Wirbelsäule & Rücken in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Mal wieder etwas aus der Praxis, kein theoretisches Geschwafel von uns zur Berufsunfähigkeitsversicherung und der Diagnose von einmaligen / wenigen Wirbelsäulenbeschwerden. Dies ist nämlich immer nicht wirklich einfach. Ein Arztbesuch oder anhaltende Beschwerden im abgefragten Zeitraum (i.d.R. fünf Jahre) und schon ist es dahin mit Deiner vollumfänglichen Absicherung der Arbeitskraft. Aber wie geht man da am besten vor um die Wirbelsäule doch noch mitzuversichern? Die Frage nach dem Umgang mit Problemen der Wirbelsäule und des Rücken wird uns nahezu mehrmals wöchentlich gestellt. 

Wir sagen es Dir gleich: Hattest Du einen Bandscheibenvorfall und befandest dich regelmäßig in Behandlung zwecks Deiner Wirbelsäule, so können wir auch nicht zaubern. Aber es kommt sehr oft vor, dass unser Interessent nur ein- bis wenige Male zwecks seiner Rückenprobleme beim Arzt gewesen ist und dort z.B. Massagen verschrieben bekam. Gibt man das jetzt in der anonymen Risikovoranfrage (oder auch beim Antrag – bitte aber nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen) mithilfe des ICD Code der Krankenkasse oder dem normalen Hausarztbericht an, so ist die Chance sehr groß, dass Du eine Ablehnung oder eine Ausschlussklausel bekommst. Deshalb solltest Du dir einen versierten Versicherungsmakler (upps, das könnten auch wir sein ;-) mit ins Boot holen, ebenso den behandelnden Arzt (das ist deine wichtigste Trumpfkarte), damit Deine Vorerkrankungen nicht zum Bumerang werden.

Ohne eine sauberen Aufbereitung gibt es eine Ausschlussklausel Wirbelsäule in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Wie sieht aber eine Ausschlussklausel aus? Anbei bekommst Du zwei Beispiele aus der Praxis, beginnen wir mit der LV 1871:

Die Basler Versicherung vergibt folgenden Ausschlussklauseltest bei der Wirbelsäule:

Das ist unser gemeinsames Ziel, dass wir dies vermeiden. Mit Auschlussklauseln werfen manche Versicherer in der Berufsunfähigkeitsversicherung leider pauschal viel zu einfach umher. Selbst bei einem einmaligen Besuch beim Orthopäden glänzen einige Pappenheimer ( = Versicherer) direkt mit einer Ausschlussklausel und die Interessenten sind dann gleich verschreckt. Die meisten, aber natürlich nicht alle, Ausschlussklauseln könnte man geradebiegen, wenn man von Beginn an die Risikovoranfrage und die spätere Antragsstellung sauber angehen würde. Leider passieren hier (auch von Versicherungsvermittlerseite) pauschal viel zu viele Fehler.

Die größten beiden Fehler sind für uns bei der Aufbereitung von Rückenproblemen:

  1. Dem Versicherer wird Pauschal die Krankenakte vorgeworfen, ohne weiterer Erklärung. In dieser findet man dann immer einen ICD Code, den Begriff Skoliose oder wahlweise BWS / LWS / HWS Syndrom
  2. Es werden sinnbefreite Fragebögen der Gesellschaften nach dem Schema Ja / Nein ausgefüllt

Du musst Dir immer vorstellen, dass auf der Gegeneite Menschen sitzen. Diese müssen darüber entscheiden, ob Sie sich für teilweise eine Millionen Euro und mehr absichern möchten. Je weniger Informationen vorhanden sind, desto schlechter fällt das Votum aus. Mit der reinen ICD Code Abrechnung kann man wenig anfangan. Diese sagt ja nicht aus, in welchen Zusammenhang die Rückenprobleme auftaten. Hat die Risikoprüfung keine weiteren Informationen, muss man immer vom schlimmsten ausgehen. Unsere Abneingung gegenüber Fragebögen kannst Du auch unter "Fragebögen Berufsunfähigkeitsversicherung - bitte nicht verwenden!". 

