Die beste PKV. Die beste Gesellschaft. Der beste Tarif.

Klingt eigentlich nach einer einfachen Frage.

Ist es aber nicht. 😉

Trotzdem wollten wir wissen, was eine künstliche Intelligenz antwortet, wenn wir sie ziemlich direkt fragen. In dem Fall waren es übrigens Gemini und ChatGPT ;)

„Welche PKV-Vollversicherung hältst du leistungsmäßig für die beste?“

Die erste Aussage gefiel uns schon einmal ganz gut:

„Die eine, universell ‚beste‘ PKV gibt es nicht.“

Da können wir einen Haken dahinter machen.

Denn genauso sehen wir es auch.


1. Welche Gesellschaften sieht die KI besonders positiv?

Eine einzelne Nummer 1 wollte die KI nicht küren.

Stattdessen formulierte sie:

„Was es jedoch gibt, ist eine ‚Premium-Liga‘ von Gesellschaften, die sich durch extrem leistungsstarke, rechtssichere und lückenlose Bedingungswerke abheben.“

Genannt wurden unter anderem:

  • Alte Oldenburger
  • Barmenia
  • Hallesche
  • uniVersa
  • ARAG

Ganz fremd ist uns diese Auswahl nicht. 😉

Einige dieser Gesellschaften beziehungsweise deren leistungsstarke Tarife schauen auch wir uns in unserer täglichen PKV-Beratung regelmäßig genauer an.

Wir würden die Liste allerdings noch etwas erweitern.

In einer weiteren KI-Abfrage wurde beispielsweise auch die SDK genannt, die man bei einer leistungsorientierten Tarifauswahl aus unserer Sicht ebenfalls genauer betrachten sollte.

Und die Liste könnten wir natürlich noch weiterführen.

Genau da beginnt aber schon das Problem mit irgendwelchen Top-5-Rankings.

Wo ziehen wir die Grenze?

Platz fünf hervorragend und Platz sechs plötzlich mittelmäßig?

So funktioniert die private Krankenversicherung aus unserer Sicht nicht.

Wer unsere Meinung zu diversen Sternen, Schulnoten und Auszeichnungen kennt, dürfte davon ohnehin wenig überrascht sein. Mit Testsiegern in der privaten Krankenversicherung beschäftigen wir uns deshalb ein bisschen ironisch bereits in einem eigenen Artikel etwas ausführlicher.


2. Bei den Leistungskriterien liegt die KI gar nicht schlecht

Noch interessanter als die Gesellschaftsnamen fanden wir die Begründung.

Die KI nennt beispielsweise:

  • einen möglichst offenen und umfangreichen Hilfsmittelkatalog
  • Leistungen über den Höchstsätzen von GOÄ und GOZ
  • starke Leistungen bei Psychotherapie
  • umfangreiche Vorsorgeleistungen

Besonders treffend fanden wir beispielsweise diese Erklärung zum Hilfsmittelkatalog:

„Der Tarif listet nicht auf, was er bezahlt, sondern zahlt für jedes medizinisch notwendige lebenserhaltende Hilfsmittel.“

Da sind wir vom Grundgedanken her dabei.

Gerade bei einer hochwertigen PKV geht es eben nicht darum, ob die neue Brille ein paar Euro mehr oder weniger bezuschusst wird.

Spannend wird es dann, wenn es wirklich ernst wird.

Was passiert bei einem teuren Hilfsmittel? Was ist bei einer Behandlung durch einen Spezialisten, der über den Höchstsätzen der Gebührenordnung abrechnet? Wie sieht es bei einer länger notwendigen Psychotherapie aus? Wie gut sind Reha, Heilmittel, Medikamente oder Transportkosten geregelt?

Das sind Punkte, die auch wir uns sehr genau anschauen.

Wer hier etwas tiefer einsteigen möchte: In unserem ausführlichen Ratgeber zu den Leistungen in der PKV zeigen wir, welche Tarifmerkmale für uns wirklich wichtig sind und wo sich gerne einmal unschöne Begrenzungen verstecken.


3. Interessant: Die KI nennt auch kritischere Beispiele

Die KI blieb in ihrer Antwort aber nicht nur bei den besonders leistungsstarken Gesellschaften.

Auch einige bekannte Anbieter wurden deutlich kritischer eingeordnet:

  • HUK-Coburg
  • Debeka
  • HanseMerkur

Zur Debeka hieß es beispielsweise:

„Größe bedeutet nicht gleich Premium-Leistung.“

Der grundsätzliche Gedanke dahinter ist sicherlich nicht falsch.

