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1. Gamechanger neue geförderte private Altersvorsorge: Warum wir diese Reform brauchen

Hand aufs Herz: Wenn du heute in deine Riesterunterlagen schaust, was siehst du da?

Meistens sind es hohe Abschlusskosten, intransparente Gebühren und eine Rendite, die kaum die Inflation schlägt. Das liegt nicht unbedingt an deinem Berater, sondern am System der letzten Jahrzehnte.

Der Abschied vom "Garantie-Friedhof"

Bisher war die private Altersvorsorge in Deutschland vor allem eins: sicher. Aber es war die Art von Sicherheit, die dich arm macht. Versicherer waren gesetzlich gezwungen, eine 100 %-ige Beitragsgarantie anzubieten. Was gut klingt, war in der Praxis der Renditekiller. Um diese Garantie zu halten. durfte dein Geld kaum in Aktien fließen, sondern parkte in mikrig verzinsten Staatsanleihen.

Dein Kapital liegt sicher begraben, bewegt sich aber nicht nach oben, ein richtiger "Garantie-Friedhof". Während der weltweite Aktienmarkt über Jahrzehnte zweistellige Renditen einfuhr, blieb für viele Riester-Sparer nach Abzug der Kosten oft weniger übrig als sie eingezahlt haben.

Endlich investieren statt nur sparen – Die neue Freiheit

Die aktuelle Reform der privaten Altersvorsorge (pAV) ist ein echter Paradigmenwechsel. Der Staat hat erkannt: Echte Sicherheit im Alter kommt durch Vermögensaufbau, nicht durch Beitragsgarantien.

Mit dem neuen Altersvorsorgedepot bekommst du:

  • Renditechancen: Du kannst endlich breit gestreut in den Kapitalmarkt investieren (z. B. in ETFs), ohne dass ein Anbieter die Handbremse anzieht.

  • Echtes Eigentum: Dein Geld arbeitet am Kapitalmarkt - den ETF oder Fonds kannst du selbst wählen - transparent und flexibel.

  • Zeitgemäße Vorsorge: Wir verabschieden uns vom starren Garantieversprechen und wechseln zu einer modernen Investmentlösung.

Kurz gesagt: Die Reform ist die Antwort auf die Frage, wie wir in einer Welt ohne hohe Zinsen trotzdem ein Vermögen für den Ruhestand aufbauen können. Es geht nicht mehr darum, den Mangel zu verwalten, sondern Chancen zu nutzen.


2. So funktioniert die neue Vorsorge-Welt: Die Technik hinter der Rendite

Die neue Regelung verspricht vor allem eins: Wahlfreiheit. 

Eines vorab: Die Reform ist kein „Einheitsbrei“. Es geht nicht darum, dass jeder jetzt nur noch ein Depot bei einem Online-Broker eröffnet. Vielmehr schafft der Gesetzgeber einen neuen Rahmen, in dem du entscheiden kannst, welche „Verpackung“ am besten zu deinen Zielen passt.

Die Qual der Wahl: Depot oder Versicherung?

Das neue System öffnet die Tür für zwei verschiedene Wege, die beide staatlich gefördert werden:

  1. Das Altersvorsorgedepot: Die puristische Lösung. Dein Geld fließt direkt in ein Depot und wird dort z. B. in ETFs oder Fonds investiert. Maximale Transparenz, keine Versicherungskosten, aber eben auch keine lebenslange Rentengarantie im klassischen Sinne.

  2. Moderne Rentenversicherungen: Auch die Versicherungswelt wird reformiert. Hier profitierst du weiterhin von den Vorteilen einer lebenslangen Rentenzahlung und dem Schutz vor dem „Langlebigkeitsrisiko“. Der Clou: Du kannst selbst wählen ob du eine Garantie möchtest oder nicht, sodass du in der Versicherung deutlich renditestärker investieren kannst als früher.

