsdynamik, dann erhöht sich jedes Jahr auch die BU-Rente um drei Prozent“. Grob gesagt stimmt es.

Für uns ist in der Berufsunfähigkeitsversicherung eine Beitragsdynamik unverzichtbar. Deine z.B. jetzt 1.500 Euro sind vielleicht ganz toll, aber was ist in 10, 15 oder 20 Jahren? Vor 20 Jahren waren 1.000 Deutsche Mark auch viel Geld, jetzt kann man von 500 Euro sicherlich nicht mehr würdevoll leben. Unterschätze bitte nicht den Kaufkraftverlust, welcher sich wie schleichendes Gift bewegt. Kurzfristig merkt man ihn nicht, aber mittelfristig drückt er sehr stark auf Dein Einkommen. Jedes Jahr kann man sicherlich von zwei bis drei Prozent an Inflation ausgehen.  Gefühlt oder direkt. Deine Miete wird teurer, der Spritpreis steigt und die Halbe Bier in Deiner Stammkneipe hat sich wieder um 20 Cent verteuert. Alles oftmals eher kleine Beträge, die aber ordentlich in der Gesamtheit zuschlagen.

Du hast Deinen Gesundheitszustand in der Berufsunfähigkeitsversicherung eingefroren

Du gleichst mit einer Beitragsdynamik oftmals nur die Inflation aus, mehr nicht. Zudem hast Du (hoffentlich) über Deinen Arbeitgeber jedes Jahr mind. zwei bis drei Prozent Lohnsteigerungen zu verzeichnen. Somit würde sich der monatliche Betrag in der BU-Rente merklich gar nicht erhöhen, wenn man das gesamte Verhältnis zu Deinem Einkommen sieht. Der Girokontoauszug sieht aber natürlich im neuen Versicherungsjahr etwas böser aus…Man muss ja mehr zahlen, obwohl man gar nicht weiß, ob man auch jemals eine Leistung bekommt.

Das tolle aber an der Beitragsdynamik: Jedes Jahr erhöht sich Deine abgesicherte BU-Rente, ohne dass neue Gesundheitsfragen fällig werden. Vielleicht hast Du eine große Tortur hinter Dir. Einholung, ärztlicher Unterlagen, Risikovoranfrage über einen versierten (hoffentlich uns ;-)) Versicherungsmakler, ggf. Nacharbeit, komplizierte Antragsstellung. Das möchte man hoffentlich kein zweites Mal erleben und gesünder wird man ja auch nicht. Mit der Beitragsdynamik in der Berufsunfähigkeitsversicherung erhöhst Du Deine Absicherung ohne erneute Gesundheitsfragen.

Flexibel – Du kannst der Beitragsdynamik widersprechen

Ja, aber muss ich jetzt jedes Jahr die drei oder fünf Prozent annehmen? Ich kann mein Leben noch nicht so ganz durchplanen“. Nein, musst Du nicht. Du kannst die Beitragsdynamik annehmen, musst aber nicht. Bei sehr vielen Versicherern hast Du die Möglichkeit, der Beitragsdynamik in der BU zweimal in Folge zu widersprechen (kurzer Zweizeiler an die Versicherung), im dritten Jahr musst Du diese aber annehmen. Sonst entfällt die Option.
Dies sieht in den Vertragsbedingungen dann so aus:

Quelle: BU-Antrag Continentale Versicherung

Vereinbarst Du also Deine Beitragsdynamik von drei Prozent und widersprichst dieser zweimal, so hast Du nach drei Jahren praktisch eine Erhöhung von einem Prozent pro Jahr. Dies dürfte im überschaubaren Bereich liegen & Du hast die Option auf weitere Erhöhungen gesichert. Grundsätzlich raten wir sogar dazu, eine Beitragsdynamik von fünf Prozent zu vereinbaren. Nachdem Du dieser ja zweimal in Folge widersprechen kannst, hast Du somit max. eine Erhöhung von 1,67 % p.a. zu „fürchten“.

Aber denke mal weiter – was ist, wenn Du schwer krank bist? Einen Teufel wirst Du tun und jedes Jahr der Dynamik widersprechen. Du wirst Sie sicherlich annehmen. Blöd wäre es aber, wenn Du die Option gar nicht hättest. Stand jetzt sagst Du dir vielleicht, dass Du nur eine geringe Dynamik möchtest. Aber wie ist es in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren? Lass Dir die Option offen. Wenn aus gesundheitlichen Gründen kein neuer BU-Vertrag möglich wäre, aber Du eine höhere Absicherung wünschst, kann die Beitragsdynamik die einzige stetige Komponente sein. Nochmal – wenn Du schwerer krank wirst, wärst Du froh um eine hohe Dynamik!

Die HDI Berufsunfähigkeitsversicherung hat es derzeit so geregelt, dass Du sogar viermal in Folge widersprechen kannst. Also noch flexibler als der übliche Standard.

Quelle: Bedingungen HDI Berufsunfähigkeitsversicherung

Den Vogel (im positiven Sinne) schießt aber die Alte Leipziger ab, wo man der Beitragsdynamik jederzeit widersprechen kann. Zweimal, dreimal, fünfmal, zehnmal. Somit kann man hier getrost fünf Prozent vereinbaren. Dies ist derzeit nach unserem Wissensstand einmalig am Markt. Die Alte Leipziger beschreibt ihre Beitragsdynamik in der BU wie folgt:

Quelle: BU-Antrag Alte Leipziger

Ab 40.000 Euro jährlicher Rente (sprich 3.333 Euro pro Monat) müssen aber im Leistungsfall bestimmte Grenzen eingehalten werden. Wenn Du einer der Auserwählten bist, welcher sich für die Alte Leipziger Berufsunfähigkeitsversicherung entschieden hat, dann erklären wir es Dir gerne nochmal direkt – dies würde hier den Rahmen sprengen.

Gut zu wissen – bei jeder Beitragsdynamik wird ein neues Eintrittsjahr berechnet!

