Bausparvertrag richtig einsetzen

Über die Thematik „Bausparen“ rühmen sich einige Mythen. Von der einen Seite wird ein Bausparvertrag verteufelt und als nicht sinnvoll angesehen, währenddessen wieder ein anderer Personenkreis eine Bausparlösung als absolut Sinnvoll ansieht.

Bausparvertrag richtig einsetzen

Wie immer im Finanzbereich sieht die Wahrheit so aus, dass ein Bausparvertrag durchaus eine sehr sinnvolle Lösung in bestimmten Lebenssituationen sein kann, wenn der optimale Tarif gefunden ist. Schließen Sie wahllos einen Bausparvertrag ab, der nicht optimal auf Ihre Lebenssituation ausgerichtet wurde, so können wir hier die Kritik nachvollziehen. Auch in unseren Erstkundengesprächen und den Einblick in den Finanzordner unserer Interessenten sehen wir immer wieder völlig unpassende Bausparvarianten.

Lassen Sie uns die häufigsten Fehler bei einem Bausparvertrag aufzeigen

Bausparssumme zu hoch angesetzt

Die Provisionsgier bzw. der Druck (des oft Bankmitarbeiters) war hier zu groß, es wurde einfach ein Vertrag mit einer hohen Bausparsumme angesetzt.

  • Wird die Bausparssumme zu hoch und die monatliche Einzahlung zu niedrig angesetzt, verschiebt sich die Zuteilung sehr weit nach hinten. Nicht im Sinne des Bausparkunden
  • Aus unserer Erfahrung unterschätzen auch viele Kunden die monatliche Belastung, wenn der Bausparvertrag in die Zuteilung kommt. Bei manchen Bauspartarifen mit z.B. 150.000 Euro Bausparsumme müssen mehrere Tausend Euro monatlich zurückgezahlt werden. In den meisten Fällen unmöglich.
  • Daher unser Tipp: Sind Sie unsicher, wie viel Geld Sie benötigen, sollten Sie einen Betrag zwischen 30.000 und 50.000 € für einen zukünftigen Erwerb anvisieren oder aber auch eine kleine Bausparsumme von z.B. 10.000 – 25.000 Euro, falls Sie Rücklagen bilden möchten.
  • Denken Sie daran: Bis 30.000 Euro sind die Darlehen blanko bei den Bausparkassen (dies gilt auch für Mieter) 

Achten Sie auf die Zuteilung des Bausparvertrages & verkalkulieren Sie sich nicht

Haben Sie die Zuteilung für die Auszahlung des Darlehen unrealistisch kalkuliert, so müssen Sie im schlimmsten Fall Ihrem Baubeginn verschieben oder ihre gewünschte Anschlussfinanzierung mit einem Zwischenkredit von der Bausparkasse bzw. einer Bank überbrücken. Dies kann die gesamte Finanzierung unnötig verteuern.

  • Ein möglicher Zwischenkredit sollte immer max. ein Jahr in Anspruch genommen werden, hier kann die gesamte Bausparsumme zwischenfinanziert werden. Dies kann aber auch nur gemacht werden, wenn der Bausparvertrag das Mindestsparguthaben aufweist. 
  • Mit einer Teilung oder Ermäßigung des Bausparvertrages können Sie diesen immer in die Zuteilung führen. 

Lockzinsen beim Bausparvertrag missverstehen

Sie haben sich schon mit Bausparen beschäftigt und somit die „Lockzinsen“ gesehen? Haben Sie sich damit schon mal näher beschäftigt? Leider ist auch hier mehr Schein als Sein. Derzeit werden Zinssätze von 1 % angeboten, die aber leider an sehr viele Hürden gebunden sind:

  • Niedrige Darlehenszinsen bedeutet immer, dass ca. 50 % der Bausparsumme eingezahlt werden.
  • Diese müssen dann innerhalb von vier bis fünf Jahren (Alte Leipziger Bausparkasse 7 Jahre) getilgt werden. Rechnen Sie nach! Siehe Themenpunkt hohe Tilgung!
  • Die erwartete Zuteilung zieht sich sehr in die Länge, d.h. Sie müssen also entsprechend lange Warten, bis Sie das Geld abrufen können.
  • Für eine Baufinanzierung haben diese Bausparvarianten nichts verloren. Bausparen rechnet sich immer, wenn Sie wenig einzahlen müssen und viel Darlehen bekommen. Bei 50/50 ist das sinnvolle Verhältnis nicht mehr gegeben. 