Mehr als nur ein Produkt: Was ein „zertifizierter“ Vertrag können muss

Damit du die staatlichen Förderungen kassieren kannst, muss dein Vertrag – egal ob Depot oder Versicherung – zertifiziert sein. Der Staat gibt hier klare Leitplanken vor, damit dein Geld sicher für die Rente reserviert bleibt, während es gleichzeitig die Chancen des Kapitalmarkts nutzt.

Warum der Wegfall der 100%-Garantie dein größter Renditehebel ist

Das ist der Punkt, an dem viele erst einmal schlucken: „Was, keine Garantie mehr?“ Unsere klare Meinung dazu: Das ist eine riesige Chance.

Bisher mussten Anbieter dein Geld in extrem sicher verzinsten (aber renditeschwachen) Papieren parken, um die 100%-Garantie zu halten.

Der Clou: Über Zeiträume von 20 oder 30 Jahren glätten sich die Schwankungen am Markt fast immer aus. Die alte „Sicherheit“ war oft nur die Sicherheit, real an Kaufkraft zu verlieren. Das neue System lässt dein Geld endlich für dich arbeiten – in der Form, die zu dir passt.

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3. Geschenktes Geld: Förderung und Steuervorteile im Check

Welche Höhe an Zulagen ist denn jetzt vorgesehen? Die Höhe der gezahlten Zulagen soll nicht mehr wie bisher anhand des Bruttoeinkommens sein, sondern proportional zu deinen eingezahlten Beiträgen. Das Rumrechnen mit den 4 % des Vorjahresbruttoeinkommens fällt im neuem System weg, du musst nur darauf achten wie viel du einzahlst, da es verschiedene Zulagen bis zu gewissen Einzahlungsbeiträgen gibt. 

Wie viel genau siehst du hier:

Die erste Staffelung der Grundzulage ist 360 €, dort gibt es 50 Cent pro eingezahlten Euro, also 180 €. Weiter geht es von 361 € bis 1.800 €, in diesem Spektrum gibt es 25 Cent pro eingezahlten Euro, insgesamt möglich hier 360 €. Macht in der Summe, wenn du 1.800 € einzahlst satte 540 € Grundzulage. Wir erinnern uns: im Riester gibt es als maximale Grundzulage nur 175 €.

Die Kinderzulage liegt bei 300 € pro Kind, voll ausgezahlt wird diese schon bei einem monatlichen Beitrag von 25 €. Ansonsten gilt pro eingezahltem Euro gibt es 1 € Kinderzulage bis maximal 300€ pro Kind. 

Für junge Menschen, die früh mit der Altersvorsorge starten, gibt es den bekannten Berufseinsteigerbonus von 200 € einmalig.

Wie bisher gewohnt, kannst du die Beiträge auch in deiner Steuererklärung angeben. Das Finanzamt prüft, ob zum Zulagenanspruch noch ein Steuervorteil zusteht.

Außerdem fallen während der Ansparphase keine Steuern auf die Vorabpauschale an. Ein genauerer Blick lohnt sich auch hier, denn nicht nur bis zum maximal geförderten Beitrag gilt diese Regelung. Sondern du kannst bis zu 6.840 € in deinen Vertrag einzahlen, ohne dass du Steuern für die jährlich Vorabpauschale zahlen musst. Auch Erträge bei einem Rebalancing oder einem Fondswechsel bleiben steuerfrei.

Förderungen und Förderquote nach Einzahlungen in der Praxis

 MaxAnnaMichaelJulia
Einzahlung pro Monat150 €30 €10 €300 €
Einzahlung pro Jahr1.800 €360 €120 €3.600 €
Grundzulage540 €180 €60 €540 €
Kinderzulage 1 300 €120 €300 €
Kinderzulage 2 300 €120 € 
Förderung gesamt540 €780 €300 €840 €
Summe im Depot2.340 €1.140 €420 €4.440 €
Förderquote30 %217 %250 %23 %

Wie sich unterschiedliche Einzahlungen und staatliche Zulagen in einem Altersvorsorgedepot auswirken können, zeigt unsere Beispieltabelle anhand von vier Musterfällen: Max, Anna, Michael und Julia.