Ein BU-Abschluss in jungen Jahren ist sehr sinnvoll. Je jünger das Eintrittsalter, desto günstiger die Prämie. Bist Du jetzt 30 Jahre, beträgt der monatliche Beitrag weniger, als wenn jemand mit dem gleichen Profil mit 35 Jahren bei uns anfängt. Bei der Beitragsdynamik verhält es sich ähnlich. Die Annahme der Beitragsdynamik ähnelt versicherungstechnisch einem Neuabschluss mit neuem Eintrittsalter. So steigt Dein Beitrag zwar um drei Prozent jedes Jahr an, irgendwann wird aber die Erhöhung der Versicherungsleistung durchaus abnehmen, da dies linear nicht mehr möglich ist.

Schauen wir uns aber ein Beispiel in der Praxis an:

LV 1871 mit 1.500 Euro mtl. abgesicherter Rente und 5 % Beitragsdynamik (Eintrittsalter 30 Jahre)

Quelle: BU-Antrag LV 1871

Somit kann es durchaus Sinn machen, lieber von Anfang an eine hohe Absicherungssumme zu wählen (siehe den ersten Punkt), da man sich somit auch das Eintrittsalter für immer gesichert hat. Jede Beitragsdynamik ist somit immer einen Tick teurer. Aber durch (hoffentlich) steigendes Gehalt sicherlich im verschmerzbaren Rahmen.

Nenn uns bitte Gründe, wieso Du keine Fünf Prozent Beitragsdynamik auswählen solltest ;-). 

Festzuhalten gilt aber, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, warum man eine hohe Beitragsdynamik nicht in der Berufsunfähigkeitsversicherung auswählt. Wir gehen sogar soweit, dass es eigentlich ebenso keinen nennenswerten Grund gibt, die Beitragsdynamik in der BU niedrig zu halten. Aufgrund der Möglichkeit des Widerspruchs kann man selbst eine hohe Beitragsdynamik über all die Jahre durchaus glätten. Wenn Du aber schwerer erkranken solltest, bist Du um diese Option mehr als froh! Zudem bleibt ganz klar die Thematik, dass du bei Vertragsbeginn (siehe Punkt 1) gar nicht das absichern kannst, was notwendig ist für dich um deinen Status abzusichern. Mit einer Beitragsdynamik von Fünf Prozent kommst du der Sache Jahr für Jahr etwas näher. Mit zwei Prozent trittst du wohl auf der Stelle.  
Da Gesellschaften die Beitragsdyamik etwas anders handhaben (bei der Nürnberger Versicherung ist z.B. bei 4.500 Euro Schluss, bei der Allianz z.B. bis Endalter 55 Jahre), empfiehlt sich vor allem für Akademiker eine Aufteilung auf zwei Gesellschaften. Die Vorgehensweise wird in Punkt 7 noch etwas näher beschrieben. 


3. Garantierte Rentensteigerung (Leistungsdynamik) in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Jetzt wird’s komplizierter – bitte aufpassen :-). Beitragsdynamik, Leistungsdynamik. Ist das nicht das gleiche? Nein, ist es nicht. Das eine (Beitragsdynamik) greift VOR dem BU-Fall, die Leistungsdynamik NACH dem BU-Fall. Wenn Du nicht mehr in Deinem Beruf arbeiten kannst, erlischt die Beitragsdynamik. Feierabend, keine Erhöhung mehr möglich.

Nehmen wir an, Du schließt am 01.01.XX eine Berufsunfähigkeitsversicherung über 2.000 Euro Absicherung bei einem Versicherungsmakler Deines Vertrauens ab (vielleicht sitzt dieser gerade in Kirchenrohrbach, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen). Wenige Monate später schlägt das Schicksal zu. Du erleidest eine schwere Krankheit, einen Unfall oder ein anderes, fürchterliches Erlebnis, wo Du anschließend Deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Aber glücklicherweise hast Du die passende Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, durch welche Du 2.000 Euro bis zum 67. Lebensjahr erhältst.

Garantierte Rentensteigerung erhält Deine Kaufkraft im BU-Leistungsfall!

War da aber nicht etwas mit dem Kaufkraftverlust? Ja. Jetzt sind 2.000 Euro vielleicht die passende Absicherung, aber wie verhält es sich in zehn Jahren? In 20 Jahren? Da dürfte sich die Kaufkraft massiv eintrüben. Irgendwie blöd, wenn man so jung berufsunfähig geworden ist. Die Beitragsdynamik hat noch gar nicht bzw. wenige Male gegriffen. Diese ist im Leistungsfall jetzt futsch. Hättest Du eine Leistungsfalldynamik von zwei Prozent vereinbart, dann wärst Du nun auf der „sicheren“ Seite (zumindest finanziell). Nach einem Jahr des Leistungsfalls würde sich Deine BU-Rente auf 2.040 Euro steigern, im zweiten Jahr dann auf ca. 2081 Euro und so weiter und so fort. Solange, wie Du berufsunfähig bist. Eigentlich eine sehr sinnvolle Regelung, nicht wahr?
Auch so kann man seine eigentliche BU-Lücke schließen, denn Du solltest deine Private Altersvorsorge massiv nach oben fahren im Leistungsfall. Je mehr Du im Moment bekommst von der BU-Gesellschaft, desto einfacher wird es dir fallen die Private Vorsorge zu erhöhen.  

Die Leistungsfalldynamik lässt den Beitrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung aber ab dem ersten Tag steigen, anders wie die Beitragsdynamik. Ganz grob gesagt, lässt ein Prozent an garantierter Rentensteigerung den Beitrag um ca. 5-8 Prozent steigen (je jünger, desto „teurer die Option, zudem kommt es noch auf die Gesellschaft drauf an). Empfehlenswerte 2 Prozent machen dann gleich 10-16 Prozent aus. Mehr als 3 Prozent sind bei den Gesellschaften i.d.R. nicht möglich.