Sehen wir uns mal zwei Beispiele an, wie es nicht sein sollte:

 

Oder ein nichtssagender Auszug aus der Krankenakte:

Als Lumbalsyndrom wird folgendes bezeichnet:

„Unter einem Lumbalsyndrom versteht man akute dumpfe, drückende oder ziehende Rückenschmerzen, meistens im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins Das Lumbalsyndrom wird manchmal auch als Lumbago oder lumbales Nervenreizsyndrom bezeichnet, oft ist auch von Wirbelsäulenschmerzen, Kreuzschmerzen, Lendenschmerzen die Rede. „

Da kann die Risikoprüfung natürlich sehr wenig anfangen. Ein Lumbalsyndrom kann sehr vieles sein. Von daher schätzen wir sehr unser Gesundheitsdaten Beiblatt sowie Eigenerklärungen

So arbeiten wir die Wirbelsäulenbeschwerden in der Berufsunfähigkeitsversicherung auf

Hier gibt es bei uns zwei Schritte

  1. Eigenerklärungen, damit sich die Risikoprüfung etwas darunter vorstellen können
  2. Eine ärztliche Stellungnahme vom Arzt

Die Eigenerklärung zur Wirbelsäulen- wie Rückenbeschwerden kann auf zwei Ebenen erfolgen.

Zum einen als Freitext, zum anderen in unserem Gesundheitsdaten Beiblatt. 
Anbei einige Beispiele aus der Praxis dafür:

Wie Du siehst, ist dies schon mehr als nur eine "stumpfe" Ja / Nein Antwort. Wir erklären den jeweiligen Umstand sauber und sehr umfangreich. Ebenso wurde bei diesem Jungen Herren eine linkskonvexe Skoliose festgestellt. Wie man generell mit dieser Bezeichnung umgehen soll, kannst Du unter "Hilfe – in meiner Krankenakte steht etwas von Skoliose!" nachlesen. 

Auch Nackenverspannungen gehen auf die Wirbelsäule über - gut, wenn diese sauber erklärt werden:

Ein Beckenschiefstand sorgt auch immer wieder für Probleme für den Rücken....Unser Interessent war hierbei beim Orthopäden und hat dies auch umfangreich und sauber beschrieben. 

Folgende Erklärung im Gesundheitsdaten Beiblatt ist zwar nicht so ausführlich, die wichtigsten Infos sind aber vorhanden. Das sollte aber der Mindesttext sein. 

Jetzt auch nochmals eine sehr saubere Erklärung in unserem Beiblatt über ein BWS Syndrom, einer festgestellten Skoliose und einem gemachten MRT. 


Ärztliche Atteste & Stellungnahmen sind das Salz in der Suppe bei Wirbelsäulenproblemen!

Dein wichtigster Verbündeter bei der Antragsstellung sind die behandelnden Ärzte. Es geht uns jetzt nicht darum, dass Du dir veraltete Krankenakten besorgst, sondern um eine aktuelle ärztliche Stellungnahme, welche immer nach dem selben Schema aufgebaut ist.  Dieser soll eigentlich ganz stumpf nach dem Schema "WAS war WANN, WARUM, WIE wurde behandelt, wann war WIEDER GUT" aufgebaut worden. Hört sich kompliziert an, im Grunde ist es aber sehr einfach. Die Risikoprüfung von der jeweiligen Gesellschaft benötigt einfach folgende Infos:

  • Wann war die Diagnose und die Behandlung?
  • Warum gab es die Erkrankung?
  • Wie wurde behandelt?
  • Wann war die Erkrankung / Diagnose wieder ausgeheilt und alles in Ordnung?

