Berufsunfähigkeit

Falschabrechnung über Falschabrechnung - ein Praxisbeispiel in der Berufsunfähigkeitsversicherung!

Dank Euch (auch natürlich Dank Google bzw. unseren Kundenbestand) bekommen wir laufend Neuanfragen für eine Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Das ehrt uns natürlich, dass man uns dieses Vertrauen schenkt. Dass wir dies nicht zum ersten Mal machen, sieht man sicherlich auch an den ganzen Kundenbewertungen von zufriedenen Mandanten von uns. Aber auch wir sind wählerisch…

Trotz Falschabrechnungen zur gewünschten Berufsunfähigkeitsversicherung

Zu uns kommen Personen mit einer relativ überschaubaren Gesundheitshistorie, manche möchten direkt eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit wenigen Gesundheitsfragen und andere haben Vorerkrankungen, wo wir die Anfrage leider nicht annehmen können. Es gibt zudem die Spezies -welche gefühlt immer mehr werden- von extremen Falschabrechnungen in ihrer Krankenakte. Vor zwei Monaten hatten wir eine Anfrage aus der schönen Rheinland-Pfalz, welche wir unter normalen Umständen eigentlich ablehnen hätten müssen. Aber die Gegenseite war sehr nett, dankbar und hatte den menschlichen Faktor, welchen wir gerne schätzen.
Die Anfrage an sich klang erstmals “relativ” normal.

Wir haben dann unseren Leitfaden per Mail weitergeleitet, ebenso unser eigen erstelltes Risikovoranfrageformular, Gesundheitsdaten Beiblatt sowie unsere vorab Datenschutzerklärung. 

Was wir aber in unserem Gesundheitsdaten Beiblatt & sowie Eigenerklärung gesehen haben, kommt auch selten vor. 33 (!!) Seiten alleine unser Beiblatt. Wie lange ist unser Interessent wohl daran gesessen...

So eine Länge der Aufstellung lässt oft vermuten (zumindest aus unserer Erfahrung), dass eine Versicherbarkeit zumindest extrem schwierig wird und wir das Mandat eigentlich ablehnen müssen. Hier zogen sich aber über fünf Jahre Falschabrechnungen des Hausarztes durch die Akten.

Bei jedem Arztbesuch - selbst bei einer Impfung oder leichtem Schnupfen - gab es eine fehlerhafte Abrechnung / Codierung über Erkrankungen / Diagnosen von:

  • Immundefekt
  • Depressive Episode
  • Herzrhythmusstörung
  • Chronischer Schnupfen
  • Chronische Nasennebenhöhlenentzündung 
  • Bluthochdruck
  • Diabetes Mellitus Typ 2
  • Herzrasen

Das ist schon der Hammer. Normalerweise (kurzer Weg) bittet man den Arzt nun um eine Richtigstellung anhand einer ärztlichen Stellungnahme. Jetzt kam aber folgendes erschwerend dazu = die frühere Arztpraxis wurde eingestellt, wie folgende Mail an uns zeigte:

Unser Interessent war so erbost, dass er sogar die hiesige Landesschutzbehörde einschaltete, um seine Krankenakte zu bekommen. Schon fast ein Krimi das ganze…

Wir baten unseren leidgeplagten Kunden um eine umfangreiche Eigendarstellung, damit sich die Risikoprüfung etwas darunter vorstellen kann - ebenso um eine aktuelle ärztliche Untersuchung.
Dies wurde mit Bravour erledigt. Zum einen die Eigenerklärung für die anonyme Risikovoranfrage zur BU.

Sehr wichtig in diesem Zusammenhang ist auch eine kurze Stellungnahme des neuen Arztes. Uns ist es absolut bewusst, dass das für den Mediziner nicht immer einfach ist. Der Arzt soll frühere Falschdiagnosen aufheben, kennt aber die Umstände nicht wirklich. So ist es immer ein langsames Vortasten von Erkrankungen, die man zumindest ausschließen kann sowie ein aktuelles Gesamtbild.

Die anonyme Risikovoranfrage wird nicht breit gestreut für die Berufsunfähigkeitsversicherung!

Trotz der Eigenerklärung und dem Attest trauten wir es nicht vielen Risikoprüfern zu, hier sauber zu prüfen. Anders wie vielleicht andere Kollegen fragen wir jetzt bei diesem schweren Fall nicht bei 15 Gesellschaften an. Unsere Risikovoranfragen sind keine Beschäftigungstherapie für die jeweilige Abteilung, denn wir möchten doch, dass sich die Risikoprüfung sauber damit beschäftigt.
Wir gehen hier klar den Weg = wir schauen erst einmal nach einer passenden Lösung. Sollte hier jetzt keine normale Annahme folgen, können wir uns immer noch breiter aufstellen. Kenner der Szene wissen, dass die LV 1871 für uns und viele Kollegen eine, wenn nicht die kompetenteste Risikoprüfung beherbergt. Da wir hier auch noch sehr kurze Wege haben, lag dies auf der Hand.

Daraus entwickelte sich ein Prozess, den es wahrscheinlich so bei einer anonymen Plattform oder einer 0815 Anfrage über 15 Gesellschaften niemals gegeben hätte.
Der Gesellschaftsarzt von unserer angefragten Gesellschaften nahm den Hörer in die Hand und rief Tobias an, um 30 Minuten über den Fall zu sprechen.
Kurze Zusammenfassung:

“Unter normalen Umständen müssten wir dies ablehnen. Einfach zu umfangreich, zu viele Unwägbarkeiten. Aber zum einen wäre es schade, dass die ganzen Mühen des Interessenten umsonst wären und zum anderen seid ihr die Bierl´s, eure Voranfragen und späteren Anträgen sind auf sehr hohem Niveau. Ihr spielt nicht mit uns als Risikoprüfung, sondern eure Anfragen haben Hand und Fuß und auch die Umsetzungsquote ist im Marktvergleich phänomenal gut.
Wir benötigen aber weitere Infos vom Kunden. Ich weiß, Ihr seid keine Freunde von Fragebögen, aber wir hätten gerne noch den Fragebogen für Psyche, Augen und Gelenkerkrankungen. Es sieht soweit aber gut aus”.