Max zahlt 1.800 Euro pro Jahr beziehungsweise 150 Euro im Monat ein und erhält dafür 540 Euro Grundzulage. Insgesamt fließen so 2.340 Euro in sein Depot. Anna zahlt 360 Euro pro Jahr, also 30 Euro im Monat. Zusätzlich erhält sie 180 Euro Grundzulage sowie zweimal 300 Euro Kinderzulage. Damit kommen insgesamt 780 Euro Förderung zusammen und 1.140 Euro landen in ihrem Depot. Michael zahlt 120 Euro pro Jahr beziehungsweise 10 Euro im Monat ein. Er bekommt 60 Euro Grundzulage und zweimal 120 Euro Kinderzulage. So ergibt sich eine Gesamtförderung von 300 Euro und ein Depotwert von 420 Euro. Julia zahlt 3.600 Euro pro Jahr, also 300 Euro im Monat. Sie erhält 540 Euro Grundzulage und 300 Euro Kinderzulage. Damit fließen insgesamt 4.440 Euro in ihr Depot.

Die Tabelle macht deutlich: Je nach persönlicher Situation, Beitragshöhe und Kinderzahl fällt die Förderung sehr unterschiedlich aus. Besonders bei kleineren Eigenbeiträgen kann die staatliche Zulage dafür sorgen, dass deutlich mehr Geld im Depot ankommt, als man selbst eingezahlt hat. Die Förderquote zeigt dabei das Verhältnis zwischen staatlicher Förderung und eigener Einzahlung.

Auch steuerlich kann das Altersvorsorgedepot nach den geplanten Regelungen interessant sein. In der Steuererklärung soll angegeben werden, wie viel Geld im vergangenen Jahr insgesamt in das Depot geflossen ist — also die eigenen Einzahlungen plus die erhaltenen Zulagen. Bei Julia wären das 3.600 Euro eigene Einzahlung und 840 Euro Förderung, insgesamt also 4.440 Euro. Dieser Betrag könnte dann bei der Prüfung der steuerlichen Förderung berücksichtigt werden. Wie hoch ein möglicher zusätzlicher Steuervorteil am Ende tatsächlich ausfällt, hängt von der individuellen Steuersituation ab. Entscheidend ist dabei die sogenannte Günstigerprüfung. Dabei vergleichen Finanzamt und Zulagenstelle deine Zulagenhöhe und deine berechnete Steuerersparnis miteinander.

Tipp

Ist es sinnvoll, mehr als 1.800 Euro in das Altersvorsorgedepot einzuzahlen?

Ja, zusätzliche Einzahlungen über den förderfähigen Höchstbetrag von 1.800 Euro hinaus können sinnvoll sein. Zwar gibt es die staatliche Förderung nur bis zu dieser Grenze, doch auch höhere Beiträge können Vorteile haben. Nach den geplanten Regeln soll für das Altersvorsorgedepot während der Ansparphase keine Steuer auf die Vorabpauschale anfallen — und zwar nicht nur für die ersten 1.800 Euro, sondern auch für Einzahlungen darüber hinaus bis zu insgesamt 6.840 Euro pro Jahr. Denn diese steuerliche Begünstigung ist nicht an die Förderung gekoppelt. Ebenso kannst du die Einzahlungen bei deiner Steuererklärung steuerlich geltend machen. 


4. Altersvorsorgedepotrechner

Nutze unseren hauseigenen Rechner, um schnell und einfach zu sehen, wie hoch deine mögliche staatliche Förderung ausfällt, welches Endvermögen du voraussichtlich aufbauen kannst und mit welcher monatlichen Zusatzrente du ungefähr rechnen kannst.

