1. So sind die Gesundheitsfragen der Canada Life Aktion

Fangen wir gleich mal mit dem Wichtigsten an, den Gesundheitsfragen.

Der Antrag ist somit sehr schlank gehalten. Körpergröße & Gewicht sowie die Abfrage nach dem Raucherstatus ist hierbei normal, die Canada Life unterscheidet ja auch zwischen Rauchern und Nichtrauchern in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Abfragezeitraum von zwölf Monaten bei Medikamenten & Krankschreibung

Ein erstes Ausrufezeichen wurde mit dem Abfragezeitraum von zwölf Monaten für Medikamente und Krankschreibung gesetzt, siehe

Wurden Ihnen apotheken- oder verschreibungspflichtige Medikamente (in Form von z. B. Tabletten, Spritzen, Salben) verordnet, verabreicht oder empfohlen? Antibabypille, Vitaminpräparate und Erkältungsmittel müssen nicht angegeben werden.

sowie 

Waren Sie aus gesundheitlichen Gründen zusammenhängend mehr als 2 Wochen nicht in der Lage, Ihrer beruflichen Tätigkeit nachzugehen oder sind Sie aktuell arbeitsunfähig? 

An diesen Zeitraum dürfte sich auch jeder normale Versicherungsnehmer wieder gut erinnern können. 

Interessanter sind jedoch die beiden Abfragezeiträume von drei Jahren

Zum einen die große Frage nach psychischen Erkrankungen sowie die des Bewegungsapparates.

Sind oder waren Sie bei Ärzten, Heilpraktikern, Physio-, Psychotherapeuten oder sonstigen nicht ärztlichen Therapeuten in Beratung, in Behandlung (auch ambulante Operationen) oder zur Untersuchung oder sind solche Maßnahmen derzeit wegen Krankheiten oder Beschwerden in den folgenden Bereichen vorgesehen?

-Bewegungsapparat (Knochen, Sehnen, Bänder, Gelenke, Wirbelsäule, z. B. Rückenschmerzen, Fraktur, Bandscheibenschaden, Abnutzung, Unfallverletzung, Lähmung, Amputation, Gelenkschmerzen/ Arthrose)

-Psyche (z. B. Depression, Angststörung, Zwangsstörung, Essstörung, Suchterkrankung, AD(H)S)

Wie auch schon beim normalen Antrag der Canada Life (alles andere wäre ja etwas bescheuert), beschränkt man sich bei psychischen Erkrankungen oder bei Problemen des Bewegungsapparates auf einen Abfragezeitraum von drei Jahren. Der Bewegungsapparat muss auch angegeben werden, wenn man deshalb beim Hausarzt gewesen ist. Das haben andere Aktionen besser gelöst, wie z.B. von der Mutter aller Sonderaktionen mit dem HDI, diese Fragen für die ganzen Aktionen (egal ob für Ärzte, Steuerberater, Notare, Rechtsanwälte oder in Verbindung mit einer Basisrente) nach Themen des Bewegungsapparates, die vom Orthopäden untersucht, beraten oder behandelt wurden. 

Ganz wichtig zu verstehen ist die Tatsache, dass es keine offene Frage nach Beschwerden gibt, aber geplante Arztbesuche aufgrund von Beschwerden oder Krankheiten angegeben werden müssen. Habe ich seit einem Monat psychische Beschwerden oder knackst der Rücken und ich möchte einen Arzt aufsuchen, so muss dies angegeben werden (aus unserer Erfahrung führt dies dann zu einer Rückstellung oder Ausschlussklausel). 

  • Diese Fragestellung finden wir aber normal, sind doch psychische Beschwerden sowie Themen des Bewegungsapparates die zwei häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit. In all den schönen Aktionen muss ja definitiv auch an das gesamte Versichertenkollektiv gedacht werden. 

Einige dauerhafte Erkrankungen müssen auch angegeben werden

Diese Frage hat für uns das größte Sprengstoffpotential. 

Besteht oder bestand bei Ihnen eine dauerhafte (chronische) Erkrankung oder eine dauerhafte (chronische) Infektion (z. B. Krebserkrankung, Diabetes, Multiple Sklerose, Epilepsie, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Einschränkung der Nierenfunktion, Hepatitis B/C, HIV) oder wurden Sie wegen einer dieser Erkrankungen von einem Kardiologen, Orthopäden, Psychiater, Onkologen, Neurologen oder von einem anderen Facharzt oder sonstigen Behandler untersucht, behandelt oder beraten? 