Nur weil eine Gesellschaft besonders groß, bekannt oder häufig abgeschlossen ist, bedeutet das noch nicht automatisch, dass jeder Tarif in jedem Leistungsbereich zur absoluten Marktspitze gehört.

Ganz so pauschal wie die KI würden wir es aber nicht machen.

Die Debeka beispielsweise ist gerade im Beamtenbereich extrem stark vertreten und kann je nach Situation durchaus eine vernünftige oder gute Lösung darstellen.

Auch die HanseMerkur pauschal als schwachen Versicherer darzustellen, wäre zu einfach. Im Bereich der Auslandskrankenversicherung gehört sie beispielsweise sogar zu unseren klaren Empfehlungen.

Und auch bei der HUK-Coburg gilt: Ein günstiger Beitrag ist erst einmal nichts Schlechtes, aber auch nichts Positives. Entscheidend ist aber, welche Leistungen dafür im konkreten Tarif garantiert sind.

Genau deshalb möchten wir keine Gesellschaft einfach mit „gut“ oder „schlecht“ abstempeln.

Kleine Randnotiz dazu:
Die HUK-Coburg und Debeka können wir als freie Versicherungsmakler ohnehin nicht vermitteln. Beide setzen im Vertrieb weitgehend auf eigene Wege und möchten mit freien Maklern nicht zusammenarbeiten.

Das ist für unsere Einschätzung aber nicht das entscheidende Kriterium. Wenn eine Gesellschaft oder ein Tarif für einen Kunden die passende Lösung darstellt, sollte man das auch offen sagen können – unabhängig davon, ob wir den Vertrag am Ende selbst vermitteln können. Genau deshalb möchten wir keine Gesellschaft pauschal einfach mit „gut“ oder „schlecht“ abstempeln.


4. Am Ende entscheidet der konkrete Tarif und die Gesundheitspürfung

Eine Gesellschaft kann mehrere völlig unterschiedliche Tariflinien anbieten.

Ein Tarif kann hervorragende Bedingungen besitzen, während uns ein anderer Tarif derselben Gesellschaft deutlich weniger gefällt.

Wir schauen deshalb unter anderem auf:

  • GOÄ und GOZ
  • Hilfsmittel
  • Arznei- und Heilmittel
  • Psychotherapie
  • Reha und Anschlussheilbehandlung
  • stationäre Leistungen
  • Zahnleistungen
  • Transportkosten
  • Vorsorge
  • Auslandsschutz

Und natürlich spielen auch die Gesellschaft selbst, ihre langfristige Entwicklung und unsere Erfahrungen aus der Praxis eine Rolle.

Eine PKV begleitet dich im besten Fall über mehrere Jahrzehnte.

Da darf man schon etwas genauer hinschauen.

Und dann kommt noch die Gesundheitsprüfung

Einen weiteren Punkt der KI fanden wir besonders wichtig.

Die Aussage war:

„Der leistungsstärkste ‚Mercedes‘-Tarif auf dem Papier bringt Ihnen leider gar nichts, wenn die Risikoprüfung Sie nicht durch die Tür lässt.“

Etwas salopp formuliert – aber im Kern absolut richtig.

Was hilft uns der vermeintlich beste Tarif Deutschlands, wenn die Gesellschaft dich aufgrund deiner Gesundheitshistorie ablehnt oder nur mit einem hohen Risikozuschlag versichern möchte?

Deshalb beschäftigen wir uns bei Vorerkrankungen häufig zuerst mit der Frage:

Welche guten Gesellschaften würden dich überhaupt zu welchen Konditionen aufnehmen?

Dafür bereiten wir die Gesundheitshistorie sauber auf und führen nach Beantwortung der Gesundheitsfragen eine anonyme Risikovoranfrage in der PKV durch.

Die Ergebnisse können dabei teilweise erheblich auseinandergehen.

Erst danach ergibt es Sinn, die infrage kommenden Tarife wirklich miteinander zu vergleichen.


5. Welche PKV halten wir nun für die beste?

Jetzt könnten wir natürlich unsere persönliche Nummer 1 nennen.

Machen wir aber nicht.

Denn dann würden wir unsere Aussage von ganz oben direkt wieder kaputtmachen.

Die eine beste private Krankenversicherung für jeden gibt es aus unserer Sicht nicht.

Wir haben selbstverständlich Gesellschaften und Tarife, die wir aufgrund ihrer Bedingungen besonders interessant finden.