Den höchsten Förderbetrag bekommst Du bei 150 € monatlich. Der maximale monatliche Einzahlbetrag beträgt 570 €.
Der maximale monatliche Einzahlbetrag ist 570 €.
Den höchsten Förderbetrag bekommst Du bei 150 €.
%
Kinder
Für die Kinderzulage wird vereinfacht angenommen, dass sie gezahlt wird, solange das Kind noch keine 25 Jahre alt ist.
Standardannahme: 18 Jahre Auszahlungsdauer (z. B. von 67 bis 85).
Brutto-Vermögen0 €
Einzahlung
0 €
Staatl. Förderung
0 €
Ertrag
0 €
SteuerersparnisDie Steuerersparnis wird vereinfacht als Günstigerprüfung berechnet. Dafür schätzen wir aus Deinem Bruttojahreseinkommen einen Grenzsteuersatz. Die tatsächliche Steuererstattung kann abweichen.
0 €
Steuern bei AuszahlungDie Steuer bei Auszahlung wird vereinfacht auf Basis Deines aktuellen geschätzten Grenzsteuersatzes abzüglich 5 Prozentpunkten berechnet. Diese Näherung dient nur der Orientierung und kann von Deiner tatsächlichen Besteuerung im Ruhestand abweichen.
0 €
EndvermögenBeim Endvermögen des Altersvorsorgedepots ist in der Ansparphase die Steuerersparnis und in der Auszahlungsphase eine vereinfachte Näherung zur späteren Besteuerung berücksichtigt.
0 €
Nach vereinfachter Besteuerung in der Auszahlungsphase.
Voraussichtliche monatliche Rente
0 €
Vereinfachte Berechnung auf Basis Deiner gewählten Auszahlungsdauer.
Vermögensentwicklung bis 67
EinzahlungenFörderungGesamtvermögen
Bei Renteneintritt mit 67 Jahren beträgt Dein Endvermögen im Altersvorsorgedepot 0 €.
Dieser Rechner dient der unverbindlichen Orientierung. Die Berechnung erfolgt auf Basis vereinfachter Annahmen zur Förderung, Steuerersparnis, Besteuerung in der Auszahlungsphase sowie zur Wertentwicklung. Die Ansparphase wird ab 2027 modelliert. Einzahlungen, Förderung und Verzinsung werden vereinfacht auf Jahresbasis zum Jahresende berechnet. In den Berechnungen wird pauschal mit 1,0 % Effektivkosten pro Jahr gerechnet. Die Steuerersparnis und die Besteuerung bei Auszahlung werden näherungsweise aus dem Bruttojahreseinkommen abgeleitet und dienen nur als grobe Orientierung. Die monatliche Zusatzrente wird vereinfacht aus dem Netto-Endvermögen und der gewählten Auszahlungsdauer berechnet. Individuelle steuerliche, rechtliche und produktbezogene Auswirkungen können abweichen.

5. Was tun mit dem "alten" Riester?

Wenn du bereits einen Riester-Vertrag hast, stellst du dir jetzt sicher die Frage: „War das alles umsonst?“ Keine Sorge, die kurze Antwort lautet: Nein. Dein Erspartes ist sicher, und der Gesetzgeber hat für bestehende Verträge klare Regeln geschaffen.

Die entscheidende Frage ist jedoch nicht, ob dein Riester sicher ist, sondern ob er noch effizient ist. Wir sehen für unsere Kunden im Wesentlichen drei Wege:

Option A: Behalten und „Durchziehen“

Das kann sinnvoll sein, wenn dein Vertrag kurz vor dem Ablauf steht oder du sehr hohe garantierte Rentenfaktoren aus alten Jahren hast. Auch wenn du hohe Zulagen (z. B. durch viele Kinder) erhältst und die Kostenquote deines Vertrags im Rahmen bleibt, kann ein Festhalten die richtige Wahl sein.

Option B: Beitragsfrei stellen

Du lässt das vorhandene Kapital im alten Vertrag liegen, zahlst aber keinen Cent mehr ein. Stattdessen leitest du deine Sparrate in eines der neuen, renditestärkeren Modelle (Depot oder reformierte Versicherung) um. So sicherst du dir die bisherigen Garantien, nutzt aber für dein frisches Geld die neuen Marktchancen.

Option C: Der „Umzug“ (Übertragung)

Das ist die spannendste Option der Reform: Es wird voraussichtlich möglich sein, das vorhandene Kapital aus einem alten Riester-Vertrag förderunschädlich in das neue Altersvorsorgedepot oder eine neue Versicherungslösung zu übertragen.

