Berufsunfähigkeit

Wir haben es zumindest probiert - anonyme Risikovoranfragen bei weiteren Versicherern in der BU!

Ein nicht geringer Anteil an Zeit in unserer Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung bereitet uns die Aufbereitung, das Versenden sowie das Auswerten von anonymen Risikovoranfragen. Es dürften mittlerweile an die 4.000 geworden sein. Eine anonyme Risikovoranfrage ist für uns, aber vor allem für unsere Interessenten, so wichtig wie die Luft zum Atmen (ok, wollen wir mal nicht überdramatisieren), aber entgegen mancher Vermittler am Markt halten wir wenig von einer großflächigen Ausschreibung über viele verschiedene Unternehmen.

So hat sich bei uns mittlerweile ein Stamm von sieben bis acht guten Unternehmen herausgestellt, wo wir die Risikoprüfung schätzen, den Versicherer für zukunftsfähig halten und die Vertragsbedingungen auf gehobenem Niveau sind. Diese Kombi ist gar nicht so einfach zu finden und somit hat sich bei uns nach tausenden anonymen Risikovoranfragen ein klares Bild ergeben. Aber wir überprüfen dies jedes Jahr, indem wir den Gesellschaften bzw. der Risikoprüfung die Chance geben, in unsere Empfehlungsliste zu kommen. Hier muss man aber erst einmal liefern. Schauen wir uns dies mal in der Praxis an, ob es weitere Gesellschaften in unsere Liste geschafft haben.

1. Ein Wirtschaftsjurist möchte 4.500 Euro bei uns absichern in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Das sind mittlerweile bei uns durchaus gängige Höhen, auch wenn diese erstmal sehr hoch aussehen. Aber das Bruttogehalt mit einem jährlichen Einkommen von ca. 100.000 Euro gibt es her. Nach den Abzügen im Leistungsfall ist eine angemessene BU-Rentenhöhe sehr wichtig.
Unser Interessent hat sich vorbildlich an unsere Vorgehensweise zur Aufbereitung in der Berufsunfähigkeitsversicherung gehalten und sorgte für sehr umfangreiche Eigenerklärungen in unserem Gesundheitsdaten Beiblatt. Eigentlich ein Traum für jede Risikoprüfung. 

Jetzt bleibt natürlich für uns immer die Frage – bei welcher Gesellschaft fragen wir an? Wir möchten schon eine gewisse Auswahl anbieten, aber nie zu sehr streuen. Bei dieser gewünschten Absicherungshöhe von 4.500 Euro ist eine Aufteilung auf zwei BU-Versicherer in unseren Augen sehr wichtig. Bei den meisten Gesellschaften folgen nämlich ab 2.500 Euro folgende Stolpersteine:

  • Es muss eine ärztliche Untersuchung erfolgen
  • Die Gesundheitsfragen werden viel umfangreicher (ausgedehnte Abfragezeiträume)
  • Der Rückversicherer kann ein Wort mitsprechen.

Das sind alles Faktoren, welche wir als potenzielle Minenfelder deklarieren und welche man am besten umgehen sollte. Wir sind nämlich kein Freund von ärztlichen Untersuchungen & Zeugnissen. Das sehen auch viele Interessenten so und wissen schon um die Vorteile einer Zwei-Vertragslösung. So stellten wir also bei vier Gesellschaften eine anonyme Risikovoranfrage, darunter bei der Condor Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese hat im Sommer 2022 ihre Tariflinie teilweise massiv überarbeitet (wir berichteten im Artikel „Tarifverbesserungen am Markt Mitte 2022 in der Berufsunfähigkeitsversicherung“ darüber). Die Condor ist an sich schon ein Laden, den wir generell nicht für schlecht finden. Immerhin ist man immer wieder mal der Vorreiter gewesen am Markt mit der Arbeitsunfähigkeitsklausel sowie der Teilzeitklausel. Die Bedingungen wurden noch etwas besser, aber zwei Sachen störten uns massiv. Zum einen die penible Risikoprüfung, die viel zu hart votiert. Zum anderen der Preis. Wir sind jetzt nicht wirklich dafür bekannt, dass wir über den Preis vermitteln. Aber wenn man generell 40–50 Prozent über dem Marktdurchschnitt liegt, wird ́s schwer zu argumentieren. Letzteres wurde jetzt behoben und man befindet sich jetzt im guten Durchschnitt mit unseren Favoriten in der BU. Jetzt kommt es noch auf die Risikoprüfung drauf an. 