Sehen wir uns zwei Praxisbeispiele in der garantierten Rentensteigerung (Leistungsfalldynamik) an:

Fall 1:
HDI Berufsunfähigkeitsversicherung, Eintrittsalter 30, Diplom-Informatiker, 2.000 Euro abgesicherte Rente, Endalter 67 Jahre, ohne garantierte Rentensteigerung

Quelle: Onlinerechner im Maklerportal der HDI

Wie wir sehen, liegt der Zahlbeitrag bei knapp 81 Euro. 

Nun vereinbaren wir eine garantierte Rentensteigerung von zwei Prozent. 

Quelle: Onlinerechner im Maklerportal der HDI

Jetzt liegt der Beitrag bei über 92 Euro, wie wir sehen. 

Fall 2:
Alte Leipziger Berufsunfähigkeitsversicherung, Eintrittsalter 25, Entwicklungsingenieur, 1.500 Euro abgesicherte Rente, Endalter 67 Jahre, ohne garantierte Rentensteigerung

Quelle: Internes Maklerportal Alte Leipziger

Hier haben wir jetzt einen Zahlbeitrag von 61,14 Euro. 
Wie verhält es sich, wenn man 2,5 Prozent garantierte Rentensteigerung vereinbart?

Quelle: Internes Maklerportal Alte Leipziger

Mit zwei Prozent Leistungsdynamik steigt der Beitrag auf knapp 70 Euro.

Ok, der Beitrag steigt zwar, aber wenn Ihr das empfehlt....?

Aber da wir sehr schlechte Verkäufer sind, betrachten wir kurz die Negativseiten von einer Leistungsfalldynamik. Am Markt gilt diese eigentlich als unverzichtbar. Wir sehen dies nicht unbedingt so und schielen eher auf den Einzelfall. In manchen Fällen ist sie wirklich enorm wichtig, aber ab und zu passt sie vielleicht nicht konkret in Deine Situation (zumindest nicht in einer maximalen Höhe). Natürlich spielt auch etwas der monatliche Beitrag eine Rolle und ggf. muss man hier Kompromisse schaffen.

Immer zwei Seiten einer Medaille sehen – auch bei der Leistungsfalldynamik!

Die Praxis sieht so aus, dass die allermeisten BU-Renten nicht dauerhaft sind, sondern nur für einen begrenzten Zeitraum. Bei den allermeisten Gesellschaften wird die Rentenhöhe nach der Berufsunfähigkeit wieder auf den damaligen Zeitpunkt herabgesetzt. Wenn Du mit 20 Jahren berufsunfähig wirst und hältst es bis zum 67. Lebensjahr durch, dann wäre natürlich die garantierte Rentensteigerung Gold wert gewesen. Aber dies ist nicht der übliche Fall. Schlauer ist man wohl erst am Schluss.

Wie Du evtl. an der obigen Beispielberechnung gesehen hast, erkauft man sich die jährliche Steigerung relativ teuer. Vielleicht macht es mehr Sinn, den Mehrbeitrag schon von Anfang an in eine höhere BU-Rente zu investieren (soweit man zu Antragsbeginn noch nicht auf der maximalen Höhe zur Absicherung angekommen ist). Hier würdest Du somit auch ab dem ersten Tag profitieren. Die Überschneidung tritt nach 6-9 Jahren (je nach Gesellschaft) auf – wie wir gerade gesehen haben, sind viele BU-Fälle nur von temporärer Dauer. Somit musst Du beide Seiten der Medaille gegeneinander abwägen. Sinnvoll ist eine garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall sicherlich. Idealerweise kombinierst Du die maximal mögliche Absicherung bei der Antragsstellung mit einer hohen Leistungsdynamik. Also keine "oder" Entscheidung, sondern eine "Und" Entscheidung. Immerhin geht es um deine Statusabsicherung!

Man mag es kaum glauben – es gibt auch noch Überschüsse!

Bei der Antragsstellung hat Dich Dein versierter Versicherungsmakler sicherlich über den Zahlbeitrag (Nettobeitrag) sowie den Bruttobeitrag aufgeklärt. Durch die entstandenen Überschüsse (durch gute Kalkulation, weniger BU Fälle als gedacht, vernünftige Anlage und einigen weiteren Parametern) musst Du derzeit nur den Nettobeitrag bezahlen. Aber im Leistungsfall zahlst Du ja keinen Beitrag mehr? Wie profitierst Du von den Überschüssen? Durch eine jährliche Steigerung im Leistungsfall.
Wichtig zu wissen: Diese ist aber NICHT garantiert und kann theoretisch auch auf null fallen. Dies ist zwar eher sehr unwahrscheinlich, aber die Niedrigzinsphase wie jetzt konnte sich vor 20 Jahren auch kein Mensch vorstellen. Ganz wenige Anbieter haben die Überschüsse schon auf null gesenkt, wie z.B. der geschätzte Kollege Matthias Helberg am Beispiel der Hannoverschen in seinem Beitrag „Warum die BU Leistungsdynamik immer wichtiger wird“ berichtete.

Wir möchten Dir hiermit nur beide Seiten aufzeigen – immerhin geht es mit der Berufsunfähigkeitsversicherung um eine, wenn nicht die wichtigste Versicherung in Deinem Leben. Da mag es gut überlegt sein. Sinnvoll ist eine Leistungsfalldynamik aber auf jeden Fall – das steht außer Frage. Wir kennen den Stand in 15, 20 oder 25 Jahren noch nicht… Wenn Du es Dir leisten kannst, dann baue aber mindestens 1-2 Prozent an Steigerung mit ein.


4. Die optimale Laufzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Das wird Dich wenig überraschen. Als Empfehlung lautet hierbei ganz klar die Absicherung bis zum 67. Lebensjahr. Noch viel zu oft geistern Berufsunfähigkeitsversicherungen bis zum 60. oder 63. Lebensjahr durch die Lande. Nehmen wir an, dass Du mit dem 60. Lebensjahr eine BU-Rente von 3.500 Euro abgesichert hast. Keine unmögliche Zahl, selbst für Personen, die keine Akademiker sind. Beitragsdynamiken und ggf. Nachversicherungsoptionen sei Dank. Und wie Du mittlerweile sicherlich weißt – der Kaufkraftverlust schlägt gnadenlos zu.

