Warum Nebenwerte bei Ihrem Vermögensaufbau das Kernstück sein sollten!

Smalll & Largecaps starker Wertzuwachs

Es gibt viele Anlageformen. Sind Investmentfonds besser? Oder ETF´ Lösungen? Welche Märkte werden sich auf lange Sicht besser entwickeln? Nach fast zwei Jahrzehnten aktiver Börsenerfahrung können wir eine Feststellung machen, welche auch für die nächsten Jahrzehnte gelten wird. Warum dies so ist, sagt alleine der gesunde Menschenverstand schon aus, aber auch sämtliche wissenschaftliche Untersuchungen unterstützten unsere These. Small & Mid Caps (quasi Nebenwerte) werden langfristig stärker steigen als Large Caps (große Unternehmen).

Woher wir unsere Annahme nehmen, kann eigentlich ganz einfach beantwortet werden. Sehr große Unternehmen werden langfristig nicht mehr diese Wachstumsmöglichkeiten haben, wie z.B. mittelständige Unternehmen. Unternehmen wie Nestle, Coca-Cola, Siemens oder auch Apple werden es sicherlich schwer haben, ihren Umsatz in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln. Warum? Da der Umsatz schon auf sehr hohem Niveau ist, teilweise im dreistelligen Milliardenbereich. Selbiges gilt natürlich auch für den Gewinn, hier sind prozentual irgendwann die Schotten dicht. Ein kleines Unternehmen mit vielleicht 200 Millionen Euro Umsatz und 5 Millionen Euro Gewinn dürfte es viel leichter fallen, die Umsätze & den Gewinn langfristig um ein Vielfaches zu steigern, eine gesunde Geschäftspolitik vorausgesetzt.
Denken Sie auch daran: Selbst die größten Unternehmen haben früher oder später teilweise als 1-Mann Betrieb angefangen und sind erst über die Jahre / Jahrzehnte so stark gewachsen. In dieser Zeit hätte man dabei sein müssen, nicht erst dann, wenn aus dem flotten Schnellboot ein träger Tanker geworden ist.

Schauen wir uns das in der Praxis an: Dax vs. MDax

Im Dax (Deutscher Aktienindex) sind bekanntlich die 30 größten deutschen Firmen. Der Mdax spielt eine Liga darunter, dieser beinhaltet die nächsten 50 großen Firmen. Diese repräsentieren aber eher den deutschen Mittelstand und sind teilweise auch noch inhabergeführt.

Der Dax seit dem Jahr 1996:

Dax seit 1996

Quelle: www.finanzen.net/index/DAX/Seit1959 (Stand Mai 2017)

Ein Plus von 446 %. Klingt gut. Hätte man mit einem Sparbuch wohl nicht geschafft. Aber wie hat sich der kleine Bruder entwickelt, der MDax?

MDax seit 1996

Quelle: www.finanzen.net/index/MDAX/Seit1996 (Stand Mai 2017)

Er hat eine Wertentwicklung von 856 % hingelegt, somit fast das Doppelte vom großen Bruder. Das ist durchaus mal eine Zahl, die man auf sich wirken lassen kann. Der MDax hat nichts mit Spekulation, großen Wetten oder dubiosen Firmen zu tun. Es sind einfach mittelständige Unternehmen der zweiten Reihe, welche noch ein größeres Wachstum haben (werden), als Firmen, die schon extrem groß sind. Natürlich gibt es immer einzelne Ausnahmen, aber wenn wir einen gemeinsamen Index oder auch Investmentfonds ansehen, so wird es so sein.

Wie Sie an dem Chart erkennen, sind sogar die Kursrückgänge nicht ganz so dramatisch wie beim großen Dax. Wer hätte das gedacht? Aber selbst eine starke Volatilität sollte Sie bekanntlich nicht abschrecken, wie wir schon öfters erwähnt haben.