Insgesamt wurden vier anonyme Risikovoranfragen gestellt bei:

Die Nürnberger wie auch die Basler Versicherung stellten eine normale Annahme in Aussicht. Das ist schon mal erfreulich. Wie votierte die Condor in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Es gab eine Ausschlussklausel für die Venenerkrankung beider Beine. Somit fällt die Condor aus dem Radar. Die LV 1871 wollte übrigens eine Ausschlussklausel für das Sehvermögen. Also auch keine normale Annahme.

Somit reichte man jeweils 2.250 Euro bei der Nürnberger sowie bei der Basler Versicherung ein.


2. Die nächste Runde der Risikovoranfrage mit einem Projektlogistiker

Absicherungswunsch ca. 2.000 Euro, keine akademische Ausbildung (nicht schlimm, hat der Schreiber von diesem Artikel auch nicht = Tobias). Die Betonung liegt eher darauf, dass viele Gesellschaften „Nicht Akademiker“ oftmals sehr teuer einstufen in der Berufsklasse. Das sehen andere wiederum etwas lockerer, die wir schon im erweiterten Feld sehen. In diesem Fall war es die Swiss Life (das neue Update der Schweizer ist ganz gut geworden)  sowie die Continentale. Zwei Gesellschaften mit grundsätzlich gutem Namen in der Arbeitskraftabsicherung. Bei uns spielen diese aber so gut wie keine Rolle. Aber beides sind Unternehmen, welche wir immer wieder auf dem Radar haben und im Jahr schon zwei, dreimal testen bei der anonymen Risikovoranfrage. Die aktuelle Anfrage dafür war prädestiniert dafür, aufgrund der Infektionskrankheit Hepatitis C.

Diese war zwar schon fast zehn Jahre her, in unseren Augen aber trotzdem klar angabepflichtig (falls Du auf die Idee kommst und rein auf die Abfragezeiträume achtest). Immerhin gab es am 26.11.2020 auch eine Nachuntersuchung. Hier genügen uns aber nicht die Eigenangaben, sondern wir legten noch den Befundbericht vom 26.11.2020 bei. Dem Versicherer lag also alles vor. 

Insgesamt haben wir bei vier Gesellschaften angefragt mit:

  • LV 1871
  • Basler / Baloise
  • Continentale
  • Swiss Life

Die letzteren beiden sind also neu in unserer kleinen Ausschreibung hinzugekommen. Die Basler sowie die LV 1871 nahmen das “Risiko” normal an. Jetzt waren wir auf die Voten der beiden anderen Versicherer gespannt.

Votum Continentale bei der Risikovoranfrage

Also eine sehr tolle Antwort… Zum einen möchte man aktuelle Leberwerte, zum anderen drei (!) Nachfragen wegen eines normalen Augenlaserns. Thematik Tauchen wurde umfangreich in der Eigenerklärung beschrieben und somit lagen alle Informationen dem Versicherer vor.
Man stellte direkt einen Risikozuschlag von 50 Prozent in Aussicht, aber ob der Versicherungsschutz überhaupt angenommen werden könnte, muss erst bei Antragstellung geklärt werden. Also wirklich ein eher unsinniges Votum. 

Die Swiss Life votete wie folgt

Bei der Swiss Life Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Thematik ähnlich. Es gibt viele Nachfragen. Auch zu Themen, die schon vorlagen. So richtig Bock auf die Voranfrage hat die Swiss Life hier aber nicht und verwies direkt auf den Antrag. Dem entsprechen wir natürlich nicht, da wir zwei normale Annahmen bei zwei sehr guten Gesellschaften haben. 

Merkst Du aber ein bisschen, warum wir jetzt aus der Praxis (nebst den sehr guten Vertragsbedingungen sowie der Finanzstärke der Gesellschaft) manche Versicherer bevorzugen?
Somit kommen die Continentale und Swiss Life in der Berufsunfähigkeitsversicherung wieder auf die erweiterte Favoritenliste für ein Jahr, um sich dann wieder bewähren zu dürfen.