Eigennützige (Bank) Berater aufgesessen

  • Bausparen ist bei den deutschen Bundesbürgern sehr beliebt. Jede zweite Person hat einen Bausparvertrag. Neigen Sie zu einer gesunden Skepsis, wenn Ihnen der Berater grundlos eine Erhöhung der Bausparsumme empfiehlt
  • Oftmals wird auch dazu geraten, den alten Bausparer aus dem Jahr 200X aufzulösen, da es mittlerweile viel bessere Verträge gibt. Beachten Sie hierbei bitte die Verzinsung Ihres Vertrages – dieser liegt i.d.R. höher als das derzeitige Zinsniveau für eine sichere Anlage.

Lassen Sie sich bei Wohnriester die Vor- und Nachteile erklären

  • Gerade erst wieder im Radio gehört von einer großen deutschen Bausparkasse „Jetzt mit Wohnriester bis zu 50.000 Euro Zuschüsse bekommen und somit schneller in das Eigenheim“. Lassen Sie sich davon nicht blenden. Sehen Sie auch die Probleme bei der späteren Versteuerung und die Unflexiblität der Sparform.
  • Es gilt aber auch hier – in manchen Szenarien kann Wohnriester auf jeden Fall Sinn machen und eine gute Option für die Familie sein. Auch wir haben schon Wohnriester vermittelt, aber auch schon oft davon abgeraten. Es kommt immer auf die individuelle Situation an.

Eine Bausparkasse kann nicht alles

Es gibt eine zweistellige Anzahl an Bausparern am Markt, welche wiederum eine große Anzahl an Tarifen hat. So ist es für den Laien durchaus undurchschaubar, welcher Tarif und welche Gesellschaft hier die beste Varianten anbietet bzw.darstellt.
/Stand Mitte Februar 2015/

  • So gibt es für Wohnriester einen speziellen Tarif einer Gesellschaft, die sonst nicht punkten kann.
  • Im Renditebereich hat sich eine kleine, fast unbekannte aber sehr feine Bausparkasse einen Namen gemacht, dafür sind hier die Finanzierungstarife gänzlich unattraktiv.
  • Für eine Anschlussfinanzierung nach 15 Jahren hat sich wiederum eine oben noch nicht angesprochene Bausparkasse einen guten Namen gemacht, wo derzeit kein Weg daran vorbeiführt.
  • Ablösung nach 10 Jahren? Wiederum eine komplett andere Bausparkasse! 

Sie sehen also – eine Bausparkasse kann nicht alles, es werden oft nur einzelne Bereiche optimal aufgeteilt. Kommt Ihr Ansprechpartner von einer Bank oder einer Ausschließlichkeit, so kann er nicht den idealen Mix für Sie bieten.

Ein wichtiger Satz für den Abschluss (wenn kein Renditesparer gewählt wird):

Bausparen lohnt sich vor allem, wenn Sie wenig Einzahlen, viel bekommen und die Summe über einen längeren Zeitraum tilgen können.

Gerne stehen wir Ihnen zur Beratung Ihres Bausparvertrages in der Region Regensburg, Cham, Schwandorf, Straubing und natürlich bundesweit zur Verfügung. Wir finden gemeinsam die beste Lösung für Sie und ihren Bausparer.

Die Erfahrung zeigt, dass die Tarife der LBS (Sparkasse) und Schwäbisch Hall (Raiffeisen & Volksbank) nicht die optimalen am Markt sind. Wenn doch – wir können diese natürlich auch anbieten ;-).