So, das ist doch mal ein positives Statement. Wir haben unserem Interessenten in simplr also die drei unausgefüllten Fragebögen hinterlegt, postwendend kamen diese zurück. Hier tauchte dann auch der Grund für die laufende Falschabrechnung über eine Depression auf. Im Jahr 2011 suchte unser Interessent direkt nach der Schule einen Ausbildungsplatz, wo die Suche nicht sofort erfolgreich war. So wurde vom Arzt aus einer Antriebslosigkeit eine Depression attestiert. Dies wurde jetzt auch sauber angegeben (die Abfragezeiträume im Fragebogen sind etwas erweitert als bei den normalen Gesundheitsfragen der LV 1871). 

Mit diesen Unterlagen antworteten wir also dem Gesellschaftsarzt der LV 1871 und am gleichen (!) Tag kam auch schon das erfreuliche Votum zurück. 

Dieses Votum bei der verzwickten Lage inmitten von Falschabrechnungen und der Schließung der Praxis hätten wir wirklich nicht vielen zugetraut. Unsere jahrelange Arbeit und das Vertrauensverhältnis zahlte sich also aus bei der LV 1871 (nicht vergessen möchten wir natürlich auch weitere Gesellschaften und deren Risikoprüfer, die ebenso famose Arbeit abliefern - wobei diese an einer Hand abzuzählen sind). 

Ende gut, alles gut. So war dann auch unsere Überschrift an den Interessenten in der Email mit:

“Weihnachten und Ostern fällt auf einen Tag zusammen”

Als Antwort kam ein dankbares:

“Hallo Herr Bierl,

ich weiß nicht was ich sagen soll - einfach herzlichen Dank! Ich bin sehr froh, dass dies durch Ihre Hilfe so gut funktioniert hat. Wirklich top Unterstützung! Weihnachten und Ostern auf einen Tag trifft es sehr gut ;)

So etwas mögen wir doch gerne. Nicht einfach zur Kenntnis genommen, sondern sich wirklich dankbar gezeigt, dass man aus einer schier aussichtslosen Situation eine 1A Lösung gefunden hat. Ebenso wurden unsere Beweggründe absolut angenommen, warum wir nicht pauschal bei 10 Gesellschaften anfragen. Die LV 1871 und deren Golden BU hat eines der besten Bedingungswerke am Markt. Auch sonst sind die Bilanzkennzahlen einwandfrei sowie die kurzen Wege ausgezeichnet. Ein super toller Versicherer auf Gegenseitigkeit, welcher sich ständig neu beweisen muss, da man über keinen eigenen Außendienst verfügt sowie auch nicht wirklich (Daumen nach oben) mit Strukturvertrieben zusammenarbeitet. Das Versichertenkollektiv dürfte also sehr sauber sein. 

Unser Interessent nahm das Geschenk an - Top technische Ausgestaltung zur BU

Ebenso sah unser leidgeplagter Kunde die Wichtigkeit einer seiner technischen Ausgestaltung in der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die Beitragsdynamik der LV 1871 ist ja eine der besten am Markt, wenn man die “Vorjahressumme” auswählt. Die Leistungsdynamik / garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall wurde ebenso voll ausgewählt mit drei Prozent sowie die Arbeitsunfähigkeitsklausel wurde eingebaut. Endalter 67 Jahre versteht sich von selber, ebenso kratzt die Höhe der BU-Rente mit 2.500 Euro genau an die 60 % des Bruttogehaltes. 

Ca. zwei Wochen nach der Antragsstellung wurde der Vertrag nun auch policiert (man merkte, in Bayern sind Ferien - da dauert es beim Münchener Versicherer immer etwas länger).


Fazit zu Falschabrechnungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung:

Das ist natürlich immer eine sehr ärgerliche Sache. Man darf aber nicht verzagen und mit Hilfe umfangreicher Eigenerklärungen und idealerweise der Richtigstellung des bisherigen Arztes sowie einem aktuellen Attest könnte man dies noch in die richtige Bahn lenken, so dass Du in den Besitz der wichtigen Absicherung im Fall der Fälle kommst - Du kannst Deine berufliche Tätigkeit nicht mehr zum überwiegenden Teil ausführen.
Wir können aber leider nicht jede Anfrage annehmen in der Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Zum einen sind unsere Kapazitäten leider auch mal überlastet, zum anderen müssen wir die (vermeintliche) Krankheitsgeschichte auch sauber nachvollziehen können. Es ist natürlich nicht immer so, dass nur die Ärzte schuld sind. Lässt man sich öfters krankschreiben ohne wirklichen Grund, ist dies natürlich auch nicht vertrauensfördernd. Das sieht dann auch die Risikoprüfung so. Dies kam auch unserem Kunden im obigen Fall zu Gute. Bis auf einen kleinen Schnupfen über zwei Tage gab es keinen Tag der Arbeitsunfähigkeit. Wie sagte uns mal ein erfahrener Risikoprüfer: “Vor jeder Berufsunfähigkeit folgt eine Arbeitsunfähigkeit. Wenn man schon relativ oft und wegen jeder Kleinigkeit krankgeschrieben wird, schrillen bei uns die Alarmglocken auf”.