In einer der letzten Ausgaben von Focus Money gab es eine interessante Statistik, welche aussagt, das Small Caps teilweise das fünffache Wachstumspotential haben wie große Unternehmen. In Japan ist dieser Unterschied extrem, aber auch in Europa ist es das knapp vierfache von größeren Unternehmen.

Smallcaps steigen stärker als Large Caps

Quelle: Allianz Global Investors / Focus Money

Kurze Erklärung zum Verständnis: Mit Small & Mid Caps sind natürlich keine kleinen Garagenfirmen um die Ecke gemeint. Als Mid Caps werden Unternehmen bezeichnet, welche einen Börsenwert von 500-2.000 Millionen Euro besitzen. Small Caps sind somit eine Kategorie für Gesellschaften, welche unter 500 Millionen Euro an Börsenwert genießen. Kleine Garagenfirmen sehen somit anders aus ;-).

Auch in diesem Jahrtausend schlagen kleine Nebenwerte die "Großen".

Ebenso gab es einen Chartverlauf seit dem Jahre 2001 mit dem Vergleich des normalen MCSI World, ein Indiz für Small Caps und ein Indiz für Large Caps. Wie Sie sehen, schneiden Large Caps mit Abstand am schlechtesten ab. Hier haben Sie es also auch schwarz auf weiß, wieso Sie langfristig Nebenwerte bevorzugen sollten. Fairerweise muss noch gesagt werden, dass die Kursschwankung hier noch erhöht ist. Aber dies sollte man bekanntlich positiv sehen & für sich nutzen (Stichwort monatliche Sparpläne). Die Thematik rund um die Angst vor der Volatilität haben wir aber auch recht genau in einem anderen Beitrag beschrieben. 

Smallcaps stärker seit 2001 als Largecaps

Quelle: Allianz Global Investors / Focus Money

Ebenso zeigt dies die folgende langfristige Studie mit Beginn von 1926. Nebenwerte schlagen die übrigen Anlageklassen mehr als eindeutig.

Wertentwicklung Large und Smallcaps seit 1926

Quelle: Fama/French Benchmark Portfolios, Federal Reserve Economic Data

Warum sollten wir und unsere Anleger dieses Potential nicht erkennen und für unsere Belange nutzen? Wieso investieren wir nicht so?

Größere Beweggründe können sein:

  • Der Bank/Anlageberater empfiehlt gerne Investmentfonds, die einen großen und bekannten Namen haben.
  • Der (teilweise fragwürdige) Trend Richtung ETF´s.
  • Größere Unternehmen im Investmentfonds sind für den Anleger greifbarer als unbekannte Namen. 

Kommen wir kurz zum Thema ETF´s in Nebenwerte. ETF´s haben durchaus in sehr großen Märkten ihre Daseinsberechtigung, welche von Analysten ständig überwacht werden und wo es keine Abnormitäten gibt. In Dax Unternehmen (als Beispiel, das gilt natürlich auch für alle anderen großen Indizes) ist es für den Fondsmanager schwer, den Index zu schlagen. Es liegen quasi alle Nachrichten und Zahlen vor, die ganze Fondsmanagerwelt beschäftigt sich mit großen Unternehmen. So haben ETF´s durchaus einen Kostenvorteil und schaffen zwar keinen Mehrwert gegenüber dem Index, sind aber auch nicht wirklich schlechter. In Small und Mid Caps ist das anders, da diese nicht so stark frequentiert werden von diversen Analystenhäusern, Marktteilnehmern sowie generell nicht so im Fokus der Medien stehen. Sie fristen quasi ein (für uns) positives Schattendasein. Hier macht sich ein versierter Fondsmanager mit allen Freiheiten auf jeden Fall bezahlt.

Somit können wir in der langfristigen Investmentanlage zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:

  1. Small & Mid Caps schlagen langfristig große Unternehmen von der Wertentwicklung haushoch.
  2. In nicht stark berücksichtigten Indizes & Unternehmen spielen versierte Fondsmanager ihren Mehrwert aus. 