Jetzt musst Du Dir – ganz grob – die Frage stellen: Hast Du 294.000 Euro (3.500 Euro * 12 Monate * 7 Jahre) einfach so auf der Seite, mit welchen Du Deinen Lebensunterhalt bestreiten kannst? Lauert irgendwo eine Erbschaft? Ein Konto in Panama? Dann ist alles gut. Wenn nicht, dann kann alles schlecht sein. Wenn Du mit 50 oder 55 Jahre berufsunfähig bist, ist die Chance merklich hoch, dass Du dies auch noch mit 60 und somit 67 Jahren bist. Aber was ist, wenn Du mit 60 Jahren plötzlich keine monatliche BU-Rente mehr bekommst, aber die Kosten laufen weiter?
Selbst aber, wenn Du statt bis 67 Jahre eine Absicherung bis 65 Jahre erwägst, sind es immer noch (um beim obigen Beispiel zu bleiben) 84.000 Euro, welche man schnell mal aus der Hosentasche schütteln sollte.

Wie auch beim ersten Punkt schlägt die gesetzliche Rentenversicherung wieder zu!

Zudem beachte bitte folgenden wichtigen Punkt: Die genannten Beiträge sind das eine. Aber wenn Du BU bist, zahlst Du auch nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung ein (das sind 2017 immerhin knapp 19 % von Deinem Bruttogehalt). Wenn Du eine BU bis zum 63. Lebensjahr abschließt und zum Leistungsfall wirst, entgehen Dir mind. vier Jahre, wo Du weder eine Leistung bekommst, noch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst. Du sammelst somit keine Entgeltpunkte und deine lebenslange Rente sinkt dramatisch. Mit Deiner BU-Absicherung kannst Du wenigstens Deine private Vorsorge auf hohem Niveau belassen oder ausbauen. Zudem sei noch gesagt, dass das gesetzliche Rentenniveau nicht bei 67 Jahren bleiben wird, langfristig bewegen wir uns eher auf die 70 zu. Ob man es jetzt gut oder schlecht findet....

Vorsicht vor Nepper, Schlepper und Bauernfänger – auch in der BU-Beratung!

Weniger versierte Vermittler verkaufen gerne mal eine BU-Versicherung bis zum 60. Lebensjahr. Durch die eingetretene Beitragsersparnis kann der Interessent doch gleich eine tolle Rentenversicherung abschließen, welche ab dem 60. Lebensjahr dann greift. Psychologisch gesehen ein toller Schachzug. Wenn die Person nicht berufsunfähig wird, dann hat sie zumindest etwas Kapital aufgespart. Wenn sie doch nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten kann, wird man die letzten Jahre davon leben können. Klingt super, oder?

Nee, ist es aber nicht. Rechne doch einfach mal Dein Alter hoch, wenn Du die Beitragsersparnis von 30, 40 oder 50 Euro bis zum 60. Lebensjahr ebenfalls hochrechnest. Vielleicht bekommst Du vom besagten Vermittler auch eine überteuerte Police noch zugesteckt, wo die Hochrechnungen eigentlich niemals stimmen können. Nehmen wir aber einfach mal eine Wertentwicklung von 5 % an, die 40 Euro Beitragsersparnis werden jetzt angespart und Du bist jetzt 25 Jahre alt. Dann hast Du insgesamt etwas über 44.000 Euro angespart. VOR Steuern. Von Deinem angesparten Kapital könntest Du Dir jetzt monatlich etwas über 500 Euro auszahlen lassen. Kannst Du davon leben? Es wird schwierig…Auf der anderen Seite hast Du in der BU mit Sicherheit schon eine Absicherungshöhe von mehreren Tausend Euro erreicht.
Auch wenn wir es jetzt schon zum dritten Mal wiederholen – wenn Du nicht mehr arbeiten kannst und somit nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst, ist das Thema Altersarmut näher als Du denkst. Keine weitere Einzahlung in die GRV = keine Erhöhung der Rente. Nur die bisher angesparten Entgeltpunkte werden angerechnet.


5. Arbeitsunfähigkeitsklausel sinnvoll oder nicht in der Berufsunfähigkeitsversicherung? Oder doch Krankentagegeld?

Die Versicherungsgesellschaft Condor hat schon vor etlichen Jahren (irgendwie solange, wie wir denken können...) die „AU-Klausel“ (auch genannt: Gelbe-Schein-Regelung) in ihre Police eingebaut. Von anderen BU-Unternehmen wurde diese jahrelang belächelt, mittlerweile bietet es aber fast jeder an.
Mit der AU-Klausel soll schon geleistet werden, wenn Du „nur“ sechs Monate oder mehr krankgeschrieben bist (vereinfacht erklärt). Wenn Du Dir das Kreuzband gerissen hast und bist für 7 Monate krankgeschrieben, aber Dein Heilungsprozess macht enorme Fortschritte, so wirst Du i.d.R. keine BU-Leistung geltend machen können. Mit der „Gelben-Schein Regelung“ wäre dies aber kein Problem, Du würdest ab dem ersten Tag rückwirkend die monatliche Leistung bekommen (bei 2.000 Euro versicherter Rente somit 12.000 Euro bei sechsmonatiger Arbeitsunfähigkeit). Der große Vorteil liegt somit in der vereinfachten Antragsstellung. Statt 80 Seiten Fragebogen auszufüllen, genügt oft nur die Krankschreibung (auch vereinfacht gesagt).

Es gibt aber selbstverständlich Überschneidungen mit der Berufsunfähigkeitversicherung. Oftmals dürftest Du auch schon aus der BU die Leistung erhalten, welche Dir ebenfalls mit der AU-Klausel zusteht. Nicht immer, aber durchaus kommt es vor. Der Einzelfall ist hier ausschlaggebend. In der Praxis dürftest Du die Leistung mit der AU-Klausel aber schneller bekommen. Manchen guten Gesellschaften genügt im Leistungsfall eine einfache Bescheinigung des behandelnden Arztes. Manchen sogar schon ab 4 Monaten Arbeitsunfähigkeit und der Prognose für weitere 2 Monate.