Es müssen dauerhafte chronische Erkrankungen sowie Infektionen angegeben werden. Es erfolgt anschließend eine beispielhafte Aufzählung, die aber nicht fallabschließend ist. Der dauerhafte Tinnitus oder das Asthma müsste hier angegeben werden, da es sich um eine dauerhafte Erkrankung handelt. Des Weiteren spricht die Canada Life dann erstmals von Fachärzten wie Kardiologen, Orthopäden, Psychiatern und Co., später aber von sonstigen Heilbehandlern. Also auch einem Osteopathen oder Heilpraktiker– sind ja ebenfalls Heilbehandler.

  • So rund ist diese Sache irgendwie nicht. 

Die weiteren Fragen nach stationären Aufenthalten sehen wir als normal an. Beim Drogenkonsum wird der generelle Drogenkonsum abgefragt, nicht nur der Drogenkonsum, welcher behandelt wurde. Die Tüte Cannabis von vor zwei Jahren fällt hier dann darunter. Das nach dem Grad der Behinderung oder bisherigen Leistungen gefragt wird lassen, wir mal gelten. Wobei…Leistungen aus der Unfallinvalidität ist auch wieder eher selten. Beschränkt aber auf die letzten fünf Jahre.

Tipp

Positiv - es kann eine anonyme Risikovoranfrage gestellt werden


2. Was wird in diesem Antrag eigentlich NICHT abgefragt?

Auch eine interessante Frage. 

Keine Frage nach gefährlichen Hobbys & Freizeitaktivitäten

Der größte Mehrwert stellt sicherlich die Tatsache dar, dass nicht nach gefährlichen Hobbys gefragt wird. Es muss also kein Bergsport, kein Tauchen, keine Motorrallye, kein Kampfsport, kein Eishockey, kein Reitsport angegeben werden. Hier nochmals etwas graphischer dargestellt, welche Hobbys in dieser Aktion also nicht angegeben werden muss.

Kategorie: Luft & Höhe

Kategorie: Wasser & Tiefe

Kategorie: Motor & Speed

Kategorie: Kontakt & Action

Bergsteigen & Klettern

Sporttauchen (v.a. Tieftauchen)

Motorsport (Auto & Motorrad)

Kampfsport (Boxen, MMA, etc.)

Fallschirmspringen

Canyoning & Rafting

Downhill-Mountainbiking

American Football

Paragliding & Gleitschirm

Kitesurfen & Windsurfen

Quad- & Offroad-Rennen

Eishockey

Segelfliegen

Höhlentauchen

Kart-Rennsport

Rugby

Drachenfliegen

Wellenreiten (Big Wave)

Ultraleichtfliegen

Bungee-Jumping

Dies kann schon einen erheblichen Mehrwert für den Kunden darstellen, denn einige dieser Hobbys führen entweder zu einem Risikozuschlag, Ausschlussklausel oder gar einer Ablehnung. Ähnliches finden wir ja auch bei den ganzen Aktionen vom HDI sowie der Medizineraktion von der Gothaer vor. 

Keine Abfrage zu bestehenden Vorversicherungen

Klingt eigentlich erst mal sehr undramatisch, aber es eröffnet sich hier eine sehr interessante Tür. In der Berufsunfähigkeitsversicherung darf man nämlich nicht einfach das absichern, was man möchte, sondern es gibt eine sogenannte finanzielle Angemessenheit. Oftmals 60 Prozent des Bruttogehaltes (bei der Canada Life etwas mehr, aber auch dort gibt es einen Deckel).

Da in dieser Aktion nicht nach Vorversicherungen gefragt wird, müssen diese auch nicht angegeben werden. Es muss zudem keine Bestätigung erfolgen, dass man nicht mehr als XY Prozent des Bruttogehaltes absichert. Somit könnte man die Canada Life Aktion (eine normale Annahme vorausgesetzt) immer obendrüber setzen. 

Irgendwie wissen wir nicht, ob das jetzt nicht bedacht wurde oder es einfach auch Absicht ist, aber eigentlich ist das der (positive) Wahnsinn. Betrachtet man die Abzüge im Leistungsfall, haben uns die 60 Prozent schon immer etwas genervt, Abzüge der Krankenversicherung sowie das Nichtmehr-Einzahlen in die gesetzliche Rentenversicherung vergessen ja viele…

  • Nun gut, das ist ein großer Pluspunkt in dieser Aktion.

Auch die Frage nach geplanten Auslandsaufenthalten entfällt

Sehr speziell, kann aber auch einen kleinen Mehrwert darstellen, wenn man zeitnah in ein fernes Land für längere Zeit reisen & leben möchte.  Geplante Auslandsaufenthalte müssen jetzt in dieser Aktion für junge Leute nicht angegeben werden. 