Für unsere Anleger berücksichtigen wir diesen Anlagestil vor allem in unserem Modellportfolio der Risikoklasse 5 (somit der höchsten). Dies klingt zwar erst einmal negativ, aber hey – was können wir dafür, wenn die Ratingagenturen Nebenwertefonds als größeres „Risiko“ einstufen als normale Aktienfonds oder gar Rentenfonds mit einem hohen Anteil an negativ verzinsten Anleihen. Auch hier gilt es wieder kühlen Kopf zu bewahren und vernünftig zu investieren. Wo angeblich ein Risiko steht, steckt oft langfristig die höchste Rendite drin. In unserem Portfolio agieren wir mit zehn verschiedenen Investmentfonds, welche einen starken weltweiten Fokus haben. So werden Sie auch Fondslösungen finden, welche ausschließlich in Japan, die USA oder in Skandinavische Länder investieren. Aber es gibt natürlich auch einen Investmentfonds, welcher ausschließlich in den deutschen Mittelstand investiert. Dieser schlägt den Dax, MDax oder SDax mittelfristig um Längen.

Dank Informationseffizienz wird ein Mehrwert geschaffen für die Anleger!

Ebenso ist es uns wichtig, dass unsere ausgewählten Investmentfonds medial gerne noch ein Schattendasein führen. Nebenwertefonds können nur ihren großen Mehrwehrt ausspielen, wenn sie noch nicht so groß sind. Sind sie es nämlich, dann können sie logischerweise nicht mehr in kleinere Unternehmen gehen. Deshalb finden wir es sehr charmant, wenn sich das Fondsmanagement dazu entschließt, ein sogenanntes Soft- bzw. Hardclosing zu vollführen. Sprich, die Anlage von Neuanlegern wird merklich unattraktiv gemacht (z.B. wenn der volle Ausgabeaufschlag bezahlt werden muss) oder der Investmentfonds wird für neue Investoren einfach geschlossen. Zwar schade für Personen, die noch nicht investiert haben, aber erfreulich für Anleger, die schon Anteile besitzen. Somit kann es über die Zeit immer wieder vorkommen, dass wir aus diesem Grund unser Modellportfolio verändern müssen, da eine Anlagemöglichkeit in einem Nebenwertefonds nicht mehr möglich ist. Aber es gibt genügend gute, kleine und wenige Anlagemöglichkeiten, fernab der üblichen medialen Darstellung oder 5 Sterne in diversen Ratingsystemen.

An folgender Graphik sieht man diese Tatsache sehr transparent:

Weniger Beobachtung von Small & Midcaps

Quelle: S&P Capital IQ; This model is provided "as is". S&P Capital IQ, Inc. and its affiliates have no liability arising out of your use of this model

Je geringer die Marktkapitalisierung einer Aktie, desto weniger Analysten beschäftigen sich mit dem Unternehmen. Bei großen Gesellschaften kommen umgerechnet 19 (!!) Analysten auf eine Aktie. Hier einen Mehrwert zu erkennen gegenüber dem Markt ist sehr schwierig. Bei kleineren Unternehmen bis zu einer Marktkapitalisierung von bis zu 100 Millionen Dollar kommt auf jede Aktie (5.965 am obigen Beispiel) genau ein Analyst. Hier können Mehrwerte geschaffen und die Markteffizienz genutzt werden.

Bonus: Manche geschlossenen Investmentfonds öffnen gerne für kurze Zeit ihr Tor für Neuanleger!

Fernab des Modellportfolios sind wir mit Argusaugen auch so immer auf der Suche nach passenden Investmentmöglichkeiten, welche sehr stark in Small & Mid Caps investieren. So hat nach etlichen Jahren im November 2016 der Investmentfonds Squad Value für kurze Zeit für Neuanleger wieder seine Pforten geöffnet. Dieser hatte ein Fondsvolumen von 190 Euro Millionen Euro und bei weiteren eingesammelten 50 Millionen Euro schließt er wieder für Neuanleger.