Wiederum andere Gesellschaften prüfen aber den AU-Antrag genauso wie einen BU-Antrag. Das dürfte etwas zeitintensiver werden.
 Alle haben es aber gemeinsam, dass max. für einen bestimmten Zeitraum geleistet wird. Oftmals max. 18-24 Monate. Das soll aber nicht abschrecken. Ist man nach zwei Jahren noch arbeitsunfähig, ist es (leider) kein weiter Schritt mehr in die Berufsunfähigkeit. Wahrscheinlich ist man es dann schon (lange).

Folgende Gesellschaften bieten u.a. (Stand jetzt 02/2019) eine AU-Klausel an:

  • Alte Leipziger
  • Condor
  • Swiss Life
  • Allianz
  • Die Bayerische
  • AXA
  • Stuttgarter
  • Basler
  • LV 1871
  • Zurich
  • Volkswohl Bund
  • Gothaer
  • HDI
  • Continentale
  • Aachen Münchener
  • Nürnberger 

Bei wenigen Gesellschaften (wie der Allianz oder Condor) ist die AU-Klausel automatisch mit dabei. Bei anderen Gesellschaften kann man es als Zusatzoption anwählen. Finden wir eigentlich fairer. Wer es möchte, kann es anwählen. Wer nicht, der muss nicht unbedingt zu viel für seine BU-Versicherung zahlen. Zudem sind die "kostenfreien" Varianten oftmals abgespeckt, da zeitgleich immer ein BU Antrag gestellt werden muss. 

Schauen wir es uns an zwei Beispielen an in der Berufsunfähigkeitsversicherung mal mit und mal ohne AU Klausel:

Fall 1:

Alte Leipziger Berufsunfähigkeitsversicherung, Eintrittsalter 30, Diplom-Informatiker, 2.000 Euro abgesicherte Rente, Endalter 67 Jahre, ohne AU Klausel

Quelle: Internes Maklerportal Alte Leipziger

Hier haben wir jetzt einen Zahlbeitrag von 89,02 Euro. Wie verhält es sich, wenn man nun die AU-Klausel vereinbart bei der Alten Leipziger?

Quelle: Internes Maklerportal Alte Leipziger

Mit der AU-Klausel bei der Alten Leipziger Berufsunfähigkeitsversicherung steigt der Beitrag nur geringfügig auf 92 Euro (Netto) an. Somit sehr überschaubar. 

Fall 2: 

Volkswohlbund Berufsunfähigkeitsversicherung, Eintrittsalter 25, Entwicklungsingenieur, 1.500 Euro abgesicherte Rente, Endalter 67 Jahre, ohne AU-Klausel

Quelle: www.vbon.de

Hier haben wir jetzt einen Zahlbeitrag von 50,91 Euro beim Volkswohlbund. Wie verändert sich der Beitrag, wenn die AU-Klausel vereinbart wird?

Quelle: www.vbon.de

Prozentual sind wir hier bei einem höheren Sprung als bei der Alten Leipziger. In diesem Berechnungsbeispiel steigt der Zahlbeitrag auf 55,74 Euro. 

Je nach Eintrittsalter, Beruf und vor allem Gesellschaft kann die Differenz stärker abweichen. Diese ist nach unserer Marktbeobachtung zwischen 4-12 %. Gerne rechnen wir Dir verschiedene Möglichkeiten durch.

Auch Krankentagegeldversicherung kann in der BU Sinn machen

Wir stellen unseren Interessenten die Möglichkeit der AU-Klausel oder auch einer Krankentagegeldversicherung vor. Diese greift i.d.R. ab dem 43 Tag. Wenn Du ganz normaler Angestellter in der Firma bist, dann bekommst Du die ersten sechs Wochen im Krankheitsfall das normale Gehalt von Deinem Arbeitgeber weiterbezahlt. Ab dann springt die gesetzliche Krankenversicherung ein und übernimmt ca. 70 % Deines Nettogehaltes.

Mit einer Krankentagegeldversicherung sicherst Du Dir die Differenz ab und erleidest in der Zwischenzeit keinen finanziellen Verlust. Deine Kosten laufen ja weiter. Sei es mit der Miete, dem allgemeinen Lebensunterhalt oder sonstigen Ausgaben (ggf. durch Medikamente & Arztbesuche). Der Vorteil des Krankentagegeldes gegenüber dem AU-Baustein liegt auch schlichtweg darin, dass Du schon Leistungen vor dem sechsten Monat bekommst. Ob Du jetzt zwei, drei oder vier Monate krankgeschrieben bist, spielt keine Rolle. Solltest Du aber über ein halbes Jahr krankgeschrieben sein, so ist die Leistung aus der BU durch die AU natürlich höher.

Die Rechtsprechung ist sich bei einem Punkt im Moment aber uneinig. Sind die Leistungen aus dem Krankentagegeld und der AU-Klausel eigentlich sauber miteinander in Einklang zu bringen? Nach § 4 Nr. 2 MB/KT 2009 darf das private Krankentagegeld zusammen mit “sonstigen Krankentage- und Krankengeldern” das auf den Kalendertag umgerechnete, aus der beruflichen Tätigkeit herrührende durchschnittliche Nettoeinkommen der letzten 12 Monate nicht übersteigen. Es gibt derzeit noch kein aktuelles Urteil, ob die AU-Klausel hier auch angerechnet werden würde. Tendenz wohl eher nicht, es steht aber noch nicht fest.

In der Praxis sieht es aber eh so aus, das Interessenten selten beide Lösungen machen möchten. Entweder die AU-Klausel oder das Krankentagegeld (bei PKV Versicherten ist es etwas anderes). Verzichtet wird selten auf einen der beiden Punkte, aber zusammen wird es sehr selten bis nie gemacht.
Wenn Du erhebliche Vorerkrankungen hast und ein BU-Antrag auch nur schwer angenommen wird, dann eignet sich die derzeitige Krankentagegeldaktion der Arag Krankenversicherung hervorragend. Diese sagt nämlich „wenn der Kunde in der BU angenommen wird – egal wie – dann nehmen wir den Krankentagegeldantrag immer normal an“.

