Versicherungen

Die Ergo-Versicherung „entsorgt“ Ihre Lebensversicherungsverträge

Die klassische Altersvorsorge hat derzeit einen schlechten Stand. Ein Pauschalurteil ist hier zwar fehl am Platz, aber mit solchen Aktionen wie dieser der Ergo Versicherung wird es auch keine großartige Verbesserung geben.

Die Ergo ist mit über 6 Millionen Lebensversicherungsverträgen mit festen Garantien sicherlich ein sogenannter Big Player am Markt. Nun trennt man sich aber vom klassischen Geschäft und somit drohen dem Kunden sinkende Renditen. Der neue Chef der Versicherungsgruppe Markus Rieß (kam von der Allianz) rollt nun das Feld von hinten auf und lotst die Verträge mit festen Zusagen in eine gemeinsame Abwicklungsplattform, welche auch die Bezeichnung „Run – Off Plattform“ trägt.

Die Versicherungsgesellschaft leidet unter zu hohen Kosten und kämpft mit schrumpfenden Marktanteilen. So gibt es auch immer wieder das Gerücht am Markt, dass sich die Muttergesellschaft Munich Re evtl. von der Ergo Tochter trennen möchte. Auf der Abwicklungsplattform sollen die Verträge nur noch verwaltet werden. Da man evtl. wohl auch andere Altbestände von weiteren Gesellschaften erwerben wird, erhofft man sich dadurch eine Einsparung an Verwaltungskosten. Dies ist erstmals grundsätzlich positiv für die Kunden, aber trotzdem sollte man sich auf sinkende Renditen einstellen. Klar, den Garantiezins auf den Sparanteil gibt es weiterhin, aber die bisher so wichtige Überschussbeteiligung wird wahrscheinlich geringer ausfallen. Da die Versicherung kein Neugeschäft mehr macht, benötigt man auch keine attraktive Überschussbeteiligung mehr als Werbeeffekt. Der Leidtragende ist dann wohl der Bestandskunde. 

Was soll ich machen, wenn ich einen alten Lebensversicherungsvertrag habe?

Eine pauschale Empfehlung kann natürlich aus der Ferne nicht gegeben werden, aber in vielen Fällen macht es Sinn, den Vertrag weiterzuführen. Besonders, wenn dieser vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurde und somit steuerfrei ist. Dies kann aber nur in einer individuellen Beratung entschieden werden. Oftmals ist eine Lebensversicherung auch mit anderen Bausteinen gekoppelt, die zwar sehr viel kosten, aber wenig einbringen (Unfall-, Todesfallabsicherung, geringe BU Absicherung) – diese kann man evtl. auf den Prüfstand stellen. Evtl. gibt es die Möglichkeit, die Bausteine zu entfernen um somit den monatlichen Beitrag bzw. die Ablaufleistung zu senken. Wir denken schon, das man langfristig mit einem Breit Diversifizierten Investmentdepot eine höhere Rendite schafft. Grundsätzlich muss man aber sagen, das viele Bundesbürger aber noch nicht "reif" sind für eine Anlage mit sehr hoher Aktienquote, obwohl diese nachweislich langfristig die höchste Rendite bringt. 

Eine Kapitallebensversicherung ist heutzutage aber grundsätzlich nicht mehr sinnvoll, da man die wichtige Todesfallabsicherung (besonders bei jungen Eltern oder einer Immobilienfinanzierung) separat über eine kostengünstige Risikolebensversicherung absichern sollte.