Die Zeitschrift „AssCompact“ berichtete über den Fondsmanager mit folgenden Worten:

„Bewusster Verzicht auf Volumen: umso handlungsfähig wie möglich zu bleiben, hat Hornung die SQUAD-Fonds immer wieder teilweise für neue Anlagen geschlossen. Werden die Einzelpositionen zu groß, besteht bei Nebenwerten schließlich die Gefahr, nur schwer wieder heraus zu kommen und mit den eigenen Transaktionen die Kurse zu beeinflussen. Trotz seiner Performance und zahlreicher Auszeichnungen weist der SQUAD Value daher nur ein Volumen von rund 200 Mio. Euro auf. „Natürlich ist ein hohes Volumen verlockend. Aber von dem jetzigen kann ich auch gut leben und dafür kann ich meinen Investmentansatz nach wie vor genau so umsetzen, wie ich das möchte. Das ist mir wichtiger. Ich werde den Job ja vermutlich noch 30 Jahre machen“, so der 40-Jährige.“

Dies ist genau unsere Denkweise, welche wir absolut unterstützen. Lieber langfristig nachhaltig und vernünftig agieren, als auf Teufel komm raus zu wachsen. Es gibt immer wieder sehr interessante Investitionsmöglichkeiten in Small & Mid Caps, man muss sie nur herauspicken aus dem schier endlosen Universum an verschiedenen Fonds!

Sehen wir als Beispiel einfach die Wertentwicklung des Squad Value an:

Squad Value Wertentwicklung seit 2004

2004 startete man bei einem Kurs von 100 Euro, Anfang 2017 stehen wir jetzt bei knapp 400 Euro. Sieht ordentlich aus, wie wir meinen ;-).

Über den Squad Value haben wir aber auch ausführlich gebloggt mit der Überschrift „Geheimtipp für wenige Monate: Der Squad Value öffnet wieder“.

Bemerkenswert finden wir die Tatsache, dass die Inhaber der Fondsboutique immer mind. 50 % ihres eigenen Vermögens in ihre Investmentfonds angelegt haben. Dies ist für uns auch noch ein kleiner und nicht zu verachtender Vorteil gegenüber großen Gesellschaften wie Banken und Versicherungen. Wir denken hier nämlich nicht, dass die Fondsmanager die Hälfte ihres Kapitals dort investiert haben. Deshalb schätzen wir kleine, wendige und spezialisierte Fondsboutiquen sehr. Diese sind aber nicht immer einfach zu finden, sorgen diese nämlich selten für Schlagzeilen, Hochglanzanzeigen in diversen Printmedien oder stehen an vorderster Front als „Experten“ bei fragilen Märkten. Glänzende Leistungen bringen und trotzdem demütig und zurückhaltend sein – so etwas gefällt uns ;).

Fazit zu Small & Mid Caps vs. Large Caps bei der Geldanlage:

Eigentlich müssen wir dazu jetzt gar nicht mehr viel sagen, jegliche Statistik spricht klar dafür, dass man in einer langfristigen Strategie vermehrt auf Nebenwerte setzen sollte, da diese eine stärkere Rendite abwerfen als große Unternehmen. Sämtliche wissenschaftliche Studien (Sharpe, Fama, French) weisen dies so aus. Ganz nüchtern und neutral. Durch die Informationseffizienz gibt es zudem keine breite Research Abdeckung der Märkte und somit können Überrenditen geschaffen werden.
Die Anlage in Nebenwerte sollte man aber über viele verschiedene Regionen in dieser Welt verteilen, um den bestmöglichsten Effekt der Streuung zu bekommen. Mit unserem Modellportfolio in Small & Mid Caps sehen wir der Zukunft positiv entgegen und würden uns freuen, wenn wir Sie als Anleger begrüßen dürfen.