3. Die Schüler BU mit einer möglichen Beamtenlaufbahn

Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler macht uns ja besonders viel Spaß. Es gibt nämlich in unseren Augen eigentlich keine Versicherung, die sinnvoller ist für ein Kind / einen Jugendlichen ab dem zehnten Lebensjahr. Zudem bemerken wir auch immer das sehr positive Engagement der Eltern, die einfach nur das Beste für ihr Kind wollen.
So auch eine Mutter für ihr 12-jähriges Kind. In unserem eigenen Schüler Fragebogen gibt es mittlerweile den Abfragepunkt, ob ggf. eine Beamtenlaufbahn angestrebt wird (wenngleich das man natürlich immer sehr, sehr schwer in der Zukunft sagen kann).

Bei dieser Anfrage war es der Fall und wir haben somit vor allem für die anonyme Risikovoranfrage Gesellschaften mit einer echten DU (Dienstunfähigkeitsklausel) in Erwägung gezogen. Hier ist das Feld sehr rar gesät, aber es wird bekanntlich nur eine Lösung gesucht.

Die Voranfrage fand also bei zwei Gesellschaften statt:

  • Die Bayerische
  • Condor

Meint man auf den ersten Blick nicht zu vermuten, aber die Condor hat auch eine echte DU-Klausel und kann somit für Schüler direkt eine Alternative sein. Ganz einfach war diese Anfrage jetzt nicht, aber dafür extrem gut aufbereitet. Anbei ein Auszug von zwei ärztlichen Attesten:

und

Es wurde also unsere Homepage, aber auch das „Finger in die Wunde legen“ sehr ernst genommen und herausgekommen ist eine in unseren Augen extrem gut aufbereitete Risikovoranfrage. Eigentlich ein Traum für jeden Risikoprüfer. Dies sah die Bayerische definitiv so und stellte eine normale Annahme in Aussicht.

Die Condor Versicherung hätten wir als Empfehlung für den Vertragsabschluss wirklich in Erwägung gezogen. Aber es wird schwierig, wenn wir so ein Votum aus dem Underwriting bekommen.

Was sollen wir dazu sagen? Die Voranfrage war wirklich extrem gut und penibel aufbereitet, aber laut der Condor genügen diese Unterlagen nicht. Liebe Condor, es gibt übrigens auch Versicherer, wo schon bei einer anonymen Risikovoranfrage die Gesellschaftsärzte herangezogen werden für ein Votum. Bei euch müssten wir also erst einen Antrag stellen, mit all seinen negativen Auswirkungen, falls dieser nicht normal angenommen oder gar abgelehnt wird.

So landete der Neuantrag folgerichtig bei der Bayerischen. Bei dieser können sich übrigens manche Versicherer durchaus eine Scheibe abschneiden. Vor drei, vier Jahren haben wir selber öfter mal auf die Bayerische (auf Bayerisch gesagt) „Gschimpft“ – mittlerweile hat man aber eine sehr gute Risikoprüfung. Vielleicht etwas strenger als manch anderer, aber immer sehr individuell und eigentlich auch nachvollziehbar. Von daher ist es uns auch wichtig, Versicherer wie die Condor, Swiss Life, Continentale und einige andere Protagonisten nicht abzuschreiben, sondern ihnen immer faire Chancen zu geben, falls die Vertragsbedingungen und die technische Ausgestaltung (insbesondere die Nachversicherungsgarantie) sowie natürlich die Gesellschaft an sich in unseren Augen weiterhin auf gutem Niveau agiert. 

In diesem Sinne möchten wir den Versicherern bzw. der Risikoprüfung danken, welche seit Jahren sehr individuelle Voten fabrizieren, gerne auch mal sinnig! (und nicht direkt auf die Antragstellung verweisen) nachfragen und generell für uns sehr kurze Wege beinhalten. Aber dafür haben wir auch jahrelang gekämpft & bereiten unsere Risikovoranfrage extrem sauber vor. Wenn wir sehen, wie sonst am Markt so agiert wird, dann sind die Voranfragen von uns schon auf einem guten Niveau.

Es ist halt auch immer extreme Fleißarbeit für beide Seiten. Aber einer der wichtigsten Versicherungsverträge in Deinem Leben sollte es Dir schon wert sein! 😉