Die Beitragstabelle der Arag Krankentagegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen kannst Du hier sehen:

Wenn Du aber völlig ohne Probleme eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen hast, dann empfehlen wir Dir aber lieber einen Krankentagegeldanbieter mit normaler Gesundheitsprüfung. Hier dürfte das Versichertenkollektiv sauberer sein (= kommen viele, eher schon mit Vorerkrankungen belastete Personen in einen Tarif, werden Leistungen i.d.R. eher in Anspruch genommen als bei vollkommen gesunden Personen). Bei der Arag Aktion muss man schon damit rechnen, dass die Beiträge mittel- bis langfristig wohl etwas stärker steigen werden als bei Anträgen zur Krankentagegeldversicherung mit normalen Antragsfragen. Wenngleich man sich ja immer noch im überschaubaren Bereich bewegt.

Die Barmenia Krankentagegeldversicherung könnte eine Alternative sein!

Eine sehr gute Alternative für viele Personen könnten aber die vereinfachten Gesundheitsfragen der Barmenia sein. Hier geht es jetzt nicht darum, Personen mit vielen Vorerkrankungen zu versichern, sondern um einen rechtssicheren Antrag mit sauberer Fragestellung bei einem sehr guten Krankenversicherung. Es gibt genau eine geschlossene Gesundheitsfragen, welche wie folgt lautet:

Maximal sind hier 25 Euro an täglicher Absicherung möglich (=750 Euro im Monat). Dies dürfte für viele Personen genügen, welche in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, um Ihre Lücke im Krankheitsfall zu schließen. 

Mehr Informationen zu dieser netten Aktion gibt es auch unter "Nun bis 25 Euro täglich – vereinfachte Gesundheitsfragen beim Krankentagegeld der Barmenia Versicherung".

Wenn du dich zwischen der Arag und der Barmenia Krankentagegeldversicherung entscheiden kannst aufgrund des Gesundheitszustandes, dann empfehlen wir dir im Moment klar die Barmenia. Diese dürften auch Beitragsstabiler sein. 

Es ist letztendlich etwas Geschmackssache, was für Dich hier die passende Lösung darstellt. Was für den einen wichtig ist, hat für den anderen keine Relevanz. Aber einen der beiden Bausteine halten wir für sinnvoll: Entweder den AU-Baustein oder die Krankentagegeldabsicherung.


6. Pflegebaustein in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Du könntest direkt das Thema Pflege in der Berufsunfähigkeitsversicherung auch schon abdecken. Wir sind grundsätzlich mittlerweile nicht mehr so die großen Freunde davon und haben es auch für uns selber nicht so gelöst. Bei der Pflegeabsicherung plädieren wir grundsätzlich lieber zu einer flexiblen Pflegetagegeldversicherung über einen Krankenversicherer. Sehr gute Informationen bietet hier nach unserer Einschätzung der Pflegeplan (falls du dich mit der Thematik schon beschäftigen möchtest). 

Trotzdem möchten wir zwei folgende Vorteile aufzeigen, welche ggf. dafürsprechen würden:

1. Einfrieren des Gesundheitszustandes

Vielleicht hast Du gerade für Deinen BU-Antrag einen wahren Marathon hinter Dir in Bezug auf die Besorgung ärztlicher Unterlagen. Bei einer Pflegeversicherung werden bekanntlich ebenfalls Gesundheitsfragen gestellt. Auch wenn für Dich im Moment eine Pflegeversicherung nicht nötig erscheint, wirst Du diese Thematik mit 40, 50 oder 60 Jahren nochmal angehen wollen. Aber wie ist bis dahin Dein Gesundheitszustand?
Mit dem Pflegebaustein in der Berufsunfähigkeitsversicherung frierst Du Dir den Gesundheitszustand quasi ein und Du kannst Deine Pflegerentenversicherung zu einem von Dir bestimmten Zeitpunkt aktivieren. Vorerkrankungen spielen dann keine Rolle.
Wichtig aber hier zu wissen: Je später du den Pflegebaustein aktivierst, desto höher wird der Beitrag durch das gestiegene Eintrittsalter. Evtl. macht es somit Sinn, sich schon in jüngeren Jahren aufgrund des Eintrittsalters mit der Thematik zu beschäftigen. Die Beiträge sind bei einer Aktivierung mit 60 oder 65 Jahren quasi unbezahlbar. Die Idee dahinter ist gut, aber die Praxis ist leider nicht so toll wie gedacht. 

2. Doppelte BU Rente bei Pflegebedürftigkeit

Wirst Du während der BU-Laufzeit pflegebedürftig, so bekommst Du die doppelte BU-Rente bis zum Ende der BU-Versicherung ausbezahlt. Nach dieser Zeit bekommst Du die abgesicherte Höhe einmal ausbezahlt.

Folgendes Schaubild erklärt es recht gut:

Quelle: BU Prospekt LV 1871

Im obigen Fall würdest Du bei 1.500 Euro abgesicherter Rente somit 3.000 Euro bis 67 Jahre erhalten. Somit wäre auch durchaus genügend monatliches Einkommen vorhanden, um die Altersvorsorge vernünftig zu gestalten.

Nach Ende der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es anschließend noch die einmalige Höhe. Wichtig zu wissen: Die Einstufung, ob Du ein Pflegefall bist, beruht nicht auf den üblich bekannten fünf Pflegegraden, sondern auf den ADL-Punkten (ADL = „activities of daily living“ bzw. übersetzt Aktivitäten des täglichen Lebens).
Wenn Du bis 67 nicht pflegebedürftig geworden bist, entfällt die Option (außer Du hast diese aktiviert). 

Hier wird die Thematik von uns etwas genauer erklärt:

1. Fortbewegen im Zimmer
Benötigt der Versicherte Unterstützung von einer anderen Person, um sich an seinem gewöhnlichen Aufenthaltsort auf ebener Oberfläche von Zimmer zu Zimmer fortzubewegen?