Welche Lösung am Ende aber wirklich zu dir passt, hängt unter anderem von deinem Gesundheitszustand, deiner beruflichen und familiären Situation, deinen Leistungswünschen und den Ergebnissen der Risikovoranfrage ab.

Der perfekte Tarif für einen 30-jährigen angestellten Arzt muss nicht automatisch der perfekte Tarif für einen 45-jährigen Selbstständigen mit zwei Kindern sein.

Eigentlich logisch. Bei irgendwelchen „Die fünf besten PKVs“-Rankings wird das aber gerne vergessen.

KI wird auch für unsere Beratung immer spannender

Interessant ist für uns übrigens nicht nur, was die KI über Versicherer sagt.

Wir merken auch immer häufiger, dass Interessenten über KI-Systeme auf uns aufmerksam werden. Unsere Artikel und Ratgeber werden gerade bei unseren Schwerpunkten Private Krankenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung zunehmend als Quellen in KI-Antworten genannt.

Besonders häufig begegnet uns das bei schwierigeren Themen rund um Vorerkrankungen, Gesundheitsprüfung und Risikovoranfragen in der PKV und BU.

Das freut uns natürlich. 😉

Aber eines möchten wir trotzdem ganz klar sagen:

Auch wir können nicht zaubern.

Es gibt gesundheitliche Vorgeschichten, bei denen eine private Krankenversicherung oder auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung aktuell schlichtweg nicht vernünftig oder gar nicht möglich ist.

Dann versuchen wir nicht, dich mit Hauen und Stechen irgendwo unterzubringen.

Wenn wir nach Prüfung der Unterlagen keine realistische Chance auf eine vernünftige Absicherung sehen, sagen wir dir das auch offen. In der PKV lässt sich das auf auch durch ein kurzes Telefonat zu Beginn klären. Frag einfach bei uns an, wenn du dir unsicher bist, ob eine Absicherung bei dir möglich ist.

Das ist vielleicht nicht immer die Antwort, die man hören möchte. Aber aus unserer Sicht ist eine ehrliche Absage immer besser als ein Vertrag, der später zum Problem wird.


Früher begann die Suche nach der passenden PKV fast automatisch bei Google. Heute startet ein Teil der Recherche eben direkt bei einer KI.

Für uns bedeutet das aber eigentlich nichts grundlegend Neues:

Wir möchten auch weiterhin möglichst ausführliche, fachlich fundierte und ehrliche Inhalte veröffentlichen.

Ob diese am Ende über Google gefunden oder von einer KI als hilfreiche Quelle herangezogen werden, ist für uns erst einmal zweitrangig. 😉

Hinweis

Vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung in der PKV

Wir bekommen fast wöchentlich Anfragen von Kunden, die mit einer vorvertraglichen Anzeigepflicht in der PKV zu kämpfen haben. Dann ist es aber leider schon zu spät und wir sind nicht mehr der richtige Ansprechpartner. 


6. Unser Fazit: Gar nicht schlecht, liebe KI 😉

Wir fanden das Experiment durchaus spannend.

Sowohl bei einigen Gesellschaften als auch bei wichtigen Leistungsmerkmalen liegt die KI erstaunlich nah an Punkten, die auch wir in unserer täglichen PKV-Beratung berücksichtigen.

Auch die kritischere Einordnung einiger großer und bekannter Anbieter ist zumindest interessant.

Aber genau hier zeigt sich gleichzeitig die Grenze.

Eine gute PKV lässt sich nicht anhand von fünf Gesellschaftsnamen bestimmen.

KI, Ratings, Vergleichsportale und Tests können eine erste Orientierung liefern.

Mehr aber auch nicht.

Am Ende zählen der konkrete Tarif, seine Versicherungsbedingungen und vor allem deine individuelle Situation.

Setze deshalb auf einen spezialisierten Berater für die private Krankenversicherung. Es geht um eine der wichtigsten Absicherungen deines Lebens – um deine Gesundheit.

Fundierte Expertise, eine ehrliche Einschätzung und anonyme Risikovoranfragen gehören für uns zwingend dazu und sind als PKV-Spezialisten tägliche Praxis.

Und nebenbei: Die Beratung über uns kostet dich keinen Cent mehr als ein Abschluss direkt bei der Gesellschaft oder über ein Vergleichsportal.

Bei der KI wäre die Beratung zwar vermutlich mehr oder weniger auch kostenlos. Den Antrag und die Risikovoranfrage übernimmt sie bisher aber noch nicht für dich. 😉

Und genau deshalb schauen wir dann doch lieber etwas genauer hin.