  • Vorteil: Dein Geld wird aus dem „Garantie-Korsett“ befreit und kann endlich wieder wachsen.

  • Achtung: Hier schauen wir uns ganz genau an, ob die anfallenden Wechselkosten und der Verlust alter Garantien durch die höheren Renditechancen des neuen Modells aufgewogen werden.

Der Bierl-Rat: Nichts überstürzen, aber wachsam bleiben

Momentan besteht kein Grund zur Panik. Du musst heute nicht kündigen. Im Gegenteil: Eine voreilige Kündigung führt oft dazu, dass du bereits erhaltene Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen musst.

Was wir jetzt für dich tun: Wir prüfen deine bestehenden Verträge auf Herz und Nieren. Sobald die Wechselregeln der Reform final feststehen, rechnen wir für dich aus, welcher Weg der rentabelste ist.

Wichtig: Wir haben die neuen Fristen und Optionen für dich im Blick. Bevor du irgendwo ein "Wechselangebot" unterschreibst, das dir vielleicht nur neue Kosten beschert, lass uns kurz drüber schauen.


6. FAQs - die wichtigsten Fragen zum neuen Altersvorsorgedepot

Das Altersvorsorgedepot ist ein geplantes Modell der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Es soll das bestehende Riestersystem verbessern.

Anders als bei vielen klassischen Riester-Verträgen soll das Geld stärker am Kapitalmarkt investiert werden können, zum Beispiel über ETFs oder Fonds. Ziel ist es, staatliche Förderung, steuerliche Vorteile und bessere Renditechancen miteinander zu verbinden.

Ja, viele bezeichnen das Altersvorsorgedepot als „Riester 2.0“, weil es die private Altersvorsorge reformieren und renditestärker machen soll. Es knüpft an das Grundprinzip staatlicher Förderung an, setzt aber stärker auf Kapitalmarkt, Transparenz und einfachere Förderstrukturen.

Nach den aktuellen politischen Plänen sollen Altersvorsorgedepots ab Januar 2027 angeboten werden können. Einzelne Details zur praktischen Umsetzung, zu den Anbietern und zur finalen Ausgestaltung können sich aber noch verändern. Deshalb lohnt es sich, die Entwicklung weiter zu verfolgen.

Das Grundprinzip ist einfach: Du zahlst regelmäßig Geld in einen staatlich zertifizierten Altersvorsorgevertrag ein, der kapitalmarktnah investiert werden kann. Dafür sollst du Zulagen vom Staat erhalten. Zusätzlich kann sich ein steuerlicher Vorteil ergeben. Das angesparte Vermögen wird später im Ruhestand entweder über einen Auszahlplan oder in Form einer lebenslangen Rente ausgezahlt.

Ja, das ist einer der wichtigsten geplanten Vorteile des Modells. Das Altersvorsorgedepot soll Investitionen in ETFs und Fonds ermöglichen und damit renditestärker sein als klassische Riester-Lösungen mit starren Garantien. Welche Produkte konkret zulässig sind, hängt von den gesetzlichen Vorgaben und den späteren Anbietern ab.

Ein normales ETF-Depot ist flexibler: Du kannst frei anlegen und jederzeit Geld entnehmen. Das Altersvorsorgedepot soll dafür staatliche Förderung und steuerliche Besonderheiten bieten, ist aber stärker an den Zweck der Altersvorsorge gebunden. Es verbindet also Förderung und Kapitalmarkt, ist aber nicht so frei nutzbar wie ein gewöhnliches Depot.

Die Förderung soll sich danach richten, wie viel du selbst einzahlst. Für die ersten Beiträge ist die Förderung pro eingezahltem Euro höher, danach sinkt sie stufenweise ab. Zusätzlich sind Kinderzulagen vorgesehen. Je nach persönlicher Situation kann dadurch deutlich mehr Geld im Depot landen, als Du selbst eingezahlt hast. Auch ein Berufsstarterbonus für Sparer unter 25 Jahren ist geplant.