Vom Prinzip her stehen viele dieser Informationen schon in unserem Gesundheitsdaten Beiblatt / Eigenerklärung, aber ein Ärztliches Attest über die jeweiligen Beschwerden der Wirbelsäule geben darüber nochmals genauer Auskunft und zudem bist du auf der sicheren Seite = Ein ärztliches Attest ist nicht anzuzweifeln im Leistungsfall. 
Die Risikoprüfung weiß natürlich, dass Deine Eigenerklärung i.d.R. zu wohlwollend und positiv beschrieben ist. Mit den eigenen Worten vermittelst Du natürlich deinen Ist-Zustand etwas positiver, als das dieser eigentlich ist. Menschlich. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir Deine Eigenerklärung zu den Rückenproblemen noch untermauern mit einem Schreiben des Arztes. Mit dieser Kombination erreichen wir oftmals herausragende und ungeahnte Ergebnisse bei einer anonymen Risikovoranfrage. 

Anbei bekommst Du nun eine Beispiele, wie ein Arzt die Wirbelsäulendiagnosen- wie Beschwerden von Dir beschreiben sollte. 

Ein wirklich sehr gutes Attest für gelegentliche Behandlungen der Brustwirbelsäule und des Becken. 

 

Nochmals ein Beispiel für ein Attest wegen einer Blockierung der Brustwirbelsäule und einem tief-lumbalen Rückenschmerz

Ein HWS Syndrom würde auch immer Fragezeichen aufwerfen!

"Weder klinisch noch radiologisch Hinweis ..." - so etwas hören wir gerne. Der Arzt hat in dieser Hinsicht sehr gut mitgearbeitet.

Wir denken, dass Du nun verstanden hast, wie man die Thematik der Wirbelsäule sauber angehen muss in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Nichts mit Fragebögen und dem Pauschalen "Hinwerfen" der Krankenakte für die Risikoprüfung, sondern eine exakte und saubere Aufbereitung der jeweiligen Rückenthematik. 

Das nächste größte Plus = eine vernünftige Risikoprüfung in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Auch das ist ein sehr unterschätzter Punkt. Viele Interessenten meinen, dass sich die Gesellschaften nicht unterscheiden von der Annahmequote. Darüber könnten wir mittlerweile aber Bücher und ganze Romane schreiben. Bei der einen Gesellschaft wirst Du direkt abgelehnt, bei einer anderen Gesellschaft wirst Du sogar angenommen. Sogar bei der Versicherungsgesellschaft intern gibt es unterschiedliche Annahmequoten. 
Es ist also sehr wichtig, auf welchen Schreibtisch deine Unterlagen landen. Kommen diese an den Azubi (nicht negativ gemeint), der ja keinen Fehler machen möchte? Oder an einen Erfahrenen Risikoprüfer, welcher seit 20 Jahren nichts anders macht? Vielleicht an den Abteilungsleiter, der sich auch mal über Vorschriften hinwegsetzen kann? Oder sogar an den Gesellschaften? 

Wir hegen und pflegen die Kontakte in die Risikoprüfung seit Jahren sehr intensiv. Es ist ein Geben und Nehmen. Aus diesem Grund fragen wir auch nicht pauschal bei 23 Unternehmen an, wie wir im Artikel "Warum fragt Ihr für meine BU-Voranfrage nicht bei 10 Gesellschaften an?" näher beschrieben haben, sondern nutzen unsere intensive Kontakte. Sei es bei der LV 1871, der Basler, auch bei der Allianz und vielen weiteren Unternehmen. 
Die kurzen Wege in die Risikoprüfung sind wohl auch unser größter Trumpf gegenüber Vergleichsportalen, Normalen Versicherungsvermittler (welche jede Sparte jeden Tag beraten - bei uns beraten ausschließlich drei Leute zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung) oder wenn Du direkt bei der Gesellschaft anfrägst (das endet meistens im Fiasko, wie man z.b. im Artikel "Risikozuschlag in der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Hannoverschen – erst dann kam man auf eine gute Idee…" nachlesen kannst. 


