Lohnt sich die Rurüp-Rente? Eine Modellrechnung

Rüruprente Altersvorsorge

Immer wieder fragen uns die Leute, ob sich denn eine Rürup-Rente (auch Basis-Rente genannt) lohnt. Darauf kann man leider keine pauschale Antwort geben. Viel mehr muss man dazu für jeden Einzelfall den großen Taschenrechner anwerfen. Es gibt aber, ohne es zu pauschal zu sagen, einen Empfehlungstrend. Hier finden Sie ein von A wie Abgaben bis Z wie Zinsen komplett durchgerechnetes Rürup-Beispiel. Wir schauen in die Haushaltskasse des Gemüsehändlers Adam Riese.

Höheres Alter und höheres Einkommen sind Indizien pro Rürup

Je älter der Sparer und je höher sein Einkommen heute als Aktiver, desto eher lohnt die Rürup-Rente. Gründe für diese Faustregel sind schlicht und einfach steuerliche Effekte. Je höher der Steuersatz eines Bürgers, desto eher rentieren sich für ihn umgekehrt Steuerersparnisse. Auch lohnt sich die steuerbegünstigte Vorsorgeform der Rürup-Rente für Selbständige alleine schon deswegen, weil dieser Personenkreis zum Beispiel von der Riester-Rente ausgeschlossen ist. Fragen Sie bitte nicht nach der Logik dieser Regel; es gibt keine. Es steht halt so im Gesetz.

Wir haben einmal ein Modell gerechnet. Adam Riese ist 47 Jahre jung geblieben und von Beruf selbständiger Gemüse-Großhändler, verheiratet. Die Kinder sind bereits flügge. Adam Riese verdient im Jahr 80.000 Euro. Das ist sein Jahresgewinn; sozusagen das Bruttoeinkommen des Selbständigen, dass er nicht nur seiner Frau, sondern auch dem Finanzamt vorzeigen muss.

Rürup-Rente in einem Satz erklärt

Der Vorteil unseres Gemüsehändlers: Er zahlt schon lange in die Gesetzliche Rentenversicherung ein; zurzeit gut 13.000 Euro. Jedes Jahr. Diese Beiträge kann der Mann von der Steuer absetzen. Womit bereits die Rürup-Rente erklärt wäre! Wer die Gesetzliche Rente auch nur im Ansatz versteht, der versteht auch Rürup. Tatsächlich! Die Rürup-Rente funktioniert exakt genau so wie die Gesetzliche Rente, auch wenn Verbraucherschützer (das sei nicht verschwiegen) oft vor der Rürup-Rente warnen. Weil sie diese nicht richtig verstanden haben! Denn die bemängeln zum Beispiel, man könne Rürup-Verträge nicht beleihen oder nicht vererben – außer an Witwen und Waisen natürlich. Genau! Kann man die Gesetzliche Rente mal eben um einen Vorschuss bitten oder bei der Bank als Sicherheit für einen Autokredit abgeben? Nein. Rürup-Verträge sollen ausschließlich der Rente dienen (Bausteine wegen Berufsunfähigkeit, also wenn Krankheit bleibt, behandlen wir hier nicht).

 

Vorteil Rürup: Man kann diese Rente doch vererben

Doch, um das einmal zu der Vertragsgestaltung für die Rürup-Rente vorwegzunehmen: Man kann diese Rente oder ihr Kapital doch an jede beliebige Person vererben. Dazu muss man den Vertrag richtig gestalten und ihn mit einer Zusatzausstattung versehen. Womit den Verbraucherschutz-Bedenken abgeholfen wäre.

Zurück zur Gesetzlichen Rente und zu Rürup. Die Beiträge zu beiden Alterskassen kann man von der Steuer absetzen, seit dem Jahre 2005, stufenweise steigend. In diesem Jahr kann man 80 Prozent der Beiträge vom zu versteuernden Einkommen abziehen (die Höchstgrenze für die absetzbaren Rentenbeiträge in diesem Jahr sind 22.142 Euro, jährlich ebenfalls steigend, Eheleute das Doppelte). Ab 2025 sind 100 Prozent Absetzbarkeit erreicht. Wohlgemerkt: Rürup- und Gesetzliche Rente werden steuerlich absolut gleichbehandelt.

Aber sehen wir einmal in die Haushaltkasse von Adam Riese: An Einnahmen hat er nach Abzug seiner Betriebsausgaben als Gemüsehändler einen persönlichen Gewinn 80.000 Euro. Nach Abzug aller Abgaben und Kosten (gerundete Zahlen: Rentenversicherung 13.570 Euro, Krankenkasse 9.600 Euro und Steuern 12.500 Euro) haben Riese und seine nicht berufstätige Frau ein jährliches Nettoeinkommen von 44.000 Euro oder rund 3.700 Euro im Monat für ihr Auskommen.