Im Einzelfall kann das Fehlen von diesen drei Fragen für den Interessenten und Kunden doch einen großen Mehrwert darstellen.

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3. Die technische Ausgestaltung von dieser Aktion

Folgende Spielregeln gibt es bei der technischen Ausgestaltung der Canada Life Aktion:

  • Die versicherte Person muss zwischen 18 und 30 Jahre alt sein.
  • Zudem muss die versicherte Person in einem Arbeitsverhältnis stehen. Schüler und leider auch Studenten sind von dieser Aktion ausgeschlossen. 
  • Die maximale monatliche BU-Rente darf 2.000 Euro betragen
  • Es gibt keinerlei Einschränkung bei der Beitragsdynamik, diese kann bis zu fünf Prozent betragen.
  • Auch bei der garantierten Rentensteigerung & Leistungsdynamik kann das Maximale ausgewählt werden. Hier sind bei der Canada Life ja bis zu fünf Prozent (marktüblich sind drei Prozent). Da die Canada Life keinen Netto vs. Bruttobetrag besitzt, gibt es auch keine nicht garantierten Überschüsse (dafür einen festen Bruttobeitrag über die Laufzeit) im Leistungsfall.
  • Die Arbeitsunfähigkeitsklausel kann ebenso auf Wunsch Bestandteil des Vertragswerks sein.
  • Die Zusatzoption “Schwere Krankheiten” kann hingegen in diesem Sonderantrag nicht dazugebucht werden. 
  • Bei der Nachversicherung gibt es auch keinerlei Einschränkungen, es sind auch hier bis zu 10.000 Euro (!!!) möglich. Wahnsinnige Zahl. 

Wie man also liest, gibt es quasi so gut wie keine Einschränkung in dieser Aktion. Kommt diese Aktion für dich infrage, stehen dir somit alle Wege und Türen offen, um später eine bedarfsgerechte Absicherung zu bekommen. Das ist schon stark.

Info

Wie war das eigentlich schnell wieder mit der Canada Life, dem irischen Versicherer, Bruttobeitrag und Co.?

  • Ja, bei der Canada Life laufen die Uhren etwas anders. Finden die einen positiv, die anderen nicht. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit wie immer etwas in der Mitte. Gibt Argumente dafür und dagegen.
  • Lies dir hierzu bitte einfach unserem umfangreichen Testartikel durch, mit “Die Canada Life Berufsunfähigkeitsversicherung im großen Test 2026”.

Kann also zu dir passen, muss aber nicht.


4. Fazit zur jungen Leute Aktion der Canada Life:

Hier pochen zwei Herzen in unserer Brust. 

  • Zum einen kann manche (nicht vorhandene) Fragestellung einen großen Mehrwert für den Einzelnen darstellen, um einen passenden Versicherungsschutz zu bekommen. Insbesondere eine Gesundheitsfrage muss aber sehr genau geprüft werden und man könnte auch darüber fallen. Es ist also definitiv kein Freibrief, die Gesundheitshistorie musst du trotzdem sauber aufbereiten.
  • Zum anderen: „Alles, was gut für den Einzelnen ist, kann sich negativ aufs Kollektiv auswirken.“ Kann die Aktion (und natürlich auch weitere Aktionen mit verkürzten Gesundheitsfragen am Markt) für manche ein Segen sein, zahlen andere in dem Kollektiv für das erhöhte Risiko aber mit. Das in eine Zeit, wo die BU ohnehin immer günstiger, schneller, höher, weiter wird (wobei die Canada Life jetzt keine Kampfpreise ausruft, das muss man zugutehalten). Das Produkt Berufsunfähigkeitsversicherung muss langfristig Bestand haben. Auf der einen Seite möchten sich die Versicherer halt im BU-Vergleich auch irgendwie voneinander abheben.

Definitiv gut finden wir aber die Kampagne der Canada Life für junge Leute. Je mehr junge Personen wir als Branche erreichen, desto besser. Wir erleben es selbst mit unseren echten Leistungsfällen in der BU, wie man auch schon in jungen Jahren hart getroffen werden kann. Die BU-Versicherung sorgt dann für ein selbstbestimmtes Leben. Insofern begrüßen wir es ausdrücklich, wenn die öffentliche Wahrnehmung für eine der wichtigsten Versicherungen steigt. Schade finden wir es aber immer, wenn Aktionen zeitlich begrenzt sind.