2. Aufstehen und Zubettgehen
Kann der Versicherte nur mit Hilfe einer anderen Person das Bett verlassen oder in das Bett gelangen?

3. An- und Auskleiden
Kann sich der Versicherte nicht ohne Hilfe einer anderen Person an- oder auskleiden?

4. Einnehmen von Mahlzeiten und Getränken
Benötigt der Versicherte fremde Hilfe, um bereits vorbereitete essfertige Nahrung und Getränke aufzunehmen?

5. Waschen
Benötigt der Versicherte die Hilfe einer anderen Person, um sich so zu waschen, dass ein akzeptables Maß an Körperhygiene gewahrt bleibt?

6. Verrichten der Notdurft
Muss der Versicherte die Unterstützung einer anderen Person in Anspruch nehmen, um sich nach dem Stuhlgang zu säubern oder kann er seine Notdurft nur unter Zuhilfenahme einer Bettschüssel verrichten oder kann der Darm bzw. die Blase nur mit fremder Hilfe entleert werden?

Wie hoch ist der Mehrbeitrag mit diesem Pflegebaustein?

Fall 1:
LV 1871 Berufsunfähigkeitsversicherung, Eintrittsalter 30, Diplom-Informatiker, 2.000 Euro abgesicherte Rente, Endalter 67 Jahre, ohne Pflegebaustein (und auch ohne weitere Bausteine)

Quelle: Internes Maklerportal LV 1871

Ohne den Pflegebaustein beträgt somit der monatliche Beitrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der LV 1871 rund 84 Euro. Wie sieht es aber mit dem Baustein aus?

Quelle: Internes Maklerportal LV 1871

Hier würde nun der mtl. Zahlbeitrag bei 118 Euro liegen. Dafür hast Du dann aber das Pflegethema abgehakt. 

Fall 2:
Volkswohl Bund Beurfsunfähigkeitsversicherung, Eintrittsalter 25 Jahre, Entwicklungsingenieur, 1.500 Euro mtl. abgesicherte BU Rente, Endalter 67, ohne Pflegebaustien (+auch keine weitere Bausteine)

Quelle: www.vbon.de

Wie auch schon beim Beispiel des Volkswohl Bund mit der AU Klausel, liegt der Beitrag ohne Bausteine bei knapp 51 Euro. Wie sieht es aber aus, wenn wir den Pflegebaustein dazunehmen?

Quelle: www.vbon.de

Mit dem Pflegebaustein steigt der monatliche Zahlbeitrag auf 67,50 Euro in diesem Beispiel. 

Die Mehrkosten sind somit durchaus im überschaubaren Rahmen. Natürlich ist es aber ebenso möglich, sich schon frühzeitig sich um das Thema Pflegetagegeldversicherung zu kümmern. Bei dieser Absicherung gibt es schon eine Leistung von einem Pflegegrad (von insgesamt fünf verschiedenen Stufen). Die Leistungsvoraussetzungen sind hier somit etwas geringer. Oder nennen wir es anders.

Die Pflegebausteine in der Berufsunfähigkeitsversicherung bieten somit aber eine gute Lösung, da man zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Schutz bei Berufsunfähigkeit, solange man arbeitet und Schutz im Pflegefall, solange man lebt zu einem überschaubaren Preis. Für einige Personen dürfte aber eine separate Pflegetageversicherung flexibler und besser erscheinen. Dies kann durchaus auch Sinn machen. Wichtig ist aber, dass man sich früher (!!) oder später mit dieser Thematik auseinandersetzt! Mit einem hohen Eintrittsalter explodieren die Beiträge in der Pflegeversicherung. Geschweige denn, dass dann eine Annahme durch das eine oder andere gesundheitliche Zipperlein noch klappt. 

Nicht jeder BU-Versicherer bietet Dir aber diese Option!

Bitte aber beachten: Nicht alle Anbieter einer Berufsunfähigkeitsversicherung bieten so eine Option an. Im Moment sind es eigentlich nur eine Handvoll, welche aber oft zu den qualitativ guten BU-Anbietern gehören (wie z.B. die LV 1871, Volkswohlbund, Continentale, Die Bayerische oder Basler Versicherung).


7. Soll ich die Berufsunfähigkeitsversicherung auf zwei Anbieter aufteilen?

Klare Antwort: Jein. Es kann aber in vielen Situationen Sinn machen. Was nicht dazu zählt, ist folgende Kundenfrage vor wenigen Tagen: 

Ich habe mal gehört, dass es klug sein soll 2 x 1000€ zu versichern anstatt 1 x 2000€, weil die Versicherungen bei kleineren Beträgen nicht so genau prüfen im etwaigen Schadensfall und es somit die Wahrscheinlichkeit senkt, dass später nicht gezahlt wird. Was halten Sie davon?

Nein, dem ist sicherlich nicht so. Auf Kulanz sollte man nicht hoffen. Das ist auch gut so, da die anderen versicherten Kunden dies praktisch mitzahlen müssten. Ein Versicherer soll sauber regulieren wie es sich gehört. Der Grund für 2*1.000 Euro zwecks vereinfachter Risikoprüfung stimmt also nicht. 

Was durchaus aber stimmt: Im Leistungsfall musst Du Dich dann mit zwei Gesellschaft auseinandersetzen. Zwei sind mehr Aufwand als eine. Das dürfte Dir klar sein. Grundsätzlich empfehlen wir Dir, im Leistungsfall aber immer einen Spezialisten mit an die Seite zu nehmen, der sich auf die professionelle Leistungsfallabwicklung spezialisiert hat. Dieser übernimmt auch immer die Korrespondenz mit dem jeweiligen Unternehmen. 

Was spricht für die Aufteilung auf zwei Gesellschaften?

1. Du möchtest mehr als 2.500 Euro absichern - dann erfolgt eine ärztliche Untersuchung & der Rückversicherer spricht ein Wörtchen mit.