Mit Sonderaktion & Vereinfachten Gesundheitsfragen kannst Du auch ab und an deine Wirbelsäulendiagnosen umschiffen

Wir nutzen gerne mal die eine oder andere Sonderaktion von Gesellschaften, welche wir auch auf dem normalen Wege sehr schätzen würden. Hier finden wir teilweise inbesondere bei Beschwerden und Behandlungen beim Bewegungsapparat tolle Lösungen. Die folgende Vorstellung ist nicht Fallabschließend. Möchtest Du einen aktuellen und umfassenden Überblick bekommen, so empfehlen wir Dir unsere Seite "Vereinfachte & wenige Gesundheitsfragen Berufsunfähigkeitsversicherung".

LV 1871 für viele Berufe, Studiengänge und Schüler (Gymnasium) für 1.500 Euro mtl. Absicherung

Bei dieser Fragestellung finden wir vor allem Interessant, dass nach Beschwerden des Bewegungsapparat (was somit die Wirbelsäule miteinschließt) nur Sechs Monate statt oftmals fünf Jahre gefragt wird. Mehr Informationen zu dieser tollen Aktion gibt es unter "Neue vereinfachte Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung von der LV 1871 bis 1.500 Euro mtl. Absicherung". Besonders für Studenten kann die Aktion sehr interessant sein, da die Annahmequote während des Studium einen Tick härter ist als im normalen Angestelltenverhältnis (= Während des Studium steht der Berufliche Werdegang ja noch nicht zu 100 % fest). 
So sah es auch der Prüfer von der Basler Berufsunfähigkeitsversicherung (und auch die anderen angefragten Gesellschaften & Risikoprüfer) im folgenden Fall:

Die HDI hat für viele Berufsgruppen und deren Lebenspartner auch eine tolle Aktion!

Diese Aktion finden wir aus zwei Gesichtspunkten interessant. Zum einen entfällt die Frage nach Beschwerden (ob für den Rücken oder andere Erkrankungen) komplett. Zum anderen wird nur nach Behandlungen beim Orthopäden gefragt, nicht vom Hausarzt. Hat dich ein Allgemeinmediziner aufgrund von HWS, LWS; BWS, Skoliose und Co. behandelt, so musst Du dies gar nicht angeben.

Leider ist diese Aktion aber nicht für sämtliche Berufsgruppen offen, sondern zumeist für Ärzte und sehr viele Ingenieure und deren Studiengänge. Mehr Infos gibt es jeweils unter:

Das Interessante daran: Auch der Ehe / Lebenspartner kommt in den Genuss, ohne dass man selber eine Berufsunfähigkeitsversicherung beim HDI haben muss. Ebenso können die Kinder schon eine BUV abschließen ab dem 10. Lebensjahr. Dies ist für uns ja eine der sinnvollsten Investitionen, welche man überhaupt machen kann, siehe unser umfangreicher Artikel "Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler im Vergleich". 


Fazit zu Wirbelsäulen- & Rückenbeschwerden in der Berufsunfähigkeitsversicherung:

Wie Du jetzt sicherlich festgestellt hast, können folgende drei Punkte Wunder bewirken:

  1. Saubere Eigenerklärung in unserem Gesundheitsdaten Beiblatt & Freitext
  2. Ärztliche Stellungnahme nach dem Schema "WAS war WANN, WARUM, WIE wurde behandelt, wann war WIEDER GUT"
  3. Kurze Wege in die Risikoprüfung zu Entscheidern

Dies ist aber natürlich nur möglich, wenn es sich um keine chronische Erkrankung, einen Bandscheibenvorfall oder dergleichen handelt. Aber selbst einmalige Arztbesuche verursachen größte Probleme in der Annahme, welche man mit den drei Punkten sauber umgehen kann. Zaubern können wir natürlich auch nicht, aber nur so exakt und penibel arbeiten, um ein passendes Ergebnis zu bekommen. Die Mühen lohnen sich, wie unsere Alltagspraxis es immer wieder verdeutlicht!