3.700 Euro netto heute – als Rentner nur 1.500 Euro

Dieses Nettoeinkommen steht allerdings in einem krassen Missverhältnis zu Adam Rieses Rentenerwartungen. 1.500 Euro hat ihm die Deutsche Rentenversicherung hochgerechnet. Brutto. Davon werden später ganz sicher noch Krankenkassenbeiträge abgehen. Und Steuern? Das werden wir gleich sehen. Weil die Rente später nicht ausreicht, will Adam Riese seine Altersversorgung aufbessern und er investiert ab diesem Jahr Jahr 10.000 Euro in eine Rürup-Rente.

Nach Steuern „kosten“ Riese diese 10.000 Euro Beitrag nur etwa 7.400 Euro. Das ist sein Nettoaufwand pro Jahr für Rürup. In 20 Jahren wird Adam Riese 67 Jahre alt. Dann will er mit seiner Frau den verdienten Ruhestand genießen und neben der Gesetzlichen Rente auch Rürup-Auszahlungen ernten. Unterm Strich hat Adam Riese nach Steuern und Zahlung seines Rürup-Beitrags heute immer noch rund 3.100 Euro netto für sich und seine Frau. Wegen der jährlich stufenweise steigenden steuerlichen Rürup-Förderung, wird Rieses Nettoeinkommen in den nächsten 20 Jahren leicht anwachsen.

Rürup-Rente bringt Adam Riese rund 1.000 Euro zusätzlich - mindestens

Mit 67 wird zahlt ihm die Deutsche Rentenversicherung 1.500 Euro lebenslang. Die Versicherung, bei der Riese seine Rürup-Rente angespart hat, zahlt auch. Auch lebenslang natürlich. Bei 3 Prozent Zins nach Kosten wird sich der Wert seines Rürup im Jahr 2035 auf gut 275.000 Euro summieren. Aus diesem Rentenkapital finanziert kann Adam Riese mit etwa 770 bis 1.200 Euro Rente rechnen. Der niedrigere Betrag ist die Garantie des Musterversicherers, der höhere Betrag ist eine unverbindliche Hochrechnung. Schließlich werfen 275.000 Euro nach Zahlung der ersten Renten ja immer noch Zinsen ab, weil das allermeiste Geld schließlich noch da ist. Adam Riese geht auf Nummer sicher und rechnet mit 1.000 Euro Rürup-Zuschlag auf die Gesetzliche Rente von 1.500 Euro im Monat.

Beide Zahlungen addiert kommt nach Adam Riese und für unseren Musterkunden eine Monatsrente von 2.500 Euro auf die Bank. Nicht ganz. Im Jahr 2035, wenn Riese in Rente geht, werden noch Krankenkassen-Beiträge und Steuern fällig. Jeweils sind das im Beispiel 135 Euro im Monat, also 270 Euro, die abzuziehen sind. Zum ausgeben haben Adam Riese unterm Strich 2.230 Euro. Lebenslang.

Reichen 5,75 Prozent Rendite?
Und? Lohnt sich jetzt die Rürup-Rente? Ja, wenn man mit 5,75% recht sicherem Zins zufrieden ist. Der Lebensversicherer, bei dem die Rente angespart wird, „bringt“ selbst 3 Prozent Rendite, so der seriöse Zahlenansatz. Die restlichen 2,75% Anlage-Rendite sind für Adam Riese sicher. Diesen Rürup-Zusatzgewinn erzielt er aus der Steuerersparnis.

Und nein, der Vater Statt darf diese Steuersubvention nicht streichen! Das System für die gesamte Rentenbesteuerung, das der Steuerexperte Professor Rürup vor mehr als zehn Jahren für die Bundesregierung erdacht hat, ist auf Jahrzehnte ausgelegt, mindestens bis 2040 stabil. Die Rürup-Rente, nach ihrem Erfinder benannt, ist nur ein Mosaikstein in dem System. Ein sehr wichtiger.

Wenn Sie Fragen zur Rürup-Rente haben....Sie wissen ja, wie Sie uns erreichen ;-)

Hinweis: Das vorstehende Beispiel gibt gerundete Zahlen wieder. Trotz aller Sorgfalt können sich Rechenfehler eingeschlichen haben. Deshalb sind die Angaben hier ohne Gewähr für Richtigkeit (mit freundlicher Unterstützung von Markus Rieksmeier).