Bei den meisten Gesellschaften genügen bis zu einer Absicherung von 2.500 Euro die normalen Antragsfragen im Fragebogen. Klar, diese musst Du sauber beantworten. Hast Du dies gemacht, kommt ein sauberer Vertrag zu Stande. Aber was ist, wenn Du 3.000 Euro absichern möchtest?

Dann erfolgen in der Regel immer zwei Situationen:

A: Es erfolgt eine umfangreiche ärztliche Untersuchung.
Du wirst praktisch vom Arzt untersucht, aktuelle Blutwerte werden genommen und so weiter. Das schlimmere daran: Durch das neue ärztliche Zeugnis folgt ein Fragebogen, wo die Gesundheitsfragen teilweise viel gemeiner gestellt werden.

Schauen wir uns das Ärztliche Zeugnis der Nürnberger Versicherung an:

Der geneigte Kenner wird es sicherlich gleich erkennen: Die Gesundheitsfragen sind unbegrenzt gestellt. Wer kann dies eigentlich normal und vernünftig beantworten? Die regulären Antragsfragen sind i.d.R. (aber auch hier lauern ab und zu Stolpersteine) zeitlich befristet auf fünf Jahre. Die unbegrenzten Fragen kann eigentlich niemand seriös beantworten.

Zudem gibt es einen weiteren wichtigen Punkt, welchen Du kennen solltest: Vielleicht kommt bei der Blutuntersuchung / generell ärztlichen Untersuchung eine Diagnose heraus, die Du noch gar nicht kanntest? Dann ist der Weg zur passenden Berufsunfähigkeitsversicherung schnell vorüber. 
Möchtest Du unbedingt bei einer Gesellschaft mit über 2.500 Euro versichert sein, dann schließe bitte zuerst einen Vertrag über 2.500 Euro ab. Ist dies unter Dach und Fach, dann erhöhe auf den gewünschten Wert. Dann mit der umfangreichen Untersuchung. Kommt hier ein unschönes Ergebnis heraus, bist Du zumindest für die 2.500 Euro normal versichert. 

B: Der Rückversicherer spricht ein Wörtchen mit.
Nicht nur Du möchtest Dich versichern, sondern der Versicherer versichert sich auch (beim Rückversicherer). Eine geringe Absicherungshöhe kann die normale Versicherungsgesellschaft noch entscheiden. Über 2.500 Euro spricht i.d.R. der Rückversicherer mit. Dieser votet nach unserer Erfahrung eindeutig härter. Hier gibt es nicht so etwas wie einen "menschlichen" Risikoprüfer und Weitsicht in der Entscheidung. Hier wird das Urteil gerne in eine Software eingegeben und was da rauskommt, muss angenommen werden. 
Wenn Du komplett gesund bist, spielt dies eine kleinere Rolle. Aber wenn Du kleine und größere Vorerkrankungen hast und bekommst gerade noch eine Absicherung bei einem oder wenigen Anbietern, so dürfte dies auch eine größere Rolle spielen. Auch beim Thema "Gefährliche Hobbys" sind die Rückversicherer oft gnadenlos und voten weitaus strenger als die normale Risikoprüfung. 

Es gibt am Versicherungsmarkt aber zwei signifikante Ausnahmen beim Rückversicherer. Die Nürnberger Versicherung hat aufgrund des großen Versicherungsbestandes eine Entscheidungsvollmacht bis 4.000 Euro, erst ab dieser Zahl greift der Rückversicherer ein. 
Bei der durchaus bekannten Allianz Versicherung gibt es keine Obergrenze, da die Allianz ihr eigener Rückversicherer ist.

2. Wird Dein Gehalt und somit Dein Bedarf künftig stark steigen? Dann teile auf!

Das ist eigentlich der Grund, weshalb wir z.B. bei einem jungen Menschen mit einem Absicherungswunsch von 2.000 Euro auch schon dafür plädieren, es auf zwei Versicherer aufzuteilen.
Der Grund ist so einfach wie banal: Durch Nachversicherungsgarantien kannst Du auf maximal 2.500 Euro Absicherung kommen. Dies mag jetzt noch viel erscheinen, in einigen Jahren ist Dein Bedarf ggf. viel höher. Darüber hinaus geht es nur mit einer Beitragsdynamik.

2*1.000 Euro sind flexibler als 1*2.000 Euro Absicherung!

Sicherst Du 2*1.000 Euro monatlich ab, so hast Du bei jeder Gesellschaft Nachversicherungsgarantien bis 2.500 Euro. Zusammen also 5.000 Euro. Klar, es muss eine finanzielle Angemessenheit gegeben sein. Wenn diese vorhanden ist, dann kannst Du ohne neue Gesundheitsprüfung (bei sehr guten Anbietern sogar ohne neue Risikoprüfung) bis zu 5.000 Euro absichern. Würdest Du bei einem Anbieter 2.000 Euro absichern, dann ist bei 2.500 Euro Finito. 
Es gibt aber leichte Ausnahmen am Markt wie derzeit beim Volkswohl Bund (Stichwort Versorgungsgarantie bis 4.000 Euro), aber die absolute Regel & Ende liegt bei 2.500 Euro. 

Dies ist natürlich nur ein Aspekt, wenn Du mit stark steigendem Einkommen und einem erhöhten Absicherungsbedarf rechnest. Wenn es aber so ist, dann teile es bitte auf zwei Gesellschaften auf. Die Mehrkosten sind dafür minimal. Es macht den einzelnen Vertrag vielleicht 1-3 Prozent teurer. Das sollte Dir die Flexibilität aber wert sein. 


Fazit zur passenden Berufsunfähigkeitsversicherung-Konfiguration:

Erst einmal herzlichen Glückwunsch, wenn Du dies bis zum Ende durchgelesen hast :-). Wie Du siehst, ist es gar nicht so einfach, nach der erfolgten Annahme nun die passenden Parameter bei dieser wichtigen Versicherung zu bekommen. Gerne erstellen wir Dir verschiedene beispielhafte Berechnungen, damit Du die richtige Auswahl für Dich triffst. Es geht um nichts weniger als Deine existenzielle Absicherung!