Nach den bisher bekannten Plänen gilt: Für Einzahlungen bis 360 Euro pro Jahr soll es 50 Cent Förderung je eingezahltem Euro geben. Für weitere Einzahlungen bis 1.800 Euro pro Jahr sollen 25 Cent je Euro dazukommen. Daraus ergibt sich eine maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr.

Für jedes kindergeldberechtigte Kind soll es zusätzlich eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Jahr geben. Gerade Familien können dadurch besonders stark profitieren. In unseren Rechenbeispielen sieht man gut, dass bei kleineren Eigenbeiträgen durch Kinderzulagen sehr hohe Förderquoten entstehen können.

Voraussichtlich sollen viele Personen grundsätzlich förderberechtigt sein, darunter Arbeitnehmer, Beamte, Auszubildende, viele Selbstständige, rentenversicherungspflichtige Minijobber, Eltern in Elternzeit und weitere Gruppen. Entscheidend ist am Ende die konkrete gesetzliche Regelung. Klar ist aber schon jetzt: Nicht jeder wird automatisch förderberechtigt sein.

Nach den aktuellen Plänen liegt der Mindestbeitrag bei 120 Euro pro Jahr, also 10 Euro pro Monat. Damit wäre auch ein Einstieg mit kleinen Sparraten möglich.

Für die staatliche Förderung sollen maximal 1.800 Euro pro Jahr berücksichtigt werden. Insgesamt sollst du aber voraussichtlich bis zu 6.840 Euro pro Jahr in einen Vertrag einzahlen können. Das bedeutet: Nicht jeder zusätzliche Euro wird gefördert, aber auch höhere Einzahlungen können sinnvoll sein.

Ja, das kann sinnvoll sein. Zwar gibt es die staatliche Förderung nach den aktuellen Plänen nur bis 1.800 Euro pro Jahr, doch auch höhere Einzahlungen können Vorteile haben. Für das Altersvorsorgedepot soll in der Ansparphase keine Steuer auf die Vorabpauschale anfallen — und das nicht nur bis zur Fördergrenze, sondern auch für Beiträge darüber hinaus bis insgesamt 6.840 Euro pro Jahr.

Geplant ist, dass du in der Steuererklärung den Betrag angeben kannst, der insgesamt in dein Altersvorsorgedepot geflossen ist — also eigene Einzahlungen plus erhaltene Zulagen. Auf dieser Basis wird geprüft, ob sich zusätzlich zur Zulage noch ein steuerlicher Vorteil ergibt.

Bei der Günstigerprüfung vergleicht das Finanzamt die bereits erhaltenen Zulagen mit der rechnerischen Steuerersparnis. Sind die Zulagen höher, bleibt es bei diesen. Ist die Steuerersparnis höher, bekommst du die Differenz zusätzlich über die Steuer berücksichtigt. So soll sichergestellt werden, dass du die für dich günstigere Förderung erhältst.

Nach den aktuellen Plänen sollen in der Ansparphase keine laufenden Steuern auf die Vorabpauschale anfallen. Auch Umschichtungen und Rebalancing innerhalb des Vertrags sollen steuerlich begünstigt sein. Das kann ein Vorteil gegenüber einem klassischen Depot sein.

Die genaue Besteuerung in der Auszahlphase hängt nach den aktuellen Plänen davon ab, aus welchen Beiträgen das Guthaben stammt und wie die Auszahlung erfolgt. Förderfähige Beiträge und die daraus entstehenden Auszahlungen sollen grundsätzlich mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern sein. Bei zusätzlichen Einzahlungen oberhalb der Fördergrenze können andere steuerliche Regeln gelten.

Das Altersvorsorgedepot kann besonders interessant sein für Menschen, die langfristig fürs Alter sparen, staatliche Förderung mitnehmen möchten und gleichzeitig mehr Renditechancen als bei klassischen Riester-Verträgen suchen. Spannend ist das Modell zum Beispiel für Arbeitnehmer, Familien mit Kindern, Berufseinsteiger und viele Selbstständige. Wie sinnvoll es konkret ist, hängt aber immer von Einkommen, Familiensituation, Sparhöhe und steuerlicher Lage ab.

Nicht für jeden ist das neue Modell automatisch die beste Lösung. Wer maximale Flexibilität möchte und jederzeit frei auf sein Geld zugreifen will, ist mit einem klassischen Depot freier. Auch Menschen mit einem bestehenden Riester-Vertrag, der gute Konditionen oder hohe Garantien bietet, sollten einen Wechsel nicht vorschnell angehen.

Für Familien kann das Modell besonders interessant sein, weil zusätzlich zur Grundzulage auch Kinderzulagen vorgesehen sind. Gerade bei kleineren und mittleren Sparraten kann dadurch ein hoher Förderhebel entstehen.

Ja, für viele Selbstständige kann das Altersvorsorgedepot interessant sein, sofern sie die Fördervoraussetzungen erfüllen. Entscheidend wird am Ende sein, wie die endgültige gesetzliche Regelung ausgestaltet wird und ob die individuelle Einkommens- und Steuersituation dazu passt.

Das Altersvorsorgedepot soll viele Schwächen klassischer Riester-Produkte beheben, vor allem bei Renditechancen, Kapitalmarktnähe und Transparenz. Trotzdem ist es nicht automatisch in jedem Einzelfall besser. Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, sollte prüfen lassen, ob Behalten, Beitragsfreistellung oder ein späterer Wechsel sinnvoller ist.

In den meisten Fällen ist eine vorschnelle Kündigung keine gute Idee. Bei einer Kündigung können Zulagen und steuerliche Vorteile verloren gehen oder zurückgezahlt werden müssen. Häufig ist es sinnvoller, zunächst abzuwarten, den Vertrag beitragsfrei zu stellen oder die Wechselmöglichkeiten genau prüfen zu lassen.

Nach den bisherigen Plänen soll ein Wechsel aus einem bestehenden Riester-Vertrag in das neue Fördersystem möglich werden. Ob sich das im Einzelfall lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab: von den Kosten des alten Vertrags, möglichen Wechselkosten, vorhandenen Garantien und den Konditionen des neuen Angebots.

Geplant sind grundsätzlich zwei Wege: ein Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr (oder auch länger) oder eine lebenslange Rentenzahlung. Alternativ kannst du dir das Geld als lebenslange Rente auszahlen lassen.  Zusätzlich soll es möglich sein, zu Beginn der Auszahlphase bis zu 30 Prozent des Depotwerts auf einmal zu entnehmen.

Nach den aktuellen Planungen soll der Wechsel in die Auszahlphase grundsätzlich zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr möglich sein. Wer bereits vorher eine gesetzliche Altersrente oder Beamtenpension bezieht, könnte unter Umständen früher in die Auszahlphase wechseln.

Eine vorzeitige Entnahme soll grundsätzlich förderschädlich sein. Das bedeutet: Erhaltene Zulagen und mögliche steuerliche Vorteile müssten dann in der Regel zurückgezahlt werden. Das Altersvorsorgedepot ist deshalb eher für die langfristige Altersvorsorge gedacht und nicht als frei verfügbares Depot.

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7. Unser Fazit: So navigieren wir dich durch die Reform

Warte nicht bis das Gesetz final im Bundesgesetz steht. Die Weichen für eine renditestarke Rente werden jetzt gestellt. Lass uns gemeinsam auf deine bestehenden Verträge werfen: Lohnt sich das Festhalten an Riester oder ist das neue Altersvorsorgedepot dein Ticket in eine leichtere Zukunft?

Sobald die ersten zertifizierten Altersvorsorgeverträge an den Start gehen, trennt sich die Spreu vom Weizen. Wir werfen einen genauen Blick auf das Kleingedruckte. Wir schauen uns nicht nur die Rendite an, sondern auch die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen. Ob eine Versicherungslösung mit Steuerprivileg oder ein hochflexibles Depot für dich sinnvoller ist, klären wir individuell.

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